Was geschah im Dezember 1932

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Wetterstationen Dezember 1932

1.12.1932, Donnerstag

Der deutsche Ärztevereinsbund ersucht das Reichsinnenministerium, durch ein Gesetz die Sterilisierung bei Personen mit genetischen Krankheiten zuzulassen. Die Sterilisierung müsse jedoch von der Einwilligung des Betroffenen abhängig gemacht werden.

Reichspräsident Paul von Hindenburg empfängt Franz von Papen und Kurt von Schleicher zu Beratungen über die Bildung einer Reichsregierung. Danach bemüht sich von Papen ohne Erfolg um das Vertrauen seines bisherigen Kabinetts.

In Washington erklärt der noch amtierende US-Präsident Herbert C. Hoover gegenüber dem Kongress, er werde sein Veto gegen die Gesetzesvorlage der Demokraten einlegen, die das Brauen von Bier mit einem Alkoholgehalt von bis zu 2,5% erlauben soll.

Der Vorstand des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes (ADGB) fordert in Berlin die Einführung der 40-Stunden-Woche und sofortige Rücknahme der im Wirtschaftsprogramm der Reichsregierung vorgesehenen Lohnkürzungen.

Die österreichische Bundesregierung unter Bundeskanzler Engelbert Dollfuß erlässt in Wien für die Zeit vom 11. Dezember bis zum 8. Januar ein Versammlungsverbot, nachdem es in den letzten Wochen wiederholt zu Auseinandersetzungen zwischen Nationalsozialisten und Anhängern der Linksparteien gekommen war.

2.12.1932, Freitag

Nach ergebnislosen Verhandlungen mit Reichskanzler Papen beauftragt Reichspräsident Hindenburg den bisherigen Reichswehrminister Schleicher mit der Regierungsbildung.

Die Parteiführung der NSDAP spricht sich in Berlin gegen eine Tolerierung einer Reichsregierung unter einer Kanzlerschaft Schleichers aus.

Vor der Schwarzmeerküste bei Odessa sinkt ein erst vor wenigen Wochen in Dienst gestelltes U-Boot der sowjetischen Marine. Bei dem Unglück kommen alle 18 Besatzungsmitglieder ums Leben.

Nach Mitteilung der Reichsregierung nimmt am 1. Januar die Deutsche Welle GmbH in Königswusterhausen bei Berlin den Sendebetrieb auf.

In Sarisa Norte (Kolumbien) werden mehrere Personen unter dem Vorwurf der Hexerei von einer aufgebrachten Menge auf dem Scheiterhaufen verbrannt.

Im Staatstheater in Berlin hat eine Neuinszenierung des “Faust I” von Johann Wolfgang von Goethe Premiere. Die Rolle des Mephisto spielt Gustaf Gründgens.

In Berlin wird der deutsche Spielfilm “F. P. 1 antwortet nicht” von Karl Hartl mit Hans Albers in der Hauptrolle uraufgeführt.

3.12.1932, Samstag

Bei Gemeindewahlen in Thüringen muss die NSDAP starke Stimmenverluste hinnehmen. Die Parteien der bürgerlichen Mitte können dagegen Stimmengewinne verbuchen.

Im Berliner Theater am Bülowplatz wird die Komödie “Das neue Paradies” von Julius Hay uraufgeführt.

Der Deutsche Olympische Ausschuss schlägt auf einer Pressekonferenz in Berlin die Gemeinden Garmisch und Partenkirchen als Austragungsort für die Olympischen Winterspiele 1936 vor.

In Washington kommt es bei einer Demonstration von Arbeitslosen, die eine Erhöhung der Wohlfahrtssätze fordern, zu Auseinandersetzungen mit der Polizei. Mehrere Demonstranten erleiden dabei schwere Verletzungen.

Reichspräsident Paul von Hindenburg ernennt Kurt von Schleicher zum Reichskanzler. Schleicher übernimmt auch das Amt des Reichskommissars für Preußen.

4.12.1932, Sonntag

Die italienische Regierung gibt in Rom bekannt, dass in den kommenden vier Jahren mit einem Kostenaufwand von rund 4,6 Milliarden Lire (180 Mio. RM) etwa 40,% des italienischen Eisenbahnnetzes elektrifiziert werden.

Vor der Insel Formosa (Taiwan) im Ostchinesischen Meer kentert bei schwerem Wetter der japanische Zerstörer “Sawarabi”. Von den 120 Besatzungsmitgliedern können nur sechs lebend geborgen werden.

Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft unterliegt in Düsseldorf der Auswahl der Niederlande 0:2.

5.12.1932, Montag

In Moskau vereinbaren sowjetische und japanische Regierungsvertreter ein langfristiges Abkommen über die Lieferung von Erdöl. Japan, dessen diplomatische Beziehungen zu den USA und Großbritannien nach dem Mandschurei-Konflikt abgekühlt sind, ist damit nicht mehr ausschließlich auf Lieferungen von US-amerikanischen und britischen Ölgesellschaften angewiesen.

Die jugoslawische Regierung übermittelt der bulgarischen Regierung eine Note, in der sie gegen Grenzüberschreitungen irregulärer Einheiten protestiert. Am Vortag hatten linksgerichtete Partisanen die Grenze überschritten und sich mit jugoslawischen Soldaten heftige Feuergefechte geliefert.

6.12.1932, Dienstag

Der Völkerbund in Genf fordert Japan zum sofortigen Truppenabzug aus Mandschukuo auf.

Bei einer Abstimmung über die Aufhebung der Prohibition kommt im US-amerikanischem Repräsentantenhaus die erforderliche Zweidrittel-Mehrheit nicht zustande.

Auf der konstituierenden Sitzung des neugewählten Reichstags in Berlin wird Hermann Göring (NSDAP) zum Reichstagspräsidenten wiedergewählt.

Im schweizerischen Genf beginnt die neue Verhandlungsrunde der Fünf-Mächte-Abrüstungskonferenz, an der Delegationen aus dem Deutschen Reich, Frankreich, Großbritannien, den USA und Italien teilnehmen.

7.12.1932, Mittwoch

In der Wandelhalle des Deutschen Reichstags in Berlin kommt es zwischen Abgeordneten der NSDAP, der KPD und der SPD zu einer Schlägerei, bei der mehrere Personen schwer verletzt werden.

Die finnische Regierung unter Ministerpräsident Juho Sunila tritt zurück, nachdem Staatspräsident Pehr Evind Svinhufvud sich geweigert hatte, ein Gesetz über Zinssenkungen zu unterzeichnen. Zum neuen Ministerpräsidenten wird am 15. Dezember Toivo Kivimäki ernannt.

In der italienischen Hafenstadt Triest kommen bei Demonstrationen jugoslawischer Nationalisten, die von der Polizei mit Waffengewalt aufgelöst werden, vier Menschen ums Leben. Die Halbinsel Istrien, deren slowenischer Bevölkerungsanteil rund ein Drittel beträgt, war 1920 von italienischen Truppen besetzt worden.

Die englische Fußball-Nationalmannschaft schlägt im Londoner Wembley-Stadion die österreichische Auswahl 4:3.

8.12.1932, Donnerstag

Bei einer Tagung der Führungsspitze der NSDAP in Berlin kommt es zwischen dem Parteivorsitzenden Adolf Hitler und dem Reichsorganisationsleiter der Partei, Gregor Strasser, zu erheblichen Meinungsverschiedenheiten. Strasser legt daraufhin seine Parteiämter nieder.

Der Reichsverband der Automobilindustrie fordert die Reichsregierung in Berlin auf, die Kraftfahrzeug- und Mineralölsteuer um mindestens 50% zu senken. Nur so könne die Automobilproduktion die seit 1928 drastisch zurückgegangen ist, wieder erhöht werden.

In Berlin wird der deutsche Film “Abenteuer im Engadin” uraufgeführt. Unter der Regie von Max Obal spielen Guzzi Lantschner und Walter Riml die Hauptrollen; die Musik schrieb Paul Dessau.

9.12.1932, Freitag

Das Drama “Mensch aus Erde gemacht” von Friedrich Griese wird am Stuttgarter Landestheater uraufgeführt.

Die portugiesische Regierung erlässt in Lissabon eine Generalamnestie für die politischen Gefangenen im Land.

Nach Angabe des Reichswirtschaftsministeriums in Berlin sind zur Zeit rund 5,42 Millionen Menschen im Deutschen Reich ohne Arbeit.

10.12.1932, Samstag

Der Führer der NSDAP, Adolf Hitler, übernimmt auch das Amt des zurückgetretenen Reichsorganisationsleiters der Partei, Gregor Strasser.

Die in Genf (Schweiz) tagende Abrüstungskonferenz erkennt dem Deutschen Reich das Recht auf Gleichberechtigung in Rüstungsbelangen zu.

Die auf dem Höhepunkt der Wirtschaftskrise in Griechenland im November 1931 geschlossene Athener Aktienbörse nimmt den Handel wieder auf.

In Stockholm werden die diesjährigen Nobelpreise verliehen. Den Nobelpreis für Literatur erhält der britische Schriftsteller John Galsworthy, Verfasser der Romanfolge “Forsyte Saga”.

Im Stadttheater der schweizerischen Stadt Zürich wird die Operette “Venus in Seide” des österreichischen Komponisten Robert Stolz uraufgeführt.

11.12.1932, Sonntag

Der französische Schriftsteller Guy Mazeline erhält in Paris den französischen Literaturpreis (Prix Goncourt) für seinen Roman “Les Loups” (Die Wölfe).

In Brüssel schlägt die österreichische Fußball-Nationalmannschaft Belgien 6:1.

Das Kölner Sechstagerennen endet mit dem Sieg des schweizerisch-französischen Duos Richli/Broccardo.

12.12.1932, Montag

In Berlin lehnt Reichspräsident Hindenburg die von den Nationalsozialisten geforderte Ernennung von Hermann Göring zum preußischen Ministerpräsidenten ab.

Die sowjetische Regierung verfügt in Moskau eine Reform des Hochschulwesens. Künftig soll statt einer “lebensfremden” theoretischen Ausbildung die praktische Ausbildung im Mittelpunkt stehen.

13.12.1932, Dienstag

In Madrid endet nach rund sechswöchiger Dauer die internationale Telegraphen-Konferenz auf der sich die Delegationen der beteiligten Staaten u.a. auf die Vergabe von Rundfunkfrequenzen einigten.

Nach Angaben der spanischen Regierung in Madrid wurden 1932 insgesamt 1,5 Millionen Hektar Großgrundbesitz enteignet und an Kleinbauern verteilt.

14.12.1932, Mittwoch

Die Reichsregierung unter Reichskanzler Kurt von Schleicher hebt die in der Notverordnung zur Wirtschafts- und Sozialpolitik vom 4. September verfügten Lohnsenkungen auf.

Der Vorsitzende des Reichsverbandes der Deutschen Industrie, Gustav Krupp von Bohlen und Halbach, fordert Reichskanzler Schleicher auf, die Grundlinien des Wirtschaftsprogramms der Regierung Papen zu bewahren.

Der bisherige französische Kriegsminister Joseph Paul-Boncour bildet als Nachfolger des zurückgetretenen Ministerpräsidenten Edouard Herriot eine neue Regierung.

Im Gütsch-Tunnel bei Luzern (Schweiz) stoßen zwei Personenzüge zusammen, nachdem der Lokführer eines Zuges ein Haltesignal übersehen hat. In den Trümmern sterben sechs Menschen.

15.12.1932, Donnerstag

In einer Rundfunkansprache verkündet Reichskanzler Kurt von Schleicher sein Regierungsprogramm. Als seine Hauptaufgabe bezeichnet Schleicher die Schaffung von Arbeitsplätzen.

Nach Angaben der Reichsregierung werden im Rahmen des Siedlungsprogramms in Ostpreußen, der Grenzmark, Pommern und Mecklenburg weitere 140 000 Hektar Land zur Verfügung gestellt.

16.12.1932, Freitag

Das Politbüro der Kommunistischen Partei der Sowjetunion (KPdSU) kündigt in Moskau eine “Säuberungsaktion” innerhalb der Partei an. Dazu gehört eine Aufnahmesperre für Neumitglieder und eine “Gesinnungsprüfung” der Parteikader.

17.12.1932, Samstag

Der Reichskommissar für Preisüberwachung, Carl Friedrich Goerdeler, tritt nach Differenzen mit der Reichsregierung von seinem Amt zurück.

In der seit 1920 unter Verwaltung der Südafrikanischen Union stehenden ehemaligen deutschen Kolonie Südwestafrika wird Deutsch neben Englisch und Afrikaans als Amtssprache zugelassen.

Am Wiener Theater an der Wien wird das Musical “Sissy” von Fritz Kreisler uraufgeführt.

18.12.1932, Sonntag

Der italienische Ministerpräsident Benito Mussolini weiht in den früheren Pontinischen Sümpfen bei Rom die neuerrichtete Stadt Littoria ein. Die Sümpfe, in denen rund 50 000 Menschen angesiedelt werden sollen, waren im Rahmen des Siedlungsprogrammes der Regierung trockengelegt worden.

19.12.1932, Montag

Reichspräsident Hindenburg hebt durch eine Notverordnung die Ermächtigung der Reichsregierung zur Einsetzung von Sondergerichten auf. Einschränkungen des Versammlungsrechtes und der Pressefreiheit werden ebenfalls außer Kraft gesetzt.

Die britischen Streitkräfte beenden eine Expedition, in deren Verlauf bislang unerforschte Gebiete des Himalaja kartografisch erfasst worden sind.

Auf der Strecke Berlin- Hamburg nimmt ein neu entwickelter Schnelltriebwagen den fahrplanmäßigen Betrieb auf. Der “Fliegende Hamburger” benötigt für die 287 km eine Fahrzeit von 142 Minuten.

20.12.1932, Dienstag

Der deutsche Reichstag verabschiedet in Berlin ein Amnestiegesetz für politische Straftäter. Rund 15 000 Personen sollen noch vor Weihnachten aus der Haft entlassen werden.

Durch eine vom Reichstag beschlossene Reform des Aktienrechts wird die Höhe des Aktienkapitals, das die Unternehmen zur Bilanzprüfung verpflichtet, von drei Millionen RM auf 500 000 RM herabgesetzt.

In Berlin wird der deutsche Spielfilm “Kampf” von Erich Schönfelder uraufgeführt. Die Hauptrolle spielt der Automobilrennfahrer Manfred von Brauchitsch.

21.12.1932, Mittwoch

Die deutsche Reichsregierung beschließt in Berlin, im Rahmen einer “Winterhilfe” Brennmaterial und Nahrungsmittel zu einem stark ermäßigten Preis Arbeitslosen und Sozialhilfeempfängern zur Verfügung zu stellen.

22.12.1932, Donnerstag

In mehreren deutschen Städten kommt es vor und während der Weihnachtsfeiertage – trotz des von Reichspräsident Hindenburg verordneten Burgfriedens – zu politischen Demonstrationen und Straßenkämpfen zwischen Angehörigen der KPD und NSDAP.

Nach Straßenkämpfen zwischen linksgerichteten Demonstranten und der Polizei in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires verhängt Präsident Augustín Justo das Kriegsrecht über die Stadt.

In New York wird anlässlich des 100. Todesjahres von Johann Wolfgang von Goethe feierlich ein Denkmal des deutschen Dichters enthüllt.

Der in der Zeit der Tiroler Freiheitskämpfe spielende deutsche Film “Der Rebell” von und mit Luis Trenker wird in Stuttgart uraufgeführt.

23.12.1932, Freitag

Die Bürgerschaft der Hansestadt Hamburg wählt Carl Petersen (Staatspartei) erneut zum Ersten Bürgermeister.

Im Berliner Schauspielhaus wird die Operette “Ball im Savoy” des Komponisten Paul Abraham uraufgeführt.

Zwischen den USA und der Pazifikinsel Hawaii wird der regelmäßige Telefonverkehr in Betrieb genommen.

24.12.1932, Samstag

Reichspräsident Hindenburg ruft in einer Weihnachtsbotschaft die Bevölkerung zu Spenden für ein “Notwerk der deutschen Jugend” auf.

Die Weihnachtsbotschaft von Papst Pius XI. wird erstmals über den vatikanischen Rundfunk verbreitet. Pius XI. wendet sich vor allem gegen die Verfolgung von Geistlichen in Mexiko.

25.12.1932, Sonntag

In der chilenischen Hauptstadt Santiago de Chile wird Arturo Alessandri y Palma, der vom Militär unterstützt wird, zum Präsidenten des Landes gewählt. Er tritt die Amtsnachfolge des linksgerichteten Abraham Oyanedel Urrutia an.

Der deutsche Spielfilm “Schiff ohne Hafen” von und mit Harry Piel wird in Berlin uraufgeführt.

26.12.1932, Montag

Der italienische Pilot Renato Donati stellt über Sizilien einen Höhenrekord für Flugzeuge auf; mit seiner einmotorigen Sportmaschine erreicht er eine Höhe von 9700 m.

Am Stadttheater in Basel (Schweiz) wird die Oper “Merlin” des Komponisten Fritz Gersbach uraufgeführt.

27.12.1932, Dienstag

Japanische Truppen marschieren von Mandschukuo in das zur inneren Mongolei gehörende Jehol ein, das nach japanischer Ansicht als Provinz zur Mandschurei gehört.

Der dem Völkerbund in Genf unterstellte “Welthilfsverband” nimmt seine Arbeit auf. Der Verband soll bei Naturkatastrophen den betroffenen Menschen unbürokratische Hilfe leisten.

Eine Schlagwetterexplosion in einem Bergwerk in Moweaqua (US-Bundesstaat Illinois) fordert 39 Todesopfer.

28.12.1932, Mittwoch

Nach Angaben des polnischen Innenministeriums in Warschau sind seit der Einrichtung von Standgerichten zur Aburteilung politischer Straftäter im August 1931 bereits 200 Todesurteile gefällt und vollstreckt worden.

Die deutsche Regierung wird durch eine von Reichspräsident Hindenburg erlassene Notverordnung ermächtigt, die deutschen Margarineproduzenten zu zwingen, ab sofort inländische Rohstoffe wie Butter und Ölsaaten zu verwenden. Durch diese Maßnahme soll die deutsche Landwirtschaft unterstützt werden.

29.12.1932, Donnerstag

Das Deutsche Institut für Konjunkturforschung in Berlin veröffentlicht eine Übersicht über den Rückgang der Tariflöhne im Deutschen Reich. In der Zeit vom 1. Januar bis zum 1. Dezember 1932 ist der durchschnittliche Stundenlohn im Baugewerbe von 1,03 RM auf 85 Pfennig gesunken. 1930 hatte der Stundenlohn noch 1,25 RM betragen.

Auf Vermittlung des Völkerbundes nehmen in Genf Regierungsvertreter Großbritanniens und Persiens Verhandlungen über eine Neuvergabe der Ölkonzession in Persien auf. Die persische Regierung hatte am 26. November 1932 die 1909 an die Anglo-Persian Oil Co. erteilte Lizenz widerrufen und eine höhere Beteiligung an den Erträgen gefordert.

Französische und österreichische Regierungsvertreter unterzeichnen in Paris ein Abkommen, das Vorzugszölle im gegenseitigen Warenverkehr vorsieht.

30.12.1932, Freitag

In Rumänien werden in einem Großeinsatz der Polizei rund 800 Angehörige der Kommunistischen Partei verhaftet. Als Grund für die Massenverhaftungen gibt die Regierung staatsfeindliche Aktivitäten der Kommunisten an.

Nach Angaben des Vorstands der Deutschen Reichsbahn sind die Einnahmen des Jahres 1932 gegenüber dem Vorjahr um rund 26%, gegenüber 1929 um etwa 48% gesunken.

Im Berliner Metropoltheater wird die Revue “100 Meter Glück” von Martin Spoliansky uraufgeführt.

31.12.1932, Samstag

In der Silvesternacht kommt es in mehreren Städten des Deutschen Reiches zu Auseinandersetzungen zwischen Nationalsozialisten und Anhängern der Linksparteien, bei denen drei Menschen getötet werden.

Nach Angaben des US-amerikanischen Statistischen Bundesamtes in Washington hat die Zahl der Einwanderer in die Vereinigten Staaten den niedrigsten Stand seit Beginn des 20. Jahrhunderts erreicht.

Am Württembergischen Landestheater in Stuttgart wird das Stück “Dr. med. Hiob Prätorius” von Curt Goetz uraufgeführt.

Das Endspiel um den Spengler-Cup in der schweizerischen Stadt Davos endet zwischen den Eishockey-Klubs aus Oxford und Prag nach dreimaliger Verlängerung 0:0 unentschieden. Da nach dem Eishockey-Reglement kein Sieger ermittelt werden kann, erhalten beide Mannschaften den Pokal.