Was geschah im Februar 1943

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1.2.1943, Montag

Führer und Reichskanzler Adolf Hitler erteilt die Genehmigung zur Räumung des Frontbogens von Demjansk südlich des Ilmensees im Norden der UdSSR durch die deutschen Truppen.

Der Frontabschnitt der auseinandergefallenen 8. italienischen Armee im Donezgebiet wird von der deutschen Armeeabteilung Lanz übernommen.

In den Niederlanden wird ein Kabinett unter der Leitung des Nationalsozialisten Anton Adriaan Mussert eingesetzt.

Der Taxiverkehr in Berlin wird auf militärisch erforderliche Gründe und den Transport von Kranken beschränkt.

Der britische Werkstoffachmann Henry Barron spricht in einem Vortrag in London über das bevorstehende Zeitalter der “plastics”.

Im Deutschen Reich erscheint die erste Ausgabe der illegalen Zeitung “Deutsches Volksecho”.

2.2.1943, Dienstag

Die Nordgruppe der bei Stalingrad (Wolgograd) eingeschlossenen 6. deutschen Armee kapituliert.

Die Vereinigten Staaten und Kuba schließen ein Abkommen über die enge Zusammenarbeit der Heere und Flotten beider Länder.

Das Deutsche Reich und Rumänien treffen neue Vereinbarungen über den gegenseitigen Waren- und Zahlungsverkehr; sie sehen eine weitere Intensivierung der kriegswirtschaftlichen Zusammenarbeit beider Länder vor.

Mit der “Caritas I” sticht das erste vom Internationalen Roten Kreuz erworbene Schiff von Lissabon aus in See, um aus den Vereinigten Staaten Hilfssendungen für Kriegsgefangene und Zivilinternierte in Europa zu holen.

3.2.1943, Mittwoch

In der Nacht zum 4. Februar werfen britische Flugzeuge 344 t Bomben auf die Hansestadt Hamburg.

Der finnische Marschall Carl Gustaf Emil Freiherr von Mannerheim erzielt in einer Aussprache mit Staatspräsident Risto Heikki Ryti Einigkeit darüber, dass das Land bei der ersten möglichen Gelegenheit aus dem Krieg gegen die Sowjetunion ausscheiden müsse.

Als erste Maschine dieser Art im Deutschen Reich wird in der Presse ein Einachsschlepper mit Holzgasantrieb für die Landwirtschaft vorgestellt; eine Holzfüllung reicht für rund anderthalb Betriebsstunden.

Reichspropagandaminister Joseph Goebbels ordnet angesichts der Niederlage der deutschen Truppen bei Stalingrad (Wolgograd) die Schließung aller Theater, Filmtheater, Varietés u. ä. bis einschließlich 6. Februar an.

4.2.1943, Donnerstag

Verbände der Roten Armee landen an der Schwarzmeerküste südlich von Noworossisk.

Britische Flugzeuge werfen in der Nacht zum 5. Februar 258 t Bomben auf die norditalienische Stadt Turin.

Auf Anweisung des Reichswirtschaftsministers Walther Funk werden im Deutschen Reich alle nicht kriegswichtigen Betriebe des Handels, des Handwerks und des Gaststättengewerbes geschlossen.

In der Nacht werden an der Münchner Universität die Schriftzüge “Nieder mit Hitler” und “Freiheit” angebracht.

In Zürich wird das Stück “Der gute Mensch von Sezuan” des im US-Exil lebenden deutschen Schriftstellers Bertolt Brecht uraufgeführt.

5.2.1943, Freitag

In Berlin beginnt eine zweitägige Konferenz der Reichsleiter, Gauleiter und Verbändeführer der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei über Maßnahmen zur totalen Kriegsmobilisierung.

Die italienische Regierung wird umgebildet: Ministerpräsident und Duce Benito Mussolini übernimmt selbst das Außenministerium; der bisherige Außenminister Galeazzo Ciano Graf von Cortellazzo, der Schwiegersohn Mussolinis, wird Botschafter im Vatikan.

In Algier treffen sich der britische Premierminister Winston Churchill, Generalleutnant Dwight D. Eisenhower, der alliierte Oberbefehlshaber in Nordafrika, sowie die beiden französischen Generäle Henri-Honoré Giraud und Charles de Gaulle zu einer Unterredung über die allgemeine Kriegslage.

Der japanische Reichstag berät zwei Vorlagen, durch die Ministerpräsident Hideki Todscho angesichts der angespannten militärischen Lage diktatorische Vollmachten eingeräumt werden sollen.

In Mexiko beginnt der Prozess gegen Ramon del Rio Mercader alias Jacques Mornard, den mutmaßlichen Mörder des sowjetischen Revolutionärs und Politikers Leo Trotzki.

6.2.1943, Samstag

In einem Gespräch mit Generalfeldmarschall Erich von Manstein erklärt Führer und Reichskanzler Adolf Hitler: “Für Stalingrad trage ich allein die Verantwortung”.

Adolf Hitler genehmigt die Pläne für den Bau eines Bunkers unter der Berliner Reichskanzlei.

Im Wiener Künstlerhaus findet die Ausstellung “Junge Kunst im Deutschen Reich” statt.

Peru tritt der Atlantikcharta vom 14. August 1941 über die zukünftige Politik der USA und Großbritanniens bei.

Im Bergbau und in der Rüstungsindustrie des Deutschen Reiches werden besondere “Panzerschichten” gefahren.

Die Oper “Das Urteil des Paris” von Cesar Bresgen kommt in Göttingen zur Uraufführung.

Die japanischen Truppen räumen die Salomoninsel Guadalcanal, auf der am 7. August 1942 US-amerikanische Einheiten gelandet waren.

Brasilien tritt der Atlantikcharta über die Grundsätze der zukünftigen Politik der USA und Großbritanniens vom 14. August 1941 bei.

Kanada stellt in Zukunft einen Teil seiner Rüstungsproduktion den Vereinigten Staaten zur Verfügung, die sie ihrerseits im Rahmen des Leih- und Pachtgesetzes vom 11. März 1941 weiterleiten.

In einem Schreiben des Reichssicherheitshauptamtes wird über die “fahrlässige Verbreitung” im Deutschen Reich verbotener. ausländischer Zeitungen geklagt; ein Berliner Blumenhändler hatte Exemplare der “Neuen Zürcher Zeitung” und der britischen “Times” als Einwickelpapier benutzt.

Der indische Freiheitskämpfer Mohandas Karamchand Gandhi, genannt Mahatma, tritt aus Protest gegen seine Haft in einen Hungerstreik.

Ferhat Abbas veröffentlicht in Algerien das “Manifest des algerischen Volkes”, in dem die koloniale Ausbeutung des Landes verurteilt und seine Unabhängigkeit von Frankreich verlangt wird.

Der US-amerikanische Präsident Franklin Delano Roosevelt führt die 48-Stunden-Woche in allen Industriebetrieben ein, die für den Staat arbeiten.

Der Börsenverkehr im Deutschen Reich wird auf das Notwendigste beschränkt.

In München wird der Film “Der dunkle Tag” des ungarischen Regisseurs Géza von Bolváry mit Marte Harell, Willy Birgel und Ewald Balser uraufgeführt.

11.2.1943, Donnerstag

In den Abendstunden greifen britische Bomber Wilhelmshaven an. 137 Flugzeuge werfen insgesamt 421 t Bomben auf die Stadt.

Im Deutschen Reich beginnt die Einberufung von Schülern der höheren Schulen, die das 15. Lebensjahr vollendet haben, zum Dienst als Luftwaffenhelfer. Die Schüler sollen vor allem in den bombengefährdeten Gebieten in oder nahe bei ihrem Heimatort eingesetzt werden.

Rund 1000 Juden, darunter mehrere hundert Kinder und alte Menschen, werden von Frankreich aus ins Konzentrationslager Auschwitz deportiert.

Das Deutsche Reich und Spanien schließen ein Geheimabkommen, das Spanien zum Widerstand gegen eine eventuelle alliierte Besetzung verpflichtet.

Der Film “Ein Walzer mit Dir” von Hubert Marischka wird in Dresden uraufgeführt.

Von Agenten gejagt” (Journey into Fear), ein Film mit Orson Welles und Joseph Cotten, die auch das Drehbuch geschrieben haben, wird uraufgeführt.

13.2.1943, Samstag

Adolf Hitler ordnet an, dass bei Familien mit fünf und mehr wehrpflichtigen Söhnen ein männlicher Erbe aus dem Wehrdienst entlassen oder vom Wehrdienst zurückgestellt wird, wenn seine Arbeitskraft zur Existenzsicherung der Familie benötigt wird.

Das Singspiel “Die schlaue Müllerin” von Cesar Bresgen wird in Essen uraufgeführt.

14.2.1943, Sonntag

Für den Rückzug der deutschen Truppen von der Ostfront befiehlt Führer und Reichskanzler Adolf Hitler die Zerstörung sämtlicher Anlagen, Einrichtungen u. ä., die dem sowjetischen Gegner nützen könnten.

Die Rote Armee erobert die Städte Rostow und Woroschilowgrad.

Die deutschen Truppen in Nordafrika beginnen mit dem Unternehmen “Frühlingswind”, einer Angriffsoperation gegen das II. US-Korps unter Generalmajor Lloyd R. Fredendall westlich des in Tunesien gelegenen Faidpasses.

Nach einem Bericht der Wochenzeitung “Das Reich” stehen weitere Einschränkungen des Angebots auf dem deutschen Zeitschriftenmarkt bevor.

15.2.1943, Montag

Der finnische Staatspräsident Risto Heikki Ryti wird bei Wahlen in seinem Amt bestätigt.

In Frankreich wird die Arbeitsdienstpflicht für die Geburtsjahrgänge 1920 bis 1922 eingeführt; ihre Dauer beträgt zwei Jahre.

16.2.1943, Dienstag

Panzerverbände der Roten Armee dringen in den Südost- und den Nordwestteil der Stadt Charkow ein.

Herbert Backe, kommissarischer Reichsernährungsminister ordnet die Ausgabe von 100 g Trockengemüse je Verbraucher im Deutschen Reich auf die Konservenkarte ab 1. März an.

Das dramatische Schauspiel “Das unsterbliche Antlitz” des österreichischen Filmregisseurs Géza von Cziffra wird in Coburg uraufgeführt.

17.2.1943, Mittwoch

In Begleitung der Generäle Alfred Jodl und Kurt Zeitzler fliegt Adolf Hitler in das Hauptquartier der Heeresgruppe Süd nach Saporoschje. In den dreitägigen Besprechungen drängt er vor allem auf die Rückeroberung des gesamten Donezgebietes und der Stadt Charkow.

Die deutschen Truppen an der Ostfront beginnen mit der Räumung des Frontbogens von Demjansk.

SS-Hauptsturmführer Sigmund Rascher berichtet Reichsführer SS Heinrich Himmler über von ihm durchgeführte Menschenversuche.

18.2.1943, Donnerstag

Reichspropagandaminister Joseph Goebbels verkündet im Berliner Sportpalast den “totalen Krieg”.

Die russische Stadt Pawlograd wird von deutschen Truppen geräumt.

Die Geschwister Hans und Sophie Scholl von der Widerstandsgruppe “Weiße Rose” werfen Flugblätter in den Lichthof der Münchner Universität, in denen sie zum “Kampf gegen die Partei” aufrufen; daraufhin werden sie von der Gestapo verhaftet.

Der Nationalsozialistische Lehrerbund wird “stillgelegt”.

19.2.1943, Freitag

Hitler fliegt von dem bereits durch Sowjets bedrohten Hauptquartier der Heeresgruppe Süd in Saporoschje in das Führerhauptquartier “Werwolf” bei Winniza, wo er bis zum 13. März bleibt.

Wilhelmshaven wird in der Nacht zum 20. Februar von britischen Bombern angegriffen.

Das Pentagon in Washington, der Sitz des US-amerikanischen Verteidigungsministeriums, wird eingeweiht.

Die spanische Regierung stellt Kredite in Höhe von 213 Millionen Peseten bereit, um Kasernen und Militärflugplätze zu bauen und Kriegsmaterial anzuschaffen.

Reichssportführer Hans von Tschammer und Osten erlässt eine Verordnung zur Einordnung des Sports im Deutschen Reich in die Aufgaben des “totalen Krieges”.

20.2.1943, Samstag

Die deutsch-italienische Panzerarmee in Nordafrika wird von der 8. britischen Armee auf die Mareth-Linie an der südtunesischen Grenze zurückgedrängt.

Ein US-amerikanischer Luftangriff auf die süditalienische Stadt Neapel fordert 119 Tote und 332 Verletzte unter der Zivilbevölkerung.

Im Rahmen der Konzentration der Wirtschaft des Deutschen Reiches werden weitere Stilllegungen in der Zementindustrie vorgenommen.

Die Oper “Die Kluge” des deutschen Komponisten Carl Orff nach einem Märchen der Brüder Grimm wird in Frankfurt am Main uraufgeführt.

21.2.1943, Sonntag

Generaloberst Heinz Guderian wird zum Generalinspekteur der deutschen Panzerwaffe ernannt.

Die deutschen Truppen in Nordafrika nehmen die Paßstellungen nordwestlich von Kasserine ein und stoßen weiter auf Tébessa vor.

Die Rote Armee startet eine Offensive am Ilmensee.

Die christlichen Kirchen in den Niederlanden beschweren sich bei Reichskommissar Arthur Seyß-Inquart über das deutsche Okkupationsregime im Land.

22.2.1943, Montag

Die deutsche Heeresgruppe Süd tritt zwischen Dnjepr und Donez zu einer Offensive gegen die Verbände der Roten Armee an.

Das SS-Panzerkorps erobert die Stadt Pawlograd zurück; sie war erst am 18. Februar aufgegeben worden.

Der Volksgerichtshof in München verurteilt Hans und Sophie Scholl sowie Christoph Probst zum Tode.

In einem Schreiben an seinen Vater Friedrich Flick berichtet Otto Ernst Flick über Schwierigkeiten bei der Inbetriebnahme der von dessen Unternehmen übernommenen französischen Munitionsfabriken infolge mangelnder Arbeitskräfte.

23.2.1943, Dienstag

Die deutschen und italienischen Truppen in Tunesien werden unter Leitung von Generalfeldmarschall Erwin Rommel zur Heeresgruppe Afrika zusammengefasst.

Die Rote Armee begeht den 25. Jahrestag ihrer Gründung.

Der sowjetische Staatschef Josef W. Stalin erklärt, dass die Sowjetunion die Hauptlast des Krieges trage, da eine zweite Front fehle.

Der norwegische Ministerpräsident Vidkun Abraham Lauritz Quisling lässt alle nicht kriegswichtigen Betriebe schließen und zieht alle Männer zwischen 18 und 55 Jahren und alle Frauen zwischen 21 und 40 Jahren zum Kriegseinsatz heran.

Die Vereinigten Staaten von Amerika stellen das 45 000-t-Schlachtschiff “Iowa” in Dienst; es ist das größte Kriegsschiff der US-amerikanischen Flotte.

24.2.1943, Mittwoch

Westlich des Mius an der Ostfront wird das IV. motorisierte Gardekorps der Roten Armee von der 1. deutschen Panzerarmee aufgerieben.

Südöstlich des Ilmensees tritt die Rote Armee zu einem neuen Angriff gegen die 16. deutsche Armee an.

Das deutsche Unternehmen “Frühlingswind” in Nordafrika wird von Generalfeldmarschall Erwin Rommel abgebrochen; die eingesetzten Truppenverbände ziehen sich auf ihre Ausgangsstellungen zurück.

Adolf Hitler erlässt einen Befehl, nach dem ein militärischer Vorgesetzter in der Wehrmacht “Ungehorsame auf der Stelle zu erschießen” hat.

In Griechenland kommt es zu heftigen Protesten gegen die vom deutschen Besatzungsregime geplante Zivilmobilisierung.

Die Deutsche Reichspost wirbt in der Presse um weibliche Hilfskräfte im Zustelldienst: “Frauen und Mädel! Meldet Euch beim nächsten Postamt!”

25.2.1943, Donnerstag

Die deutsche Offensive im Südabschnitt der Ostfront führt zur Niederlage der sowjetischen VII. Gardekavallerie.

In der Nacht zum 26. Februar greifen britische Bomber Nürnberg an und werfen 749 t ihrer tödlichen Fracht auf die Stadt.

An die Einzelhandelsfirmen im Deutschen Reich ergeht die Empfehlung, Kriegsgemeinschaften zu bilden.

Um Arbeitskräfte für Aufgaben der Reichsverteidigung freizumachen”, werden alle deutschen Galopp- und Trabrenntage gestrichen.