Was geschah im Dezember 1915

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Wetterstationen Dezember 1915

1.12.1915, Mittwoch

Der Oberkommandierende der Armeen der Mittelmächte in Serbien, Generalfeldmarschall August von Mackensen, ruft die serbische Bevölkerung auf, an ihre Wohnorte zurückzukehren, die Arbeit wiederaufzunehmen und die Befehle der Besatzungsmacht zu befolgen.

Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion beschließt, eine offizielle Anfrage an Reichskanzler Theobald von Bethmann Hollweg zu richten. Dieser wird darin um Mitteilung gebeten, unter welchen Bedingungen die Reichsregierung zur Aufnahme von Friedensverhandlungen bereit sei.

In Rummelsburg bei Berlin nimmt die erste deutsche Aluminiumhütte den Betrieb auf. Zwei weitere Fabriken sind bei Köln sowie in Bitterfeld in Bau.

2.12.1915, Donnerstag

Die serbischen Truppen ziehen sich aus der makedonischen Stadt Monastir zurück, die am 4. Dezember von deutschen und bulgarischen Einheiten besetzt wird.

In Österreich-Ungarn wird der 67. Jahrestag der Thronbesteigung von Kaiser Franz Joseph I. gefeiert.

3.12.1915, Freitag

Der bisherige Oberbefehlshaber der französischen Nordostarmeen, General Joseph Joffre, übernimmt das neugeschaffene Amt des Oberbefehlshabers sämtlicher französischer Armeen.

Die Alliierten fordern die griechische Regierung auf, ihren in Saloniki gelandeten Truppen volle Bewegungsfreiheit zu garantieren, sämtliche griechischen Truppen aus Saloniki und Umgebung abzuziehen und ihnen das alleinige Verfügungsrecht über Straßen und Eisenbahnen in der Region einzuräumen.

Das französische Parlament stimmt einem Gesetz über die Bestandsaufnahme der Lebensmittelvorräte zu.

4.12.1915, Samstag

Das Deutsche und das Osmanische Reich beschließen die Einrichtung einer direkten Zugverbindung zwischen beiden Ländern. Der sog. “Balkanzug” soll ab Januar 1916 zweimal wöchentlich zwischen München und Konstantinopel (heute: Istanbul) verkehren.

Der Chefredakteur der niederländischen Zeitung “De Telegraaf” wird unter dem Vorwurf verhaftet, ein am Tag zuvor erschienener Artikel stelle eine Gefährdung der Neutralität des Landes dar. In dem Artikel war der Regierung vorgeworfen worden, durch ihre Ausfuhrpolitik das Deutsche Reich zu unterstützen.

Der Geheimbund Ku-Klux-Klan wird im US-amerikanischen Bundesstaat Georgia zugelassen. Die rassistische Organisation wurde in den USA seit den 70er Jahren des 19. Jahrhunderts verfolgt.

5.12.1915, Sonntag

Der Zentralausschuss der Fortschrittlichen Volkspartei betont, dass nicht nur die Wiederherstellung des Vorkriegszustandes Ergebnis des Krieges sein dürfe. Die deutsche Führung müsse eine Vergrößerung der Macht, des Wohlstandes und des Gebietes des Deutschen Reiches anstreben.

Der US-amerikanische Autofabrikant Henry Ford startet zu einer Friedensmission nach Europa, wo er zwischen den kriegführenden Staaten vermitteln will.

Der Zugverkehr zwischen der serbischen Stadt Ni und der bulgarischen Hauptstadt Sofia wird wiederaufgenommen.

Die Gesellschaft für Verbreitung von Volksbildung teilt mit, dass sie bisher 225 000 Bücher sowie 70 000 Zeitschriftenbände für die deutschen Truppen im Feld und in den Lazaretten zur Verfügung gestellt hat.

6.12.1915, Montag

Im französischen Chantilly beginnt eine bis zum 8. Dezember dauernde Konferenz der Alliierten über die weitere Kriegführung.

Die Komödie “Der Kandidat” von Carl Sternheim wird an der Volksbühne in Wien uraufgeführt.

Papst Benedikt XV. beklagt in einer Rede vor der Kardinalsversammlung, dass seine Handlungsmöglichkeiten aufgrund des Krieges erheblich beeinträchtigt seien.

Die Konservative Partei fordert zum Abschluss einer zweitägigen Versammlung in Berlin, dass “ein in seiner ganzen Machtstellung verstärktes und über seine bisherigen Grenzen erheblich erweitertes… Deutschland” Ergebnis des Krieges sein müsse.

7.12.1915, Dienstag

Bei der Kongresseröffnung kritisiert der US-amerikanische Präsident Woodrow Wilson die Propagandatätigkeit der deutschstämmigen Amerikaner in den USA.

8.12.1915, Mittwoch

In Neuseeland haben sich bislang 109 683 Mann für das auf den europäischen Kriegsschauplatz zu entsendende Expeditionskorps gemeldet.

Der Bundesrat verabschiedet Bestimmungen über die Ausgabe von Butter- und Fettkarten und richtet eine Vermittlungsstelle für eine regional gleichmäßige Butterverteilung ein.

Eine vom Verband deutscher Ingenieure gegründete Prüfstelle für künstliche Gliedmaßen nimmt in Berlin ihre Arbeit auf.

Ein Großfeuer im Hafen von Genua vernichtet große Teile der Hafenanlagen.

9.12.1915, Donnerstag

In einem vertraulichen Schreiben an den Chef des Geheimen Zivilkabinetts, Rudolf von Valenti, äußert sich Reichskanzler Theobald von Bethmann Hollweg skeptisch über die innen- wie außenpolitische Entwicklung im Deutschen Reich nach Kriegsende.

Die Stadt Hopewell im US-amerikanischen Bundesstaat Virginia wird durch ein Feuer nahezu vollständig zerstört.

Das Nobelkomitee entscheidet, den Friedensnobelpreis für die Jahre 1914 und 1915 nicht zu verleihen.

Das Nationalkomitee der US-amerikanischen Demokratischen Partei beschließt, den amtierenden Präsidenten Woodrow Wilson für die nächsten Präsidentschaftswahlen 1916 erneut zu nominieren.

Im Weltkrieg sind bisher insgesamt 127 290 Angehörige der britischen Armee gefallen. 352 123 Mann wurden verwundet und 71 695 werden vermisst.

Die Eroberung Makedoniens durch bulgarische Truppen ist abgeschlossen; die in Saloniki gelandeten britischen und französischen Truppen werden über die griechische Grenze zurückgeschlagen.

Die deutsche Regierung bringt im Reichstag einen zweiten Nachtragsetat für 1915 mit einem neuen Kriegskredit von 10 Mrd. Mark ein.

In einer Reichstagsdebatte wenden sich die bürgerlichen Parteien mit einer gemeinsamen Erklärung gegen die von den Sozialdemokraten geforderte Aufnahme von Friedensverhandlungen. Sie lehnen zudem einen Verzicht des Deutschen Reiches auf Gebietserweiterungen ab.

In einer scharf formulierten Protestnote verlangt die US-amerikanische Regierung die Bestrafung des österreichisch-ungarischen U-Boot-Kommandanten, der für die Versenkung des italienischen Passagierdampfers “Ancona” im Mittelmeer am 8. November verantwortlich war.

10.12.1915, Freitag

Zum Nachfolger des am 7. Dezember zurückgetretenen spanischen Ministerpräsidenten Eduardo Dato e Iradier wird Alvaro Figueroa y Torres Graf Ramanones ernannt. Der neue Regierungschef betont, dass sein Kabinett eine strikte Neutralitätspolitik verfolgen werde.

In einer an den Reichstag gerichteten Denkschrift über die Lage der Reichsbank wird mitgeteilt, dass sich der Goldbestand seit Kriegsbeginn um 1,18 Mrd. Mark auf 2,43 Mrd. Mark erhöht hat. Der Notenumlauf hat seither um 3,04 Mrd. Mark auf 5,95 Mrd. Mark zugenommen.

In Stockholm werden die Nobelpreise des Jahres 1915 verliehen, u.a. erhält der Berliner Professor Richard Willstätter die Auszeichnung auf dem Gebiet der Chemie.

11.12.1915, Samstag

In Berlin findet die erste Versammlung des von Vertretern der Bekleidungsindustrie gegründeten “Verein Modemuseum” statt, der sich die Errichtung eines Museums über die deutsche Mode zum Ziel gesetzt hat.

Der chinesische Präsident Yüan Shih-k’ai lässt sich zum Kaiser wählen.

12.12.1915, Sonntag

Das von dem Deutschen Hugo Junkers entwickelte erste Ganzmetallflugzeug der Welt, “Junkers J 1”, absolviert seinen Jungfernflug.

Mit der Eröffnung des Minden-Hannover-Kanals ist die Kanalverbindung zwischen dem Rhein und Hannover fertiggestellt.

13.12.1915, Montag

Im Deutschen Reich treten Höchstpreise für Gemüse und für Speisefisch in Kraft.

14.12.1915, Dienstag

Der österreichisch-ungarische Außenminister Stephan Freiherr Burián von Rajecz fordert die US-amerikanische Regierung auf, die Vorwürfe zu präzisieren, die sie im Zusammenhang mit der Versenkung des italienischen Dampfers “Ancona” durch ein österreichisch-ungarisches U-Boot erhoben hat.

Die deutschen Vorwürfe, die Besatzung des britischen Hilfskreuzers “Baralong” habe am 19. August die Mannschaft eines deutschen U-Bootes ermordet, werden von der britischen Regierung u.a. mit dem Hinweis auf die Grausamkeiten der deutschen Seekriegführung zurückgewiesen.

Auf Schloss Schönbrunn wird eine Schallplattenaufnahme mit der Stimme des österreichisch-ungarischen Kaisers Franz Joseph I. eingespielt und in größerer Stückzahl produziert. Die vom österreichischen Militär-Witwen- und Waisenhilfsfonds angeregte Aufnahme soll Anfang 1916 in den Handel kommen.

15.12.1915, Mittwoch

Der Berliner Polizeipräsident ordnet an, dass am Heiligabend und zu Silvester der Verkauf von Fleisch nicht wie an anderen Freitagen untersagt ist.

In Großbritannien endet die von Edward Earl of Derby geleitete Rekrutierungskampagne für die Armee.

Sir Douglas Haig löst Generalfeldmarschall John French als Oberbefehlshaber der britischen Truppen in Frankreich und Flandern ab.

Die mexikanische Regierung von General Venustiano Carranza wird von den Regierungen Großbritanniens, Frankreichs, Russlands, Italiens und Belgiens anerkannt.

16.12.1915, Donnerstag

Der Bundesrat erlässt Vorschriften über die Herstellung von Kuchen, Süßigkeiten und Schokolade, die zur Einsparung von Eiern, Fett, Zucker, Milch und Sahne beitragen sollen.

Das erste Rentierfleisch aus Schweden wird ins Deutsche Reich geliefert. Insgesamt ist in Schweden die Schlachtung von 100 000 Rentieren für den deutschen Markt geplant.

Die Schweizer Bundesversammlung wählt Camille Decoppet zum Bundespräsidenten für 1916.

17.12.1915, Freitag

In der östlichen Ostsee wird der kleine Kreuzer “Bremen” der deutschen Marine von einem Unterseeboot versenkt.

Etwa 2500 spanische Intellektuelle veröffentlichen eine Erklärung, in der sie ihre Bewunderung und Sympathie für das deutsche Volk zum Ausdruck bringen.

18.12.1915, Samstag

Die schwedische Regierung weist ihre Postdirektion an, alle aus Großbritannien stammenden Postsendungen nicht weiterzutransportieren. Diese Maßnahme ist eine Reaktion auf die Zurückhaltung von für Schweden bestimmten Paketen aus den USA in Großbritannien.

In Berlin wird die Gründung der “Genossenschaft zur Verwertung musikalischer Aufführungsrechte” (GEMA) bekanntgegeben. Die GEMA soll im Auftrag der Komponisten und Texter die Tantiemen für die Aufführung von deren Musikstücken einziehen.

19.12.1915, Sonntag

Eine vom Autofabrikanten Henry Ford geleitete US-amerikanische Delegation trifft zu ihrer geplanten Friedensmission in der norwegischen Hauptstadt Christiania (heute: Oslo) ein.

Im Deutschen Reich wird es verboten, für den Versand alkoholischer Getränke ins Feld zu werben oder entsprechende Produkte mit Hinweisen wie “fürs Feld” oder “für unsere Feldtruppen” anzupreisen.

Bei den griechischen Parlamentswahlen, an der sich nur ein Drittel der Wahlberechtigten beteiligten, erhalten die Anhänger des früheren Regierungschefs Dimitrios Gunaris die Mehrheit. Der im Oktober als Ministerpräsident zurückgetretene Eleftherios Weniselos hatte seine Anhänger zur Stimmenthaltung aufgerufen.

Die Alliierten geben ihren Versuch, die Dardanellen zu besetzen, auf. In der Bucht von Anaforta beginnt die Einschiffung der Nordgruppe der britischen und französischen Landungstruppen.

20.12.1915, Montag

Der sozialdemokratische Parteivorsitzende Hugo Haase legt sein Amt als Vorsitzender der SPD-Reichstagsfraktion nieder, da er im Gegensatz zur Fraktionsmehrheit die Bewilligung des neuen Kriegskredits ablehnt.

Der britische Munitionsminister David Lloyd George zieht vor dem Unterhaus eine Bilanz der Arbeit seines Ministeriums. Seit dessen Gründung im Mai habe sich u.a. die Produktion von Maschinengewehren verfünffacht, die Zahl der produzierten Handgranaten sei um das Vierzigfache gestiegen.

21.12.1915, Dienstag

Im Reichstag stimmen außer Karl Liebknecht und Otto Rühle erstmals 18 weitere SPD-Abgeordnete gegen den neuen Kriegskredit. Außerdem beteiligen sich 22 Sozialdemokraten nicht an der Abstimmung.

Der König von Montenegro, Nikolaus I., richtet ein Friedensgesuch an den österreichisch-ungarischen Kaiser Franz Joseph I.

Bei der Berliner Straßenbahn werden erstmals auch Frauen als Fahrerinnen eingesetzt.

Nach Angaben der Deutschen Zentrale für Jugendfürsorge hat die Jugendkriminalität im Deutschen Reich seit Ausbruch des Krieges deutlich zugenommen.

Kaiserin Auguste Viktoria fordert dazu auf, zu Weihnachten und Neujahr von Beglückwünschungen des Kaisers und seiner Familie abzusehen, da angesichts des Krieges die Festtage still und ernst begangen werden sollten.

22.12.1915, Mittwoch

Bei einer Explosion in einer Munitionsfabrik bei Münster kommen etwa 300 Arbeiter ums Leben.

Die Regierung des Osmanischen Reiches weist Eingaben der deutschen Botschaft vom Juli und August über die Massaker an der armenischen Bevölkerung als Einmischung in die inneren Angelegenheiten zurück. Alle gegen die Armenier getroffenen Maßnahmen seien durch “militärische Gründe diktiert” gewesen.

Der deutsche Bundesrat beschließt, Zehnpfennigstücke aus Eisen prägen zu lassen. Eiserne Fünfpfennigstücke werden bereits seit Oktober ausgegeben.

23.12.1915, Donnerstag

Der Verein Deutscher Zeitungsverleger kritisiert die Monopolstellung des Wolffschen Telegraphen-Bureaus. Anlass der Kritik sind mehrere Fälle, in denen Zeitungen nach Auseinandersetzungen mit der Nachrichtenagentur von dieser zeitweise nicht beliefert worden sind.

Die deutschen, österreichischen und ungarischen Getreidezentralen vereinbaren mit Rumänien die Lieferung von Lebensmitteln, die vor längerer Zeit gekauft wurden, aber nach Öffnung der Verkehrsverbindung zum Balkan erst jetzt geliefert werden können. Außerdem wird der Ankauf weiterer 500 000 t Getreide und Hülsenfrüchte vereinbart.

Der im Juli gewählte neue chilenische Staatspräsident Juan Luis Sanfuentes Andonaegui tritt sein Amt an.

Bei den Wahlen in Luxemburg schrumpft die Mehrheit der verbündeten Liberalen, Sozialisten und Unabhängigen von zwölf auf zwei Sitze. Die Rechtspartei gewinnt fünf Mandate hinzu.

Die britischen Truppen an der Front in Frankreich und Flandern werden davor gewarnt, sich durch das Weihnachtsfest zu Verbrüderungen mit feindlichen Soldaten in den Schützengräben verleiten zu lassen.

In der Berliner Innenstadt kann ein Schlachtfeld besichtigt werden. Auf dem Gelände der Ausstellungshallen am Zoo sind vom Garde-Pionier-Bataillon Schützengräben und Unterkünfte nachgebaut worden, um der Bevölkerung einen Einblick in den Alltag der Frontsoldaten zu vermitteln.

24.12.1915, Freitag

Auf die erste französische Kriegsanleihe sind nach Angaben des Finanzministeriums 14,5 Mrd. Franc (11,6 Mrd. Mark) gezeichnet worden.

Der US-amerikanische Industrielle Henry Ford bricht seine Friedensmission in Europa ab und kehrt in die USA zurück.

Auf den Bahnhöfen des Deutschen Reiches finden Weihnachtsfeiern für durchreisende Militärangehörige statt.

25.12.1915, Samstag

Papst Benedikt XV. beklagt in seiner Weihnachtsansprache die anhaltende “Menschenschlächterei” und bezeichnet den Weltkrieg als die “größte Erschütterung der Weltgeschichte”.

In Paris beginnt der bis zum 28. Dezember dauernde Parteitag der französischen Sozialdemokraten. Eine Wiederbelebung der sozialistischen Internationale wird davon abhängig gemacht, dass die deutschen Sozialdemokraten ihre Unterstützung für die deutsche Kriegführung aufgeben.

26.12.1915, Sonntag

Der aus seinem besetzten Land geflüchtete serbische König Peter I. trifft in Italien ein.

Wegen der Proklamation von Präsident Yüan Shih-k’ai zum Kaiser erklärt der Militärgouverneur von Yünnan die Unabhängigkeit der südchinesischen Provinz.

27.12.1915, Montag

In Sofia wird das bulgarische Parlament mit einer Thronrede von König Ferdinand I. eröffnet. Am 28. Dezember bewilligt die Sobranje (Nationalversammlung) gegen die Stimmen der Sozialisten den von der Regierung beantragten Kriegskredit.

28.12.1915, Dienstag

In der “Neuen Zürcher Zeitung” erscheint unter der Überschrift “Friedensgedanken” ein Artikel, in dem behauptet wird, das Deutsche Reich sei bereit, auf Annexionen zu verzichten und sofort Friedensverhandlungen aufzunehmen. Die Gerüchte, die für großes Aufsehen in der Bevölkerung sorgen, werden am folgenden Tag von amtlichen deutschen Stellen dementiert.

Die britische Regierung beschließt, ein Gesetz über die Einführung der Wehrpflicht vorzulegen.

In den Münchner Kammerspielen wird das Schauspiel “Advent” des schwedischen Dramatikers August Strindberg uraufgeführt.

Ein Zug mit Militärurlaubern entgleist auf dem Bahnhof Bentschen (westlich von Posen). Dabei kommen 18 Personen ums Leben.

29.12.1915, Mittwoch

Die österreichisch-ungarische Regierung bietet den USA Schadenersatz für die bei der Versenkung des italienischen Schiffes “Ancona” erlittenen amerikanischen Verluste an, beharrt jedoch darauf, dass die Versenkung rechtmäßig gewesen sei.

30.12.1915, Donnerstag

Die Konsuln des Deutschen Reiches, Österreich-Ungarns und Bulgariens in Saloniki werden von den dort gelandeten Truppen der Alliierten verhaftet.

Durch eine Explosion an Bord des Schiffes wird im Hafen von Le Havre der britische Panzerkreuzer “Natal” zerstört. 320 Mann der 700köpfigen Besatzung kommen ums Leben.

31.12.1915, Freitag

In einem Erlass an die deutschen Truppen zum Jahreswechsel bekundet Kaiser Wilhelm II. Siegeszuversicht und appelliert an den Durchhaltewillen der Truppen.

Chroniknet