Was geschah im Februar 1955

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1.2.1955, Dienstag

In Washington ratifiziert der US-amerikanische Senat den Südostasiatischen Verteidigungspakt SEATO, der sich gegen das massive Expansionsstreben der UdSSR richtet.

Zum Nachfolger des am 29. Januar in Stockholm verstorbenen dänischen Ministerpräsidenten Hans Hedtoft wählt das Kabinett in Kopenhagen den bisherigen Außenminister Hans Christian Hansen.

An der Londoner Covent-Garden-Oper wird die Oper “The Midsummer Marriage” des britischen Komponisten Michael Tippett uraufgeführt.

Die britischen Eisenbahnen beschließen in London ein umfassendes Programm zur Modernisierung des Schienennetzes. u.a. sollen innerhalb der nächsten 15 Jahre sämtliche Dampfloks durch Diesel- oder Elektroloks ersetzt werden. Die Gesamtkosten werden mit rund 1,2 Mrd. Pfund (14,1 Mrd. DM) beziffert.

Wladislaw Gomulka, früherer stellvertretender Ministerpräsident Polens, der 1948 wegen “nationalistischer Abweichung” aus der kommunistischen Partei ausgeschlossen und verhaftet worden war, wird aus der Haft entlassen.

2.2.1955, Mittwoch

Zum Abschluss seines dreitägigen Staatsbesuches in Italien erklärt der türkische Ministerpräsident Adnan Menderes, ein Beitritt der Türkei zum Verteidigungspakt der Westeuropäischen Union komme zur Zeit nicht in Frage.

In Paris stellt der französische Modeschöpfer Christian Dior seine A-Linie vor, die – der Silhouette des “A” folgend – durch schmale Schultern, ein breites Dekolleté, eine tiefsitzende Taille und einen ab den Hüften stark ausgestellten Rock gekennzeichnet ist.

In einer Stellungnahme zu dem am 29. Januar in der Frankfurter Paulskirche verabschiedeten “Deutschen Manifest” kündigen die Parteien der Bonner Koalition (CDU/CSU, FDP, DP und BHE) eine Reihe von Kundgebungen an, auf denen die Bundesbürger auf die Notwendigkeit des westdeutschen NATO-Beitritts hingewiesen werden sollen.

3.2.1955, Donnerstag

In seiner Regierungserklärung vor dem Abgeordnetenhaus bezeichnet der Regierende Bürgermeister von Berlin, Otto Suhr (SPD), die Teilung Deutschlands und Berlins als unerträglich.

Die tschechoslowakische Regierung erklärt in Prag offiziell den Kriegszustand mit Deutschland für beendet.

Die chinesische Regierung gibt in Peking die Einführung der allgemeinen Wehrpflicht bekannt.

In Düsseldorf findet erstmals der “Kongress für ästhetische Medizin” statt, an dem rund 500 Chirurgen teilnehmen. Nach Angaben der Veranstalter sei durch die hohe Zahl an Kriegsverletzten die Bedeutung der plastischen Chirurgie in den letzten Jahren ständig gestiegen.

4.2.1955, Freitag

Der Nordische Rat, an dem Parlamentarier aus Schweden, Norwegen, Dänemark und Island teilnehmen, beschließt in Stockholm zum Abschluss seiner fünftägigen Tagung eine Reihe von Abkommen über eine wirtschaftliche und kulturelle Zusammenarbeit zwischen den skandinavischen Staaten und kündigt die Schaffung eines gemeinsamen Marktes an.

5.2.1955, Samstag

In Paris tritt die Regierung unter Ministerpräsident Pierre Mendès-France (Radikalsozialisten) nach einer Parlamentsdebatte über die französische Nordafrikapolitik zurück.

Unter dem Schutz der 7. US-amerikanischen Flotte wird die Bevölkerung der dem chinesischen Festland vorgelagerten Inseln Quemoy und Matsu nach Formosa evakuiert. Von der Aktion, die am 12. Februar abgeschlossen ist, sind rund 32 000 Menschen betroffen.

Gegenüber der US-amerikanischen Presse bezeichnet der Erste Sekretär des Zentralkomitees der KPdSU, Nikita Chruschtschow, Gerüchte über einen Bruch mit Ministerpräsident Georgi M. Malenkow als “lächerlich”.

6.2.1955, Sonntag

In Frankfurt am Main erlässt die Alliierte Hohe Kommission das Gesetz zum Abschluss der Entflechtung des I.G.-Farbenindustrie AG-Konzerns. Das Gesetz regelt die Liquidation des ehemals größten Chemie-Konzerns der Welt.

Vor dem Bundesvorstand der CDU in Bonn erklärt Bundeskanzler Konrad Adenauer, eine Ablehnung der Pariser Verträge verhindere den Zusammenschluss Europas, zerstöre den Nordatlantikpakt und werde zum wirtschaftlichen Niedergang der Bundesrepublik Deutschland führen.

In der polnischen Hauptstadt Warschau findet eine “Europäische Konferenz für die friedliche Lösung der deutschen Frage” unter der Beteiligung von Parlamentariern aus acht westeuropäischen und sieben osteuropäischen Staaten statt. In der Schlussresolution fordern die Teilnehmer die Wiedervereinigung durch freie Wahlen unter internationaler Aufsicht und den baldigen Abzug sämtlicher Besatzungstruppen aus Deutschland.

In Stuttgart beginnt ein Prozess gegen 23 Funktionäre der in der Bundesrepublik Deutschland verbotenen kommunistischen Jugendorganisation FDJ. Zwei Angeklagte werden am 20. Februar zu Freiheitsstrafen zwischen zwei bis dreieinhalb Jahren verurteilt.

7.2.1955, Montag

Die US-amerikanische Besatzungsmacht verlängert die im November 1954 verhängte Sperrung der Stadt Fürth für US-Soldaten um ein weiteres Vierteljahr. Die Stadt war zwischen 17 und 6 Uhr zum Sperrgebiet erklärt worden, nachdem “GIs” in den Lokalen mehrere Schlägereien angezettelt hatten.

In Europa sind Tausende von Menschen von einer Grippewelle betroffen. Allein in Bayern sind 7000 an der “Influenza B” Erkrankte registriert. Zahlreiche Schulen müssen geschlossen werden.

In der sowjetischen Hauptstadt Moskau verabschiedet der Oberste Sowjet den Staatshaushalt für das Jahr 1955, der eine Erhöhung der Verteidigungsausgaben der UdSSR vorsieht.

8.2.1955, Dienstag

Bundeswirtschaftsminister Ludwig Erhard führt in Bonn Gespräche mit dem saarländischen Ministerpräsidenten Johannes Hoffmann über die künftigen deutsch-saarländischen Wirtschaftsbeziehungen.

Auf einer Sitzung des Obersten Sowjet in Moskau wird ein Brief des Ministerpräsidenten Georgij Malenkow verlesen, in dem dieser Selbstkritik übt und seinen Rücktritt erklärt. Auf Vorschlag des Ersten Sekretärs der KPdSU, Nikita S. Chruschtschow, wird der bisherige Verteidigungsminister Nikolai A. Bulganin zum neuen Ministerpräsidenten gewählt.

Der sowjetische Außenminister Wjatscheslaw M. Molotow hält vor dem Obersten Sowjet in Moskau eine Rede, in der er einen Zusammenhang zwischen der deutschen Wiedervereinigung und der Ratifizierung der Pariser Verträge herstellt. Würden die Verträge abgelehnt, könnten noch 1955 freie gesamtdeutsche Wahlen stattfinden. Molotow schlägt die sofortige Einberufung einer Viermächtekonferenz zur Klärung der deutschen Frage vor.

In der britischen Hauptstadt London endet nach einwöchiger Dauer eine Konferenz des British Commonwealth of Nations mit der Veröffentlichung eines Kommuniqués, in dem sich die Teilnehmer u.a. für eine gemeinsame Verteidigungspolitik des Commonwealth aussprechen.

Die österreichische Bundesregierung setzt einen Ausschuss zur Behandlung jüdischer Entschädigungsforderungen ein, verweist jedoch darauf, dass Österreich 1938 seiner staats- und völkerrechtlichen Handlungsfreiheit beraubt worden sei und daher von den Opfern der NS-Herrschaft nicht unbedingt eine “Wiedergutmachung” verlangt werden könne.

In München wird der Heimatfilm “Der Förster vom Silberwald” uraufgeführt. Die Hauptrollen spielen Anita Gutwell und Rudolf Lenz.

9.2.1955, Mittwoch

In Chicago (US-Bundesstaat Illinois) schließen sich die US-amerikanischen Gewerkschaftsorganisationen AFL (American Federation of Labour) und CIO (Congress of Industrial Organizations) zu einer Einheitsgewerkschaft zusammen.

Die Fernsehkommission der beiden christlichen Kirchen legt in Bethel ihre “Grundsätze für das deutsche Fernsehen” vor. Die Programme sollten “keinen attraktiven Charakter anstreben, der seine Wirkung allein aus Reizbedürfnissen hernimmt”; u.a. dürfe die Ehe nicht herabgesetzt oder verhöhnt werden.

Im Westen der Stadt Johannesburg (Südafrikanische Union) beginnt die Zwangsräumung eines von Schwarzen bewohnten Stadtteils. Rund 50 000 Menschen werden in den kommenden Wochen in eine rund 20 km vor der Stadt gelegene Siedlung verbracht.

In einer Note erklärt sich die dänische Regierung bereit, mit der deutschen Bundesregierung Verhandlungen über die Minderheitenfrage in Schleswig-Holstein aufzunehmen.

10.2.1955, Donnerstag

In Washington beginnen Verhandlungen zwischen den Regierungen der Bundesrepublik und der USA über die Rückgabe von während des Zweiten Weltkriegs beschlagnahmtem deutschem Eigentum in den Vereinigten Staaten sowie über die Freigabe deutscher Patente.

Die französischen Streitkräfte übergeben das militärische Oberkommando in Südvietnam an die im Aufbau befindliche südvietnamesische Armee. Diese Streitkräfte, die zur Zeit von rund 350 französischen und 1000 US-amerikanischen Offizieren ausgebildet werden, umfassen 150 000 Mann.

In Rom übergibt der italienische Staatspräsident Luigi Einaudi die erste Teilstrecke der neuerbauten U-Bahn feierlich dem Verkehr. Der Bau, der schon im Jahr 1937 auf Befehl des früheren Ministerpräsidenten und Faschistenführers Benito Mussolini begonnen worden war, kostete rund 100 Mio. DM.

11.2.1955, Freitag

Im Auftrag des Bundesinnenministeriums beginnt das Deutsche Rote Kreuz in Bayern mit der Ausgabe von Erkennungsmarken, in die Name und Blutgruppe des Trägers eingraviert sind. Dadurch sollen bei einem Unfall die Überlebenschancen der Betroffenen erhöht werden.

Der Deutsche Fußballbund bewirbt sich beim Weltverband FIFA um die Ausrichtung der Weltmeisterschaft 1962. Die Weltmeisterschaft 1958 ist bereits an Schweden vergeben.

12.2.1955, Samstag

In der portugiesischen Stadt Cascais heiratet Prinz Alexander von Jugoslawien Prinzessin Maria Pia von Savoyen, Tochter des früheren Königs Umberto von Italien.

Der Allgemeine Deutsche Automobilclub (ADAC) fordert die Mitglieder des Bundestages auf, die von der Regierung geplante Einrichtung einer “Verkehrssünder-Kartei” in Flensburg zu verhindern. Diese richte sich “einseitig” gegen den Autofahrer, da im Falle einer Verkehrsübertretung “ein Fußgänger wohl kaum vom Verkehr ausgeschlossen” werden könne.

Ein Antrag der oppositionellen Labour Party, in Großbritannien die Vollstreckung der Todesstrafe für eine Dauer von fünf Jahren auszusetzen, wird von der konservativen Mehrheit im Unterhaus abgelehnt.

Verkehrsminister John Archibald Boyd-Carpenter gibt in London das Straßenbauprogramm der britischen Regierung bekannt. In den kommenden vier Jahren sollen rund 1,6 Mrd. DM in den Bau von Schnellstraßen investiert werden.

Infolge wochenlanger Trockenheit kommt es in Südostaustralien zu ausgedehnten Waldbränden, denen mehrere hunderttausend Schafe und Rinder zum Opfer fallen. Nach Angaben der australischen Regierung sind Tausende von Landwirten in ihrer Existenz bedroht.

13.2.1955, Sonntag

Die private US-amerikanische Organisation “Freie Presse Europas” startet in Bayern Ballons mit 1 Mio. Flugblättern mit antikommunistischen Parolen.

Nach Angaben des in Washington vorgelegten US-amerikanischen Jüdischen Jahrbuches gibt es zur Zeit weltweit rund 11,9 Mio. Menschen jüdischen Glaubens. In den Vereinigten Staaten leben rund fünf, in der Sowjetunion etwa 2 Mio. Juden. Die Zahl der in der Bundesrepublik und der DDR lebenden Juden wird mit 23 000 angegeben.

In zahlreichen Feierstunden wird in Dresden des 10. Jahrestages der Zerstörung der Stadt durch britische und US-amerikanische Bomberverbände gedacht. Der Oberbürgermeister Dresdens, Walter Waidauer (SED), bezeichnet den Luftangriff als ein Kriegsverbrechen und fordert Bundeskanzler Konrad Adenauer auf, nicht mit den “Henkern von Dresden zu paktieren”.

14.2.1955, Montag

Der tschechoslowakische Ministerpräsident Viliam Siroky gibt in Prag den Plan seiner Regierung bekannt, nach sowjetischem Muster den Ausbau der Schwerindustrie zu beschleunigen. Gleichzeitig übt Siroky Kritik am Entwicklungsstand der Landwirtschaft, die nicht die Nachfrage nach Agrarprodukten decken könne.

15.2.1955, Dienstag

Der deutsche Mieterbund überbringt der Bundesregierung in Bonn Tausende von Briefen, in denen sich Bürger gegen das geplante neue Mietrecht aussprechen. Die als unsozial bezeichnete Gesetzesvorlage sieht vor, die Miete von Wohnungen, die bis zum 20.6. 1948 bezugsfertig wurden, um 10 bis 20% zu erhöhen.

Die US-amerikanischen Streitkräfte beginnen auf einem Wüstengelände in Nevada mit einer Serie von oberirdischen Atombombenversuchen.

16.2.1955, Mittwoch

Das Bundesfinanzministerium in Bonn erlässt eine Reihe von Erleichterungen im Devisenverkehr. Reisende dürfen u.a. jährlich Devisen in einer Höhe von 1500 DM ohne Genehmigung erwerben.

Der innenpolitische Ausschuss des US- Repräsentantenhauses beschließt in Washington mit 19 gegen 6 Stimmen, Alaska und Hawaii als 49. und 50. Staat in die Vereinigten Staaten von Amerika aufzunehmen.

Die Besetzer der rumänischen Gesandtschaft in Bern, die sich seit einer Woche – bewaffnet mit Maschinenpistolen und Handgranaten – verschanzt haben und einen Angestellten der Gesandtschaft töteten, ergeben sich der schweizerischen Polizei. Mit dieser Aktion wollten die exilrumänischen Besetzer politische Häftlinge freipressen.

17.2.1955, Donnerstag

In Bonn billigt der Ausenpolitische Ausschuss des Bundestages mit 16 gegen 13 Stimmen das deutsch-französische Saarabkommen.

Nach Angaben der britischen Regierung in London ist Großbritannien in der Lage, Wasserstoffbomben herzustellen. Die Produktion soll unverzüglich aufgenommen werden. Schwerpunkt der britischen Atomforschung soll jedoch die friedliche Nutzung der Kernenergie bilden: Innerhalb der nächsten zehn Jahre sollen insgesamt zwölf Atomkraftwerke errichtet werden.

Auf Antrag der Verteidigung wird nach dreitägiger Verhandlung der Prozess gegen die KPD vom Verfassungsgericht erneut vertagt. Der 1954 aufgenommene Prozess soll klären, ob die Kommunistische Partei auf dem Boden des Grundgesetzes steht.

In Düsseldorf unterzeichnen die Ministerpräsidenten der Bundesländer ein Abkommen zur Vereinheitlichung des bundesrepublikanischen Schulwesens; u.a. werden der Beginn des Schuljahres auf Ostern festgelegt sowie die Anerkennung von Schulabschlüssen und die Schaffung der einheitlichen Schultypen Volkschule, Realschule und Gymnasium vereinbart.

18.2.1955, Freitag

Eine Delegation der Volkskammer der DDR überreicht in Bonn dem Bundestagspräsidium ein Schreiben, in dem Verhandlungen zur Frage von freien Wahlen in ganz Deutschland vorgeschlagen werden. Am 20. Februar einigen sich die Fraktionen des Bundestages, den Vorschlag abzulehnen.

Der österreichische Außenminister Leopold Figl fordert auf dem ÖVP-Landesparteitag in Baden (Niederösterreich) die Beteiligung Österreichs an Verhandlungen über einen Staatsvertrag. Figl betont, Österreich lehne jede Blockbildung ab und werde sich nicht dem westlichen Verteidigungsbündnis NATO anschließen.

Die französische Nationalversammlung lehnt das von dem mit der Regierungsbildung beauftragten Sozialisten Christian Pineau vorgestellte Kabinett mit 312 gegen 268 Stimmen ab. Mit der Regierungsbildung wird der Radikalsozialist Edgar Faure beauftragt.

Die polnische Regierung in Warschau gibt die Beendigung des Kriegszustandes mit Deutschland bekannt.

In Bonn erklärt Bundesarbeitsminister Anton Storch, ausländische Arbeitskräfte würden nicht vor 1957 angeworben werden.

19.2.1955, Samstag

DDR-Ministerpräsident Otto Grotewohl fordert auf einer Großkundgebung in Berlin (Ost) die Bundesregierung auf, gemeinsam mit der DDR von den vier Großmächten die Aufnahme von Verhandlungen über die Wiedervereinigung Deutschlands aufzunehmen.

Der 1954 in Manila unterzeichnete SEATO-Pakt tritt offiziell in Kraft. Dem südostasiatischen Verteidigungsbündnis gehören Australien, Frankreich, Großbritannien, Neuseeland, Pakistan, die Philippinen, Thailand und die USA an.

20.2.1955, Sonntag

Der Staatsrat der Volksrepublik China verfügt eine Währungsreform, die am 1. März in Kraft tritt. Die Umstellung erfolgt im Verhältnis 10 000 alte Yuan zu 1 neuen Yuan.

In Berchtesgaden enden die deutschen Skimeisterschaften mit dem Sieg von Pepi Schwaiger in der Kombination aus Abfahrt und Slalom. Schwaiger gewinnt auch den erstmals ausgetragenen Riesenslalom.

21.2.1955, Montag

Nach Angaben der Deutschen Zentrale für Fremdenverkehr haben in den letzten zwölf Monaten rund 6,5 Mio. Ausländer die Bundesrepublik besucht. Dies entspricht gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres einer Steigerung von 20%.

22.2.1955, Dienstag

In einem von Bischof Otto Dibelius verfassten Schreiben ersucht der Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland die Bundesregierung, die Wiedergutmachung an den Opfern der NS-Herrschaft zu beschleunigen.

23.2.1955, Mittwoch

In Hamburg trifft das iranische Kaiserpaar Mohammed Resa Pahlawiund Soraya zu einem Staatsbesuch ein.

Die französische Nationalversammlung in Paris wählt den Radikalsozialisten Edgar Faure zum Ministerpräsidenten des Landes. Faure tritt die Amtsnachfolge des am 5. Februar zurückgetretenen Pierre Mendès-France an.

In München wird der Spielfilm “Des Teufels General” uraufgeführt. Die Hauptrollen des nach dem gleichnamigen Bühnenstücks von Carl Zuckmayer entstandenen Films spielen Curd Jürgens, Marianne Koch, Camilla Spira und Victor de Kowa. Regie führt Helmut Käutner.

24.2.1955, Donnerstag

Regierungsvertreter des Irak und der Türkei unterzeichnen in Bagdad einen Verteidigungspakt. Die Staaten der Arabischen Liga werden aufgefordert, sich dem Pakt anzuschließen.

Der Wahlprüfungsausschuss des Deutschen Bundestages erkennt dem Abgeordneten Franz Schmidt-Wittmack (SPD) das Mandat ab, da dieser sich in die DDR abgesetzt und dort um politisches Asyl gebeten hat.

Der Deutsche Bundestag verabschiedet ein Gesetz zur Erweiterung des Lastenausgleiches. Der Gesamtumfang der Hilfeleistungen für Opfer des Zweiten Weltkrieges und der Nachkriegszeit wird um rund 300 Mio. DM pro Jahr erhöht.

25.2.1955, Freitag

In Bangkok (Thailand) endet nach zwei Tagen die erste Konferenz der Mitglieder des Südostasien-Paktes (SEATO).

In der “Neuen Medizinischen Wochenschrift” berichtet Richard Haas über die erfolgreiche Erprobung eines Impfstoffes gegen Kinderlähmung.

26.2.1955, Samstag

In Nürnberg wird die 6. Deutsche Spielwarenmesse eröffnet. Auf der bis zum 4. März dauernden Leistungsschau zeigen mehr als 700 Aussteller ihre Produkte.

27.2.1955, Sonntag

Nach einer 40stündigen Debatte nimmt der Bundestag in Bonn gegen die Stimmen der SPD-Opposition die am 23. Oktober 1954 paraphierten Pariser Verträge an.

Die Demokratische Partei unter Ministerpräsident Ijiro Hatojama geht aus den Wahlen zum japanischen Parlament mit 185 von insgesamt 455 Sitzen als stärkste Partei hervor. Zweitstärkste politische Kraft werden die Liberalen mit 112 Sitzen.

Zwischen israelischen und ägyptischen Soldaten kommt es im Gebiet von Gaza zu einem Feuergefecht, bei dem mehr als 30 Menschen ums Leben kommen. Beide Staaten beschuldigen sich gegenseitig, die Grenze unerlaubt überschritten zu haben.

In Leipzig wird die internationale Frühjahrsmesse eröffnet.

Das Schauspiel “Ping-Pong” des französischen Dramatikers Arthur Adamov wird im Pariser Théâtre des Noctambules uraufgeführt.

28.2.1955, Montag

Aufgrund der Meinungsverschiedenheiten innerhalb der FDP-Fraktion über das am Vortag vom Bundestag ratifizierte Saarabkommen bietet Vizekanzler Franz Blücher (FDP) Bundeskanzler Konrad Adenauer seinen Rücktritt an. Nachdem Adenauer den Rücktritt ablehnt, zieht Blücher das Gesuch zurück.