Was geschah im Februar 1915

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Wetterstationen Februar 1915

1.2.1915, Montag

Der deutsche Admiralsstab kündigt Angriffe auf britische Truppentransporte nach Frankreich an und warnt die Handelsschifffahrt davor, sich der französischen Nord- und Westküste zu nähern.

Im Deutschen Reich treten die Verordnungen des Bundesrates über die Beschlagnahme der Getreidevorräte und die Rationierung von Brot und Mehl in Kraft.

Der neue portugiesische Ministerpräsident General Joaquim Pereira Pimenta de Castro bekräftigt vor dem Parlament die Neutralität des Landes.

Nach Angaben des französischen Kriegsministeriums sind bisher 250 000 französische Soldaten gefallen, 700 000 wurden verwundet, 200 000 sind gefangen oder werden vermisst.

Die Finanzminister Großbritanniens, Frankreichs und Russlands beschließen auf einer Konferenz in Paris gemeinsame Maßnahmen zur Kriegsfinanzierung.

2.2.1915, Dienstag

Der SPD-Reichstagsabgeordnete Karl Liebknecht wird von der sozialdemokratischen Fraktion wegen des Bruchs der Fraktionsdisziplin scharf kritisiert. Liebknecht hatte im Dezember 1914 als einziger Abgeordneter gegen die Kriegskredite gestimmt.

In Rom wird bekannt, dass das Deutsche Reich, Österreich-Ungarn sowie Großbritannien einem Vorschlag des Papstes über den Austausch von Zivilgefangenen zugestimmt haben.

Zwei von den Franzosen wegen Hochverrats zum Tode verurteilte deutsche Geschäftsleute werden in Casablanca hingerichtet. In der deutschen Öffentlichkeit werden die Hinrichtungen als “Justizmorde” heftig kritisiert.

In Frankreich wird die Verlesung eines Friedensgebetes des Papstes in den Kirchen erst nach einer Änderung des Textes erlaubt; der allgemeine Friedenswunsch wird durch die Bitte um Frieden nach einem Sieg ersetzt.

3.2.1915, Mittwoch

In Sarajewo werden die wegen Beteiligung am Attentat auf den österreichisch-ungarischen Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand vom 28. Juni 1914 zum Tode verurteilten Beljko Cubrilovic, Mieko Javanovic und Danilo Ilic hingerichtet. Gawrilo Princip, der den Erzherzog erschoß, konnte wegen seines jugendlichen Alters nicht zum Tode verurteilt werden. Das Attentat war Anlass für den Kriegsausbruch.

Eine britische Zeitung setzt eine Prämie für das erste Handelsschiff aus, das ein deutsches U-Boot versenkt.

Im preußischen Abgeordnetenhaus beginnt ein bis zum 7. Februar dauernder Lehrkurs für Redner über Volksernährung im Krieg. Die Teilnehmer des vom preußischen Innenministerium initiierten Kurses sollen über sparsame Haushaltsführung informiert werden und diese Kenntnisse weitergeben.

4.2.1915, Donnerstag

Die britischen Verluste an der Westfront betragen nach Angaben von Premierminister Herbert Henry Asquith bislang 104 000 Mann.

Der Interessensverband des Gastwirtsgewerbes in Berlin beschließt, dass Backwaren zu den Speisen nicht mehr kostenlos gereicht werden dürfen, sondern bezahlt werden müssen.

Als Auszeichnung für Soldaten, die im Tagesbefehl des Heeres namentlich aufgeführt werden, wird in Frankreich das sog. Kriegskreuz eingeführt.

Das Deutsche Reich erklärt die Gewässer rund um Großbritannien und Irland zum Kriegsgebiet. Vom 18. Februar an soll jedes feindliche Handelsschiff in diesem Gebiet ohne vorherige Warnung versenkt werden.

5.2.1915, Freitag

In den USA scheitert der Gesetzentwurf, der Analphabeten die Einwanderung verbieten sollte, da sich im Repräsentantenhaus nicht die erforderliche Zwei-Drittel-Mehrheit findet, um das Veto von Präsident Woodrow Wilson gegen das Gesetz zurückzuweisen.

6.2.1915, Samstag

Der Schweizer Bundesrat legt dem Parlament einen Gesetzentwurf über die Einführung einer einmaligen Kriegssteuer vor.

Im Deutschen Reich werden neue Bestimmungen über den Finderlohn für Waffen, Munition und Ausrüstungsgegenstände erlassen; der Finderlohn für ein Maschinengewehr wird z. B. auf 30 Mark erhöht.

Im Berliner Nollendorf-Theater werden im Rahmen einer Reihe mit sog. vaterländischen Schauspielen zwei neue Stücke aufgeführt.

Die Australierin Fanny Durack schwimmt in Sydney einen Weltrekord über 100 m Freistil.

7.2.1915, Sonntag

Im italienischen Erdbebengebiet in den Abruzzen wird ein seit 25 Tagen verschütteter Mann lebend geborgen.

Der Vaterländische Frauenverein ruft zu Spenden für die Anschaffung von Regenumhängen für die Front auf.

Ein osmanischer Angriff auf die britischen Stellungen am Sueskanal (bis 9. Februar) wird zurückgeschlagen.

Deutsche Truppen beginnen eine Offensive in Ostpreußen; in der sog. Winterschlacht in Masuren müssen die Russen bis Ende Februar ganz Ostpreußen räumen.

Im Deutschen Reich wird der Versand von Feldpostbriefen mit einem Gewicht zwischen 250 g und 500 g zugelassen. Mit diesen Feldpostbriefen werden vor allem kleine Geschenke, sog. Liebesgaben, an die Front geschickt.

8.2.1915, Montag

Das britische Außenministerium rechtfertigt die Anweisung an landeseigene Handelsschiffe, neutrale Flaggen zu hissen, als berechtigte Kriegslist.

In Österreich-Ungarn tritt eine Verordnung über die Brotherstellung in Kraft; Roggen- und Weizenbrot muss danach zur Hälfte aus Ersatzstoffen wie Gersten-, Reis- oder Kartoffelmehl bestehen.

Die Deutsche Vereinigung für Krüppelfürsorge berät in Berlin über Hilfsmaßnahmen für Kriegsinvaliden.

9.2.1915, Dienstag

In einem Erlass des preußischen Innenministeriums über die Handhabung der Pressezensur werden die Kontrollbehörden angewiesen, jeden Versuch, den Burgfrieden zu stören, entschieden zu unterbinden.

Die erste Nummer einer Zeitung für Kriegsgefangene in französischer Sprache erscheint in Stuttgart.

Der Verein selbständiger Konditoren veranstaltet in Berlin eine Kriegskuchen-Ausstellung. Dabei wird Kuchen präsentiert, der gemäß den Sparvorschriften des Bundesrats hergestellt wurde.

10.2.1915, Mittwoch

Der Kriegsausschuss für Volksernährung beginnt eine Veranstaltungsreihe über billiges und nahrhaftes Kochen in der Kriegszeit. Neben Vorträgen gibt es auch Kochvorführungen.

11.2.1915, Donnerstag

Das britische Unterhaus bewilligt den von der Regierung vorgelegten Heeresetat, in dem u.a. Mittel für die Unterhaltung einer 3 Mio. Mann starken Armee vorgesehen sind.

Die Ladung des unter US-amerikanischer Flagge fahrenden Dampfers “Wilhelmina” wird von den britischen Behörden beschlagnahmt. Das Schiff hatte Lebensmittel geladen, die für das belgische Hilfskomitee bestimmt waren und an die Zivilbevölkerung im besetzten Belgien verteilt werden sollten.

12.2.1915, Freitag

Die US-amerikanische Regierung protestiert in einer Note an die Reichsregierung gegen die deutsche Ankündigung des Handelskrieges in der Nordsee und warnt vor Angriffen auf Schiffe und Bürger der USA.

Ein Gesetz, das die Herstellung und den Verkauf von Absinth (Wermutbranntwein) verbietet, wird von der französischen Kammer angenommen.

Die Berliner Brauereien beschließen eine Erhöhung des Bierpreises um zwei Pfennig pro Liter.

Ein internationaler Frauenkongress in Amsterdam fordert die volle politische Gleichberechtigung der Frauen; dies sei u.a. eine Voraussetzung für die Verhütung künftiger Kriege.

Der Gesetzentwurf über den Ankauf von Schiffen durch staatliche Stellen wird von der US-amerikanischen Regierung zurückgezogen.

Premierminister Herbert Henry Asquith kündigt vor dem britischen Unterhaus eine Verschärfung der Maßnahmen gegen den deutschen Handel an.

13.2.1915, Samstag

Die Parteien in Baden schließen im Zeichen der Burgfriedenspolitik ein Wahlabkommen; während des Krieges soll bei Ersatzwahlen zu dem Kandidaten der Partei, die das Mandat bislang innehatte, kein Gegenkandidat aufgestellt werden. Ähnliche Vereinbarungen sind im ganzen Deutschen Reich üblich.

Der Bundesrat beschließt die Beschlagnahme der Hafervorräte, um sicherzustellen, dass die Bestände bis zur nächsten Ernte ausreichen.

Marinevertreter aus den drei neutralen nordischen Staaten Dänemark, Schweden und Norwegen beraten auf einer bis zum 15. Februar dauernden Konferenz in Christiania (heute: Oslo) über die Sicherung der Schifffahrt gegen die Minengefahr in Nord- und Ostsee.

Als Ersatz für Fleisch wird in Berlin Klippfisch aus städtischen Beständen verkauft.

Der Vorstand des Deutschen Radfahrerbundes beschließt, den wegen des Krieges vorübergehend unterbrochenen Rennbetrieb auf Straße und Bahn wiederaufzunehmen. Als erstes Straßenrennen soll am 5. April die Wettfahrt Berlin- Kottbus- Berlin stattfinden.

14.2.1915, Sonntag

Bei einem Bombenanschlag auf einen Maskenball in Sofia werden die Tochter und der Sohn zweier bulgarischer Minister getötet. Es wird vermutet, dass das Attentat eigentlich den bulgarischen König Ferdinand treffen sollte.

Die US-amerikanische Regierung wendet sich in einer Note an die britische Regierung gegen den britischen Befehl zum Hissen neutraler Flaggen, da die neutrale Schifffahrt dadurch gefährdet werde.

In London findet eine Konferenz von führenden Vertretern der sozialistischen Parteien Frankreichs, Großbritanniens, Belgiens und Russlands statt. In einer Resolution wird die Entschlossenheit, bis zum Sieg zu kämpfen, bekräftigt, jeder Eroberungskrieg jedoch abgelehnt.

15.2.1915, Montag

Zwischen Großbritannien und dem Deutschen Reich findet mit Unterstützung des niederländischen Roten Kreuzes der erste Austausch schwerverwundeter Kriegsgefangener statt.

Nach Angaben des britischen Schatzkanzlers David Lloyd George betragen die Kriegskosten der Alliierten bislang etwa 2 Mrd. Pfund Sterling (42 Mrd. Mark).

Die niederländische Regierung protestiert bei der britischen Regierung gegen das Hissen neutraler Flaggen durch britische Handelsschiffe.

Die Höchstpreise für Speisekartoffeln werden im Deutschen Reich um 1,75 Mark je Zentner erhöht.

Der Bundesrat beschließt eine Einschränkung der Biererzeugung; um Gerste zu sparen, dürfen Brauereien vom 1. April an nur noch 60% der 1912 und 1913 zur Bierherstellung verwendeten Malzmenge verbrauchen.

16.2.1915, Dienstag

In einer Antwort auf die US-amerikanische Protestnote vom 12. Februar rechtfertigt die deutsche Reichsregierung die Ankündigung des U-Boot-Krieges in der Nordsee als Maßnahme gegen die britische Blockade.

Mit einem erfolglosen Durchbruchversuch französischer Truppen beginnt die bis Ende März dauernde sog. Winterschlacht in der Champagne. In den bis Mitte März andauernden verlustreichen Kämpfen bleibt die französische Offensive stecken.

In Russland tritt ein Gesetz in Kraft, das Angehörigen feindlicher Staaten den Grundbesitz in Russland verbietet. Für die Veräußerung bestehender Besitztümer wird eine Frist von einem halben Jahr gesetzt.

Ein Gesetz, das den Loskauf von der Dienstpflicht ermöglicht, wird im Osmanischen Reich verabschiedet.

17.2.1915, Mittwoch

Deutsche und österreichisch-ungarische Truppen besetzen Czernowitz (heute: Tschernowzy) in der Bukowina.

Das preußische Staatsministerium verständigt sich darauf, Österreich-Ungarn die Abtretung des polnischen Kohlengebiets von Sosnowiec anzubieten, falls sich Österreich-Ungarn in den Verhandlungen über die Beibehaltung der Neutralität Italiens zur Abgabe der Region Trentino bereit erklärt.

18.2.1915, Donnerstag

Das Deutsche Reich beginnt den am 4. Februar angekündigten U-Boot-Krieg gegen die feindliche Handelsschifffahrt in der Nordsee.

Die Budgetkommission des preußischen Abgeordnetenhauses spricht sich dafür aus, das Verbot der Erörterung von Kriegszielen so frühzeitig aufzuheben, dass die öffentliche Meinung bei Friedensverhandlungen zur Geltung gebracht werden kann.

Die SPD-Politikerin Rosa Luxemburg muss eine einjährige Haftstrafe antreten, zu der sie 1914 wegen Aufforderung zur Befehlsverweigerung verurteilt worden war.

Die chinesische Regierung erklärt sich zu Verhandlungen über zwölf der 21 Forderungen bereit, die Japan einen dominierenden Einfluss in China sichern sollen.

Das preußische Kultusministerium gibt einen Erlass über Siegesfeiern an Schulen heraus. Am Tag nach dem Eingang einer Siegesmeldung soll anstelle des Unterrichts eine Feier stattfinden.

19.2.1915, Freitag

In Berlin und der Provinz Brandenburg wird der Ausschank von Branntwein, Likör, Rum, Arrak und Cognac an Militärangehörige in Uniform untersagt.

Die “Variationen über ein Thema von Mozart op. 132” von Max Reger werden in Berlin durch das vom Komponisten dirigierte Königliche Orchester uraufgeführt.

Zum 50. Geburtstag des schwedischen Asienforschers Sven Hedin erscheint im Deutschen Reich sein neues Buch “Ein Volk in Waffen”, in dem er für die deutsche Position im Weltkrieg Partei ergreift.

Die Verarbeitung von Gerste zu Malz wird in Österreich verboten; die Bierproduktion muss daher stark eingeschränkt werden.

In Rom wird die neue Sitzungsperiode der italienischen Kammer eröffnet; aus diesem Anlass kommt es zu Demonstrationen von Gegnern und Befürwortern eines italienischen Kriegseintritts.

Die britische Admiralität setzt Belohnungen für Kapitäne und Mannschaften von Fischereidampfern aus, denen die Vernichtung feindlicher U-Boote gelingt.

Britische und französische Seestreitkräfte beginnen mit der Beschießung der osmanischen Befestigungsanlagen an den Dardanellen.

Ein britischer Truppentransportdampfer mit 2000 Mann an Bord wird im Kanal versenkt.

In einer Denkschrift an die Oberste Heeresleitung schlagen die im Bergbaulichen Verein zusammengeschlossenen Ruhrindustriellen den Einsatz von Kriegsgefangenen in den Zechen vor, um die Kohleförderung aufrechterhalten zu können.

20.2.1915, Samstag

In gleichlautenden Noten an das Deutsche Reich und Großbritannien schlägt die US-amerikanische Regierung vor, die deutsche Regierung solle auf den U-Boot-Krieg verzichten. Als Gegenleistung sollen die Briten die Einfuhr von Lebensmitteln ins Deutsche Reich gestatten.

Die Weltausstellung in San Francisco, an der sich 41 Staaten beteiligen, wird eröffnet.

21.2.1915, Sonntag

In allen großen italienischen Städten finden unter dem Motto “Nieder mit dem Krieg” sozialistische Kundgebungen für die Neutralität statt.

Die Mannschaften von fünf norwegischen Handelsschiffen weigern sich wegen der Gefährdung durch deutsche U-Boote, nach Großbritannien auszulaufen.

22.2.1915, Montag

Die französische Stadt Calais wird in der Nacht von einem deutschen Luftschiff bombardiert, dabei wird u.a. ein Teilstück der Eisenbahnlinie völlig zerstört.

Der dänische Geschäftsmann Hans Niels Andersen führt auf Initiative des dänischen Außenministeriums in Petrograd (heute: Leningrad) Gespräche über die Möglichkeit eines Sonderfriedens zwischen Russland und dem Deutschen Reich.

23.2.1915, Dienstag

Die Getreidevorräte in Österreich-Ungarn werden durch eine kaiserliche Verordnung beschlagnahmt und rationiert. Pro Kopf dürfen täglich 300 g Getreide oder 240 g Mahlprodukte verbraucht werden.

Im Osmanischen Reich wird ein Gesetz über die Rechte und Pflichten von Ausländern verabschiedet, das die zuvor bestehende Privilegierung fremder Staatsangehöriger gegenüber Bürgern des Osmanischen Reiches aufhebt.

Eine Meuterei eines indischen Infanterieregiments in Singapur wird von britischen Truppen unter Mithilfe von japanischen und französischen Marinesoldaten niedergeschlagen. 22 britische Soldaten und 14 Zivilisten werden getötet.

24.2.1915, Mittwoch

Die Gesamtzahl der Kriegsgefangenen im Deutschen Reich und in Österreich-Ungarn ist nach der Winterschlacht in Masuren auf über 1 Mio. angestiegen.

Die britische Admiralität sperrt den Irischen Kanal. Nachts darf kein Schiff den Kanal passieren, bei Tag bleibt der Verkehr auf ein bestimmtes Gebiet beschränkt. Diese Maßnahme soll die Kontrolle der Schifffahrt erleichtern und feindlichen Schiffen die Operation in diesem Gebiet erschweren.

25.2.1915, Donnerstag

Bei Kundgebungen interventionistischer Gruppen in Mailand und Reggio d’Emilia kommt es zu Zusammenstößen mit sozialistischen Kriegsgegnern.

Der Bundesrat verordnet eine Einschränkung des Autoverkehrs. Ab 15. März wird eine Fahrerlaubnis nur noch erteilt, wenn daran ein öffentliches Interesse besteht.

26.2.1915, Freitag

In der ersten Woche des vom Deutschen Reich verkündeten U-Boot-Krieges sind nach Angaben der britischen Admiralität sieben britische Schiffe versenkt worden; 708 Dampfer sind unbehelligt in britische Häfen eingelaufen, 637 Schiffe haben sie verlassen.

Der italienische Ministerrat verbietet wegen zunehmender Gewalttaten alle Versammlungen für oder gegen den Kriegseintritt Italiens.

27.2.1915, Samstag

Im vom Reichsschatzamt vorgelegten Etat für 1915 sind 10 Mrd. Mark an Kriegsausgaben vorgesehen.

Im Deutschen Reich beginnt die bis zum 19. März dauernde Zeichnungsfrist für die zweite Kriegsanleihe.

Fünf sozialistische Mitglieder der Duma, der russischen Volksvertretung, werden in Petrograd (heute: Leningrad) wegen Agitation gegen den Krieg zum Verlust aller bürgerlichen Rechte und zu Verbannungsstrafen verurteilt.

Die Modenschau einer Schweizer Firma in Berlin wird mit der Begründung verboten, es bestehe der Verdacht, dass unter den vorzuführenden Kleidern auch französische Modelle sind.

28.2.1915, Sonntag

Die deutsche Regierung macht die Zustimmung zum Vorschlag der USA, den U-Boot-Krieg einzustellen, von der vorherigen Beendigung der britischen Blockade abhängig.

Die Alliierten verhängen die Blockade über den Hafen von Daressalam in Deutsch-Ostafrika.

Der Norweger Amble Ommundsen stellt mit einer Weite von 54 m einen Weltrekord im Skispringen auf. Die alte Rekordweite betrug 48,5 m.