Was geschah im Dezember 1944

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1.12.1944, Freitag

Das 1943 im US-amerikanischen Exil entstandene “Konzert für Orchester” des ungarischen Komponisten Béla Bartok wird in Boston unter der Leitung von Sergei A. Kussewizki uraufgeführt.

In Paris wird ein Gerichtsverfahren gegen zwölf Franzosen eröffnet, die während der deutschen Besatzungszeit mit der Geheimen Staatspolizei (Gestapo) zusammengearbeitet hatten.

Der deutsche Propagandafilm “Ein Blick zurück” mit Rudolf Forster und Hilde Weißner unter der Regie von Gerhard Menzel wird in Berlin uraufgeführt.

2.12.1944, Samstag

US-amerikanische Truppen unter dem Befehl von General George Smith Patton dringen in das Saartal ein.

Das faschistische Regime in Oberitalien setzt eigene Truppen ein, die an der Seite deutscher Verbände die Poebene gegen alliierte Streitkräfte verteidigen sollen.

3.12.1944, Sonntag

Der deutsche Führer und Reichskanzler Adolf Hitler erlässt eine Verfügung über die neuen militärischen Aufgaben des Reichsarbeitsdienstes, der zukünftig einen Teil der bisher vom Ersatzheer durchgeführten militärischen Ausbildung übernehmen soll.

Die deutsche Wehrmacht räumt ihre Stellungen bei Venlo (Niederlande).

In Griechenland bricht ein Aufstand der kommunistischen Befreiungsfront “Ellenikon Apelevtherikon Metopon” (EAM) gegen die Regierung von Ministerpräsident Georgios Papandreou aus. Direkter Anlass des Bürgerkrieges ist die Anordnung Papandreus, dass der militärische Flügel der EAM zu entwaffnen sei.

Der französische Chemiker und Physiker Georges Claude, der 1902 ein nach ihm benanntes Verfahren zur Luftverflüssigung entwickelt hatte, wird in Paris verhaftet. Ihm wird vorgeworfen, während der Besatzungszeit mit den Deutschen zusammengearbeitet zu haben.

In den Vereinigten Staaten wird eine offizielle Studie über den Nachkriegshandel der USA mit Südamerika veröffentlicht. In dem Bericht wird davon ausgegangen, dass sich die US-Exportmöglichkeiten nach Südamerika für die ersten zehn Nachkriegsjahre auf rund sechs Milliarden US-Dollar belaufen werden.

4.12.1944, Montag

Neuer Präsident des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz wird Carl Jacob Burckhardt. Er löst Max Huber ab, der dieses Amt seit 1928 bekleidete.

Der chinesische Staatschef Chiang Kai-shek nimmt zum zweiten Mal innerhalb von 14 Tagen eine Regierungsumbildung vor. Er reagiert damit auf eine sich zuspitzende Staatskrise, die sich an den militärischen Erfolgen japanischer Truppen in der chinesischen Provinz Kweitschou entzündet hatte.

Ein polnisches Sondergericht in Lublin verurteilt fünf Funktionäre des am 23. Juli befreiten Konzentrationslagers Majdanek zum Tode. Sie werden für die grausame Massenvernichtung von rund 1,5 Millionen Menschen mitverantwortlich gemacht.

Bei einem Angriff der britischen Luftwaffe in der Nacht vom 4. auf den 5. Dezember auf Heilbronn wird die Altstadt nahezu völlig zerstört. 7147 Menschen finden den Tod.

Der deutsche Führer und Reichskanzler Adolf Hitler empfängt Ferenc Szálasi, der seit dem Putsch vom 15. Oktober unter deutschem Schutz Staatschef von Ungarn ist, zu einer Unterredung über Fragen der militärischen, politischen und wirtschaftlichen Zusammenarbeit beider Länder.

5.12.1944, Dienstag

Britische Truppen ziehen in Ravenna ein und werden von der italienischen Bevölkerung mit Begeisterung begrüßt.

In Moskau wird eine ungarische Gegenregierung unter Generaloberst Béla Dálnoki-Miklós gebildet, die sich am 7. Dezember in Debrecen (Ungarn) niederläßt.

Alle deutschen Frauen über 18 Jahren werden zur aktiven Verteidigung des Deutschen Reiches aufgerufen. Die NS-Frauenführerin Gertrud Scholtz-Klink gibt dazu die Parole aus: “Hilf dir selbst, so hilft dir Gott”.

Im Iran tritt ein Gesetz in Kraft, das es der Regierung in Teheran verbietet, in Zukunft ausländischen Regierungen oder Gesellschaften Ölkonzessionen zu gewähren. Die Ausbeute der iranischen Ölvorkommen soll allein durch einheimische Gesellschaften erfolgen dürfen.

6.12.1944, Mittwoch

Japanische Streitkräfte landen auf der Philippineninsel Leyte und greifen US-amerikanische Flugzeugstützpunkte an. Sechs Tage später sind alle auf Leyte gelandeten Fallschirmjäger getötet oder gefangengenommen.

Der Generaldirektor der Vereinigten Stahlwerke, Albert Vögler, wird von dem deutschen Führer und Reichskanzler Adolf Hitler zum Generalbevollmächtigten der Ruhrwirtschaft ernannt.

Der einstrahlige Düsenjäger Heinkel “He 162”, der den Beinamen “Salamander” trägt, startet in Wien zu seinem ersten Probeflug. Die Maschine soll serienmäßig produziert werden und die alliierten Bombenangriffe stoppen. Sie kommt jedoch wegen des Treibstoffmangels vor Kriegsende nicht mehr zum Einsatz.

7.12.1944, Donnerstag

In Chicago (USA) endet nach 37 Tagen die Internationale Luftfahrtkonferenz, ohne dass in den grundsätzlichen Fragen – Bildung einer Weltluftorganisation und Anerkennung einer allgemeinen Luftfreiheit – eine Einigung erzielt werden konnte.

Im Deutschen Reich wird ein “Tag des deutschen Eisenbahners” abgehalten. Zu diesem Anlass wird acht Eisenbahnern das Ritterkreuz zum Kriegsverdienstkreuz mit Schwertern verliehen.

US-Bomber fliegen einen schweren Angriff auf das japanische Festland. Die US-Luftwaffe setzt dabei die speziell für den Luftkrieg gegen Japan entwickelte Boeing “B 29” (“Superfortress”) ein.

In Griechenland setzen britische Streitkräfte zur Bekämpfung des Aufstandes der kommunistischen Befreiungsarmee erstmals Artillerie ein. Gleichzeitig bombardieren Jagdflugzeuge die Stützpunkte der Rebellen.

8.12.1944, Freitag

Das im Vorjahr in der UdSSR gegründete “Nationalkomitee Freies Deutschland” das auf einen Sturz des NS-Regimes hinarbeitet, fordert das deutsche Volk auf, den Krieg zu beenden. Die Proklamation trägt die Unterschriften von 50 kriegsgefangenen deutschen Generälen, darunter auch der ehemalige Oberbefehlshaber der 6. deutschen Armee, Generalfeldmarschall Friedrich Paulus.

Sowjetische Truppen beginnen eine Großoffensive zur Einkesselung der ungarischen Hauptstadt Budapest.

Die Vulkaninsel Iwo Jima im Pazifik wird von US-Verbänden angegriffen.

Ein heftiges Erdbeben, dessen Zentrum 150 km südöstlich von Tokio liegt, erschüttert das japanische Festland.

Opfergang”, ein deutscher Spielfilm mit Carl Raddatz und Kristina Söderbaum wird in Hamburg uraufgeführt. Der Farbfilm erhält das Prädikat “künstlerisch besonders wertvoll”.

9.12.1944, Samstag

In Washington wird amtlich bekanntgegeben, dass die US-amerikanischen Streitkräfte seit Beginn des Krieges 13 418 Flugzeuge verloren haben.

10.12.1944, Sonntag

Der Nobelpreis für Chemie des Jahres 1944 wird dem deutschen Chemiker Otto Hahn für die Entdeckung der Kernspaltung zugesprochen.

Der deutsche Führer und Reichskanzler Adolf Hitler verlegt sein Hauptquartier in den Taunus, um die Westoffensive zu planen.

Der Vatikan erkennt die “Provisorische Regierung der Französischen Republik” von General Charles de Gaulle de jure an.

Der neuntägige Besuch des Ministerpräsidenten der “Provisorischen Französischen Regierung”, Charles de Gaulle, beim sowjetischen Partei- und Staatschef Josef W. Stalin in Moskau endet mit der Unterzeichnung eines französisch-sowjetischen Bündnisvertrages.

11.12.1944, Montag

Alliierte Bomberverbände fliegen einen schweren Angriff auf Frankfurt am Main.

Zum dritten Jahrestag des deutsch-italienisch-japanischen Waffenbündnisses wenden sich die Außenminister der Regierungen in Berlin, Salò und Tokio über Rundfunk an ihre Völker.

Der Austritt der Sozialisten aus dem italienischen Kabinett von Ministerpräsident Ivanoe Bonomi macht eine Regierungsumbildung erforderlich. Carlo Graf Sforza scheidet aus, und der Kommunist Palmiro Togliatti steigt zum stellvertretenden Ministerpräsidenten auf.

In Paris beginnt der Oberste Gerichtshof, der speziell zur Aburteilung der Minister und Beamten der gestürzten Regierung von Vichy gebildet worden ist, seine Tätigkeit. 68 Personen stehen unter der Anklage des Hochverrats.

Chile und die Sowjetunion nehmen diplomatische Beziehungen auf.

12.12.1944, Dienstag

In Wien beginnt der dritte Kongress der “Union Nationaler Journalistenverbände”. Vertreter aus 22 Nationen debattieren drei Tage lang über allgemeine Fragen des “Weltkampfes” und über eine “Neugeburt Europas”.

Nicaragua und die Sowjetunion nehmen diplomatische Beziehungen auf.

13.12.1944, Mittwoch

Die deutschen Verbände ziehen sich angesichts der Angriffe alliierter Truppen aus dem Nordelsass zurück.

Die Artillerieschlacht um die ungarische Hauptstadt Budapest erreicht ihren vorläufigen Höhepunkt. Von Norden, Osten und Süden feuern sowjetische Truppen aus rund 10 000 Geschützen ununterbrochen Granaten in die deutschen Befestigungsanlagen.

Im Alter von 78 Jahren stirbt in Neuilly-sur-Seine bei Paris der russische Maler und Grafiker Wassily Kandinsky. Er schuf im Jahre 1910 sein erstes abstraktes Werk und gründete verschiedene Künstlervereinigungen, darunter den “Blauen Reiter” in München.

14.12.1944, Donnerstag

Alliierte Luftstreitkräfte fliegen Bombenangriffe auf Rangun (Birma) und Bangkok (Thailand).

In der Schweiz wird Bundesrat Eduard von Steiger als Nachfolger von Walter Stampfli zum Bundespräsidenten für das Jahr 1945 gewählt.

15.12.1944, Freitag

Der britische Premierminister Winston Churchill unterstützt in einer Rede vor dem Unterhaus in London die sowjetischen Gebietsforderungen gegen Polen und dessen damit einhergehende Westverschiebung.

Helmut Käutners Spielfilm “Große Freiheit Nr. 7”, eine Geschichte aus dem Hamburger Hafen- und Nachtlokalmilieu mit Hans Albers als Hauptdarsteller, wird in Prag uraufgeführt, nachdem Reichspropagandaminister Joseph Goebbels den Film für das Deutsche Reich verboten hatte. Vorführungen sind nur im Ausland einschließlich des Protektorats Böhmen und Mähren zugelassen.

Chinesische Truppen erobern Bhamo in Birma.

16.12.1944, Samstag

Die Ardennenoffensive, der letzte, vergebliche Versuch der Deutschen, den Ring der Alliierten im Westen zu durchbrechen, beginnt.

US-amerikanische Truppen landen mit 15 000 Mann auf der von Japanern besetzten Philippineninsel Mindoro und errichten drei feste Brückenköpfe.

Der Ministerpräsident der faschistischen italienischen Republik von Salò, Benito Mussolini, hält im Teatro Lirico in Mailand seine erste öffentliche Rede seit seinem Sturz im Juli 1943. Mussolini betont seine unerschütterliche Siegesgewißheit und bezeichnet sich als einzigen rechtmäßigen Führer Italiens.

Alle Pariser Nachtklubs und Tanzlokale bleiben bis Kriegsende geschlossen. Dies sieht eine Verordnung vor, die vom Innenministerium der “Provisorischen Regierung der Französischen Republik” herausgegeben wird.

Ein einmotoriges US-Flugzeug, in dem sich der bekannte Posaunist und Leiter der US-Luftwaffen-Big-Band, Glenn Miller, befindet, stürzt über dem Ärmelkanal ab. Der Musiker und sieben weitere Insassen kommen ums Leben.

17.12.1944, Sonntag

Ein schwerer Angriff der britischen Luftwaffe auf München fordert insgesamt 562 Menschenleben.

Eine Kampfgruppe der 1. SS-Panzerdivision “Leibstandarte Adolf Hitler” unter Obersturmführer Jochen Peiper eröffnet bei Malmedy in Belgien das Feuer auf eine Abteilung gefangener und z.T. verwundeter US-amerikanischer Soldaten. 71 Personen werden getötet.

In der Wüste des US-Bundesstaates Utah beginnt eine Bombereinheit der US-Luftwaffe mit Probeflügen und Abwurfübungen für den Einsatz der in den USA entwickelten Atombombe.

18.12.1944, Montag

Der deutsche Führer und Reichskanzler Adolf Hitler stiftet eine neue militärische Auszeichnung, den “Warschau-Schild”, als Kampfabzeichen für alle, die in der Zeit vom 1. August bis zum 2. Oktober an den “Kämpfen in Warschau ehrenvoll beteiligt waren”.

In Frankreich erscheint die erste Nummer der neuen Tageszeitung “Le Monde” in einer Auflage von 140 000 Exemplaren.

150 000 britische Dock- und Fabrikarbeiter demonstrieren gegen die Haltung ihrer Regierung im griechischen Bürgerkrieg. Sie fordern Premierminister Winston Churchill auf, sofort einen Waffenstillstand herbeizuführen.

Britisch-indischen Truppen gelingt es, in Birma eine einheitliche Frontlinie zu bilden und die Japaner aus dem Nordwesten des Landes zu verdrängen.

In Wien wird das “Provisorische Österreichische Nationalkomitee” gegründet, in dem die verschiedenen Widerstandsgruppen des Landes organisatorisch vereinigt werden.

Das deutsche Linienschiff “Schleswig-Holstein” wird im Hafen von Gotenhafen (Gdingen) von alliierten Bomben getroffen und brennt aus.

19.12.1944, Dienstag

In Addis Abeba wird ein Vertrag zwischen Großbritannien und Äthiopien unterzeichnet. Darin sagt Großbritannien dem afrikanischen Land materielle Hilfe zu und erkennt seine Unabhängigkeit an. Äthiopien verpflichtet sich, den Alliierten die Benutzung der Eisenbahn Addis Abeba-Dschibuti zu gestatten.

Aus London kommen neue Meldungen über Rudolf Heß, den ehemaligen Stellvertreter des deutschen Führers und Reichskanzlers Adolf Hitler, der 1941 als selbsternannter Friedensbote nach Großbritannien geflogen war und seitdem dort interniert ist. Der Geisteszustand von Heß soll sich in letzter Zeit stark verschlechtert haben, er leidet an Neurosen und Verfolgungswahn.

Der unter der Regie von Heinz Rühmann gedrehte deutsche Spielfilm “Der Engel mit dem Saitenspiel” mit Hertha Feiler, Susanne von Almassy und Hans Nielsen wird in Berlin uraufgeführt.

20.12.1944, Mittwoch

Die Evaluierung eines Großteils der Bevölkerung von Trier gemäß einem Erlass vom 25. Oktober ist abgeschlossen. Von den ursprünglich rund 85 000 Einwohnern sind nur noch 3000 in der Stadt.

Mitglieder der dänischen Widerstandsbewegung zerstören die Kopenhagener Maschinenfabrik Astra, die Gasmotoren produziert und an die deutsche Besatzungsmacht geliefert hat.

21.12.1944, Donnerstag

Von 13 deutschen Offizieren, die aus einem Kriegsgefangenenlager in Penkridge (Großbritannien) ausbrechen, werden zwölf noch am gleichen Tag wieder gefangengenommen. Einem der Wehrmachtsangehörigen gelingt die Flucht.

Britische Flugzeuge bombardieren Eisenbahnanlagen in Köln und Bonn.

22.12.1944, Freitag

Nagoja, die drittgrößte Stadt Japans, wird von der US-amerikanischen Luftwaffe angegriffen. Etwa 100 Maschinen werfen ihre Bombenladungen auf zivile und militärische Ziele.

Vo Nguyên Giap gründet eine vietnamesische Volksarmee, deren vorrangige Aufgabe darin bestehen soll, das Land sowohl von den Japanern als auch von den Franzosen zu befreien.

Das Kriegsministerium der Vereinigten Staaten verfügt die sofortige Demobilisierung aller weiblichen Piloten der US-amerikanischen Luftwaffe. In der amtlichen Mitteilung heißt es, dass der Bestand an Flugpersonal so groß sei, dass auf weibliche Kräfte verzichtet werden könne.

Angelo Guiseppe Roncalli, der spätere Papst Johannes XXIII., wird von Papst Pius XII. zum Apostolischen Nuntius in Frankreich ernannt.

23.12.1944, Samstag

Nach einer Unterbrechung von viereinhalb Jahren erscheint in Paris erstmals wieder die europäische Ausgabe des “New York Herald Tribune”. Die letzte Nummer datiert vom 12. Juni 1940, zwei Tage vor dem Einmarsch deutscher Truppen in der französischen Hauptstadt.

24.12.1944, Sonntag

Der Heilige Abend im sechsten Kriegsjahr wird in weiten Gebieten des Deutschen Reiches vom Heulen der Sirenen und in den Grenzgebieten vom Schlachtenlärm begleitet. Die noch nicht zerstörten Kirchen sind überfüllt.

Die ungarische Hauptstadt Budapest ist von sowjetischen Truppen eingekesselt.

Das US-Kriegsdepartement teilt mit, dass seit der Landung der Alliierten in der Normandie am 6. Juni bis zum Heiligen Abend 800 000 deutsche Soldaten gefangengenommen wurden.

25.12.1944, Montag

Der deutsche Generalfeldmarschall Gerd von Rundstedt erklärt die deutsche Ardennenoffensive für gescheitert. Führer und Reichskanzler Adolf Hitler fordert jedoch, das aussichtslose Unternehmen fortzusetzen.

US-amerikanische Kampfflugzeuge greifen Brücken und Eisenbahnlinien im Gebiet von Koblenz und Bonn an.

26.12.1944, Dienstag

Alliierte Luftstreitkräfte unternehmen von Frankreich aus einen Angriff auf die deutschen Treibstoffwerke in Schlesien.

Im Civic Theatre in Chicago kommt das Schauspiel “Die Glasmenagerie” zur Uraufführung. Der US-amerikanische Dramatiker Tennessee Williams erringt mit diesem Theaterstück seinen ersten großen Bühnenerfolg.

Die in Bastogne (Belgien) eingeschlossenen US-Truppen werden nach achttägiger Belagerung befreit.

27.12.1944, Mittwoch

Die deutsche Kriegsmarine führt ein neues Kampfabzeichen, den gestickten Sägefisch, ein. Die Auszeichnung wird an Soldaten verliehen, die sich freiwillig als Einzelkämpfer für einen Sondereinsatz gemeldet haben.

28.12.1944, Donnerstag

In der deutschen Wochenzeitschrift “Das Reich” nimmt Reichspropagandaminister Joseph Goebbels Stellung zu den Gerüchten über die Ursachen für das Ausbleiben von öffentlichen Auftritten des deutschen Führers und Reichskanzlers Adolf Hitler. Er bezeichnet Hitler nach wie vor als die größte Persönlichkeit, die derzeit Geschichte mache, und weist darauf hin, dass er auch durch den Krieg nicht “älter” geworden sei.

Das Musical “On the Town” wird im Adelphi Theatre in New York uraufgeführt. Konzeption und Choreographie stammen von Jerome Robbins, die Musik komponierte Leonard Bernstein. Das Musical basiert auf dem Ballett “Fancy Free”.

29.12.1944, Freitag

Starke US-Luftverbände greifen von Italien aus Ziele in Süddeutschland und Österreich an. Bombardiert werden vor allem Eisenbahn- und Industrieanlagen.

30.12.1944, Samstag

Der mexikanische Senat ermächtigt Präsident Manuel Avila Camacho, Truppen in Übersee zum Kampf gegen das Deutsche Reich und Japan einzusetzen.

In Paris erscheint der Gedichtband “La Diane française” des französischen Schriftstellers Louis Aragon.

31.12.1944, Sonntag

Die ungarische Gegenregierung unter Béla Dálnoki-Miklós erklärt dem Deutschen Reich den Krieg.

Martin Bormann, “Sekretär des Führers”, weist darauf hin, dass alle im Deutschen Reich und in den besetzten Gebieten beschlagnahmten Kunstwerke bei den Sachbearbeitern von Führer und Reichskanzler Adolf Hitler anzumelden seien, da dieser in Linz ein Museum errichten wolle.

Die deutsche Waffen-SS zählt Ende des Jahres 1944 fast eine Million Mitglieder.

Das griechische Kabinett unter Ministerpräsident Georgios Papandreou tritt zurück. Der griechische König Georg II. betraut daraufhin Erzbischof Damaskinos mit der Regentschaft.