Was geschah im Dezember 1928

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Wetterstationen Dezember 1928

1.12.1928, Samstag

Das sogenannte Eisenbahnland Baden beantragt beim Staatsgerichtshof in Leipzig eine einstweilige Verfügung gegen die einseitige Besetzung der vakanten Posten in der Reichsbahngesellschaft durch die Reichsregierung.

Der zehnte Jahrestag der Gründung des Königreichs der Serben, Kroaten und Slowenen (heute Jugoslawien) ist in Agram (heute Zagreb) von Zusammenstößen zwischen serbischen und kroatischen Studenten begleitet.

Neuer Präsident von Mexiko wird Emilio Portes Gil.

Ein Wiener Schöffengericht spricht den Architekten Adolf Loos von der Anklage der Verführung zur Unzucht und versuchter Schändung frei, verurteilt ihn jedoch zu einer Arreststrafe von vier Monaten auf Bewährung, weil er die ihm als Zeichenmodelle anvertrauten Kinder “zu unzüchtigen Stellungen verleitet” habe.

Die Oper “Die schwarze Orchidee” von Eugen d’Albert wird an der Leipziger Oper uraufgeführt.

Die Bayerische Volkspartei, die Schwesterpartei des Zentrums, feiert ihr zehnjähriges Bestehen. Auf einem Parteitag in München (bis 2.12.) sprechen sich die Delegierten für die Wahrung des föderativen Systems und gegen einen Einheitsstaat aus.

2.12.1928, Sonntag

Eine “Arbeitsfriedenskonferenz” in Stockholm setzt eine Delegation ein, die Vorschläge für eine Stärkung des Zusammengehörigkeitsgefühls zwischen den schwedischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern ausarbeiten soll.

Wegen eines Bummelstreiks der Postbeamten lagern 700 000 Postsendungen auf dem Wiener Hauptpostamt. Der Streik wird nach der Gewährung einer Prämienerhöhung für Postangestellte am 7. Dezember abgebrochen.

In Berlin wird das Schauspiel “Revolte im Erziehungshaus” von Peter Martin Lampel uraufgeführt.

3.12.1928, Montag

Nach wochenlangen Verhandlungen wird in Lettland eine neue Regierung – eine Koalition der bürgerlichen Parteien – gebildet. Ministerpräsident wird als Nachfolger des am 21. November zurückgetretenen Peter Jurasevski Hugo Celmins.

Der Bergfilm “Der Kampf ums Matterhorn” des Regisseurs Arnold Fanck mit Luis Trenker wird im Berliner Ufa-Palast am Zoo uraufgeführt.

Einem Erdbeben im südlichen Landesteil von Chile fallen 180 Menschen zum Opfer, über 500 werden verletzt.

Die Opelwerke in Rüsselsheim werden mit einem Kapital von 60 Millionen Reichsmark in eine Aktiengesellschaft umgewandelt.

Dem mit der Sonderschlichtung im Ruhreisenstreit beauftragten Reichsinnenminister Carl Severing (SPD) gelingt es, die Arbeitgeber der nordwestdeutschen Schwerindustrie zur Aufgabe der Aussperrung zu bewegen.

Aus Afghanistan werden schwere Unruhen gemeldet, die von islamisch-fundamentalistischen Kreisen ausgehen und sich gegen die Europäisierungsanstrengungen von König Aman Ullah richten.

Der NSDAP-Vorsitzende Adolf Hitler veröffentlicht einen “Parteibefehl”, der Parteimitgliedern die Betätigung in nichtnationalsozialistischen Wehrverbänden wie z. B. dem Stahlhelm verbietet.

4.12.1928, Dienstag

Wegen einer schweren Erkrankung des britischen Königs Georg V. wird in London eine Kronkommission eingesetzt, die seine öffentlichen Aufgaben erfüllen soll.

Reichsernährungsminister Hermann Robert Dietrich (DDP) spricht sich in einer Reichstagsdebatte über die Agrarkrise gegen das Subventionssystem in der Landwirtschaft aus.

In Hamburg beginnt der Prozess von über 100 durch die Giftgaskatastrophe vom 20. Mai geschädigten Personen gegen die Stadt. Die Geschädigten werfen den Behörden vor, ihre Aufsichtspflicht verletzt zu haben. Die Stadt Hamburg vertritt dagegen den Standpunkt, es habe sich bei der Explosion um ein “Elementarereignis” gehandelt.

Die französische Zeitungsverlegerin Marthe Hanau wird in Paris verhaftet. Ihr werden betrügerische Börsengeschäfte vorgeworfen.

5.12.1928, Mittwoch

Der Dirigent Wilhelm Furtwängler lehnt ein Angebot der Wiener Staatsoper ab und bleibt in Berlin.

Die Berliner Ärztekammer spricht sich für ein Gesetz aus, das die “Sterilisierung fortpflanzungsunwürdiger Menschen” regeln soll.

Im dritten Wahlgang wählt der Nationalrat, das österreichische Parlament, den christlichsozialen Politiker Wilhelm Miklas zum neuen Bundespräsidenten. Er folgt Michael Hainisch nach.

Preußen und Hamburg gründen eine Hafengemeinschaft, ohne dass in der Frage des Gebietsaustausches Fortschritte erzielt worden sind.

6.12.1928, Donnerstag

120 schleswig-holsteinische Amts- und Gemeindevorsteher verurteilen auf einer Zusammenkunft in Itzehoe aufs schärfste die Übergriffe von Landwirten, die zur Zahlung ihrer Steuern nicht bereit oder in der Lage sind, auf Steuerbeamte.

7.12.1928, Freitag

In Reval wird ein deutsch-estländischer Handelsvertrag unterzeichnet.

Der Lügner und die Nonne”, ein Schauspiel von Curt Goetz, gelangt an den Hamburger Kammerspielen zur Uraufführung.

8.12.1928, Samstag

Regierungstruppen gehen mit Gewalt gegen streikende Arbeiter in den Bananenplantagen von Kolumbien vor. 15 Streikende werden von Regierungssoldaten erschossen.

9.12.1928, Sonntag

Der Prälat Ludwig Kaas wird als Nachfolger von Wilhelm Marx zum neuen Vorsitzenden des Zentrums gewählt. Die Partei vollzieht damit einen Rechtsschwenk.

Am Vorabend der Eröffnung der Sitzung des Völkerbundsrats in Lugano finden die ersten Gespräche über die Neuregelung der Reparationszahlungen statt.

Zwei Volksentscheide in der Freien Stadt Danzig über die vollständige Parlamentarisierung des Regierungssystems (von den Linksparteien initiiert) und über die Verkleinerung von Senat und Parlament (von den bürgerlichen und Rechtsparteien getragen) erreichen nicht die erforderliche Stimmenzahl.

10.12.1928, Montag

In einer Ersatzwahl für das Stadtparlament von Antwerpen wird der flämische Separatistenführer August Broms gewählt, der zur Zeit noch in einem Gefängnis in Löwen einsitzt. Mit einer baldigen Amnestie ist zu rechnen.

Die Oper “Der singende Teufel” des Komponisten Franz Schreker wird in der Berliner Staatsoper Unter den Linden uraufgeführt.

Wegen Gotteslästerung werden der Maler George Grosz und der Verleger Wieland Herzfelde in Berlin zu Geldstrafen von jeweils 2000 Reichsmark verurteilt. Der Spruch bezieht sich u.a. auf die Zeichnung “Christus mit der Gasmaske”.

In Stockholm werden die Nobelpreise verliehen. Einziger deutscher Preisträger ist der Chemiker Adolf Windaus. Da der Friedensnobelpreis 1928 nicht verliehen wird, finden keine Feierlichkeiten in Oslo statt.

Die am 26. August zusammengetretene verfassunggebende Versammlung verabschiedet endgültig die neue Verfassung von Albanien, mit der König Achmed Bey Zogu diktatorische Vollmachten erhält.

Ein Grenzkonflikt führt zum Abbruch der diplomatischen Beziehungen zwischen Bolivien und Paraguay. Bolivien macht daraufhin mobil, es kommt mehrfach zu militärischen Auseinandersetzungen an der Grenze.

Der Völkerbundsrat, der ausnahmsweise in Lugano tagt, beschäftigt sich mit rumänisch-ungarischen Konflikten und mit der Frage der deutschen Minderheit in Oberschlesien.

11.12.1928, Dienstag

Das fahrplanmäßige Verkehrsflugzeug Berlin- Köln stürzt bei Letzlingen in der Altmark ab. Alle drei Besatzungsmitglieder kommen ums Leben, der einzige Passagier, der Kaufmann Georg Hermann, erleidet schwere Brandwunden.

Der Schweizer Rechtsanwalt Charles Guinaud wird in Neuenburg wegen Unterschlagung verhaftet.

12.12.1928, Mittwoch

Aus den Parlamentswahlen in Rumänien geht die vom neuen Ministerpräsidenten Iuliu Maniu vorgelegte Regierungsliste als überlegene Siegerin hervor.

Zwischen Reichsinnenminister Carl Severing, dem preußischen Ministerpräsidenten Otto Braun und dem preußischen Innenminister Albert Grzesinski (alle SPD) finden Besprechungen über ein mögliches Verbot von KPD und NSDAP und ihren Unterorganisationen statt.

Reichskanzler Hermann Müller (SPD) erklärt in einer politischen Rede vor dem Verein der Berliner Presse, dass die Bedingungen für einen “Anschluss” Österreichs durch den Versailler Friedensvertrag gegeben seien. Das ganze deutsche Volk sei einig in diesem Ziel.

Im Gloria-Palast wird das Filmlustspiel “Das Liebesleben der schönen Helena” uraufgeführt. Unter der Regie von Alexander Corda spielen Maria Corda, Lewis Stone und Ricardo Cortez.

13.12.1928, Donnerstag

Ein Amerikaner in Paris”, eine sinfonische Dichtung von George Gershwin, wird unter Leitung des Komponisten in der New Yorker Carnegie Hall uraufgeführt.

Der Regisseur Max Reinhardt startet mit seiner Truppe erneut zu einer USA-Tournee, die bis zum 20. März 1929 dauern wird.

Berlins Polizeipräsident Karl Zörgiebel erlässt ein unbefristetes Demonstrationsverbot.

Die schweizerische Bundesversammlung wählt den freisinnigen Politiker Robert Haab zum Bundespräsidenten für 1929.

Reichsinnenminister Carl Severing und Reichspostminister Georg Schätzel ermächtigen die Rundfunkgesellschaft Deutsche Welle, Gespräche über aktuelle Tagesfragen auszustrahlen. Um eine “Politisierung des Rundfunks” zu vermeiden, sei bei den Sendungen auf strenge Überparteilichkeit zu achten.

Alfred Gürtler wird vom österreichischen Nationalrat in Wien zu seinem Präsidenten gewählt. Er folgt Wilhelm Miklas, der Bundespräsident geworden ist, nach.

14.12.1928, Freitag

Die Reichsregierung setzt sich über ein schwebendes Gerichtsverfahren, das von den sogenannten Eisenbahnländern angestrengt worden ist, hinweg und besetzt die vakanten Posten der Reichsbahngesellschaft einseitig mit Männern ihres Vertrauens.

Der Reichsrat, die Vertretung der Länder, ersucht die Reichsregierung, für den Luftschiffbau eine Beihilfe von zwei Millionen Reichsmark noch im laufenden Rechnungsjahr zur Verfügung zu stellen.

Norwegen gedenkt mit einem Trauertag des verschollenen Polarforschers Roald Amundsen.

15.12.1928, Samstag

Reichsaußenminister Gustav Stresemann beantwortet auf der Tagung des Völkerbundsrats in Lugano Vorwürfe des polnischen Außenministers August Zaleski.

Die katholische Zentrumspartei fordert den preußischen Landtag dazu auf, die Konkordatsverhandlungen mit dem Vatikan zu einem Abschluss zu bringen.

Der ungarische Ministerpräsident István Graf Bethlen von Bethlen erklärt bei einem Besuch in Wien im Zusammenhang mit der Neuregelung der Reparationsfrage, die ungarische Regierung habe nicht die Absicht, der “Koalition der Siegermächte [des Weltkriegs] eine Koalition der Besiegten” gegenüberzustellen.

In der Sowjetunion wird ein neues Landgesetz verabschiedet, dass die Zupachtung von Land durch die Kulaken (Großbauern) erheblich einschränkt – ein weiterer Schritt in der forcierten Kollektivierung der Landwirtschaft.

16.12.1928, Sonntag

Die Oper “Schwanda, der Dudelsackpfeifer” des tschechoslowakischen Komponisten Jaromir Weinberger wird in Breslau in deutscher Erstaufführung gezeigt.

Der sowjetische Parteichef Josef W. Stalin fordert Leo D. Trotzki, der am 17. Januar nach Alma Ata verbannt worden ist, ultimativ auf, sich jeglicher politischer Tätigkeit zu enthalten, da er andernfalls die Ausweisung aus der Sowjetunion zu gewärtigen habe.

Walter Simons, der Präsident des Staatsgerichtshofs, reicht sein Rücktrittsgesuch ein. Er begründet die Entscheidung mit dem Verhalten der Reichsregierung im Konflikt mit den “Eisenbahnländern”.

17.12.1928, Montag

Der US-amerikanischen Botschafter in Berlin, Jacob Gould Schurman, wird zum Ehrenbürger der Stadt Heidelberg ernannt. Schurman, der für die Universität Heidelberg umfangreiche Geldsammlungen durchgeführt hat, ist am 5. Mai bereits die Ehrendoktorwürde verliehen worden.

18.12.1928, Dienstag

Der christlichsoziale österreichische Bundeskanzler Ignaz Seipel erklärt, dass er in der Heimwehr – mit gewissen Einschränkungen – einen Bündnispartner der bürgerlichen Parteien sehe.

Bolivien akzeptiert, dass die panamerikanische Schiedsgerichtskonferenz im Grenzkonflikt mit Paraguay vermittelt. Der Streit kann bis zum Jahresende nicht beigelegt werden.

Das Deutsche Reich und Estland schließen einen Handelsvertrag.

19.12.1928, Mittwoch

Carl Petersen (DDP) wird vom Hamburger Senat erneut zum Regierenden Bürgermeister der Hansestadt (für 1929) gewählt. Zweiter Bürgermeister bleibt Rudolf Voß (SPD).

20.12.1928, Donnerstag

Die Ärzte des erkrankten britischen Königs Georg V. erklären in Hinblick auf die fünfwöchige Vertagung des Parlaments, dass sich der Gesundheitszustand des Monarchen konsolidiert habe.

Der britische Gesandte in Peking, Sir Miles Lampson, überreicht dem chinesischen Präsidenten, General Chiang Kai-shek, sein Beglaubigungsschreiben, Großbritannien erkennt damit die Kuomintang-Regierung offiziell an.

Das Zentralkomitee der Kommunistischen Partei der Sowjetunion fasst einen Beschluss über die “Buchversorgung des Massenlesers”. Das Buch soll zu einem wichtigen Instrument zur Mobilisierung der Bevölkerung werden.

Reichsinnenminister Carl Severing, Sonderschlichter im Ruhreisenstreit, verkündet seinen Schiedsspruch, der u.a. Lohnerhöhungen von 1 bis 6 Pfennig bei Zeitlöhnern vorsieht.

In Moskau wird ein deutsch-sowjetisches Wirtschaftsprotokoll unterzeichnet. Die Verstimmungen wegen des Schachty-Prozesses sind damit offiziell ausgeräumt.

22.12.1928, Samstag

Das Deutsche Reich sowie seine Gläubigerländer Frankreich, Grosbritannien, Italien, Belgien und Japan veröffentlichen ein gemeinsames Kommuniqué über die Einsetzung eines Sachverständigenausschusses zur Neuregelung der Reparationsfrage.

Oskar Mantere (Fortschrittspartei) stellt als Ministerpräsident die neue finnische Regierung vor. Sein Vorgänger, Juho Sunila, war am 13. Dezember mit einem Misstrauensvotum gestürzt worden.

Die britische Illustrierte “Illustrated London News” veröffentlicht erstmals ein Foto des Dalai Lama, des als Gottheit verehrten Oberhauptes der Gläubigen in der Mongolei.

Den Kleistpreis erhält Anna Seghers für die Erzählung “Aufstand der Fischer von Santa Barbara”, ihre erste Buchveröffentlichung.

Im Theater am Nollendorfplatz in Berlin wird die Operette “Jettchen Gebert” von Walter Kollo uraufgeführt.

23.12.1928, Sonntag

In der Weihnachtsausgabe der “Berliner Illustrirten” wird ein Aufsatz des Schriftstellers Thomas Mann veröffentlicht, der sich mit der Frage beschäftigt, ob Fotografie Kunst sei.

24.12.1928, Montag

Der Doyen des Diplomatischen Korps in Washington, der britische Botschafter Esme Howard, übermittelt der US-amerikanischen Regierung den Wunsch des Deutschen Reiches und seiner fünf Gläubigermächte, dass sich die USA am Reparations-Sachverständigenausschuss beteiligen mögen. Die US-Regierung sagt zu.

Victor oder Die Kinder an der Macht” von Roger Vitrac wird in der Regie von Antonin Artaud in Paris uraufgeführt. Das Stück – es gilt als Vorläufer des absurden Theaters – verbindet Elemente der Boulevardkomödie mit surrealistischen Szenen.

25.12.1928, Dienstag

Die “Vossische Zeitung” veröffentlicht in ihrer Weihnachtsausgabe eine Umfrage über den “Mann von Heute”, an der u.a. die Frauenrechtlerinnen Eugenie Schwarzwald und Alice Salomon sowie die Schauspielerin Mady Christians teilnehmen.

26.12.1928, Mittwoch

Der Polizeiagent von Agram (Zagreb), Alfred Grauner, wird im größten Kaffeehaus der Stadt niedergeschossen und schwer verletzt.

Die Einzelhändler im Deutschen Reich melden ein gutes bis sehr gutes Weihnachtsgeschäft, der Umsatz liegt um 10 bis 20% über dem des Vorjahres. Die Reichsbahn erzielt ein Rekordergebnis, da viele Städter Weihnachten in den Bergen verbringen.

27.12.1928, Donnerstag

Nach einem Bericht der britischen Tageszeitung “Daily Telegraph” hat der US-amerikanische Reparationsagent in Berlin, Parker Gilbert, den Wirtschaftsexperten Owen D. Young als US-amerikanischen Sachverständigen für die Reparationskonferenz vorgeschlagen.

28.12.1928, Freitag

Eine vom Parteivorstand eingesetzte Kommission legt den Entwurf für ein Wehrprogramm der SPD vor.

29.12.1928, Samstag

Führende indische Politiker treten zu einer Allparteienkonferenz zusammen, um über das weitere Vorgehen gegenüber der britischen Kolonialmacht, die eine neue Verfassung für Indien vorbereitet, zu beraten. Es kommt auf der Konferenz zu einem Bruch zwischen Hindus und Moslems.

Der sowjetische stellvertretende Volkskommissar des Äußeren, Maxim M. Litwinow, fordert Polen und Litauen, zwischen denen es Grenzstreitigkeiten gibt, zur sofortigen Inkraftsetzung des Briand-Kellogg-Kriegsächtungspakts auf.

30.12.1928, Sonntag

Die aus der KPD ausgeschlossene Rechtsopposition um Heinrich Brandler, August Thalheimer u.a. gründet eine eigene kommunistische Partei.

31.12.1928, Montag

Am letztmöglichen Termin wird in beiden Kammern des französischen Parlaments das Staatsbudget für 1929 verabschiedet. Es weist Einnahmen von 45,45 Milliarden Francs (7,46 Milliarden Reichsmark) und Ausgaben von 45,32 Milliarden Francs (7,44 Milliarden Reichsmark) auf.

Zu Silvester wird in Düsseldorf die Komödie “Parforce” von Alexander Lernet-Holenia uraufgeführt.