Was geschah im Dezember 1938

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1.12.1938, Donnerstag

In Prag bildet Ministerpräsident Rudolf Beran (Partei der Nationalen Einheit) sein neues Kabinett. Sein Stellvertreter wird Karel Sidor (Slowakische Einheitspartei), Außenminister bleibt Franti Chvalkovsky.

Rudolf Heß, der Stellvertreter des Führers, vollzieht in Eger den symbolischen ersten Spatenstich für die Reichsautobahn im Sudetenland.

In Moskau hat der Film “Alexander Newski” von Sergei Eisenstein Premiere.

Australien will in den nächsten drei Jahren 15 000 Flüchtlingen Asyl gewähren.

In der Sowjetunion wird Anastas Mikojan, der Stellvertretende Vorsitzende des Obersten Sowjet, zum Volkskommissar für den Außenhandel ernannt. Seine Berufung steht im Zusammenhang mit verstärkten Bemühungen der Sowjetunion um eine Intensivierung des Handels.

2.12.1938, Freitag

200 jüdische Kinder aus Berlin und Hamburg treffen in Großbritannien ein. Nach drei Wochen dauernden Eingewöhnungskursen werden sie in britischen Familien untergebracht.

In der Freien Stadt Danzig werden erstmals Ausbürgerungen unerwünschter Fremder vorgenommen. Sechs jüdischen Familien wird die Staatsbürgerschaft aberkannt und sie müssen innerhalb von sechs Wochen Danzig verlassen.

Der tschechoslowakische Staatspräsident Emil Hácha verfügt eine umfangreiche Amnestie für sämtliche politischen Delikte mit Ausnahme von Anschlägen gegen die Republik und Militärverrat.

In der deutschen Zeitschrift “Der Volkswirt” beschäftigt sich der Autor Adolf Müller mit den Auswanderungsmöglichkeiten für deutsche Juden und erklärt: “Im Interesse der Befriedung Europas und der Welt wäre die kommerzielle Behandlung der Judenfrage nunmehr reif zur Inangriffnahme.”

In Reichenberg äußert sich Führer und Reichskanzler Adolf Hitler grundsätzlich über die Erziehung der Jugend im Nationalsozialismus.

3.12.1938, Samstag

Heinrich Himmler, Reichsführer SS und Chef der deutschen Polizei, erlässt eine Verordnung über die Entziehung der Fahrerlaubnis für deutsche Juden.

Die nationalsozialistische Zeitschrift “Der Angriff” beschäftigt sich in einem Artikel mit der Abkommandierung von Arbeitern zum Bau der Grenzbefestigungen. Darin wird Kritik an der Haltung vieler Betriebsführer geübt, die Arbeitnehmern, die eine besser bezahlte Stellung antreten wollen, für den Fall ihrer Kündigung eine Strafversetzung zum Bau der Befestigungsanlagen im Westen androhen. Das Blatt erklärt: “Für jeden Volksgenossen ist die Arbeit an den Grenzbefestigungen eine Ehrensache.”

Der Ministerpräsident der Tschechoslowakei, Rudolf Beran, erklärt in einer Rundfunkansprache den Willen seiner Regierung, ein gutes Verhältnis mit dem Deutschen Reich zu pflegen.

Eine allgemeine Viehzählung im Deutschen Reich ergibt bei Rindvieh einen Bestand von 19,19 Millionen Stück (1937 20,50) und bei Schweinen 23,54 (23,85).

4.12.1938, Sonntag

Durch Erlass des Führers und Reichskanzlers Adolf Hitler finden in den sudetendeutschen Gebieten Wahlen zum Großdeutschen Reichstag statt.

Im Rahmen des Winterhilfswerks findet im Deutschen Reich der “Tag der Nationalen Solidarität” statt, der nach offiziellen Angaben ein Sammelergebnis von über 15 Millionen Reichsmark bringt. An diesem Tag ist es jüdischen Bürgern verboten, zwischen 12 und 20 Uhr die Wohnungen zu verlassen.

5.12.1938, Montag

Auf dem Rückflug von Tokio muss das deutsche Großflugzeug Focke-Wulf Fw-200 “Condor” wegen eines Schadens an der Treibstoffleitung bei Manila auf dem Wasser niedergehen und sinkt. Die vierköpfige Besatzung wird gerettet.

Der Schweizer Bundesrat beschließt in einer Demokratieschutzverordnung Maßnahmen gegen staatsgefährdende Umtriebe. Vor allem die Begünstigung feindlicher Propaganda soll unter Strafe gestellt werden.

6.12.1938, Dienstag

In Paris unterzeichnen Reichsaußenminister Joachim von Ribbentrop und sein französischer Amtskollege Georges Bonnet eine deutsch-französische Nichtangriffserklärung.

In Berlin werden Teile der Wilhelmstraße und der Straße Unter den Linden mit einem Judenbann belegt. Juden dürfen diese Straßen nicht mehr betreten.

John Heartfield, früherer Herausgeber der “Volks-Illustrierten” (VI), flieht aus Prag nach London.

Der frühere britische Außenminister Anthony Eden erklärt in einer Radioansprache in New York, dass alle Demokratien durch die Expansionspolitik der faschistischen Staaten Deutschland und Italien bedroht seien.

7.12.1938, Mittwoch

Der NS-Studentenbund wendet sich in einer offiziellen Stellungnahme gegen die Auffassung, dass der Tanz weltanschauungsfrei sein könne. Es gelte, durch eine Förderung deutscher Tänze der moralischen Verwahrlosung auf diesem Gebiet entgegenzutreten.

In vielen italienischen Städten finden wie schon in den Vortagen Demonstrationen für einen Anschluss von Tunis (französisches Protektorat) und Korsika an Italien statt. Auch die italienische Presse greift diese Forderungen auf. In Straßburg demonstrieren französische Hochschüler. Sie fordern: “Sardinien und Sizilien an Frankreich.”

8.12.1938, Donnerstag

In Kiel läuft der erste Flugzeugträger der deutschen Kriegsmarine vom Stapel. Er wird durch Gräfin Hella von Brandenstein – eine Tochter des Grafen Ferdinand von Zeppelin (1838- 1917) – auf den Namen “Graf Zeppelin” getauft. Das Schiff hat eine Wasserverdrängung von 19 000 t und ist u.a. mit 16 Geschützen vom Kaliber 15 cm bestückt.

In der Sowjetunion wird der für die Moskauer Schauprozesse verantwortliche Volkskommissar des Innern (seit 1936), Nikolai I. Jeschow, abgelöst. Seine Nachfolge übernimmt Lawrenti P. Berija. Er ist damit neuer Chef des gesamten Polizei-, Nachrichten- und Sicherheitsdienstes.

Wegen der Absage des für den 11. Dezember geplanten Fußball-Länderspiels Deutschland- Niederlande aufgrund eines politisch motivierten Verbots des Rotterdamer Bürgermeisters ordnet Reichssportführer Hans von Tschammer und Osten den Abbruch aller Sportbeziehungen zu den Niederlanden an.

9.12.1938, Freitag

Der Schweizer Bundesrat unterbreitet den eidgenössischen Räten eine Botschaft und Vorlage über Aufgabe und Organisation der schweizerischen Kulturwahrung und Kulturwerbung. Im Zeichen erneuerten föderalistischen Denkens wird die Maxime von der “geistigen Landesverteilung” geprägt.

10.12.1938, Samstag

In Oslo wird das Internationale Nansen-Amt für Flüchtlinge (Sitz in Genf) mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Die übrigen Preisträger sind der Italiener Enrico Fermi (Physik), die US-Amerikanerin Pearl S. Buck (Literatur) und der gebürtige Wiener Richard Kuhn (Chemie). Der Nobelpreis für Physiologie oder Medizin des Jahres 1938 wird noch nicht vergeben.

In München wird die zweite deutsche Ausstellung für Architektur und Kunsthandwerk eröffnet. Sie bietet dem Besucher einen umfassenden Überblick über die künftigen Pläne nationalsozialistischer Architektur.

Die französische Deputiertenkammer spricht Ministerpräsident Édouard Daladier mit 315 gegen 241 Stimmen bei 53 Enthaltungen das Vertrauen aus. Gegen die Mitte-Rechts-Regierung stimmten Kommunisten, Sozialisten sowie einige Radikalsozialisten.

11.12.1938, Sonntag

Bei den Wahlen zum jugoslawischen Parlament (Skuptschina) entfallen 58,9% der Stimmen auf die Listen des Ministerpräsidenten Milan Stojadinovic.

In Prag konstituiert sich als Zusammenschluss des linken Flügels der National-Sozialistischen Partei sowie der Tschechischen Sozialdemokraten die Nationale Partei der Arbeit unter dem Vorsitz von Antonin Hampl als Opposition gegen Ministerpräsident Rudolf Beran.

Bei den Landtagswahlen in dem zu Litauen gehörenden Memelland entfallen auf die deutsche Liste 87,3%.

12.12.1938, Montag

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt die neuen Bedingungen für die Einstellungen von länger dienenden Freiwilligen bekannt. Für Heer und Luftwaffe werden Bewerber von 17 bis 25 Jahren angenommen, bei der Kriegsmarine beträgt das Höchstalter 23 Jahre. Erster Truppenteil der neuen Fallschirmjägertruppe ist das Regiment Hermann Göring (Stendal).

Im Deutschen Reich wird das neue Gesetz über die Devisenbewirtschaftung erlassen (in Kraft 1.1. 1939).

13.12.1938, Dienstag

Aus dem Konzentrationslager Sachsenhausen werden die ersten 100 Häftlinge in das Außenlager Neuengamme bei Hamburg verbracht.

Durch eine Verordnung des Reichsarbeitsministers Franz Seldte gelten die reichsdeutschen Regelungen über den Ladenschluss an Heiligabend auch in Österreich und den sudetendeutschen Gebieten. Danach ist Ladenschluss um 17 Uhr, bei Geschäften, die vor allem Lebensmittel verkaufen, um 18 Uhr.

In Hannover kündigt Reichsstudentenführer Gustav Adolf Scheel die Errichtung von Hochschul-Langemarck-Studien an. Künftig sollen jährlich 1000 Studenten ein kostenfreies 18monatiges Studium an der Technischen Hochschule Hannover absolvieren.

14.12.1938, Mittwoch

Die Sportjournalisten der USA wählen den Tennisspieler Donald Budge wie im Vorjahr zum Sportler des Jahres.

Die italienische Regierung befiehlt allen Hausbesitzern und Hoteleigentümern sowie Personen, die im Luftschutz ausgebildet sind, sich bis Jahresende eine Gasmaske zu kaufen.

Durch einen Erlass des Stellvertreters des Führers, Rudolf Heß, wird der Sicherheitsdienst (SD) des Reichsführers SS zum alleinigen politischen Nachrichtendienst der NSDAP erklärt.

Hermann Göring, der Reichsbeauftragte für den Vierjahresplan, ordnet für die technischen Hochschulen und Bergakademien des Deutschen Reiches eine Studiendauer von drei und an Fachschulen von zwei Jahren an.

15.12.1938, Donnerstag

Die Länge der Reichsautobahnen beträgt durch die Eröffnung neuer Streckenabschnitte 3062 km.

Die Autofirma Opel nimmt den “Kapitän” ins Programm, der den Super 6 ablöst. Der fünfsitzige “Kapitän” hat mit seinem 55 PS starken 2,5-l-Motor eine Dauergeschwindigkeit von 112 km/h. Er kostet als zweitürige Limousine ab Werk 3575 Reichsmark (viertürig 3975 RM) und als Kabriolett 4325 RM.

Im AEG-Werk Berlin-Henningsdorf wird die 5000. elektrische Lokomotive der Baureihe E 19 fertiggestellt. Sie erreicht mit maximal 8000 PS eine Höchstgeschwindigkeit von 225 km/h.

In Bern wählt die Vereinigte Bundesversammlung als Nachfolger für den zurückgetretenen Albert Meyer (Zürich) seinen freisinnigen Parteifreund Ernst Wetter (Zürich) mit 117 Stimmen zum Bundesrat. Auf den sozialdemokratischen Gegenkandidaten Ernst Klöti (Zürich) entfallen 98 Stimmen.

Das Prager Abgeordnetenhaus billigt mit 148:16 Stimmen ein Ermächtigungsgesetz, das der Regierung die Möglichkeit zu Verfassungsänderungen einräumt.

In der Sowjetunion wird durch ein Dekret die wirtschaftliche Situation der Kolchosen neu geregelt. Es wird verfügt, das von den Gesamteinnahmen zunächst alle anfallenden Kosten abzuziehen und dann der Rest an die Kolchosbauern abzuführen ist.

16.12.1938, Freitag

In Burgos beschließt die nationalspanische Regierung, dem 1931 abgesetzten König Alfons XIII. die Rückkehr nach Spanien zu erlauben.

In Rumänien entsteht durch königliches Dekret die Front der nationalen Wiedergeburt, die als einzige politische Organisation zugelassen wird.

Durch Erlass von Führer und Reichskanzler Adolf Hitler wird das Ehrenkreuz der deutschen Mutter für kinderreiche Mütter gestiftet.

Der Ingenieur Fritz Todt, bisher schon Generalinspekteur für das deutsche Straßenwesen und Leiter der Organisation Todt (OT), wird zum Generalbevollmächtigten für die Regelung der Bauwirtschaft ernannt.

17.12.1938, Samstag

Italien gibt Frankreich offiziell bekannt, dass es sich an das (nie ratifizierte) Laval-Mussolini-Abkommen vom 7. Januar 1935 über Kolonialkompensation in Nordafrika nicht mehr gebunden fühle. Darin war u.a. die Abtretung von drei Kolonialgebieten an Italien und die Zustimmung Italiens zum Abbau des privilegierten Status der Italiener in Tunesien vereinbart worden. Der damalige Außenminister Pierre Laval soll Ministerpräsident und Duce Benito Mussolini versprochen haben, ihm freie Hand in Abessinien (Äthiopien) zu lassen, sofern es dabei zu keinem Krieg komme.

18.12.1938, Sonntag

Bei den ersten Landtagswahlen in der Slowakei stimmen 97,5% für die Einheitsliste des Ministerpräsidenten Jozef Tiso.

Auf Sizilien weiht Ministerpräsident und Duce Benito Mussolini die neue Stadt Carbonia ein, in deren Nähe bedeutende Kohlevorkommen liegen.

Als erste Neuinszenierung dirigiert der Aachener Generalmusikdirektor Herbert von Karajan in der Berliner Staatsoper unter der Regie von Gustaf Gründgens “Die Zauberflöte” von Wolfgang Amadeus Mozart.

19.12.1938, Montag

Die Vertrauensleute der rund 4000 Personen umfassenden jüdischen Gemeinde der Freien Stadt Danzig erklären, im Frühjahr 1939 geschlossen die Stadt verlassen zu wollen.

20.12.1938, Dienstag

Die westdeutschen Eisenbahnen begehen in Düsseldorf ihre 100-Jahr-Feier. Am 20. Dezember 1838 war die Eisenbahnstrecke Düsseldorf-Erkrath als erste in Betrieb gegangen.

21.12.1938, Mittwoch

Durch Erlass des Führers und Reichskanzlers Adolf Hitler wird der Deutsche Reichsbund für Leibesübungen (DRL) in Nationalsozialistischer Reichsbund für Leibesübungen (NSRL) umbenannt und der NSDAP unterstellt.

Durch das Gesetz über die Deutsche Reichslotterie wird das Recht, öffentliche Lotterien und Ausspielungen zu veranstalten, dem Reich zugewiesen.

Durch Erlass des Führers und Reichskanzlers wird die Durchführung städtebaulicher Maßnahmen in der Hauptstadt der Bewegung München angeordnet. Zum Generalbaurat für München wird Hermann Giesler bestellt.

22.12.1938, Donnerstag

In einem Brief an die Zeitschrift “Naturwissenschaften” beschreibt der am Kaiser-Wilhelm-Institut in Berlin-Dahlem arbeitende Chemiker Otto Hahn seine Versuche über “Bestrahlung des Urans mittels Neutronen”.

Die jüdischen Hochschullehrer an den deutschen Hochschulen in Prag und Brünn werden von jeder Lehrtätigkeit ausgeschlossen. Auch jüdische Lehrer an den deutschen Schulen müssen ihre Tätigkeit aufgeben.

Japans Ministerpräsident Fumimaro Prinz Konoe formuliert in Tokio sein Programm zur “Neuen Ordnung” Ostasiens. Als Vorbedingung für einen Frieden mit China werden u.a. genannt: Anerkennung des 1934 von Japan gegründeten Kaiserreichs Mandschukuo, freier Handel und Ansiedlungsrechte für Japaner in China und die Erklärung der Inneren Mongolei zum besonderen antikommunistischen Gebiet.

23.12.1938, Freitag

Auf 22 “Volksweihnachtsfeiern” der NSDAP in Berlin werden 120 000 Kinder bedürftiger Eltern beschenkt.

Die nationalspanischen Truppen beginnen ihre Offensive gegen das republikanische Katalonien. Der mit großer Überlegenheit an Menschen und Material geführte Angriff schlägt schnell Lücken in die nur dünne republikanische Front.

Der neue Film des Regisseurs und Schauspielers Henry Piel wird uraufgeführt. In “Menschen, Tiere, Sensationen” präsentiert sich Piel als Raubtierdresseur.

24.12.1938, Samstag

Reinhard Heydrich, Chef der Sicherheitspolizei und des Sicherheitsdienstes, erlässt eine Anordnung für die Leitstellen der Geheimen Staatspolizei im Sudetenland, von einer unbegründeten Festnahme und Einlieferung in Konzentrationslager abzusehen.

Papst Pius XI. übt in einer Ansprache an das Kardinalskollegium im Vatikan Kritik an der antikirchlichen Haltung der italienischen Regierung.

In Lima beenden 21 Staaten der westlichen Hemisphäre, darunter die USA, die am 9. Dezember begonnene achte Panamerikanische Konferenz mit der Verabschiedung einer Deklaration von Lima über die Prinzipien der gegenseitigen Konsultation.

In Chile tritt der am 25. Oktober durch ein Wahlbündnis der Linksparteien zum Präsidenten gewählte Pedro Aguirre Cerda sein Amt an. Er löst Arturo Alessandri y Palma ab, der sich vor allem auf die Partei des Mittelstandes, die Partido Radical, gestützt hatte.

25.12.1938, Sonntag

Der “Völkische Beobachter” schreibt in einem Artikel zum Weihnachtsfest zur Rolle der deutschen Mutter, die Schaffung des Mutterkreuzes drücke das Vertrauen aus, “das der Führer und damit das ganze Deutsche Volk allen Müttern” entgegenbrächte.

26.12.1938, Montag

Als Reaktion auf die Kündigung des Mussolini-Laval-Abkommens (7.1. 1935) durch Italien am 17. Dezember schickt Frankreich zum Schutz der französischen Interessen im Somaliland einen Zerstörer und 1000 Senegalschützen nach Djibouti.

27.12.1938, Dienstag

Das Präsidium des Obersten Sowjet führt den Ehrentitel “Held der Sozialistischen Arbeit” ein.

28.12.1938, Mittwoch

Zur Förderung des Kleinwohnungsbaus im Deutschen Reich werden die zur Siedlungsfinanzierung gewährten Reichsdarlehen künftig bis zu 38 Jahre zinsfrei gewährt. Lediglich eine Tilgung von 1% – höhere Einkommen 2% – ist zu leisten.

In Paris werden die Filme “Gare du Nord” von Marcel Carné und “Bestie Mensch” (La bête humaine) mit Jean Gabin in der Hauptrolle von Jean Renoir uraufgeführt.

29.12.1938, Donnerstag

In der Sowjetunion werden “Maßnahmen zur Stärkung der Arbeitsmoral durch Änderungen der Sozialeinrichtungen” verkündet. Dadurch werden Tariflöhne und Urlaub gekürzt und eine Aufhebung des Bezugs von verbilligten Lebensmitteln nach zweimaligem Arbeitsplatzwechsel eingeführt. Ferner werden für Arbeiter und Angestellte Arbeitsbücher eingeführt.

30.12.1938, Freitag

Bei einem Seegefecht vor Gibraltar wird der republikanische Zerstörer “José Luis Diaz” von nationalspanischen Kriegsschiffen versenkt.

31.12.1938, Samstag

Die deutsche katholische Tageszeitung “Germania” stellt ihr Erscheinen ein.

In Prag stellen die seit 1921 erscheinende und als offiziöses Blatt des Prager Außenministeriums geltende “Prager Presse” und die 1827 erstmals erschienene “Bohemia” ihr Erscheinen ein.

In der Slowakei wird eine Volkszählung durchgeführt. Sie ergibt eine Bevölkerung von 2,7 Millionen, wobei die Slowaken einen Anteil von 84,56%, die Deutschen von 4,74% und die Tschechen von 3,46% haben.

Im Kieler Stadttheater hat die Operette “Saison in Salzburg” von Fred Raymond mit dem Text von Max Wallner und Kurt Feltz Premiere.