Was geschah im Februar 1944

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1.2.1944, Dienstag

General Charles de Gaulle, dem Vorsitzenden des Französischen Befreiungskomitees, gelingt es, alle Kräfte der französischen Widerstandsbewegung in der “Forces françaises de l’Intérieur” (FFI) zusammenzufassen.

Die französische Regierung in Vichy verabschiedet ein Gesetz über die Neuregelung des Arbeitseinsatzes. Künftig können – in Erweiterung einer Verordnung vom 4. September 1942 – alle Männer zwischen 16 und 60 Jahren (bisher zwischen 18 und 50 Jahren) und alle Frauen zwischen 18 und 45 Jahren (bisher zwischen 21 und 35 Jahren) zum Arbeitsdienst verpflichtet werden.

Der Oberste Sowjet beschließt eine Verfassungsänderung und gewährt den sowjetischen Einzelrepubliken größere Autonomie. Sie erhalten ein eigenes Volkskommissariat für Verteidigung sowie für Auswärtige Angelegenheiten.

2.2.1944, Mittwoch

US-Truppen rücken im Pazifik beim “Inselspringen” immer weiter vor und besetzen die Marshallinsel Kwajalein.

Die sowjetische 1. Ukrainische Front (Oberbefehlshaber General Nikolaj S. Watutin) greift die deutsche Heeresgruppe Süd unter Generalfeldmarschall Erich von Manstein an und erobert Rowno und Luzk.

Ein portugiesischer Dampfer mit 900 jüdischen Flüchtlingen an Bord trifft in Haifa (Palästina) ein. Das Passagierschiff hatte am 23. Januar Lissabon verlassen.

Im Rahmen einer Veranstaltungsreihe im Deutschen Museum in München bringt die Bayerische Staatsoper als Erstaufführung in szenischer Form Carl Orffs “Carmina Burana” auf die Bühne.

3.2.1944, Donnerstag

Der spanische Staatschef Francisco Franco Bahamonde betont die strikte Neutralität seines Landes, nachdem die Alliierten der spanischen Regierung freundschaftliche Beziehungen zu den Achsenmächten vorgeworfen hatten.

Der Präsident der tschechoslowakischen Exilregierung, Eduard Bene erklärt in London, dass er die Schaffung eines Bundes zwischen den slawischen Nationen wie der Tschechoslowakei, Polen, der Ukraine und Weißrussland befürworte. Er fügt hinzu, dass auch Moskau diesem Plan zustimmen würde.

4.2.1944, Freitag

Der französische Spielfilm “Le ciel est à vous” von Albert Valentin und Jean Grémillon mit Madeleine Renaud und Charles Vanel in den Hauptrollen kommt in Paris in die Kinos.

Im Théâtre de l’Atelier in Paris wird das Drama “Antigone” von Jean Anouilh, das sich inhaltlich eng an die gleichnamige Tragödie des Sophokles anlehnt, uraufgeführt.

Die US-amerikanische Flotte im Pazifik beschießt zum ersten Mal die Kurilen.

In Birma kommt es zu einer Offensive der Japaner gegen die britisch-indische Armee, in deren Verlauf japanische Truppen die indische Grenze überschreiten und bis nach Assam vordringen.

5.2.1944, Samstag

In der Staatsoper in Dresden wird das Ballett “Turandot” von Gottfried von Einem uraufgeführt.

6.2.1944, Sonntag

In der Nacht vom 6. auf den 7. Februar greifen rund 200 sowjetische Bomber Helsinki an. Es ist die schwerste Bombardierung der finnischen Hauptstadt seit Beginn des Krieges.

Eine Reihe von heftigen Erdstößen, die seit Anfang Februar in der Türkei registriert worden sind, haben bisher fast 1500 Todesopfer gefordert. Die Verbindung zu rund 100 Dörfern in Anatolien ist unterbrochen.

7.2.1944, Montag

Als Vergeltung für die Ermordung des Chefs der Geheimen Staatspolizei von Warschau, Franz Kutschera, durch polnische Widerstandskämpfer werden 100 polnische Geiseln exekutiert und in den Straßen Warschaus zur Abschreckung liegengelassen.

Ein Gericht in Montevideo verurteilt sechs Deutsche zu Gefängnisstrafen zwischen fünf und 13 Jahren. Ihnen wird vorgeworfen, eine Organisation mit dem Ziel gebildet zu haben, Uruguay “durch fremde Truppen besetzen zu lassen, um es so in eine nationalsozialistische Kolonie zu verwandeln”.

8.2.1944, Dienstag

Die 6. deutsche Armee muss den Brückenkopf Nikopol an der Ostfront aufgeben, weil die Gefahr der Abschnürung durch sowjetische Truppen zu groß ist.

Unter Androhung von Konsequenzen fordern die USA Finnland auf, umgehend Friedensverhandlungen mit den Alliierten aufzunehmen.

Der deutsche Führer und Reichskanzler Adolf Hitler stiftet den “Dr.-Fritz-Todt-Preis”, der für erfinderische Leistungen, die für die “Volksgemeinschaft” von herausragender, d. h. kriegswichtiger Bedeutung sind, verliehen wird.

9.2.1944, Mittwoch

Der Bischof von Chichester, George Bell, wendet sich in einer Rede vor dem britischen Oberhaus gegen die Verwüstungen europäischer Städte durch Bombardierungen. Wörtlich sagt er: “Eine ganze Stadt zu vernichten, weil einige militärische Ziele in dieser Stadt vorhanden sind, hieße, das Verhältnis von Mitteln und Zielen zu missachten.”

Ein 45-Jähriger Mann aus Birresborn wird vom Volksgerichtshof in Berlin zum Tode verurteilt, weil er “versucht hatte sich mit zersetzenden Gesprächen an Soldaten heranzumachen”.

Die italienische Regierung unter Ministerpräsident Pietro Badoglio setzt für das von den Alliierten besetzte Italien die faschistischen Rassengesetze außer Kraft.

Die Vereinten Nationen veröffentlichen einen Bericht, wonach Griechenland von einer schweren Hungersnot bedroht ist. Außerdem seien etwa zwei Millionen Menschen vom Sumpffieber befallen.

10.2.1944, Donnerstag

Die britisch-türkischen Geheimverhandlungen in Ankara über eine “Bündnispflicht der Türken” auf Grundlage des britisch-türkischen Vertrages vom 19. Oktober 1939 werden ohne Ergebnis abgebrochen.

In Washington wird offiziell bestätigt, dass der 33-Jährige William Patrick Hitler, Neffe des deutschen Führers und Reichskanzlers Adolf Hitler, zum Dienst in der US-Kriegsmarine zugelassen worden ist.

US-amerikanische und australische Truppen vereinigen sich auf Neuguinea im Pazifik, um gemeinsam den Kampf gegen Japan fortzusetzen.

11.2.1944, Freitag

Zur Erinnerung an die Einführung des Luftpostdienstes vor 25 Jahren gibt die Deutsche Reichspost drei Sondermarken heraus (grün: sechs und vier Reichspfennig; rot: zwölf und acht Reichspfennig; blau: 42 und 108 Reichspfennig).

Nach Zeitungsberichten aus Lissabon sind auf der Südseeinsel Kermadec 13 Australier entdeckt worden, die dort vor 17 Jahren nach einem Schiffsunglück strandeten und seitdem auf der Insel leben. Nachdem man den Bewohnern von den Kriegen in der ganzen Welt berichtet hatte, lehnten sie es ab, ihr “paradiesisches Eiland” zu verlassen.

12.2.1944, Samstag

Wegen “nachrichtendienstlicher Pannen” erhält der Abwehrchef im Oberkommando der deutschen Wehrmacht, Admiral Wilhelm Canaris, seine Entlassung. Canaris – ein Gegner des deutschen Führers und Reichskanzlers Adolf Hitler – hatte in seiner Amtszeit Kontakte zu Widerstandskreisen geknüpft.

13.2.1944, Sonntag

Die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei veranstaltet in allen Gauen weltanschauliche Feierstunden zum Thema “Pflug und Schwert”.

Die US-amerikanische Luftwaffe beginnt eine neue Offensive in Ostasien. US-Maschinen bombardieren Ziele im japanisch besetzten Teil von China sowie das Hafengebiet von Hongkong.

Die deutschen Truppen an der Ostfront östlich des Peipussees können der Roten Armee nicht mehr standhalten und müssen dieses Gebiet räumen.

14.2.1944, Montag

Das gesamte deutsche Nachrichten- und Spionagewesen wird vereinigt. Das Amt “Abwehr” des Oberkommandos der Wehrmacht wird dem Reichsführer SS und Chef der deutschen Polizei, Reichsinnenminister Heinrich Himmler, bzw. dem Chef des Reichssicherheitshauptamtes, Ernst Kaltenbrunner, unterstellt.

Unter dem Vorsitz des deutschen Reichsinnenministers Heinrich Himmler tritt in Berlin eine Arbeitstagung zusammen, an der sämtliche Oberbürgermeister des Deutschen Reiches sowie die Landes- und Gauleiter der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP) teilnehmen. Auf der Tagesordnung steht die Erörterung der katastrophalen Lage, in der sich die bombengeschädigten Städte befinden.

15.2.1944, Dienstag

Die US-amerikanische Luftwaffe bombardiert das im Jahr 529 erbaute Benediktinerkloster Monte Cassino in Italien, das dabei völlig zerstört wird.

Unter dem Oberbefehl von General Douglas MacArthur erobern US-amerikanische Truppen die bislang von japanischen Streitkräften besetzten Salomoninseln im Pazifik.

Der Ministerpräsident der polnischen Exilregierung in London, Stanislaw Mikolajczyk, erklärt sich auf Drängen des britischen Premierministers Winston Churchill dazu bereit die Einrichtung einer sowjetischen Militärverwaltung für die Gebiete östlich einer Linie Wilna- Lemberg hinzunehmen, sofern dadurch nicht spätere Grenzregulierungen vorweggenommen würden.

16.2.1944, Mittwoch

Deutsche Truppen beginnen eine Offensive gegen den alliierten Landekopf bei Anzio und Nettuno in Italien, um die gegnerischen Verbände wieder ins Meer zurückzudrängen. Sie setzen dabei mit großem Erfolg den ferngesteuerten Zwergpanzer “Goliath” ein.

Der Generalbevollmächtigte für den Arbeitseinsatz im Deutschen Reich, Fritz Sauckel, ruft alle nicht Arbeitspflichtigen zum “freiwilligen Ehrendienst in der deutschen Kriegswirtschaft” auf. Er wendet sich vor allem an Pensionäre und Frauen.

Berlin erlebt in der Nacht vom 15. auf den 16. Februar den bislang schwersten Luftangriff des Zweiten Weltkrieges. Mehr als 800 Bomber der britischen Luftwaffe werfen 2643 t Spreng- und Brandbomben über Wohngebieten,den Daimler-Benz- und den Siemenswerken ab.

17.2.1944, Donnerstag

In einer Rede in San Diego (US-Bundesstaat Kalifornien) weist US-Vizepräsident Henry Agard Wallace darauf hin, dass Südamerika zu der Interessenssphäre seines Landes zählt. Im Hinblick darauf fordert er eine stärkere politische und wirtschaftliche Zusammenarbeit der USA mit Lateinamerika.

Die schwedische Fluggesellschaft “Aerotransport” nimmt den regelmäßigen Flugverkehr zwischen Schweden und Großbritannien wieder auf, der im Herbst 1943 eingestellt worden war. Die Maschinen werden künftig mit voller Beleuchtung im Geleit deutscher Flugzeuge über norwegisches Gebiet auf einem durch besondere Leuchtfeuer gekennzeichneten Weg fliegen.

Die östlich von Tscherkassy in der Ukraine seit dem 28. Januar von sowjetischen Truppen eingekesselten deutschen Verbände brechen unter schweren Verlusten aus. Generalfeldmarschall Erich von Manstein hatte den Ausbruch angesichts der aussichtslosen militärischen Lage entgegen der Order von Führer und Reichskanzler Adolf Hitler angeordnet.

18.2.1944, Freitag

Marschall Georgi K. Schukow wird in seiner Eigenschaft als Oberbefehlshaber der Roten Armee zum Stellvertreter des sowjetischen Partei- und Staatschefs Josef W. Stalin ernannt.

Der britische Wiederaufbauminister, Frederic James Woolton, gibt in London seine Nachkriegspläne bekannt, die hauptsächlich Vorschläge zur Bekämpfung der befürchteten Massenarbeitslosigkeit beinhalten.

19 kanadische und australische Bomber starten zu einem Sondereinsatz (Operation “Jericho”) gegen das Gefängnis in Amiens (Frankreich). Sie wollen mit ihrem Angriff den rund 700 dort inhaftierten und zum Tode verurteilten französischen Widerstandskämpfern den Ausbruch ermöglichen. 258 Gefangenen gelingt die Flucht, 100 Inhaftierte fallen den Bomben zum Opfer.

19.2.1944, Samstag

Die deutsche Luftwaffe greift mit 187 Flugzeugen London an. Es ist die schwerste Bombardierung der britische Hauptstadt seit Mai 1941.

In Moskau wird bekanntgegeben, dass die Sowjetunion US-General Dwight D. Eisenhower, dem alliierten Oberbefehlshaber für die Invasion in Frankreich, den Suworow-Orden verliehen hat. Es handelt sich dabei um die höchste militärische Auszeichnung der UdSSR.

20.2.1944, Sonntag

Generalfeldmarschall Erwin Rommel, der Oberbefehlshaber der deutschen Heeresgruppe B an der Westfront, beendet eine viertägige Inspektionsreise zur Überprüfung der deutschen Verteidigungsfähigkeit an der Atlantikküste im Falle einer alliierten Invasion. Er berichtet Führer und Reichskanzler Adolf Hitler, dass der “Atlantikwall” allen Anforderungen gewachsen sei.

Die deutschen Straßenverkehrsvorschriften werden geändert, da es infolge des “totalen Krieges” keine Blink- und Bremslichter für Zivilautos gibt. Zukünftig dürfen Kraftwagen auch ohne diese Signalvorrichtungen öffentliche Straßen benutzen. Es wird jedoch zu besonderer Vorsicht aufgerufen.

Spanien zieht seine letzte Legion von der Kriegsfront im Osten zurück. Die Soldaten gehören zu der “Blauen Division”, die der spanische Staatschef Francisco Franco Bahamonde trotz der Neutralitätserklärung seines Landes zu Beginn des Krieges gegen die Sowjetunion “zum Kampf gegen den Kommunismus” gesandt hatte.

Die Alliierten starten eine knapp einwöchige Luftoffensive (“Big Week”) gegen das Deutsche Reich. Ziel der konzentrierten Angriffe sind in erster Linie Industrie- und Rüstungszentren.

21.2.1944, Montag

Der japanische Ministerpräsident Hideki Todscho übernimmt zusätzlich das Amt des Heeresstabschefs seines Landes. Der bisherige Marinestabschef Osima Nagano wird von Admiral Shigetaro Shimada abgelöst.

In Paris wird Missak Manouchian, einer der führenden französischen Widerstandskämpfer, hingerichtet.

Der britische Spielfilm “San Demetrio” (San Demetrio – Die schwimmende Hölle) wird uraufgeführt. Die Hauptrollen in dieser Geschichte um das von deutschen U-Booten in Brand geschossene Londoner Tankschiff “San Demetrio” sind mit Robert Beatty und Walter Fitzgerald besetzt.

22.2.1944, Dienstag

Die deutschen Truppen müssen dem Druck der Roten Armee bei Kriwoi Rog weichen und räumen die ukrainische Stadt, ein bedeutendes Erzbergbauzentrum der UdSSR.

Der britische Premierminister Winston Churchill verteidigt vor dem Unterhaus in London die Gebietsverschiebung Polens nach Westen gegen den Widerstand der polnischen Exilregierung.

In Paris wird der französische Dichter und Widerstandskämpfer Robert Desnos verhaftet und später in das Konzentrationslager (KZ) Theresienstadt deportiert. Er stirbt am 8. Juni 1945 kurz nach seiner Befreiung aus dem KZ.

23.2.1944, Mittwoch

Das Gaupresseamt der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP) warnt die Bevölkerung vor gefälschten Lebensmittelkarten, die von alliierten Flugzeugen über deutschen Städten abgeworfen werden.

Die britische Regierung erlässt das “Treasury Announcement”. Danach werden die Alliierten grundsätzlich kein Gold als Zahlungsmittel anerkennen, das von der Deutschen Reichsbank in Verkehr gebracht wurde (“Raubgold”).

Die Partisanenverbände Josip Titos, des Präsidenten des jugoslawischen “Antifaschistischen Rates der Nationalen Befreiung”, schließen sich der sowjetischen Roten Armee für den weiteren Kampf gegen das Deutsche Reich an.

24.2.1944, Donnerstag

Aus Anlass des Gründungstages der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP) am 24. Februar 1920 findet eine Tagung der Reichsleiter, Gauleiter und Verbändeführer der NSDAP statt. Der Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda, Joseph Goebbels, fordert in seiner Ansprache das deutsche Volk auf, sich materiell, moralisch und seelisch auf die entscheidende Endphase des Krieges vorzubereiten.

Edelmiro Fárrell löst Pedro Pablo Ramírez als Staatspräsident von Argentinien ab und bildet eine neue Regierung. Die USA werfen dem Fárrell-Regime vor, die Achsenmächte zu unterstützen und brechen am 4. März die diplomatischen Beziehungen zu dem südamerikanischen Land ab.

Der deutsche Führer und Reichskanzler Adolf Hitler verleiht seinem Leibarzt, Theo Morell, das Ritterkreuz zum Kriegsverdienstkreuz.

25.2.1944, Freitag

Am Nachmittag und in der darauffolgenden Nacht greifen US-Bomber Augsburg an. 730 Menschen werden getötet, viele hundert verletzt und zahlreiche historische Gebäude zerstört.

Königin Wilhelmina der Niederlande entgeht nur knapp dem Tode, als Bomben ihr Haus bei London zerstören. Zwei Hausbewohner werden getötet, die 63-Jährige Königin bleibt unverletzt.

Der französische Literaturpreis “Prix de la Pléiade” (100 000 Francs), eine Stiftung des Pariser Verlags Gallimard, wird dem 21-Jährigen Marcel Mouloudji für seinen Roman “Enrico” zuerkannt.

26.2.1944, Samstag

Die “Essener Nationalzeitung” berichtet, dass Briefmarken, die im Deutschen Reich keiner Preiskontrolle unterliegen, zunehmend als Spekulationspapiere gehandelt werden.

Das Amt für Kriegsrekrutierung der Vereinigten Staaten gibt bekannt, dass sich derzeit 10,6 Millionen US-Amerikaner unter Waffen befinden. Bis zum 1. Juli 1944 soll der Mannschaftsstand um 700 000 neue Rekruten auf 11,3 Millionen Soldaten erhöht werden.

Die finnische Hauptstadt Helsinki wird von der sowjetischen Luftwaffe angegriffen und schwer bombardiert.

Nach einem Treuebekenntnis des rumänischen Staatschefs Ion Antonescu gibt der deutsche Führer und Reichskanzler Adolf Hitler seine Pläne zur Besetzung Rumäniens auf.

27.2.1944, Sonntag

Im Asphaltierwerk II des Hörder Vereins in Dortmund streikt die gesamte Belegschaft gegen eine Erhöhung der Panzerplattenproduktion.

Der Chef der US-amerikanischen Bundespolizei, J. Edgar Hoover, teilt mit, dass die Kriminalität der Jugendlichen in den Vereinigten Staaten seit einigen Jahren stark zugenommen habe. Hoover schreibt diese Entwicklung der teilweise durch den Krieg bedingten Zerrüttung der Familien zu.

28.2.1944, Montag

In Birma beginnt eine neue Kampfphase mit schweren Gefechten zwischen anglo-indischen Truppen und japanischen Verbänden.

500 australische Grubenarbeiter werden zur Armee eingezogen, da sie dem Befehl der Regierung, den bereits seit drei Wochen andauernden Streik zu beenden nicht Folge geleistet haben.

Das Fürstentum Monaco, das lange Zeit von den Auswirkungen des Zweiten Weltkriegs weitgehend verschont geblieben ist, meldet Versorgungsengpässe und führt ein strenges Rationierungssystem ein. Außerdem müssen alle Ausländer, die sich als Touristen in Monaco aufhalten, bis zum 13. März 1944 ausreisen.

Die Reichsstelle Eisen und Metalle im Deutschen Reich erlässt eine Anordnung, wonach alle Einrichtungsgegenstände in Verwaltungsgebäuden und Büros, die aus Metall bestehen, als beschlagnahmt gelten und bis zum 30. April 1944 angemeldet werden müssen,

29.2.1944, Dienstag

Finnlands Ministerpräsident Edwin Linkomies berichtet im finnischen Reichstag, dass sein Land Geheimverhandlungen mit der Sowjetunion über einen Waffenstillstand zwischen beiden Ländern aufgenommen habe.

US-amerikanische Truppen landen auf den Admiralitätsinseln im Südwestpazifik. Der japanische Widerstand wird schnell niedergeschlagen.

Aus einem Korrespondentenbericht der “Neuen Zürcher Zeitung” geht hervor, dass die Kindersterblichkeit in Europa dramatisch zugenommen hat.

Das Jahr 1944 ist nicht nur ein Schaltjahr sondern weist auch noch die Besonderheit auf, dass es sich über 54 Wochen erstreckt. Dies ist nur viermal in 100 Jahren der Fall – das letzte Mal 1916 -, und zwar dann, wenn ein Schaltjahr mit einem Sonnabend beginnt.