Was geschah im Februar 1931

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Wetterstationen Februar 1931

1.2.1931, Sonntag

In Oberhof (Thüringen) wird das deutsche Team Hans Kilian/Sebastian Huber Weltmeister im Zweierbob.

Hein Müller (Köln) wird in Dortmund durch einen Punktsieg nach zwölf Runden über Hans Schönrath Deutscher Meister im Schwergewichtsboxen.

2.2.1931, Montag

Die im Berliner Zirkus Busch versammelte zehnte Tagung des Reichslandbundes fordert den Rücktritt der Reichsregierung für den Fall, dass diese nicht sofort die Forderungen der “Grünen Front” nach Wirtschaftshilfe erfülle.

Der Wiener Ingenieur Friedrich Schmiedel feuert als erster in der Welt eine Postrakete ab und befördert 102 Poststücke von Schöckl bei Graz nach Radegund.

Der ausenpolitische Ausschuss des Deutschen Reichstages lehnt den Antrag der NSDAP-Fraktion, das Deutsche Reich solle aus dem Völkerbund austreten, ab.

3.2.1931, Dienstag

Im Gebiet von Napier (Neuseeland) fordern ein über zweistündiges schweres Erdbeben und taifunartige Stürme mehrere hundert Tote.

Vor Schulmädchen in Smyrna (Izmir) erklärt der türkische Staatspräsident Mustafa Kemal Pascha, es gebe keinen Grund, weshalb Frauen nicht Soldat werden sollten.

4.2.1931, Mittwoch

Der Stahlhelm, Bund der Frontsoldaten, reicht beim preußischen Innenministerium einen Antrag für ein Volksbegehren zur vorzeitigen Auflösung des preußischen Landtags ein.

Wegen der Rechtfertigung von Gewalttaten im Berliner NSDAP-Organ “Der Angriff” verbietet der Berliner Polizeipräsident bis zum 16. Februar das Erscheinen dieser Tageszeitung.

In Moskau endet die seit dem 30. Januar tagende I. Allunionskonferenz der Wirtschaftsleiter. KPdSU-Generalsekretär Josef W. Stalin fordert die beschleunigte Erfüllung des Fünfjahresplans.

5.2.1931, Donnerstag

Die Vereinigten Stahlwerke in Essen zahlen für das Geschäftsjahr 1929/30 trotz eines um 33% zurückgegangenen Reingewinns von 35,65 Millionen Reichsmark eine Dividende von 4%.

In Daytona Beach (USA) stellt der britische Automobilrennfahrer Malcolm Campbell mit 395,489 km/h einen absoluten Geschwindigkeitsrekord für Automobile auf.

Der “Alchimist” Franz Tausend wird in München wegen Betrugs zu drei Jahren und acht Monaten Gefängnis verurteilt.

Der am 30. Januar wegen Steuerschulden in Berlin verhaftete Theaterleiter Erwin Piscator wird entlassen, nachdem er seine Vermögensverhältnisse offengelegt hat.

Die Abgeordnetenkammer des Großherzogtums Luxemburg stimmt der Errichtung eines 100 Kilowatt starken Rundfunksenders auf luxemburgischem Territorium und der Finanzierung durch ausländische Geldgeber zu.

Im Deutschen Reichstag bekräftigt der NSDAP-Abgeordnete Joseph Goebbels die scharfe Frontstellung seiner Partei gegen das Weimarer “System”.

6.2.1931, Freitag

Im Deutschen Reichstag attackiert der SPD-Abgeordnete Carlo Mierendorff scharf die NSDAP und vor allem Joseph Goebbels, der mit seiner Fraktion den Plenarsaal verläßt. Mierendorff spricht Goebbels das Recht ab, im Namen der Frontkämpfergeneration zu sprechen.

Im Staatlichen Schauspielhaus Berlin inszeniert Bertolt Brecht sein Stück “Mann ist Mann”. Das Bühnenbild schuf Caspar Neher.

In New York hat der Film “Lichter der Großstadt” (City Lights) von und mit Charlie Chaplin Premiere.

7.2.1931, Samstag

Der Deutsche Reichstag lehnt mit 293 gegen 221 Stimmen bei 13 Enthaltungen Misstrauensanträge von NSDAP und KPD gegen die von Heinrich Brüning geführte Reichsregierung ab.

Die “Vossische Zeitung” beginnt mit dem Abdruck der Lebenserinnerungen des 81-Jährigen Berliner Bankiers Carl Fürstenberg.

8.2.1931, Sonntag

In Krynica (Polen) endet die am 1. Februar eröffnete Eishockey-Weltmeisterschaft mit dem erneuten Sieg Kanadas. Europameister wird die Vertretung aus Österreich.

In Mürzzuschlag (Österreich) endet die am 5. Februar begonnene 2. Arbeiter-Winterolympiade mit mehr als 1000 Teilnehmern aus sieben Ländern.

In Gelsenkirchen veranstalten vier Bergarbeiterverbände des Ruhrgebiets eine Kundgebung gegen die Notlage der Reichsknappschaft, die aufgrund der geringer werdenden Zahl der aktiven Bergleute wachsende Defizite verzeichnet.

Spaniens König Alfons XIII. setzt für den 1. und 15. März Wahlen zur Cortes und zum Senat an.

Bei einer Volksabstimmung in der Schweiz wird mit 293 845 gegen 124 804 Stimmen das Verbot der Annahme ausländischer Orden, Pensionen und Titel in die Bundesverfassung aufgenommen.

9.2.1931, Montag

Der Deutsche Reichstag billigt nach dem Auszug der radikalen Parteien eine Reform der Geschäftsordnung des Parlaments.

Anstelle von Marschall Philippe Pétain, der seit 1920 für die Landesverteidigung verantwortlich war, wird General Maxime Weygand zum Vizepräsidenten des Obersten Kriegsrates und Generalinspekteur der Armee ernannt. Seine Nachfolge als Generalstabschef übernimmt General Maurice Gamelin.

In Spanien wird die Pressefreiheit wieder eingeführt.

Mit der Unterzeichnung eines dreijährigen Friedensabkommens durch Grubenbesitzer und Gewerkschaften wird der im Januar begonnene Arbeitskampf im Bergbau von Südwales beendet.

Der Frachter “Vogtland” der Hamburger Reederei Vogemann wechselt aus finanziellen Gründen die Reichsflagge gegen die Fahne von Panama.

10.2.1931, Dienstag

Im Deutschen Reichstag erklären 151 Abgeordnete der NSDAP, der DNVP und des Christlichen Landvolks ihr Fernbleiben von der weiteren Gesetzgebungsarbeit. Die NSDAP will zurückkehren, wenn es eine “besonders tückische Maßnahme der volksfeindlichen” Reichstagsmehrheit zu vereiteln gelte.

Vor dem Reichstag begrüßt Reichsaußenminister Julius Curtius (DVP), dass sich der Völkerbundrat auf seiner Januarsession zur Einberufung einer Abrüstungskonferenz für den 2. Februar 1932 entschieden hat.

Der IV. Strafsenat des Reichsgerichtes in Leipzig bezweifelt in einem Urteil, dass die NSDAP wirklich zu dem von ihr öffentlich proklamierten sog. Legalitätskurs stehe.

Die katholischen Bischöfe Bayerns warnen in einer Erklärung vor politischem Radikalismus, vor allem vor dem Nationalsozialismus.

Als neue Hauptstadt Britisch-Indiens wird Neu-Delhi eingeweiht.

11.2.1931, Mittwoch

Das britische Unterhaus lehnt einen Misstrauensantrag der Konservativen gegen die Labour-Regierung von Premierminister James Ramsey MacDonald mit 310 gegen 235 Stimmen ab. Finanzminister Philip Snowden bezeichnet im Parlament die finanzielle Situation Großbritanniens als “besorgniserregend”.

In Oberhof (Thüringen) wird der von dem Reichswehr-Hauptmann Werner Zahn gesteuerte deutsche Viererbob Weltmeister.

12.2.1931, Donnerstag

Im NSDAP-Zentralorgan “Völkischer Beobachter” begründet der ehemalige Reichstagsvizepräsident Franz Stöhr (NSDAP) den Auszug seiner Fraktion aus dem Reichstag am 10. Februar mit der Notverordnungspolitik der Reichsregierung, die einen “qualifizierten Verfassungsbruch” darstelle.

Mit einer Ansprache von Papst Pius XI. wird Radio Vaticano eröffnet.

In Reval wählt das Parlament Konstantin Päts (Landwirtepartei) wie schon 1923/24 zum Staatsältesten (Ministerpräsident und zugleich Staatsoberhaupt) von Estland.

In Paris fordert der Präsident der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) in Basel, Gates W. MacGarrah, die Umwandlung der kurzfristigen internationalen Kredite in mittel- und langfristige Anleihen, um eine Finanzkrise zu vermeiden.

13.2.1931, Freitag

Im Namen der liberalen Gruppierungen im spanischen Parlament fordert Alvaro Figueroa y Torres, Graf von Romanones, von der Regierung baldige Wahlen zu einer verfassunggebenden Nationalversammlung.

14.2.1931, Samstag

Spaniens Ministerpräsident General Dámaso Berenguer y Fusté erklärt seinen Rücktritt.

Die “Deutsche Tageszeitung” veröffentlicht eine Erklärung des Reichsverbandes der Deutschen Industrie zugunsten der Hilfe für die Landwirtschaft im Osten.

Im “Völkischen Beobachter” bezeichnet der ostpreußische NSDAP-Gauleiter Erich Koch das “heutige demokratisch-kapitalistische System” als von Natur aus “bauernfeindlich”.

Vor dem ungarischen Parlament betont Ministerpräsident István Graf Bethlen von Bethlen den Wunsch seiner Regierung nach Revision des Friedensvertrages von 1919, der Ungarn militärische Beschränkungen auferlegt.

In der “Vossischen Zeitung” nimmt der Komponist Kurt Weill zum Einsatz der Musik im Tonfilm Stellung.

15.2.1931, Sonntag

Das “Zentralblatt der christlichen Gewerkschaften Deutschlands” wendet sich gegen die Tätigkeit der NSDAP und weist darauf hin, dass die Partei zahlreiche “großindustrielle und agrarische Förderer” habe.

In der “Vossischen Zeitung” bezeichnet Heinrich Mann das Eintreten für die Geistesfreiheit und die beratende Mitarbeit bei Schulbüchern und neuen Gesetzen im Bereich von Literatur und Theater als Aufgabe der von ihm geführten Sektion für Dichtkunst in der Preußischen Akademie der Künste.

16.2.1931, Montag

In der Berliner Metallindustrie tritt ein Abkommen in Kraft, das zur Vermeidung weiterer Entlassungen die 40-Stunden-Woche einführt.

Die Kieler Howaldts-Werft AG setzt die Arbeitszeit von 48 auf 42 Stunden ohne Lohnausgleich herab, um zur Linderung der Arbeitslosigkeit die Zahl der Beschäftigten um 20% erhöhen zu können.

In Oberhof (Thüringen) enden die am 13. Februar begonnenen nordischen Ski-Europameisterschaften. Erfolgreichste Nation ist Norwegen.

17.2.1931, Dienstag

In einer großen Anfrage kritisiert die SPD-Fraktion im preußischen Landtag die milden Urteile für nationalsozialistische Gewalttäter. Demgegenüber würden Gewalttäter der extremen Linken von den deutschen Gerichten zumeist mit hohen Strafen belegt.

Das württembergische Kultusministerium verbietet jede parteipolitische Betätigung von Schülern. Anlass ist die verstärkte Aktivität der NSDAP an den Schulen des Landes.

Um eine Entspannung der Lage in Indien herbeizuführen, treffen der Freiheitskämpfer Mohandas Karamchand (Mahatma) Gandhi und der britische Vizekönig Edward Wood Lord Irwin of Kirby Underdale, erstmals zu einem Gespräch zusammen.

Die Dessauer Junkers-Werke führen in Berlin die Ju 52 vor, ein Frachtflugzeug für den Fernverkehr.

Im Amsterdamer Rijksmuseum wird das 1656 entstandene Gemälde “Anatomie des Dr. Deymann” des niederländischen Malers Rembrandt (eigentl. Rembrandt Harmensz. van Rijn) durch Axthiebe eines offensichtlich Geisteskranken schwer beschädigt.

18.2.1931, Mittwoch

Nach dem gescheiterten Versuch einer Regierungsbildung durch den Liberalen Sanchez Guerra konstituiert Admiral Juan Bautista Aznar-Cabañas in Spanien ein Kabinett aus Monarchisten.

Die Sowjetbehörden in Wladiwostok entziehen den dort ansässigen japanischen Fischern die Konzession. Der am 2. Februar begonnene Fischereistreit entzündete sich an den Ausgleichszahlungen für die Fischereirechte in sowjetischen Gewässern. Strittig ist vor allem der Wechselkurs zwischen Yen und Rubel.

Das britische Oberhaus lehnt das am 21. Januar vom Unterhaus mit 256 gegen 238 Stimmen gebilligte Gesetz über die Verlängerung der obligatorischen Schulzeit vom 14. auf das 15. Lebensjahr ab.

In New York bezwingt der US-Amerikaner William T. Tilden in seinem ersten Spiel als Tennis-Profi den Tschechoslowaken Karel Kozeluh in drei Sätzen 6:4, 6:2, 6:4.

19.2.1931, Donnerstag

Mit der Eröffnung in den Hallen am Kaiserdamm beginnt in Berlin die Internationale Automobil-Ausstellung. Sie dauert bis zum 1. März.

In Berlin hat der Film “Die Dreigroschenoper” von Georg Wilhelm Pabst nach dem gleichnamigen Stück von Bertolt Brecht Premiere.

20.2.1931, Freitag

Ernst Röhm, der Stabschef der SA, verfügt eine an Truppeneinheiten orientierte Neugliederung der SA in die aufsteigenden Formationen Schar – Trupp – Sturm – Sturmbann – Standarte – Untergruppe und Gruppe.

Als Antwort auf eine SPD-Frauenkundgebung mit Toni Sender am Vortag hält die Hamburger NSDAP gleichfalls eine Massenveranstaltung mit Joseph Goebbels als Hauptredner ab.

Auf den Albanerkönig Zogu I. wird von oppositionellen Landsleuten in Wien ein Mordanschlag verübt.

Der österreichische Nationalrat stimmt einer Resolution des Landbundes zu, in der die Regierung aufgefordert wird, in Verhandlungen mit den Signatarmächten des Friedensvertrages von 1919 die Wiedereinführung der allgemeinen Wehrpflicht durchzusetzen.

Die Verwaltung der Hütte Duisburg-Meiderich der Vereinigten Stahlwerke A. G. gibt die Schließung der Hütte bekannt, obwohl sich mit 4538 Beschäftigten der größte Teil der Belegschaft dem Arbeitgebervorschlag einer Lohnsenkung um 20% zugestimmt hatten. Der Deutsche Metallarbeiterverband hatte eine Klage gegen die tarifvertragswidrige Lohnkürzung angekündigt.

21.2.1931, Samstag

Der Reichsverband der Deutschen Industrie lehnt eine gesetzliche Arbeitszeitverkürzung ab und verlangt eine Senkung der Lohnkosten als Mittel zur Beseitigung der Arbeitslosigkeit.

Bei einem Grubenunglück im Eschweiler Revier kommen 31 Bergleute ums Leben.

Der Arzt und Bühnendichter Friedrich Wolf wird in Stuttgart wegen Verstoßes gegen den Abtreibungsparagraphen 218 StGB verhaftet.

22.2.1931, Sonntag

Anlässlich des siebten Jahrestages der Gründung des republikanisch gesinnten Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold in Berlin erklärt Bundesführer Otto Hörsing, man stehe “bereit, jedem Ruf der legalen Staatsgewalt zu folgen als Helfer der legalen Machtmittel des Staates”. Erstmals paradieren die paramilitärischen Schutzformationen.

In Mailand besiegt Italien in einem Fußball-Länderspiel Österreich 2:1.

In Stockholm enden die zweitägigen Eisschnelllauf-Weltmeisterschaften. In der Gesamtwertung der Läufe über 500 m, 1500 m, 5000 m und 10 000 m liegt der 37-Jährige Finne Clas Thunberg vom und wird zum fünften Mal Weltmeister.

In Braunschweig endet in Anwesenheit von Parteiführer Adolf Hitler ein zweitägiger Gautag der norddeutschen NSDAP. Dabei wird ein Polizeioberwachtmeister, der gegen randalierende Nationalsozialisten vorgeht, von Innenminister Anton Franzen (NSDAP) gemaßregelt.

Mit dem Sieg von David Zogg im Slalom gehen in Mürren (Schweiz) die am 19. Februar begonnenen ersten alpinen Ski-Europameisterschaften zu Ende.

23.2.1931, Montag

Der britische Außenminister Arthur Henderson trifft in Paris ein. Thema der Beratungen mit der französischen Regierung ist die Frage des Beitritts Frankreichs zum Londoner Abkommen zur Flottenbegrenzung vom 22. April 1930, dem bisher die USA, Japan und Großbritannien beigetreten sind.

Die sizilianische Metropole Palermo wird durch sintflutartige Regenfälle überschwemmt.

24.2.1931, Dienstag

Im Deutschen Reichstag stellt Reichsernährungsminister Martin Schiele (Christliches Landvolk) das Agrarprogramm der Regierung vor. Vorgesehen ist u.a. die Reduzierung des Roggen- und Haferanbaus zugunsten von Weizen, Gerste, Grünfutter und Hülsenfrüchten.

In Davos erzielt der in Zürich lebende Norweger Sigmund Ruud mit 81 m einen neuen Skisprung-Weltrekord.

25.2.1931, Mittwoch

In den größeren Städten des Deutschen Reiches veranstaltet die KPD einen Weltarbeitslosentag mit “Hungermärschen” von Arbeitslosen. Dabei kommt es vielfach zu blutigen Zusammenstößen mit der politischen Rechten und der Polizei.

In der Schweiz wird die Schweizerische Arbeitsgemeinschaft für das Holz LIGNUM zur Förderung der holzverarbeitenden Industrie gegründet.

26.2.1931, Donnerstag

Der britische Außenminister Arthur Henderson trifft von Paris kommend in Rom ein. Thema ist der Beitritt Italiens zum Londoner Flottenbegrenzungsabkommen von 1930.

Eine Volkszählung in Britisch-Indien ergibt 352,8 Millionen Menschen. Die größte Stadt des Landes ist Kalkutta mit 1,16 Millionen Einwohnern.

Das Eidgenössische Post- und Eisenbahndepartement erteilt der Schweizerischen Rundspruchgesellschaft (SRG) die ausschließliche Konzession für Rundfunksendungen in der Schweiz.

Der Direktor des Moskauer Marx-Engels-Institutes, der 60-Jährige David B. Rjazanov, wird seines Amtes enthoben und wegen “direkter Unterstützung der Menschewisten und Interventionisten sowie wegen Verrats” aus der KPdSU ausgeschlossen.

Der Finanzausschuss des österreichischen Nationalrats billigt das mit Italien geschlossene Schuldenabkommen über den Ausgleich verschiedener Zahlungsverpflichtungen aus der Kriegs- und Nachkriegszeit.

Vertreter der gewerkschaftlichen Spitzenverbände äußern bei einem Empfang durch Reichspräsident Paul von Hindenburg den Wunsch nach Schutz der Arbeitnehmer durch den Staat.

Sir Horace Rumbold, der britische Botschafter in Berlin, warnt in einem Bericht an seine Regierung vor der Annahme, die Anhänger einer Gewaltpolitik würden im Deutschen Reich die Mehrheit gewinnen. Anlass ist die Besorgnis des Kabinetts in London über den zunehmenden Einfluss der NSDAP.

27.2.1931, Freitag

Die Söhne des 1911 verstorbenen US-amerikanischen Verlegers Joseph Pulitzer verkaufen in New York ihre drei Zeitungen.

Die kanadische Regierung verbietet die Einfuhr sowjetischer Waren und erklärt dazu, man wolle den Kommunismus nicht wirtschaftlich stärken. Im Gegenzug erlässt die UdSSR ein Importverbot für Waren kanadischer Herkunft.

28.2.1931, Samstag

Reichsarbeitsminister Adam Stegerwald (Zentrum) warnt vor einem gesetzlichen Eingriff in die Tarifverträge und lehnt eine Außerkraftsetzung des staatlichen Schlichtungswesens ab.

Gegen eine Kaution von 10 000 Reichsmark wird der wegen Verstoßes gegen den 218 StGB in Stuttgart verhaftete Arzt und Bühnendichter Friedrich Wolf auf freien Fuß gesetzt.

Gegen das Veto von US-Präsident Herbert Hoover billigt der Senat mit 76 gegen 16 Stimmen ein Gesetz, das eine 50%ige Beleihung der Lebensversicherungspolicen der Kriegsteilnehmer beim US-Schatzamt zuläßt. Machten alle Betroffenen davon Gebrauch, würde die Regierung dafür 1,7 Milliarden US-Dollar (rund 7,1 Milliarden RM) benötigen.

Der Senat der Vereinigten Staaten billigt abschließend das Marinebudget mit einem Gesamtvolumen von 150 Millionen US-Dollar (rund 630 Millionen RM)