Was geschah im Dezember 1984

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1.12.1984, Samstag

Auf der zu Frankreich gehörenden Inselgruppe Neukaledonien, etwa 1700 km von der Nordostküste Australiens entfernt, bildet die Unabhängigkeitsbewegung FLNKS eine provisorische Regierung und ruft den unabhängigen Staat Kanaky aus. Frankreich hatte die Unabhängigkeit für das Jahr 1989 angekündigt.

Bei den vorgezogenen Parlamentswahlen in Australien verteidigt die von Ministerpräsident Robert J. L. Hawke geführte Labour-Party trotz Stimmeneinbußen ihre Mehrheit.

Stefan Bellof aus Gießen gewinnt im australischen Sandown die Weltmeisterschaft im Automobil-Langstreckenfahren.

Einen Monat vor Sendebeginn des ersten privaten Satelliten-Fernsehvollprogramms nimmt “3 sat” seinen Dienst auf. Der gemeinsam vom Zweiten Deutschen Fernsehen (ZDF), vom Österreichischen Rundfunk (ORF) und von der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft (SRG) betriebene Sender startet um 18 Uhr sein deutschsprachiges Programm.

Mit einem Fehlschlag endet der vorsätzliche Absturz eines Düsenverkehrsflugzeuges zur Erprobung eines feuerhemmenden Treibstoffes bei Los Angeles (US-Bundesstaat Kalifornien). Die ferngelenkte Maschine explodiert während der Landung.

2.12.1984, Sonntag

Gegen die Einführung eines Elternurlaubs und die Erweiterung des Mutterschutzes stimmt die Mehrheit der schweizerischen Bevölkerung in einer Volksabstimmung.

Etwa 100 Menschen sterben bei Unruhen zwischen Tamilen und Singhalesen im Nordosten Sri Lankas.

3.12.1984, Montag

Am letzten Tag seines dreitägigen Aufenthalts in Kairo unterzeichnen der jordanische König Husain II. und sein ägyptischer Gastgeber, Staatspräsident Muhammad Husni Mubarak, eine Erklärung, in der sie eine UN-Friedenskonferenz zur Lösung des Nahost-Konflikts vorschlagen.

Bei Angriffen der irakischen Luftwaffe auf den zypriotischen Öltanker “Minotaur”, südlich der iranischen Verladeinsel Carge im Persischen Golf, werden drei Besatzungsmitglieder getötet. Mit solchen militärischen Aktionen will der Irak den Export iranischen Öls verhindern.

Aus den ersten Präsidentschaftswahlen auf der Karibikinsel Grenada nach der US-Invasion im Oktober 1983 geht Herbert Blaize von der Neuen Nationalen Partei als Sieger hervor. Blaize verfolgt eine proamerikanische Politik.

An den Folgen einer Giftgasexplosion in der indischen Stadt Bhopal sterben etwa 3000 Menschen.

4.12.1984, Dienstag

Hauptthema des am Vortag begonnenen EG-Gipfeltreffens in der irischen Hauptstadt Dublin ist der für 1986 geplante Beitritt Portugals und Spaniens in die Europäische Gemeinschaft.

In Berlin (Ost) beenden die Außenminister der Warschauer-Pakt-Staaten zweitägige Gespräche über eine gemeinsame Position bei den bevorstehenden Abrüstungsverhandlungen zwischen den USA und der UdSSR.

5.12.1984, Mittwoch

Nach der Zusage geforderter Lohnerhöhungen durch die Regierung in La Paz beenden die bolivianischen Gewerkschaften einen seit sieben Tagen andauernden Generalstreik.

Sieger der Schacholympiade in Saloniki (Griechenland) wird die UdSSR; die Damen aus der Bundesrepublik erreichen den vierten, die Herren den fünften Platz.

Auf der NATO-Herbsttagung in Brüssel kommt es zu Auseinandersetzungen zwischen den NATO-Partnern Griechenland und Türkei über die Militarisierung der griechischen Insel Lemnos. Vereinbart wird eine Stärkung der konventionellen Rüstung.

6.12.1984, Donnerstag

Der für die Deutschlandpolitik im Bonner Kanzleramt zuständige Bundesminister Wolfgang Schäuble (CDU) trifft zu einem Arbeitsbesuch der DDR in Berlin (Ost) ein.

Die Mehrheit des britischen Parlaments billigt das Abkommen mit der Volksrepublik China über die Rückgabe der britischen Kronkolonie Hongkong im Jahr 1997.

Von der württembergischen Polizei können drei Tonnen der Rauschgiftsubstanz Phenylaceton mit einem Schwarzmarktwert von 300 Millionen DM sichergestellt werden.

Das ZDF-Kulturmagazin “aspekte” gibt die Vergabe seines mit 10 000 DM dotierten Literaturpreises an die in Rumänien geborene Herta Müller für ihren Prosaband “Niederungen” bekannt.

Die Hochspringerin Ulrike Meyfarth und der Schwimmer Michael Groß werden von den bundesdeutschen Sportjournalisten in München zu den “Sportlern des Jahres” gewählt. Erfolgreichste Mannschaft ist das Olympiateam der Degenfechter (Männer).

Nach einer Folge von 74 Siegen wird Martina Navratilova (USA) von ihrer ehemaligen Landsmännin aus der Tschechoslowakei, Helena Sukova, bei den offenen australischen Tennismeisterschaften in Melbourne geschlagen.

7.12.1984, Freitag

In Hamburg wird die bis zum 9. Dezember dauernde siebte Ordentliche Bundesversammlung der Grünen eröffnet. Auseinandersetzungen gibt es über das Verhältnis zur SPD und eine mögliche Regierungsbeteiligung.

Die Bundesregierung beschließt eine Neuregelung der Krankenhausfinanzierung. Künftig sollen dafür nur noch die Länder zuständig sein.

8.12.1984, Samstag

In Lomé, der Hauptstadt des westafrikanischen Staates Togo, unterzeichnen die Europäische Gemeinschaft (EG) und 65 Staaten aus Afrika, der Karibik und dem Pazifik (die sog. AKP-Staaten) ein drittes Abkommen über Handel und Entwicklungshilfe.

Die argentinische Mannschaft Independiente Buenos Aires gewinnt durch einen 1:0-Sieg in Tokio über den FC Liverpool, den Gewinner des Europapokals der Landesmeister, zum dritten Mal den Fußball-Weltcup.

9.12.1984, Sonntag

Iranische Sicherheitskräfte können die vier Männer überwältigen, die am 4. Dezember ein Flugzeug nach Teheran entführt haben, um die Freilassung von 21 in Kuwait inhaftierten Gesinnungsgenossen zu erpressen.

10.12.1984, Montag

In Stockholm werden die diesjährigen Nobelpreise vergeben. Georges Jean Franz Köhler aus der Bundesrepublik Deutschland erhält zusammen mit dem Dänen Niels Kai Jerne und dem Argentinier Cesar Milstein den Nobelpreis für Medizin.

Die feierliche Verleihung des Friedensnobelpreises an Bischof Desmond Tutu aus Südafrika in Oslo muss aufgrund einer Bombendrohung für zwei Stunden unterbrochen werden.

Den gemeinsam von ZDF und der Stadt Mainz gestifteten Titel “Stadtschreiber” erhält Gabriele Wohmann während einer Feierstunde im Gutenberg-Museum in Mainz.

Der Verband der Theaterschaffenden der DDR wählt auf seiner zehnten Tagung in Berlin (Ost) den Schauspieler Hans-Peter Minetti zum neuen Präsidenten.

11.12.1984, Dienstag

Innerhalb eines Tages werden an fünf Stellen der unterirdischen Versorgungsleitungen der NATO in Belgien Terroranschläge verübt. Personen kommen nicht zu schaden.

Sowjetische Forscher entdecken ein etwa 105 Millionen Jahre altes Dinosaurier-Ei.

In Zürich stimmt der Schweizerische Nationalrat dem Kauf von 380 deutschen Panzern des Typs “Leopard” zu. 345 Stück sollen in Lizenz von einem Schweizer Firmenkonsortium hergestellt werden.

12.12.1984, Mittwoch

In Bonn versuchen die Spitzen der Regierungsparteien CDU, CSU und FDP vergeblich, sich auf einen Ersatz für die vom Bundesverfassungsgericht für verfassungswidrig erklärte Zwangsanleihe für Besserverdienende zu einigen.

Der auf dem franko-afrikanischen Gipfeltreffen in Burundi weilende Regierungschef von Mauretanien, Mohamed Khouna Ould Haydallah, wird vom mauretanischen Militär für abgesetzt erklärt. Seine Nachfolge übernimmt Maaoya Ould Sidi Ahmed Taya, der bis zum März 1984 bereits Premierminister des westafrikanischen Landes war.

13.12.1984, Donnerstag

Der Bundestag in Bonn verabschiedet eine Vorabregelung zur Reform des Insolvenzrechtes, wonach künftig Forderungen aus Sozialplänen rückständigen Löhnen gleichgestellt und vor anderen Forderungen befriedigt werden sollen.

14.12.1984, Freitag

Von den 68 in der bundesdeutschen Botschaft in Prag ausharrenden DDR-Flüchtlingen treten 40 in den Hungerstreik, um so ihrer Forderung nach einer Ausreise in die Bundesrepublik Nachdruck zu verleihen. Sie brechen ihre Aktion erst ab, nachdem ihnen die DDR-Behörden eine wohlwollende Prüfung ihrer Ausreiseanträge zusagen und kehren Mitte Januar 1985 in ihre Heimatorte zurück.

Zwei italienische Terroristen und Mitglieder der “Roten Brigaden”, Adriana Faranda und Valerio Morucci, werden wegen der Ermordung des Politikers Aldo Moro im Mai 1978 verhaftet.

Der Deutsche Bundestag genehmigt einen Gesetzentwurf, nach dem die ärztliche Ausbildung um zwei Jahre verlängert wird.

In Geesthacht bei Hamburg geht ein Tauchversuch zu Ende, bei dem acht Taucher in einer Unterwassersimulationsanlage vier Wochen lang die Bedingungen in einer simulierten Wassertiefe von 450 m erforscht haben.

15.12.1984, Samstag

Um 4 Uhr morgens wird der neue Grenzübergang zwischen dem hessischen Herleshausen und dem thüringischen Wartha dem Verkehr übergeben.

Nach fünf Tagen beendet der sudanesische Präsident Dschafar Muhammad An Numairi seinen offiziellen Besuch in der Volksrepublik China.

16.12.1984, Sonntag

Die Grünen von Nordrhein-Westfalen beschliesen, ihren Bundestagsabgeordneten Otto Schily zunächst von der für März 1985 vorgesehenen Rotation auszunehmen, bis die Zeugenvernehmung im parlamentarischen Untersuchungsausschuss zur Flick-Affäre abgeschlossen ist.

Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft gewinnt ihr zweites Qualifikationsspiel zur Weltmeisterschaft 1986 in Valletta 3:2 gegen Malta.

17.12.1984, Montag

DDR-Staats- und Regierungschef Erich Honecker beginnt einen zweitägigen Besuch in Algerien. Dabei würdigt Honecker die Rolle der nichtpaktgebundenen Staaten als wichtigen Faktor im Kampf gegen die Kräfte des Krieges und der Aggression.

Bundespräsident Richard von Weizsäcker trifft zu einem zweitägigen Privatbesuch in Italien ein, in dessen Verlauf er u.a. von Papst Johannes Paul II. in Privataudienz empfangen wird.

Die ehemaligen Gesellschafter und Geschäftsführer der zusammengebrochenen Frankfurter Privatbank Schröder, Münchmeyer, Hengst & Co. werden wegen des Verdachts des Betrugs und der Untreue in mehreren Fällen in Untersuchungshaft genommen.

Mit einem Brandanschlag auf eine Lagerhalle der Firma Siemens in Frankfurt am Main beginnt eine Reihe von Übergriffen auf deutsche und ausländische Einrichtungen, die vermutlich auf das Konto der linksradikalen Roten Armee Fraktion (RAF) gehen. Während der Sachschaden erheblich ist, werden Menschen nicht verletzt.

Bei einem Überfall auf einen Geldtransporter auf dem Gelände des Frankfurter Rhein-Main-Flughafens erbeutet ein Mann, der unerkannt entkommen kann, 2,9 Millionen DM.

Das nordkoreanische Nationale Olympische Komitee beantragt beim Internationalen Olympischen Komitee, der südkoreanischen Hauptstadt Seoul die für 1988 geplante Austragung der XXIV. Olympischen Sommerspiele wieder zu entziehen.

18.12.1984, Dienstag

Das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe weist eine Klage der Grünen zurück. Die Richter entscheiden, dass die Zustimmung der Bundesregierung zur Aufstellung US-amerikanischer atomarer Mittelstreckenraketen mit dem Grundgesetz vereinbar sei.

Schweden gewinnt in Göteborg durch einen 4:1-Sieg über die USA den Tennis-Davis-Pokal.

In Berlin stirbt 80jährig der Schauspieler Rudolf Platte, einer der profiliertesten deutschen Filmkomiker.

Zum neuen Intendanten des Deutschen Schauspielhauses in Hamburg wird der Regisseur Peter Zadek bestimmt. Er folgt dem zurückgetretenen Niels-Peter Rudolph nach.

Die Bundesregierung beschließt eine stufenweise Steuerreform mit dem Ziel, ab 1986 die Belastungen für den Durchschnittssteuerzahler zu verringern.

Ein vietnamesisches Gericht in Ho-Chi-Minh-Stadt verurteilt fünf vietnamesische Oppositionelle zum Tode, weitere erhalten hohe Haftstrafen. Unter den Verurteilten befinden sich zwei ehemalige Offiziere der südvietnamesischen Luftwaffe.

Außenminister Hans-Dietrich Genscher (FDP) beginnt eine dreitägige Reise nach Prag. Neben Gesprächen mit der tschechoslowakischen Regierung über politische Fragen und Umweltprobleme trifft er mit DDR-Flüchtlingen in der bundesdeutschen Botschaft zusammen. Er fordert sie auf, in die DDR zurückzukehren.

19.12.1984, Mittwoch

Die britische Premierministerin Margaret Thatcher und der chinesische Ministerpräsident Chao Tzu-yang unterzeichnen in Peking einen Vertrag, in dem die Rückkehr der britischen Kronkolonie Hongkong unter die Souveränität der Volksrepublik China für das Jahr 1997 vereinbart ist.

In Pakistan billigen 99,7% der Wähler in einer Volksabstimmung den Islamisierungskurs des herrschenden Militärregimes und bestätigen damit zugleich Präsident Ziaul Haq in seinem Amt.

Im US-amerikanischen Bundesstaat Utah sterben bei einem Brand in einem Kohlebergwerk 27 Menschen.

Den Ministerpräsidenten der deutschen Bundesländer gelingt es auch in einem vierten Anlauf nicht, sich auf einen Rundfunk-Staatsvertrag zu einigen, der die Ausstrahlung von privaten und öffentlichen Hörfunk- und Fernsehprogrammen über Satelliten regeln soll.

Der Aufsichtsrat der Hamburgischen Electrizitätswerke AG (HEW) billigt einen Teilausstieg aus dem Kernkraftwerk Brokdorf. Künftig soll der Anteil der HEW an dem Atommeiler nur noch 20% betragen.

20.12.1984, Donnerstag

Im Alter von 76 Jahren stirbt der sowjetische Verteidigungsminister Dimitrij F. Ustinov; er wird am 24. Dezember an der Kremlmauer in Moskau beigesetzt. Nachfolger Ustinovs wird Marschall Sergei Sokolow.

In Berlin (Ost) wird die seit dem 4. Dezember geöffnete Ausstellung “Design – Vorausdenken für den Menschen” mit Exponaten aus der Bundesrepublik beendet. Der Besucherandrang übertraf alle vorherigen Erwartungen.

Die für die Fischerei zuständigen Minister der EG-Staaten einigen sich auf die Fischfangquoten für 1985. Insgesamt dürfen 2,08 Millionen Tonnen Speisefisch gefangen werden.

Wissenschaftlern in den USA gelingt es, ein Gen zu isolieren, dem eine wichtige Funktion für die Immunabwehr des Körpers zugeschrieben wird.

21.12.1984, Freitag

Eine Delegation des Obersten Sowjets der UdSSR unter der Leitung des ZK-Sekretärs Michail Gorbatschow beendet einen am 15. Dezember begonnenen Besuch in Großbritannien.

Der stellvertretende sowjetische Ministerpräsident Iwan Archipow tritt eine Reise in die Volksrepublik China an (bis 29.12.). Als Ergebnis der Gespräche über wirtschaftliche und technische Zusammenarbeit unterzeichnen Archipow und sein Amtskollege Yao Yilin drei Abkommen, wonach der Austausch zwischen beiden Ländern 1985 um 35% wachsen soll.

22.12.1984, Samstag

Der Ministerpräsident von Malta, Dominic Mintoff, tritt aus Altersgründen von seinem Amt zurück, das er 35 Jahre innehatte. Zu seinem Nachfolger wird der seit längerer Zeit zum Präsidenten designierte Erziehungsminister Carmelo Mifsud Bonnici gewählt.

Sieger der Parlamentswahlen in Singapur ist die Volksaktionspartei von Ministerpräsident Lee Kuan Yew, der dort seit 25 Jahren regiert. Erstmals seit 1965 ist wieder die Opposition – mit zwei Abgeordneten – im 79köpfigen Parlament vertreten.

23.12.1984, Sonntag

Ein Bombenanschlag auf den Schnellzug Neapel – Mailand in einem Tunnel bei Bologna fordert 15 Todesopfer und 180 Verletzte. Als Verursacher des Attentats vermutet die Polizei rechtsextremistische Gruppen.

24.12.1984, Montag

Am sechsten Jahrestag ihrer Invasion in den Nachbarstaat Kambodscha starten vietnamesische Truppen eine Großoffensive gegen kambodschanische Rebellen im Grenzgebiet. Ungefähr 50 000 Menschen fliehen daraufhin bis zum Jahresende in das benachbarte Thailand.

Der bundesdeutsche Handel meldet ein zufriedenstellendes Weihnachtsgeschäft ohne Besonderheiten.

Mit einem feierlichen Hochamt in St. Maria im Kapitol wird das “Jahr der Romanischen Kirchen – Köln 1985” offiziell eingeleitet.

25.12.1984, Dienstag

Der sudanesische Ministerpräsident Dschafar Muhammad An Numairi gibt in der Hauptstadt Khartum die Umbildung seines Kabinetts bekannt. Infolge des Wechsels wird vermutet, dass Numairi seine bisher enge Zusammenarbeit mit der moslemischen Partei lockern will.

Papst Johannes Paul II. spendet auf dem Petersplatz in Rom den traditionellen Segen “Urbi et orbi”.

26.12.1984, Mittwoch

Die Vereinigten Staaten und Japan unterzeichnen nach sechsjährigen Verhandlungen in Tokio einen Plan für die gemeinsame Abwehr eines eventuellen Angriffs auf Japan.

27.12.1984, Donnerstag

Zum ersten Mal wird mit Hilfe eines Satelliten, den das Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik in Garching entwickelt hat, ein sichtbarer künstlicher Komet erzeugt. Dabei wird über dem östlichen Pazifik in 100 000 km Höhe eine Bariumwolke freigesetzt, deren Verhalten Aufschluss über das Magnetfeld der Erde und den einströmenden Sonnenwind geben soll.

28.12.1984, Freitag

Bei den indischen Parlamentswahlen vom 24., 27. und 28. Dezember gewinnt die regierende Kongress-Partei von Ministerpräsident Rajiv Gandhi 401 von 508 Mandaten, die stärkste Oppositionspartei hingegen nur 28 Sitze. Am 31. Dezember wird Gandhi erneut als Regierungschef vereidigt.

In Genf geht die am 19. Dezember begonnene Sitzung der Organisation Erdöl exportierender Staaten, OPEC, zu Ende. Die OPEC verständigt sich über ein Kontrollsystem der Erdölförderung und der Ölpreise.

Der US-amerikanische Filmregisseur Sam Peckinpah, der vor allem für seine Western mit ästhetisierenden Gewaltdarstellungen bekanntgeworden ist, stirbt 59jährig in Los Angeles.

29.12.1984, Samstag

Nach einem Bericht des Deutschen Kinderhilfswerks werden in der Bundesrepublik jährlich 30 000 Kinder von der Organisation betreut.

30.12.1984, Sonntag

In Bolivien wird eine Rebellion eines Teils der Streitkräfte, die sich gegen die Absetzung von Heereschef General José Olvis Arias richtete, nach 24 Stunden beendet.

31.12.1984, Montag

Die USA vollziehen ihren lange zuvor angekündigten Austritt aus der UNO-Sonderorganisation für Bildung, Kultur und Erziehung, UNESCO.