Was geschah im Dezember 1907

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Wetterstationen Dezember 1907

1.12.1907, Sonntag

Der französische Militärlenkballon “Patrie” reißt sich in Verdun, wo an ihm Ausbesserungsarbeiten vorgenommen werden, bei einem heftigen Windstoß aus den Händen von 200 Leuten, die ihn vergeblich festzuhalten versuchen, und entfliegt nach Irland.

2.12.1907, Montag

Belgien und der Kongostaat unterzeichnen in Brüssel den Vertrag über die Übernahme der königlichen Privatkolonie durch den belgischen Staat.

Der Australier Tommy Burns verteidigt den Titel eines Boxweltmeisters aller Gewichtsklassen in London gegen den Briten Gunna Moir durch K. o. in der zehnten Runde.

Nach Berechnungen der “Welt am Montag” verschlingt ein Auto mit 24 PS 12 000 Mark an Betriebskosten im Jahr. Zum Vergleich: Ein Arbeiter verdient jährlich etwa 900 Mark.

Zu einem aufsehenerregenden Zwischenfall kommt es in Manchester, wo der britische Kriegsminister Richard Burdon Haldane einem Frühstück beiwohnt. Militante Frauenrechtlerinnen verschaffen sich mit Gewalt Zugang zu dem Minister und tragen ihm ihre Wünsche bezüglich der Gleichstellung von Männern und Frauen vor.

Zar Nikolaus II. gehört neuerdings selbst zu den von der Zensur verbotenen Schriftstellern im Zarenreich. Die Opposition hatte ein Buch mit 170 Ansprachen des Zaren zusammengestellt, die dieser seit seiner Thronbesteigung im Jahr 1894 gehalten hat. Die Gegner des Zaren wollen damit auf die Widersprüche seiner Äußerungen hinweisen. Die Zensur hatte das Buch unmittelbar nach Erscheinen beschlagnahmen lassen.

Großherzog Friedrich II. von Baden begnadigt den wegen Mordes an seiner Schwiegermutter zum Tod verurteilten Rechtsanwalt Hau zu lebenslänglich Zuchthaus.

In der britischen Kolonie Natal (Südafrika) wird die gesamte Miliz mobilisiert, um einen Zulu-Aufstand niederzuschlagen.

Von den 12 856 Repräsentanten, die bei den norwegischen Kommunalwahlen gewählt werden, sind 142 Frauen. Die Wahlbeteiligung der Frauen war sehr gering.

Mit den Stimmen der Radikalen und der sozialistischen Radikalen beschließt die Abgeordnetenkammer in Paris die Verkürzung der Wehrzeit für Reservisten von 28 auf 21 Tage und für Landwehrleute von 13 auf sieben Tage. Kriegsminister Georges Picquart hatte die Beibehaltung der alten Regelung gefordert.

Die marokkanische Regierung schließt mit Frankreich und Spanien ein Abkommen, das die Erfüllung der Algeciras-Akte von 1906 ermöglicht. Spanien und Frankreich sollen demnach den Aufbau der Polizei in Marokko organisieren.

In der Stadt Warschau in Russisch-Polen wird ein antipreußischer Käuferbund gegründet. Einkäufe sollen nur bei jenen Firmen getätigt werden, die ihre Geschäftsbeziehungen mit Preußen völlig abgebrochen haben. Die Maßnahme ist eine Reaktion auf die preußische Enteignungsvorlage.

3.12.1907, Dienstag

US-Präsident Theodore Roosevelt (Republikaner) eröffnet den Kongress in Washington mit einer Botschaft, in deren Mittelpunkt der Kampf gegen die Trusts und für die Erhaltung der Wehrkraft stehen.

Um gegen den Wucher einer Mietgesellschaft vorzugehen, verabreden 2000 Mieter Neapels, alles “kleine Leute”, ab dem 1. Januar die Zahlung des Mietzinses zu verweigern.

4.12.1907, Mittwoch

Reichskanzler Bernhard Fürst von Bülow droht mit seinem Rücktritt, falls die Parteien des konservativ-liberalen Bülow-Blocks sich weiterhin untereinander und die Regierung anfeindeten. Am 5. Dezember geben die Führer des Blocks daraufhin im Reichstag eine Vertrauenserklärung für Bülow ab und bekräftigen, an der von ihm eingeleiteten Blockpolitik festhalten zu wollen. Damit ist die Blockkrise beigelegt.

5.12.1907, Donnerstag

Als Reaktion auf die Wirtschaftskrise wird in der US-Hauptstadt Washington der National Council of Commerce gegründet. Der Nationale Handelsbeirat umfasst alle Handelsorganisationen und andere wirtschaftlichen Interessenvertretungen in den Vereinigten Staaten.

Prinz Johann Albrecht von Mecklenburg eröffnet in Frankfurt am Main die Jubiläumstagung der vor 25 Jahren gegründeten Deutschen Kolonialgesellschaft. Die Organisation, deren Träger größtenteils aus Industrie und Bankgeschäft kommen, hat sich die Propagierung weiterer kolonialer Expansion zum Ziel gesetzt.

Prinz Heinrich von Preußen eröffnet in Berlin eine Internationale Automobilausstellung. Gezeigt werden Luxus-Wagen, Motorräder, Lastwagen, Omnibusse, Motorboote und Droschken.

Im Intima Teatern in Stockholm wird das Kammerspiel “Die Brandstätte” von August Strindberg uraufgeführt.

6.12.1907, Freitag

Französische Truppen erobern den marokkanischen Marktflecken Aghbal unweit der algerischen Grenze.

Bei einer Kohlenstaubexplosion in den Minen der Fairmont Coal Company im US-Bundesstaat West Virginia kommen mehr als 500 Arbeiter ums Leben.

Auf Schloss Serrahn in Mecklenburg verlobt sich Fürst Ferdinand I. von Bulgarien mit Prinzessin Eleonore von Reuß jüngere Linie.

7.12.1907, Samstag

Der Kriegerverein von Deutsch-Oth (Audun-le-Tiche) im Reichsland Elsass-Lothringen beschließt, den örtlichen Bürgermeister von allen patriotischen Festen auszuschließen. Der Bürgermeister, Fick, hatte von der französischen Regierung die Auszeichnung “palmes académiques” erhalten als Anerkennung für Verdienste, die er im Vorjahr bei der Niederschlagung von Arbeiterunruhen im französischen Villerupt errungen hatte. Der Kriegerverein wertet die Annahme dieser Auszeichnung als Landesverrat.

Gustav Mahler verabschiedet sich von seinen Mitarbeitern nach seinem Rücktritt von der Leitung der Wiener Hofoper.

8.12.1907, Sonntag

Die Sozialdemokraten veranstalten im Königreich Sachsen Versammlungen für die Einführung des “allgemeinen, gleichen, direkten und geheimen Wahlrechts für alle Staatsbürger ohne Unterschied des Geschlechtes vom 20. Lebensjahre an unter Anwendung des Verhältniswahlsystems”. Nur in Chemnitz kommt es während der Kundgebung zu Straßenkrawallen.

In Stockholm stirbt im Alter von 79 Jahren der schwedische König Oscar II., der bis 1905 zugleich König von Norwegen war.

9.12.1907, Montag

Bei der Beratung des Reichsvereinsgesetzes im Reichstag in Berlin betont der Staatssekretär des Innern, Theobald von Bethmann Hollweg, dass Deutsch die Sprache aller öffentlichen Versammlungen sein müsse. Der entsprechende, im Vereinsgesetz auftauchende Paragraph richtet sich gegen die antipreußische Agitation der Polen.

Aufständische Hottentotten greifen in Deutsch-Südwestafrika (Namibia) einen Ochsenwagen an und töten drei deutsche Reiter. Offiziell ist der Hottentottenkrieg seit dem 31. März zu Ende.

Die Komödie “Der tugendhafte Glücksritter oder Crispin als Meister seines Herrn” von Jacinto Benavente y Martínez wird im Teatro de Lara in Madrid uraufgeführt.

10.12.1907, Dienstag

In Stockholm und Kristiania (Oslo) werden die Nobelpreise verliehen. Den Nobelpreis für Chemie erhält der deutsche Forscher Eduard Buchner.

Die eidgenössischen Räte in Bern nehmen das Eidgenössische Zivilgesetzbuch (ZGB) an. Es tritt am 1. Januar 1912 in Kraft.

Die Regierung von Natal (Südafrika) verhängt wegen des Zulu-Aufstands das Kriegsrecht über die nördlichen Bezirke der Kolonie.

Im Roten Rathaus in Berlin finden erregte Debatten über die Schulspeisung bedürftiger Kinder statt. Nach Untersuchungen erhalten fast 10 000 Berliner Schulkinder mittags von ihren Eltern nichts zu essen.

Der Stamm der Beni Snassen in Nordostmarokko stellt nach schweren Verlusten seinen “Heiligen Krieg” gegen die Franzosen ein.

11.12.1907, Mittwoch

Das persische Parlament wendet sich in einem Aufruf an die Großmächte mit der dringenden Bitte, es bei seinem Kampf für die Verwirklichung konstitutioneller Rechte nicht allein zu lassen.

Auf dem Parteitag der Deutschkonservativen in Berlin betont Otto Freiherr von Manteuffel: Ein Minister, der sich des Vertrauens des Kaisers erfreue, dürfe seine Stellung nicht von parlamentarischen Mehrheiten abhängig machen.

12.12.1907, Donnerstag

In der bulgarischen Hauptstadt Sofia wird der Führer der makedonischen Bewegung, Boris Sarasow, von dem Bandenführer Panitza erschossen.

13.12.1907, Freitag

Kaiser Wilhelm II. trifft, aus London kommend, zu einem Besuch der niederländischen Königin Wilhelmina in Amsterdam ein.

14.12.1907, Samstag

Kaiser Wilhelm II. kehrt nach vierwöchigem Auslandsaufenthalt bei bester Gesundheit nach Potsdam zurück.

In Petersburg (Leningrad) werden beim Hochverratsprozess gegen 49 Sozialdemokraten elf Angeklagte zu fünf, 15 zu vier Jahren Zwangsarbeit und zwölf zu Zwangsansiedlung verurteilt. 37 der Angeklagten waren Abgeordnete der zweiten Duma, des Petersburger Parlaments.

15.12.1907, Sonntag

Schah Mohammad Ali von Persien lässt während der Revolution die führenden Regierungsmitglieder verhaften und erklärt das Parlament für aufgelöst. Eine riesige Menschenmenge verhindert daraufhin jedoch in Teheran die Durchführung der Parlamentsauflösung.

Der britische 1. Lord der Admiralität, Charles Marjoribanks Lord Tweedmouth, kündigt bei einem Festmahl der Liverpooler Schiffsmakler baldige Steuererhöhungen zur Finanzierung der Flottenrüstung an. Die britische Regierung habe weder die Absicht noch den Wunsch, eine fremde Macht anzugreifen, aber dem britischen Handel müsse in Zukunft unbedingt mehr militärischer Schutz gewährt werden.

16.12.1907, Montag

Die Great White Fleet, der größte Teil der US-amerikanischen Flotte, läuft aus in Richtung Pazifik, um dort die Seemacht der Vereinigten Staaten Japan gegenüber zu demonstrieren.

Papst Pius X. verurteilt im Vatikan die “Kirchenverfolgung” in Frankreich und brandmarkt die “verderbliche” Propaganda der Modernisten, die auf der einen Seite “die päpstliche Autorität verachten” und sich andererseits als Katholiken ausgäben.

Das Berliner Oberverwaltungsgericht bestätigt in letzter Instanz das Aufführungsverbot eines Einakters mit dem Titel “Vor dem Schöffengericht” eines Breslauer Rechtsanwalts. Da das Stück nichts anderes enthalte als die “naturgetreue Darstellung einer Gerichtsverhandlung”, müsse das Theaterpublikum glauben, es handle sich um eine tatsächliche Gerichtsverhandlung. Dies aber sei “der öffentlichen Ordnung zuwiderlaufend”.

17.12.1907, Dienstag

Das österreichische Abgeordnetenhaus in Wien genehmigt mit großer Mehrheit den neuen Ausgleich mit Ungarn.

Der marokkanische Gegensultan Mulai Abd Al Hafis bietet Sultan Abd Al Asis seine Unterwerfung an unter der Bedingung, dass Abd Al Asis die Regierung entläßt.

Die Operette “Die Försterchristl” von Georg Jarno wird in Wien uraufgeführt.

18.12.1907, Mittwoch

Im ostpreußischen Bartenstein wird ein 15-Jähriger wegen Raubmords zur Höchststrafe von 15 Jahren Gefängnis verurteilt. In der Tatsache, dass “ein Buch von Karl May, worin drei Morde vorkommen”, auf die Phantasie des Jungen gewirkt habe, hatte das Gericht keinen mildernden Umstand erkennen können.

In Warschau in Russisch-Polen wird der am 26. November gegründete “Polnische Schulverein” aufgelöst. Ihm wird “die verbrecherische Absicht” vorgeworfen, “im Volke den Geist eines engen nationalistischen Separatismus zu wecken”.

An der Universität der ukrainischen Stadt Odessa werden 20 Professoren wegen Förderung der revolutionären Bewegung unter den Studenten entlassen.

19.12.1907, Donnerstag

In Portugal ordnet ein Erlass von König Karl I. an, dass die Generalräte ab 2. Januar durch Verwaltungskommissionen ersetzt werden sollen. dasselbe Dekret ermächtigt die Zivilgouverneure, Verwaltungskommissionen zu ernennen, die die jetzigen Municipal- und Gemeinderäte ersetzen sollen. Die portugiesische Verfassung schränkt die parlamentarischen Rechte gegenüber denen des Königs erheblich ein.

Der britische Außenminister Edward Grey betont während einer Rede in Warwick, die in diesem Jahr geschlossenen Bündnisse mit Russland und Spanien seien nicht etwa gegen eine dritte Macht gerichtet, sondern dienten einzig und allein der Friedenssicherung. In Anspielung auf das Deutsche Reich unterstreicht Grey: Wenn andere Nationen ihre Flotten vergrößerten, werde England auch die seinige aufrüsten.

In Stockholm findet die feierliche Beisetzung von König Oscar II. von Schweden statt.

In der sizilianischen Hauptstadt Palermo kommen bei der Explosion eines Pulver- und Dynamitlagers 45 Menschen ums Leben, 65 werden z.T. schwer verletzt.

Bei einer Grubenexplosion in Dare Mine im US-Bundesstaat Pennsylvania werden rund 600 Bergleute getötet.

20.12.1907, Freitag

In der US-Hauptstadt Washington endet die zentralamerikanische Friedenskonferenz mit der Errichtung eines Schiedsgerichtshofs.

Während der Revolution in Persien bildet Schah Mohammad Ali ein neues Ministerium unter Nizam es Sultaneh.

21.12.1907, Samstag

Die französische Abgeordnetenkammer in Paris verabschiedet mit 354 zu 177 Stimmen das Gesetz über den Heimfall der Kirchengüter. Dieses Gesetz ergänzt das Gesetz über die Trennung von Kirche und Staat.

Die niederländische Abgeordnetenkammer in Den Haag lehnt mit den Stimmen der Rechten, der Sozialisten und einiger Liberaler das Kriegsbudget ab, da die Stärke der Armee nicht im Verhältnis zu den dafür verwendeten Ausgaben stehe.

22.12.1907, Sonntag

Der ungarische Ministerpräsident Sándor Wekerle trägt mit dem Abgeordneten Polonyi ein Säbelduell aus. Nach der zweiten Runde bittet Polonyi um Verzeihung, und die Gegner versöhnen sich.

Im Marientheater in Petersburg (Leningrad) wird das Ballett “Der sterbende Schwan” unter der Choreographie von Michail M. Fokin uraufgeführt.

Im Marinegefängnis der bretonischen Stadt Brest kommt es zu einer Gefangenenmeuterei. Zwölf Gefangene verweigern die Arbeit und singen revolutionäre Lieder. Drei von ihnen werden vor das Kriegsgericht gestellt, die anderen mit 60 Tagen Einzelhaft bestraft.

Wegen des ungewöhnlich lauen Frühlingswetters verzeichnen die meisten Geschäfte am “Goldenen Sonntag”, dem letzten verkaufsoffenen Sonntag vor Weihnachten, nur ein mäßiges Geschäft.

23.12.1907, Montag

Während der revolutionären Unruhen in Persien bewilligt Schah Mohammad Ali alle Forderungen des Parlaments.

Die europäischen Großmächte fordern die osmanische Regierung auf, das internationale Polizeimandat in Makedonien um sieben Jahre zu verlängern. Der Gegenvorschlag der Pforte (osmanische Regierung), die ausländischen durch osmanische Offiziere in dem Krisengebiet zu ersetzen, wird abgelehnt.

24.12.1907, Dienstag

Während der revolutionären Unruhen in China kündigt die kaiserliche Regierung die Einführung einer Verfassung und die Ausarbeitung von Pressegesetzen an. Eine ähnliche Ankündigung hatte die Regierung bereits vor einem Jahr ausgesprochen, allerdings erst für die Zeit, da das Volk “reif” dazu sei.

25.12.1907, Mittwoch

Der Verein für Kinder-Volksküchen fordert die Bevölkerung in Zeitungsaufrufen auf, am Silvesterabend einen kleinen Beitrag für notleidende Kinder beiseitezulegen und dem Verein zuzuschicken: “Für jede 10 Pfg. erhält immer ein Kind wieder eine Mittagsmahlzeit; und schöner können wir das neue Jahr wohl nicht beginnen.”

26.12.1907, Donnerstag

In Surat tritt der Indian National Congress (INC) zusammen, die Interessenvertretung der Inder gegenüber der britischen Kolonialmacht. Angesichts der blutigen antibritischen Unruhen im Land kommt es auf dem dreitägigen Kongress zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen Gemäßigten und Radikalen.

27.12.1907, Freitag

20 Menschenleben fordert ein Unfall in Britisch-Indien, bei dem zwei Züge zusammenstoßen.

Auf dem Jangtsekiang erobern chinesische Salzschmuggler nach erbitterten Gefechten 19 Kanonenboote der Regierung.

28.12.1907, Samstag

Die dritte Duma, das russische Parlament in Petersburg (Leningrad), bewilligt einen Kredit von insgesamt 15,2 Mio. Rubel zur Unterstützung der vom Hunger betroffenen Menschen in den Notstandsgebieten.

29.12.1907, Sonntag

In Berlin und Umgebung unternimmt die Kriminalpolizei in der Nacht zum Montag eine großangelegte Jagd auf Zigeuner. Ziel der Razzia ist die Festnahme eines Mannes, der in Stettin aus verschmähter Liebe seinen Nebenbuhler erschossen hat und seither auf der Flucht ist.

30.12.1907, Montag

Die Abgeordnetenkammer in Madrid genehmigt den Gesetzentwurf über den Ausbau der spanischen Flotte.

Das Kammerspiel “Wetterleuchten” von August Strindberg wird am 30. Dezember im Intima Teatern in Stockholm uraufgeführt.

31.12.1907, Dienstag

Das Pariser Schwurgericht verurteilt 14 Antimilitaristen, darunter auch zwei Soldaten, wegen Aufhetzung von Militärpersonen zum Ungehorsam und zur Fahnenflucht zu Gefängnisstrafen von zehn Monaten bis zu einem Jahr.

Der belgische Ministerpräsident Jules de Trooz (klerikal) stirbt im Alter von 50 Jahren in Brüssel. Sein Nachfolger wird am 8. Januar Frans Schollaert (klerikal).

In der Zeitschrift “Politique commerciale et coloniale franco-allemande” veröffentlicht Lucien Coquet die Ergebnisse einer Umfrage über die Chancen eines deutsch-französischen Handelsvertrags. Alle befragten Handelskammern befürworten ein langfristiges Abkommen zwischen den ehemaligen Gegnern im Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71.