Was geschah im Dezember 1949

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1.12.1949, Donnerstag

Der Vorsitzende der US-amerikanischen Bergleute-Gewerkschaft UMW, John L. Lewis, ordnet an, dass die im UMW organisierten 480 000 Kohlebergarbeiter ab sofort nur hoch an den ersten drei Tagen der Woche arbeiten sollen. Die Bergarbeiter befinden sich bereits seit Monaten immer wieder im Streik, so dass die Energieversorgung der USA teilweise beeinträchtigt wird.

Der Abzug der britischen Truppen aus Griechenland, der am 24. November begonnen wurde, wird abgeschlossen. In Griechenland bleiben jedoch Militärmissionen der britischen und der US-Regierung.

Der 74-Jährige Chirurg Ferdinand Sauerbruch scheidet nach 30-Jähriger Tätigkeit aus der Berliner Charité aus.

Im Westberliner Stadtteil Ruhleben wird das Kraftwerk West eingeweiht, das die Elektrizitätsversorgung Berlins (West) unabhängig von Stromlieferungen der DDR sichern soll.

In Italien legt ein eintägiger Generalstreik das öffentliche Leben teilweise lahm. Anlass ist der Tod zweier Bauern, die bei Zusammenstößen mit der Polizei getötet wurden, als sie zur Erzwingung der Bodenreform Landgüter in Besitz nahmen.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) zählt insgesamt etwa fünf Millionen Mitglieder, darunter 700 000 Frauen.

2.12.1949, Freitag

Der Demokratische Block der Parteien in der DDR erklärt, durch das Petersberger Abkommen habe die Bundesregierung freiwillig das wichtigste und wertvollste Industriegebiet Deutschlands aufgegeben.

In Wien wird im Studio in der Kolingasse Ödön von Horváths 1933 entstandene Komödie “Die Unbekannte aus der Seine” uraufgeführt.

Nach einem Gespräch zwischen dem SPD-Vorsitzenden Kurt Schumacher und Bundeskanzler Konrad Adenauer (CDU), in dem sich beide Politiker für ihre Vorwürfe in der Bundestagsdebatte vom 25. November entschuldigt haben, wird der Ausschluss Schumachers aus dem Bundestagsplenum aufgehoben.

3.12.1949, Samstag

In einem Interview mit der in Cleveland/Ohio erscheinenden Zeitung “The Plain Dealer” sagt Bundeskanzler Konrad Adenauer auf die Frage nach dem deutschen Beitrag zur europäischen Sicherheit, es sei “im äußersten Fall … die Frage eines deutschen Kontingents im Rahmen irgendeiner Armee einer europäischen Föderation zu überlegen”. Am folgenden Tag führt Adenauer dazu aus, dass er prinzipiell gegen eine Wiederaufrüstung der Bundesrepublik sei.

4.12.1949, Sonntag

Vier Tote und über 200 Verletzte fordert in Hamburg ein Orkan, der teilweise Windstärke 12 erreicht. In Nord- und Westdeutschland richtet der Sturm z.T. beträchtliche Sachschäden an.

5.12.1949, Montag

Die sächsische SED ruft dazu auf, den Kindern das Weihnachtsfest als Wintersonnenwendfeier darzustellen, um sie von der “kirchlichen Sentimentalität” loszureißen. In den Weihnachtsliedern sollen Christkind und Weihnachtsmann durch “Solimännchen” (= Solidaritätsmännchen) ersetzt werden.

In Wuppertal regeln Polizisten in Nikolauskostümen den Verkehr.

6.12.1949, Dienstag

Der Führer der Konservativen Partei Islands, Olaf Thors, stellt nach den Parlamentswahlen vom 25. Oktober in Reykjavik seine neue Regierung vor, der ausschließlich Konservative angehören.

7.12.1949, Mittwoch

In Florenz findet ein Einigungskongress der Sozialistischen Parteien Italiens statt. Drei der Gruppierungen schließen sich in einer Sozialistischen Einheitspartei zusammen.

Die britische Regierung lässt eine Million Flugblätter “Nur an Frauen” verteilen. Den Empfängerinnen werden darin Vorschläge für Sparmaßnahmen in der Haushaltsführung gemacht, um einer Inflation vorzubeugen. Die Frauen werden u.a. dazu aufgefordert, weniger Neuanschaffungen zu machen und soviel wie möglich zu stopfen und zu flicken.

In London konstituiert sich der Internationale Bund freier Gewerkschaften, durch den etwa 46 Millionen Gewerkschaftsmitglieder vertreten sind.

Die provisorische Volkskammer der DDR beschließt die Errichtung eines Obersten Gerichtshofes und einer Generalstaatsanwaltschaft.

8.12.1949, Donnerstag

Im Genfer Palais du Conseil Général findet die offizielle Unterzeichnung der vier neuen Genfer Konventionen vom 11. August statt.

Die nationalchinesische Regierung verlegt ihren Sitz nach Taipeh auf Formosa (Taiwan), nachdem die kommunistischen Truppen bis auf 30 km zur provisorischen nationalchinesischen Hauptstadt Tschengtu vorgerückt sind.

Der Führer der bei den Wahlen vom 30. November siegreichen neuseeländischen Nationalpartei, Sidney George Holland, bildet eine Regierung, in der er die Funktion des Premier- und Finanzministers übernimmt.

Der Bundestag in Bonn verabschiedet mit großer Mehrheit ein Amnestiegesetz, das noch vor Weihnachten in Kraft treten soll. Es betrifft Häftlinge, die Strafen von bis zu einem Jahr verbüßen müssen.

Die Zentralspruchkammer Württemberg-Baden in Ludwigsburg stuft den ehemaligen Ankläger bei der Entnazifizierungskammer Schwäbisch-Gmünd, Georg Paris, als Hauptschuldigen ein und verurteilt ihn zu zwei Jahren Arbeitslager.

Die italienischen Radrennfahrer Ferdinand Teruzzi und Severine Rigonti gewinnen das erste Berliner Sechs-Tage-Rennen seit Ende des Zweiten Weltkriegs. Das Rennen wurde am 2. Dezember durch den Schauspieler Paul Hörbiger eröffnet.

9.12.1949, Freitag

Ein jugoslawisches Gericht in Sarajewo verurteilt zehn sowjetische Staatsbürger wegen Zusammenarbeit mit den deutschen Besatzern während des Zweiten Weltkriegs und Spionage für die Sowjetunion zu Haftstrafen zwischen drei und 20 Jahren. Es ist das erste Mal, dass Sowjetbürger in einem kommunistischen Land angeklagt werden.

Der Bundestag in Bonn legt fest, dass ab 1950 das vom bizonalen Wirtschaftsrat im April beschlossene “Notopfer Berlin” (in Form von zusätzlichen Briefmarken und Gehaltsabzügen) auf Bundesebene erhoben werden soll.

10.12.1949, Samstag

Die seit 1941 regierende Labour-Party erleidet bei den Wahlen zum australischen Repräsentantenhaus eine Niederlage.

Die Vollversammlung der UNO verlangt in einer Resolution, Jerusalem unter internationales Recht zu stellen, um die heiligen Stätten in der Stadt und ihrer Umgebung zu schützen.

In Stockholm werden die Nobelpreisträger des Jahres 1949 ausgezeichnet; den Friedenspreis erhält in Oslo der Brite Lord John Boyd-Orr.

11.12.1949, Sonntag

Rund 69% der Schweizer Wähler billigen in einer Volksabstimmung eine Gehaltserhöhung für die rund 93 000 Beamten der Eidgenossenschaft.

In Berlin (West) wird der Deutsche Journalistenverband gegründet. Vorsitzender wird der freie Journalist und SPD-Bundestagsabgeordnete Erich Klabunde.

Um ihre Lohnforderungen durchzusetzen, treten die Eisenbahnarbeiter in ganz Japan in den Hungerstreik.

12.12.1949, Montag

Der Oberste Gerichtshof für die britische Zone in Köln hebt den Freispruch im Prozess gegen den Filmregisseur Veit Harlan auf, der am 23. April vom Hamburger Schwurgericht verkündet wurde. Der Gerichtshof sieht es als nahezu erwiesen an, dass Harlan sich eines Verbrechens gegen die Menschlichkeit schuldig gemacht hat.

Die Bundesbahn unterhält die Fahrgäste im D-Zug Stuttgart – Hamburg künftig durch Reisefunk. Die Passagiere können Tanzmusik und volkstümliche Klassik hören, werden aber auch über Anschlusszüge an der nächsten Station informiert.

Die 17 Bundestagsabgeordneten der Bayernpartei fordern die formelle Ächtung jeder Remilitarisierung der Bundesrepublik durch den Bundestag. Das Zentrum und die Kommunisten bringen ähnliche Anträge ein.

Entgegen dem Beschluss der UN-Vollversammlung vom 10. Dezember einigen sich Israel und Jordanien auf eine Demarkationslinie in Jerusalem und teilen das bislang als Niemandsland betrachtete Gebiet untereinander auf.

13.12.1949, Dienstag

Die US-Behörden in Deutschland legen ihr Veto gegen eine größere Bestellung von Eisenbahnschienen ein, die bei den Stahlwerken im Ruhrgebiet von der Regierung der Volksrepublik China in Auftrag gegeben werden sollte.

14.12.1949, Mittwoch

Der ehemalige stellvertretende Ministerpräsident Bulgariens, Traitscho Kostow, wird zum Tode verurteilt. Er wurde u.a. für schuldig befunden, die Ermordung des früheren Ministerpräsidenten Georgi Dimitrow geplant zu haben.

Die israelische Regierung verlegt ihren Sitz in die Neustadt von Jerusalem. Nur das Außen- und das Verteidigungsministerium sollen noch für einige Zeit in Tel Aviv verbleiben.

Die Verfassunggebende Versammlung Syriens billigt einen Verfassungsentwurf für das Land, der nach der Unterzeichnung durch die Nationalversammlung in Kraft tritt. Die Abgeordneten wählen Ministerpräsident Haschim Al Atasi zum Staatspräsidenten.

Im Teatro Mercandante in Neapel wird das Stück “La grande magia” (“Der große Zauberer”) von Eduardo De Filippo uraufgeführt.

15.12.1949, Donnerstag

Les Justes” (“Die Gerechten”), ein Schauspiel von Albert Camus, wird – mit Serge Reggiani und Maria Casarès in den Hauptrollen – im Pariser Theatre Hébertot uraufgeführt.

In der Bundesrepublik sind 1,499 Millionen Arbeitslose registriert.

Die stellvertretenden Außenminister der vier Siegermächte vertagen in New York ihre Verhandlungen über einen Staatsvertrag für Österreich. Unstimmigkeiten herrschen noch in fünf Punkten, u.a. bei der Frage der Reparationen, dem Flüchtlingsproblem sowie möglichen Auflagen bei der Remilitarisierung Österreichs.

Auf dem Petersberg bei Bonn geben die ersten zwölf Missionschefs, die ihre Staaten in der Bundesrepublik vertreten sollen, bei den alliierten Hochkommissaren ihre Beglaubigungsschreiben ab.

Bundesrat Max Petitpierre wird turnusgemäß zum Schweizer Bundespräsidenten für das Jahr 1950 gewählt.

Die Bundesrepublik wird vollberechtigter Partner im Wiederaufbauprogramm der USA für Europa (Marshallplan). Es ist das erste internationale Abkommen das die Bundesrepublik nach ihrer Gründung schließt.

16.12.1949, Freitag

Die Bundesrepublik erhält aus dem Gegenwertfonds der Marshallplan-Hilfe 1,036 Milliarden DM, davon 600 Millionen DM zur sofortigen Verwendung im Rahmen eines Investitionsprogramms. Der größte Posten – 312 Millionen DM – steht für Industrie-Investitionen bereit, 220 Millionen DM sind für Projekte der Energiewirtschaft vorgesehen.

Der Bundestag beschließt mit großer Mehrheit, die Immunität des Abgeordneten der Deutschen Partei Wolfgang Hedler aufzuheben. Hedler soll antisemitische Äußerungen gemacht haben. – Im Bayerischen Landtag gehen Mitglieder der SPD-Fraktion gegen einen Abgeordneten des rechtsstehenden Deutschen Blocks wegen seiner neonazistischen Äußerungen mit Fußtritten vor.

Der Präsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, Martin Niemöller sorgt mit seiner Erklärung für Aufsehen, das deutsche Volk wolle lieber unter einer kommunistischen Diktatur leben als die Teilung hinnehmen.

Der Regierungschef der Volksrepublik China, Mao Zedong, trifft zu einem Besuch der UdSSR in Moskau ein.

Das Voortrekker-Denkmal in der Nähe der südafrikanischen Hauptstadt Pretoria wird eingeweiht.

17.12.1949, Samstag

Der zum ersten Präsidenten der Vereinigten Staaten von Indonesien gewählte Achmed Sukarno legt in einer feierlichen Zeremonie in der Hauptstadt Jakarta den Amtseid ab.

In Argentinien wird die Naturgas-Pipeline von den patagonischen Ölfeldern nach Buenos Aires fertiggestellt. Mit dem Bau, der 140 Millionen argentinische Pesos (etwa 122 Millionen DM) kostete, wurde am 21. Februar 1947 begonnen.

In Berlin-Dahlem wird das neu eingerichtete Museum für Völkerkunde eröffnet, dessen Gebäude in Kreuzberg während des Zweiten Weltkriegs zerstört wurde.

18.12.1949, Sonntag

Als erstes nichtkommunistisches Land erkennt Birma die Volksrepublik China an.

Bei der Wahl der Parlamentsabgeordneten und Kreisvolksräte in Bulgarien stimmen fast 98% der Wähler für die Einheitsliste der Vaterländischen Front.

Der Führer der australischen Liberalen Robert Gordon Menzies, bildet eine Koalitionsregierung der Liberalen mit der Agrarpartei.

19.12.1949, Montag

Ein britisches Militärgericht in Hamburg verurteilt nach fast viermonatiger Prozessdauer den ehemaligen deutschen Generalfeldmarschall Erich von Manstein wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit und anderer Vergehen zu 18 Jahren Gefängnis.

20.12.1949, Dienstag

In Jakarta wird die Regierung der Vereinigten Staaten von Indonesien vereidigt. Ministerpräsident und Außenminister ist Mohammed Hatta.

21.12.1949, Mittwoch

In der Sowjetunion und den übrigen Staaten des Ostblocks wird mit aufwendigen Feiern der 70. Geburtstag des sowjetischen Staats- und Parteichefs Josef W. Stalin begangen.

In einem Brief an den britischen Gouverneur von Zypern, Sir Andrew Wright, fordert der zypriotische Erzbischof Makarios II. eine Volksbefragung über den Anschluss der britischen Kronkolonie an Griechenland.

Der Deutsche Frauenring protestiert gegen den Entwurf eines Beamtengesetzes, der gegenwärtig im Bundestag diskutiert wird. In ihm ist u.a. festgelegt, dass verheiratete weibliche Beamte entlassen werden müssen, wenn das Familieneinkommen ihre wirtschaftliche Versorgung auf Dauer zu sichern scheint.

22.12.1949, Donnerstag

Die japanische Regierung fordert die Rückgabe von Okinawa und den Bonin-Inseln mit Iwo Jima sowie weiterer bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs zu Japan gehörender Gebiete, da sie sich nicht an die von den Alliierten 1945 in Jalta gefassten Beschlüsse gebunden fühle.

23.12.1949, Freitag

Das Café “Kranzlereck”, in Berlin Unter den Linden/Ecke Friedrichstraße, jahrzehntelang eines der berühmtesten Cafés der ehemaligen Reichshauptstadt, ist in die Bundeshauptstadt Bonn übergesiedelt und eröffnet nun dort den Betrieb.

Unzufrieden mit dem diesjährigen Weihnachtsgeschäft zeigt sich der bundesdeutsche Einzelhandel. Zwar wurden vergleichbare Mengen bzw. Stückzahlen wie im Vorjahr verkauft, wegen der gesunkenen Preise blieb der Umsatz jedoch hinter dem von 1948 zurück. Renner des Weihnachtsgeschäfts waren Spielwaren, Radiogeräte, Textilien und Möbel.

Die französische Staatsbürgerin Yvonne Bassaler wird von einem Militärgericht in Wroclaw (Breslau) wegen Spionage zu neun Jahren Gefängnis verurteilt. Sie hat u.a. ausgesagt, der frühere französische Vizekonsul in Warschau sei der Chef der französischen Spionage in Polen.

In seiner traditionellen Weihnachtsansprache richtet Papst Pius XII. einen Friedensappell an die Welt und spricht den Wunsch aus, dass die gesamte Christenheit sich mit der katholischen Kirche vereinen möge, um dem militanten Atheismus entgegenzutreten.

24.12.1949, Samstag

Papst Pius XII. eröffnet mit drei Schlägen an die Heilige Pforte des Petersdoms das Heilige Jahr 1950.

In seiner über Rundfunk verbreiteteten Weihnachtsansprache erinnert Bundeskanzler Konrad Adenauer (CDU) an die Vertriebenen, die Ausgebombten, Kriegsgefangenen und Verschleppten, sagt aber zugleich, dass sich allmählich eine positive Entwicklung abzeichne.

Die sowjetischen Behörden erlauben evangelischen Geistlichen die Abhaltung von Weihnachtsgottesdiensten in den Arbeitslagern der DDR, u.a. predigt Bischof Otto Dibelius im Lager Sachsenhausen.

Sechs Mädchen erleiden bei einer Weihnachtsfeier im Kreiskinderheim Büchen bei Ratzeburg schwere Verbrennungen, an denen vier von ihnen sterben. Die Kostüme der Kinder, in denen sie bei einer Aufführung für das benachbarte Altersheim als Schneeflocken auftreten wollten, haben an den Weihnachtsbaumkerzen Feuer gefangen.

25.12.1949, Sonntag

Nebel über Frankreich und Südengland sowie milde Temperaturen in ganz Mitteleuropa kennzeichnen die Wetterlage.

Die Linzer Polizei verhaftet 13 Jugendliche, die einer von einem früheren SS-Offizier geleiteten neonazistischen Untergrundgruppe angehören.

26.12.1949, Montag

Ein großer Teil der 5318 aus sowjetischer Kriegsgefangenschaft entlassenen Deutschen, die Weihnachten in Frankfurt an der Oder eingetroffen sind, kann in die Heimatorte weiterreisen.

Bei einem Fährunglück auf dem Rhein bei Nieder-Mörmter zwischen Wesel und Emmerich ertrinken zehn Menschen. Die Fähre ist in der Flussmitte bei starkem Wellengang gekentert.

Königin Juliana und Prinz Bernhard gehören zum Premierenpublikum einer Aufführung von Molières Komödie “Les précieuses ridicules” (“Die lächerlichen Preziösen”) in Amsterdam, in der ausschließlich Mitglieder des in den Niederlanden akkreditierten diplomatischen Korps als Schauspieler agieren.

27.12.1949, Dienstag

In einem feierlichen Zeremoniell im Bürgersaal des königlichen Palais in Amsterdam entlässt Königin Juliana der Niederlande Indonesien aus der niederländischen Kolonialherrschaft in die Unabhängigkeit.

In New York gehen erstmals seit dem Frühjahr wieder ergiebige Regenfälle nieder. Die Trockenheit hat zu erheblicher Trinkwasserknappheit geführt.

Auf einer Pressekonferenz der Princeton Universität wird bekanntgegeben, Albert Einstein habe eine neue generalisierende Gravitationstheorie aufgestellt.

28.12.1949, Mittwoch

Die alliierte Hohe Kommission stimmt der Umsiedlung von 45 000 Deutschen aus Polen und der Tschechoslowakei in die Bundesrepublik zu.

Die US-amerikanische Zeitschrift “Time” kürt den britischen Ex-Premier Winston Churchill zum “Mann der ersten Hälfte des Jahrhunderts”.

Das Oberkommando der US-Luftwaffe gibt bekannt, Berichte von fliegenden Untertassen seien auf Massenhysterie, Scherze oder Unkenntnis natürlicher Phänomene zurückzuführen.

29.12.1949, Donnerstag

Das Bundeswirtschaftsministerium teilt mit, dass Devisen für Auslandsaufenthalte nur für Pilgerreisen nach Rom und Kuren in der Schweiz zur Verfügung stehen.

30.12.1949, Freitag

Das britische Auslieferungsgericht in Hamburg bestimmt, dass der ehemalige Gauleiter von Ostpreußen, Erich Koch, an Polen ausgeliefert wird. Koch wurde für schuldig befunden, dort Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen zu haben.

31.12.1949, Samstag

Bundespräsident Theodor Heuss mahnt die Bundesbürger in seiner Ansprache zum Neuen Jahr, über der großen Fülle von Aufgaben im Innern nicht zu vergessen, dass wieder die Möglichkeit gegeben sei, sich gegenüber der Welt zu öffnen und das nationale Erbe auch außerhalb des eigenen Landes zu stärken.

In einem Artikel zur Jahreswende im “Deutschland-Union-Dienst” nennt Bundeskanzler Konrad Adenauer (CDU) Wohnungsbau, Flüchtlingshilfe und Steuerreform als wichtigste innenpolitische Aufgaben für 1950.

Nach Angaben des Internationalen Luftfahrtverbandes IATA wurden 1949 über 25 Millionen Menschen von den internationalen Fluglinien befördert.