Was geschah im Dezember 1935

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Wetterstationen Dezember 1935

1.12.1935, Sonntag

In Paris wird die Kuppel des “Trocadero” gesprengt. Das in den achtziger Jahren des 19. Jahrhunderts anlässlich der Weltausstellung entstandene Gebäude wird in der nächsten Zeit vollständig abgetragen. An seinem Standort wird mit dem Bau des Palais de Chaillot begonnen.

Die Türkei, Iran, Irak und Afghanistan schließen einen Nichtangriffspakt ab.

2.12.1935, Montag

Über 1000 Studenten demonstrieren m Kairo gegen die britische Afrikapolitik.

In Straßburg wird Marcel Bucard, Führer der rechtsradikalen “Francisten” in Frankreich, zusammen mit 110 Anhängern der Partei verhaftet. Damit reagieren die Behörden auf die zunehmende Kritik der Linksparteien an der nachgiebigen Haltung der Regierung Laval gegenüber paramilitärischen Vereinigungen.

3.12.1935, Dienstag

Die französischen Vertreter im marokkanischen Haushaltsausschuss beschließen, aus Protest gegen die Wirtschafts- und Finanzpolitik Frankreichs die Zusammenarbeit mit den französischen Verwaltungsbehörden einzustellen. Damit schließen sie sich den Klagen der Marokkaner an, die sich durch die restriktive Haushaltspolitik der Kolonialmacht Frankreich geknebelt fühlen. Die Politik der Franzosen führte zu drastischen Versorgungsschwierigkeiten der marokkanischen Bevölkerung bei wichtigen Lebensmitteln.

4.12.1935, Mittwoch

Der Internationale Gerichtshof in Den Haag erklärt die Änderung des Danziger Strafgesetzbuches, das den Grundsatz “Kein Verbrechen ohne Strafe” eingeführt hat, für verfassungswidrig. Dieses Rechtsprinzip öffne der Richterwillkür “Tür und Tor”.

Vor 72 000 Zuschauern gewinnt England in London ein Fußball-Länderspiel gegen Deutschland 3:0.

5.12.1935, Donnerstag

Em Prager Gericht verurteilt den Führer der “Schwarzen Front”, Otto Strasser wegen Verstoßes gegen das Telegraphengesetz zu fünf Monaten Haft ohne Bewährung. Die revolutionär-nationalsozialistische Organisation hatte in Prag einen Schwarzsender installiert.

Franz Ritter von Epp, Leiter des Kolonialpolitischen Amtes der NSDAP, fordert in Hamburg die Rückgabe der ehemaligen deutschen Kolonien. Es bestehe ein klarer Rechtsanspruch auf diese Gebiete, da die “koloniale Schuldlüge längst als Machwerk erkannt” sei.

Hans Steinhoff führte Regie in dem deutschen Film “Ammenkönig”, der in Berlin uraufgeführt wird. Neben Gustav Knuth sind Käthe Gold und Richard Romanowsky in den Hauptrollen zu sehen.

6.12.1935, Freitag

Das französische Parlament nimmt nach mehrtägiger Debatte einen Gesetzentwurf zur Auflösung von sog. Wehrverbänden an. Darüber hinaus wird das Tragen von Waffen bei Demonstrationen unter Strafe gestellt. Damit wird auf die monatelangen bürgerkriegsartigen Auseinandersetzungen zwischen Rechten und Linken reagiert.

Der Operettenfilm “Im weißen Rößl” von Carl Lamac wird in Wien uraufgeführt. In der deutsch-österreichischen Gemeinschaftsproduktion spielen Christl Mardayn, Theo Lingen und Hermann Thimig die Hauptrollen.

Der tschechische Oberste Gerichtshof verurteilt in Prag acht Personen zu teilweise langjährigen Haftstrafen wegen Spionage für das Deutsche Reich. Die Hauptangeklagte, die 25-Jährige Anna Dienel, erhält 15 Jahre verschärfte Kerkerhaft.

In Hamburg hält Preußens Ministerpräsident Hermann Göring eine Rede, in der er Aufrüstung und Lebensmittelknappheit im Deutschen Reich unmittelbar miteinander verknüpft: “Entweder kaufen wir Butter und verzichten auf die Freiheit oder aber wir erstreben die Freiheit und verzichten dann auf die Butter.”

7.12.1935, Samstag

In Nürnberg wird in Anwesenheit von Führer und Reichskanzler Adolf Hitler zwei Tage lang der 100-Jährige Geburtstag der deutschen Eisenbahn gefeiert. Am 7. Dezember 1835 wurde die Linie Nürnberg- Fürth eröffnet.

Am “Tag der nationalen Solidarität” werden bei Straßensammlungen im ganzen Deutschen Reich für das Winterhilfswerk über 4 Mio. RM gespendet.

Verschiedene internationale Boykottbewegungen gegen die im Deutschen Reich stattfindenden XI. Olympischen Spiele 1936 gründen in Paris das antifaschistische “Comité international pour le respect de l’esprit Olympique” (Internationales Komitee zur Verteidigung des olympischen Gedankens)

8.12.1935, Sonntag

Im Endspiel um den deutschen Fußball-Vereinspokal schlägt der 1. FC Nürnberg vor 55 000 Zuschauern in Düsseldorf Schalke 04 2:0. Der Wettbewerb wird 1935 zum ersten Mal ausgetragen.

Im Deutschen Reich findet der zweite “Eintopfsonntag” zugunsten des Winterhilfswerkes statt. Allen Gaststätten ist vorgeschrieben, drei bestimmte Eintopfgerichte anzubieten.

Aufgrund der verstärkten antibritischen Studentenunruhen in Ägypten ermächtigt die ägyptische Regierung in Kairo die Polizei, in Menschenmengen hineinzuschießen. Außerdem verfügt sie die Schließung der Kairoer Universität sowie dreier anderer Hochschulen des Landes, die als Hauptunruheherde gelten.

Der Dachverband der US-amerikanischen Leichtathleten, Boxer und Ringer beschließt auf seiner Jahresversammlung in New York die Teilnahme an den Olympischen Spielen 1936 in Berlin. Diese Entscheidung bedeutet eine Niederlage der internationalen Boykottbewegung.

9.12.1935, Montag

In London beginnt die zweite Flottenkonferenz, auf der u.a. die Hauptseemächte Großbritannien, USA, Japan, Frankreich und Italien über die Begrenzung der internationalen Flottenrüstung verhandeln.

Der britische Außenminister Samuel Hoare und der französische Ministerpräsident Pierre Laval schließen in Paris ein Abkommen, nachdem sich Großbritannien bereit erklärt, die Annexion großer Teile Abessiniens durch Italien zu dulden.

Ein Rund-Erlass von Reichsinnenminister Wilhelm Frick macht den Ariernachweis für alle deutschen Beamten und deren Ehepartner verbindlich. Jüdische Beamte sollen vorzeitig in den Ruhestand versetzt werden.

Bei Lille wird die erste französische Fabrik zur Herstellung von Benzin aus Kohle eingeweiht.

In Paris lesen deutsche Emigranten aus den Werken des im Konzentrationslager Papenburg-Esterwegen einsitzenden jüdischen Publizisten Carl von Ossietzky. Das Motto lautet: “Ossietzky antwortet Hamsun.” Der norwegische Literaturnobelpreisträger Knut Hamsun, der in diesem Jahr der nationalsozialistischen Partei seines Landes beitrat, hat Ossietzky in Zeitungsartikeln mehrfach angegriffen und ihm unpatriotisches Verhalten vorgeworfen.

10.12.1935, Dienstag

Konrad Henlein, Vorsitzender der von der NSDAP unterstützten Sudetendeutschen Partei (SdP), beteuert in einer Rede vor dem Royal Institute of International Affairs in London die Unabhängigkeit seiner Partei von den Nationalsozialisten. Weiter beklagt er, dass die sudetendeutsche Minderheit in der Tschechoslowakei weiter massiv unterdrückt werde.

Die königliche Akademie der Wissenschaften in Stockholm verleiht dem Deutschen Hans Spemann den Nobelpreis für Medizin und Physiologie. Die Franzosen Frédéric Joliot-Curie und seine Frau Irène bekommen den Preis für Chemie, der Brite James Chadwick den für Physik. Literatur- und Friedensnobelpreis werden in diesem Jahr nicht verliehen.

An der Warschauer Universität kommt es zu Auseinandersetzungen zwischen polnischen und jüdischen Studenten. Die polnischen Studenten fordern, dass die Juden gesonderte Plätze einnehmen.

11.12.1935, Mittwoch

In Berlin veröffentlichen 44 führende deutsche Politiker, meist NSDAP-Mitglieder, einen Appell an die deutschen Eltern, mindestens vier Kinder aufzuziehen. So sollen die Leistungen des nationalsozialistischen Staates für die Zukunft gesichert werden.

Weil ein Abgeordneter bei einer Sitzung des belgischen Parlaments in Brüssel flämisch spricht, verlassen die französisch sprechenden Abgeordneten aller Parteien demonstrativ den Sitzungssaal. In Belgien schwelt seit der Staatsgründung 1830 der Konflikt zwischen dem flämischen Bevölkerungsteil und den französischsprachigen Wallonen.

Die NS-Parteizeitung “Der Angriff” berichtet in einer groß aufgemachten Meldung von der Verhaftung des Berliner Domkapitulars Georg Banasch am 22. November wegen “dringenden Verdachts des Verrats von Staatsgeheimnissen”. Besonders im letzten Viertel des Jahres haben die Verhaftungen von katholischen Geistlichen und politischen Regimegegnern durch die Gestapo erheblich zugenommen.

12.12.1935, Donnerstag

Der ägyptische König Fuad I. unterzeichnet in Kairo ein Dekret, durch das die parlamentarische Verfassung von 1923 wiederhergestellt wird.

13.12.1935, Freitag

Durch ein Reichsgesetz wird das Fernsehen im Deutschen Reich der “Sicherung der Luftfahrt, des Luftschutzes und der Landesverteidigung” untergeordnet. Die Fernsehtechnik fällt in Zukunft in den Zuständigkeitsbereich der Reichspost.

Das Energiewirtschaftsgesetz stellt die deutschen Gas- und Elektrizitätsunternehmen sowie alle anderen Bereiche der Energiewirtschaft unter eine straffe Reichsaufsicht.

14.12.1935, Samstag

Der Staatspräsident der Tschechoslowakei, Tomá Garrigue Masaryk, tritt im Alter von 85 Jahren von seinem Amt zurück.

Bei Wernigerode im Harz wird nach einjähriger Bauzeit die Zillertalsperre fertiggestellt. Die Staumauer ist 175 m lang und 54 m hoch.

Der US-amerikanische Schwergewichtsboxer Joe Louis schlägt seinen spanischen Herausforderer Paolino Uzcudun vor 20 000 Zuschauern im New Yorker Madison Square Garden durch technischen K. o. in der vierten Runde.

15.12.1935, Sonntag

Der Niederländer Max Euwe wird in Amsterdam Schachweltmeister. In insgesamt 30 Partien schlägt er den bisherigen Titelträger Alexandr Aljochin aus der UdSSR knapp.

16.12.1935, Montag

In Hamburg wird das musikalische Lustspiel “Liebeslied” uraufgeführt. Unter der Regie von Fritz Peter Buch und Herbert B. Fredersdorf spielen u.a. Carola Höhn, Rudolf Platte und Paul Hörbiger.

Der abessinische Kaiser Haile Selassie I. lehnt den Pariser Friedensplan für Ostafrika ab. Der sog. Laval-Hoare-Plan stelle eine Verletzung der Prinzipien des Völkerbundes dar und belohne den Angreifer Italien, heißt es in der Begründung.

17.12.1935, Dienstag

Das Reichsjustizministerium erlässt einheitliche Vorschriften für die 27 Sondergerichte im Deutschen Reich. Die Aufgabe der Gerichte sei u.a. die Abwehr “heimtückischer Angriffe staatsfeindlicher Elemente auf Staat und Partei”. Es komme bei den Verfahren nicht darauf an, ob die Sondergerichte zuständig seien, sondern nur, ob die rasche Aburteilung von Bedeutung sei. Vor den Sondergerichten werden Schnellverfahren auch bei Straftaten abgehalten, die eigentlich in den Zuständigkeitsbereich von Amts- oder Landesgerichten fallen.

Ein Gericht in Siegen verurteilt einen katholischen Priester aus Kirchhundem zu vier Jahren Gefängnis wegen Angriffe gegen das NS-Regime. Diese Angriffe hätten in dem Ort eine anti-nationalsozialistische Stimmung geschürt und im Sommer zur Erschießung eines Mitglieds des Arbeitsdienstes geführt, heißt es in der Urteilsbegründung.

Die Douglas DC-3 startet zu ihrem Erstflug. Die Maschine der amerikanischen Fluggesellschaft American Airlines bietet bis zu 32 Passagieren Platz.

18.12.1935, Mittwoch

In einer gemeinsamen Protestnote verurteilen Sozialdemokraten und Kommunisten in Paris die Hinrichtung des deutschen Kommunisten Rudolf Claus am 17. Dezember. Diese Erklärung ist das erste gemeinsam unterschriebene Dokument von führenden deutschen Sozialdemokraten und Kommunisten seit der Errichtung der Diktatur.

Nach dem Rücktritt des tschechoslowakischen Staatspräsidenten Tomá Garrigue Masaryk wird Eduard Bene zu seinem Nachfolger im Amt gewählt.

In religiös-patriotischen Zeremonien in Norditalien schenken italienische Eheleute dem Staat ihre Eheringe als Beitrag zur Finanzierung des Abessinien-Feldzuges. Allein in der Provinz Triest kommen 40 000 Ringe zusammen.

In Tampa (US-Bundesstaat Florida) werden sechs Polizisten unter Mordanklage verhaftet. Sie haben den Arbeiterführer Joseph Shoemaker, der wegen des Verdachts kommunistischer Aktivitäten von der örtlichen Polizei verhört worden war, verprügelt, geteert und gefedert. Shoemaker starb an den Folgen dieser Misshandlungen.

19.12.1935, Donnerstag

Der Präsident der Reichsfilmkammer Oswald Lehnich, erlässt eine Anordnung, die deutschen Soldaten in Uniform den Kinoeintritt zum halben Preis gestattet.

Aufgrund des Reichsbürgergesetzes fordert die Fachgruppe Hochschullehrer des NS-Juristenbundes unter Vorsitz von Carl Schmitt, den Rechtsbegriff “Mensch” abzuschaffen, da er die Verschiedenheiten von Volksgenosse, Reichsbürger, Ausländer, Jude usw. verdecke und verfälsche.

Der deutsche Kriegs- und Abenteuerfilm “Henker, Frauen und Soldaten” wird in München uraufgeführt. Unter der Regie von Johannes Meyer spielen u.a. Hans Albers und Charlotte Susa.

20.12.1935, Freitag

Reichskirchenminister Hanns Kerrl beruft ein Verwaltungskomitee für Kirchenangelegenheiten in vier preußischen Provinzen und in Sachsen. Damit wird der Kirche das Recht genommen, Verwaltungsaufgaben, wie die Ernennung von Pastoren, die Einberufung von Synoden usw. wahrzunehmen.

In Berlin gelangt der bayerische Schwank “Kirschen in Nachbars Garten” zur Uraufführung. In den Hauptrollen sind Karl Valentin, Liesl Karlstadt, Adele Sandrock und Rotraut Richter zu sehen. Regie führte Erich Engel.

21.12.1935, Samstag

In Berlin findet die Uraufführung einer deutschen Filmversion von Henrik Ibsens Drama “Stützen der Gesellschaft” statt, das im norwegischen Werft- und Kleinstadtmilieu spielt. Unter der Regie von Detlef Sierck spielen Heinrich George und Maria Krahn die Hauptrollen.

Alfred P. Sloan, Präsident der US-amerikanischen General Motors Corporation, kündigt ein Weihnachtsgeschenk in Höhe von 5 Mio. US-Dollar (12,35 Mrd. RM) für die Mitarbeiter seiner Firma an. Jeder der 200 000 Beschäftigten erhält zu Weinachten 25 Dollar (61,75 RM).

Der deutsche Journalist und Schriftsteller Kurt Tucholsky begeht im schwedischen Exil Selbstmord. Die Nationalsozialisten hatten Tucholsky 1933 ausgebürgert.

Alle jüdischen Ärzte an öffentlichen Krankenhäusern werden nach einer Durchführungsverordnung zu den Nürnberger Gesetzen zum Ausscheiden aus dem Krankenhausdienst gezwungen.

Per Gesetzesdekret wird in Italien der Große Faschistische Rat zur obersten gesetzgebenden Körperschaft des Staates erhoben. Damit wird die von Ministerpräsident und Duce Benito Mussolini wiederholt angekündigte Ausschaltung des Anfang 1934 neugewählten Parlaments vollzogen.

22.12.1935, Sonntag

Der Reichsminister für Luftfahrt, Hermann Göring, warnt die deutschen Bauern vor dem “Hamstern” von Lebensmitteln. Immer wieder ist es in den letzten Wochen zum privaten Verkauf von landwirtschaftlichen Erzeugnissen gekommen, wobei die vom Staat festgelegten Preise weit überschritten wurden. Die Gestapo-werde rücksichtslos gegen die “Saboteure der Volksernährung”vorgehen, heißt es in der Erklärung Görings.

Als Nachfolger von Samue Hoare wird der bisherige britische Minister für Völkerbundangelegenheiten, Robert Anthony Eden, neuer Außenminister Großbritanniens.

23.12.1935, Montag

Der österreichische Bundeskanzler Kurt Schuschnigg kündigt in einer Weihnachtsansprache im Radio eine umfangreiche Amnestie für politische Gefangene an. Von der Amnestie profitieren sowohl die Sozialisten, die an den Kämpfen im Februar 1934 beteiligt waren, als auch eine große Anzahl von Nationalsozialisten, die an dem Umsturzversuch im Juli 1934 mitgewirkt hatten.

Lilian Harvey, Willy Fritsch und Willy Birgel spielen die Hauptrollen in dem deutschen Spielfilm “Schwarze Rosen”, der in Berlin uraufgeführt wird. Karl Heinz Martin führte Regie.

Der deutsche Spielfilm “Die weiße Hölle vom Piz Palü”, eine Tonfassung des gleichnamigen Stummfilms aus dem Jahr 1929, wird in Berlin uraufgeführt. Unter der Regie von Arnold Fanck spielt Leni Riefenstahl die Hauptrolle.

24.12.1935, Dienstag

Bei einem schweren Zugunglück in Groß-Heringen, Thüringen, sterben 33 Menschen, 17 Insassen werden verletzt.

25.12.1935, Mittwoch

Ein Brand zerstört fast die Hälfte des Pinienbestandes des Tafelbergs und den gesamten Baumbestand des Devil Peak in Südafrika. Wochenlange Trockenheit begünstigte die Ausbreitung der Flammen.

26.12.1935, Donnerstag

Reichsinnenminister Wilhelm Frick erlässt eine zweite Erweiterungsverordnung zum “Reichsbürgergesetz”, nach der ehemalige jüdische Beamte nur noch “Staatsmitglieder” oder “Bürger zweiter Klasse” und nicht mehr “Reichsbürger” sind.

27.12.1935, Freitag

Anlässlich der ersten Kabinettsitzung der neuen chinesischen Regierung erklärt Marschall Chiang Kai-shek, dass China bereit sei, freundschaftliche Verhandlungen mit seinen Nachbarn zu führen. Wegen der Autonomiebestrebungen in Nordchina und des wachsenden Einflusses Japans war es zu Zusammenstößen zwischen beiden Ländern gekommen.

28.12.1935, Samstag

Uruguay bricht die diplomatischen Beziehungen zur Sowjetunion ab. In der Begründung für diesen Schritt heißt es, die Sowjetunion habe Uruguay zu einem “Mittelpunkt der kommunistischen Werbetätigkeit in Südamerika” gemacht.

In einer Rede vor dem französischen Parlament erklärt Ministerpräsident Pierre Laval, dass ohne eine Annäherung an das Deutsche Reich niemals eine Garantie für den Frieden gegeben sein werde.

Der Hochkommissar des Völkerbundes für jüdische und sonstige Flüchtlinge aus dem Deutschen Reich, James G. MacDonald, reicht seinen Rücktritt ein. Als Grund für seine Demission gibt MacDonald die unüberschaubare Zunahme diskriminierender Maßnahmen gegen Juden im Deutschen Reich an. Das Hochkommissariat, mit dem er beauftragt worden sei, könne nichts Wesentliches für die Betroffenen tun.

29.12.1935, Sonntag

Der französische Schriftsteller Antoine de Saint-Exupéry startet zu einem Langstreckenflug Paris- Saigon, auf dem er 200 km vor Kairo notlanden muss. Erst nach fünftägigem Marsch durch die Wüste wird er gerettet.

Die sowjetische Regierung beschließt die Wiedereinführung des Weihnachtsbaumes. Damit er keine religiöse Bedeutung erhält, soll der Baum nicht zu Weihnachten, sondern erst am Silvestertag aufgestellt werden.

30.12.1935, Montag

In der Sowjetunion werden alle Beschränkungen des Zugangs zu den Hochschulen und technischen Lehranstalten aufgehoben, die für Sowjetbürger aufgrund ihrer sozialen Stellung oder Herkunft bestanden.

Der deutsche Abenteuer- und Spionagefilm “Der höhere Befehl” wird in Berlin uraufgeführt. Lil Dagover, Karl Ludwig Diehl und Heli Finkenzeller spielen unter der Regie von Gerhard Lamprecht die Hauptrollen.

31.12.1935, Dienstag

Alle jüdischen Beamten einschließlich der Frontkämpfer werden aufgrund einer Verordnung zu den Nürnberger Gesetzen entlassen.

Das Reichspropagandaministerium in Berlin verfügt ein Verbot jeglicher Werbung im Rundfunk.

Chroniknet