Was geschah im Dezember 1933

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Wetterstationen Dezember 1933

1.12.1933, Freitag

In Berlin wird der Film “Der Sieg des Glaubens” von Leni Riefenstahl über den NSDAP-Parteitag 1933 in Nürnberg uraufgeführt.

Durch das Reichsgesetz über die Sicherung der Einheit von Partei und Staat wird die NSDAP zu einer Körperschaft des öffentlichen Rechts erklärt.

Der Reichsstand des Deutschen Handels fordert alle im Handel tätigen Firmen und Einzelpersonen zum Beitritt auf.

In Moskau wird eine literarische Abendschule für Arbeiter eröffnet. Das Zentralkomitee der KPdSU hatte ihre Gründung am 17. September 1932 auf Vorschlag Maxim Gorkis beschlossen.

Das Oberlandesgericht in Kassel verurteilt 33 der insgesamt 47 des Hochverrats angeklagten Kommunisten zu Freiheitsstrafen in Höhe von insgesamt 60 Jahren. Sie hatten die verbotene KPD in Frankfurt am Main und Umgebung weitergeführt.

Der Führer der Deutschen Studentenschaft, Oskar Stäbel, fordert eine enge Verbindung zwischen Studenten und SA und kündigt an, in Zukunft werde kein Platz an den Hochschulen für diejenigen sein, die nicht der SA angehören.

Reichskanzler Adolf Hitler erklärt, nicht in den Streit in der evangelischen Kirche eingreifen zu wollen.

3.12.1933, Sonntag

In der Nähe von Essen wird der KPD-Funktionär und Teilnehmer des Märzaufstands 1920 im Ruhrgebiet, Theodor Ebers aus Essen, von seinen Bewachern “auf der Flucht erschossen”.

Bei den Stichwahlen zu den spanischen Cortes erreichen die Rechtsparteien 207 der 473 Sitze. Erstmals sind Frauen wahlberechtigt, deren Anteil an der Gesamt-Wählerschaft fast 52% beträgt.

In Paris gründen Pierre Renaudel und Marcel Déat die “Sozialistische Partei Frankreichs – Union Jean Jaurès”, eine liberal-sozialistische Abspaltung von der Sozialistischen Partei Frankreichs. Anlass für die Trennung war die Entscheidung Renaudels, dem Budget der Regierung von Edouard Daladier zuzustimmen.

Die deutsche Fußball-Nationalelf gewinnt ihr erstes Länderspiel gegen Polen vor 32 000 Zuschauern im Berliner Poststadion 1:0 (0:0).

In Florenz unterliegt die Schweizer Fußball-Nationalelf Italien 2:5 (2:2).

4.12.1933, Montag

Das am 2. Dezember neu ernannte Geistliche Ministerium der Deutschen Evangelischen Kirche untersagt seinen Mitgliedern und den Kirchenregierungen die Zugehörigkeit zu kirchenpolitischen Parteien. Reichsbischof Ludwig Müller legt daraufhin die Schirmherrschaft über die Glaubensbewegung Deutsche Christen nieder.

Unter der Bezeichnung “Wiener Stadtauswahl” unterliegt in London vor 30 000 Zuschauern die österreichische Fußball-Nationalelf dem englischen Meister FC Arsenal 2:4 (0:2).

Der frühere SPD-Reichstagsabgeordnete Gerhart Seger flieht aus dem Konzentrationslager Oranienburg bei Berlin.

5.12.1933, Dienstag

Reichsinnenminister Wilhelm Frick begründet die antijüdische Gesetzgebung im Deutschen Reich mit dem übergroßen Einfluss dieser “fremden Rasse” auf bestimmte Berufszweige. Frick erklärt, rund 30% der deutschen Hochschullehrer seien Juden gewesen. Dieser “Überfremdung Einhalt” zu gebieten, sei eine “Lebensfrage” geworden.

Auf der ersten Tagung des Verwaltungsrates des Hilfswerks für die deutschen Flüchtlinge in Lausanne beziffert Völkerbundskommissar James Grover MacDonald die Zahl der Emigranten aus dem Deutschen Reich auf 60 000.

Das Parlament des Staates Utah billigt als 36. Bundesstaat der USA den 21. Verfassungszusatz über die Aufhebung des seit 1920 bestehenden Alkoholverbots (Prohibition) in den USA.

Der Große Faschistische Rat (Zentralkomitee der Faschistischen Partei Italiens) macht in Rom den Verbleib Italiens im Völkerbund von dessen Reform abhängig und verlangt u.a. die Beschränkung des Stimmrechts der kleinen Staaten und eine Vereinfachung des Beschlussverfahrens.

6.12.1933, Mittwoch

Die österreichische Bischofskonferenz weist alle Geistlichen an, Mitgliedschaften in den politischen Vertretungskörperschaften aufzugeben. Diese Maßnahme, die mit den Bestimmungen des am 5. Juni unterzeichneten Konkordats zwischen Österreich und dem Heiligen Stuhl begründet wird, betrifft vor allem die Christlichsoziale Partei, in deren Reihen zahlreiche Geistliche tätig sind.

Nach dem Tod des Dichters Stefan George am 4. Dezember stiftet das Reichspropagandaministerium einen Stefan-George-Preis für das beste Buch des Jahres, der jeweils am 1. Mai für das Vorjahr verliehen werden soll und mit 12 000 Reichsmark dotiert ist.

7.12.1933, Donnerstag

Vor der Auslandspresse in Berlin erklärt SA-Stabschef Ernst Röhm, seine SA sei der “Willens- und Ideenträger der nationalsozialistischen deutschen Revolution” und könne – schon mangels schwerer Waffen – überhaupt nicht in eine kriegsfähige Truppe umgewandelt werden.

Auf Weisung des Politischen Polizeikommandeurs in Bayern, Reichsführer SS Heinrich Himmler, werden rund 400 Schutzhäftlinge aus dem Konzentrationslager Dachau entlassen. In Preußen kommen rund 5000 Häftlinge frei. Die Amnestie wird mit dem für die Reichsregierung positiven Wahlausgang vom 12. November begründet.

8.12.1933, Freitag

Der Staatssekretär im bayerischen Wirtschaftsministerium, Georg Luber, wird entlassen. Er hatte als Geschenk der Kreisbauernschaft Schwaben einen Erbhof angenommen.

Das Geistliche Ministerium der Deutschen Evangelischen Kirche erlässt ein vorläufiges Kirchengesetz, das u.a. die Heirat eines Geistlichen an die Erlaubnis der Kirchenbehörden knüpft.

Im Beisein von über 20 000 Pilgern aus Frankreich wird die “Seherin von Lourdes”, die 1879 verstorbene katholische Ordensschwester Bernadette Soubirous, in Rom heiliggesprochen.

9.12.1933, Samstag

Robert Ley, der Führer der Deutschen Arbeitsfront (DAF), überträgt vertraglich Reichsjugendführer der Hitlerjugend, Baldur von Schirach, den Befehl über die Jugend der DAF und der Gemeinschaft “Kraft durch Freude”.

Wegen eines anarchistischen Aufstandsversuchs in den Provinzen Barcelona und Saragossa verhängt die spanische Regierung den Alarmzustand, bei dem im Unterschied zum Belagerungszustand die vollziehende Gewalt in den Händen der Zivilbehörden bleibt. Am 13. Dezember wird das Ende der Unruhen bekanntgegeben.

10.12.1933, Sonntag

In Stockholm werden die Nobelpreise für Physik, Medizin und Literatur überreicht. Der Nobelpreis für Chemie wird nicht vergeben.

11.12.1933, Montag

Der Rat der Volkskommissare der UdSSR gibt den fernöstlichen Gebieten eine wirtschaftliche Sonderstellung (höhere Löhne, mehrjährige Befreiung der Bauern von Zwangsablieferungen an den Staat), um die Siedlungsdichte im Grenzgebiet zu dem unter japanischer Hegemonie stehenden Staat Mandschukuo zu erhöhen.

Die nationalkirchliche Glaubensbewegung Deutsche Christen in Thüringen billigt Richtlinien, in denen entgegen der “Sportpalast-Erklärung” vom 13. November das Alte Testament als wertvoll für das Verständnis des Lebens Christi bezeichnet wird. Sie bekennt sich zum “arteigenen Gesetz”, nach dem “der ewige Gott” in Person Adolf Hitlers Gestalt gewonnen habe.

Reichsjugendführer Baldur von Schirach untersagt allen Angehörigen der Hitlerjugend das Tragen von Waffen.

Die NSDAP-Abgeordneten im Deutschen Reichstag legen in Berlin vor Parteiführer Adolf Hitler einen Treueid ab.

In Moskau endet die am 28. November eröffnete XIII. Tagung des Exekutivkomitees der Kommunistischen Internationale (EKKI). Die Tagung bekräftigt die These, dass die Sozialdemokratie die soziale Hauptstütze der Bourgeoisie sei und nennt den Hitler-Faschismus den Hauptkriegsbrandstifter in Europa.

13.12.1933, Mittwoch

Der Präsident der Reichspressekammer, Max Amann, untersagt bis zum 31. März 1934 das Erscheinen neuer Presseorgane.

Der preußische Kultusminister Bernhard Rust befiehlt die Beachtung des Führerprinzips an den höheren Schulen. Die Lehrerkonferenzen dürfen den Rektor bei seinen Entscheidungen nur noch beraten.

14.12.1933, Donnerstag

Für die I.G. Farbenindustrie unterzeichnen Carl Bosch und Hermann Schmitz einen Vertrag mit der Reichsregierung über den Ausbau der I.G.-Fabrik zur Herstellung künstlicher Treibstoffe in Leuna an der Saale. Bis 1937 sollen hier jährlich rund 350 000 t produziert werden. Das Reich garantiert einen Mindestabnahmepreis mit 5% Rendite.

Zur Milderung des Konkurrenzdrucks untersagt das preußische Innenministerium bis zum 1. Oktober 1934 die Neugründungen von Gast- und Schankwirtschaften.

Die Bundesversammlung wählt in Bern Bundesrat Marcel Pilet-Golaz zum Bundespräsidenten der Schweiz für 1934.

Reichskanzler Adolf Hitler erteilt offiziell seine Erlaubnis zur Abhaltung der Olympischen Spiele 1936 und fordert die bestmögliche Schulung der Olympiakämpfer und eine Förderung des Breitensports.

15.12.1933, Freitag

In Wien endet eine zweitägige Führertagung der rechtsextremen Heimwehrverbände. Sie fordern von der Regierung das Verbot der Sozialdemokratischen Partei und bekennen sich zur entschiedenen “Durchsetzung des österreichischen Faschismus”.

16.12.1933, Samstag

Der Staatsrechtler Carl Schmitt nimmt in der “Juristischen Wochenschrift” zur Rechtspraxis Stellung und erklärt, der NS-Staat sei “ein gerechter Staat”. Den Begriff “Rechtsstaat” lehnt Schmitt als zu sehr auslegungsfähig und politisch vorbelastet ab. Bei der Anwendung der sog. Generalklauseln im Rechtswesen seien stets die Grundsätze des Nationalsozialismus maßgebend.

Alejandro Lerroux y García (Radikal-Republikanische Partei) bildet in Spanien ein Kabinett. Aus den Parlamentswahlen am 19. November und 3. Dezember sind die Rechtsparteien gestärkt hervorgegangen.

Die Reichsleitung des Deutschen Arbeitsdienstes gibt in Berlin die Einführung einer studentischen Arbeitsdienstpflicht für das Jahr 1934 bekannt. Jeder Student, der in das 4. oder 6. Semester eintritt, ist verpflichtet, zwischen dem 1. März und dem 15. Mai seinen Arbeitsdienst abzuleisten.

17.12.1933, Sonntag

Der tschechoslowakische Außenminister Eduard Benes äußert sich positiv zur französischen Idee einer wirtschaftlichen Union der Donaustaaten. Dies sei eine der drei Möglichkeiten zur wirtschaftlichen Gesundung Österreichs. Die beiden anderen Wege – die Benes allerdings gleich verwirft – wären der “Anschluss” an das Deutsche Reich oder ein Zusammenschluss mit Ungarn unter Wiederherstellung der Monarchie.

18.12.1933, Montag

Der litauische Gouverneur des Memelgebietes verfügt die Ausweisung von 101 deutschen Beamten und Lehrern bis zum 1. Juli 1934. Gegen die Maßnahme erhebt die Reichsregierung Protest.

Der sowjetische Generalkonsul in Harbin (Mandschukuo) protestiert im Auftrag seiner Regierung offiziell gegen die Verhaftung sowjetrussischer Angestellter der Ostchinesischen Eisenbahn.

19.12.1933, Dienstag

In Berlin tagt erstmals der neugeschaffene Außenhandelsrat. Er soll Vorschläge zur Erhöhung der deutschen Exporte ausarbeiten.

Das Politbüro der KPdSU beschließt in Moskau eine Umorientierung der Außenpolitik. Geplant ist der Abschluss kollektiver Sicherheitsbündnisse und der Beitritt zum Völkerbund. Der Eintritt erfolgt am 18. September 1934.

Der Schweizer Nationalrat billigt auf Antrag des Vorstehers des Eidgenössischen Militärdepartements, Rudolf Minger (Bauern-, Gewerbe- und Bürgerpartei), Wehrausgaben in der Rekordhöhe von 82 Mio. Franken (rund 65 Mio. RM).

20.12.1933, Mittwoch

Reichsinnenminister Wilhelm Frick führt “Leitgedanken zur Schulordnung” als verbindliche Richtlinien in das deutsche Schulwesen ein. Oberste Bildungsaufgabe ist demnach “die Erziehung der Jugend zum Dienst am Volkstum und Staat im nationalsozialistischen Geist”.

Bei den Parlamentswahlen in Rumänien, bei denen sich 102 Parteien und Verbände zur Wahl stellen, gewinnt die Liste von Ministerpräsident Johann G. Duca 300 der 387 Parlamentssitze.

Im Chaco-Krieg zwischen Paraguay und Bolivien willigt die bolivianische Regierung nach schweren militärischen Niederlagen in einen Waffenstillstand ein.

Aufgrund eines Reichsgesetzes führen deutsche Handelsschiffe gemeinsam die schwarzweißrote und die Hakenkreuzflagge als Nationalitätszeichen.

21.12.1933, Donnerstag

Der evangelische Reichsbischof Ludwig Müller unterstellt das Evangelische Jugendwerk der Befehlsgewalt von Reichsjugendführer Baldur von Schirach.

Der Deutsche Radfahrer-Verband verfügt eine Regeländerung bei den Sechstagerennen. Ziel ist eine sportliche Aufwertung der Veranstaltungen.

22.12.1933, Freitag

Der frühere preußische Wohlfahrtsminister Heinrich Hirtsiefer wird wegen Bestechung zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Er soll sich bei einem Grundstückskauf unter Ausnutzung seines Ministeramtes finanzielle Vorteile verschafft haben.

In einem Hirtenbrief wenden sich die katholischen Bischöfe Österreichs gegen den Nationalsozialismus und dessen Rassenlehre. Die Gläubigen werden aufgefordert, die Regierung von Engelbert Dollfuß zu unterstützen.

23.12.1933, Samstag

Im Theater am Nollendorfplatz in Berlin wird die Operette “Clivia” von Nico Dostal uraufgeführt.

Der Zusammenstoß zweier Fernzüge bei Lagny in der Nähe von Paris fordert 203 Tote.

Joachim Hossenfelder, längere Zeit Führer der nationalkirchlichen Glaubensbewegung, legt sein Amt als evangelischer Bischof von Brandenburg nieder, nachdem es ihm nicht gelungen ist, den Einfluss radikaler Gruppierungen innerhalb der Deutschen Christen zurückzudrängen.

Der IV. Strafsenat des Reichsgerichts in Leipzig verurteilt den Niederländer Marinus van der Lubbe wegen der Brandstiftung im Reichstagsgebäude zum Tode. Die übrigen vier Angeklagten werden freigesprochen.

Papst Pius XI. hält im Vatikan seine traditionelle Weihnachtsansprache vor den Kurienkardinälen.

24.12.1933, Sonntag

Bei leichten Minustemperaturen begehen die Menschen im Deutschen Reich den Heiligen Abend.

Reichsminister Rudolf Heß, der Stellvertreter des Führers der NSDAP, wendet sich in einer von allen deutschen Sendern und den Radiostationen Pernambuco, Rio de Janeiro und Buenos Aires ausgestrahlten Rede an die Auslandsdeutschen und die deutschen Seeleute. Heß erklärt, das Ziel der Reichsregierung sei es, den Frieden zu bewahren und Europa vor dem “bolschewistischen Chaos” zu retten.

25.12.1933, Montag

Im Theater des Westens in Berlin wird die Operette “Lockende Flamme” von Eduard Künneke uraufgeführt.

26.12.1933, Dienstag

In Montevideo (Uruguay) endet die am 3. Dezember eröffnete VII. Interamerikanische Konferenz. Auf Vorschlag der USA wird eine Erklärung gebilligt, wonach kein Staat das Recht habe, sich in die inneren und äußeren Angelegenheiten eines anderen Landes einzumischen.

Wie bereits am 24. Dezember bombardiert die Luftwaffe der nationalchinesischen Regierung in Nanking die Stadt Futschou, die von Einheiten der oppositionellen Regierung in Fukien gehalten wird (19. Rote-Armee). Am 16. Dezember hat der nationalchinesische Heerführer, Marschall Chiang Kai-shek, einen Sieg über die kommunistischen Verbände in der Provinz Kiangsi gemeldet.

27.12.1933, Mittwoch

General Kurt Freiherr von Hammerstein-Equord tritt als Chef der Heeresleitung zum 1. Februar 1934 zurück. Er hatte seit dem 18. Oktober 1930 dieses Amt inne. Sein Nachfolger wird Generalleutnant Werner Freiherr von Fritsch, Befehlshaber des Wehrkreises III Berlin.

Der preußische Kultusminister Bernhard Rust untersagt Nichtariern die Leitung gewerblicher Privatschulen.

Reichsführer SS Heinrich Himmler stiftet für verdiente SS-Führer und -Männer den “Totenkopfring der SS”.

28.12.1933, Donnerstag

Auf einer Vollversammlung in Hamburg wird der 15 000 Mitglieder zählende Deutsche Anwalt-Verein aufgelöst. Mit Ausnahme der rund 3000 jüdischen Juristen sind die Mitglieder in den Bund Nationalsozialistischer Deutscher Juristen übernommen worden.

Vor dem Zentralexekutivkomitee der UdSSR in Moskau bringt Außenkommissar Maxim M. Litwinow seine Hoffnung zum Ausdruck, dass die deutschen Friedenszusicherungen auch dann noch gelten, wenn das Reich stärker gerüstet sei und daher die imperialistischen Pläne seiner Führer verwirklichen könne.

Reichsinnenminister Wilhelm Frick begrenzt die Zahl der Abiturienten, denen im Jahr 1934 die Hochschulreife zuerkannt werden kann, auf 15 000. Die Auswahl soll nach geistiger und körperlicher Reife und nationaler Zuverlässigkeit erfolgen, der Anteil der Abiturientinnen darf einen Anteil von 10% an der Gesamtzahl der Hochschulberechtigten nicht übersteigen.

29.12.1933, Freitag

In Sinaia wird der rumänische Ministerpräsident Jon G. Duca von einem Angehörigen des faschistischen Geheimbundes Eiserne Garde erschossen.

In Bremen werden die Brüder Carl und Heinz Lahusen, die Leiter des 1931 zusammengebrochenen Nordwolle-Konzerns, wegen Konkursvergehens zu fünf Jahren Gefängnis und 50 000 Reichsmark Geldstrafe bzw. zu zwei Jahren und neun Monaten Gefängnis und 20 000 RM Geldstrafe verurteilt.

30.12.1933, Samstag

In einem Schreiben an die Leiter der städtischen Bühnen in Preußen weist Staatskommissar Hans Hinkel darauf hin, dass der Theaterbesuch schon aus wirtschaftlichen Gründen Pflicht jedes nationaldenkenden Deutschen sei.

31.12.1933, Sonntag

In einem Aufruf an die Reichswehr gibt Reichspräsident Paul von Hindenburg seiner Hoffnung Ausdruck, dass die Truppe als Hüterin des Staates “weiterhin in gehorsamer treuer Pflichterfüllung ihre Schuldigkeit” tue.

Im Jahr 1933 sind im Deutschen Reich 20 565 Personen wegen politischer Vergehen verurteilt worden, darunter wegen Hochverrats 1689 und aufgrund der Verordnung “Zum Schutz von Volk und Staat” 3133.

Der im Jahr 1868 gegründete, früher liberale “Berliner Börsen-Courier” fusioniert wegen des erheblichen Auflagenrückgangs mit der “Berliner Börsen-Zeitung”. Am selben Tag stellt die seit 1640 erscheinende “Königsberger Hartungsche Zeitung” ihr Erscheinen ein.

Im Deutschen Reich beträgt die Arbeitslosenzahl 4 059 055. In Österreich werden 335 919 Erwerbslose unterstützt, weitere 422 258 sind für eine Vermittlung vorgemerkt. In der Schweiz gibt es 94 967 Arbeitslose.

Der Sieg im Turnier um den Spengler-Cup für Eishockey-Mannschaften geht an den heimischen EC Davos, der im Finale Rapid Paris durch ein Tor von Bibi Torriani im ersten Drittel 1:0 schlägt.