Was geschah im Dezember 1951

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1.12.1951, Samstag

In Paris findet die erste offizielle Tagung des Hohen Rates der Französischen Union statt. Die Französische Union sollte u.a. den Zusammenschluss des Mutterlandes mit überseeischen Departements und den assoziierten Staaten Indochinas verwirklichen, beschränkte sich letztlich aber auf die Kooperation zwischen Frankreich und Indochina.

Der Auftritt des NWDR-Sinfonieorchesters unter Leitung von Hans Schmidt-Isserstedt in London – nach dem Zweiten Weltkrieg erstes Gastspiel eines deutschen Orchesters im Ausland – wird von der Kritik gefeiert.

2.12.1951, Sonntag

Die Vereinigten Staaten erhöhen die Finanzhilfe an Frankreich von 200 auf 600 Mio. Dollar (3,1 Mrd. DM). Damit tragen die USA zur Stabilisierung der innenpolitischen Lage in Frankreich bei. Die Annahme des Schumanplans in der französischen Nationalversammlung scheint nach dieser “Finanzspritze” gesichert zu sein.

Die Vollversammlung der Vereinten Nationen in New York ehrt 50 Soldaten der in Korea kämpfenden Verbände. “Durch ihre Taten haben sie zum ersten Mal in der Weltgeschichte möglich gemacht …, dass eine Aktion kollektiver Sicherheit gegen einen bewaffneten Angriff durchgeführt wird”, dankt ihnen Luis Padilla Nervo, der Präsident der Versammlung.

Der Südwestdeutsche Rundfunk (SWF) beginnt mit der Ausstrahlung regelmäßiger Sendungen auf Ultrakurzwelle (UKW). Noch sind Übertragungen auf der Mittelwellen-Frequenz die Regel.

Die Maler Henri Matisse und Oskar Kokoschka erhalten die Kölner Stephan-Lochner-Medaille. Die Auszeichnung, die 1949 von der Stadt Köln gestiftet wurde, wird aus Anlass der 500. Wiederkehr des Todesjahres von Stephan Lochner, Hauptmeister der Kölner Malerschule, verliehen.

3.12.1951, Montag

Der britische Premierminister Winston Churchill empfängt Bundeskanzler Konrad Adenauer zu seinem ersten offiziellen Besuch in Großbritannien. Die Visite des Kanzlers ist gleichzeitig der erste offizielle Aufenthalt eines deutschen Regierungschefs in Großbritannien seit 1925.

Bei einem Feuergefecht zwischen Briten und Ägyptern bei der Stadt Suez gibt es mindestens 24 Tote.

Der Bundesausschuss des Deutschen Gewerkschaftsbundes beschließt in Düsseldorf, aus Protest gegen die Wirtschafts- und Sozialpolitik die Mitarbeit in den entsprechenden Ausschüssen der Bundesregierung einzustellen.

Die Bonner Oberstaatsanwaltschaft teilt dem “Platow”-Untersuchungsausschuss der die Weitergabe vertraulicher Informationen an den Pressedienst des Journalisten Robert Platow untersucht, mit, dass bis jetzt über 100 Personen überprüft sind. In 50 Fällen werden die Ermittlungen fortgesetzt, so dass mit weiteren Verfahren zu rechnen ist.

4.12.1951, Dienstag

Die drei Hohen Kommissare der Westmächte protestieren gegen eine “nationalistische Rede”, die Bundesverkehrsminister Hans-Christoph Seebohm auf dem Parteitag der Deutschen Partei in Kassel hält.

In Genf wird die “Europäische Vereinigung der Musikfestspiele” und die “Europäische Gemeinschaft der Büchergilden und Buchklubs” gegründet.

In Darmstadt wird das westdeutsche PEN-Zentrum für die Bundesrepublik gegründet. Präsident wird Erich Kästner.

Bei einem Ausbruch des Vulkans Hibokhibok auf der Philippinen-Insel Camiguin kommen nach ersten Schätzungen 2000 Menschen ums Leben. Mehrere Dörfer werden völlig vernichtet.

5.12.1951, Mittwoch

Der niederländische Justizminister Hendrik Mulderije gibt im Parlament bekannt, dass der frühere Flieger und Militärbefehlshaber der deutschen Besatzungstruppen in den Niederlanden, Friedrich Christiansen, noch vor Weihnachten aus der Haft entlassen wird. Christiansen wurde 1946 verhaftet und zu zwölf Jahren Gefängnis verurteilt.

Aus der chirurgischen Abteilung des Universitätskrankenhauses in Hamburg-Eppendorf wird zum ersten Mal ein operativer Eingriff – die Entfernung eines Blinddarms – im Fernsehen übertragen. Die Teilnehmer des 68. nordwestdeutschen Chirurgenkongresses können auf 80 Fernsehempfängern die Operation in drei Hörsälen verfolgen.

6.12.1951, Donnerstag

Der Bundestag verabschiedet gegen die Stimmen der KPD eine neue Geschäftsordnung, nach der ein Fraktionsstatus erst ab mindestens 15 Abgeordneten zuerkannt wird. Demnach wird es nur noch vier Fraktionen (CDU/CSU, SPD, FDP und DP) geben. KPD, Bayernpartei und Zentrum verlieren ihren Fraktionsstatus.

Unruhen in Ägypten fordern über 50 Tote. Die Regierung in Kairo verhängt den Ausnahmezustand.

Das Berliner Sechs-Tage-Rennen endet mit einem Sieg der französischen Radrennfahrer Carrara/Lapebie.

7.12.1951, Freitag

Mit den Farbwerken Hoechst wird die erste Nachfolgegesellschaft des I. G.-Farben-Konzerns gegründet.

Prinz Abbas Halim, ein Vetter des ägyptischen Königs Faruk I. und Vorsitzender der Arbeiterpartei sowie des Gewerkschaftsbundes, bietet der Bundesregierung während einer Rundreise durch die Bundesrepublik wirtschaftliche Kooperation u.a. auf dem Gebiet des Eisenbahn- und des Bankwesens an.

In einer Rede vor dem Unterhaus über den Stand der britischen Rüstung distanziert sich Premierminister Winston Churchill von der Europäischen Verteidigungsgemeinschaft.

Bundeskanzler Konrad Adenauer wird im Buckingham-Palast von König Georg VI. empfangen.

8.12.1951, Samstag

Wo warst du, Adam”, der erste Roman Heinrich Bölls, wird von der Zeitung “Die Welt” als bedeutender Versuch gewertet, die Kriegserlebnisse eines einfachen Soldaten zu beschreiben.

Die Bemühungen um eine gemeinsame deutsche Olympia-Mannschaft für 1952 scheitern endgültig. Ein vom Internationalen Olympischen Komitee anberaumtes Schlichtungsgespräch in Kopenhagen findet nicht statt, da die DDR-Delegation den vereinbarten Termin nicht wahrnimmt.

Ernst Reuter, Regierender Bürgermeister von Berlin, warnt in einer Rede vor der Vollversammlung der Vereinten Nationen in Paris vor den Bestrebungen der Sowjetunion, die Teilung Berlins zu verewigen.

9.12.1951, Sonntag

Bei einer Volksabstimmung in den drei südwestdeutschen Ländern Württemberg-Baden, (Süd-)Baden und Württemberg-Hohenzollern votiert die Bevölkerung mehrheitlich für die Gründung eines Südweststaats.

10.12.1951, Montag

In Verhandlungen zwischen den Westmächten und einer bundesdeutschen Delegation werden die deutschen Nachkriegsschulden von 19,1 Mrd. DM auf 8,1 Mrd. DM ermäßigt.

Bundeskanzler Konrad Adenauer spricht in Straßburg vor der Beratenden Versammlung des Europarats über die Verwirklichung der Europäischen Verteidigungsgemeinschaft. Darüber hinaus schlägt er eine politische Hohe Behörde für die EVG vor.

In Stockholm und Oslo werden die Nobelpreise verliehen.

11.12.1951, Dienstag

Der Belgier Paul Henri Spaak tritt als Präsident des Europarats zurück. Mit seinem Schritt protestiert er gegen die Unentschlossenheit der Vollversammlung und die seiner Meinung nach geringe politische Wirkung des Gremiums.

12.12.1951, Mittwoch

Als Reaktion auf die Südweststaat-Abstimmung wird in Baden eine Zentrumspartei wiedergegründet. Die Mitglieder wollen bei der Schaffung einer künftigen Verfassung mitarbeiten.

Die ägyptische Regierung beruft als Folge der britisch-ägyptischen Auseinandersetzungen ihren Botschafter in London ab. Gleichzeitig beschließt das Kabinett, der Bevölkerung das Tragen von Waffen zu gestatten. In Kürze sollen Gesetze verkündet werden, die eine Zusammenarbeit mit den Briten unter Strafe stellen.

In Paris erzielen die sechs Staaten, die an der Bildung einer Europäischen Verteidigungsarmee mitarbeiten, ein Teilergebnis. Vor allem die Frage, wie eine EVG finanziert werden kann, bleibt ungeklärt.

13.12.1951, Donnerstag

Als zweites europäisches Parlament ratifiziert die französische Nationalversammlung in Paris den Schumanplan.

Die Bundestagsabgeordneten des Zentrums und der Bayernpartei schließen sich zur “Föderalistischen Union” zusammen. Die neue Fraktion besteht aus 22 Mitgliedern.

Der Bundestag verabschiedet das Feststellungsgesetz zum Lastenausgleich, das die “kriegsbedingten Vermögensverluste” ermitteln soll, sowie das Bundesbahngesetz. Darüber hinaus wird die Erhöhung der Zahl der Berliner Bundestagsabgeordneten von 8 auf 19 und die finanzielle Gleichstellung des Landes Berlin mit den übrigen Bundesländern beschlossen.

14.12.1951, Freitag

NATO-Oberbefehlshaber Dwight D. Eisenhower trifft in Paris den französischen Ministerpräsidenten René Pleven. Vorrangig wird die Stellung Frankreichs in der Atlantikpaktorganisation diskutiert.

Die “Dienststelle Blank”, die sich mit Fragen alliierter Besatzungstruppen beschäftigt und im Rahmen der EVG-Verhandlungen neue Aufgaben erhält, wird erweitert. 21 neue Planstellen werden geschaffen. Die zusätzlichen Kosten betragen rund 300 000 DM.

15.12.1951, Samstag

Norodom Sihanouk, König von Kambodscha, fordert die volle Unabhängigkeit Kambodschas von Frankreich.

Frankreich weist die tunesischen Forderungen nach erweiterter Selbstregierung zurück.

Mit Bundespräsident Theodor Heuss an Bord läuft das Segelschulschiff “Pamir” zur ersten Probefahrt aus.

16.12.1951, Sonntag

Die türkische Nationalversammlung verabschiedet ein Gesetz, das die Todesstrafe für kommunistische Parteiarbeit vorsieht. Die Kommunistische Partei ist in der Türkei verboten.

Der Generalrat der neugeschaffenen Sozialistischen Internationalen beendet in Brüssel eine dreitägige Konferenz. In einer Resolution lehnen die Delegierten jede Verbindung zu den Regimen Franco und Chiang Kai-shek ab.

Bei heftigen Schneestürmen zwischen den Rocky Mountains und der Ostküste und bei Temperaturen von bis zu minus 29 kommen in den Vereinigten Staaten über 100 Menschen ums Leben.

17.12.1951, Montag

Der britische Premierminister Winston Churchill und sein Außenminister Anthony Eden treffen zu einem zweitägigen Staatsbesuch Frankreichs in Paris ein. Gesprochen wird vor allem über die Frage der geplanten europäischen Verteidigungsgemeinschaft.

In Verhandlungen mit dem Nordwestdeutschen Rundfunk (NWDR) kann die Existenz von Radio Bremen gesichert werden. Der NWDR zahlt für vertraglich festgelegte Gemeinschaftsleistungen vom 1. Januar an monatlich 175 000 DM, womit die finanzielle Unabhängigkeit der Anstalt gesichert ist.

18.12.1951, Dienstag

Überraschend stimmen die Nordkoreaner während der Waffenstillstandsverhandlungen einem Austausch der Gefangenenlisten zu. 11 559 UN-Soldaten stehen auf der nordkoreanischen Liste, während sich 132 474 nordkoreanische und chinesische Soldaten in UN-Gewahrsam befinden.

Nationalistische Kräfte in Tunesien sowie Gewerkschafts- und Berufsorganisationen rufen zu einem dreitägigen Generalstreik auf, um gegen die ablehnende Haltung Frankreichs in der Frage der tunesischen Autonomie zu protestieren.

Der österreichische Nationalrat nimmt einstimmig ein Amnestiegesetz für politisch belastete Spätheimkehrer aus der Kriegsgefangenschaft an.

19.12.1951, Mittwoch

Der Zweite Politische Ausschuss der Vollversammlung der Vereinten Nationen nimmt in Paris die Resolution der Westmächte zur Wiedervereinigung Deutschlands mit 45 gegen sechs Stimmen bei acht Enthaltungen an. Der Ausschuss billigt damit die Bildung einer Fünfmächtekommission, die in beiden Teilen Deutschlands die Voraussetzungen für gesamtdeutsche Wahlen prüfen soll.

Bundesinnenminister Robert Lehr (CDU) kündigt an, dass er zu Beginn des nächsten Jahres die Verdoppelung des Bundesgrenzschutzes auf 20 000 Mann beantragen werde.

Als zweite Nachfolgegesellschaft der I. G.-Farbenindustrie AG werden in Leverkusen die Farbenfabriken Bayer AG gegründet. Das vorläufige Grundkapital beträgt 100 000 DM.

Die deutsche Sportpresse verleiht Ria und Paul Falk das Prädikat “Sportler des Jahres”. Das Ehepaar ist Weltmeister auf Schlittschuhen und Rollschuhen.

20.12.1951, Donnerstag

In Arco, US-Bundesstaat Idaho, liefert der erste Brutreaktor der Welt erstmals elektrischen Strom.

Verleger Gottfried Bermann Fischer erweitert mit der Gründung der “Fischer Bücherei” das Verlagsprogramm um eine Taschenbuchreihe.

Nach der Verabschiedung durch den Bundestag stimmt nun auch der Bundesrat dem Investitionshilfegesetz zu. Es sieht vor, zur Deckung des vordringlichen Investitionsbedarfs der Grundstoffindustrien, u.a. des Montanbereichs, durch die gewerbliche Wirtschaft einen einmaligen Betrag von 1 Mrd. DM aufbringen zu lassen.

21.12.1951, Freitag

Die alliierte Hochkommission und die Bundesregierung veröffentlichen das in Paris paraphierte Abkommen über die Beendigung des Ruhrstatuts und über die Aufhebung der alliierten Industriekontrollen.

Mit Zustimmung der Westmächte erklärt Italien Teile seines nach dem Zweiten Weltkrieg geschlossenen Friedensvertrages für ungültig. Dies betrifft die Passagen über die Größe der bewaffneten Streitkräfte, die Neutralisierung seiner Grenzen und das Verbot der Atomwaffenproduktion. Solange die Sowjetunion der Revision nicht zustimmt, kann sie allerdings keine völkerrechtliche Gültigkeit erlangen.

Als Weltpremiere wird im Bayern-Toto nach längerer Erprobungsphase eine Toto-Foto-Maschine in Betrieb genommen. Zum besseren Schutz gegen Toto-Betrug können bis zu 100 000 Tipzettel in einer Stunde fotografiert werden.

22.12.1951, Samstag

In einer Rundfunkrede umreißt der neue britische Premier Winston Churchill seine Politik für das kommende Jahr. Es seien Regierungsanträge nötig, die zum großen Teil unerfreulich, aber notwendig seien.

Für den wegen “titoistischer Umtriebe” verurteilten Rudolf Slánský wird Jaromir Dolansky zum stellvertretenden tschechoslowakischen Ministerpräsidenten ernannt.

23.12.1951, Sonntag

Das während des Krieges durch Bombeneinwirkung zerstörte und nun wiederhergestellte Stadttheater in Aachen wird mit einer Festvorstellung von Richard Wagners “Meistersingern von Nürnberg” unter der musikalischen Leitung von Karl Elmendorff der Öffentlichkeit übergeben.

Im Jahresbericht der Bundesregierung erklärt Bundeskanzler Konrad Adenauer, das Jahr 1951 habe die Bundesrepublik in die westliche Gemeinschaft hineingeführt und dort fest verankert.

Das Frankfurter Opernhaus wird mit Richard Wagners “Meistersingern von Nürnberg” eröffnet.

24.12.1951, Montag

König Idris I. proklamiert das unabhängige und souveräne Königreich Libyen.

Die NBC Opera Company strahlt in New York die erste fürs Fernsehen geschriebene Oper “Amahl und die nächtlichen Besucher” aus.

25.12.1951, Dienstag

Jugoslawien meldet die Erfüllung des abgeschlossenen Fünfjahresplans. Die amtlichen Erfolgsziffern bewegen sich zwischen 90 und 105%.

26.12.1951, Mittwoch

Die Vereinigten Staaten veröffentlichen eine Liste von 313 Rohstoffen und Waren, die nicht an Länder des Ostblocks geliefert werden dürfen. Nach dem Wunsch der USA haben alle Staaten, die Wirtschaftshilfe erhalten, diesen Boykott mitzutragen.

Die Marshall-Hilfe-Sonderkommission gibt die Freigabe von 310 Mio. DM bekannt. Die größte Zuteilung erhält der Wohnungsbau der Ruhrbergarbeiter mit 100 Mio. DM.

27.12.1951, Donnerstag

In Hamburg läuft mit der “Grönland” das größte Schiff vom Stapel, das seit 1945 in der Bundesrepublik gebaut wurde. Es ist 11 600 BRT groß und erreicht eine Geschwindigkeit von 14,5 Knoten (ca. 27 km/h).

Die Sowjetunion kündigt ihre Teilnahme an den Olympischen Sommerspielen 1952 in Helsinki an. Seit ihrer Gründung im Jahr 1917 hat die Sowjetunion an keinen Olympischen Spielen teilgenommen.

Einer der besten US-amerikanischen Kenner der Sowjetunion, George F. Kenan, wird von Präsident Harry S. Truman zum Botschafter in Moskau ernannt.

Auf dem koreanischen Kriegsschauplatz läuft das auf 30 Tage befristete Abkommen über die Demarkationslinie für einen Waffenstillstand ab. Da keine Einigung in Sicht ist, droht an der vorübergehend zur Ruhe gekommenen Front eine neue Eskalation.

28.12.1951, Freitag

In einer außerordentlichen Sitzung berät das jugoslawische Parlament Gesetze, die eine Lockerung der zentralistisch aufgebauten Wirtschaftsform zum Ziel haben. Die Wirtschaft des Landes soll von staatlicher Bevormundung befreit und dem Prinzip der Rentabilität verpflichtet werden.

Im Davis-Cup-Endspiel besiegt Australien die Vereinigten Staaten in Sydney knapp mit 3:2.

29.12.1951, Samstag

Die französische Nationalversammlung bewilligt Kriegskredite in Höhe von 4,2 Mrd. DM für den Krieg in Indochina. Alle wichtigen politischen Parteien, mit Ausnahme der Kommunisten, erklären sich für die Fortsetzung des Krieges.

Im Rahmen der Marshallplanhilfe, dem US-amerikanischen Hilfsprogramm für Europa, wurden seit dem Beginn am 3. April 1948 insgesamt 13 Mrd. DM zur Verfügung gestellt.

Äußerst heftige Winterstürme mit Geschwindigkeiten bis zu 175 km/h verwüsten die Küsten Westeuropas von Irland bis Spanien. Ganze Küstenregionen stehen unter Wasser, zahlreiche Schiffe befinden sich in Seenot.

30.12.1951, Sonntag

In Paris endet eine viertägige Konferenz aller Außenminister der sechs am Aufbau einer Europa-Armee beteiligten Staaten. Die Minister veröffentlichen einen Drei-Phasen-Plan zur Organisation einer Europa-Armee.

Nach offiziellen Angaben des britischen Innenministeriums arbeiten derzeit in Großbritannien ca. 15 000 ehemalige deutsche Kriegsgefangene. Sie sind vor allem in der Landwirtschaft und in gewissen unterbesetzten Industriezweigen beschäftigt.

Der badische Staatspräsident Leo Wohleb (CDU) fordert auf einer Konferenz in Offenburg eine Säuberung seiner Partei von Anhängern des “Südweststaats”.

31.12.1951, Montag

Eine Stärkung der britischen Position im arabischen Raum bringt ein auf 15 Jahre abgeschlossener Freundschafts- und Handelsvertrag zwischen Großbritannien und dem Sultanat Oman. Britischen Staatsbürgern werden exterritoriale Rechte zuerkannt.

Die beliebtesten männlichen Vornamen des abgelaufenen Jahres waren (in dieser Reihenfolge) Wolfgang, Klaus und Peter. Für ihre Töchter wählten die Eltern am häufigsten die Namen Ursula, Renate und Ingrid.