Was geschah im Februar 1925

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Wetterstationen Februar 1925

1.2.1925, Sonntag

Der kommunistische Rotfrontkämpferbund (RFB) kommt in Berlin zur ersten Reichskonferenz zusammen. Sein Ziel ist die Sammlung aller “proletarischen Kräfte gegen Militarismus und Faschismus”. Zum Vorsitzenden wird Ernst Thälmann gewählt.

In London stimmt das Parlament einer Kabinettsvorlage zu, worin den Betrieben der “Schlüsselindustrien” die Gewährung von Schutzzöllen in Aussicht gestellt wird.

Die sowjetische Regierung in Moskau erlässt eine neue Wahlordnung, die vor allem bei den Kommunalwahlen eine größere Beteiligung aller wahlberechtigten Bürger sichern soll.

Zum ersten Mal erscheint die amtliche Zeitschrift der Deutschen Reichsbahn-Gesellschaft, “Die Reichsbahn”.

In Davos (Schweiz) erkämpft sich zum vierten Mal Herma Jaross-Szábo für Österreich den Weltmeistertitel im Eiskunstlauf der Damen, der Eisschnelllaufwettkampf endet ebenfalls mit einem österreichischen Sieg.

2.2.1925, Montag

Der Völkerbund teilt der Regierung in Warschau offiziell mit, dass Polen zur Aufstellung von Briefkästen in Danzig nicht berechtigt ist.

In Schreiberhau im Riesengebirge veranstaltet der Deutsche Arbeiter Turn- und Sportbund (ATSB) im Auftrag der Luzerner Sport-Internationale (LSI) “Wintersportliche Wettkämpfe des 1. Internationalen Arbeiter-Olympia”, bei dem es fünf Männer- und auch eine Frauenkonkurrenz gibt. Es handelt sich um nordische Skiwettkämpfe über 6 km (Langlauf der Frauen), 15 und 30 km (Langlauf der Männer), im Schnee-Waldlauf, im Skispringen und in der Nordischen Kombination.

3.2.1925, Dienstag

Die Regierung in Paris beschließt die Auflösung der französischen Botschaft im Vatikan.

Auf der Tagung des internationalen Bergarbeiter-Komitees in Hannover wenden sich die Teilnehmer gegen den verschärften internationalen Konkurrenzkampf in der Kohleindustrie.

4.2.1925, Mittwoch

In Berlin konferieren die Finanzminister der Länder mit dem Reichsfinanzminister Otto von Schlieben (DNVP) über den Finanzausgleich.

In Saarbrücken eröffnet der Landrat eine Generaldebatte, worin die wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Abhängigkeiten des Saarlandes von Frankreich kritisiert werden.

Der auswärtige Ausschuss des Repräsentantenhauses in Washington stimmt für einen Antrag zugunsten einer Abrüstungskonferenz durch die US-Regierung und für den Beitritt der USA zum Weltgericht in Den Haag.

Der italienische Senat in Rom verkündet, dass Südtirol in wenigen Jahren italienisiert sein werde.

Zwischen dem Theaterregisseur Max Reinhardt und der Wiener Hochschule für Musik kommt es zu einem Vertragsabschluss über eine Lehrtätigkeit Reinhardts in Österreichs Hauptstadt.

Anlässlich des 70. Geburtstages Ernst von Wolzogens ediert der Westermann-Verlag dessen Roman “Der Erzhetzer”.

Beim Fischer-Verlag in Berlin erscheint Gerhart Hauptmanns Roman “Die Insel der großen Mutter” in der 50. Auflage.

5.2.1925, Donnerstag

Der neue Senat Bremens wählt die Senatoren Martin Donandt und Theodor Spitta in die Bürgermeisterämter.

In Brüssel beschließt die liberale Fraktion das Ende der Regierungskoalition. Grund ist die Parlamentsvorlage zum Frauenwahlrecht, wogegen sich die Liberalen wenden.

In der Freien Stadt Danzig wird die dritte Internationale Messe (bis 8. 2.) eröffnet.

Die Regierung in Reval bestätigt ein Gesetz, dass den Deutschen in Estland kulturelle Autonomie gewährt.

In Amsterdam öffnet eine Internationale Automobilausstellung ihre Tore. Sie dauert bis zum 10. Februar.

6.2.1925, Freitag

Vor den Wahlen in Jugoslawien kommt es in Südslawien wiederholt zu blutigen Auseinandersetzungen zwischen den Parteianhängern. Zahlreiche Kandidaten der Bauernpartei wurden auf Anordnung der Regierung verhaftet, um deren Wahlkampf zu verhindern.

Die Tagespresse veröffentlicht beunruhigende Meldungen über stark ansteigende Getreidepreise auf dem internationalen Markt.

7.2.1925, Samstag

In der Sowjetunion gründet sich unter der Führung von Jemeljan Jaroslawski der Bund militanter Atheisten, der zum Zweck antireligiöser Propaganda die Zeitung “Besboschnik” (“Der Gottlose”) herausgibt.

Die Goodyear Zeppelin-Gesellschaft in Akron (USA) hat das erste von sechs Luftschiffen für die US-amerikanische Armee fertiggestellt. Das Lenkluftschiff ist 62,5 Meter lang, fasst 66 Kubikmeter Helium und verfügt über einen Durchmesser von 48 Metern.

In Moskau startet eine in Deutschland entwickelte und gebaute Diesel-Lokomotive zu einer Probefahrt. Die neue Technik des Elektro-Dieselmotors ist besonders für die weiten Entfernungen in Sibirien geeignet, da auf diesen Strecken dort nicht genügend Kohle und Wasser vorhanden sind.

8.2.1925, Sonntag

Der ehemalige Reichskanzler Gustav Bauer (SPD) legt infolge schwerer Belastungen im Barmat-Skandal sein Reichstagsmandat nieder.

Auf dem Berliner Messegelände werden die Fachmesse der deutschen Bekleidungsindustrie und die zweite Messe der Schuh- und Lederwirtschaft eröffnet.

In Karlsruhe geht die am 31. Januar begonnene deutsche Luftfahrtausstellung zu Ende.

Das statistische Amt gibt bekannt, dass zur Zeit im gesamten Deutschen Reich 200 000 Personenkraftwagen sowie 100 000 Motorräder zugelassen sind.

Bei den Europameisterschaften im Eisschnelllauf in St. Moritz (Schweiz) erkämpft sich Roald Larsen (Norwegen) über 500 m den Sieg. Dreifacher Europameister wird Polaczek (Österreich) über 1500 m, 5000 m und 10 000 m.

Neuer Deutscher Eishockeymeister wird auf dem Rießersee bei Garmisch wiederum der Berliner Schlittschuhklub. Die Berliner gewannen alle Spiele.

9.2.1925, Montag

Die Regierung des Deutschen Reiches übermittelt den Alliierten das Angebot eines Sicherheitspaktes.

In Köln begrüßt Oberbürgermeister Konrad Adenauer (Zentrum) den neuen Reichskanzler Hans Luther (parteilos), der Stadt einen Besuch abstattet.

Zu regelrechten Tumulten kommt es an der Chicagoer Weizenbörse wegen der plötzlich fallenden Getreidepreise auf dem Weltmarkt.

10.2.1925, Dienstag

Vom preußischen Landtag in Berlin wird Wilhelm Marx (Zentrum), der vorherige Reichskanzler, zum neuen preußischen Ministerpräsidenten gewählt.

Aus Protest gegen die Vorgänge im Zusammenhang mit dem Barmat-Skandal tritt der frühere Staatssekretär August Müller aus der Sozialdemokratischen Partei (SPD) aus.

In den tschechoslowakischen Städten Brünn und Prag finden Demonstrationen gegen Lebensmittel-Preiserhöhungen statt, gegen die Polizeitruppen mit brutaler Gewalt vorgehen.

Ein Übungsplan für die Vorbereitung der Olympischen Spiele 1928 verabschiedet die Sportbehörde für Leichtathletik in der Stadt Hannover.

11.2.1925, Mittwoch

Der neue Reichskanzler Hans Luther (parteilos) beginnt in München seine Antrittsbesuche durch die drei süddeutschen Staaten Bayern, Württemberg und Baden.

Mit 213 gegen 39 Stimmen nimmt das US-amerikanische Repräsentantenhaus in Washington ein Gesetz an, das die Ausweisung von Ausländern vorsieht, die sich bestimmter Verbrechen, z. B. Verletzung des Prohibitionsgesetzes, schuldig gemacht haben.

Die griechische Regierung appelliert an den Völkerbund in Genf, in den griechisch-türkischen Konflikt einzugreifen. Er wurde durch die Ausweisung des ökumenischen Patriarchen und Erzbischofs von Konstantinopel durch die türkische Regierung ausgelöst.

Bei einem Grubenunglück auf der Zeche Minister Stein in Dortmund sterben 136 Bergleute.

Die “Frankfurter Zeitung” berichtet von bedeutenden Ausgrabungen aus der Römerzeit in der Stadt Trier.

In Paris stirbt der bekannte französische Dichter und Chansonnier Aristide Bruant.

12.2.1925, Donnerstag

Infolge der Auflösung der französischen Botschaft im Vatikan kommt es in Marseille zu blutigen Zusammenstößen zwischen klerikalen und antiklerikalen Kräften.

Der Film “Schicksal” mit Conrad Veidt und Eduard von Winterstein wird in Berlin uraufgeführt.

13.2.1925, Freitag

Erich Ludendorff gibt die Führung der Nationalsozialistischen Freiheitspartei ab, bald darauf löst sich diese Partei auf. Ihre Mitglieder treten zumeist in die NSDAP ein.

Ludwig Berger inszeniert am Berliner Schauspielhaus das Drama von Heinrich von Kleist “Der Prinz von Homburg”. In den Hauptrollen spielen Werner Krauss, Arthur Kraussneck und Paul Hartmann.

Neue deutsche Meister im Eiskunstlauf werden auf dem Titisee bei den Damen Ellen Brockhöfft, bei den Herren Werner Rittberger (beide aus Berlin).

14.2.1925, Samstag

Der von der Reichsregierung ausgearbeitete Entwurf des Aufwertungsgesetzes ist fertiggestellt und kann dem Reichstag vorgelegt werden.

Im mittelasiatischen Gebiet der Sowjetunion wird eine neue autonome Sowjetrepublik, die Tadschikische ASSR, gegründet.

In Dübendorf (Schweiz) führt das eidgenössische Luftamt die ersten vier Flüge des Junkers-Großverkehrsflugzeuges durch. Es besteht ganz aus Metall und bietet zehn Passagieren Platz.

15.2.1925, Sonntag

Die Gemeinde- und Kreistagswahlen in Braunschweig gehen zugunsten der bürgerlichen Parteien zu Ende.

Mit einer Rede über die Fragen der östlichen Grenzen eröffnet Reichskanzler Hans Luther (parteilos) die deutsche Ostmesse in Königsberg.

Die Polizei konfisziert die Gedichte “Vorwärts du Rote Front!” von Johannes R. Becher.

Bei den am Vortag begonnenen Weltmeisterschaften im Eiskunstlauf für Herren und Paare gewinnen in Wien Willi Böckel sowie Herma Jaross-Szábol/Ludwig Wrede die Titel für Österreich.

Der schwedische Meisterschwimmer Arne Borg verbessert in den USA den 1923 von Johnny Weißmuller mit 5:50,4 min aufgestellten Weltrekord über 500 Yards um 1,4 sec.

16.2.1925, Montag

Bei den Präsidentenwahlen in Finnland erhält Lauri Christian Relander (Bauernpartei) 172 Stimmen der 300 Wahlmänner.

Das Werk Telefunken stellt einen kleinen Röhrensender für eine drahtlose Telegrafie und Telefonübertragung vor, der speziell für den Einsatz bei der Feuerwehr entwickelt wurde.

In der Türkei wird offiziell die Aufhebung des Naturalzehnts bekanntgegeben. Diese Maßnahme ist Bestandteil des sog. Europäisierungsprogramms.

Aufgrund der Ermordung eines kommunistischen Abgeordneten kommt es in Sofia zu Unruhen, in dessen Folge über zwölf bulgarische Bezirke der Ausnahmezustand verhängt wird.

Die Opfer der Bergwerkskatastrophe auf der Zeche Minister Stein in Dortmund werden auf dem Zentralfriedhof beigesetzt.

18.2.1925, Mittwoch

In Budapest beendet die Nationalversammlung ihre am 12. Februar begonnene Zusammenkunft zum Thema der Bodenreform. Es wird festgestellt, dass eine solche Reform etwa 300 Millionen Goldkronen kosten werde. Die Finanzierung soll mit Hilfe ausländischen Kapitals erfolgen.

Die polnische Regierung genehmigt das am 10. Februar in Rom abgeschlossene Konkordat zwischen Polen und der katholischen Kirche. Folge des Vertrages ist u.a. die Neuordnung der Bischofsbezirke, die sich nun mit den Landesgrenzen decken.

Am Schauspielhaus in Hamburg wird das Stück “Ein Spiel von Tod und Liebe” von Romain Rolland uraufgeführt.

19.2.1925, Donnerstag

Während einer Rede des Ministerpräsidenten Edouard Herriot, die gegen einen Hirtenbrief der katholischen Kirche gerichtet ist, kommt es zu handgreiflichen Auseinandersetzungen im französischen Parlament.

In Genf geht die internationale Opiumkonferenz zu Ende. Man einigte sich über eine verschärfte Überwachung des Opiumhandels.

Die Münchener Akademie der Bildenden Künste ernennt den Maler Lovis Corinth zum Ehrenmitglied.

Das Konkursamt in Locarno (Schweiz) hat die beiden Inseln von Brissago zur Auktion freigegeben. Die 21,4 km² und 5 km² großen Eiländer gehörten der Baronin Antoinette St. Leger und werden für 109 600 Schweizer Franken angeboten.

Bei den Kreismeisterschaften im Gewichtheben in Zirndorf (Mittelfranken) gelingt dem Würzburger Franz Zinner im Beidarmgreifen ein neuer Weltrekord. Der 149 Pfund schwere Zinner kann 206 Pfund frei zur Hochstrecke reißen und sie auch noch über die Zeit hinaus halten.

20.2.1925, Freitag

Das britische Unterhaus in London lehnt einen Antrag der Liberalen auf die Herabsetzung des Wahlalters für Frauen von 30 auf 21 Jahre ab. Begründet wird die Entscheidung mit dem allgemeinen Unwillen über damit notwendig werdende Neuwahlen.

Das französische Parlament in Paris verabschiedet das Wiederaufbauprogramm für 1925 für die im Ersten Weltkrieg zerstörten Gebiete.

Am Gedenktag für Andreas Hofer, der vor 115 Jahren erschossen wurde, lässt die italienische Regierung in Südtirol Erinnerungstafeln entfernen.

In Estland tritt ein Gesetz in Kraft, das künftig alle kommunistischen Organisationen verbietet.

Der erste elektrische Zug von Garmisch-Partenkirchen fährt am Starnberger Bahnhof in München ein.

Die US-amerikanische Post hat mit dem Zeppelin “Los Angeles” einen regelmäßigen Postdienst zwischen New York und den Bermuda-Inseln eingerichtet. Jeden Freitag können hier 50 kg Postgut transportiert werden.

21.2.1925, Samstag

In Marburg trifft sich die Arbeitsgemeinschaft demokratischer Frauen in Hessen-Nassau zu einem zweitägigen Kongress. Das Hauptreferat hält Martha Dönhoff über “Die Mitarbeit der Frau in der demokratischen Partei”.

Eine Übertragung von Darbietungen der Münchener Oper in das etwa 100 km entfernte Landshut ist tadellos gelungen. Wenn sich 50 Teilnehmer melden, soll eine regelmäßige Opernübertragung eingeführt werden, außerdem erwägt man die Einrichtung einer Hörstube für die Allgemeinheit.

Neueste Messungen am Glockenturm des Turms von Pisa beweisen eine verstärkte Neigung des Bauwerks.

Vor der Küste der britischen Stadt Dover werden umfangreiche Ölverschmutzungen des Wassers festgestellt.

22.2.1925, Sonntag

Vor dem Magdeburger Dom versammeln sich etwa 100 000 Menschen zu einer Kundgebung anlässlich der am Vortag begonnenen Tagung des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold. Die Teilnehmer bekunden ihre Loyalität gegenüber der Republik.

Bei den Gemeinde- und Kreiswahlen in Thüringen erhalten die bürgerlichen Parteien die Mehrheit.

In Warschau schließen Frankreich und Polen ein Abkommen über Bedingungen für ständig in Frankreich lebende polnische Arbeiter.

Das Endspiel um den deutschen Bundespokal (früher Kronprinzenpokal) der Fußball-Landesverbände auf dem Viktoria-Platz in Hamburg gewinnt Norddeutschland gegen Süddeutschland 2:1.

23.2.1925, Montag

Die türkische Nationalversammlung lehnt eine Vermittlung des Völkerbundes in der griechisch-türkischen Auseinandersetzung um die Ausweisung des ökumenischen Patriarchen Konstantin VI. ab.

Mehrere deutsche Frauenberufsverbände schließen sich in Berlin zu einer Arbeitsgemeinschaft zusammen, die sich die Vertretung gemeinsamer Interessen zum Ziel gesetzt hat.

24.2.1925, Dienstag

Die slowakischen Bischöfe veröffentlichen einen Hirtenbrief, der die Zugehörigkeit zu einer sozialistischen Partei mit kirchlichen Strafen bedroht. Anlass hierfür ist die Forderung einer Trennung von Kirche und Staat durch die sozialdemokratische Partei im Parlament.

Im Unterhaus in London kommt es zu heftigen Debatten über das sogenannte Sicherheitsangebot der deutschen Regierung vom 9. Februar. Der Haltung der britischen Regierung in dieser Frage messen die übrigen europäischen Länder große Bedeutung zu.

Der Exkaiser von China, Hsüan t’ung (Pu Yi; 1909- 1911), verlässt die japanische Botschaft in Peking, wo er in letzter Zeit Zuflucht gefunden hatte. Mit seiner Familie siedelt er in die japanische Siedlung nach Tientsin über.

25.2.1925, Mittwoch

Gegen aufständische Kurden, deren Zahl mit 17 000- 20 000 angegeben wird, setzt die türkische Regierung Bombengeschwader ein. Sie sollen u.a. die Residenz des Führers Scheich Said in dem Dorf Hasim zerstören.

Die Komödie “Der Nobelpreis” des schwedischen Autors Hjalmar Bergman gelangt am Dramatischen Theater in Stockholm und am Lorensbergtheater in Göteborg zur Uraufführung.

26.2.1925, Donnerstag

Der “Völkische Beobachter” erscheint erstmals wieder nach dem Verbot von 1924.

Der bekannte Pariser Tanzmeister und Erfinder des Gesellschaftstangos, Professor Robert, stellt der Öffentlichkeit seine neueste Tanzschöpfung, den “Raquette”, vor.

27.2.1925, Freitag

In München gründet Adolf Hitler die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP) nach dem Verbot im vergangenen Jahr neu. Der dem Verbot zugrundeliegende Ausnahmezustand in Bayern war am 14. Februar dieses Jahres aufgehoben worden.

Auf einer Massenversammlung in Breslau nimmt Reichstagspräsident Paul Löbe (SPD) zum Barmat-Skandal Stellung und beschuldigt die Schwerindustrie, jene Vorkommnisse als Ablenkungsmanöver von der Ruhrentschädigung hochzuspielen.

Große Aufmerksamkeit erfährt die Inszenierung des Stückes “Coriolan” von William Shakespeare durch Erich Engel im Lessing-Theater in Berlin.

28.2.1925, Samstag

In Berlin stirbt Reichspräsident Friedrich Ebert (SPD) im Alter von 54 Jahren an einer verschleppten Blinddarmentzündung. Ebert war der erste Präsident der Weimarer Republik.

Die seit Oktober 1924 laufenden Verhandlungen über einen Handelsvertrag zwischen Frankreich und dem Deutschen Reich werden in Paris mit einer vorläufigen Übereinstimmung vorerst beendet.