Was geschah im Dezember 1956

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1.12.1956, Samstag

In Kuba kommen bei Gefechten zwischen linksgerichteten Rebellen und der Armee von Diktator Fulgencio Batista 50 Menschen ums Leben.

Bei einem Treffen mit Vertretern der deutschen Wirtschaftsverbände lehnt Wirtschaftsminister Ludwig Erhard eine bundesdeutsche “Rüstungsautarkie” ab. Die Bundesregierung verfolge auch beim Aufbau der Bundeswehr den Grundsatz der internationalen Arbeitsteilung.

Bei den Olympischen Sommerspielen in Melbourne (Australien) stellt die australische Schwimmstaffel der Damen mit 44,5 sec einen Weltrekord über 4×100 m Freistil auf.

Regierungsvertreter Rumäniens und der UdSSR vereinbaren in Moskau eine unbefristete Verlängerung der Stationierung sowjetischer Truppen in Rumänien.

In Berlin (Ost) wird Peter Hacks’ Komödie “Die Schlacht bei Lobositz” uraufgeführt.

2.12.1956, Sonntag

Der in Kopenhagen tagende Rat der Sozialistischen Internationale verabschiedet eine Resolution, in der die britisch-französische Intervention in Ägypten scharf verurteilt wird.

In Paris billigt die französische Nationalversammlung Kredite für die ehemaligen Kolonien Marokko und Tunesien in Höhe von rund 57 Mio. DM. Der größte Teil der Finanzhilfe soll der Unterstützung von rückkehrwilligen französischen Staatsbürgern in Nordafrika dienen.

In Melbourne gewinnt der britische Rennfahrer Stirling Moss (Maserati) den Großen Preis von Australien. Das Rennen, das nicht in die Weltmeisterschaftswertung eingeht, sollte nach dem Willen der Veranstalter den Automobilsport in Australien populär machen.

In Saarbrücken fordern die saarländischen Sozialdemokraten angesichts der für das Jahr 1957 vorgesehenen Angliederung des Saarlands an die Bundesrepublik Deutschland die Auflösung des Landtags und die Ausschreibung von Neuwahlen.

3.12.1956, Montag

Die ungarische Regierung unter Ministerpräsident János Kádár verweigert einer Delegation der Vereinten Nationen die Einreise. Die UN-Delegation unter der Führung von Generalsekretär Dag Hammarskjöld wollte vor Ort die Ereignisse um den Volksaufstand vom November untersuchen.

In Wien verabschiedet der österreichische Nationalrat ein Wohnraumversorgungsgesetz. Künftig haben Bedürftige Anspruch auf einen Wohnungsberechtigungsschein, durch den sie Vorrang bei der Vergabe von Wohnungen erhalten.

Im Hafen von New York fordert die Explosion eines Lagerhauses zehn Todesopfer. Mehr als 240 Personen werden verletzt. Das nach der Explosion ausgebrochene Feuer richtet Sachschäden in Höhe von rund 50 Mio. DM an.

Die deutsche Lufthansa gibt vor der Presse in Bonn den Ankauf von Flugzeugen bekannt. Die Gesellschaft hat u.a. vier Düsenflugzeuge vom Typ Boeing 707, zwei viermotorige “Superconstellation” sowie acht Vickers “Viscount” bestellt.

Im Bremer Hauptpostamt wird die modernste Paket-Verteilanlage der Welt in Betrieb genommen. Die weitgehend automatisierte Anlage kann täglich rund 100 000 Pakete und Päckchen sortieren.

4.12.1956, Dienstag

In der Sowjetrepublik Jakutien (Ostsibirien) werden umfangreiche Diamantenvorkommen entdeckt. Nach Angaben der Geologen handelt es sich um die größte Lagerstätte dieser Art auf der Welt.

5.12.1956, Mittwoch

Der Bundestag beschließt in Bonn gegen die Stimmen der SPD und einiger FDP-Abgeordneter die Einführung der zwölfmonatigen Wehrpflicht.

Der Präsident der Volkskammer der DDR, Johannes Dieckmann (LDPD), fordert in Berlin (Ost) die Bundesregierung auf, “politische Gefangene” in der Bundesrepublik unverzüglich freizulassen. Dieckmann bezeichnet die Inhaftierung von Mitgliedern der KPD als unerträglich.

In New York verabschiedet die Vollversammlung der Vereinten Nationen eine Resolution, in der ein sofortiger Abzug der sowjetischen Truppen aus Ungarn, die Einstellung von Deportationen und die Zulassung von UN-Beobachtern gefordert werden.

Die ungarische Regierung verfügt in Budapest die Auflösung der während des Volksaufstands gebildeten Revolutionsräte.

In Warschau führt die polnische Regierung die Rationierung von Brennstoffen ein; u.a. wird der Eisenbahnverkehr eingeschränkt, um Kohle einzusparen.

An der Grenzkontrollstelle Berlin-Babelsberg werden US-amerikanische Transporte von sowjetischen Soldaten festgehalten. Es ist der erste Zwischenfall dieser Art seit Ende der Berliner Blockade im Jahre 1949.

Papst Pius XII. ernennt im Einvernehmen mit der polnischen Regierung vier Generalvikare für die früheren deutschen Ostgebiete. Der Vatikan weist nach deutschen Protesten darauf hin, dass damit der Heilige Stuhl die Oder-Neiße-Grenze nicht zwangsläufig anerkennt. Es handele sich um eine rein administrative Maßnahme.

6.12.1956, Donnerstag

In Bonn gibt Bundesverkehrsminister Hans-Christoph Seebohm bekannt, dass Hinweise auf Straßenschildern künftig in einem verständlichen Deutsch abgefasst werden sollen. So werden Schilder mit den Texten “Nebenraum nicht befahrbar” und “Lose Seitenräume” gegen Schilder mit der Aufschrift “Seitenstreifen nicht befahrbar” ausgetauscht.

Der israelische Ministerpräsident David Ben Gurion und der Oberkommandierende der israelischen Streitkräfte, Moshe Dayan, erklären, Israel sei bereit, seine Truppen von der Sinai-Halbinsel zurückzuziehen. Bedingung sei jedoch, dass die ägyptischen Streitkräfte das geräumte Gebiet künftig nicht mehr als Stützpunkt nutzten und israelische Schiffe den Suezkanal befahren dürften.

In Berlin (Ost) beschließt der Ministerrat der DDR, mit Wirkung vom 1. Januar 1957 in sechs Maschinenbau-Kombinaten die 45-Stunden-Woche einzuführen.

7.12.1956, Freitag

Vor der Presse in Bonn sagt Bundeskanzler Konrad Adenauer, er sei trotz der Ereignisse in Ungarn bereit, die diplomatischen Beziehungen zur Sowjetunion zu vertiefen. Der Zeitpunkt zur Einberufung einer Viermächtekonferenz zur Behandlung der deutschen Frage sei jedoch nicht günstig.

Vertreter der katholischen Kirche einigen sich in Warschau mit der polnischen Regierung auf ein Abkommen, das der Kirche volle Freiheit des religiösen Lebens zusichert.

In Washington erklärt sich die US-amerikanische Regierung bereit, den Staaten Westeuropas bei der Überwindung der Folgen der Suezkrise zu helfen. Geplant sind vor allem Öllieferungen und finanzielle Hilfen.

Der schweizerische Bundesrat verabschiedet in Bern ein Rüstungs-Sofortprogramm. Die Armee soll u.a. mit modernen Sturmgewehren, 100 britischen Panzern vom Typ Centurion Mark VII sowie mit 40 französischen Flugzeugen des Typs Mystère IV A ausgestattet werden.

Die Tarifpartner der Textilindustrie beschließen in Frankfurt am Main die Einführung der 45-Stunden-Woche zum 1. April 1957.

8.12.1956, Samstag

Nach zweitägiger Dauer endet in Berlin (Ost) eine von der SED einberufene “Arbeiterkonferenz”. Auf der Tagung gesteht SED-Parteichef Walter Ulbricht die mangelhafte Verwirklichung von “Arbeiterrechten” und die bürokratische Missachtung von Verbesserungsvorschlägen ein. Ulbricht gibt bekannt, dass künftig sog. Arbeiterkomitees “Beschlussrecht im Rahmen der betrieblichen Zuständigkeit” erhalten.

In Melbourne (Australien) enden die XVI. Olympischen Sommerspiele. Die erfolgreichste Mannschaft der Spiele stellte die Sowjetunion vor den USA und Australien.

9.12.1956, Sonntag

Im Zentralorgan der Polnischen Arbeiterpartei, “Trybuna Ludu”, erscheint ein Artikel, in dem eine Verbesserung des deutsch-polnischen Verhältnisses und der Abschluss eines Vertrages zum Gewaltverzicht für möglich gehalten wird.

In Dortmund wird das neuerbaute Museum am Ostwall mit der Ausstellung “Spielzeug aus vergangenen Zeiten” eröffnet.

10.12.1956, Montag

Der italienische Staatspräsident Giovanni Gronchi beendet in Bonn nach viertägiger Dauer einen Staatsbesuch in der Bundesrepublik Deutschland. Im Rahmen des Staatsbesuchs wurden eine Reihe von Handels- und Kulturabkommen geschlossen.

In Stockholm überreicht der schwedische König Gustav VI. Adolf die diesjährigen Nobelpreise.

Nach seiner Rückkehr von einer Asienreise spricht sich der SPD-Vorsitzende Erich Ollenhauer in Bonn für den Austritt aus der NATO im Fall der Wiedervereinigung aus.

11.12.1956, Dienstag

In New York wählt die Vollversammlung der Vereinten Nationen den Schweizer August Lindt einstimmig zum Hohen Kommissar für das Flüchtlingswesen. Lindt tritt die Nachfolge des am 10. Juli verstorbenen Niederländers G. I. van Heuven Goedhart an.

12.12.1956, Mittwoch

In Bonn beschließt die Bundesregierung, dem Saarland eine Finanzhilfe in Höhe von 350 Mio. DM zu gewähren.

Das SED-Zentralorgan “Neues Deutschland” veröffentlicht einen Aufruf des Ersten Sekretärs des ZK der SED, Walter Ulbricht, in dem die Wahrung der “studentischen Disziplin” gefordert wird.

In Paris nimmt die französische Nationalversammlung die mit der Bundesregierung getroffenen Vereinbarungen über die Eingliederung des Saarlands in die Bundesrepublik Deutschland an.

Die Münchner Lach- und Schießgesellschaft stellt in Schwabing ihr erstes Programm vor.

In der Schwarnewerder Heide bei Bremerhaven entdecken Wissenschaftler eine rund 2500 Jahre alte Grabanlage aus der Bronzezeit. Nach Angaben der Archäologen handelt es sich um einen der bedeutendsten Funde auf deutschem Boden.

13.12.1956, Donnerstag

Der saarländische Landtag nimmt in Saarbrücken gemäß den zwischen Frankreich und der Bundesrepublik getroffenen Vereinbarungen die Erklärung zum Beitritt des Saarlands zur Bundesrepublik an.

Der mit rund 100 km/h über Indonesien ziehende Taifun “Polly” fordert 69 Menschenleben. Nach offiziellen Angaben werden mehr als 75 000 Indonesier obdachlos.

14.12.1956, Freitag

Das japanische Parlament ratifiziert in Tokio das am 15. Oktober unterzeichnete Abkommen über die Beendigung des Kriegszustands zwischen Japan und der UdSSR.

Im Rahmen einer Feierstunde in der Ostberliner Werner-Seelenbinder-Halle zeichnet SED-Parteichef Walter Ulbricht die aus der DDR stammenden Mitglieder der gesamtdeutschen Olympiamannschaft aus. Die Medaillengewinner erhalten den Ehrentitel “Verdienter Meister des Sports”.

In Paris endet eine Tagung des Nordatlantikrates, des obersten politischen Organs der NATO.

In London billigt das britische Unterhaus die Entlassung der afrikanischen Kolonie Goldküste unter Einschluss des Togolandes in die Unabhängigkeit. Der Staat soll künftig den Namen Ghana tragen.

15.12.1956, Samstag

Die britische Regierung verhängt nach einer Reihe von Attentaten der Irisch-Republikanischen Armee (IRA) den Ausnahmezustand über Nordirland.

Nach Angaben des Innenministeriums in Wien sind seit Ende Oktober rund 135 000 ungarische Flüchtlinge nach Österreich gekommen.

In der Südafrikanischen Union werden 149 Personen verhaftet, die nach Angaben von Justizminister Carl Swart “kommunistische Umstürzler” sind und unter dem Verdacht des Hochverrats stehen.

16.12.1956, Sonntag

Die Regierungen Großbritanniens und Frankreichs geben den vollständigen Rückzug ihrer Streitkräfte aus Ägypten bekannt. Die Kontrolle über die ägyptische Hafenstadt Port Said wird den UN-Friedenstruppen übergeben.

Der irakische Ministerpräsident Nuri es Said warnt in Bagdad die Staaten der Arabischen Liga vor einer weiteren politischen Annäherung an die Sowjetunion. Die UdSSR habe das Ziel, im Mittleren Osten ein Machtvakuum zu schaffen, um es selber auszufüllen.

17.12.1956, Montag

Zwei Männer überfallen in Burbank im US Bundesstaat Kalifornien einen Diamantentransport und erbeuten Edelsteine im Wert von rund 600 000 US-Dollar (2,5 Mio. DM). Das ist weltweit die größte Summe, die bislang bei einem Überfall erbeutet werden konnte. Von den Tätern fehlt jede Spur.

In Washington gibt der Vorsitzende der US-Atomkommission, Lewis L. Strauss, bekannt, dass in den Vereinigten Staaten bis 1962 fünf Atomkraftwerke errichtet werden sollen.

18.12.1956, Dienstag

Vor dem britischen Unterhaus in London erklärt der britische Kolonialminister Alan Lennox-Boyd, seine Regierung erwäge, Zypern die Unabhängigkeit zu gewähren. Es müsste jedoch gewährleistet werden, dass sowohl die griechische als auch die türkische Bevölkerung Zyperns die gleichen Rechte erhielten. Eine Teilung der Insel sei daher nicht auszuschließen.

In Trenton (US-Bundesstaat New Jersey) gelingt der Polizei die Festnahme eines Geistesgestörten, der in den letzten Wochen fünf Kirchen niedergebrannt hatte. Bei den Anschlägen, die landesweites Aufsehen erregten, kamen drei Menschen ums Leben.

Die Vollversammlung der Vereinten Nationen nimmt in New York Japan in die Weltorganisation auf.

In Berlin wird die 2,60 m hohe und 12 t schwere Olympia-Glocke geborgen. Vor wenigen Tagen war sie bei Bauarbeiten auf dem Maifeld zufällig entdeckt worden. Die Glocke war 1946 vergraben worden, um sie dem Zugriff der Besatzungsmächte zu entziehen. Der Lageplan mit dem Versteck der Glocke ging jedoch verloren.

19.12.1956, Mittwoch

Vor der Knesset in Jerusalem, dem israelischen Parlament, erklärt Ministerpräsident David Ben Gurion, seine Regierung werde unter keinen Umständen den von Israel besetzten Gaza-Streifen an Ägypten zurückgeben.

In Bad Godesberg unterzeichnen Vertreter des Landes Nordrhein-Westfalen und des Vatikan einen Vertrag über die Errichtung eines Bistums Essen. In dem Gebiet, das aus Teilen der Bistümer Köln, Münster und Paderborn gebildet wird, leben rund 1,3 Mio. Katholiken.

In München wird der österreichische Spielfilm “Sissi, die junge Kaiserin” mit Romy Schneider und Karlheinz Böhm in den Hauptrollen uraufgeführt.

20.12.1956, Donnerstag

Nach Angaben der australischen Regierung haben während der Olympischen Spiele in Melbourne 40 Sportler aus osteuropäischen Staaten um politisches Asyl gebeten, darunter 35 aus Ungarn.

Vor dem Londoner Unterhaus bestreitet der britische Premierminister Anthony Eden, dass es während der Suezkrise Absprachen mit Israel über ein gemeinsames Vorgehen gegen Ägypten gegeben habe.

In Budapest erlässt die Regierung unter Staatschef János Kádár eine Verordnung, die Internierungen von Personen, die sich aktiv am Volksaufstand beteiligt haben, ohne vorherigen Gerichtsbeschluss zuläßt.

21.12.1956, Freitag

In der Bundesrepublik Deutschland läuft mit großem Erfolg “Giganten”, der letzte Spielfilm des 1955 verunglückten US-Jugendidols James Dean, an.

Bundesverteidigungsminister Franz Josef Strauß gibt in Bonn bekannt, die Bundeswehr werde nun doch mit geschlossenen “Knobelbechern” ausgerüstet. Die in den vergangenen Monaten erprobten Schnürstiefel der US-Streitkräfte seien mangelhaft verarbeitet und hätten bei schlechter Witterung “völlig versagt”.

22.12.1956, Samstag

Der ehemalige Leiter des Bundesamts für Verfassungsschutz, Otto John, wird in Karlsruhe wegen Landesverrats zu vier Jahren Gefängnis verurteilt.

Nach Mitteilung der Regierung in Warschau ist die Wolfsplage in Polen erfolgreich bekämpft worden. In den letzten Monaten wurden rund 400 Wölfe erlegt. Die aus der Sowjetunion zugewanderten Tiere hatten zahlreiche Schafe und Rinder gerissen.

23.12.1956, Sonntag

Papst Pius XII. spricht sich in seiner traditionellen Weihnachtsbotschaft, die vom Rundfunk in 30 Länder übertragen wird, für eine kontrollierte Abrüstung der Militärblöcke aus.

Im Vatikan ernennt Papst Pius XII. Julius Döpfner zum Bischof von Berlin. Der bisherige Bischof von Würzburg tritt die Nachfolge des am 21. August 1956 verstorbenen Bischofs Wilhelm Weskamm an.

Die US-amerikanische Filmgesellschaft Metro-Goldwyn-Mayer beginnt auf einem rund 60 000 m² großen Gelände bei Frankfurt am Main mit dem Bau des ersten europäischen Autokinos. Es soll am 1. September 1957 eröffnet werden und 1000 Pkw Platz bieten.

Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft gewinnt in Köln gegen Belgien 4:2.

24.12.1956, Montag

Die rund 250 000 in Europa stationierten US-Soldaten stellen Waisenkindern Weihnachtsgeschenke zur Verfügung. Etwa 75 000 aus Spenden finanzierte Pakete mit Spielzeug, Süßigkeiten und Bekleidung werden im Rahmen der Operation “Santa Claus” in der Bundesrepublik, Großbritannien, Belgien und den Niederlanden verteilt.

Am Suezkanal sprengen ägyptische Pioniere das Denkmal des Erbauers Ferdinand von Lesseps. Nach Angaben von Radio Kairo soll es durch eine “Freiheitsstatue” ersetzt werden.

25.12.1956, Dienstag

Bundeskanzler Konrad Adenauer fordert in seiner vom Rundfunk verbreiteten Weihnachtsansprache die Deutschen zur inneren Einkehr und Besinnlichkeit auf. Der Kanzler sagt u.a.:”Nur der führt ein bewusstes Leben, der sich seiner selbst bewusst wird.”

26.12.1956, Mittwoch

In Algerien kommen bei Überfällen und Bombenanschlägen der Befreiungsbewegung FLN 22 Menschen ums Leben. Die Organisation, die für die Unabhängigkeit Algeriens eintritt, hatte vor den Weihnachtsfeiertagen angekündigt, ihren Kampf gegen die französische Kolonialmacht zu verschärfen.

27.12.1956, Donnerstag

Die UN-Friedenstruppe beginnt in Ägypten mit der Räumung des Suezkanals. Die Wasserstraße ist seit Ausbruch des Suezkrieges von Schiffs- und Flugzeugwracks blockiert.

Im Leningrader Kirow-Theater wird das Ballett “Spartakus” (Szenen aus einem römischen Leben) von Aram Chatschaturjan uraufgeführt. Die Choreographie besorgte Leonid Jacobson, die Ausstattung stammt von Wladimir Chodasewitsch.

Das französische Versuchsflugzeug Leduc 0-22, das nach Angaben seiner Konstrukteure für Geschwindigkeiten bis zu 4000 km/h ausgelegt ist, startet bei Marseille zu seinem ersten Testflug.

28.12.1956, Freitag

Die Bundesregierung gibt in Bonn bekannt, dass nach ihrer Einschätzung in der DDR rund 11 000 Menschen aus politischen Gründen inhaftiert sind.

In Quincy im US-Bundesstaat Massachusetts beginnt der Bau eines “Supertankers”. Der Tanker soll nach Angaben des griechischen Reeders Aristoteles Onassis eine neue Ära im Schiffsbau eröffnen und mit einer Wasserverdrängung von mehr als 100 000 t das größte Schiff der Welt sein. Den bisherigen Rekord hält der in Hamburg gebaute 47 000-t-Tanker “Ibn Saud”.

29.12.1956, Samstag

Das US-Verteidigungsministerium in Washington teilt mit, dass bei den Streitkräften künftig Brieftauben zur Übermittlung von Informationen nicht mehr benutzt werden. Im Koreakrieg (1950- 1953) wurden im Dienst der US-Armee noch rund 40 000 Tauben eingesetzt.

Sportjournalisten aus 16 europäischen Staaten wählen den britischen Spieler Stanley Matthews zum “Fußballer des Jahres”. Den zweiten Platz belegt der Spanier Alfredo Di Stefano.

30.12.1956, Sonntag

In mehreren deutschen Städten kommt es zu Jugendkrawallen. In Dortmund machen rund 4000 Jugendliche die Straßen rund um das Kino “Capitol” unsicher. Dort wird der Rock’n’Roll-Film “Außer Rand und Band” mit Bill Haley gezeigt.

31.12.1956, Montag

An der Wolga (UdSSR) wird das Wasserkraftwerk “Gorki” seiner Bestimmung übergeben. Es ist das vierte in der sog. Wolgakaskade errichtete Kraftwerk und hat eine Kapazität von 400 000 kWh.