Was geschah im Februar 1905

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Wetterstationen Februar 1905

1.2.1905, Mittwoch

Die Verhandlungen über das norwegisch-schwedische Konsulatswesen scheitern und führen zum Bruch der Union von Norwegen und Schweden. Der norwegische Staatsminister, Francis Hagerup, erklärt, Norwegen müsse die staats- und völkerrechtliche Stellung einnehmen, die ihm als souveränem Staat zukomme. Könne dies in der Staatsverbindung mit Schweden nicht verwirklicht werden, so müsse eine andere Form des Zusammenlebens beider Staaten gefunden werden.

Der russische Zar Nikolaus II. empfängt in Zarskoje Selo (Puschkin) eine Arbeiterdelegation aus Petersburg. Er sichert ihnen zu, “alles Mögliche” zu unternehmen, um die Lage der Arbeiterschaft zu verbessern.

Großherzog Ernst Ludwig von Hessen vermählt sich mit Prinzessin Eleonore zu Solms-Hohensolms-Lich. Nach den Hochzeitsfeierlichkeiten in Darmstadt verbringt das Paar die Flitterwochen in Schloss Romrod bei Alsfeld.

Die ungarische Regierung unter István Graf Tisza (Liberale Partei) reicht nach dem Wahlsieg der nationalistischen Kossuthisten ihren Rücktritt ein. Bis zur Berufung einer neuen Regierung durch Ungarns König Franz Joseph I. führt sie interimistisch die Staatsgeschäfte weiter.

Der Postverkehr zwischen Australien und Europa wird unterbrochen, da sich die europäischen Reedereien weigern, ausschließlich Weiße auf den Schiffen zu beschäftigen. Die australische Regierung hatte dies gefordert, um die steigende Einwanderung Farbiger einzudämmen.

2.2.1905, Donnerstag

Zar Nikolaus II. ernennt Alexandr G. Bulygin zum neuen Innenminister als Nachfolger von Fürst Pjotr D. Swjatopol-Mirski, der am 30. Januar entlassen worden war.

In Petersburg stürzt die sog. Ägyptische Brücke über die Fontanka in dem Augenblick ein, als eine Abteilung Dragoner über sie hinwegreitet. 30 Reiter stürzen ins Wasser, einer kommt dabei ums Leben. Nach Angaben der Polizei kann ein Anschlag von Revolutionären nicht ausgeschlossen werden.

Um missliebige Bergleute auszusperren, führen zahlreiche Revierzechen während des großen Ruhrbergarbeiterstreiks Überweisungsscheine mit Angaben über Streikaktivitäten ein.

3.2.1905, Freitag

Niederländische Kolonialtruppen erleiden auf Atjeh (Sumatra) eine Niederlage im Kampf gegen einheimische Truppen. Der Krieg zur Unterwerfung des Sultanats Atjeh dauert seit 1873 an.

Truppen des Osmanischen Reiches dringen auf das Gebiet des aufständischen Jemen vor.

In Lodz in Russisch-Polen werden bei Zusammenstößen im Verlauf von Aufständen zwischen streikenden Arbeitern und Militär sechs Menschen getötet und 48 schwer verletzt. Die Zahl der bei den Unruhen in Warschau Getöteten wird von Ärzten mit 600, die Zahl der Verwundeten mit mehr als 1000 angegeben.

In britischen Zeitungen erscheinen Artikel, die sich kritisch mit den sinkenden Geburtenziffern auseinandersetzen; beklagt wird weiter ein drastischer Anstieg der Kindersterblichkeit. Von den 76 größten Städten des Landes weisen zwei Baumwollindustriestädte in Lancashire den größten Prozentsatz an Kindersterblichkeit in Großbritannien auf.

4.2.1905, Samstag

Die Zentrumspartei bringt im Deutschen Reichstag in Berlin einen “Toleranzantrag” ein. Die Vorlage sieht vor, dass staatlich anerkannte Religionsgemeinschaften in allen deutschen Bundesstaaten ihren Kultus frei ausüben können.

Auf der Bühne des Londoner Vergnügungspalastes “Colosseum” wird erstmals ein Eisenbahnwettrennen veranstaltet.

In Berlin wird in Gegenwart von Kaiser Wilhelm II. die Internationale Automobilausstellung eröffnet.

Das Drama “Die Quelle der Heiligen” des irischen Schriftstellers John Millington Synge wird im Abbey Theatre in Dublin uraufgeführt.

Der argentinische Ministerrat unter Präsident Manuel Quintana verhängt wegen Streiks und damit einhergehenden Unruhen für einen Monat den Belagerungszustand über das Land.

In Norfolk (Virginia) stechen 15 US-amerikanische Kriegsschiffe in Richtung der Philippinen in See, um die dortige US-amerikanische Kolonie während des Russisch-Japanischen Krieges vor japanischen Übergriffen zu schützen.

5.2.1905, Sonntag

Das japanische Abgeordnetenhaus in Tokio verabschiedet ein Gesetz, das es Ausländern untersagt, in Japan Bergwerke zu betreiben.

Der internationale Eislaufverband beschließt, ab 1906 Weltmeisterschaften im Eiskunstlauf auch für Damen durchzuführen.

6.2.1905, Montag

Arthur Graf von Posadowsky-Wehner, der Staatssekretär des Innern, kündigt auf eine Anfrage der Freisinnigen Partei im Reichstag in Berlin an, Preußen werde eine Änderung der Reichsverfassung beantragen, um Schifffahrtsabgaben auf künstlichen Wasserstraßen erheben zu können.

In Genua beginnt ein Kongress der italienischen Gewerkschaften, die 350 000 Arbeiter vertreten. Auf der bis zum 9. Februar dauernden Veranstaltung wird vom Staat eine energische Sozialpolitik verlangt.

Die Adelsversammlung von Petersburg fordert Zar Nikolaus II. auf, “erwählte Vertreter des Volkes” an der Gesetzgebung und an Beratungen über Maßnahmen der Regierung zu beteiligen.

7.2.1905, Dienstag

Die Sobranje, das Parlament des Fürstentums Bulgarien, verabschiedet ein Gesetz, das das Staatsmonopol auf Salz, Zündhölzer und Zigarettenpapier einführt. Das Gesetz stößt bei Opposition und Bevölkerung wegen der erwarteten Preiserhöhung für diese Güter auf heftigen Protest.

Zu einer Debatte über die Einführung des zehnstündigen Maximalarbeitstags kommt es im Reichstag in Berlin. Die meisten Redner halten die gesetzliche Einführung des Zehnstundentags für erwünscht, wirtschaftlich jedoch für nicht durchführbar. Bisher ist der 12- bis 14stündige Arbeitstag die Regel.

8.2.1905, Mittwoch

König Oscar II. von Schweden und Norwegen überträgt die Regierungsgeschäfte für unbestimmte Zeit an Kronprinz Gustav (V.), da er sich körperlich nicht in der Lage fühle, den Verfassungskonflikt mit Norwegen beizulegen.

9.2.1905, Donnerstag

Die Delegierten aller Schachtanlagen des Ruhrgebiets beschließen auf einer Konferenz in Essen den Abbruch des seit 7. Januar andauernden Ruhrbergarbeiterstreiks.

Der italienische Außenminister Tommaso Tittoni hebt vor dem Senat in Rom hervor, zwischen den Dreibundpartnern Italien und Österreich-Ungarn herrsche “aufrichtige Übereinstimmung” und “volles Vertrauen”. Gleichwohl sei die italienische Öffentlichkeit wegen der Verstärkung der Heerespräsenzstärke in Österreich und der Vorgänge in Makedonien beunruhigt.

Das Professorenkollegium der Universität Dorpat im russischen Gouvernement Livland beschließt, wegen der revolutionären Stimmung unter den Studenten den Vorlesungsbetrieb vorläufig einzustellen.

Prinz Adalbert von Preußen führt in Daressalam, der Hauptstadt der Kolonie Deutsch-Ostafrika (Tansania), den ersten Spatenstich zum Bau der Eisenbahn nach Mrogoro durch.

Adolph von Menzel, einer der wichtigsten Vertreter der deutschen Malerei im 19. Jahrhundert, stirbt im Alter von 89 Jahren in Berlin.

10.2.1905, Freitag

Im Zartum Polen beginnt ein Schulstreik. Ziel dieses unbefristeten Unterrichtsboykotts ist es, von der Regierung in Petersburg die Zulassung des Polnischen als Schul- und Verwaltungssprache zu erreichen.

Luise Gräfin von Montignoso verweigert in Florenz einem Abgesandten ihres geschiedenen Mannes, des Königs Friedrich August III. von Sachsen, die Herausgabe der gemeinsamen Tochter, Prinzessin Pia Monica.

König Viktor Emanuel III. von Italien gründet das Internationale Institut zum Schutz des Ackerbaus. Es hat seinen Sitz in der italienischen Hauptstadt Rom und soll ohne politische Zielrichtung die Lage der Landwirtschaft aller Länder studieren und sich um ihre Verbesserung bemühen.

Die französische Abgeordnetenkammer in Paris spricht der neuen Regierung unter Ministerpräsident Maurice Rouvier mit 338 zu 185 Stimmen das Vertrauen aus. Diese hat die Absicht, so rasch wie möglich einen Gesetzentwurf über die Trennung von Staat und katholischer Kirche vorzulegen.

In Moskau verabschiedet eine Ärztekonferenz des Gouvernements Moskau eine Grußbotschaft an die streikenden Arbeiter von Petersburg. Zugleich protestieren die Ärzte gegen die Fortdauer des Russisch-Japanischen Krieges.

Im Bochumer Revier finden sich die meisten Bergarbeiter wieder zur Arbeit ein; im Essener Revier dauert der Streik jedoch noch bis zum 12. Februar.

11.2.1905, Samstag

Zar Nikolaus II. ordnet in einem Ukas die Bildung einer Kommission an, die die Gründe der Arbeiterunruhen untersuchen soll. Den Vorsitz der Kommission übernimmt das Reichsratsmitglied Nikolai W. Schidlowski.

Der Parteitag der Freisinnigen Vereinigung in Berlin fordert in einer Entschließung die Einführung der unentgeltlichen Volksschule und lehnt die konfessionellen Schulen sowie die geistliche Schulaufsicht ab. Gegen eine Minderheit nehmen die Delegierten am 12. Februar eine Resolution an, die die neuen Handelsverträge des Deutschen Reichs wegen ihrer einseitigen Begünstigung des Großgrundbesitzes auf Kosten der Kleinbauern ablehnt.

12.2.1905, Sonntag

Die Delegierten des Essener Reviers beschließen einstimmig, die Arbeit in den Kohlegruben wieder aufzunehmen. Damit ist der Ruhrbergarbeiterstreik endgültig beendet.

Karl Liebknecht (SPD) bezeichnet in einem Vortrag vor 2500 Zuhörern in Leipzig die Revolution in Russland als einen Wendepunkt in der europäischen Geschichte.

Nach achttägiger Dauer gehen in Stockholm die dritten Nordischen Skispiele zu Ende.

Die Schweiz unterliegt bei ihrem ersten Fußballländerspiel der Auswahl Frankreichs in Paris 0:1 (0:0).

König Eduard VII. von Großbritannien eröffnet in London mit seiner Thronrede die neue Sitzungsperiode des Parlaments; er unterstreicht die Neutralität seines Landes im Russisch-Japanischen Krieg. Seit 1902 ist Großbritannien mit Japan verbündet.

Der österreichische Kaiser Franz Joseph I. empfängt in Wien Franz von Kossuth, den Führer der ungarischen Unabhängigkeitspartei, zu Verhandlungen über die Neubildung der ungarischen Regierung. Die oppositionelle Unabhängigkeitspartei hatte bei den Parlamentswahlen die Mehrheit errungen.

Die Adelsversammlung des russischen Gouvernements Samara bittet Zar Nikolaus II., das System der autokratischen Selbstherrschaft beizubehalten, den Adel jedoch an Reformen zu beteiligen.

Die deutsche Abessinien-Gesandtschaft unter Friedrich Rosen zieht in Addis Abeba ein.

Bei den Parlamentswahlen in Portugal wird die konservative Regierung von Ministerpräsident José Luciano de Castro bestätigt. Die Republikanische Partei verzeichnet in den Ballungszentren Stimmengewinne.

13.2.1905, Montag

Die Generalversammlung des Bunds der Landwirte in Berlin erkennt, an dass die neuen Handelsverträge eine “leichte Verbesserung” für die deutsche Landwirtschaft bringen werden.

14.2.1905, Dienstag

Der britische Außenminister Henry Charles Keith Petty-Fitzmaurice Marquess of Lansdowne lehnt im Oberhaus in London jede Vermittlung Großbritanniens im Russisch-Japanischen Krieg ab.

Der österreichische Ministerpräsident Paul Freiherr Gautsch von Frankenthurn erklärt im Reichsrat in Wien, dass er die Interessen Österreichs gegenüber den Forderungen ungarischer Nationalisten “energisch” auf der Basis des österreichisch-ungarischen Ausgleichs von 1867 vertreten werde.

15.2.1905, Mittwoch

Die Polenclub-Fraktion des österreichischen Reichsrats in Wien fordert die in Österreich lebenden Polen dazu auf, sich von den Unruhen in Russisch-Polen zu distanzieren.

Das preußische Herrenhaus in Berlin nimmt die Hiberniavorlage an, die am 21. Januar vom Abgeordnetenhaus verabschiedet worden war. Damit übernimmt der preußische Staat von der Bergwerksgesellschaft Hibernia 46% der Aktien und erhält Einfluss auf die Preispolitik des Rheinisch-Westfälischen Kohlesyndikats.

16.2.1905, Donnerstag

In Kopenhagen beginnt die Internationale Konferenz der Ost- und Nordsee-Reeder. Die Veranstaltung endet am 18. Februar mit dem einstimmigen Beschluss der rund 100 Beteiligten, eine internationale Vereinigung von Reedern zu gründen, die den Handel im Bereich von Ost- und Nordsee sowie im Weißen Meer fördern wollen.

17.2.1905, Freitag

Großfürst Sergei Aleksandrowitsch, seit 1891 Generalgouverneur von Moskau und enger Berater von Zar Nikolaus II., wird im Moskauer Kreml durch ein Bombenattentat des Sozialrevolutionärs Iwan P. Kaljaew getötet.

Das britische Unterhaus in London verwirft einen Antrag der Liberalen, die Schutzzollpolitikverstöße des konservativen Premierministers Arthur James Balfour zu verurteilen.

18.2.1905, Samstag

In Tschifu werden zwei chinesische Dschunkenführer verhaftet. Sie geben zu, den deutschen und den französischen Militärattaché, Hentschel von Gilgenheim und de Cuverville, bei der Fahrt aus Port Arthur über Bord geworfen zu haben.

Als geschlossene Veranstaltung des Neuen Vereins – eines Kunstvereins – findet im Münchner Schauspielhaus die Uraufführung von Frank Wedekinds Schauspiel “Hidalla oder Sein und Haben” statt.

19.2.1905, Sonntag

Im Russisch-Japanischen Krieg beginnt der Angriff der Japaner auf Mukden (Schenjang). Die größte Landschlacht des Kriegs endet mit einer russischen Niederlage.

Im Kaukasus brechen blutige Nationalitätenunruhen aus. Zu den schwersten Kämpfen kommt es in Baku zwischen Armeniern und persischen Tataren.

Die Parlamentswahlen im Königreich Rumänien erbringen der konservativen Regierung eine klare Mehrheit. Die Partei des konservativen Ministerpräsidenten Gheorghe Cantacuzino, der am 3. Januar von König Karl mit der Regierungsbildung beauftragt worden war, erhält 157 Sitze. Die Opposition stellt nur noch 15 Abgeordnete.

20.2.1905, Montag

Bei einer Debatte im britischen Unterhaus in London über die Verwaltung Irlands erklärt John Redmond, der Führer der irischen Nationalpartei, das irische Volk sei zum bewaffneten Aufstand bereit, wenn Großbritannien Irland nicht mehr Unabhängigkeit gewähren wolle.

In Petersburg findet eine Großdemonstration von Studenten gegen die Fortführung des Russisch-Japanischen Kriegs und gegen das zaristische Regime statt. Um auf ihre revolutionären Ziele aufmerksam zu machen, beschließen die Teilnehmer, bis zum 13. September die Vorlesungen zu boykottieren.

21.2.1905, Dienstag

Der kanadische Premierminister Wilfried Laurier legt die Grenzen der neu zu bildenden Provinzen Alberta und Saskatchewan fest. Die Provinzen waren 1869 bzw. 1870 dem kanadischen Dominion übergeben worden.

22.2.1905, Mittwoch

Der Reichstag in Berlin verabschiedet die neuen Handelsverträge, die durch die Erhöhung der Einfuhrzölle vor allem der Landwirtschaft erhebliche Mehreinnahmen bringen sollen.

Der französische Marineminister Gaston Thomson begründet die verstärkte Flottenrüstung Frankreichs mit dem Hinweis, dass die deutsche Flotte 1898 nur 25% der französischen Schlagkraft besessen habe, im Jahr 1908 bereits drei Viertel und sie im Jahr 1917 an Stärke übertreffen werde.

23.2.1905, Donnerstag

Wegen der Unruhen im Zartum Polen werden in Warschau alle privaten Jungen- und Mädchenschulen geschlossen.

In Moskau werden 15 oppositionelle Schriftsteller verhaftet, unter ihnen befindet sich der Erzähler und Dramatiker Leonid N. Andrejew.

24.2.1905, Freitag

Der Simplontunnel, der längste Eisenbahntunnel der Welt, wird durchstochen.

Die schwedische Frauenrechtlerin und Pädagogin Ellen Key hält in Berlin Vorträge über die Situation der Frauen, die ein großes Publikum finden.

Der russische Landwirtschaftsminister Alexei S. Jermolow überreicht Zar Nikolaus II. eine Denkschrift, in der er die Einführung einer Verfassung und die Berufung von Volksvertretern empfiehlt.

In Moskau und Kasan treten die Eisenbahner in den Streik. Militärzüge sollen jedoch weiterhin abgefertigt werden.

25.2.1905, Samstag

Die internationale Hull-Kommission in Paris verurteilt das Russische Reich zu einer Geldbuße wegen der ungerechtfertigten Beschießung britischer Fischerboote am 21. Oktober des vergangenen Jahres.

Alfred von Tirpitz, der Staatssekretär im Reichsmarineamt und Initiator des deutsch-britischen Flottenwettrüstens, weist im Reichstag in Berlin die vom SPD-Parteivorsitzenden August Bebel unterstellte “Beziehung” zwischen Regierung und Flottenverein zurück.

26.2.1905, Sonntag

Die russische Regierung unter Sergei Graf Witte unterstellt die Eisenbahnangestellten den Kriegsgesetzen. Grund sind die Streiks, die den Nachschub für die Truppen im Russisch-Japanischen Krieg behindern.

27.2.1905, Montag

In Berlin wird der nach Plänen von Julius Raschdorff errichtete Neubau des Doms geweiht.

August Bebel, der Parteiführer der SPD, wird wegen des Verkaufs seines Hauses in der Schweiz von der Presse scharf angegriffen.

Der Schriftsteller Maxim Gorki wird nach Massenprotesten für seine Freilassung gegen eine Kaution von 10 000 Rubeln aus dem Gefängnis in St. Petersburg entlassen. Als Aufenthaltsort wird ihm Riga zugewiesen. Gorki war nach dem “Blutsonntag” von Petersburg verhaftet worden.

28.2.1905, Dienstag

Der preußische Kriegsminister Karl von Einem fordert im Reichstag in Berlin eine massive Aufrüstung des Heeres.

In der Generaldebatte über den Militäretat in der französischen Abgeordnetenkammer in Paris wird darauf hingewiesen, dass der Gesundheitszustand der Soldaten und Offiziere im deutschen Heer besser als im französischen sei. Die Redner betonen außerdem, dass das Deutsche Reich fortgesetzt neue Forts und strategische Eisenbahnlinien errichte.