Was geschah im Februar 1922

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Wetterstationen Februar 1922

1.2.1922, Mittwoch

Der schweizerische Nationalrat genehmigt mit 107 gegen 34 Stimmen die Verschärfung der Art. 45- 48 des Bundesstrafrechts. Nunmehr gibt es mehr Möglichkeiten der Verfolgung von Delikten wie “Anreizung zum Aufruhr”, zum revolutionären Generalstreik und revolutionäre Agitation im Heer.

Eine gemeinsame Fluggesellschaft gründen die Regierung Sowjetrusslands und die Aero-Union Berlin unter dem Namen Deutsch-Russische Luftverkehrsgesellschaft.

Nachdem die deutsche Reichsregierung ein während der Lohnverhandlungen vorgetragenes Ultimatum der Eisenbahnergewerkschaften abgelehnt hat, treten etwa 700 000 Arbeiter und Beamte der Reichseisenbahnen in einen sieben Tage dauernden Streik.

2.2.1922, Donnerstag

Der Vertreter der Reichsgewerkschaft Deutscher Eisenbahnbeamten in Köln teilt offiziell mit, dass der Eisenbahnerstreik nicht auf das von den alliierten Truppen besetzte Gebiet ausgeweitet werden soll. Grund dafür ist das von der Interalliierten Rheinlandkommission ausgesprochene absolute Streikverbot.

Da die italienische Regierung unter Ivanoe Bonomi nicht mehr über eine Mehrheit im Parlament verfügt, tritt sie zurück.

Die in Moskau erscheinende Zeitung “Prawda” veröffentlicht das Ergebnis einer Umfrage unter ihren Lesern, aus dem hervorgeht, dass sich die Mehrzahl der Leser gegen eine Reise Wladimir I. Lenins zur Wirtschaftskonferenz in Genua ausspricht. Allgemein wird befürchtet, dass während der Konferenz im April ein Attentat auf Lenin verübt werden könne.

3.2.1922, Freitag

Eine französische Militärkommission legt dem Parlament in Paris einen Bericht über die Ergebnisse der Kontrollmaßnahmen im Deutschen Reich vor. Demnach hat das Deutsche Reich seit dem Versailler Vertrag u.a. folgende Waffen bzw. militärische Einrichtungen ausgeliefert oder zerstört: 40 635 Kanonen- und Kanonenrohre, 11 592 Minenwerfer, 4 482 737 Handfeuerwaffen, 1116 Flammenwerfer, 16 967 Flugzeuge, 31 640 Motoren.

Die Kulturzeitschrift “Das Tagebuch” veröffentlicht den Aufruf zu einem Wettbewerb um das beste Filmdrehbuch. Der Jury gehören u.a. Alfred Polgar, Richard Oswald und Heinz Ullstein an. Für den Gewinner ist ein Preis in Höhe von 200 000 Mark ausgesetzt.

4.2.1922, Samstag

Im Kölner Schauspielhaus wird das Stück “Herzog Heinrichs Heimkehr” von Hans Franck uraufgeführt.

5.2.1922, Sonntag

In Berlin treten die Arbeiter der städtischen Gas-, Wasser- und Elektrizitätswerke in einen dreitägigen Ausstand, der allerdings ohne Erfolg am 8. Februar abgebrochen wird.

Das Drama “Krönung Richards III.” von Hans Henny Jahnn wird im Leipziger Schauspielhaus uraufgeführt.

6.2.1922, Montag

In Rom wird der bisherige Erzbischof von Mailand, Kardinal Achille Ratti, zum neuen Papst gewählt. Er nimmt den Namen Pius XI. an.

In Stockholm gehen die Eiskunstlauf-Weltmeisterschaften zu Ende.

Im Frankfurter Schauspielhaus wird “Bakchos Dionysos”, eine “mythische Komödie in fünf Akten” von Fritz Schwiefert, uraufgeführt.

Der Wiener Landtag beschließt eine allgemeine Mietzinsabgabe als Wohnbausteuer, um die katastrophale Wohnungsnot der Wiener Bevölkerung zu lindern.

Die 1917 in Sowjetrussland gegründete Tscheka (Außerordentliche Kommission für den Kampf gegen Konterrevolution und Sabotage) wird aufgelöst. Ihre Aufgaben übernimmt mit eingeschränkten Vollmachten das Innenministerium mit der GPU.

In Washington endet die im November 1921 begonnene internationale Abrüstungskonferenz mit der Unterzeichnung der Verträge, darunter des “Washingtoner Flottenabkommens”.

7.2.1922, Dienstag

Nach langer Debatte genehmigt die ungarische Nationalversammlung in Budapest ein neues Wehrgesetz, worin die Größe der Armee des Landes auf 36 000 Mann festgelegt ist.

In seiner Thronrede zur Eröffnung des britischen Parlaments in London begrüßt Georg V., König von Großbritannien, die Beschlüsse der Washingtoner Abrüstungskonferenz.

Der Festartikel im “Osservatore Romano” anlässlich der Papstwahl enthält heftige Angriffe gegen die Reformation.

Dem neugewählten Sowjet in Moskau gehören 2447 Bolschewiken, 207 Parteilose und drei Menschewiken an.

8.2.1922, Mittwoch

Nach den Wahlen vom 29. Januar bildet Ministerpräsident Antonio Maria da Silva in Lissabon eine neue demokratische Regierung für Portugal.Der neugewählte Sowjet in Russland nimmt die Einladung zur internationalen Wirtschafts- und Finanzkonferenz in Genua an.

9.2.1922, Donnerstag

Aufgrund heftiger Angriffe der sozialistischen Abgeordneten veröffentlicht die französische Regierung Zahlen zum Wiederaufbau nordfranzösischer Gebiete, die im Weltkrieg zerstört wurden. Mit diesen Kosten begründet sie u.a. ihre Unnachgiebigkeit in der Frage der Reparationszahlungen gegenüber dem Deutschen Reich.

In Stockholm schließen Sowjetrussland und Schweden einen vorläufigen Wirtschaftsvertrag.

10.2.1922, Freitag

Persische Regierungstruppen erobern das Gebiet Täbris, das vorübergehend in den Händen demokratischer und kommunistischer Kräfte war.

Das Graphische Kabinett Neumann in Berlin eröffnet eine Ausstellung mit Werken des Malers und Zeichners Max Beckmann.

Die Regierung Nordirlands (Ulster) zieht 5000 Polizisten an der Grenze zum Freistaat Irland zusammen, um weitere Übergriffe südirischer Freiheitskämpfer zu verhindern.

11.2.1922, Samstag

Ein seit Beginn der Woche in der Tschechoslowakei andauernder Bergarbeiterstreik wird beendet. Zeitweise beteiligten sich bis zu 100 000 Beschäftigte der Gruben am Ausstand.

In Granada (Spanien) kommt es aufgrund der Unzufriedenheit unter der Bevölkerung wegen der schlechten Wirtschaftslage zum Generalstreik. Um die Ordnung aufrechterhalten zu können, wird Militär eingesetzt.

12.2.1922, Sonntag

Der britische Botschafter in Wien überreicht der österreichischen Regierung eine Note, worin Großbritannien einen Kredit von zwei Millionen Pfund Sterling (1,8 Mrd. Mark) zubilligt.

Im Petersdom in Rom findet die feierliche Zeremonie der Krönung von Papst Pius XI. statt.

Don Carlos” von Friedrich von Schiller hat in der bedeutenden Inszenierung von Leopold Jessner im Staatlichen Schauspielhaus Berlin Premiere.

Bei den nordischen Spielen in Stockholm besiegt im Eishockey-Endspiel die finnische Mannschaft die schwedische Auswahl 6:4.

13.2.1922, Montag

Der thüringische Landtag genehmigt eine Regierungsvorlage, wodurch die bis 31. März vorgesehene Auflösung der Einzelstaaten innerhalb Thüringens zunächst hinausgeschoben wird.

Der tschechische Ministerpräsident Eduard Bene reist nach Paris, um dort Gespräche über den Garantievertrag zwischen Großbritannien und Frankreich zu führen. Bene erhofft sich eine Berücksichtigung tschechischer Sicherheitsbedürfnisse gegenüber dem Deutschen Reich in diesem Vertrag.

In der Nacht zum Montag wird in ganz Sowjetrussland aus wirtschaftlichen Gründen die Sommerzeit eingeführt.

14.2.1922, Dienstag

In Warschau treten zwei Mitglieder der polnischen Regierung von ihren Ministerämtern zurück. Die Ursachen für eine damit beginnende Regierungskrise liegen im finanzpolitischen Bereich.

Im Hessischen Landestheater Darmstadt findet die deutsche Erstaufführung von “Spiel des Lebens” des norwegischen Schriftstellers Knut Hamsun statt. Die deutsche Übersetzung besorgte Christian Morgenstern.

Die in Stettin erscheinende “Ostseezeitung”, früher ein demokratisches Blatt, geht nun endgültig in ein Konsortium von Mitgliedern der Deutschen Volkspartei (DVP) über.

Zwischen Vertretern des Deutschen Reiches und Polens werden strittige Fragen zum oberschlesischen Gebiet besprochen.

15.2.1922, Mittwoch

Die von Reichskanzler Joseph Wirth (Zentrum) an das Parlament gestellte Vertrauensfrage beantworten die Abgeordneten des Reichstages mit 220 gegen 185 Stimmen positiv. Wirth war wegen seiner Haltung im Eisenbahnerstreik von den rechten und linken extremen Parteien attackiert worden.

Joseph Smeets ein Führer der rheinischen Separatisten, wurde von einem Kölner Gericht wegen Beleidigung eines Beamten zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. Da jedoch die Rheinlandkommission der alliierten Besatzungstruppen die Entscheidung des deutschen Richters nicht akzeptiert, wird diese Strafe hinfällig.

Bei Zusammenstößen zwischen britischen Truppen und Anhängern der irischen Sinn-Féin-Bewegung gibt es 35 Tote und etwa 100 Verwundete.

In den Berliner Kammerspielen findet die Uraufführung der Tragikomödie “Kanzlist Krehler” von Georg Kaiser statt.

Der Berliner Magistrat beschließt, die Arbeiten an der geplanten Nord-Süd-Strecke der S-Bahn aus finanziellen Gründen vorläufig einzustellen. Außerdem soll der Straßenbahnverkehr eingeschränkt werden.

Das berühmte “Castans Panoptikum” in Berlin muss geschlossen werden. Die Ausstellungsstücke kommen zur Versteigerung.

16.2.1922, Donnerstag

Das preußische Abgeordnetenhaus verabschiedet einen Gesetzentwurf über die Vereinigung des bisher selbständigen Landes Pyrmont mit Preußen.

Die Abgeordneten des deutschen Reichstages in Berlin diskutieren aufgrund einer Anfrage der Bayerischen Volkspartei (BVP) den Fall der Entführung eines deutschen Kindes in Frankreich während des Weltkrieges. Die Fraktion der BVP versucht, eine private familiäre Auseinandersetzung zu einem Politikum hochzustilisieren. Das achtjährige Kind war während des Krieges in eine französische Familie gekommen, die für eine Rückgabe an die deutschen Eltern 100 000 Mark verlangt.

In der litauischen Stadt Kowno (Kaunas) wird eine neue Universität eröffnet. Zu ihr gehören fünf Fakultäten (Theologie, soziale Wissenschaften, Mathematik und Naturwissenschaften sowie Medizin und technische Wissenschaften).

Seit dem heutigen Tag gelten in Frankfurt am Main neue Brotpreise. Ein 1500 g schweres Kommunalbrot kostet nun 11 Mark, ein Brötchen 50 Pfennig.

Das allrussische Vollzugskomitee ordnet die Abgabe der Kirchenschätze an das Hilfswerk für Hungernde an. Diese Maßnahme stößt auf Widerspruch bei der Geistlichkeit und auch bei der Bevölkerung.

Das französische Parlament wendet sich gegen eine Erleichterung der Reparationsbedingungen für das Deutsche Reich, da diese zu Lasten Frankreichs ginge.

Der Landtag von Polen genehmigt den Gesetzentwurf über den Zehnstundentag im Handelsgewerbe mit 148 gegen 69 Stimmen.

17.2.1922, Freitag

Auf der Sitzung des preußischen Landtages verteidigt Preußens Innenminister Carl Severing (MSPD) das Streikverbot für die Schutzpolizei.

Die in Hannover tagenden Delegierten der deutschen Wirtschaft fordern in einer Resolution entscheidende Verbesserungen im Eisenbahngüterverkehr.

Das Kriegsamt in Washington gibt bekannt, dass die US-amerikanischen Besatzungstruppen im Deutschen Reich um 203 Offiziere und 3000 Mann verringert werden sollen. Im Rheinland verblieben dann noch 169 Offiziere und 2217 Mann der US-Armee.

Das britische Unterhaus genehmigt den im Vorjahr geschlossenen Vertrag mit dem irischen Freistaat.

Aufgrund der knappen Lebensmittelvorräte beschließen die Regierungsbehörden in Moskau den Einzug der Lebensmittelrationen von 80 000 im Staatsdienst angestellten Arbeitern.

Im Schauspielhaus Dresden findet die Uraufführung des Dramas “Indipohdi” (Das Opfer) von Gerhart Hauptmann statt. Der Autor hat selbst die Regie seines Stücks übernommen.

18.2.1922, Samstag

Auf einer Massenkundgebung des Reichslandbundes in Hannover fordern etwa 12 000 Landwirte des Deutschen Reiches eine freie Wirtschaft.

19.2.1922, Sonntag

Die schweizerischen Zeitungen veröffentlichen die neuesten Arbeitslosenzahlen. Z. Zt. gibt es 145 761 Arbeitslose, von denen 95 580 ohne jede Arbeitsmöglichkeit leben müssen. Davon erhalten 27 000 keinerlei Unterstützung.

Bei den Weltmeisterschaften im Eisschnelllauf, die am 18./19. Februar in der norwegischen Stadt Kristiania (Oslo) stattfinden, holt sich der Norweger Harald Ström mit seinen Einzelsiegen über 5000 und 10 000 m den Titel. Zweiter wird der 500-m-Sieger Rould Larsen (Norwegen), dritter der Finne Clas Thunberg, der Schnellste über 1500 m.

Als Kleines Haus des Hessischen Landestheaters wird das Darmstädter Interims-Theater mit der Aufführung von Wolfgang Amadeus Mozarts Oper “Cosi fan tutte” eröffnet.

20.2.1922, Montag

Reichsverkehrsminister Wilhelm Groener (parteilos) droht in einem Artikel des Reichsverkehrsblattes mit schärferen Maßnahmen bei einer etwaigen Wiederholung des Eisenbahnerstreiks vom Anfang des Monats.

Der Landtag der von Polen besetzten litauischen Stadt Wilna (Vilnius) stimmt für den Anschluss an Polen.

Die Abgeordneten des preußischen Landtages beraten über das Weiterbestehen von Konfessionsschulen im Land Preußen. Das Ministerium erklärt, dass man schon aus finanziellen Gründen auf diese Einrichtungen nicht verzichten könne.

Als dritte Vorstellung im Rahmen des vom Publikum mit Interesse aufgenommenen “Zyklus moderner Dramen” bringt das Schauspielhaus in Frankfurt am Main “Tamar” von Friedrich Wolf als Uraufführung auf die Bühne.

Auf einer gemeinsamen Tagung in Charlottenburg kommt es zum Zusammenschluss des Deutschen Luftfahrerverbandes und des Vereinigten Deutschen Flugverbands zum Deutschen Luftfahrtverband.

21.2.1922, Dienstag

Das US-amerikanische Militärluftschiff “Roma” explodiert bei Norfolk während des Fluges. 40 US-Amerikaner kommen dabei ums Leben.

Die Liga zum Schutze der deutschen Kultur eröffnet in der Berliner Wilhelmstraße eine Ausstellung über Auswirkungen des Versailler Friedensvertrages im Deutschen Reich.

Einer dem deutschen Reichstag vorgelegten Übersicht zufolge betragen die Kosten für die Ausführungen des Friedensvertrages von Versailles im laufenden Jahr für das Deutsche Reich 187,5 Milliarden Mark gegenüber 112,5 Milliarden Mark im vorausgegangenen Jahr.

Die neugewählte Landesregierung von Braunschweig besteht aus fünf Ministern, von denen zwei der Sozialdemokratischen Partei (MSPD) und drei der Unabhängigen Sozialdemokratischen Partei (USPD) angehören.

22.2.1922, Mittwoch

Der Hamburger Senat veröffentlicht eine Denkschrift, worin vorgeschlagen wird, Groß-Hamburg aus den Städten Hamburg, Altona, Wandsbek, Wilhelmsburg, Harburg sowie den Elbgemeinden zu bilden.

Anlässlich des zweiten Parteitages der Kommunistischen Partei in Kanada gründet sich in Toronto die Arbeiterpartei Kanadas.

23.2.1922, Donnerstag

Vor dem britischen Unterhaus in London nimmt die britische Regierung Stellung zu dem Vorwurf, dass in den besetzten rheinischen Gebieten Kolonialtruppen mit farbigen Soldaten eingesetzt werden. Sie betont, dass nur die französischen Truppen farbige Soldaten eingesetzt hätten.

In Berlin wird der von Regisseur Dimitri Buchowetzki nach dem gleichnamigen Shakespeare-Stück gedrehte Spielfilm “Othello” uraufgeführt. Die Hauptrolle spielt Emil Jannings, Ica von Lenkeffy verkörpert die Desdemona.

Zur einheitlichen Regelung des Automobilsports im Deutschen Reich wird eine Arbeitsgemeinschaft gegründet, in der die Automobilklubs vertreten sind.

24.2.1922, Freitag

Auf einer von der Kommunistischen Partei veranstalteten Kundgebung in Berlin protestieren Tausende von Teilnehmern gegen die Auslieferung der Attentäter des spanischen Ministerpräsidenten Eduardo Dato Iradier an Spanien durch die deutsche Justiz. Der konservative Politiker wurde im März 1921 Opfer eines von linken anarchistischen Gruppen verübten Attentats.

Den Einsatz einer Untersuchungskommission fordern die Abgeordneten des französischen Parlaments in der Finanzaffäre um die Banque Industrielle de Chine. Die französische Regierung soll in den Skandal verwickelt sein.

25.2.1922, Samstag

Polen geht mit der Kleinen Entente eine vertragliche Bindung ein. Die Kleine Entente ist ein 1920/21 entstandenes Bündnissystem zwischen der Tschechoslowakei, dem Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen (Jugoslawien) und Rumänien.

Der wegen zehnfachen Frauenmordes zum Tode verurteilte Henri Landru wird in Paris hingerichtet.

In Rom gelingt Ministerpräsident Luigi Facta die Bildung eines neuen italienischen Kabinetts.

In Boulogne treffen der britische Premierminister David Lloyd George und sein französischer Amtskollege Raymond Poincaré zu einer drei Stunden dauernden Unterredung zusammen. Thema ihres Gesprächs ist vor allem die geplante Wirtschaftskonferenz in Genua.

26.2.1922, Sonntag

Im Berliner Neuen Volkstheater wird das Schauspiel “Die Fälscher” von Max Brod uraufgeführt.

Beim Spiel der süddeutschen Fußballmeister gegen die Niederösterreicher gewinnen in Nürnberg die Gastgeber 2:0.

Im Fußballspiel der Städtevertretungen von München und Berlin siegt die Elf aus der Reichshauptstadt in Berlin 2:1.

27.2.1922, Montag

Das internationale Arbeitsamt veröffentlicht eine statistische Übersicht über die Zahl der durch den Weltkrieg Verstümmelten und fordert von den Regierungen der europäischen Länder mehr Unterstützung für die Geschädigten.

In Anwesenheit des Reichspräsidenten wird auf einer Festveranstaltung in Frankfurt am Main eine Goethe-Woche eröffnet.

Durch Veröffentlichungen in der schweizerischen Presse wird bekannt, dass zwei Menschen in der Wetterwarte auf dem 2504 m hohen Berg Säntis Opfer eines Verbrechens wurden.

28.2.1922, Dienstag

In einer Rede vor dem Unterhaus in London erklärt Premierminister David Lloyd George den Verzicht Großbritanniens auf das Protektorat über Ägypten. Ägypten wird zum Unabhängigen Königreich erklärt.

Bei der Beratung im französischen Parlament über den Gesetzentwurf zur Dienstpflicht erklärt der Heeresausschuss, man müsse auf jeden Fall eine 18monatige Wehrdienstzeit erreichen, da der deutsche Nachbar noch immer gefährlich sei.

In London heiratet Prinzessin Mary den Viscount Henry Lascelles, den ältesten Sohn des fünften Earl of Harewood.