Was geschah im Februar 1950

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1.2.1950, Mittwoch

Bei seinem ersten offiziellen Besuch in Nordrhein-Westfalen bezeichnet Bundespräsident Theodor Heuss das Land an Rhein und Ruhr als “den zentralen Schicksalsstaat der Bundesrepublik”, in dem die größten wirtschaftlichen Potenzen Westdeutschlands lägen.

Die Westberliner Dienststelle des Bundespatentamtes in München nimmt ihre Arbeit auf. Die Behörde kann allerdings vorläufig nur ein Prioritätsrecht auf Patentanträge sichern: Da Berlin (West) kein Bestandteil der Bundesrepublik Deutschland und auch keines anderen Staates ist, liegt die geteilte Stadt derzeit außerhalb jedes Patentschutzes.

Das bulgarische Parlament wählt einstimmig Walko Tscherwenkow als Nachfolger des am 23. Januar verstorbenen Wassil Kolarow zum Ministerpräsidenten des Landes.

2.2.1950, Donnerstag

Auf Antrag der Bayernpartei setzt der Bundestag seinen ersten Untersuchungsausschuss ein. Er soll die Importpolitik des Bizonenrates, der westdeutschen Selbstverwaltung vor Gründung der Bundesrepublik Deutschland, überprüfen. Die Bayernpartei ist der Ansicht, seinerzeit seien Waren z.T. am Bedarf vorbei eingeführt und bestimmte Importeure bevorzugt worden.

Empörung löst die Nachricht aus, dass die Schauspielerin Ingrid Bergman einen Sohn geboren hat, dessen Vater nicht ihr Ehemann Petter Lindström, sondern der italienische Regisseur Roberto Rosselini ist, mit dem die Bergman seit 1949 zusammenlebt.

3.2.1950, Freitag

67 Delegierte der Nationalen Front gründen in Berlin (Ost) unter Vorsitz von Ernst Niekisch den Nationalrat der Nationalen Front der DDR.

Der deutsch-britische Wissenschaftler Klaus Fuchs wird in London unter dem Verdacht verhaftet, Atomgeheimnisse an die Sowjetunion verraten zu haben. Eine Woche später legt er ein Teilgeständnis ab.

In München wird der Film “Wiener Mädeln” (Regie: Willi Forst) uraufgeführt.

In den Vorprogrammen der bundesdeutschen Kinos ist zum ersten Mal die Neue Deutsche Wochenschau (NDW) zu sehen, die in Filmberichten über aktuelle Ereignisse informiert.

4.2.1950, Samstag

Auf einer Kundgebung der rechtsradikalen Sozialistischen Reichspartei (SRP) in der überfüllten Wolfsburger Stadthalle kommt es zu handgreiflichen Auseinandersetzungen zwischen SRP-Anhängern und Mitgliedern der kommunistisch beeinflussten Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN). Die SRP erklärt zu den Vorgängen, sie werde in Zukunft zum Angriff übergehen und politische Gegner, die ihre Versammlungen zu stören versuchten, ebenso aus dem Saal prügeln wie die VVN-Angehörigen in Wolfsburg.

Als Konsequenz aus dem Entnazifizierungsskandal in Württemberg-Baden tritt der zuständige Minister, Karl Stroele von seinem Amt zurück.

5.2.1950, Sonntag

In Ungarn wird durch eine Regierungsverordnung die Militärdienstpflicht von zwei auf drei Jahre erhöht.

Bei den Deutschen Meisterschaften im Eiskunstlaufen in Köln können die Vorjahressieger Helga Dudzinski, Horst Faber sowie im Paarlauf Ria Baran und Paul Falk ihre Titel verteidigen.

Das Team der USA siegt bei der Weltmeisterschaft im Viererbob in Cortina d’Ampezzo vor der Schweizer Mannschaft.

6.2.1950, Montag

Bundeskanzler Konrad Adenauer (CDU) gibt in Bonn bekannt, dass alle Eisen- und Stahllieferungen in die DDR auf Ersuchen der Alliierten vorläufig eingestellt werden. Der Schritt wird damit begründet, dass die DDR mit ihren im Interzonenhandelsabkommen vom Oktober 1949 vereinbarten Gegenlieferungen in Verzug geraten sei. Es wird jedoch auch ein Zusammenhang mit den jüngsten Behinderungen im Berlin-Verkehr vermutet. Am 26. Februar wird das Stahlembargo wieder aufgehoben.

In Budapest gehen die Tischtennis-Weltmeisterschaften zu Ende.

7.2.1950, Dienstag

Großbritannien und die USA erkennen den halbautonomen Staat Vietnam innerhalb der Französischen Union und damit die Regierung Bao-Dai als Vertretung des vietnamesischen Volkes an. Eine Woche zuvor hat die Sowjetunion die von Ho Chi Minh geführte Regierung in Vietnam offiziell anerkannt. Die Spaltung des Landes wird damit auch in den Augen der Weltöffentlichkeit immer mehr zur politischen Realität.

Nachdem am 3. Februar die Mitglieder der Sozialistischen Partei wegen Unstimmigkeiten in der Lohnpolitik die französische Regierung verlassen haben, bildet Ministerpräsident Georges Bidault sein Kabinett um, das jetzt nur noch aus Angehörigen bürgerlicher Parteien besteht.

Der Europäische Wirtschaftsrat OEEC veröffentlicht einen Zwischenbericht über das Jahr 1949. Darin heißt es, der Vorkriegsstand der industriellen Produktion und des Außenhandels sei in den OEEC-Mitgliedsstaaten fast erreicht. Ungelöst bleibe das Problem des US-Dollar-Mangels in den europäischen Ländern.

8.2.1950, Mittwoch

Die DDR-Volkskammer nimmt ein Gesetz über die Bildung eines Ministeriums für Staatssicherheit an.

Sieger des Sechstagerennens in Hannover werden die Dortmunder Gustav Kilian/Heinz Vopel.

Offizielle chinesische Stellen bestätigen ausländische Presseberichte, wonach im Norden der Volksrepublik China mehrere Millionen Menschen von einer Hungersnot bedroht sind.

9.2.1950, Donnerstag

Während einer Bundestagsdebatte über Möglichkeiten zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit stellt Bundeskanzler Konrad Adenauer (CDU) ein 3,4 Mrd.-DM-Programm der Regierung vor, durch das neue Arbeitsplätze geschaffen werden sollen.

Fast vier Monate nach dem Ende des Bürgerkriegs hebt die Regierung in Athen den Ausnahmezustand in Nordgriechenland sowie auf einigen Inseln auf.

Der US-amerikanische Oberbefehlshaber in Japan, General Douglas MacArthur, erteilt der japanischen Regierung die Genehmigung, in einigen US-amerikanischen Städten Konsulate ohne diplomatischen Status zu errichten. Es handelt sich um die ersten Auslandsvertretungen Japans seit Ende des Zweiten Weltkriegs.

In Basel ist Benjamin Brittens “Beggar’s Opera” in deutschsprachiger Erstaufführung zu sehen.

10.2.1950, Freitag

Das US-Agrarministerium teilt mit, dass rund 1,4 Mio. t Kartoffeln, die gemäß der preissichernden Ankaufgesetzgebung aufgekauft worden sind, voraussichtlich vernichtet werden müssen, weil weder im Inland noch im Ausland Nachfrage danach besteht.

Der Bundestag beschließt ein Wirtschaftsförderungsprogramm für Berlin (West) mit einem Umfang von 105 Mio. DM.

Der Vorsitzende der CDU Sachsen-Anhalt, Erich Fascher, erklärt seinen Rücktritt, legt sämtliche Parteiämter nieder und setzt sich nach Berlin (West) ab. In den letzten 14 Tagen sollen insgesamt 128 führende Mitglieder der ostdeutschen CDU in den Westen geflohen sein.

11.2.1950, Samstag

Truppen der Demokratischen Republik (Nord-)Vietnam nehmen Saigon, den Sitz der (süd-)vietnamesischen Regierung, unter Beschuss. Auch in anderen Landesteilen kommt es zu schweren Gefechten zwischen Einheiten aus dem kommunistisch geführten Norden und dem von Frankreich unterstützten Süden.

12.2.1950, Sonntag

Der deutsch-US-amerikanische Physiker Albert Einstein warnt in einem Fernseh-Interview eindringlich vor der Entwicklung einer Wasserstoffbombe, wie sie US-Präsident Harry S. Truman angeordnet hat.

In Dortmund wird die Operette in drei Akten “Premiere in Mailand” von Gerhard Winkler mit dem Text von Waldemar Frank und Eduard Rogati sowie Gesangstexten von G. Schwenn uraufgeführt.

13.2.1950, Montag

Die fast 400 000 streikenden Kohlebergleute in den USA setzen ihren Ausstand entgegen dem Aufruf ihrer Gewerkschaft zur Wiederaufnahme der Arbeit fort. Durch den seit Wochen andauernden Streik, mit dem die Bergleute höhere Löhne durchsetzen wollen, droht in den USA Energiemangel, so dass nun mit einem Eingreifen der Regierung gerechnet wird.

14.2.1950, Dienstag

In Moskau wird ein Freundschafts- und Beistandspakt zwischen der Sowjetunion und der Volksrepublik China unterzeichnet, der zunächst 30 Jahre Bestand haben soll.

Nach der Billigung durch beide Kammern des Parlaments unterzeichnet US-Präsident Harry S. Truman die Gesetze über nichtmilitärische Hilfe an Taiwan (in Höhe von 10,5 Mio. US-Dollar) und Südkorea (60 Mio. US-Dollar).

Ein Militärgericht in Stettin verurteilt zwei französische und drei polnische Staatsbürger wegen Spionage zu Haftstrafen zwischen acht und 15 Jahren. Ein weiterer Pole wird zum Tode verurteilt. Alle Angeklagten hatten im Laufe des Prozesses gestanden, für den französischen Nachrichtendienst tätig gewesen zu sein.

Die bayerische Landesregierung beschließt ein Arbeitsbeschaffungsprogramm, das über 50 000 Menschen Beschäftigung geben soll. Zur Finanzierung werden rund 600 Mio. DM aus dem regulären Staatshaushalt abgezweigt.

15.2.1950, Mittwoch

Durch Kabinettsorder werden in Rumänien neue Bestimmungen für Rechtsanwälte erlassen. Danach unterstehen alle Rechtsanwälte dem Justizministerium; den Klienten wird durch die Anordnung das Recht genommen, sich einen Anwalt eigener Wahl zu suchen.

Der finnische Staatspräsident Juho Paasikivi wird von einem Wahlmännergremium mit großer Mehrheit für weitere sechs Jahre in seinem Amt bestätigt.

In der Bundesrepublik Deutschland sind 2,018 Mio. Arbeitslose gemeldet.

Die Vierte Strafkammer des Landgerichts Kiel in Neumünster spricht den Bundestagsabgeordneten Wolfgang Hedler mangels Beweisen von der Anklage frei, antisemitische Äußerungen gemacht und die Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus verunglimpft zu haben.

16.2.1950, Donnerstag

Das birmesische Parlament billigt einstimmig die Verschiebung der Wahlen um weitere zwölf Monate. Das seit zwei Jahren unabhängige Land wurde 1949 von einem Bürgerkrieg erschüttert, in dem sich die von der ehemaligen Kolonialmacht Großbritannien unterstützte Regierung behauptet.

In einer Rede vor Vertretern der US-amerikanischen Wirtschaft in Washington plädiert US-Außenminister Dean Acheson für den Grundsatz der “totalen Diplomatie”. Hierfür müssten alle Behörden und Organisationen der Vereinigten Staaten eng zusammenarbeiten, um ein Äquivalent zur Macht der Sowjetunion zu schaffen und den “Kalten Krieg” zwischen Ost und West zu beenden.

Der katholische Bischof von Berlin, Kardinal Konrad Graf von Preysing-Lichtenegg-Moos, untersagt den Geistlichen seines Bistums jegliche Mitarbeit in der Nationalen Front der DDR.

17.2.1950, Freitag

Der katholische Hilfsbischof von Prag, Anton Elkchner, leistet einen Loyalitätseid gegenüber der tschechoslowakischen Regierung. Es ist die erste Anerkennung der umstrittenen tschechoslowakischen Kirchengesetzgebung vom Juni 1949 durch einen katholischen Geistlichen.

Im Weißen Haus in Washington nimmt US-Präsident Harry S. Truman seinen neuen Dienstwagen, einen Ford Lincoln, in Empfang. Das Fahrzeug, das als das teuerste Auto der Welt gilt, verfügt über eine Sprechanlage zwischen Vorder- und Rücksitzen, vergoldete Türgriffe und -schwellen, einen Schirmständer sowie besondere Trittbretter für begleitende Geheimpolizisten.

18.2.1950, Samstag

In einer Rede auf einer Massenveranstaltung der Volksfront in der serbischen Stadt Titovo macht der jugoslawische Ministerpräsident Josip Tito deutlich, dass auch künftig keinerlei Opposition im Innern geduldet werde. Im außenpolitischen Teil seiner Rede richtet Tito scharfe Angriffe gegen Ost und West und erklärt, dass Jugoslawien Handel mit dem Westen treiben, aber keine politischen Konzessionen machen werde.

Mit einem zweitägigen Streik setzen die rund 800 Bergleute der Bochumer Zeche Klosterbusch die Entlassung eines Bergassessors durch, der Mitglied des Nationalsozialistischen Kraftfahrkorps gewesen sein und den Posten eines Gauobmannes der Deutschen Arbeitsfront innegehabt haben soll.

Die Ski-Weltmeisterschaften in Aspen (USA), die am 13. Februar begonnen haben, enden mit einem Riesenerfolg für die österreichischen Damen: In allen drei Wettbewerben belegen die Österreicherinnen die ersten beiden Plätze.

19.2.1950, Sonntag

Zum Abschluss der zweitägigen Deutschen Meisterschaften im Hallenhandball in Berlin (West) gewinnt das Team von Polizei Hamburg den Titel.

Beim Turnier der Profisprinter in Melbourne/Australien siegt der US-Amerikaner Norwood Ewell.

20.2.1950, Montag

Bundesjustizminister Thomas Dehler (FDP) erklärt in einem Interview mit der Westberliner Zeitung “Der Kurier”, eine der ersten Aufgaben des noch zu errichtenden Bundesverfassungsgerichts sei die Überprüfung der Kommunistischen Partei und aller Organisationen, die kommunistische Ziele verfolgten.

Die niederländischen Gewerkschaften verbieten ihren in Baubetrieben beschäftigten Mitgliedern die Arbeit auf Baustellen, auf denen Sandstein verarbeitet wird. Die Arbeitnehmervertreter machen geltend, dass die Arbeit mit Sandstein die meist tödlich verlaufende Staublungenkrankheit Silikose hervorrufe.

In den rheinischen Karnevalshochburgen wird der Rosenmontag gefeiert.

Fast 100 000 Arbeiter der Metall- und Automobilindustrie in Paris und Umgebung treten zur Unterstützung ihrer Lohnforderungen in den Streik. Zwei Tage später erhöht sich die Zahl der Streikenden auf 250 000. Eine Einigung mit den Arbeitgebern wird erst Mitte März erzielt.

Als Nachfolger des vor einem Monat zurückgetretenen Paul Bourdin wird Heinrich Brand Leiter des Presse- und Informationsamtes der Bundesregierung.

22.2.1950, Mittwoch

Die Stadt New York beschließt, “Regenmacher” zu Hilfe zu holen, um der durch die seit zehn Monaten anhaltende Trockenheit verursachte Trinkwasserknappheit zu begegnen.

In Köln wird der Walt-Disney-Film “Schneewittchen” von 1937 in deutscher Erstaufführung gezeigt.

Das Bundesministerium für gesamtdeutsche Fragen warnt vor der “systematischen geistigen Unterminierung des deutschen Westens durch Personen des deutschen Ostens”. Jeder Deutsche bleibe aufgerufen, enge menschliche, fachliche und geistige Beziehungen über die deutsch-deutsche Grenze hinweg zu pflegen, gleichzeitig sei jedoch gegenüber Gästen aus der DDR Vorsicht geboten, die möglicherweise politische Propagandaaufgaben erfüllten.

In einer Rede in Alexandria/Virginia richtet sich US-Präsident Harry S. Truman mit scharfen Worten gegen die Sowjetunion und warnt vor dem “tödlichen Angriff” des Kommunismus.

23.2.1950, Donnerstag

Bei den Wahlen zum britischen Unterhaus verliert die seit 1945 regierende Labour-Party zwar beträchtlich an Stimmen, behält aber mit 315 von 625 Mandaten knapp die absolute Mehrheit im Parlament.

Das US-Repräsentantenhaus stimmt einer Vorlage zu, welche die Gleichstellung der Schwarzen auf dem Arbeitsmarkt freiwilligen Entschlüssen der Arbeitgeber überläßt.

In Gegenwart des Kölner Erzbischofs Kardinal Josef Frings sowie Vertretern der Stadt Köln und des Landes Nordrhein- Westfalen wird die Schatzkammer des Kölner Doms wieder geöffnet. Die seit 1939 geschlossene Schatzkammer, in der kirchliche Kunstwerke von hohem historischen Wert aufbewahrt werden, hat die Einwirkungen des Zweiten Weltkriegs unbeschadet überstanden.

24.2.1950, Freitag

Der Oberkommandierende der britischen Rheinarmee bestätigt das Urteil gegen den ehemaligen deutschen Generalfeldmarschall Erich von Manstein, der am 19. Dezember 1949 von einem britischen Militärgericht in Hamburg der Kriegsverbrechen gegen die Sowjetunion für schuldig befunden wurde. Das Strafmaß gegen von Manstein wird jedoch von 18 auf 12 Jahre herabgesetzt.

Die im November 1949 gewählte Hamburger Bürgerschaft bestimmt Max Brauer (SPD) erneut zum Ersten Bürgermeister der Hansestadt. Die Hamburger Regierung, der Senat, setzt sich aus Sozialdemokraten zusammen.

25.2.1950, Samstag

Der ausenpolitischen Ausschuss des US-amerikanischen Senats ernennt eine fünfköpfige Kommission unter Vorsitz von Senator Millards Tydings, der das Außenministerium auf Kommunisten überprüfen soll.

26.2.1950, Sonntag

Bundeskanzler Konrad Adenauer (CDU), der SPD-Vorsitzende Kurt Schumacher und weitere hochrangige Politiker würdigen den Vorsitzenden des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) Hans Böckler, auf einer Feier in Köln anlässlich seines 75. Geburtstages.

In Rottach-Egern gehen die alpinen Deutschen Ski-Meisterschaften (seit 24.2.) zu Ende.

Israel ersucht die Regierungen in London und Washington um Waffenhilfe.

Der ehemalige Hauptmann der niederländischen Armee, Raymond Paul Pierre “Turk” Westerling, der im Januar einen Aufstand gegen die indonesische Regierung geführt hat, wird in Singapur festgenommen.

Der KPD-Vorsitzende Max Reimann erklärt auf einer Kundgebung der Freien Deutschen Jugend (FDJ) in Essen, Bundeskanzler Konrad Adenauer wünsche die Arbeitslosigkeit in Westdeutschland um die notleidende Jugend für die Remilitarisierung zu gewinnen.

27.2.1950, Montag

Die Generalversammlung des Südschleswigschen Wählerverbandes (SSW), die Vertretung der dänischen Minderheit in Schleswig-Holstein, wählt den Bundestagsabgeordneten Hermann Clausen zum ersten Vorsitzenden. Er löst Samuel Münchow ab, der für den beträchtlichen Mitgliederschwund des SSW verantwortlich gemacht wird.

Ein Gericht in Washington lehnt die Aushändigung der nach Kriegsende von einem US-amerikanischen Offizier gestohlenen hessischen Kronjuwelen im Wert von rund 6,3 Mio. DM an Prinz Wolfgang und Gräfin Margarethe von Hessen ab. Die Entscheidung wird damit begründet, dass der Prinz und die Gräfin als feindliche Ausländer keinen Prozess vor einem amerikanischen Gericht führen dürften solange nicht der Kriegszustand zwischen den Vereinigten Staaten und Deutschland beendet sei.

28.2.1950, Dienstag

Der US-amerikanische Hochkommissar in Deutschland, John McCloy, fordert auf einer Pressekonferenz in Frankfurt am Main freie Wahlen in Gesamtdeutschland.

Der Ministerrat der UdSSR beschließt die Umstellung der Währung von US-Dollar auf Goldbasis sowie die Erhöhung des Rubelkurses gegenüber ausländischen Währungen.

Mit einer gemeinsamen Feier von Bundestag und Bundesrat gedenken die Parlamentarier in Bonn des 25. Todestages von Friedrich Ebert. Der sozialdemokratische Politiker wurde 1919 erster Präsident der Deutschen Republik.

Das niedersächsische Wirtschaftsministerium erhält von den Westalliierten den endgültigen Befehl für die Teildemontage der stahlerzeugenden Reichswerke Watenstedt-Salzgitter.

Die alliierte Hochkommission ermächtigt die Bundesregierung, Eisenbahnschienen und Ersatzteile im Wert von rund 30 Mio. DM an die Volksrepublik China zu verkaufen. Drei Monate zuvor hat die Hochkommission noch ein Exportgeschäft der Bundesrepublik Deutschland mit dem kommunistischen China abgelehnt.

In den Vereinigten Staaten gibt es 4,684 Mio. Arbeitslose, das sind rund 1,5 Mio. mehr als vor einem Jahr.

Die französische Nationalversammlung verabschiedet ein Gesetz, das die Herstellung und den Import des koffeinhaltigen Erfrischungsgetränks Coca Cola stärkerer Kontrolle unterwirft.