Was geschah im Februar 1959

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1.2.1959, Sonntag

Für die meisten Wirtschaftszweige wird die Wochenarbeitszeit in Österreich tariflich auf 45 Stunden festgesetzt. Diese Verkürzung ist mit vollem Lohnausgleich verbunden. Die Arbeitszeit betrug bisher im allgemeinen 48 Stunden.

Die Schweizer Männer lehnen in einer Volksabstimmung mit großer Mehrheit die Einführung des Frauenwahlrechts ab. Die Entscheidung fällt mit 655 000 gegen 323 000 Stimmen.

Den Europameistertitel im Eiskunstlaufen erringt in Davos das bundesdeutsche Paar Marika Kilius und Hans-Jürgen Bäumler.

Der Vatikan fordert die orthodoxen und die evangelischen Christen in aller Welt auf, in die katholische Kirche zurückzukehren und damit die Einheit der Christen wiederherzustellen. Die Gesamtzahl der Christen wird in diesem Zusammenhang auf 918 Millionen geschätzt.

Unter Vorkehrung umfangreicher Sicherheitsmaßnahmen der Polizei wird vier farbigen Schülern der Besuch der bisher nur Weißen vorbehaltenen Starford-Oberschule in Arlington (US-Bundesstaat Virginia) ermöglicht.

2.2.1959, Montag

Das britische Unterhaus billigt den Antrag der Regierung, die Verfassung von Malta aufzuheben und die Insel direkt dem britischen Gouverneur zu unterstellen. London reagiert damit auf Unabhängigkeitsforderungen der maltesischen Arbeiterpartei.

Das Parteiorgan der chinesischen Kommunisten, die “Volkszeitung”, fordert alle Chinesen auf, mehr und länger zu arbeiten damit die gesetzten Produktionsziele des Jahres 1959 erfüllt werden können.

Eine Preissenkung für Margarine und Zucker tritt in der DDR in Kraft. Der Preis für die Margarinemarken “Sahna” und “Vita Diät” wird von fünf auf vier Mark je Kilo gesenkt, der Zuckerpreis fällt um 30 Pfennig auf 1,50 Mark je Kilo.

Bei einem bewaffneten Überfall auf einen Geldtransport erbeuten drei Bankräuber in Genf 14 Millionen Schweizer Franken (1,36 Millionen DM).

In Neu-Delhi wird Indira Gandhi, die 41-Jährige Tochter des indischen Premierministers Jawaharlal Nehru, neue Präsidentin der Kongresspartei.

3.2.1959, Dienstag

Bei einem Flugzeugabsturz in der Nähe von Mason City (US-Bundesstaat Iowa) kommt der US-amerikanische Rock-Sänger Buddy Holly ums Leben.

Im britischen Fußballtoto gewinnt der 53-Jährige Arbeiter James Gault aus Belfast 300 684 Pfund (3 520 000 DM). Das ist die höchste Summe, die je von einer Totogesellschaft ausgezahlt wurde.

Im Rahmen einer Feierstunde in Berlin (West) zum 150. Geburtstag des deutschen Komponisten Felix Mendelssohn-Bartholdy (1809- 1847) erlebt dessen 10. Symphonie ihre Uraufführung.

Vertigo. Aus dem Reich der Toten”, ein Kriminalfilm von Alfred Hitchcock, kommt zur deutschen Erstaufführung.

Aus Protest gegen die Verweigerung des aktiven und passiven Wahlrechts für Frauen in der Schweiz treten 50 Lehrerinnen des Baseler Mädchengymnasiums in einen eintägigen Streik. 1650 Schulkinder erhalten dadurch einen unerwarteten Ferientag.

4.2.1959, Mittwoch

In Dortmund beteiligen sich 80 000 Arbeitnehmer an einem Streik gegen die hier geplante Stationierung einer britischen Raketeneinheit.

US-Außenminister John Foster Dulles trifft zu einem Besuch in London ein. Dies ist die erste Station einer Rundreise, in deren Verlauf Dulles auch Paris und Bonn besucht. Zweck der Reise ist die Erörterung der deutschen Frage und des Berlin-Problems.

In Paris legen die französische Regierung und zwölf afrikanische Ministerpräsidenten die Beziehungen zwischen Frankreich und seinen ehemaligen Kolonien fest. Die in der Verfassung der V. Republik vorgesehene Französische Gemeinschaft erhält einen Exekutivrat, einen Senat und ein Schiedsgericht.

Großbritannien schließt in London mit der EURATOM (Europäische Atomgemeinschaft) ein Kooperationsabkommen zur friedlichen Nutzung der Atomenergie.

Eine viermotorige Turbopropmaschine des Typs Lockheed “Electra” stürzt mit 73 Menschen an Bord beim Anflug auf den La-Guardia-Flughafen von New York in den East River. Nur elf Insassen können lebend geborgen werden.

5.2.1959, Donnerstag

Die französische Regierung beschließt, in jedem Bürgermeisteramt ein Steuerregister zu führen, das zur Einsicht offensteht.

Die Deutsche Bundesbank in Frankfurt am Main berichtet, dass sie über einen Bestand von 26 Milliarden DM an Gold und Devisen verfügt. Mit dieser Währungsreserve steht die Bundesrepublik an zweiter Stelle hinter den USA.

Bundesverteidigungsminister Franz Josef Strauß (CSU) teilt mit, dass die Bundesrepublik bei der US-amerikanischen Firma Lockheed 96 Abfangjäger vom Typ “Starfighter” bestellt hat.

Am Zonengrenzbahnhof Büchen trifft der 500. Aussiedlertransport aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten (Pommern, Ostpreußen und Schlesien) ein. Seit Ende 1955 sind rund 221 000 Deutsche aus diesen Gebieten in die Bundesrepublik gekommen.

6.2.1959, Freitag

Zu lebenslänglich Zuchthaus verurteilt das Landgericht Bonn die beiden ehemaligen KZ-Aufseher Gustav Sorge und Wilhelm Schubert. Vorgeworfen wird den beiden Mord bzw. versuchter Mord in mehr als 130 Fällen.

Der demokratische US-Senator Hubert H. Humphrey vertritt im britischen Rundfunk die Ansicht, dass ein Ausscheiden der Bundesrepublik aus der NATO (Nordatlantisches Verteidigungsbündnis) nicht notwendigerweise den Westen zu schwächen brauche, wenn die Sowjetunion dafür ihre Streitkräfte aus Mittel- und Osteuropa zurückzöge.

7.2.1959, Samstag

US-Außenminister John Foster Dulles besucht im Rahmen seiner Europareise Bonn. In Übereinstimmung mit Bundeskanzler Konrad Adenauer (CDU) lehnt er jegliche einseitigen Zugeständnisse an die Sowjetunion ab. Dulles bekräftigt, die Alliierten riskierten lieber einen Krieg, als dass sie Berlin opferten.

In Bagdad treten sechs Minister der irakischen Regierung unter Abd Al Karim Kasim zurück. Sie protestieren damit gegen eine zunehmende Linksorientierung Kasims, der seine Entscheidungen nur noch ohne das Kabinett treffe.

In die Studienförderung nach dem sog. Honnefer Modell bezieht die Kultusministerkonferenz der Länder ab 1960 auch die nichtwissenschaftlichen Hochschulen ein. Dazu gehören Kunst-, Musik- und pädagogische Hochschulen.

Rendezvous in Paris” heißt das Motto des Berliner Opernballs. Vier Bühnenbildner haben der Städtischen Oper im Westteil der Stadt Pariser Atmosphäre verliehen, inspiriert vom Moulin Rouge bis hin zum Existentialistenkeller.

8.2.1959, Sonntag

Das schweizerische Frauenkomitee gegen das Frauenstimmrecht bedankt sich bei den Schweizer Männern für die Ablehnung des Wahlrechts für Frauen. Diese Ablehnung war das Ergebnis einer Volksabstimmung vom 1. Februar.

Der linke Flügel der Sozialdemokratischen Partei Italiens (PSDI) unter Führung von Matteo Matteotti und Mario Zagari beschließt in Rom, sich unter dem Namen “Einheitliche Bewegung Sozialistischer Initiative” von der Mutterpartei abzuspalten.

9.2.1959, Montag

In Paris findet eine Protestdemonstration von rund 2000 rechtsradikalen Algerien-Franzosen für die Erhaltung der französischen Oberhoheit über Algerien statt. Die Demonstranten wenden sich gegen das Waffenstillstandsangebot der französischen Regierung an die algerischen Aufständischen.

10.2.1959, Dienstag

Das SED-Zentralorgan “Neues Deutschland” veröffentlicht zum ersten Mal Erfahrungsberichte über die körperliche Arbeit, zu der auf Anweisung des SED- Zentralkomitees die hauptamtlichen Parteifunktionäre seit 1956 verpflichtet sind.

Die neue kubanische Regierung in Havanna verkündet ein Grundgesetz, das die Verfassung aus dem Jahre 1940 ersetzt und das Mindestalter für das Amt des Präsidenten von bisher 35 auf 30 Jahre herabsetzt.

11.2.1959, Mittwoch

Der Regierende Bürgermeister von Berlin (West), Willy Brandt (SPD), der sich zu einem Besuch in den Vereinigten Staaten aufhält, wird von US-Präsident Dwight D. Eisenhower zu einer Unterredung empfangen. Eisenhower bekräftigt erneut die Bereitschaft seines Landes, Berlin gegen jede Bedrohung zu verteidigen.

12.2.1959, Donnerstag

Die Führung der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands wählt Carlo Schmid einstimmig zu ihrem Kandidaten für die Wahl des Bundespräsidenten am 1. Juli.

Im bundesdeutschen Fernsehen läuft die sechsteilige Serie “Soweit die Füße tragen” an.

13.2.1959, Freitag

Bundespräsident Theodor Heuss (FDP) führt den neuen Präsidenten des Bundesverfassungsgerichts, Gebhard Müller, in sein Amt ein.

In der Berliner Kongresshalle wird zum dritten Mal der “Preis der deutschen Filmkritik” vergeben. Ausgezeichnet werden der Regisseur Ingmar Bergman (Schweden) sowie die Schauspieler Tatjana Samoilowa (UdSSR), Danny Kaye (USA), Johanna von Koczian, O. W. Fischer, Gert Fröbe, Hanne Wieder und Joseph Offenbach (alle Bundesrepublik).

14.2.1959, Samstag

Bei den bundesdeutschen nordischen Skimeisterschaften in Warmensteinach siegt der 21-Jährige Georg Thoma aus Hinterzarten mit 460,5 Punkten vor Edi Lengg aus Reit im Winkl und Sepp Schiffner aus Frankfurt am Main.

Der Deutsche Ausschuss für das Erziehungs- und Bildungswesen legt in Bonn den “Rahmenplan zur Umgestaltung und Vereinheitlichung des allgemeinbildenden öffentlichen Schulwesens” vor. Danach soll die Volksschuloberstufe zur Hauptschule entwickelt werden und damit als weiterführende Schule neben Real- und Oberschule bestehen.

15.2.1959, Sonntag

Der italienische Staatspräsident Giovanni Gronchi ernennt Antonio Segni (Christliche-Demokratische Partei) zum neuen Ministerpräsidenten. Damit ist die Regierungskrise beigelegt, die durch den Rücktritt des Kabinetts unter dem Christdemokraten Amintore Fanfani am 26. Januar ausgelöst worden war.

Im Regierungsbezirk Düsseldorf wird erstmals in der Bundesrepublik ein Radargerät zur Geschwindigkeitsmessung eingesetzt. Die Apparatur kostet rund 20 000 DM.

16.2.1959, Montag

In einer Antwort auf die Sowjetnote vom 10. Februar schlagen die Westmächte die Einberufung einer Außenministerkonferenz der Siegermächte über das Deutschland-Problem unter Hinzuziehung von Beratern aus der Bundesrepublik und der DDR vor.

Der 31-Jährige kubanische Revolutionsführer Fidel Castro übernimmt das Amt des Ministerpräsidenten.

Wegen des österreichisch-italienischen Konflikts um Südtirol verweigern die italienischen Behörden österreichischen Regierungsbeamten die Einreise.

17.2.1959, Dienstag

In Cape Canaveral (US-Bundesstaat Florida) wird der Forschungssatellit “Vanguard II” gestartet. Der winzige Satellit, dessen Nutzlast nur äußerst gering ist, sendet 18 Tage lang Wetterdaten aus dem All, gerät dann jedoch ins Taumeln. Die Mission muss erfolglos beendet werden.

18.2.1959, Mittwoch

Vor Landarbeitern in der Industriestadt Tula (UdSSR) betont der sowjetische Partei- und Regierungschef Nikita S. Chruschtschow, die DDR werde alle Rechte eines souveränen Staates erhalten, falls es nicht zu einer Friedensregelung für Deutschland komme.

Bundesverkehrsminister Hans-Christoph Seebohm erklärt auf eine Anfrage im Bundestag, dass er eine vorgeschriebene Mindestgeschwindigkeit auf den Autobahnen nicht für erforderlich halte. Im Interesse einer Entlastung der Landstraßen müsse die Benutzung der Autobahnen auch den langsamen LKW weiterhin erlaubt sein.

19.2.1959, Donnerstag

In Assuan (Ägypten) beginnen zweiwöchige Trauerfeiern für den am 11. Juli 1957 verstorbenen Aga Khan III., das Oberhaupt der Ismaeliten.

Über weiten Teilen Englands liegt der dichteste Nebel dieses Winters. In der Neunmillionenstadt London verkehrt in der Nacht nur ein einziger Bus, und selbst dieser verfährt sich im Nebel.

Die Zypernkonferenz in London unter Beteiligung Großbritanniens Griechenlands und der Türkei endet mit der Unterzeichnung eines Abkommens, in dem grundsätzlich festgelegt wird, dass die britische Kronkolonie innerhalb des kommenden Jahres eine unabhängige Republik werden soll. Großbritannien soll auf der Insel Stützpunkte unter eigener Souveränität behalten; die Rechte der türkischen Minderheit werden garantiert.

Zu seinem ersten Wehrbeauftragten wählt der Bundestag den 60-Jährigen Staatssekretär im niedersächsischen Vertriebenenministerium und Generalleutnant a. D. Helmuth von Grolman.

20.2.1959, Freitag

Das Amtsgericht Hamburg ordnet die Beschlagnahme von Heft 8 der Illustrierten “Stern” an, in dem über angebliche verfassungswidrige Praktiken des Verfassungsschutzes berichtet wird.

Das Bundesverwaltungsgericht in Berlin entscheidet, dass die Streitkräfte des Landes einschließlich der NATO-Brigade in der Bundesrepublik mit Atomwaffen der USA ausgerüstet werden.

Die kanadische Regierung in Ottawa gibt bekannt, dass die Streitkräfte des Landes einschließlich der NATO-Brigade in der Bundesrepublik mit Atomwaffen der USA ausgerüstet werden.

Zahlreiche britische Fernsehzuschauer geraten in Panik, da sie ein Fernsehspiel über einen Satelliten, der London mit Vernichtung bedroht, für eine offizielle Mitteilung halten.

21.2.1959, Samstag

Der britische Premierminister Harold Macmillan ruft bei seinem Moskau-Besuch zu einer Beendigung des Kalten Krieges auf. Den Gesprächen des britischen Staatsmannes mit den Sowjetführern wird größte Bedeutung für die Vorbereitung einer Konferenz über Deutschland beigemessen.

In Nürnberg beginnt die 10. Internationale Spielwarenmesse. Sie dauert bis zum 27. Februar.

22.2.1959, Sonntag

Eine US-amerikanische Flugabwehrrakete vom Typ “Nike-Herkules” gerät bei einem Testflug außer Kontrolle und schlägt wenige Meter neben einem Farmhaus in Texas ein. Die Bewohner kommen mit dem Schrecken davon.

Louis Armstrong, der “König des Jazz” gastiert in der Wiener Stadthalle.

Zu heftigen Angriffen auf die polnischen Intellektuellen und vor allem auf die politisch angeblich gleichgültige akademische Jugend kommt es auf einer Konferenz der polnischen Arbeiterpartei in Krakau. Es wird bemängelt, dass nur wenige Jugendliche und besonders wenige Studenten bereit seien, der Partei beizutreten, weshalb sich das Durchschnittsalter der Parteimitglieder ständig erhöhe.

23.2.1959, Montag

Damaskus feiert den ersten Jahrestag des Zusammenschlusses von Syrien und Ägypten zur Vereinigten Arabischen Republik. Die beiden Staaten betrachten ihre Vereinigung als einen Schritt auf dem Weg zur arabischen Einheit.

Besonders aufmerksam will der hessische Kultusminister Ernst Schütte prüfen, ob der Geschichtsunterricht die jüngste deutsche Vergangenheit ausreichend berücksichtigt. In einer Pressekonferenz in Wiesbaden verlangt der SPD-Politiker von jedem Lehrer, dass er sich im Unterricht mit den Fragen des Nationalsozialismus auseinandersetze.

24.2.1959, Dienstag

Führende Politiker von CDU und CSU unter Vorsitz von Bundeskanzler Konrad Adenauer (CDU) schlagen in Bonn Bundeswirtschaftsminister Ludwig Erhard (CDU) für das Amt des Bundespräsidenten vor. Erhard erklärt sich zu einer Kandidatur bereit.

In Moskau lehnt der sowjetische Partei- und Regierungschef Nikita S. Chruschtschow die von den Westmächten am 16. Februar vorgeschlagene Außenministerkonferenz über Deutschland und Berlin ab. Er fordert erneut ein Treffen der Regierungschefs über die Beendigung des Kalten Krieges und die Lösung des Deutschlandsproblems.

Der Bergarbeiterstreik in Belgien, der am 13. Februar begonnen hatte, wird durch einen Kompromiss über die Schließung von Minen im Borinage-Gebiet bei Mons beendet. Regierung und Arbeitgeber garantieren den rund 4000 arbeitslosen Bergarbeitern die Schaffung neuer Arbeitsplätze.

Wegen staatsfeindlicher Betätigung werden in der CSR 175 Menschen verhaftet. Radio Prag teilt mit, es handle sich bei den Verhafteten um ehemalige Industrielle, bei denen Warenlager, Waffen, Geheimdokumente und Rundfunksender gefunden worden seien.

In das Verkehrszentralregister beim Kraftfahrtbundesamt in Flensburg sind bisher über 12 000 Verkehrsteilnehmer eingetragen worden, die seit Januar 1958 mindestens dreimal wegen Verstoßes gegen die Verkehrsvorschriften verurteilt wurden. Insgesamt 1,2 Millionen Verkehrssünder sind in dieser Zeit erfasst worden.

25.2.1959, Mittwoch

Das Frankfurter Landgericht untersagt einem Mainzer Möbelhändler “vergleichende Werbung”. Der Händler hatte damit geworben, seine Preise lägen “20% unter den von vielen Möbelhändlern herausgegebenen Verkaufslistenpreisen”.

26.2.1959, Donnerstag

Der saarländische Landtag wählt mit 30 gegen zehn Stimmen bei einer Enthaltung und einer ungültigen Stimme Hans Egon Reinert (CDU) erneut zum Ministerpräsidenten. Die Regierung Reinert war am 21. Januar zurückgetreten wegen parteiinterner Auseinandersetzungen um die Person des ehemaligen Ministerpräsidenten Hubert Ney (CDU).

Bei den Eiskunstlauf-Weltmeisterschaften in Colorado Springs (US-Bundesstaat Colorado) werden die Bundesdeutschen Marika Kilius und Hans-Jürgen Bäumler Zweite im Paarlaufen.

Der Konstanzer Schriftsteller Walter Menzl verübt in der Alten Pinakothek in München einen Säure-Anschlag auf das Gemälde “Höllenfahrt der Verdammten” von Peter Paul Rubens.

Die Regierung von Südrhodesien (Simbabwe) verhängt den Ausnahmezustand und verbietet die Befreiungsbewegung Afrikanischer Nationalkongress.

Der Bundestag beschließt eine Erhöhung des Kindergeldes von 30 auf 40 DM vom 1. März an.

27.2.1959, Freitag

Die Bundesanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung in Nürnberg meldet, dass in der Bundesrepublik noch 143 637 Lehrstellen offen sind.

Eine fortschreitende Automation in der Küche ist die Tendenz der Internationalen Hausrat- und Eisenwarenmesse, die in Köln ihre Tore öffnet. Sie dauert bis zum 3. März.

Der Prozess gegen den Schriftsteller Erich Kuby und den Rundfunk-Redakteur Rüdiger Proske endet in Hamburg mit Freisprüchen. Gegenstand des Prozesses war ein Hörspiel über die Festung Brest im Zweiten Weltkrieg, durch das sich der General a. D. Bernhard Ramcke beleidigt fühlte.

28.2.1959, Samstag

Der Bundesgerichtshof in Karlsruhe ordnet an, dass die antisemitische Schrift des Holzkaufmanns Friedrich Nieland eingezogen wird. Dieser Fall hatte im Januar zu einem Justizskandal geführt, nachdem das Hamburger Landgericht sowie das Oberlandesgericht eine Anklageerhebung gegen Nieland abgelehnt hatten.

Der durchschnittliche Bruttostundenverdienst eines Industriearbeiters in der Bundesrepublik hat sich von November 1958 bis Februar 1959 um rund 1% auf 2,57 DM erhöht. Das durchschnittliche Bruttomonatsgehalt der männlichen Angestellten beträgt im Februar 655 DM, das einer weiblichen Angestellten dagegen nur 382 DM.

Bei den Deutschen Alpinen Skimeisterschaften in Oberstaufen gewinnt Beni Obermüller aus Rottach-Egern sowohl den Riesenslalom als auch den Spezialslalom.