Was geschah im Dezember 1954

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1.12.1954, Mittwoch

Die französische Nationalversammlung erleichtert durch die Annahme einer Verfassungsänderung die Überwindung von Regierungskrisen: Der vom Staatspräsident als Ministerpräsident bestimmte Kandidat kann sich und seine Regierung mit einfacher Stimmenmehrheit in einem Wahlgang von der Nationalversammlung bestätigen lassen.

In einem Schreiben an die bundesdeutschen Bischöfe beklagt Papst Pius XII. die Politik der Bundesländer, die katholischen Konfessionsschulen zugunsten sog. Gemeinschaftsschulen zu schließen. Der Papst sieht darin eine Verletzung des Rechts der Katholiken, ihre Kinder katholisch zu erziehen.

In London unterliegt die bundesdeutsche Fußball-Nationalmannschaft England 1:3.

2.12.1954, Donnerstag

Die USA und Taiwan (Formosa) schließen ein gegenseitiges Verteidigungsabkommen, das ein Eingreifen von US-Truppen im Falle eines Angriffs auf Taiwan vorsieht.

Auf der Rückfahrt vom Fußball-Länderspiel Deutschland:England entgleist ein Sonderzug mit bundesdeutschen Fußballfans bei Löwen (Belgien); 20 Personen werden getötet, 80 verletzt.

DDR-Kulturminister Johannes R. Becher diskutiert im Westberliner Hotel Sachsenhof mit Künstlern und Journalisten über Probleme des Gesamtberliner Kulturlebens.

3.12.1954, Freitag

In der Bonner “Dienststelle Blank”, die für sicherheitspolitische Planungen der Bundesrepublik zuständig ist, zeigen Grenzschutzbeamte die neuen Uniformen für die geplanten Streitkräfte der Bundesrepublik.

4.12.1954, Samstag

Die Vollversammlung der Vereinten Nationen (UNO) nimmt einstimmig einen Plan der USA an, eine internationale Behörde zur Überwachung der friedlichen Nutzung der Atomenergie einzurichten.

In Kairo werden sechs Mitglieder der oppositionellen religiösen Moslembruderschaft zum Tode verurteilt. Unter ihnen ist Mahmud Abd el Latif, der ein Attentat auf den ägyptischen Ministerpräsident Gamal Abd an Nasser verübt hatte.

Das Essener Ruhrlandmuseum wird wiedereröffnet.

In New York erklärt der US-amerikanische Vorsitzende des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), Avery Brundage, die US-amerikanische Jugend sei verweichlicht. Er empfiehlt die sportliche Ertüchtigung der Jugend, um die für den Kalten Krieg notwendige innere Stärke zu entwickeln.

5.12.1954, Sonntag

Bei den Wahlen zum Westberliner Abgeordnetenhaus erreicht die SPD mit 44,6% die absolute Mehrheit der abgegebenen Stimmen.

In Jakarta (Indonesien) demonstrieren mehr als 100 000 Menschen für die sofortige Eingliederung des niederländischen Teils von Neuguinea in die indonesische Republik.

In München wird das Drama “Feuer über Sodom” von Nikos Kazantzakis uraufgeführt.

6.12.1954, Montag

Das statistische Landesamt in Düsseldorf teilt mit, dass Nordrhein-Westfalen und besonders das Ruhrgebiet Anziehungspunkt für die innerdeutsche Bevölkerungsbewegung sei: Das Landesamt hat in den letzten vier Jahren einen Bevölkerungsanstieg von 1,2 Millionen Einwohnern in Nordrhein-Westfalen registriert.

Nach einer Entscheidung des Oberlandesgerichts von Hamm darf ein Radfahrer noch mit mehr als 1,5 Promille Alkohol im Blut am Verkehr teilnehmen, weil im Gegensatz zum Personenwagen das Fahren eines Rades nur geringe Aufmerksamkeit erfordere.

Die französische Schriftstellerin Simone de Beauvoir, eine der führenden Vertreterinnen des französischen Existentialismus, erhält den Literaturpreis “Prix Goncourt”.

Im zentralamerikanischen Staat Honduras übernimmt der bisherige Vizepräsident Julio Lozano Díaz nach einem Staatsstreich das Amt von Staatspräsident Juan Manuel Gálvez.

Nach Angaben von Vertriebenenminister Theodor Oberländer vom Bund der Heimatvertriebenen und Entrechteten (BHE) sind im Lauf der letzten fünf Jahre 13 980 Volkspolizisten der DDR in den Westen geflüchtet.

7.12.1954, Dienstag

Die Bundesregierung stellt dem Deutschen Roten Kreuz die finanziellen Mittel zur Verfügung, die für den Aufbau der größten Suchkartei der Welt notwendig sind: 20 Millionen Einzelunterlagen, die bisher nicht ausgewertet wurden, sollen zur Aufklärung von über 10 000 Vermisstenschicksalen beitragen.

Der Bundestagsausschuss zum Schutz der Verfassung empfiehlt Innenminister Gerhard Schröder (CDU), gegen den Buchautor Friedrich Lenz ein Verfahren vor dem Bundesverfassungsgericht anzustrengen, um ihm die Grundrechte absprechen zu lassen. Lenz hatte in seinem Buch “Der ekle Wurm der deutschen Zwietracht” u.a. den Widerstandskämpfern des 20. Juli 1944 die Schuld am Ausbruch des Zweiten Weltkriegs gegeben.

Die japanische Regierung unter Ministerpräsident Shigeru Yoshida tritt zurück. Die neue Regierung wird von Ijiro Hatojama, dem Führer der demokratischen Partei, gebildet.

8.12.1954, Mittwoch

Das Bundesfinanzministerium legt in Bonn den Bundeshaushalt 1955/56 vor. Der Plan sieht Ausgaben des Bundes in Höhe von 26,2 Milliarden DM vor.

Vertreter der kommunistischen Vietminh protestieren im nordvietnamesischen Hanoi gegen die geplante Entsendung einer US-amerikanischen Militärmission zur Ausbildung der südvietnamesischen Truppen.

9.12.1954, Donnerstag

Der Kriegsopferausschuss des Deutschen Bundestags beschließt die Erhöhung der Grundrenten der Kriegsopfer um 20 bis 30%, je nach Schwere der Beschädigung.

Bundesdeutsche Filmproduzenten und Vertreter der staatlichen DDR-Filmgesellschaft DEFA einigen sich in Berlin (West) auf mehrere gemeinsame Co-Produktionen im Jahr 1955.

Die größte Hängebrücke Europas, die 567 m lange Autobahnbrücke in Köln-Rodenkirchen über den Rhein, wird von Verkehrsminister Hans-Christoph Seebohm (CDU) dem Verkehr übergeben.

Als neuer Rennfahrer im Formel 1-Team von Mercedes-Benz wird der Brite Stirling Moss verpflichtet. Sein Vertrag sichert ihm ein Jahresgehalt von 240 000 DM zu.

10.12.1954, Freitag

Sprecher aller Bundestagsfraktionen kritisieren, dass die Zahlung von Wiedergutmachungsleistungen an Verfolgte des nationalsozialistischen Regimes nicht zügig abgewickelt werden.

In Tunesien läuft für die nationalistischen Befreiungskämpfer, die sog. Fellaghas, die Frist aus, innerhalb derer sie sich straffrei ergeben konnten. Nach der Verleihung der inneren Autonomie an Tunesien durch Frankreich hatten die Behörden das Amnestieangebot erlassen. 2760 Fellaghas machten davon Gebrauch.

In Stockholm überreicht der schwedische König Gustav VI. Adolf die diesjährigen Nobelpreise.

Der Pariser Modeschöpfer Christian Dior wird in Hollywood von US-amerikanischen Kollegen aus der Modebranche auf die “schwarze Liste” der am schlechtesten gekleideten Prominenten gesetzt.

11.12.1954, Samstag

In Bonn wird ein Kulturabkommen zwischen der Bundesrepublik und Spanien unterzeichnet. Der Vertrag regelt u.a. den gegenseitigen Studentenaustausch.

Das größte Kriegsschiff der Welt, der US-amerikanische Flugzeugträger “Forrestal”, läuft im Hafen von Newport News (USA) vom Stapel.

12.12.1954, Sonntag

SPD und BHE (Bund der Heimatvertriebenen und Entrechteten) beschließen in Hessen die Bildung einer Koalition; Ministerpräsident wird erneut Georg August Zinn (SPD).

Der Sprinter Heinz Fütterer, Europameister über 100 und 200 m, wird von bundesdeutschen Sportjournalisten zum Sportler des Jahres 1954 gewählt.

13.12.1954, Montag

Der Chefredakteur des Bundespresseamtes, Heinz Diestelmann, wird wegen angeblicher antisemitischer Äußerungen fristlos entlassen.

Der Rechtsausschuss des Bundestags lehnt es ab, unverheirateten Frauen die Anrede “Frau” für den Umgang mit Behörden zuzugestehen. Damit bleibt ein Rund-Erlass von 1937 gültig, der für unverheiratete Frauen die amtliche Bezeichnung “Fräulein” vorschreibt.

Das Polnische Rote Kreuz willigt ein, mit dem Deutschen Roten Kreuz in der Frage der Familienrückführung zusammenzuarbeiten. In Polen leben noch etwa 175 000 Deutsche.

Die bundesdeutsche Arbeitsgemeinschaft der Verbraucherverbände fordert die Bevölkerung zum Boykott überteuerter Lebensmittel auf. Besonders bei Brot Milch, Butter und Schweinefleisch seien die Verbraucherpreise in den letzten Wochen und Monaten ungerechtfertigt schnell gestiegen.

Die Verfilmung des Romans “1984” von George Orwell ruft Proteste unter britischen Fernsehzuschauern hervor: Die filmische Darstellung des von dem Schriftsteller entworfenen totalen Überwachungsstaates sei zu realistisch.

14.12.1954, Dienstag

Der britische Außenminister Robert Anthony Eden tadelt öffentlich seinen Stellvertreter Anthony Nutting. Nutting hatte in einer Fernsehdiskussion ein militärisches Eingreifen Großbritanniens im Falle eines Angriffs der Volksrepublik China auf Taiwan (Formosa) nicht ausgeschlossen.

Wilhelm Hoegner (SPD) wird in Bayern zum Ministerpräsident der Koalition aus SPD, FDP und BHE (Bund der Heimatvertriebenen und Entrechteten) gewählt.

Nach Berechnungen der westlichen Alliierten beträgt der Beitrag der Bundesrepublik für den Aufbau der Streitkräfte in den ersten drei Jahren über 45 Milliarden DM.

15.12.1954, Mittwoch

Im Bonner Bundestag beginnt eine zweitägige Debatte über die Pariser Verträge.

In München kündigt die CSU eine Volksbewegung gegen die “sozialistische Herrschaft” in Bayern an. Die CSU ist nicht an der von Ministerpräsident Wilhelm Hoegner (SPD) geführten Koalitionsregierung beteiligt, obwohl sie die stärkste Fraktion im bayerischen Landtag stellt.

Nach zweitägigen Verhandlungen einigen sich Regierungsvertreter der Bundesrepublik und Italiens über die Anwerbung italienischer Arbeitskräfte für die bundesdeutsche Wirtschaft.

Der 2. Schriftstellerkongress der UdSSR spricht sich für eine wirklichkeitsgetreue Darstellung des Lebens aus. Damit vollzieht er eine Abkehr von der bisher propagierten Kunstrichtung des “Sozialistischen Realismus”.

In London wird zum ersten Mal seit 31 Jahren eine Frau durch den Strang hingerichtet. Die 53-Jährige Styllou Christofis hatte ihre Schwiegertochter ermordet.

Im australischen Bundesstaat Neusüdwales entscheidet eine Volksabstimmung über die Ausschankzeiten für alkoholische Getränke: Mit knapper Mehrheit von nur 7000 Stimmen wird die Öffnungszeit von Ausschankbetrieben von 18 auf 22 Uhr ausgedehnt.

16.12.1954, Donnerstag

Die Sowjetunion droht Frankreich mit der Aufkündigung des sowjetisch-französischen Freundschaftsabkommens aus dem Jahre 1944, falls das französische Parlament die Pariser Verträge über die Wiederbewaffnung der Bundesrepublik ratifiziert.

Der jugoslawische Staatspräsident Josip Tito wird bei seinem Staatsbesuch in Indien von einer begeisterten Volksmenge begrüßt. Tito ist das erste ausländische Staatsoberhaupt, das Indien seit seiner Gründung besucht.

Nach Angaben der Bundespost sind seit Anfang November über vier Millionen Pakete und Päckchen aus der Bundesrepublik in die DDR gesandt worden.

17.12.1954, Freitag

Die Patentkammer des Landgerichts Mannheim beendet den dreijährigen Streit um das “geistige Erstrecht” am Volkswagen: Der Stuttgarter Autokonstrukteur Bela Bareny konnte beweisen, dass er schon 1929 typische Merkmale des VW-Käfer entworfen hat. Dies war von dem Autor Horst Mönnich in seinem Buch “Autostadt” bestritten worden.

Auf der Herbsttagung der NATO (Nordatlantisches Verteidigungsbündnis) in Paris beschließt der Ministerrat die Reduzierung der konventionellen Streitkräfte und die verstärkte Aufrüstung mit taktischen Kernwaffen.

18.12.1954, Samstag

Der Intendant der Städtischen Bühnen Erfurt (DDR), Willi Semmelrogge, bittet in Berlin (West) um Asyl. Eine Parteikontrollkommission der SED hatte ihm “parteifeindliche Einstellung” vorgeworfen.

Ein Sonderausschuss des US-amerikanischen Repräsentantenhauses macht die großen US-amerikanischen Stiftungen mitverantwortlich für den Ausbruch des Koreakriegs (1950-53). Die Rockefeller-, die Ford- und die Carnegie-Stiftung hätten bei der Verteilung ihrer Geldmittel zu wenig Wachsamkeit walten lassen und damit linksgerichteten politischen Bewegungen in die Hände gearbeitet.

Wolfgang Koeppens neuer Roman “Tod in Rom” erscheint; der Autor kritisiert darin die noch weit verbreitete nationalsozialistische Ideologie im Nachkriegs-Deutschland.

19.12.1954, Sonntag

In München geht die Ausstellung des norwegischen Malers und Graphikers Edvard Munch zu Ende, dem der europäische Expressionismus wichtige Impulse verdankt. Die Ausstellung hatte am 12. November begonnen.

In Lissabon besiegt die deutsche Fußball-Nationalmannschaft Portugal 3:0. Es ist der erste Sieg der bundesdeutschen Auswahl seit dem Gewinn der Weltmeisterschaft.

20.12.1954, Montag

Der frühere Leiter der Abteilung Abwehr in der Dienststelle Blank, Friedrich Wilhelm Heinz, behauptet vor der Presse in Berlin (West), bei einem Aufenthalt am 16. Dezember in den Ostteil der Stadt entführt worden zu sein. Im Laufe der Ermittlungen erweisen sich die Aussagen allerdings als zweifelhaft.

Bertolt Brecht wird vom Komitee des Internationalen Stalin-Friedenspreises in Moskau “Für die Festigung des Friedens unter den Völkern” der Stalin-Preis zugesprochen.

Die geschätzten 15 Millionen Tannenbäume, die Weihnachten 1954 in der Bundesrepublik benötigt werden, kommen aus den bayerischen Staatsforsten, Schleswig-Holstein und dem Eifelgebiet. Vor dem Zweiten Weltkrieg waren der Harz, der Thüringer Wald und Österreich die Hauptlieferanten.

21.12.1954, Dienstag

In London wird die Vereinbarung über die Assoziierung Großbritanniens mit der Montanunion (Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl) unterzeichnet.

Im sog. Volkswagensparer-Prozess entscheidet der Bundesgerichtshof in Karlsruhe, dass die nationalsozialistische Deutsche Arbeitsfront (DAF) und nicht das Volkswagenwerk Vertragspartnerin der Sparer gewesen sei. Damit werden Ansprüche der einstigen Sparer gegen das Volkswagenwerk abgewiesen.

Durch einen Beschluss der Bundesregierung wird die gebührenpflichtige Verwarnung im Verkehr von zwei auf fünf DM heraufgesetzt. Der Gesetzentwurf sieht außerdem die Einrichtung einer Verkehrssünderkartei vor.

In der Bundesrepublik tritt das Wohnungsbauprämiengesetz in Kraft, das von staatlicher Seite den Wohnungsbau fördern soll.

Die katholische Kirche in Bayern lehnt die Pläne der neuen Landesregierung unter Ministerpräsident Wilhelm Hoegner (SPD) zur Reform der Lehrerausbildung ab. Die Reform sieht die gleiche Ausbildung von Lehrern ohne konfessionelle Trennung vor.

Zur Bekämpfung der Schwarzarbeit beschließt das Bundeskabinett, für schwere Fälle die Höchststrafe von sechs Monaten Gefängnis einzuführen.

22.12.1954, Mittwoch

In Washington erläutert US-Außenminister John Foster Dulles die US-amerikanische Verteidigungsstrategie: Ein Angriff auf Europa solle mit Atomwaffen “schon an der Türschwelle” abgewehrt werden.

Papst Pius XII. ruft in einer Enzyklika die Katholiken in der Volksrepublik China dazu auf, sich nicht von der offiziellen Ideologie des Kommunismus einnehmen zu lassen.

In Berlin (West) übernimmt Herbert von Karajan als Nachfolger von Wilhelm Furtwängler die Leitung der Berliner Philharmoniker.

Die bayerische Landesregierung unter Ministerpräsident Wilhelm Hoegner (SPD) beschließt die Abschaffung der Prügelstrafe an bayerischen Volksschulen. Die Prügelstrafe war nach einem zwischenzeitlichen Verbot 1947 wieder eingeführt worden.

Orkanböen bis zu 160 km/h fordern in Europa über 40 Todesopfer.

23.12.1954, Donnerstag

Das italienische Parlament billigt mit 315:215 Stimmen die Pariser Verträge über den Eintritt der Bundesrepublik in die NATO (Nordatlantisches Verteidigungsbündnis). Nach Island, Norwegen und Großbritannien hat Italien damit als viertes NATO-Mitglied die Verträge ratifiziert.

24.12.1954, Freitag

In Ecuador scheitert eine Revolte von hohen Offizieren gegen Staatspräsident José Maria Velasco Ibarra. Die Offiziere werfen dem Präsidenten “Beleidigung der Armee” sowie die Entlassung des Verteidigungsministers vor.

Bei einem Bombenattentat im Araberviertel von Casablanca werden drei Marokkaner getötet. Der Vorfall steht im Zusammenhang mit Aktionen nationalistischer Marokkaner gegen die französische Kolonialpolitik.

25.12.1954, Samstag

Papst Pius XII. fordert in Rom die Katholiken in Großbritannien auf, aus dem christlich-jüdischen Rat auszutreten. Die 1942 gegründete Organisation, die sich dem Kampf gegen Rassenhaß verschrieben hat, vertrete den Standpunkt, dass alle Religionen gleich seien.

26.12.1954, Sonntag

Bei einem Großfeuer in der südkoreanischen Stadt Pusan wird ein ganzer Stadtteil zerstört. 1300 Menschen werden durch das Unglück obdachlos.

27.12.1954, Montag

Die französische Nationalversammlung ratifiziert mit 289:251 Stimmen die Pariser Verträge über die Wiederbewaffnung der Bundesrepublik im Rahmen der NATO (Nordatlantisches Verteidigungsbündnis).

Starke Niederschläge und Tauwetter führen in Nordwestdeutschland zu Überschwemmungen; auf den Flüssen Weser und Neckar muss die Schifffahrt eingestellt werden.

28.12.1954, Dienstag

Die USA gewinnen den Tennis-Daviscup durch einen 3:2-Endspielsieg gegen Australien.

29.12.1954, Mittwoch

In Paris unterzeichnen Frankreich, Vietnam, Laos und Kambodscha Verträge, die den indochinesischen Staaten innerhalb der französischen Union weitgehende Unabhängigkeit in wirtschaftlichen Fragen gewährt.

Erstmals treffen sich der spanische Thronanwärter Juan und Spaniens Staatspräsident Francisco Franco Bahamonde auf spanischem Boden und besprechen die Erziehungsrichtlinien für Juans Sohn, den späteren spanischen König Juan Carlos I.

30.12.1954, Donnerstag

In Chile hebt Staatspräsident Carlos Ibañez del Campo den im September verhängten Ausnahmezustand auf; in einer regierungsamtlichen Erklärung heißt es dazu, dass die Gefahr eines Generalstreiks, die Grund für die Verhängung des Ausnahmezustandes war, endgültig gebannt sei.

Die spanische Regierung lehnt die Auslieferung des belgischen Kriegsverbrechers Leon Degrelle an Belgien ab. Degrelle, während des Zweiten Weltkriegs Führer der SS-Freiwilligen-Legion “Wallonie” und Gründer der faschistischen Rexistenbewegung, werden von Belgien zahlreiche Morde vorgeworfen.

31.12.1954, Freitag

In der Bundesrepublik hat der Film “Canaris” von Alfred Weidenmann mit O. E. Hasse und Martin Held in den Hauptrollen Premiere.