Was geschah im Februar 1934

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Wetterstationen Februar 1934

1.2.1934, Donnerstag

Das staatliche Sondergericht in Rom verurteilt fünf Jugendliche wegen antifaschistischer Umtriebe. Die Angeklagten hatten eine geheime katholische Organisation unter dem Namen “Neue Welfen” gegründet.

Philippinische Politiker unterbreiten der Kolonialmacht USA einen Vorschlag über die Gewährung der Unabhängigkeit für ihr Land.

In der Tschechoslowakei tritt die Anordnung der Prager Landesbehörde über den Linksverkehr auf den Straßen in Kraft.

Die Oberste SA-Führung eröffnet am Starnberger See die nationalsozialistische deutsche Oberschule zur Heranbildung des Führernachwuchses.

Die preußischen Landjäger werden in Gendarmen umbenannt.

Vier Mitglieder der illegalen kommunistischen Bezirksleitung Berlin-Brandenburg – Erich Steinfurth, Rudolf Schwarz, Eugen Schönhar und Schehr – werden von der Geheimen Staatspolizei getötet, laut offiziellen Angaben nach einem Überfall auf die Wachmannschaft während der Überführung der Gefangenen vom Gefängnis zum Gerichtsgebäude.

Durch Verordnung des deutschen Reichspräsidenten Paul von Hindenburg können u.a. die Titel “Geheimer Rat”, “Geheimer Sanitätsrat”, “Geheimer Rechtsrat” wieder verliehen werden.

Der neue Chef der deutschen Heeresleitung, Werner Freiherr von Fritsch, wird zum General der Artillerie befördert.

2.2.1934, Freitag

Der deutsche Reichsminister des Innern, Wilhelm Frick (NSDAP), erlässt in Berlin die Erste Verordnung über den Neuaufbau des Reichs. Danach üben die Landesbehörden “im Auftrage und Namen des Reiches” Hoheitsrechte aus.

Der deutsche Reichsminister des Innern, Wilhelm Frick (NSDAP), weist die Landesregierungen an, alle monarchistischen Verbände sofort aufzulösen und zu verbieten.

In Wien demonstrieren nach amtlichen Schätzungen über 100 000 niederösterreichische Bauern gegen die Terroranschläge der österreichischen Nationalsozialisten.

3.2.1934, Samstag

Die “Deutsche Luft-Hansa” nimmt den Postflugdienst nach Südamerika auf.

In Bratislava in der Slowakei finden die Feiern anlässlich des 15. Jahrestags der Eroberung der Stadt durch tschechische Truppen statt. Bratislava, das ehemals ungarische Preßburg, kam 1919 an die Tschechoslowakei. Vertreter der tschechoslowakischen Regierung betonen, dass Tschechen und Slowaken zusammenhalten würden, falls irgend jemand der Tschechoslowakei auch nur ein halbes Zoll Boden entreißen wolle.

Das Alpenkasino am Semmering in Österreich wird eröffnet. In diesem Spielkasino dürfen nur Ausländer spielen.

4.2.1934, Sonntag

In der britisch-indischen Provinz Pandschab kommt es zu blutigen Zusammenstößen zwischen Sikhs, Mohammedanern, Hindus und den Kolonialstreitkräften.

Die vierten Deutschen Winterkampfspiele gehen zu Ende.

Der Bob Rumänien II sichert sich bei den Weltmeisterschaften in Engelberg den Titel im Zweierbob vor Deutschland II.

5.2.1934, Montag

Der deutsche Reichsminister des Innern, Wilhelm Frick (NSDAP), erlässt eine Verordnung, wonach die Staatsangehörigkeit der deutschen Länder in Zukunft entfällt. Es gibt nur noch eine deutsche Staatsangehörigkeit, die Reichsangehörigkeit.

In Wien stirbt der österreichische Schriftsteller und Kulturphilosoph Richard Kralik im Alter von 81 Jahren.

Der nach seinem Konstrukteur Ferdinand Porsche benannte Porsche-Wagen, der neue Rennwagen der deutschen Auto-Union, erreicht bei einer Probefahrt auf der Auto-Strada von Mailand eine Geschwindigkeit von 252 km/h.

6.2.1934, Dienstag

Beim Aufstand der französischen Rechten in Paris gegen die radikalsozialistische Regierung Édouard Daladier und gegen den Parlamentarismus kommen zahlreiche Menschen ums Leben.

Regierungsvertreter der Sowjetunion und Ungarns unterzeichnen in Rom ein Abkommen über die Aufnahme diplomatischer Beziehungen.

König Gustav V. von Schweden trifft in Berlin ein, wo er vom deutschen Reichspräsidenten Paul von Hindenburg empfangen wird.

7.2.1934, Mittwoch

Im deutschen Reich wird die Verfassung der Reichsschaft der Studierenden verkündet.

König Christian X. von Dänemark trifft in Berlin ein und wird vom deutschen Reichspräsidenten Paul von Hindenburg empfangen.

Der radikalsozialistische französische Ministerpräsident Edouard Daladier erklärt nach dem Aufstand vom 6. Februar seinen Rücktritt.

Anlässlich des Abschlusses des XVII. Parteikongresses der Kommunistischen Partei der Sowjetunion (KPdSU), der seit dem 26. Januar in Moskau tagt, wird auf dem Roten Platz vor dem Kreml eine Parade veranstaltet. 500 Panzer u.a. Waffen werden den Kongressmitgliedern, die sich am Grab Wladimir I. Lenins aufgestellt haben, vorgeführt.

Der frühere französische Staatspräsident Gaston Doumergue (Radikalsozialist) bildet nach dem Aufstand vom 6. Februar und dem Rücktritt Édouard Daladiers ein Kabinett der Nationalen Einheit.

10.2.1934, Samstag

Der deutsche Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda, Joseph Goebbels (NSDAP), verlangt bei einer Rede vor Filmschaffenden in Berlin, “dass die deutsche Filmwelt denselben Gesetzen gehorcht, denen sonst in Deutschland jeder gehorcht”.

11.2.1934, Sonntag

Großbritannien und das Imamat Jemen unterzeichnen in Aden einen Freundschaftsvertrag.

Die deutsche Eishockey-Mannschaft schlägt in Mailand die Schweiz 2:1 und wird Europameister.

In Berchtesgaden finden die deutschen Skimeisterschaften statt.

12.2.1934, Montag

Eine Hausdurchsuchung der Bundespolizei im Linzer Parteiheim der Sozialdemokraten löst den Februaraufstand in Österreich aus.

In Frankreich wird der 24stündige Generalstreik, zu dem die Gewerkschaft Confédération Générale du Travail (C.G.T.) aufgerufen hat, von etwa 60% der Arbeiter und Angestellten befolgt. In Paris, Lille und Lyon kommt es zu Ausschreitungen, in Marseille werden zwei Menschen getötet.

In vielen Städten des Deutschen Reiches finden die traditionellen Rosenmontagsumzüge statt.

13.2.1934, Dienstag

Rettungsmannschaften beginnen mit der Bergung der Besatzung des sowjetischen Eisbrechers “Tscheljuskin”, der auf dem Seeweg von Murmansk nach Wladiwostok im Eis eingeschlossen wurde.

Die Kleinstadtschulkomödie “So ein Flegel” ist die erste Verfilmung nach Heinrich Spoerls Roman “Die Feuerzangenbowle. Eine Lausbüberei in der Kleinstadt” (1933). Unter der Regie von Robert Adolf Stemmle spielen Heinz Rühmann, Annemarie Sörensen, Oscar Sima, Rudolf Platte u.a. Rühmann ist in einer Doppelrolle zu sehen als der Schriftsteller Hans Pfeiffer und sein jüngerer Bruder, ein Oberprimaner.

Der Staatssekretär im deutschen Reichsministerium der Finanzen, Fritz Reinhardt (NSDAP), erläutert vor geladenen Gästen in der deutschen Hochschule für Politik in Berlin das von ihm entwickelte Reinhardt-Programm, ein Zehn-Punkte-Programm zur Beseitigung der Arbeitslosigkeit durch Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen.

Der polnische Außenminister Józef Beck trifft nach dem Abschluss des Deutsch-Polnischen Nichtangriffspakts zu einem dreitägigen Besuch in Moskau ein. 1932 haben Polen und die Sowjetunion einen Nichtangriffspakt unterzeichnet. Der sowjetische Volkskommissar des Äußeren (Außenminister), Maxim L. Litwinow, hebt hervor, ein Grundpfeiler der Friedenspolitik der UdSSR seien gutnachbarliche und freundschaftliche Beziehungen zu Polen.

In Großbritannien tritt eine Verordnung über 20%ige “Kampfzölle” gegenüber Frankreich in Kraft. Frankreich kündigt am selben Tag den Handelsvertrag von 1882 und das Schifffahrtsabkommen von 1826.

14.2.1934, Mittwoch

Die deutsche Reichsregierung erlässt das Gesetz über die Aufhebung des Reichsrats, der nach der Weimarer Verfassung die “Vertretung der deutschen Länder bei der Gesetzgebung und Verwaltung des Reichs” war. An die Stelle des Reichsrats treten die Reichsstatthalter.

Der deutsche Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda, Joseph Goebbels (NSDAP), skizziert in einer Rede in Berlin die Stellung der Frau im Nationalsozialismus.

Im Deutschen Reich wird Kaufhäusern und jüdischen Firmen der Verkauf von Symbolen, Bildern, Uniformen der “nationalen Bewegung” verboten. NSDAP-Mitglieder dürfen Warenhäuser nicht mehr in Uniform betreten.

15.2.1934, Donnerstag

Der pazifistische Publizist Carl von Ossietzky wird in das Konzentrationslager Esterwegen eingeliefert.

Die deutsche Funkindustrie beschließt die Produktion von weiteren 100 000 Volksempfängern. Innerhalb eines halben Jahres sind über 500 000 Volksempfänger verkauft worden.

Durch den Civil Works Emergency Relief Act stellt die Regierung der USA in Washington weitere 950 Millionen Dollar zur Fortführung öffentlicher Arbeiten und als direkte Hilfe zur Verringerung der Arbeitslosigkeit zur Verfügung.

In Genf tritt der Saarabstimmungsausschuss des Völkerbunds zur ersten Sitzung zusammen.

Der deutsche Reichsminister des Innern, Wilhelm Frick (NSDAP), hält eine Rede über die “Rassengesetzgebung des Dritten Reiches”.

16.2.1934, Freitag

Die österreichische Bundesregierung unter Ministerpräsident Engelbert Dollfuß (CP) erklärt alle sozialistischen Abgeordnetenmandate für erloschen. Am 12. Februar ist die Partei verboten worden.

Die Stillhaltekonferenz in Berlin beschließt die Verlängerung des Stillhalteabkommens um ein Jahr bis zum 28. Februar 1935. Das Gläubigerkomitee der Siegermächte des Ersten Weltkriegs und einiger Neutraler – Schweiz, Großbritannien, Frankreich, Vereinigte Staaten, Niederlande u.a. – bewertet den Schuldenabbau des Deutschen Reichs in den vergangenen drei Jahren als sehr zufriedenstellend.

Die deutsche Reichsregierung verabschiedet das Lichtspielgesetz. Es sieht eine grundlegende Neuregelung der Filmprüfung vor.

Die deutschen Länder werden drei Gruppen zugeteilt, die eine Vereinheitlichung der Justiz im Deutschen Reich vorbereiten sollen.

In London wird das britisch-sowjetische Handelsabkommen unterzeichnet. Die sowjetische Handelsdelegation in London erhält diplomatische Vorrechte.

Der bayerische Kultusminister Hans Schemm (NSDAP) nimmt in Bayreuth den ersten Spatenstich zum Bau des Hauses der deutschen Erziehung vor. Dieses Haus werde in den kommenden Jahrhunderten ein Bollwerk deutscher Erziehung und deutschen Charakters sein. Die deutschen Lehrer sollen von Bayreuth aus “die Kraft und die richtigen Gedanken für ihr Wirken in alle Gaue hinaustragen”.

Der Informationsdienst der Deutschen Arbeitsfront weist darauf hin, dass Schönheitspflege der Frau nicht “undeutsch” sei. Anmut und Gepflegtheit seien nicht nur ein erlaubter, sondern ein “unbedingt wichtiger Schmuck” der deutschen Frau. Allerdings sollten “deutsche Frauen” bei der Schönheitspflege ausschließlich “deutsche” Erzeugnisse benutzen.

17.2.1934, Samstag

Die Nationalsozialistische Gemeinschaft “Kraft durch Freude” (KdF) startet die ersten Urlaubszüge.

In der schwedischen Hauptstadt Stockholm beginnen die Weltmeisterschaften im Eiskunstlauf. Die Wettkämpfe dauern zwei Tage.

Der Flugverkehr zwischen Istanbul und Ankara wird offiziell eröffnet. Die angebotenen Flüge dreimal wöchentlich dauern zweieinhalb Stunden.

Die türkische Regierung unter Ismet Inönü ergreift Vorsorgemaßnahmen zur Bekämpfung der Malaria.

Lettland und Estland schließen in der lettischen Hauptstadt Riga einen Bündnisvertrag, in dem vereinbart wird, dass beide Länder außenpolitisch noch enger als bisher zusammenarbeiten werden.

Die britische Zeitung “Daily Mail” veröffentlicht in London ein Interview mit dem deutschen Reichskanzler Adolf Hitler (NSDAP)

Der belgische König Albert I. stürzt während einer Bergtour tödlich ab.

18.2.1934, Sonntag

Das österreichische Bundeskanzleramt in Wien verfügt während der Februarunruhen ein uneingeschränktes Verbot der gesamten reichsdeutschen Presse wegen “anti-österreichischer” Propaganda. Es gilt vom 16. Februar bis zum 16. März.

Das Städtische Presseamt von Köln teilt mit, dass in die Amtskette des Oberbürgermeisters als Symbol des Dritten Reiches das Hakenkreuz eingefügt worden sei. Die Kölner Kunsthandwerkschule stehe anderen Städten bei gleichen Vorhaben gern beratend zur Seite.

Beim Internationalen Eisrennen auf dem Titisee im Hochschwarzwald siegt in einem Vergleichswettkampf zwischen Flugzeug, Rennwagen und Kraftrad Ernst Udet mit dem Flugzeug.

19.2.1934, Montag

Der österreichische Vizekanzler Emil Fey (Heimwehr) erklärt in Wien, das Programm des Heimatschutzes könne von nun an als Programm der Regierung von Ministerpräsident Engelbert Dollfuß (CP) angesehen werden.

Der britische Außenminister John Allsebrook Simon verliest im Unterhaus in London eine gemeinsame Erklärung der Regierungen Großbritanniens, Italiens und Frankreichs, in der “die Unabhängigkeit und Integrität Österreichs gemäß den geltenden Verträgen” garantiert wird.

Die deutsche Wehrmacht übernimmt auf Anordnung von Reichspräsident Paul von Hindenburg auf den Mützen bzw. Stahlhelmen das Hoheitszeichen der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP)

20.2.1934, Dienstag

Nach einer in Berlin erscheinenden Statistik sind 1933 412 überwiegend jüdische Ärzte aus dem Deutschen Reich ausgewandert, 248 von ihnen aus Berlin. 117 der aus Berlin Ausgewanderten gaben Palästina als Ziel an, 25 Frankreich und 22 Großbritannien.

Die britische Zeitung “Daily Mail” veröffentlicht ein Interview mit dem preußischen Ministerpräsidenten Hermann Göring (NSDAP), in dem dieser eine defensive deutsche Luftwaffe fordert; sie soll eine Stärke von 30 bis 40% der Luftwaffen von Frankreich, Belgien, Polen und der Tschechoslowakei haben.

Der deutsche Reichskanzler Adolf Hitler empfängt in Berlin den britischen Lordsiegelbewahrer Robert Anthony Eden zu einem Meinungsaustausch.

In Österreich erhalten die während des Februaraufstands gefallenen 50 Mitglieder der staatlichen Exekutive ein Staatsbegräbnis. Die Bundesregierung erklärt den Tag zu einem allgemeinen Volkstrauertag.

21.2.1934, Mittwoch

Der deutsche Reichsbischof Ludwig Müller richtet ein kirchliches Amt für auswärtige Angelegenheiten ein, das die Beziehungen zwischen der Deutschen Evangelischen Kirche und den befreundeten Kirchen des Auslands pflegen soll.

Heinrich Böttcher, Inhaber einer Kaffeegroßhandlung in Rostock, wird in Schutzhaft genommen, nachdem er sich mehrfach geweigert hat, die Gründung einer nationalsozialistischen Betriebszelle zuzulassen. Die als Betriebsobmänner vorgesehenen nationalsozialistischen Angestellten habe er nach Angaben der Behörden “aus nichtigen Gründen entlassen”.

22.2.1934, Donnerstag

Der nicaraguanische Freiheitskämpfer Augusto César Sandino wird in Managua, der Hauptstadt seines Heimatlandes, von Soldaten ermordet.

In Litauen werden die deutschen Oppositionsparteien, die Sozialistische Volksgemeinschaft und die Christlichsoziale Arbeitsgemeinschaft, verboten.

Der Generalinspekteur für das deutsche Straßenwesen, Fritz Todt (NSDAP), nennt bei einem Vortrag in der Lessing-Hochschule in Berlin den Bau von 12 000 km Autobahn als Ziel. Davon sollen rund 7000 km in etwa sechs Jahren fertiggestellt werden.

Alfred Rosenberg, der Reichsleiter der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP), hält in Berlin eine Grundsatzrede zum Thema “Der Kampf um die Weltanschauung”. Laut Rosenberg ist die nationalsozialistische Revolution machtpolitisch beendet. Geistespolitisch steht sie jedoch erst am Anfang.

Aus Venedig wird gemeldet, dass viele Kanäle der Lagunenstadt kein Wasser mehr führen. Als Grund für diese ungewöhnliche Erscheinung wird der anhaltend starke Nordwind bezeichnet, der das Wasser aus den Lagunen heraus nach Süden drückt.

23.2.1934, Freitag

Im Deutschen Reich wird der vierte Jahrestag des Todes des nationalsozialistischen Kampflieddichters Horst Wessel gefeiert.

Der britische Komponist Sir Edward Elgar stirbt in Worcester im Alter von 76 Jahren.

24.2.1934, Samstag

Im großen Festsaal des Münchner Hofbräuhauses findet die Parteigründungsfeier der NSDAP statt.

In Warschau werden die Ratifikationsurkunden des Deutsch-Polnischen Nichtangriffspakts ausgetauscht.

25.2.1934, Sonntag

Der 25. Februar wird im nationalsozialistischen Deutschen Reich erstmals als Heldengedenktag begangen.

In London veranstalten mehrere Tausende von Arbeitslosen einen Hungermarsch, um auf ihre Lage aufmerksam zu machen.

26.2.1934, Montag

In der Nacht auf den 27. Februar kommt es in Paris zu Straßenschlachten zwischen rechts- und linksradikalen Gruppen, die in Kämpfen mit der Polizei enden. Zwei Menschen werden bei den Auseinandersetzungen getötet.

Die Vereinigten Staaten von Amerika werden von schweren Schneestürmen heimgesucht.

Das thüringische Innenministerium lässt einen Hausbesitzer aus Weimar, der sich geweigert hat, eine Wohnung an eine kinderreiche Familie zu vermieten, “auf einige Zeit” in das Konzentrationslager in Bad Sulza einweisen.

27.2.1934, Dienstag

Die deutsche Reichsregierung in Berlin verabschiedet das Feiertagsgesetz, durch das u.a. der 1. Mai zum Nationalfeiertag erklärt wird.

Am ersten Jahrestag des Berliner Reichstagsbrands werden die freigesprochenen bulgarischen Kommunisten Georgi M. Dimitrow, Blagoi Popow und Wassil Tanew aus dem Deutschen Reich in die Sowjetunion abgeschoben. Ihnen konnte eine Beteiligung an der Brandstiftung vor Gericht nicht nachgewiesen werden.

Der Landtag von Oberösterreich in Linz entsagt dem Grundsatz der repräsentativen Demokratie. Er hebt alle Abgeordnetenmandate auf und überträgt bis zum Erlass einer neuen Verfassung alle Befugnisse der Landesregierung, die nun Gesetze auf dem Verordnungsweg erlassen kann.

Die britische Regierung gibt den Rückzug der Arbeitslosenzahl um 500 000 auf 2,3 Millionen bekannt.

28.2.1934, Mittwoch

Der deutsche Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda, Joseph Goebbels (NSDAP), empfängt in Berlin Vertreter der Auslandspresse.

Der autoritär regierende König Boris III. von Bulgarien trifft zu Gesprächen mit der NS-Führung in Berlin ein.

Bei einer Kundgebung des Gaus Großberlin der Deutschen Christen im Berliner Sportpalast verkündet Reichsbischof Ludwig Müller unter großem Beifall, die Deutschen Christen würden nicht eher ruhen, bis auf den Kanzeln der Kirchen nur Nationalsozialisten sitzen.