Was geschah im Dezember 1959

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1.12.1959, Dienstag

In einem in Washington unterzeichneten Vertrag verpflichten sich zwölf Staaten, keinerlei Besitzansprüche auf die Antarktis zu stellen.

Bundeskanzler Konrad Adenauer (CDU) führt in Paris politische Gespräche mit dem französischen Staatspräsidenten Charles de Gaulle. Einigkeit erzielen die beiden Politiker über die “absolute Notwendigkeit” der NATO (Nordatlantisches Verteidigungsbündnis).

Fast jeder zweite Erwachsene der Erde kann weder lesen noch schreiben. Das geht aus einer Statistik hervor, die von der UNESCO (Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur) in New York veröffentlicht wird.

Nach dem Rücktritt des US-amerikanischen Verteidigungsministers Neil H. McElroy beruft US-Präsident Dwight D. Eisenhower dessen Stellvertreter Thomas S. Gates zum Nachfolger.

Die Regierungen Großbritanniens und der Vereinigten Arabischen Republik vereinbaren die Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen, die am 1. September 1956 infolge der Suezkrise abgebrochen worden waren.

2.12.1959, Mittwoch

Der Bundestag verabschiedet ein Rentenanpassungsgesetz, das am 1. Januar 1960 in Kraft tritt. Danach werden die Renten in der Arbeiter- und Angestelltenversicherung um 5,94% erhöht. Gegen das Gesetz stimmt nur die FDP.

Die beiden Piloten zweier Düsenjagdbomber der Bundeswehr, die am 22. Oktober über dem Gebiet der CSR abgestürzt waren, werden der bayerischen Grenzpolizei übergeben.

Die Volkskammer der DDR verabschiedet ein neues Schulgesetz, wonach die Schulpflicht auf das zehnte Schuljahr ausgedehnt wird.

Bei einem Staudammbruch in der Nähe von Fréjus (Südfrankreich) kommen 412 Menschen ums Leben.

3.12.1959, Donnerstag

US-Präsident Dwight D. Eisenhower tritt eine 18-tägige Weltreise an, die ihn in elf Länder führt. Die Blitzreise soll den Kontakt der USA zu den Ländern am Mittelmeer, im Nahen Osten und im Süden Asiens verstärken.

Das Parlament der Westeuropäischen Union in Paris empfiehlt dem Ministerrat der WEU die Schaffung einer europäischen Atomstreitmacht.

Unter der Leitung von Gustaf Gründgens führt das Deutsche Schauspielhaus Hamburg im Rahmen seiner Gastspielreise durch die Sowjetunion “Faust I” in Leningrad auf.

4.12.1959, Freitag

Der US-Weltraumbehörde NASA gelingt es, in der “Merkur”-Raumkapsel, die für einen späteren bemannten Satellitenflug konstruiert ist, ein Lebewesen ins Weltall zu schießen und zur Erde zurückzubringen. Bei dem erfolgreichen “Astronauten” handelt es sich um ein Rhesusäffchen mit dem Namen “Sam”.

5.12.1959, Samstag

Der tschechoslowakische Parlamentspräsident Zdenek Fierlinger äußert sich positiv über die Möglichkeit besserer Beziehungen zwischen dem tschechoslowakischen und dem deutschen Volk. Dies hänge jedoch davon ab, ob “die deutschen Durchschnittsbürger den Militarismus und Revanchismus in Schranken halten” könnten.

Die polnischen Behörden verbieten den Verkauf der US-Tageszeitung “New York Times”. Ausschlaggebend dafür ist eine Artikelserie des Blattes, in der nach Ansicht der Behörden Polen verunglimpft wird.

6.12.1959, Sonntag

Trotz energischer Proteste von seiten der Bundesregierung beschließt die Vollversammlung des Nationalen Olympischen Komitees (NOK) in Hannover, dass die gesamtdeutsche Mannschaft bei den Olympischen Spielen 1960 unter einer schwarzrotgoldenen Fahne mit den fünf olympischen Ringen im mittleren roten Feld antritt.

Gegen die geplante Stilllegung von drei Kohlezechen findet in Bochum eine Demonstration von Bergarbeitern statt.

Von Accra (Ghana) startet ein Demonstrationszug von Atomwaffengegnern in die Sahara, um gegen die dort von Frankreich durchgeführten Kernwaffenversuche zu demonstrieren.

In der Berliner Deutschlandhalle verteidigt Gustav “Bubi” Scholz gegen den Franzosen André Drille seinen Titel als Box-Europameister im Mittelgewicht durch einen Punktsieg.

7.12.1959, Montag

Der Sprecher der Bundesregierung, Felix von Eckardt (CDU), protestiert gegen Äußerungen des indischen Ministerpräsidenten Jawaharlal Nehru zur Wiedervereinigung Deutschlands. Nehru hatte in einer Pressekonferenz erklärt, dass niemand, auch nicht in der Bundesrepublik und in der DDR, die Wiedervereinigung wirklich wolle.

8.12.1959, Dienstag

Aus dem Städelschen Kunstinstitut in Frankfurt am Main wird “Die Venus” von Lucas Cranach dem Älteren geraubt.

Ein Düsenjäger der US-Marine vom Typ Phantom II stellt mit 30 038 m einen Weltrekord im Höhenflug auf.

Die CDU/CSU-Bundestagsfraktion erteilt ihrem aus Münster stammenden Mitglied Peter Nellen eine scharfe Rüge, weil dieser auf einer Veranstaltung des “Komitees gegen Atomrüstung” gesprochen hatte. Auf einen Ausschluss Nellens aus der Fraktion wird verzichtet.

Bundespostminister Richard Stücklen (CSU) gibt in Bonn bekannt, dass die Bundespost bis 1963 5,15 Milliarden DM in den Fernsprechdienst investieren werde, um eine bessere Telefonversorgung zu erreichen. Gegenwärtig kommen auf 100 Bundesbürger 9,4 Telefonanschlüsse.

9.12.1959, Mittwoch

Gegen die Stimmen der SPD und bei Stimmenthaltung der FDP beschliest der Verteidigungsausschuss des Bundestages die Anschaffung einer geheimgehaltenen Zahl unbemannter gelenkter Flugkörper vom Typ “Mace”, die nur mit atomarer Munition verschossen werden.

Im Rathaus der Hansestadt Hamburg findet ein Festakt zum hundertjährigen Bestehen des Landesparlaments, der Hamburger Bürgerschaft, statt.

In Garmisch-Partenkirchen schlägt die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes das Team der DDR 5:2.

10.12.1959, Donnerstag

In Bonn sorgt die Veröffentlichung eines abgehörten Gesprächs zwischen Bundeskanzler Konrad Adenauer (CDU) und Staatssekretär Felix von Eckardt (CDU) für politischen Wirbel. Adenauer hatte über den Bundesminister für Gesamtdeutsche Fragen, Ernst Lemmer (CDU), gesagt, dass er “den Kerl” entlassen würde, wenn dieser nicht Berliner wäre.

In Stockholm werden die Nobelpreise für Medizin, Physik, Chemie und Literatur von dem schwedischen König Gustav VI. Adolf überreicht. Den Friedensnobelpreis erhält in Oslo der britische Politiker Philip Noel-Baker.

Der Deutsche Anwaltsverein warnt in Hamburg vor der Aufnahme des Jurastudiums, da nur geringe Berufsaussichten bestünden. Nach Ansicht des Anwaltsvereins studieren viele Abiturienten nur, weil sie in einem akademischen Beruf die Garantie für Ansehen und Wohlstand sehen.

11.12.1959, Freitag

In der Bundesrepublik wird eine weitverzweigte kommunistische Untergrundorganisation aufgedeckt und ein Verteilerring für Propagandamaterial zerschlagen. Bei der Aktion der Strafverfolgungsbehörden werden 49 Personen verhaftet.

Im Württemberger Staatstheater Stuttgart wird die Oper von Carl Orff “Ödipus der Tyrann” mit großem Erfolg beim Publikum uraufgeführt.

12.12.1959, Samstag

In der britischen Kolonie Nigeria finden die ersten Direktwahlen zum Bundesparlament statt, das über den Weg in die Unabhängigkeit entscheiden soll.

Zu Sportlern des Jahres in der Bundesrepublik werden der Zehnkämpfer Martin Lauer, die Eiskunstläuferin Marika Kilius und der “Ratzeburger Achter” gewählt.

Der australische Rennfahrer Jack Brabham sichert sich durch einen vierten Platz hinter dem Briten Tony Brooks beim Großen Preis der USA in Sebring die Automobilweltmeisterschaft.

Die deutschen katholischen Bischöfe sprechen sich in einer Erklärung zum Regierungsentwurf eines Bundesrundfunkgesetzes gegen die Einführung eines rein kommerziellen Fernsehens aus. Sie fürchten eine “immer stärker werdende Hemmungslosigkeit” bei der Werbung und den Missbrauch finanzieller Stärke.

13.12.1959, Sonntag

Bei der ersten Präsidentenwahl der Republik Zypern erhält Erzbischof Makarios III. die Mehrheit der Stimmen.

Aus dem Dahlemer Museum in Berlin (West) wird die auf 250 000 DM geschätzte Rembrandt-Studie “Christuskopf” gestohlen.

Wissenschaftler des Moskauer Pulkowo-Observatoriums veröffentlichen eine Studie, nach der auf dem Mars eine hochentwickelte Flora existiert.

Bei einer Gasexplosion in einem vierstöckigen Haus in Dortmund-Aplerbeck werden 26 Menschen getötet.

14.12.1959, Montag

Die Sowjetunion kritisiert in einer Protestnote an die Bundesregierung die “beschleunigte Aufrüstung” in der Bundesrepublik.

Bundesverkehrsminister Hans-Christoph Seebohm (DP) übergibt das Autobahnstück Landstuhl- St. Ingbert dem Verkehr. Damit ist das Saarland an das bundesdeutsche Autobahnnetz angeschlossen.

15.12.1959, Dienstag

Der griechische Großreeder Aristoteles Onassis erwirbt die Mehrheit der Aktien der auf 120 Millionen DM Stammkapital geschätzten Spielbank von Monaco.

Der sowjetische Partei- und Regierungschef Nikita S. Chruschtschow erklärt im Kreml vor US-amerikanischen Gewerkschaftsvertretern, dass die Sowjetunion bis 1964 den Sechsstundentag einführen werde.

Auf der Tagung des Ministerrats des Nordatlantischen Verteidigungsbündnisses (NATO) in Paris versichert US-Außenminister Christian A. Herter, dass die USA ihre Truppen in Europa ließen, solange die Bedrohung durch die Sowjetunion fortbestehe.

16.12.1959, Mittwoch

Der Leiter der indischen Atomenergiekommission, Baldev Bhaba, teilt in Neu-Delhi mit, dass Indien in der Lage sei, eigenständig Atombomben und andere Kernwaffen herzustellen.

König Baudouin I. von Belgien trifft zu einem 15-tägigen Besuch der Kolonie Belgisch-Kongo (Zaire) in Léopoldville (Kinshasa) ein, um sich vor Ort ein Bild von den Auseinandersetzungen zwischen der afrikanischen Bevölkerung und belgischen Soldaten zu machen.

17.12.1959, Donnerstag

Im bayerischen Landtag in München kommt es bei der Beratung des Gesetzes zum vorläufigen Abschluss der Entnazifizierung zu tumultartigen Auseinandersetzungen zwischen dem Bund der Heimatvertriebenen und Entrechteten/Gesamtdeutscher Block (BHE) und der SPD über die Einschätzung des Nationalsozialismus.

Nach einem vom Bundesverteidigungsministerium in Bonn veröffentlichten Bericht hat die Bundeswehr am Jahresende eine Stärke von 240 000 Mann. Damit sind zwei Drittel der vorgesehenen Endstärke von 350 000 Soldaten erreicht.

Der israelische Ministerpräsident David Ben Gurion stellt in Jerusalem sein neues Kabinett vor. Außenministerin bleibt Golda Meir, neuer Landwirtschaftsminister wird der ehemalige Generalstabschef Moshe Dayan.

18.12.1959, Freitag

Der Alfred-Hitchcock-Film “Der unsichtbare Dritte” mit Cary Grant und Eva Marie Saint in den Hauptrollen läuft in den bundesdeutschen Kinos an.

19.12.1959, Samstag

Der Erste Sekretär der SED, Walter Ulbricht, gibt in einer Rede in Berlin (Ost) Spannungen in der Landwirtschaft der DDR und daraus resultierende Versorgungsengpässe zu. Der Widerstand der Bauern gegen die Kollektivierungsmaßnahmen in der Landwirtschaft habe jedoch nur “bestimmte ideologische Ursachen”.

In Paris findet ein Treffen der Regierungs- und Staatschefs von Frankreich, Großbritannien, den Vereinigten Staaten und der Bundesrepublik statt. Hauptthema der Beratungen ist die Vorbereitung einer Ost-West-Gipfelkonferenz in Paris am 27. April 1960, zu der auch der sowjetische Partei- und Regierungschef Nikita S. Chruschtschow eingeladen werden soll.

Auf einer Kundgebung rechtsradikaler europäischer Siedler in Algier wird der Tod des französischen Staatspräsidenten Charles de Gaulle gefordert. Hauptredner der Veranstaltung ist der ehemalige französische Ministerpräsident Georges Bidault, der den endgültigen Anschluss Algeriens an Frankreich fordert und damit im Gegensatz zum Algerienplan de Gaulles steht.

20.12.1959, Sonntag

Das Fußball-Länderspiel zwischen der Bundesrepublik und Jugoslawien in Hannover endet 1:1 (0;1).

Zwischen der DDR und Indien wird in Neu-Delhi ein Handelsabkommen unterzeichnet. Die Verrechnung der Handelsgüter soll in indischer Währung erfolgen.

21.12.1959, Montag

In einem Gedenkartikel zu seinem 80. Geburtstag bezeichnet die Moskauer Parteizeitung “Prawda” den 1953 verstorbenen sowjetischen Partei- und Regierungschef Josef W. Stalin als einen aufrechten Kämpfer für den Sozialismus. Das SED-Zentralorgan “Neues Deutschland” nennt Stalin einen “guten Freund der deutschen Arbeiterklasse”.

In Kuba werden alle Sisal-Pflanzungen, die Kubanern gehören, verstaatlicht. US-amerikanischer Besitz darf weiterhin in Privathand verbleiben. Die Regierung will in Kürze auch die Zuckerpflanzungen nationalisieren.

Nach dem Bericht einer internationalen Studienkommission, die von dem Briten Sir Ivone Kirkpatrick geleitet wird, ist der Bau eines Tunnels unter dem Ärmelkanal technisch ausführbar.

Der Schah von Persien, Mohammed Resa Pahlawi, wird in Teheran in dritter Ehe mit der 21-Jährigen Studentin Farah Diba getraut.

22.12.1959, Dienstag

Mit einem Besuch in Marokko beendet US-Präsident Dwight D. Eisenhower seine dreiwöchige Weltreise, während der er in elf Ländern politische Gespräche geführt hatte.

Das Bundeswohnungsbauministerium legt in Bonn seinen Jahresbericht vor. Danach entstanden seit Jahresbeginn in der Bundesrepublik 580 000 Wohnungen. Berechnungen ergeben einen Bedarf von weiteren 1,2 Millionen Wohnungen.

Beim Absturz eines brasilianischen Verkehrsflugzeugs in der Nähe von Rio de Janeiro kommen 42 Personen ums Leben.

23.12.1959, Mittwoch

Das Statistische Bundesamt in Wiesbaden teilt mit, dass die diesjährige Weinernte den zweitgrößten Ertrag nach 1945 und die beste Qualität erbracht hat. Mit einer Mostmenge von 4,3 Millionen hl werden die Ernteerträge des Rekordjahres 1958 um 500 000 hl verfehlt. Das durchschnittliche Mostgewicht des Weißmostes wird mit 92 Grad Öchsle angegeben.

Nach langwierigen Beratungen in Bundestag und Bundesrat wird ein neues Lebensmittelrecht verabschiedet, das die Verwendung von Fremdstoffzusätzen in Lebensmitteln einschränkt und kennzeichnungspflichtig macht.

Bundesinnenminister Gerhard Schröder (CDU) spricht sich für den Umbau des Bundestages nach dem Vorbild des britischen Unterhauses aus.

24.12.1959, Donnerstag

Einem Aufruf des Kuratoriums Unteilbares Deutschland folgend stellen viele Bundesbürger Kerzen in die Fenster, um ihre Verbundenheit mit den Menschen in der DDR zu zeigen.

Die italienische Regierung in Rom erteilt dem österreichischen Staatssekretär Franz Gschnitzer Einreiseverbot nach Südtirol. Gschnitzer hatte Forderungen Südtiroler Politiker nach Gewährung des Selbstbestimmungsrechts unterstützt.

25.12.1959, Freitag

In der Kölner Innenstadt werden die erst vor wenigen Wochen eingeweihte jüdische Synagoge und ein Denkmal der Widerstandskämpfer von zwei Mitgliedern der Deutschen Reichspartei (DRP) mit Hakenkreuzen und nationalsozialistischen Parolen beschmiert.

Bundeskanzler Konrad Adenauer (CDU) fordert in einer Rundfunkrede die Deutschen in der Bundesrepublik auf, ihrer Landsleute in der DDR zu gedenken, die noch immer in der Sklaverei, unter geistigem Druck und in Not und Armut lebten.

26.12.1959, Samstag

Als vierter Expedition gelingt es einer Gruppe von sowjetischen Wissenschaftlern, den geographischen Südpol auf dem Landweg zu erreichen. Das Unternehmen der 16 Forscher dauerte drei Monate.

27.12.1959, Sonntag

Nach einer Meldung der Nachrichtenagentur UPI sind am Heiligabend 238, am ersten Weihnachtsfeiertag 155 und am zweiten Feiertag 182 Bewohner der DDR nach Berlin (West) geflüchtet.

Der Industrielle und Gouverneur des US-Bundesstaats New York, Nelson A. Rockefeller, gibt bekannt, dass er 1960 nicht für das Amt des Präsidenten der Vereinigten Staaten kandidieren werde. Damit ist Vizepräsident Richard M. Nixon der aussichtsreichste Kandidat der Republikaner für dieses Amt.

Die Bewohner der Fidschi-Inseln Wallis und Futuna sprechen sich in einer Volksabstimmung mit großer Mehrheit für den Anschluss an Frankreich aus.

Deutscher Fußball-Pokalsieger wird Schwarz-Weiß Essen durch ein 5:2 gegen Borussia Neunkirchen im Kasseler Aue-Stadion.

28.12.1959, Montag

Durch drastische Preissenkungen für Butter in Dänemark kommt es zu einer starken Belebung des Kleinen Grenzhandels zwischen der Bundesrepublik und Dänemark.

Im Atomforschungsinstitut Vinca bei Belgrad wird in Anwesenheit von Staatspräsident Josip Broz Tito der erste jugoslawische Forschungsatomreaktor dem Betrieb übergeben. Das Kernkraftwerk leistet maximal 10 Megawatt.

29.12.1959, Dienstag

Der Bundesminister für Gesamtdeutsche Fragen, Ernst Lemmer (CDU), appelliert in einer Rundfunkansprache an die Bevölkerung in der DDR, in der Heimat auszuharren, da das Land nicht an Menschen ausbluten dürfe.

Der Präsident der Vereinigten Staaten Dwight D. Eisenhower, gibt in Washington bekannt, dass das mit der Sowjetunion geschlossene Moratorium für Kernwaffenversuche für die USA mit Ablauf des Jahres erlösche. Neue Atomwaffenversuche würden jedoch nicht ohne Ankündigung unternommen.

US-Präsident Dwight D. Eisenhower wird vom US-amerikanischen Nachrichtenmagazin “TIME” zum “Mann des Jahres 1959” gewählt. Ihm folgen in der Liste bedeutender Persönlichkeiten Bundeskanzler Konrad Adenauer (CDU), der französische Staatspräsident Charles de Gaulle und der britische Premierminister Harold Macmillan.

Sechs Tage nach dem Brand des historischen “Alten Kaufhauses” von Lüneburg gehen auch Teile der aus dem 12. Jahrhundert stammenden Ratsbücherei in Flammen auf.

Infolge einer Ölpest, die Motorschiffe durch das Abpumpen von Öl ins Wasser verursacht hatten, werden Tausende von toten Seevögeln vor der deutschen und dänischen Nordseeküste angetrieben.

30.12.1959, Mittwoch

Bundesverteidigungsminister Franz Josef Strauß (CSU) befördert Oberst Wolf Graf Baudissin, der die Abteilung “Innere Führung” im Verteidigungsministerium aufgebaut hat, zum Brigadegeneral.

Der US-Senator Hubert H. Humphrey gibt bekannt, dass er sich um die Nominierung zum Präsidentschaftskandidaten der Demokratischen Partei bewerben werde.

In den Vereinigten Staaten wird das erste raketentragende Atom-Unterseeboot “George Washington” in Dienst gestellt. Das Boot ist mit 16 Raketenabschussrampen ausgerüstet.

31.12.1959, Donnerstag

In Paris, London, Antwerpen und in mehreren Städten der Bundesrepublik kommt es zu Hakenkreuzschmierereien.

Bei einem Sprengstoffanschlag der französischen Untergrundorganisation “Rote Hand” in Frankfurt am Main wird ein Algerier schwer verletzt.