Was geschah im Dezember 1960

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1.12.1960, Donnerstag

Der portugiesische Diktator António de Oliveira Salazar zeigt sich nicht bereit, den Überseeprovinzen seines Landes die Unabhängigkeit zu gewähren.

Ein Gipfeltreffen kommunistischer Parteien in Moskau, das am 10. November begonnen hatte, wird trotz Differenzen zwischen der UdSSR und China mit einem gemeinsamen Kommunique abgeschlossen.

Nach einem Bericht der “Süddeutschen Zeitung” hat sich der Verbrauch von schottischem Whisky in der Bundesrepublik seit 1957 verdoppelt. Täglich werden etwa 12 000 Flaschen geleert.

Der Schriftsteller Jean-Paul Sartre fordert auf einer Pressekonferenz in Paris, ebenso wie andere Mitunterzeichner des “Manifests der 121” unter Anklage gestellt zu werden. Der Aufruf von prominenten Franzosen unterstützt die Ziele der algerischen Unabhängigkeitsbewegung.

20 Stunden nach dem Start verglüht ein sowjetischer Weltraumsatellit mit zwei Hunden an Bord bei der Rückkehr in die Erdatmosphäre.

Ernst Rowohlt, deutscher Verleger zeitgenössischer Weltliteratur, stirbt 74jährig in Hamburg.

2.12.1960, Freitag

Papst Johannes XXIII. trifft im Vatikan mit dem Erzbischof von Canterbury und Primas der anglikanischen Kirche, Geoffrey F. Fisher zusammen.

Der ägyptische Präsident Gamal Abd an Nasser verfügt die Verstaatlichung belgischer Firmen in seinem Land. Er reagiert damit auf die Ausweisung des ägyptischen Botschafters aus dem Kongo (Léopoldville), für die er Belgien verantwortlich macht.

Der abgesetzte Ministerpräsident des Kongo (Léopoldville), Patrice Lumumba, wird nach seiner Flucht gefasst.

3.12.1960, Samstag

Nach neunjähriger Haft wird Hermann Josef Flade, der wegen eines politischen Bagatelldeliktes ursprünglich die Todesstrafe erhalten hatte, von den DDR-Behörden entlassen.

Der Ärztin Hertha Oberhäuser, verantwortlich für medizinische Versuche im Konzentrationslager Ravensbrück, wird durch Gerichtsurteil die Ausübung ihres Berufes verboten.

Das Musical “Camelot” von Frederick Loewe, dem Komponisten des Welterfolgs “My fair Lady”, wird im New Yorker Majestic Theatre uraufgeführt.

4.12.1960, Sonntag

Nach einem Anstieg der Fluchtwelle von Akademikern fordern Pastoren in beiden Teilen Deutschlands zum Verbleib in der DDR auf.

Im Saarland werden die Kommunalwahlen vom 15. Mai wiederholt. Gleichzeitig finden Landtagswahlen statt.

5.12.1960, Montag

Die Flaschenbierproduzenten in der Bundesrepublik klagen über harte Wettbewerbsbedingungen. Der Flaschenpreis für Markenbiere ist auf 55 Pfennig gefallen und wird von den Lebensmittelketten um weitere 7 Pfennig unterboten.

Der österreichisch-US-amerikanische Filmregisseur Fritz Lang begeht in Hollywood seinen 70. Geburtstag. Seine neueste Produktion, “Die 1000 Augen des Dr. Mabuse”, läuft in den bundesdeutschen Kinos an.

Nach einem Bericht der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung” haben 26% der Bundesbürger über “Beziehungen” verbilligte Bezugsquellen für Konsumprodukte.

Der Drahtzieher des Putsches vom 24. Januar in Algier, Pierre Lagaillarde, entkommt während des Prozesses gegen ihn aus Frankreich.

6.12.1960, Dienstag

Die Nationalversammlung in Paris billigt den Fünf-Jahres-Plan von Staatspräsident Charles de Gaulle zur Modernisierung der französischen Streitkräfte und ihrer Ausrüstung mit Atomwaffen.

Zum ersten Mal werden die 1945 über Japan abgeworfenen Atombomben im Bild gezeigt.

In Zürich wird der bedeutendste Literaturpreis der Schweiz, der Schillerpreis, an den schweizerischen Dramatiker und Erzähler Friedrich Dürrenmatt vergeben.

7.12.1960, Mittwoch

Aus Protest gegen die Politik der Vereinten Nationen (UNO) in der Kongo-Frage ziehen Ägypten, Ceylon (Sri Lanka) und Ghana ihre UNO-Truppen aus dem Kongo (Zaire) ab.

Zum 125-Jährigen Jubiläum der deutschen Eisenbahn fährt auf der ersten Bahnstrecke in Deutschland zwischen Nürnberg und Fürth eine Nachbildung der historischen “Adler”-Lokomotive durch ein Spalier von 200 000 Menschen.

Igor Strawinskis Ballett in drei Sätzen “Ebony Concerto” wird im New Yorker City Center durch das New York City Ballett in der Choreographie von John Taras uraufgeführt.

8.12.1960, Donnerstag

Nach einer Werkstatistik des Deutschen Bühnenvereins in Köln waren in der Spielzeit 1959/60 “Die Fledermaus” von Johann Strauß und das Schauspiel “Die zwölf Geschworenen” von Reginald Rose, in deutscher Bearbeitung von Horst Budjuhn, die meistgespielten Werke an den deutschsprachigen Bühnen.

Der US-amerikanische Weltraumsatellit “Discoverer XVI” startet vom Versuchsgelände Kap Canaveral. Menschliche Körperzellen und Knochenmark an Bord sollen die Auswirkungen kosmischer Strahlungen auf den Organismus testen.

9.12.1960, Freitag

Der französische Staatspräsident Charles de Gaulle trifft zu einem fünftägigen Besuch in Algerien ein. Mit Straßenkämpfen und Streiks protestieren französische Nationalisten gegen die Unabhängigkeitspläne de Gaulles. Bei den Unruhen kommen 90 Menschen, überwiegend Algerier, ums Leben.

Das Wolga-Wasserkraftwerk bei Stalingrad (heute Wolgograd) wird in Betrieb genommen. Es ist nach sowjetischen Angaben mit einer Kapazität von 2 415 000 kW das leistungsfähigste der Welt.

Der zweite Film des französischen Regisseurs Francois Truffaut “Schießen Sie auf den Pianisten” (“Tirez sur le pianiste”), wird in Paris uraufgeführt.

10.12.1960, Samstag

Ein Militärputsch linksgerichteter Offiziere stürzt im Königreich Laos die Regierung von Ministerpräsident Prinz Suvanna Phuma.

In Stockholm werden die Nobelpreise für 1960 verliehen; der Friedensnobelpreis wird erst 1961 vergeben.

Die Fußballnationalmannschaft Österreichs besiegt in Neapel Italien 2:1.

11.12.1960, Sonntag

In dichtem Schneetreiben rast der Fernschnellzug “Roland” in der Nähe von Wunstorf in eine Gruppe Jugendlicher, die sich auf den Gleisen aufhalten. Zwei von ihnen kommen ums Leben, ein weiterer wird schwer verletzt.

Bei drei voneinander unabhängigen Unfällen beim Großen Preis von Argentinien für Tourenwagen werden 14 Zuschauer getötet und 40 verletzt. Die Fahrer der Wagen, die von der Straße abgekommen waren, bleiben unverletzt.

12.12.1960, Montag

Der künftige US-Präsident John F. Kennedy stellt seine Regierungsmannschaft vor.

Der Zentralverband der deutschen Filmindustrie dementiert die Aussage des Kabarettisten Wolfgang Neuss, dass dessen Film “Wir Kellerkinder” von den Kinos boykottiert werde, weil er zuerst im Fernsehen gezeigt worden sei.

13.12.1960, Dienstag

Adolf Heusinger, Generalinspekteur der Bundeswehr, wird Vorsitzender im Ständigen Militärausschuss des Nordatlantikpaktes (NATO).

Schwere Schneestürme und eine Kältewelle in weiten Teilen der USA fordern über 200 Todesopfer und legen den Verkehr zeitweise lahm.

Nach Mitteilung der Deutschen Bundesbank in Frankfurt am Main werden ab 1961 neue Banknoten in den Verkehr gebracht.

14.12.1960, Mittwoch

Die Organisation für europäische wirtschaftliche Zusammenarbeit (OEEC) wird in die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) umgewandelt.

Nach dem Zusammenstoß zweier Tanker aus Griechenland und Jugoslawien im Bosporus kommen 30 Seeleute ums Leben. Beide Schiffe brennen aus.

15.12.1960, Donnerstag

Der österreichische Nationalrat in Wien verabschiedet eine Novelle zum Wehrgesetz, die das Wehrdiensthöchstalter auf 36 Jahre festlegt.

In Äthiopien scheitert ein Militärputsch gegen Kaiser Haile Selassie I.

König Mahendra von Nepal lässt die Kabinettsmitglieder des Parlamentes in Katmandu verhaften, ruft den Notstand aus und übernimmt persönlich die Regierungsgeschäfte. Erst 1959 fanden in Nepal die ersten demokratischen Wahlen in der Geschichte des Landes statt. Der König behauptet, die Regierung habe bei der Aufrechterhaltung von Recht und Ordnung versagt.

Der belgische König Baudouin I. heiratet in Brüssel die spanische Gräfin Fabiola de Mora y Aragón.

Der Kardinal von Spanien”, ein Schauspiel in drei Akten von Henry de Montherlant wird in Wien uraufgeführt. Die französische Erstaufführung findet am 20. Dezember in Paris statt.

16.12.1960, Freitag

In den Kinos der Bundesrepublik läuft der 1959 entstandene Spielfilm “Spartacus” des US-amerikanischen Regisseurs Stanley Kubrick an.

Die Kollision zweier Passagierflugzeuge über New York fordert 142 Menschenleben.

17.12.1960, Samstag

Eine einstweilige Verfügung des Karlsruher Bundesverfassungsgerichtes untersagt es der am 25. Juli gegründeten Deutschland-Fernsehen GmbH, ab Anfang 1961 mit einem privaten, zweiten Fernsehprogramm zu beginnen. Die SPD-regierten Bundesländer hatten gegen das “Adenauer-Fernsehen” Verfassungsklage erhoben.

Die Deutsche Friedensunion (DFU), eine Linkspartei mit neutralistischem Kurs, hält in Stuttgart ihre Gründungsversammlung ab.

Zum Abschluss einer dreitägigen Sitzung des Zentralkomitees der SED schlägt der Staatsratsvorsitzende der DDR, Walter Ulbricht, der Bundesrepublik einen zehnjährigen Friedensvertrag vor.

Ein US-Militärflugzeug stürzt nach dem Start in die Münchner Innenstadt. 53 Insassen und Passanten kommen ums Leben, mehrere hundert Personen werden verletzt.

18.12.1960, Sonntag

Ein Sanitätskontingent von 52 österreichischen UN-Soldaten wird im Kongo (Léopoldville) nach viertägiger Internierung von einer UN-Einheit des Niger aus kongolesischer Gefangenschaft gewaltsam befreit.

Der Skisportler Georg Thoma wird in Baden-Baden als “Sportler des Jahres 1960” ausgezeichnet.

19.12.1960, Montag

Ein regierungsamtlicher Artikel in dem DDR-Organ “Neues Deutschland” kündigt die Unterbindung des Warenhandels zwischen Berlin (West) und der Bundesrepublik an, falls das am 30. September aufgekündigte Interzonen-Handelsabkommen nicht wieder in Kraft gesetzt wird.

Nach Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums in Bonn haben sich die Reallöhne in der Bundesrepublik von 1950 bis 1960 um 67% erhöht. Das Durchschnittseinkommen stieg im gleichen Zeitraum um 107%.

Klaus von Bismarck wird zum Intendanten des Westdeutschen Rundfunks (WDR) in Köln gewählt. Der Großneffe Otto von Bismarcks leitete zuvor die evangelische Studienstiftung in Villigst.

Ein Brandunglück an Bord des auf der New Yorker Marinewerft liegenden US-Flugzeugträgers “Constellation” fordert 46 Todesopfer und 150 Verletzte.

20.12.1960, Dienstag

Richard Baer, letzter Kommandant im Konzentrationslager Auschwitz, wird in der Nähe Hamburgs verhaftet.

Die Verfilmung des “Faust I” von Johann Wolfgang von Goethe in der berühmten Hamburger Inszenierung von und mit Gustaf Gründgens wird in den Kinos der Bundesrepublik uraufgeführt.

Die Widerstandsgruppen gegen das diktatorische Regime Südvietnams unter Ngô Dinh Diêm schließen sich unter kommunistischer und nordvietnamesischer Führung zur Nationalen Befreiungsfront (Front National de Libération du Vietnam-Sud, FNL) zusammen. Die Rebellen werden auch als Vietcong (Viêt Nam Công San, vietnamesische Kommunisten) bezeichnet.

Die Außenminister Griechenlands, der Türkei und Zyperns einigen sich in Paris über die Bildung eines Friedenskomitees, das die Streitfragen zwischen der Türkei und Griechenland auf dem Inselstaat klären soll.

Der Ministerrat der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) beschließt den Agrarmarkt mit dem Mittel der Preisabschöpfung in die beschleunigte Verwirklichung des Gemeinsamen Marktes ab 1. Januar 1961 einzubeziehen.

Max Brauer (SPD) wird am letzten Tag seiner zehnjährigen Amtszeit als Erster Bürgermeister (1946 bis 1953 und 1957 bis 1960) von der Hamburger Bürgerschaft verabschiedet und zum Ehrenbürger der Stadt ernannt. Sein Nachfolger wird ab 1. Januar 1961 Paul Nevermann (SPD).

Der erste Strafsenat des Bundesgerichtshofes in Karlsruhe hebt das am 28. Juni ausgesprochene Urteil gegen den beurlaubten CSU-Generalsekretär Friedrich Zimmermann auf und ordnet eine neue Verhandlung an. Zimmermann war wegen fahrlässigen Meineides in der bayerischen “Spielbankenaffäre” zu vier Monaten Gefängnis mit Bewährung verurteilt worden.

21.12.1960, Mittwoch

Die seit dem 20. September in New York konferierende 15. Vollversammlung der Vereinten Nationen (UNO) vertagt sich bis zum 7. März 1961. Abschließend wird eine Resolution angenommen, die für Algerien das Selbstbestimmungsrecht anerkennt, allerdings kein Eingreifen von UN-Truppen in den französisch-algerischen Konflikt vorsieht.

Die Bonner Bundesregierung übermittelt an Frankreich eine Protestnote, die sich gegen Übergriffe der französischen Marine auf deutsche Frachter vor der algerischen Küste richtet.

Das Kabinett in Bonn billigt eine Verordnung über die Sonntagsarbeit in der Stahlindustrie. Der Entwurf bedarf noch der Zustimmung des Bundesrates.

22.12.1960, Donnerstag

Der Bundesrat in Bonn erkennt in einer Entschließung die Notwendigkeit gesetzlicher Maßnahmen gegen die Ein- und Ausreise kommunistischer Agenten und Funktionäre über die deutsch-deutsche Grenze an.

Das Landgericht München verurteilt den Schriftsteller Michael Soltikow wegen Verunglimpfung zu fünf Monaten Gefängnis auf Bewährung. Er hatte behauptet, der 1938 erschossene Legationssekretär in Paris, Ernst vom Rath, sei von dem Juden Herschel Grünspan wegen einer homosexuellen Affäre und nicht aus politischen Gründen ermordet worden. Das Attentat diente dem NS-Regime als Vorwand für die “Reichskristallnacht” am 9. November 1938.

23.12.1960, Freitag

Das niederländische Kabinett unter Ministerpräsident Jan Eduard de Quay tritt nach der Abstimmungsniederlage über ein Wohnungsbaugesetz zurück.

Zazie”, der Film des französischen Regisseurs Louis Malle nach dem Roman von Raymond Queneau, wird in der Bundesrepublik erstaufgeführt.

König Saud Ibn Abd Al Asis von Saudi-Arabien setzt seinen Bruder wegen dessen westlich orientierter Wirtschaftspolitik als Ministerpräsident ab und übernimmt die Regierungsgeschäfte.

Die Fusion der Universität Erlangen mit der Nürnberger Hochschule für Sozial- und Wirtschaftswissenschaften unter dem Namen Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg wird bekanntgegeben.

24.12.1960, Samstag

In der Bundesrepublik tritt die Kennzeichnungspflicht für Fremdstoffe in Lebensmitteln auf Verpackungen und Speisekarten in Kraft. Ungekennzeichnete Waren dürfen nur noch bis zum 1. Juli 1961 verkauft werden.

Die Staatschefs der westafrikanischen Staaten Guinea, Ghana und Mali beschließen in der guineischen Hauptstadt Conakry eine Vereinheitlichung ihrer Währungs- und Wirtschaftspolitik sowie eine Zusammenarbeit auf diplomatischem Gebiet.

Ein Bergwerksunglück bei der iranischen Stadt Schemschak fordert 37 Todesopfer.

Zum Heiligen Abend gibt es in der Bundesrepublik nur in Süddeutschland und in den Bergen Schnee.

25.12.1960, Sonntag

Bundeskanzler Konrad Adenauer (CDU) warnt in seiner Weihnachtsansprache vor den atheistischen Grundlagen des Kommunismus.

Ein Massenstreik legt in Belgien das öffentliche Leben während der Festtage weitgehend lahm.

26.12.1960, Montag

Der jugoslawische Staatspräsident Josip Broz Tito erklärt auf einer Sondersitzung des Parlaments in Belgrad, dass die Westmächte für die Verschärfung der internationalen Gegensätze verantwortlich seien und bekennt sich zu einer Politik auf der Grundlage des Marxismus-Leninismus.

Die US-amerikanische Zeitschrift “Time” wählt die Wissenschaftler der USA pauschal zu den Männern des Jahres 1960. Erstmals seit 1937 wird mit der Auszeichnung keine Einzelperson bedacht.

27.12.1960, Dienstag

Der Präsident der kubanischen Nationalbank, Ernesto “Che” Guevara, teilt in Havanna mit, dass ein Handelsvertrag mit der UdSSR die Erhöhung der Stahlproduktion in Kuba von 40 000 t auf 200 000 t garantiere. Mit sowjetischer Hilfe sollen außerdem etwa 100 neue Industrieanlagen erstellt werden.

Frankreich unternimmt in der westlichen Sahara seinen dritten Atomwaffenversuch. Im Explosionsgebiet wurden Ratten und Mäuse in Behältern deponiert, um die Wirkung der nuklearen Strahlung auf Lebewesen zu testen.

28.12.1960, Mittwoch

Der schweizerische Bundesrat in Bern beschließt den Nachbau von 100 französischen Düsenjägern des Typs “Mirage III C” für die eidgenössische Luftwaffe.

In Sydney gewinnt Titelverteidiger Australien das Endspiel um den Tennis-Davispokal gegen Italien 4:1.

29.12.1960, Donnerstag

Regierungsdelegationen der DDR und der Bundesrepublik einigen sich in Berlin (West), das am 30. September aufgekündigte Interzonen-Handelsabkommen zwischen beiden Ländern wieder in Kraft zu setzen.

König Baudouin I. unterbricht wegen der Streikwelle in Belgien seine Hochzeitsreise.

30.12.1960, Freitag

Mit Sonderangeboten reagiert der Lebensmittelhandel auf den erhöhten Bedarf an alkoholischen Getränken zum Jahreswechsel. Eine Flasche Sekt ist ab 3,50 DM erhältlich, der Preis für eine Flasche Weinbrand in der untersten Preisstufe ist auf 4,95 DM gesunken.

In Süddeutschland herrschen gute Wintersportbedingungen. Die Schneehöhen liegen zwischen 70 cm auf der Zugspitze und 10 cm in Berchtesgaden.

31.12.1960, Samstag

Der sowjetische Ministerpräsident Nikita S. Chruschtschow sendet dem künftigen US-Präsidenten John F. Kennedy eine Friedensbotschaft.

Unmittelbar vor Fristablauf wird das Handelsabkommen zwischen der Bundesrepublik und der UdSSR mit einer Kompromissregelung für Berlin (West) verlängert.

Die Farthing-Münze, ein Viertel des Pennies, wird in Großbritannien nach 600-Jähriger Gültigkeit außer Kurs gesetzt.

Hans Grodotzki aus der DDR belegt den zweiten Platz im Silvesterlauf von São Paulo. Es ist die beste Plazierung eines Deutschen auf dieser Strecke seit 1952.