Was geschah im Februar 1913

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Wetterstationen Februar 1913

1.2.1913, Samstag

Die Delegation Serbiens verlässt die Londoner Friedenskonferenz, um sich zurück in die serbische Hauptstadt Belgrad zu begeben.

Der Bundesrat des Deutschen Reiches genehmigt, dass Preußen im Jahr 1913 für 12 Millionen Mark Erinnerungsmünzen prägt. Sie sollen an die Erhebung Preußens gegen die französische Fremdherrschaft im Jahr 1813 erinnern sowie an das 25-Jährige Regierungsjubiläum des deutschen Kaisers Wilhelm II. am 15. Juni.

2.2.1913, Sonntag

In New York wird der Zentralbahnhof (Central Station) als nun größter Bahnhof der Welt eröffnet.

Der österreichische Kaiser Franz Joseph I. übersendet dem russischen Zaren Nikolaus II. ein Handschreiben von Wien nach Petersburg (heute Leningrad). Er will damit Gespräche über die bilateralen Beziehungen initiieren.

3.2.1913, Montag

Die in der britischen Hauptstadt London seit dem 17. Dezember 1912 wegen des Balkankrieges versammelte Botschafterkonferenz der europäischen Großmächte vertagt sich bis zum 27. Februar.

Der Philosoph, Pädagoge, Naturforscher und Schriftsteller Rudolf Steiner gründet in Berlin die Anthroposophische Gesellschaft.

Der Vorstand des Reichsverbandes Deutscher Städte spricht sich in Berlin für eine Verstärkung des deutschen Heeres aus.

4.2.1913, Dienstag

In Marburg kommt es zu einer nächtlichen Studentendemonstration. Sie richtet sich gegen die Beschränkung der Feierabendstunde, die nach der Zerstörung eines Marburger Nachtlokales angeordnet wurde.

100 Verhaftungen führt die Polizei in Neapel durch, als es bei einer Demonstration gegen die Ausdehnung der kommunalen Verzehrsteuer zu Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der örtlichen Polizei kommt.

5.2.1913, Mittwoch

Auf Anordnung ihres Kommandanten versammeln sich die in Straßburg stationierten, 18 000 Mann starken deutschen Truppen auf dem Übungsplatz Polyon um den für 12 Uhr angekündigten Besuch des deutschen Kaisers Wilhelm II. zu erwarten. Die telegrafische Avisierung des Kaiser-Besuches erweist sich jedoch als Falschmeldung.

In der Nähe von Madiasch (Siebenbürgen) verunglückt ein Schnellzug nach Berlin, in dem sich Prinz Eitel Friedrich von Preußen befindet. Während sechs Insassen schwer verletzt werden, bleibt der zweite Sohn des deutschen Kaisers Wilhelm II. unversehrt.

Das britische Unterhaus in London beschließt in dritter und damit letzter Lesung die Trennung von Staat und Kirche im Landesteil Wales.

6.2.1913, Donnerstag

Die Abgeordnetenkammer des deutschen Reichslandes Elsass-Lothringen diskutiert bekanntgewordene Übergriffe des Militärs auf die Zivilbevölkerung. Mehrere Abgeordnete fordern die Landesregierung auf, sich nicht von der Militärkommandantur bevormunden zu lassen.

Die Petitionskommission des deutschen Reichstages lehnt in Berlin eine Petition von konservativen Abgeordneten ab, die der Stadt Bayreuth ein Privileg für Aufführungen von Richard Wagners 1879 vollendetem Bühnenweihfestspiel “Parsifal” einräumen möchten.

Die deutschen Filmfabrikanten, Filmverleiher und Kinobesitzer gründen einen eigenen deutschen Verband, um Boykottdrohungen entsprechender ausländischer Verbände zu begegnen.

Der französische Marineminister Pierre Baudin ordnet an, dass die seit Herbst 1912 verbotenen Feuerübungen bei den Marinegeschwadern wieder aufgenommen werden dürfen. Voraussetzung dafür ist, dass nach jedem Schuss das Schwerer’sche Geschützrohr-Reinigungsverfahren angewendet wird.

Ein griechisches Wasserflugzeug führt über den Dardanellen einen Aufklärungsflug durch. Es handelt sich dabei um den ersten Kriegseinsatz eines Seeflugzeuges.

Die russische Regierung lehnt in Petersburg einen Antrag der Duma (russische Volksvertretung) ab, der die Zulassung von Frauen für das Juristenamt fordert.

Im thüringischen Herzogtum Sachsen-Altenburg finden Landtagswahlen statt. Sie ergeben folgende Mandatsverteilung: Bund der Landwirte 14 Sitze, Sozialdemokraten 7 Sitze, Volkspartei 3 Sitze Reichspartei 3 Sitze, Nationalliberale 2 Sitze, Rechtsliberale 1 Sitz, Freikonservative 1 Sitz, Parteilose 1 Sitz.

7.2.1913, Freitag

Im Fall des fälschlicherweise für den 5. Februar angekündigten Besuches Kaiser Wilhelm II. in Straßburg wird neben einem ehemaligen Zahlmeisteraspiranten der Schriftsteller Franz Jung als Mittäter verhaftet.

Im Balkankrieg beginnt Montenegro mit militärischen Angriffen auf die osmanische Festung Skutari (heute Shkodër).

8.2.1913, Samstag

Eine in der in Berlin erscheinenden “Norddeutschen Allgemeinen Zeitung” veröffentlichte halbamtliche Erklärung zur Frage des Petroleummonopols besagt, dass der bisher von der US-amerikanischen Gesellschaft Standard Oil gedeckte Bedarf des Deutschen Reiches ohne weiteres von anderen Firmen ersetzt werden könnte.

Britische Frauenrechtlerinnen zerstören die Telefonleitung zwischen Glasgow und London.

9.2.1913, Sonntag

In einer Ansprache anlässlich einer Feier in der Universität Berlin zum 100. Jahrestag der preußischen Erhebung gegen die napoleonische Besatzung in der Universität Berlin appelliert der deutsche Kaiser Wilhelm II. an die Studenten, wieder den religiösen Glauben der Vätergeneration zu suchen.

Das bisherige Staatsoberhaupt von Mexiko, Präsident Francisco Madero, muss nach einem Staatsstreich aus seinem Regierungspalast in der Hauptstadt Mexiko fliehen, da putschistische Truppen die Stadt besetzen.

In der russischen Hauptstadt Petersburg (heute Leningrad) findet eine eintägige Panslawisten-Versammlung mit über 200 Teilnehmern statt.

In Stockholm beginnen die Nordischen Spiele, bei denen bis zum 20. Februar eine Reihe von Wettkämpfen in verschiedenen Wintersportarten stattfinden.

10.2.1913, Montag

Der deutsche Kaiser Wilhelm II. gibt die Verlobung seiner einzigen Tochter Prinzessin Viktoria Luise mit Prinz Ernst August von Cumberland bekannt. Die Hochzeit findet am 24. Mai 1913 statt.

Anlässlich der Diskussion um die Wehrvorlage im japanischen Abgeordnetenhaus kommt es in Tokio zu politischen Unruhen. Daraufhin reicht der japanische Ministerpräsident Taro Katsura seinen Rücktritt ein.

Im Rahmen der Nordischen Spiele gewinnen in Stockholm die Österreicher Helene Engelmann und Karl Mejstrik den Wettbewerb im Eiskunstlauf der Paare.

11.2.1913, Dienstag

Carlos Meléndez tritt als neuer Präsident der Republik El Salvador die Nachfolge von Manuel Enrique Aranjo an.

In Berlin wird an der Akademie der Wissenschaften eine Orientalische Kommission begründet.

Im Wiener Nordwestbahnhof wird der sozialdemokratische Reichstagsabgeordnete Franz Schuhmeier ermordet, als er zusammen mit Parteifreunden von einer politischen Versammlung in Stockerau zurückkehrt. Der Attentäter Paul Kunschak gibt als Motiv seiner Tat an, er sei von der sozialdemokratischen Organisation aus seiner Arbeitsstelle vertrieben worden.

12.2.1913, Mittwoch

Die SPD bringt im deutschen Reichstag in Berlin einen Antrag zur Änderung des Wahlrechts ein. Sie fordert, dass in jedem deutschen Bundesstaat eine auf der Grundlage des allgemeinen, gleichen, direkten und geheimen Wahlrechts zu wählende Volksvertretung bestehen muss. Der Antrag wird vom Reichstag abgelehnt.

Der japanische Kaiser Joschihito ernennt Gombei Jamamoto zum neuen Ministerpräsidenten, der damit die Nachfolge des am 10. Februar zurückgetretenen Taro Katsura antritt.

13.2.1913, Donnerstag

In Köln wird der neue Erzbischof des Erzbistums Köln, Felix von Hartmann, vereidigt.

In Berlin findet die Uraufführung des Films “Die Andere” von Max Mack statt, Hauptdarsteller ist der unter Max Reinhardt am Deutschen Theater in Berlin spielende Albert Bassermann.

14.2.1913, Freitag

Das Reichsgericht in Leipzig verurteilt den Danziger Handlungsgehilfen Paul Clemens Neumann wegen versuchten Verrats militärischer Geheimnisse zu zwei Jahren Zuchthaus und fünf Jahren Ehrverlust. Neumann hatte bei fremden Staaten das Interesse an waffentechnischen Informationen sondiert.

Nach dreitägiger Debatte lehnt das britische Oberhaus das Gesetz über die Trennung von Staat und Kirche in Wales mit 252 gegen 51 Stimmen ab. Zwei Bischöfe stimmen allerdings für das Gesetz. Das Unterhaus hatte das Gesetz am 5. Februar gebilligt.

15.2.1913, Samstag

Das von Anton Aicher gegründete Marionettentheater veranstaltet im österreichischen Salzburg seine erste Aufführung.

Der seit 1910 als deutscher Gesandter in der belgischen Hauptstadt Brüssel tätige Hans von Flotow wird zum neuen deutschen Botschafter in Rom bestimmt, da der bisher dafür vorgesehene Martin Freiherr von Jenisch aus gesundheitlichen Gründen zurücktritt. Die Position war seit der Ernennung Gottlieb von Jagows zum neuen deutschen Außenminister am 11. Januar vakant.

In Leipzig stellt eine reichsgerichtliche Entscheidung grundsätzlich klar, dass die Entscheidung über eine etwaige Versetzung in den Ruhestand allein den Verwaltungsbehörden zusteht. Es weist damit den Einfluss von Institutionen oder Personen zurück.

In New York wird die Armory Show eröffnet. Auf dieser ersten repräsentativen Ausstellung moderner Kunst in den USA werden bis zum 15. März etwa 1000 Objekte gezeigt.

16.2.1913, Sonntag

Der Landrat von Sonderburg (Nordschleswig) weist den norwegischen Schriftsteller William Coucheron-Aamot aus, weil er im nordschleswigschen Gebiet Vorträge über Japan und China in norwegischer Sprache hielt.

17.2.1913, Montag

Der deutsche Kaiser Wilhelm II. drückt dem britischen König Georg V. seine Bewunderung sowie sein Beileid für die Südpol-Expedition von Robert Falcon Scott im Jahr 1912 aus. Am 10. Februar war aus Neuseeland bekanntgeworden dass Scott am 18. Januar 1912 den Südpol erreichte, aber auf dem Rückweg mit seinen Begleitern ums Leben kam.

Die 20. Generalversammlung des deutschen Bundes der Landwirte spricht sich in einer einstimmigen Entschließung für eine Heeresverstärkung aus.

18.2.1913, Dienstag

Eine in Köln gegründete gemeinnützige Aktiengesellschaft für Wohnungsbau will mit einem Kapital von 800 000 Mark zur Schaffung von Wohnraum für arme Bevölkerungsschichten beitragen. An der Wohnungsbaugesellschaft beteiligt ist neben privaten Gesellschaftern auch die Stadt Köln mit einem Kapital von 600 000 Mark.

In Wien findet unter dem Vorsitz des österreichisch-ungarischen Innenministers Baron Karl Heinold von Udynski und in Anwesenheit von Ministerpräsident Karl Graf von Stürgkh eine Besprechung über die Regelung des Sprachgebrauches der landesfürstlichen Behörden in Böhmen statt. Auch Vertreter des Tschechen-Klubs und der Großgrundbesitzer in Böhmen nehmen daran teil.

In Budapest wird der Abgeordnete und frühere Staatssekretär Zoltan Desy in einem Verleumdungsprozess zu einem Monat Gefängnis und 400 Kronen (340 Mark) Geldstrafe verurteilt. Zoltan Desy hatte behauptet, dass der seinerzeitige Finanzminister und jetzige Ministerpräsident Ungarns, Ladislaus von Lukács, aus seiner Position private finanzielle Vorteile gezogen hatte.

Raymond Poincaré beginnt in Paris als Nachfolger von Armand Fallières seine Amtszeit als französischer Staatspräsident.

19.2.1913, Mittwoch

Britische Anhängerinnen des Frauenstimmrechts (Suffragetten) sprengen in Walton-on-Hill mit einer selbstgebauten Bombe das im Bau befindliche Landhaus des britischen Schatzkanzlers David Lloyd George in die Luft.

In Berlin findet der 38. deutsche Handelstag statt. Die Delegierten billigen mit 320 gegen 75 Stimmen eine Resolution zugunsten eines staatlichen Petroleum-Monopols.

Der deutsche Reichstag nimmt in dritter Lesung den Gesetzentwurf betreffend die Aufhebung des Jesuitengesetzes vom 4. Juli 1872 an. Dennoch wird erst im Jahr 1917 das Verbot der Betätigung für Mitglieder des Jesuitenordens im Deutschen Reich aufgehoben.

20.2.1913, Donnerstag

Der französische Ministerrat unter Vorsitz von Staatspräsident Raymond Poincaré ernennt den früheren französischen Außen- und Marineminister Théophile Delcassé zum neuen französischen Botschafter in Russland.

In einem Hotel der Heilsarmee im Tokioer Stadtteil Kanda bricht ein Feuer aus, das sich auf das gesamte Stadtviertel ausdehnt. Dabei werden insgesamt 3300 Gebäude zerstört.

Die Stadt München verleiht dem deutschen Architekten Gabriel von Seidl die Ehrenbürgerschaft.

21.2.1913, Freitag

Der rumänische Ministerrat nimmt das Vermittlungsangebot der europäischen Großmächte im Streit zwischen Rumänien und Bulgarien über den Verlauf der Grenze beider Staaten an.

Herzog Karl Eduard von Sachsen-Coburg-Gotha verunglückt beim Bobschlittenfahren. Er zieht sich einen Bruch des rechten Schienbeins zu.

22.2.1913, Samstag

Der mit aktiver Unterstützung der USA in Mexiko durchgeführte Staatsstreich führt zur Absetzung des bisherigen Präsidenten Francisco Madero. Die rechten Putschisten ernennen Victoriano Huerta zum neuen mexikanischen Präsidenten. Nach dem Putsch vom 9. Februar war es in der Hauptstadt Mexiko zu zehntägigen schweren Straßenkämpfen gekommen.

In Bremen werden erstmals Tabake der in Kamerun ansässigen Deutschen Tabakbaugesellschaft verkauft. Bei einem Absatz von 7500 kg Zigarrendeckblätter guter Qualität wird ein Preis von etwa 8 Mark pro Kilogramm erzielt.

23.2.1913, Sonntag

In Wien wird der Österreicher Fritz Kachler Weltmeister im Eiskunstlauf.

Der Appellhof am New Yorker Bundesgericht entscheidet, dass alle Angehörigen der von der “Titanic”-Katastrophe am 15. April 1912 betroffenen Opfer in vollem Umfang Schadensersatz von der zuständigen Reederei White Star Line erhalten. Die entsprechenden Klagen müssen bis zum 15. April 1913 eingereicht werden.

Der durch den Putsch vom 9. Februar gestürzte und gefangengenommene ehemalige mexikanische Präsident Francisco Madero wird bei einem Gefängnistransport erschossen.

24.2.1913, Montag

Die Führerin der britischen Frauenstimmrechtlerinnen, Emmeline Pankhurst, wird in London verhaftet. Sie hatte die Verantwortung für den Anschlag auf das Landhaus des britischen Schatzkanzlers David Lloyd George am 19. Februar übernommen.

Der 76-Jährige Viscount Francis Knollys, einflussreicher Privatsekretär der britischen Könige Eduard VII. und (seit 1910) Georg V., tritt nach 45-Jähriger Dienstzeit im königlichen Haushalt zurück.

25.2.1913, Dienstag

Im preußischen Abgeordnetenhaus wird der Entwurf eines Ausgrabungsgesetzes eingebracht. Danach wird es meldepflichtig, wenn auf einem Grundstück ein Gegenstand von kultur- oder naturhistorischer Bedeutung entdeckt wird.

Zum neuen österreichischen Marinekommandanten anstelle des zurückgetretenen Admirals Graf Montecuccoli wird der bisherige Vizeadmiral Anton Haus ernannt. Dieser wird gleichzeitig Chef der Marinesektion des Kriegsministeriums und behält dabei seine Funktion als Flotteninspekteur bei.

Die britische Frauenstimmrechtlerin Emmeline Pankhurst wird gegen eine Kaution von 700 Pfund (14 280 Mark) wieder freigelassen.

Der russische Zar Nikolaus II. zeichnet den französischen Staatspräsidenten Raymond Poincaré mit dem St.-Andreas-Orden aus.

In Nürnberg wird der Protestantische Laienbund gegründet, dessen Ziele größere Rechte für Laien in der Hierarchie der protestantischen Kirche und religiöse Toleranz sind.

26.2.1913, Mittwoch

Im Schweizer Nationalrat beschließt die Kommission für den Gotthardvertrag mit acht gegen sieben Stimmen, den entsprechenden Staatsvertrag nicht zu ratifizieren.

In Offenbach erschießt sich der 18-Jährige Schüler Philipp Deubler, weil er das Abiturientenexamen nicht bestanden hat.

Gemäß dem vom US-amerikanischen Kongress in Washington verabschiedeten, zwischen Demokraten und Republikanern umstrittenen Flottenetat sollen ein Schlachtschiff, sechs Zerstörer und vier U-Boote gebaut werden.

27.2.1913, Donnerstag

In London tritt die Botschafterkonferenz in der Frage des Balkankrieges nach einer 24-tägigen Unterbrechung wieder zusammen.

Eine 600 Mann starke russische Infanterie-Einheit dringt – bewaffnet mit Artillerie – bei Harbin auf chinesisches Gebiet vor, um, wie es offiziell heißt, dort “Räuberbanden zu zerstreuen.”

Der neue japanische Ministerpräsident Gombei Jamamoto betont bei seiner Regierungserklärung vor dem japanischen Parlament in Tokio die Notwendigkeit einschneidender Sparmaßnahmen. Gleichzeitig unterstreicht er im außenpolitischen Teil seiner Rede die engen Beziehungen Japans zu Großbritannien und die Freundschaft mit Frankreich und Russland.

Der Provinzial-Landtag in Hannover bewilligt 30 000 Mark für ein Hochzeitsgeschenk zur Vermählung von Prinz Ernst August von Cumberland mit der einzigen Tochter des deutschen Kaisers Wilhelm II., Prinzessin Viktoria Luise, am 24. Mai.

Da im südöstlichen Europa starker Frost einsetzt, werden die Kämpfe an allen Fronten des Balkankrieges vorübergehend eingestellt.

28.2.1913, Freitag

Eine am 20. Februar in Karlsruhe begonnene Konferenz von russischen Studenten im Ausland fordert die Einrichtung einer freien russischen Hochschule für im Ausland Studierende. Damit wollen sie den zunehmenden Immatrikulationsbeschränkungen für Russen im Deutschen Reich sowie in den anderen europäischen Ländern begegnen.

Der bisherige Direktor des Deutschen Theaters in Köln, Alfred Bernau, wird zum neuen Intendanten des Mannheimer Hof- und Nationaltheaters gewählt.

Zwei heftige Erdstöße ereignen sich im Raum Innsbruck, ohne nennenswerte Schäden anzurichten.