Was geschah im Dezember 1922

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Wetterstationen Dezember 1922

1.12.1922, Freitag

Der preußische Landtag lehnt den Antrag der Deutschnationalen auf Wiederzulassung des Jungdeutschen Ordens mit 185 gegen 97 Stimmen ab.

Der parteilose Hans Luther, bisher Oberbürgermeister von Essen, wird zum neuen Ernährungsminister des Deutschen Reiches ernannt.

In der US-amerikanischen Stadt Chicago beginnt “King” Olivers Jazz-Band eine Konzertreihe, an der erstmals der aus New Orleans kommende Louis Daniel Armstrong, genannt “Satchmo”, als zweiter Trompeter teilnimmt.

Den Einspruch des österreichischen Bundesrates gegen die Unterzeichnung des Genfer Protokolls lehnt der österreichische Nationalrat ab, so dass die Annahme der Völkerbundanleihe gesichert ist.

2.12.1922, Samstag

Der griechische Prinz Andreas, Bruder des emigrierten Konstantin I., König von Griechenland, wird wegen Versagens während des griechisch-türkischen Krieges degradiert und verbannt.

Vor dem Berliner Kriminalgericht beginnt ein Prozess gegen den Hochstapler und Kreditgeber Max Klante, der als der Prototyp des kleineren Inflationsgewinners gilt.

Die Sportkommission des Vereins Deutscher Motorfahrzeugindustrieller veröffentlicht einen Entwurf für Auto- und Motorradrennen, worin u.a. festgelegt wird, welche Rennen ausschließlich sportlichen bzw. Reklamezwecken dienen sollen. Anlass für den Entwurf ist die Tatsache, dass die Rennen mittlerweile in der Hauptsache der Werbung für die Herstellerfirmen dienen und der sportliche Aspekt von den Veranstaltern häufig dabei vernachlässigt wird.

3.12.1922, Sonntag

In der Schweiz wird ein von den Sozialdemokraten initiiertes Volksbegehren auf Erhebung einer einmaligen Vermögensabgabe verworfen. Der Erlös sollte der Finanzierung einer Invaliden- und Sozialversicherung dienen.

Den Ertrag aus einer Weihnachtssammlung der “New Yorker Staatszeitung” für die Linderung der Not in Deutschland – insgesamt 12 000 US-Dollar (z. Z. etwa 84 Mio. Mark) – überreicht der Berliner Korrespondent der Zeitung dem Reichspräsidenten.

Großen Erfolg vor ungewohntem Publikum ernten die Schauspieler des Berliner Schiller-Theaters für ihre Aufführung von Friedrich von Schillers “Kabale und Liebe” vor Arbeitern im großen Saal der Bötzow-Brauerei im Nordosten der Stadt.

4.12.1922, Montag

Die ungarische Regierung legt dem Parlament in Budapest einen Gesetzentwurf zum Schutz des Staates vor. Der Entwurf enthält u.a. die Meldepflicht und das Recht des Staates, Personen, deren Verhalten für die innere Ordnung bedenklich scheint, in einem Arbeitshaus unterzubringen.

In Rom beschließen der Vertreter der sowjetrussischen Regierung, Leonid Krassin, und Italiens Ministerpräsident Benito Mussolini ein vorläufiges Abkommen über gegenseitige Wirtschaftsvertretungen.

Etwa 130 Delegierte aus 42 Ländern treffen in Moskau zum III. Kongress der Kommunistischen Jugendinternationale (KJI) zusammen (bis 16.12.).

Das Uraufführungstheater am Berliner Kurfürstendamm zeigt erstmals in Deutschland einen Film über “Das neue jüdische Palästina”. Den Erlös der Veranstaltung erhält der jüdische Nationalfonds, der für jüdische Einwanderer in Palästina Land kauft.

5.12.1922, Dienstag

Nach einer lebhaften Diskussion über die Schuld von Ministern der gegenwärtigen Regierung an der Niederlage in Marokko von 1921 tritt das spanische Kabinett unter José Sánchez Guerra zurück. Manuel Garcia-Prieto übernimmt die Regierungsbildung.

In Berlin wird das Kaiser-Wilhelm-Institut für Faserstoffchemie feierlich eröffnet.

Die japanische Regierung sagt zu, dass sie die seit dem Weltkrieg unter ihrer Verwaltung stehende Shantungbahn ab 1. Januar wieder an China zurückgeben werde.

In einem Schreiben an die Orientkonferenz in Lausanne protestiert Papst Pius XI. gegen die Gefährdung der Christen in Konstantinopel.

6.12.1922, Mittwoch

Der Staatsgerichtshof in Leipzig verurteilt die Scheidemann-Attentäter zu zehn Jahren Zuchthaus.

König Georg V. von Großbritannien proklamiert formell den irischen Freistaat.

In Washington beginnt eine Abrüstungskonferenz der Mittelamerika-Staaten, die sich jedoch über mehrere Monate hinzieht, ohne zunächst konkrete Ergebnisse zu erzielen.

Auf dem beginnenden Kongress der internationalen Frauenliga für Frieden und Freiheit (bis 9.12.) verurteilen die Teilnehmerinnen in scharfer Form den Friedensvertrag von Versailles. Unter ihnen befinden sich auch französische Delegierte.

7.12.1922, Donnerstag

Aus Marokko wird bekannt, dass sich der Rebellenführer Caid Raysuli den spanischen Truppen unterworfen hat und nun an deren Seite gegen die Rifkabylen kämpfen soll.

8.12.1922, Freitag

In einer Botschaft an den US-amerikanischen Kongress betont US-Präsident Warren G. Harding die Eigenverantwortlichkeit und Selbständigkeit der europäischen Nationen.

Nach den heftigen Schneefällen der vergangenen Nacht in Norddeutschland sind etwa 35 000 Beschäftigte der Post unterwegs, um Störungen im Telefonverkehr zu beseitigen.

Der Moskauer Sender “Komintern” strahlt erstmals folgende auf Grammophonplatten aufgenommene Reden Wladimir I. Lenins aus: “Was heißt Sowjetmacht?”, “Über Arbeitsdisziplin” und “Aufruf an die Rote Armee”.

Die Stadtverwaltung von New York plant den Bau weiterer Wasserkraftwerke an den Niagara-Fällen und einer etwa 500 km langen Hochspannungsfernleitung, um die Energie in die Mehrmillionenstadt transportieren zu können. Das z. Z. im Bau befindliche Dampfkraftwerk in Brooklyn, das eine Leistung von 400 000 kW erbringen soll, kann den steigenden Bedarf der US-Metropole nicht decken.

9.12.1922, Samstag

Die Teilnehmer der Zweiten Londoner Konferenz (bis 11.12.) lehnen den Antrag der deutschen Regierung auf Bewilligung eines internationalen Bankkredits ab. Zwar widersetzen sich die USA und Großbritannien der französischen Rheinpolitik, doch kann kein für das Deutsche Reich günstiges Ergebnis erzielt werden.

Nachdem der bisherige polnische Staatspräsident Jósef Pilsudski auf seine Wiederwahl verzichtet hat, wird in Warschau nach vier vergeblichen Wahlgängen Gabriel Narutowicz in das Amt gewählt.

Nach zwölfstündigen Verhandlungen einigen sich die Vertreter der Berliner Bühnenschauspieler und der Vertreter des Deutschen Bühnenvereins über die Höhe der Mindestgage. Die Streikleitung beschließt anschließend das Ende des seit Mitte November andauernden Streiks der Berliner Bühnenschauspieler zum 10. Dezember.

Der Firmling”, ein Bühnenstück von Karl Valentin, wird mit dem Autor und Liesl Karlstadt in den Hauptrollen im Münchner Germaniabrettl uraufgeführt.

10.12.1922, Sonntag

In der britischen Zeitschrift “The Nation and The Athenaeum” veröffentlicht Adolf von Harnack, Präsident der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft in Berlin, einen Aufsatz über die Not der deutschen Wissenschaften.

Im Nobelinstitut von Christiania (Oslo) erhält Fridtjof Nansen den Friedenspreis. Zur gleichen Zeit werden in Stockholm in Anwesenheit des schwedischen Königs die Nobelpreise für Chemie, Physik, Literatur und Medizin überreicht. u.a. gehört Albert Einstein zu den Ausgezeichneten.

In Bukarest und anderen rumänischen Universitäten kommt es zu Krawallen unter den Studenten, die sich gegen Juden richten.

Unter der Schirmherrschaft des Internationalen Gewerkschaftsbundes beginnt in Den Haag ein Internationaler Friedenskongress (bis 15.12.).

Die Mitglieder der Exekutiven der Londoner Internationale und der Internationalen Arbeitsgemeinschaft Sozialistischer Parteien (II. Internationale und Internationale Zweieinhalb) beschließen auf einem Treffen in Den Haag die Vereinigung beider Organisationen. Ein Aktionskomitee wird beauftragt, den Gründungskongress der Sozialistischen Arbeiter-Internationale im Mai des kommenden Jahres vorzubereiten.

11.12.1922, Montag

Der Chefdirigent des Orchesters der Mailänder Scala, Arturo Toscanini, reicht seine Demission ein. Ursache seines Rücktritts ist eine Auseinandersetzung des Musikers mit faschistischem Publikum während eines Konzerts.

Richard Fleischer, Herausgeber der “Deutschen Revue”, gibt bekannt, dass das Erscheinen dieser seit 47 Jahren bei der Deutschen Verlags-Anstalt in Stuttgart verlegten Politik- und Literaturzeitschrift aus wirtschaftlichen Gründen eingestellt wird.

12.12.1922, Dienstag

Vor französischen Journalisten erklärt der französische Ministerpräsident Raymond Poincaré, dass Frankreich keinesfalls vor dem 15. Januar etwas gegen Deutschland unternehmen werde. Jeder von der deutschen Regierung bis dahin eingehende Vorschlag für die Zahlung von Reparationen würde von den Alliierten sorgfältig geprüft.

13.12.1922, Mittwoch

In Moskau endet die am 3. Dezember begonnene Abrüstungskonferenz zwischen Sowjetrussland und seinen Randstaaten. Die sowjetische Regierung erklärt sich zur Demobilisation von 60 000 Soldaten in eineinhalb Jahren bereit, wenn die übrigen Länder dasselbe täten.

14.12.1922, Donnerstag

Die Aufführung des Stückes “Königin Christine” von August Strindberg im Berliner Lessing-Theater wird ein triumphaler Erfolg für die Hauptdarstellerin Elisabeth Bergner.

Das Schwurgericht am Leipziger Staatsgerichtshof spricht die Urteile gegen die beiden Männer, die den Publizisten Maximilian Harden am 3. Juli überfallen hatten. Die beiden Angeklagten werden wegen schwerer Körperverletzung zu zwei Jahren und neun Monaten bzw. vier Jahren und neun Monaten Gefängnis verurteilt.

15.12.1922, Freitag

Auf einer Tagung der deutschen Ärzteschaft in Berlin verabschieden die Teilnehmer eine Resolution, in der sie auf die negativen Auswirkungen der gegenwärtigen Not unter der Bevölkerung auf den physischen und psychischen Zustand der ganzen Nation hinweisen.

Das tschechoslowakische Abgeordnetenhaus genehmigt eine Regierungsvorlage über den Abbau von Staatsbeamtengehältern.

16.12.1922, Samstag

Der deutsche Reichstag beschließt die Einführung der Zwangsanleihe für Besserverdienende. Personen mit einem Einkommen ab 30 000 Mark jährlich und Besitzer von Vermögen über 250 000 Mark werden durchschnittlich mit 5% belastet.

In Warschau wird der polnische Staatspräsident Gabriel Narutowicz von einem Nationalisten erschossen. Da bei seinem Amtsantritt die Regierung zurückgetreten war, übernimmt Wladyslaw Eugeniusz Sikorski die Führung, Jósef Pilsudski wird Generalstabschef. Zwei Tage darauf wird über Warschau der Belagerungszustand verhängt.

Mitglieder des rechtsradikalen Flügels der Deutschnationalen Volkspartei (DNVP) gründen die rechtsradikale Deutschvölkische Freiheitspartei.

17.12.1922, Sonntag

In München veranstalten die nationalsozialistischen Sturmtruppen einen Generalappell, auf dem Adolf Hitler einer der Hauptredner ist.

Bei der Deutschen Verlagsgesellschaft erscheint eine neue historisch-politische Zweimonatsschrift mit dem Titel “Archiv für Politik und Geschichte”.

Ohne jede Feierlichkeiten verkehrt auf der Strecke Fürth- Nürnberg der letzte Zug der Ludwigsbahn. Hier fuhr am 7. Dezember 1835 die erste deutsche Eisenbahn.

18.12.1922, Montag

Die Direktion der US-amerikanischen Morganbank lehnt eine Anleihe für das Deutsche Reich ab, da aufgrund der gegenwärtigen deutschen Wirtschaftspolitik keine Sicherheiten vorhanden seien.

19.12.1922, Dienstag

Während einer Sitzung des thüringischen Landtages in Weimar kommt es zu Ausschreitungen aufgrund des Antrages von Sozialdemokraten und Kommunisten auf Erhöhung der Erwerbslosenunterstützung.

Reichskanzler Wilhelm Cuno (parteilos) empfängt den Berliner Oberbürgermeister Gustav Böß zu einem längeren Gespräch über die Notlage der armen Bevölkerung in der Stadt. Böß erhofft sich vom Reich durchgreifende Maßnahmen und Hilfen für Berlin.

20.12.1922, Mittwoch

Mit großem Erfolg führt das Berliner Deutsche Theater das im September in München uraufgeführte Drama “Trommeln in der Nacht” von Bertolt Brecht auf.

Auf der Fahrt von Mürwick nach Kiel verunglückt die “Antrax”, ein Hilfsschiff der deutschen Kriegsmarine, im dichten Nebel. Zwei Unteroffiziere und zehn Mannschaftsmitglieder finden dabei den Tod.

Im Pariser Téâtre de l’Atelier wird “Antigone” von Jean Cocteau uraufgeführt.

Das polnische Parlament wählt den Kandidaten der Linken, Stanislaw Wojciechowski, zum neuen Staatspräsidenten Polens.

21.12.1922, Donnerstag

Vor dem französischen Senat in Paris fordert Frankreichs Ministerpräsident Raymond Poincaré eine effektive Kontrolle über das Deutsche Reich, da es alle Reparationszahlungen hinauszögere.

Italiens Ministerpräsident Benito Mussolini und sein enger Vertrauter, der Dichter Gabriele D’Annunzio, einigen sich über die Auflösung der überall in Italien existierenden Vereine der Legionäre D’Annunzios. Diese Vereine gründeten sich nach der Besetzung Fiumes (Rijeka) durch D’Annunzios Freischärler im Jahr 1919.

Die Goldwäscherei an der Eder soll in Kürze wieder aufgenommen werden, da Fachleute in Eisenberg bei Korbach, einer Kleinstadt in Waldeck, Goldfunde bestätigten.

Die US-amerikanische Wohlfahrtsorganisation für deutsche Kinder in Chicago veranstaltet für etwa 100 Berliner Kinder in den Räumen des Cäcilienhauses des Deutschen Roten Kreuzes eine Weihnachtsfeier.

In In-Salah (Algerien) endet die erste Etappe einer französischen Automobilexpedition, bei der erstmals Raupenfahrzeuge die Wüste Sahara durchqueren.

22.12.1922, Freitag

Das belgische Parlament bestimmt mit 89 gegen 85 Stimmen, dass an der Universität Gent künftig die Vorlesungen in flämischer Sprache gehalten werden.

Die Notgemeinschaft Deutscher Wissenschaft wendet sich an den Reichstag mit der Bitte um Bereitstellung von mehr finanziellen Mitteln, um Schaden für die deutsche Wissenschaft und Forschung vermeiden zu können.

23.12.1922, Samstag

Die Regierung des irischen Freistaates beschließt eine Amnestie der politischen Gefangenen gegen das Versprechen, künftig auf Gewalt gegen den Staat zu verzichten.

24.12.1922, Sonntag

In einer von den deutschen Zeitungen veröffentlichten Weihnachtsbotschaft stellt Reichskanzler Wilhelm Cuno (parteilos) fest, dass die Welt vom Frieden, an den dieses Fest gemahnt, noch weit entfernt ist.

Die in Berlin erscheinende “Vossische Zeitung” veröffentlicht eine Stellungnahme des Reichskunstwarts zu den neu herausgegebenen Geldscheinen. Mangelnde künstlerische Gestaltung führt er auf ein “Durcheinander” bei der Reichsbank und Reichsdruckerei zurück.

Bei einem Zugunglück in der Nähe des Hauptbahnhofes Köln kommen zwei Menschen ums Leben, 14 Personen werden schwer verletzt.

25.12.1922, Montag

Vertreter anarchosyndikalistischer Organisationen aus 13 Ländern gründen auf ihrem Kongress in Berlin (bis 2.1.1923) die Internationale Arbeiter-Assoziation (Berliner Internationale). Ihr Ziel ist die Errichtung einer Ordnung “sich selbst verwaltender Produzenten”.

Das spanische Kabinett beschließt die vorläufige Einstellung der Kämpfe in Marokko gegen die aufständischen Rifkabylen.

In Moskau beginnt der X. Allrussische Rätekongress. Er endet am 31. Dezember.

26.12.1922, Dienstag

Die Reparationskommission stellt die “vorsätzliche Nichterfüllung” der deutschen Lieferungsverpflichtungen fest.

27.12.1922, Mittwoch

Große Schäden verursachen starke Stürme über dem Atlantik und an der englischen Küste. Vor der Waliser Küste sinkt die “Maid of Delos” mit 28 Mann Besatzung.

Die italienische Regierung erlässt ein Dekret, das den Zusammenschluss von faschistischer Miliz und staatlicher Wehrmacht anordnet, außerdem wird die Dienstpflicht von acht bzw. zwölf Monaten auf 18 Monate erhöht.

28.12.1922, Donnerstag

In Köln werden mehrere Mitglieder der Rheinisch-Republikanischen Volkspartei, Anhänger der rheinischen Separatistenbewegung von Joseph Smeets, verhaftet. Sie hatten für die Einführung eigenen rheinischen Geldes Propaganda gemacht.

In Rom kündigt Italiens Ministerpräsident Benito Mussolini eine grundlegende Änderung des Schulwesens an. Der religiöse Unterricht soll künftig Grundlage an den öffentlichen Bildungseinrichtungen sein.

In Wien werden die Tänzerin Anita Berber und ihr Partner Sebastian Droste verhaftet. Ursache dafür ist eine Auseinandersetzung zwischen zwei Theatern der Stadt, von denen sich die beiden Künstler gleichzeitig engagieren ließen.

29.12.1922, Freitag

Die Stadtverwaltung von New York ordnet konsequente Sparmaßnahmen für den Kohleverbrauch an. Infolge starker Schneestürme sind die Verkehrswege unterbrochen, so dass die Stadt nur noch Kohlevorräte für zwei Tage besitzt.

30.12.1922, Samstag

Die Fraktionen von Liberaler Volkspartei, Sozialdemokratischer und Demokratischer Partei sowie des Zentrums im saarländischen Landtag richten eine Denkschrift an den Völkerbund, worin sie gegen die Anwesenheit französischer Truppen im Saarland protestieren.

In Moskau wird die Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken (UdSSR) gegründet. Der I. Sowjetkongress der UdSSR bestätigt die Deklaration und den Vertrag über die Bildung der UdSSR, die verfassungsmäßige Grundlagen des einheitlichen multinationalen Bundesstaates darstellen.

31.12.1922, Sonntag

Die Berliner “Vossische Zeitung” veröffentlicht anlässlich des bevorstehenden Jahreswechsels Berichte von elf Auslandskorrespondenten, die einen Überblick über die politische Lage in den Ländern vermitteln.

Eine aus dem Nordpolarmeer zurückgekehrte russische Expedition berichtet von den Erfolgen ihres dreijährigen Unternehmens in Petrograd (Leningrad). u.a. entdeckten sie auf der Halbinsel Kola umfangreiche Erz- und Mineralvorkommen.

Der deutsche Einzelhandel beschließt, am 2. Januar mit Inventurausverkäufen zu beginnen. Die anfänglichen Bedenken einer Mehrheit der Einzelhändler gegen die Durchführung wurden infolge des äußerst schlechten Weihnachtsgeschäftes rasch zerschlagen.

Die Berliner Kriminalpolizei veröffentlicht einen Überblick über die Verbrechensentwicklung in den vergangenen zwölf Monaten.