Was geschah im Dezember 1934

  • < 1933
  • 12.1934
  • 1935 >

Wetterstationen Dezember 1934

1.12.1934, Samstag

Lázaro Cárdenas übernimmt die Präsidentschaft in Mexiko als Nachfolger von Abelardo Rordríguez. Als wichtige Aufgaben bezeichnet er die Agrarreform zugunsten der Kleinbauern, die völlige Trennung von Kirche und Staat, das sozialistische Erziehungsprogramm und den Ausgleich sozialer Unterschiede.

Das Direktorium des zu Litauen gehörenden Memelgebiets tritt zurück. Am 3. Dezember wird ein Direktorium gebildet, das als noch deutschfeindlicher gilt als das alte.

Im deutschen Reichsgesetzblatt erscheint die Verordnung über den Aufbau der organischen Wirtschaft. Damit ist die Umstrukturierung der nationalsozialistischen Wirtschaftsordnung im Wesentlichen abgeschlossen.

Der sowjetische Politiker Sergei M. Kirow wird in Leningrad ermordet.

2.12.1934, Sonntag

Der deutsche Reichsminister des Auswärtigen, Konstantin Freiherr von Neurath (parteilos), betont in einem Interview mit dem Berliner Büro der Nachrichtenagentur Reuter, das Deutsche Reich werde in den Völkerbund zurückkehren, wenn seine berechtigten Ansprüche frei und offen anerkannt würden.

3.12.1934, Montag

In Rom werden die Verhandlungen über die geplante Volksabstimmung an der Saar und alle damit zusammenhängenden Fragen beendet.

Die Saarregierung untersagt das freie Anbringen von Plakaten. Die Abstimmungsparteien dürfen gleich große Plakate nur an vorgeschriebenen Orten anbringen.

4.12.1934, Dienstag

Das deutsche Reichskabinett in Berlin verabschiedet ein Gesetz, durch das der Urheberrechtsschutz an Werken der Literatur, Tonkunst und bildenden Kunst von 30 auf 50 Jahre verlängert wird.

Das deutsche Reichskabinett in Berlin verabschiedet drei Wirtschaftsgesetze, das Gesetz über die Gewinnverteilung bei Kapitalgesellschaften (Anleihestockgesetz), das Gesetz über die Neuordnung der deutschen Börsen und das Gesetz zur Beaufsichtigung des Kreditgewerbes.

Der Dirigent Wilhelm Furtwängler legt seine Ämter als Vizepräsident der Reichsmusikkammer, als Leiter der Berliner Philharmoniker und als Direktor der Berliner Staatsoper nieder nach Meinungsverschiedenheiten mit den NS-Kulturbehörden.

Samuel Untermeyer, der Vorsitzende des US-amerikanischen Komitees zum Boykott deutscher Waren, erklärt auf einer in London zusammengetretenen Weltkonferenz, die Boykottbewegung verzeichne in den USA größte Erfolge. In Großbritannien, Schweden u.a. Ländern verzeichne sie jedoch keinen Fortschritt.

Die Freie Stadt Danzig und Polen verlängern das Hafenprotokoll von 1933. Dadurch soll der Danziger Hafen von einem schrankenlosen Wettbewerb mit dem polnischen Hafen Gdingen geschützt werden.

Das türkische Parlament in Ankara nimmt ein Gesetz an, das es Geistlichen verbietet, außerhalb ihrer Gotteshäuser und Klöster religiöse Kleider zu tragen. Ausgenommen bleiben die höchsten Repräsentanten der zugelassenen Konfessionen.

Auf Verordnung von Marschall Chiang Kai-shek wird in China die Arbeitsdienstpflicht eingeführt. Die Arbeiter sollen vor allem beim Deich-, Kanal- und Straßenbau und bei der Aufforstung eingesetzt werden.

5.12.1934, Mittwoch

An der Grenze zwischen Italienisch-Somaliland und Abessinien (Äthiopien) kommt es zu Schießereien zwischen regulären Truppen beider Länder. Nach italienischer Darstellung betragen die Verluste der Italiener 30 Tote und 60 Verletzte.

Durch das zweite Gesetz zur Überleitung der Rechtspflege auf das Reich werden die Justizministerien der deutschen Länder aufgehoben. Ihre Funktionen gehen auf das Reichsjustizministerium über.

Die spanischen Regierungstruppen beenden die Entwaffnung der aufständischen Bevölkerung in Asturien.

Der rumänische Ministerpräsident Gheorghe Tatarâscu legt dem Ministerrat in Bukarest ein Rüstungsprogramm vor, zu dessen Finanzierung er die Einführung einer Rüstungssteuer vorschlägt. Beide Initiativen werden vom Ministerrat einstimmig angenommen.

Das tschechoslowakische Abgeordnetenhaus in Prag nimmt das Gesetz zur Verlängerung der Militärzeit von 14 auf 24 Monate an. Soldaten, die ihren Dienst am 1. November 1933 angetreten haben und ihn am 31. Dezember 1934 hätten beenden sollen, müssen zehn Monate nachdienen.

Laut amtlicher Mitteilung ist der Politiker der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Österreichs und frühere Bürgermeister von Wien, Karl Seitz, auf freien Fuß gesetzt worden unter der Bedingung, sich den Behörden zur Verfügung zu halten. Seitz war am 12. Februar unter dem Vorwurf hochverräterischer Unternehmungen verhaftet worden.

6.12.1934, Donnerstag

Im Saargebiet wird die Partei Deutscher Volksbund für christlich-soziale Kultur gegründet, die für die Beibehaltung des Status quo eintritt.

In der deutschen Reichshauptstadt Berlin beginnen die Deutschen Tanzfestspiele 1934. Sie dauern bis zum 18. Dezember.

Der deutsche Führer und Reichskanzler, Adolf Hitler (NSDAP), besucht in Begleitung von Reichswehrminister Werner von Blomberg (parteilos) und dem Chef der Heeresleitung, Werner Freiherr von Fritsch (parteilos), in Burghorn, am Rand der Lüneburger Heide, Generalfeldmarschall August von Mackensen, um ihm zum 85. Geburtstag zu gratulieren.

Der deutsche Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda, Joseph Goebbels (NSDAP), verurteilt im Zusammenhang mit dem Rücktritt von Wilhelm Furtwängler “die Dissonanzensucht von Nichtskönnern” und “die Experimentiererei wild gewordener Farben- und Steinkleckser”.

Die ungarische Regierung protestiert bei der jugoslawischen Regierung gegen die Zwangsausweisung von über 1000 ungarischen Arbeitern.

Das luxemburgische Parlament erkennt dem bisher einzigen kommunistischen Abgeordneten mit Zweidrittelmehrheit das Mandat ab weil die Kommunistische Partei den Sturz des demokratisch-parlamentarischen Systems fordere. Der Kommunist, der durch eine Nachwahl Parlamentarier geworden war, hatte sich den bürgerlichen Parteien gegenüber vergeblich bereit erklärt, den Eid auf die Verfassung zu leisten.

Im Leningrader Bezirk werden 37, im Moskauer Bezirk 29 und im Samarkander Bezirk acht Todesurteile wegen politischer Vergehen vollstreckt.

Der deutsche Führer und Reichskanzler, Adolf Hitler (NSDAP), beruft Gottfried Feder (NSDAP) als Reichskommissar für das Siedlungswesen ab. Die Aufgaben zur Förderung des Siedlungswesens werden dem Reichsarbeitsministerium übertragen.

Der Saarbevöllmächtigte der deutschen Reichsregierung und Gauleiter der Rheinpfalz, Josef Bürckel (NSDAP), untersagt allen Mitgliedern der SA und SS die Einreise in das Saargebiet, sofern sie nicht an der Abstimmung teilnehmen.

7.12.1934, Freitag

Der deutsche Reichsminister des Innern, Wilhelm Frick (NSDAP), erklärt auf einer Veranstaltung in Wiesbaden, die Reichskirchenregierung sei in dem Bestreben, die 28 evangelischen Landeskirchen in der Reichskirche aufgehen zu lassen, etwas zu stürmisch vorgegangen und habe dabei Anordnungen ohne die nötige Rechtsgrundlage erlassen.

8.12.1934, Samstag

Im Deutschen Reich wird der “Tag der nationalen Solidarität” begangen.

In Kiel läuft der deutsche Kreuzer “Nürnberg” vom Stapel.

Der deutsche Reichsminister und Stellvertreter des Führers, Rudolf Heß (NSDAP), weist in einer Rede in Bochum alles Gerede von einer Kriegsgefahr, die vom Deutschen Reich ausgehe, zurück. Von Krieg redeten vor allem die “Emigranten, die, innerlich und äußerlich vaterlandslos, nur ein Ziel haben, Rache an den Völkern, die sie ausgestoßen haben. Sie können nur im Trüben fischen, sie können als die Verachteten aller Völker nur im Hintergrund sticheln. Sie können hetzen und lügen und mit Kriegsgerede Unruhe schaffen, sonst haben sie keinen politischen Daseinszweck”.

9.12.1934, Sonntag

Bei den Gemeindewahlen in der Tschechoslowakei erringt die Sudetendeutsche Heimatfront Konrad Henleins in den fünf deutschen Orten einen Sieg.

10.12.1934, Montag

Der österreichische Dirigent Clemens Krauss, seit 1929 Direktor der Wiener Staatsoper, wird als Nachfolger des zurückgetretenen Wilhelm Furtwängler zum Direktor der Berliner Staatsoper berufen.

Auf einer Kundgebung der Vaterländischen Front und der österreichischen Soldatenfront wendet sich der österreichische Bundeskanzler Kurt Schuschnigg (Vaterländische Front) gegen die Behauptung, alle national Denkenden würden in Österreich brutal verfolgt. Wer jedoch das Vaterland grob beschimpfe, für den brauche man keine Richter.

Die estländische Regierung in Reval ordnet die Errichtung von Konzentrationslagern für staatsgefährdende Personen an.

In Stockholm und Oslo werden die Nobelpreise verliehen.

11.12.1934, Dienstag

Bei Singapur beginnen britische Luft-, See- und Landmanöver. Sie sollen die Uneinnehmbarkeit des britischen Stützpunkts unter Beweis stellen.

In Vaduz, der Hauptstadt des Fürstentums Liechtenstein, fordern Demonstranten des sog. Heimatdienstes die Abdankung des 80-Jährigen Fürsten Franz zugunsten des Thronfolgers Franz Joseph. Sie verlangen ferner eine Volksabstimmung, eine Verfassungsänderung und das Verbot für Geistliche, Staatsämter zu bekleiden.

12.12.1934, Mittwoch

Der österreichische Bundesminister für soziale Verwaltung, Odo Neustädter-Stürmer (Heimwehr), erlässt die Satzungen des Gewerkschaftsbunds.

Reichserziehungsminister Bernhard Rust (NSDAP) führt für Hochschulstudenten und -studentinnen eine Ausbildung in Leibesübungen während der ersten drei Semester ein. Die Fortsetzung des Studiums wird an die erfolgreiche Absolvierung dieser Ausbildung geknüpft.

Zu Tumulten kommt es in der Wiener Staatsoper, als der zum Nachfolger von Wilhelm Furtwängler zum Direktor der Berliner Staatsoper berufene Clemens Krauss ans Dirigentenpult tritt. Laut NS-Presse werden dabei zahlreiche Juden wegen “Krawallmachens” verhaftet.

13.12.1934, Donnerstag

Der preußische Ministerpräsident, Hermann Göring (NSDAP), hält auf einem diplomatischen Empfang des Außenpolitischen Amts der NSDAP in Berlin eine Rede über “Die Überwindung des Kommunismus in Deutschland”. Die nationalsozialistische Regierung könne bei der Bekämpfung des Kommunismus keine Rücksicht nehmen. Die Behauptung, “dass die Konzentrationslager Folterstätten seien”, erklärt der Minister, “für frei erfunden und böswillig erdacht”.

Im ungarischen Abgeordnetenhaus in Budapest sieht sich Ministerpräsident Gyula Gömbös von Jákfa schweren Vorwürfen wegen seiner deutschfreundlichen Politik ausgesetzt; es sei notwendig, die italienische Freundschaft zu erhalten, da die deutschen Anschlusspläne gegenüber Österreich auch eine Gefahr für Ungarn bedeuteten.

Das deutsche Reichskabinett in Berlin verabschiedet das Wald-Artgesetz.

Die nationalsozialistische deutsche Reichsregierung in Berlin verabschiedet das Gesetz über den Ausgleich bürgerlich-rechtlicher Schadensansprüche, die sich im Zusammenhang mit der “nationalsozialistischen Revolution” ergeben.

Das vom deutschen Reichskabinett in Berlin verabschiedete Gesetz zur Änderung der Rechtsanwaltsordnung dient als “Schutz gegen eine ungesunde Übersetzung und eine drohende wirtschaftliche Verkümmerung des Anwaltsstandes”. Anwärter, deren Aufnahme in die Anwaltschaft “nach ihrer Persönlichkeit oder ihren Verhältnissen nicht erwünscht” ist, sollen von ihr “wirksamer ferngehalten” werden, als es durch die bisherigen Vorschriften möglich war.

Der Landtag des zu Litauen gehörenden Memelgebiets ist zum wiederholten Male beschlussunfähig. In einer von 16 Abgeordneten unterzeichneten Erklärung wird die Einsetzung eines Direktoriums verlangt.

Durch ein Reichsgesetz werden die Bestimmungen über heimtückische Angriffe auf Staat und Partei im Deutschen Reich verschärft.

Durch Änderung des deutschen Lichtspielgesetzes wird die obligatorische Mitwirkung des Reichsfilmdramaturgen bei Filmen auf die Fälle beschränkt, in denen die Industrie seine Mitwirkung erbittet.

14.12.1934, Freitag

In der litauischen Hauptstadt Kowno (Kaunas) beginnt vor dem Kriegsgericht ein Prozess gegen 129 Memelländer. Ihnen wird vorgeworfen, in Zusammenarbeit mit dem deutschen Nationalsozialismus auf eine Abtrennung des Memelgebiets von Litauen hingearbeitet zu haben.

In den USA nimmt der Dickstein-Ausschuss zur Untersuchung kommunistischer Aktivitäten seine Tätigkeit auf.

Die deutsche Presse ermahnt in Aufrufen die Bevölkerung: “Nur nicht vergessen! Am kommenden Sonntag Eintopf essen!”.

15.12.1934, Samstag

Der deutsche Reichsminister für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung, Bernhard Rust (NSDAP), suspendiert den schweizerischen Theologieprofessor Karl Barth von seinem Bonner Lehrstuhl.

Ein britischer Polizeioffizier fährt in Saarbrücken in eine Menschengruppe hinein. Dabei wird eine schwangere Frau erheblich verletzt.

In Portugal finden die Wahlen zur Nationalversammlung statt. Alle 90 Kandidaten der Einheitsliste werden mit Mehrheit gewählt. Portugal ist ein autoritärer Ständestaat unter General António Oscar de Fragoso Carmona als Staatspräsident (seit 1928) und António de Oliveira Salazar als Ministerpräsident (seit 1932)

Der schwedische Außenminister Richard Johannes Sandler erklärt in Uppsala, dass zwischen den nordischen Staaten völlige Übereinstimmung bei der Einhaltung eines neutralen Kurses in der Außenpolitik bestehe.

18.12.1934, Dienstag

Die spanische Regierung setzt das Autonomiestatut Kataloniens für unbestimmte Zeit außer Kraft.

Das trockengelegte Land um die neugegründete italienische Stadt Littoria wird 93. Provinz Italiens.

Im nationalsozialistischen Deutschen Reich wird der Tag der Polizei gefeiert.

19.12.1934, Mittwoch

Paraguay lehnt eine Regelung des Konflikts mit Bolivien durch den Völkerbund ab.

Der deutsche Führer und Reichskanzler, Adolf Hitler (NSDAP), enthebt Hans Frank (NSDAP) von seinem Amt als Reichskommissar für die Gleichschaltung der Justiz und ernennt ihn zum Reichsminister ohne Geschäftsbereich.

20.12.1934, Donnerstag

Die chinesische Regierung erteilt dem deutschen Forschungsinstitut für Wasserbau und Wasserkraft der Kaiser Wilhelm-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften den Auftrag, den Fluss Hwangho zu regulieren.

21.12.1934, Freitag

Nach amtlicher sowjetischer Mitteilung wurden seit dem 1. Dezember 105 Todesurteile im Zusammenhang mit der Ermordung des sowjetischen Politikers Sergei M. Kirow durch einen Studenten in Kiew vollstreckt.

Das Lied “So oder so ist das Leben” von Theo Mackeben, das Brigitte Horney zu Beginn und am Schluss des Südsee- und Matrosenfilms “Liebe, Tod und Teufel” singt, wird ein Evergreen. Der Ufa-Film, der mit dem Prädikat “künstlerisch wertvoll” ausgezeichnet wird, hat in Berlin Premiere.

22.12.1934, Samstag

Im Saargebiet sind inzwischen 1400 Briten, 800 Italiener, 550 Schweden und 250 Niederländer stationiert. Sie bilden die unter britischem Oberbefehl stehende internationale Polizeitruppe zur Überwachung der Volksabstimmung über den Status des Saarlandes.

23.12.1934, Sonntag

In einem Interview mit der Nachrichtenagentur Associated Press betont der deutsche Reichswehrminister, Werner von Blomberg (parteilos), es bestehe keinerlei Uneinigkeit darüber, dass die Reichswehr einziger Waffenträger der Nation sei.

In einer Weihnachtsbotschaft bezeichnen die österreichischen Bischöfe die richtige Gestaltung der berufsständischen Ordnung als die schwierigste und zugleich bedeutendste Frage im sozialen Bereich.

Der österreichische Vizekanzler Ernst Rüdiger Starhemberg (Heimwehr) ruft zur nationalen Versöhnung im Innern auf.

Am sog. Goldenen Sonntag, dem letzten Einkaufssonntag vor Weihnachten, verzeichnen die Geschäfte im Deutschen Reich ein kräftiges Umsatzplus. In mehreren Großstädten müssen Spielwarengeschäfte zeitweise wegen Überfüllung geschlossen werden.

24.12.1934, Montag

In Österreich werden zahlreiche Sozialdemokraten, Kommunisten u.a. im Zusammenhang mit den Februarunruhen verhaftete Oppositionelle aus den Anhaltelagern entlassen, darunter auch der General und ehemalige Bundesrat Theodor Körner.

In seiner Weihnachtsansprache formuliert Papst Pius XI. ein neues Gebet für den Frieden: “Zerstreue die Völker, die den Krieg suchen!”

25.12.1934, Dienstag

Das deutsche Luftschiff LZ 127 “Graf Zeppelin” fliegt auf seiner Weihnachtsfahrt vom Bodensee nach Südamerika den 1 000 000. Kilometer.

26.12.1934, Mittwoch

Im Deutschen Reich wird der 165. Geburtstag des Dichters Ernst Moritz Arndt gefeiert. Arndt gilt als “großer Künstler deutschen Wesens und Vorkämpfer deutscher Erneuerung”.

27.12.1934, Donnerstag

Der Staatsname “Persien” wird in “Iran” geändert, um an die Glanzzeiten des Reiches in der Antike zu erinnern.

28.12.1934, Freitag

Bei einem Erdbeben in der portugiesischen Provinz Algarve wird u.a. das ehemalige Maurenschloss Silves, das als Gefängnis dient, zerstört. Mehrere Häftlinge können fliehen.

Japan kündigt das Washingtoner Flottenabkommen von 1922, in dem es der Festlegung seiner Flottenstärke im Verhältnis 3:5:5 gegenüber Großbritannien und den USA zustimmen musste.

29.12.1934, Samstag

Der Mörder des Leningrader Parteisekretärs Sergei M. Kirow und 13 Mitangeklagte werden zum Tod durch Erschießen verurteilt. Das Urteil wird sofort vollstreckt.

Die Deutsche Reichspost gewährt den abstimmungsberechtigten Saarländern, die auf dem Land wohnen und auf der Reise zur Abstimmung bis zur Eisenbahn die Kraftpost benutzen, für die Hin- und Rückreise freie Fahrt.

Die Saarregierung verbietet die Zeitung “Deutsche Freiheit” für eine Woche. Als Grund wird “eine üble Karikatur des Führers” angegeben, die aus dem Prager “Neuen Vorwärts” entnommen wurde.

Der deutsche Führer und Reichskanzler, Adolf Hitler (NSDAP), lässt Papst Pius XI. “herzliche Neujahrsgrüße” übermitteln. Der Papst dankt “aufrichtig” und erwidert sie “wärmstens”.

Der deutsche Reichssender Stuttgart führt bis zur Abstimmung im Saargebiet im Januar 1935 als Pausenzeichen die ersten Takte des “Saarliedes” ein.

Mit “Yerma” leitet der spanische Lyriker und Dramatiker Federico García Lorca die Reihe seiner Meisterdramen ein, in denen er tragische Schicksale unterdrückter spanischer Frauen gestaltet. “Yerma”, im Untertitel als “Tragische Dichtung in drei Akten und sechs Bildern” bezeichnet, wird im Teatro Español in Madrid uraufgeführt.

30.12.1934, Sonntag

In einer Rede vor dem Jahreswechsel schlägt der französische Staatspräsident Albert Lebrun in der internationalen Politik stärkere Zusammenarbeit vor.

In München wird der im Milieu des österreichischen Offiziersadels spielende Film “Hohe Schule” von Erich Engel uraufgeführt. Rudolf Forster spielt darin einen Kunstreiter.

31.12.1934, Montag

In Westeuropa ist es so warm, dass in manchen Parks die Bäume knospen.