Was geschah im Februar 1960

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1.2.1960, Montag

In Algerien endet der “Barrikadenputsch” französischer nationalistischer Offiziere mit der Kapitulation der Aufständischen.

Der SPD-Vorstand veröffentlicht ein Grundsatzprogramm, in dem sich die Partei eindeutig vom Kommunismus abgrenzt.

Seinen ersten Sieg als Radprofi erringt Rudi Altig aus Mannheim bei dem Grand-Prix-Rennen in Narbonne (Frankreich).

In Greensboro (USA) demonstrieren vier schwarze College-Studenten mit einem Sit-in in einer nur für Weiße bestimmten Bar gegen die Rassentrennungspolitik.

Der finnische Reichstag in Helsinki wählt den Sozialdemokraten Karl-August Fagerholm zu seinem Präsidenten.

An der syrisch-israelischen Grenze kommt es innerhalb der entmilitarisierten Zone am See Genezareth zu einem vierstündigen Artillerieduell zwischen Truppen beider Länder.

2.2.1960, Dienstag

Der Verband deutscher Filmproduzenten in Frankfurt am Main beklagt einen Rückgang der Besucherzahlen in den Kinos und führt diesen Umstand auf die zunehmende Beliebtheit des Fernsehens zurück.

Mit einer Kranzniederlegung auf dem Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers Bergen-Belsen ehrt Bundeskanzler Konrad Adenauer (CDU) die jüdischen Opfer des Nationalsozialismus.

3.2.1960, Mittwoch

Die Nationalversammlung in Paris bevollmächtigt den französischen Staatspräsidenten Charles de Gaulle, für die Dauer von 14 Monaten in der Algerienfrage ohne parlamentarische Kontrolle zu regieren.

Nach einer Erhebung der Arbeitsämter in der Bundesrepublik wollen etwa vier Fünftel der 21 000 männlichen Abiturienten ein Studium aufnehmen. Von den 12 000 Abiturientinnen streben nur rund zwei Drittel einen Hochschulbesuch an.

4.2.1960, Donnerstag

Marika Kilius und Hans-Jürgen Bäumler werden in Garmisch-Partenkirchen Europameister im Eiskunstlauf der Paare.

Sachverständige der Landeslehr- und Versuchsanstalt für Weinbau verleihen in Oppenheim dem Wein des Jahrgangs 1959 das Prädikat “Jahrhundertwein”. Er übertrifft mit dem Durchschnittsmostgewicht von 101 Öchsle und einem Säuregehalt von 6,5 g pro Liter alle bisherigen Weine in diesem Jahrhundert.

Nach dem Ergebnis einer Volkszählung in der Sowjetunion leben etwa 1,6 Mio. deutschstämmige Menschen in der UdSSR, von denen 75% Deutsch als ihre Muttersprache angeben.

Der prominente schweizerische Jurist Pierre Jaccoud wird in Genf wegen Mordes zu einer siebenjährigen Haftstrafe verurteilt.

Der Ministerpräsident Australiens, Robert G. Menzies (Labour Party), übernimmt nach dem Rücktritt von Richard G. Casey dessen Amt als Außenminister.

In Moskau endet nach zweitägiger Dauer eine Konferenz der Partei- und Regierungschefs der Warschauer-Pakt-Staaten mit scharfen Angriffen gegen die Bundesrepublik Deutschland und der Ankündigung, dass ein Separat-Friedensvertrag mit der DDR abgeschlossen werden soll.

5.2.1960, Freitag

In Genf wird das größte Protonensynchrotron der Welt eingeweiht.

Bei einem Flugzeugabsturz nahe der bolivianischen Stadt Cochabamba kommen alle 56 Insassen der Maschine ums Leben.

6.2.1960, Samstag

Das Kölner Landgericht verurteilt die beiden jungen Männer, die am Heiligen Abend 1959 die Synagoge in Köln mit der Parole “Juden raus” beschmiert hatten, zu Freiheitsstrafen von 10 bzw. 14 Monaten.

Die japanische Regierung in Tokio protestiert gegen die Weigerung der UdSSR die beiden im Zweiten Weltkrieg besetzten japanischen Inseln Habomai und Shikotan zurückzugeben.

Bei den Wahlen für die Abgeordnetenkammer in Birma erringt die Partei des 1958 zurückgetretenen Ministerpräsidenten U Nu 168 der 207 Sitze des Parlamentes in der Hauptstadt Rangun.

Bei dem Versuch, die deutsch-französische Grenze zu überschreiten, wird auf der Rheinbrücke bei Kehl der “Feuerteufel von Lüneburg” gefasst.

7.2.1960, Sonntag

Das Manöver “Winterschild” des Nordatlantikpaktes (NATO) endet in Bayern nach einwöchiger Dauer.

8.2.1960, Montag

Königin Elisabeth II. von Großbritannien verfügt, dass spätere Abkömmlinge ihrer Ehe mit Prinz Philip, dem Herzog von Edinburgh, dessen Familiennamen Mountbatten zusätzlich zu dem Namen Windsor führen sollen.

Das Flensburger Seeamt spricht den Kapitän des am 8. Dezember 1959 vor der norwegischen Küste in Seenot geratenen Küstenmotorschiffes “Merkur”” von dem Vorwurf frei, für den Tod seiner Besatzungsmitglieder verantwortlich zu sein. Der Kapitän hatte sich als einziger der aus acht Männern bestehenden Besatzung retten können.

9.2.1960, Dienstag

Durch ein Urteil des Appellationsgerichtes in Rabat wird die kommunistische Partei Marokkos aufgelöst.

Die freien Tankstellen in der Bundesrepublik geben die Gründung einer eigenen Einkaufsgesellschaft für Benzin bekannt. Sie wollen damit die Unabhängigkeit von den großen Treibstoffkonzernen erreichen und deren Preise um bis zu fünf Pfennig pro Liter unterbieten.

10.2.1960, Mittwoch

Die Parteien im Bonner Bundestag erzielen bei einer außenpolitischen Debatte eine weitgehende Einigung in der Berlin-Frage und wenden sich gegen eine Änderung des Rechtsstatus der Stadt.

In der DDR wird der Nationale Verteidigungsrat unter Vorsitz des Ersten Sekretärs der SED, Walter Ulbricht, gebildet.

Der Deutsche Ärztetag nimmt in der Frankfurter Paulskirche einstimmig eine Resolution an, in der sich die Vertreter der Ärzteschaft gegen die geplante Reform der Krankenversicherung aussprechen. Ein Gesetzentwurf der Bundesregierung sieht eine Selbstbeteiligung der Versicherten vor.

11.2.1960, Donnerstag

In der nordfranzösischen Stadt Amiens endet eine Protestdemonstration von 35 000 Bauern gegen die Landwirtschaftspolitik der Regierung in Paris mit einer vierstündigen Straßenschlacht zwischen Polizei und Landwirten, bei der 150 Personen verletzt werden.

Für das Baugewerbe in der Bundesrepublik wird ein neuer Tarifvertrag mit einer Lohnerhöhung von 5,6% abgeschlossen. Der Bundesecklohn steigt vom 1. Mai an um 15 Pfennig auf 2,82 DM pro Stunde.

Ernährungsminister Werner Schwarz (CDU) legt dem Bundestag in Bonn den Grünen Plan 1960 vor.

Der italienische Staatspräsident Giovanni Gronchi beendet einen fünftägigen Staatsbesuch in der UdSSR. Der erste offizielle Aufenthalt eines Staatsoberhauptes des Nordatlantikpaktes (NATO) in der Sowjetunion erbringt keine Annäherung der Standpunkte in der Deutschland- und Ost-West-Politik. Es wird lediglich ein Kulturabkommen unterzeichnet.

12.2.1960, Freitag

Die Kultusminister der Bundesländer beschließen eine stärkere Berücksichtigung der NS-Zeit im Unterricht.

Im Unterhaus in London scheitert ein Antrag der Labour Party, die britische Regierung zu tadeln, weil sie innerhalb des Nordatlantikpaktes (NATO) zugestimmt hat, die Bundeswehr mit Atomwaffen auszurüsten.

Der österreichische Bundeskanzler Julius Raab übergibt den Vorsitz der Österreichischen Volkspartei (ÖVP) an Alfons Gorbach.

13.2.1960, Samstag

Der stellvertretende sowjetische Ministerpräsident, Anastas I. Mikojan, beendet einen zehntägigen Besuch in Kuba.

Nahe einer Oase in der Sahara wird der erste französische Atomwaffenversuch unternommen.

Der Ministerrat der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) beschließt in Brüssel einen Außenzolltarif für den Handelsaustausch mit Nicht-EWG-Mitgliedern.

Papst Johannes XXIII. ernennt Monsignore Corrado Bafile als Nachfolger von Erzbischof Aloysius Muench zum neuen Apostolischen Nuntius in Bonn.

Das Schwurgericht in Krefeld verurteilt den 61-Jährigen Ludwig Bellwinkel wegen zweifachen Mordes an seinen beiden Ehefrauen in den Jahren 1944 und 1958 zu einer lebenslangen Haftstrafe. Nach Ansicht des Gerichts ist erwiesen, dass er beide Frauen erschossen hat, um eigene Seitensprünge zu verbergen.

Das bundesdeutsche Küstenmotorschiff “Leonore” sinkt bei schwerem Seegang nördlich von Helgoland. Die acht Besatzungsmitglieder können nicht geborgen werden.

14.2.1960, Sonntag

Helmut Berndt aus Seesen gewinnt in Garmisch-Partenkirchen den Weltmeistertitel im Einer-Rennrodeln.

Auf der Bundesversammlung des Bundes der Vertriebenen in Bonn wird Hans Krüger (CDU) mit 60 von 104 Stimmen erneut zum Präsidenten gewählt.

Nach einer Mitteilung der Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur (UNESCO) gibt es weltweit etwa 30 000 Pressepublikationen, darunter 8000 Tageszeitungen mit einer Gesamtauflage von rund 250 Mio. Exemplaren.

15.2.1960, Montag

Nach einer Übersicht des Bundesfinanzministeriums in Bonn wurden im Jahr 1959 3,45 Mrd. DM (etwa 1% des Bruttosozialproduktes) an öffentlicher und privater Entwicklungshilfe geleistet.

Der britische Premierminister Harold Macmillan beendet eine sechswöchige Reise durch afrikanische Commonwealth-Gebiete.

16.2.1960, Dienstag

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) protestiert in einem offenen Brief an die Mitglieder des Bundestages in Bonn gegen die geplante Reform der Krankenversicherung, weil diese u.a. wegen der geplanten Selbstbeteiligung der Versicherten einen sozialen Rückschritt bedeute.

Walter Ulbricht, der Erste Sekretär der SED, wirft der Bundesrepublik Deutschland vor, dass sie einen Blitzkrieg auf das Gebiet der DDR vorbereite. Zur Begründung weist er auf Manöverpläne des Nordatlantikpaktes (NATO) hin, die von einem Angriff der Warschauer-Pakt-Staaten ausgehen.

Der sowjetische Ministerpräsident Nikita S. Chruschtschow beendet einen sechstägigen Staatsbesuch in Indien und reist nach Birma weiter. Vom 18. Februar bis zum 1. März schließt sich ein Aufenthalt in Indonesien an. Chruschtschow wird seine Asienreise am 4. März in Afghanistan beenden.

17.2.1960, Mittwoch

Auf Antrag der Sozialdemokraten legt die Bundesregierung in Bonn ein Weißbuch zu den antisemitischen Vorfällen in den letzten Wochen vor. Die Regierung stellt fest, dass es keinen organisierten Antisemitismus gebe und dass für die Delikte fehlgeleitete Einzeltäter und Agenten aus der DDR verantwortlich seien.

Der pakistanische Ministerpräsident Mohammed Ayub Khan wird nach einer Wahl der Gemeinderäte, die sich mit einer Mehrheit von 95,6% für ihn aussprachen, als erster indirekt gewählter Präsident des Landes vereidigt.

18.2.1960, Donnerstag

US-Vizepräsident Richard M. Nixon eröffnet in dem kalifornischen Ort Squaw Valley die VIII. Olympischen Winterspiele.

In Montevideo (Uruguay) wird von sieben mittel- und südamerikanischen Ländern die Lateinamerikanische Freihandelszone (LAFTA) gegründet.

19.2.1960, Freitag

Die Mitglieder der drei westlichen Militärmissionen in Potsdam weisen neue Pässe zurück, in denen die Staatsbezeichnung “Deutsche Demokratische Republik” enthalten ist. Die Ausweise die zu Reisen nach Berlin (West) und durch die DDR berechtigen, trugen bisher den Vermerk “Sowjetische Besatzungszone”.

In Moskau wird zwischen der Sowjetunion und der Bundesrepublik Deutschland, ein Austauschprogramm im Rahmen des Kulturabkommens von 1958 unterzeichnet. Es sieht wechselseitige Gastspiele von Orchestern und den Austausch von Wissenschaftlern und Studenten aus beiden Ländern vor.

Kurz vor seiner bereits siebenmal verschobenen Hinrichtung erreicht der 1948 zum Tode verurteilte Caryl Chessman einen erneuten Aufschub der Vollstreckung der Todesstrafe durch den Gouverneur des US-Bundesstaates Kalifornien.

In der Bundesrepublik Deutschland wird eine Gagen-Höchstbegrenzung von 100 000 DM für Filmschauspieler eingeführt.

Königin Elisabeth II. von Großbritannien bringt in London ihr drittes Kind, Prinz Andrew, zur Welt. Noch nie seit 103 Jahren hat eine amtierende britische Königin ein Kind geboren. Sowohl Prinz Charles als auch Prinzessin Anne, die beiden ältesten Kinder, kamen zur Welt als Elisabeth noch nicht Königin war.

20.2.1960, Samstag

In der belgischen Hauptstadt Brüssel endet die Kongo-Konferenz, die am 20. Januar begonnen hatte. Politiker aus Belgien und dem Kongo (Leopoldville) einigen sich darauf, dass der afrikanische Staat die volle Unabhängigkeit erhält und beide Länder durch einen Freundschaftsvertrag verbunden bleiben.

Bei einem der größten Raubüberfälle, die bisher in der Schweiz verübt wurden, erbeuten in Genf zwei Männer von einem Diamantenhändler Edelsteine im Wert von 250 000 Schweizer Franken (240 250 DM).

Helga Haase und Heidi Biebl erringen bei den Olympischen Winterspielen in Squaw Valley überraschend zwei Goldmedaillen für die gesamtdeutsche Mannschaft.

21.2.1960, Sonntag

Anlässlich des 150. Todestages des Tiroler Freiheitskämpfers Andreas Hofer kommt es trotz eines Versammlungsverbotes in der italienischen Stadt Bozen zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Südtiroler Separatisten und der Polizei.

Der Kölner Rolf Wolfshohl wird in der spanischen Stadt Tolosa mit einem Vorsprung von 50 sec vor seinen Verfolgern als erster deutscher Radrennfahrer Querfeldein-Weltmeister.

In der seit dem 1. Januar unabhängigen Republik Kamerun wird nach einer Volksabstimmung bekanntgegeben, dass sich die Mehrheit der Bevölkerung für die neue Verfassung ausgesprochen hat. Sie sieht einen mit zahlreichen Vollmachten ausgestatteten Präsidenten und ein alle fünf Jahre neu zu wählendes Parlament vor. Die ersten Wahlen finden am 16. April statt.

In London endet die seit dem 18. Januar tagende Kenia-Konferenz, auf der britische und kenianische Politiker einen Verfassungsentwurf für das afrikanische Land ausgearbeitet haben.

Der bisherige dänische Finanzminister Viggo Kampmann wird als Nachfolger des verstorbenen Hans Christian Svane Hansen neuer Ministerpräsident Dänemarks.

22.2.1960, Montag

Infolge einer Explosion mit anschließendem Grubenbrand werden in der Steinkohlenzeche “Karl Marx” in Zwickau (DDR) 123 Bergleute getötet.

In Warschau wird das Internationale Chopin-Jahr mit einem Konzert des Pianisten Artur Rubinstein eröffnet. Die Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur (UNESCO) veranstaltet die Feiern aus Anlass des 150. Geburtstages des polnischen Komponisten Frederic Chopin.

Die ersten Kraftfahrzeug-Importe aus der Sowjetunion treffen in München ein. Die Mittelklassewagen vom Typ “Moskwitsch” mit einem Hubraum von 1,5 l und 45 PS werden von einem bundesdeutschen Händler zum Preis von 4950 DM verkauft.

23.2.1960, Dienstag

US-Präsident Dwight D. Eisenhower trifft in Brasilien, der ersten Station einer zehntägigen Reise durch Südamerika, ein. Auch die folgenden Besuche in Argentinien, Chile, Uruguay und Costa Rica dienen vorwiegend wirtschaftspolitischen Zielen.

24.2.1960, Mittwoch

Verhandlungen des Bundesverteidigungsministeriums über die Einrichtung von Militärbasen in Spanien lösen internationale Proteste aus.

Nach dem Rückzug der liberalen Partei aus der Regierungskoalition tritt der Christdemokrat Antonio Segni von seinem Amt als italienischer Ministerpräsident zurück.

Die französische Fluggesellschaft Air France nimmt den regelmäßigen Düsenflugverkehr von Paris nach Berlin (West) auf.

Das erste Urlauberschiff des Freien Deutschen Gewerkschaftsbundes (FDGB) der DDR, die 12 400 BRT große “Völkerfreundschaft”, tritt in Rostock seine erste Seereise an.

25.2.1960, Donnerstag

Der US-amerikanische Außenminister Christian A. Herter schlägt eine gesamtdeutsche Volksabstimmung über eine Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten vor.

In Berlin (West) wird die Bilanz der politischen Strafjustiz der DDR für die vergangenen 15 Jahre veröffentlicht. Fast 46 000 Personen wurden aus politischen Gründen verurteilt. 146 von ihnen erhielten die Todesstrafe, 356mal wurden lebenslange Gefängnisstrafen verhängt.

Die rund 550 000 Mitglieder der Gewerkschaft Öffentliche Dienste, Transport und Verkehr (ÖTV) lehnen in einer Urabstimmung mit einer Mehrheit von etwa 90% das Arbeitgeberangebot für Gehaltserhöhungen zwischen 6,5 und 8,5% als zu niedrig ab. Die ÖTV fordert eine 14%ige Anhebung der Löhne und Gehälter.

26.2.1960, Freitag

Der Bundesrat verweigert in Bonn der vorliegenden Fassung des Notstandsgesetzentwurfes seine Zustimmung. Sein Gegenentwurf sieht ein Anwendungsverbot des Gesetzes bei Arbeitskämpfen sowie eine paritätische Beteiligung der Ländervertretung im Notstandsfall vor.

In Berlin (West) endet die sechstägige Gesamtdeutsche Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland mit einer Vertrauenserklärung für den Ratsvorsitzenden Otto Dibelius, der wegen seiner Obrigkeitsthesen von der DDR-Kirche heftig angegriffen wird.

Das Präsidium der Deutschen Bundesbahn (DB) teilt mit, dass die Bahnsteigsperren in den Bahnhöfen erhalten bleiben. Ein Wegfall der Bahnsteigkarten würde Einnahmeverluste für die DB bedeuten und die Zugkontrolle erschweren.

27.2.1960, Samstag

Die Regierung in Paris gibt erstmals Zahlen über die Verluste der französischen Streitkräfte im Algerienkonflikt bekannt. Seit dem Beginn des Unabhängigkeitskampfes im Jahr 1954 sind etwa 13 000 französische Soldaten gefallen.

Die drei westlichen Stadtkommandanten erteilen dem Senat von Berlin (West) die Erlaubnis zum Bau eines Fernsehturmes. Die DDR verurteilt die Errichtung wegen der Möglichkeit einer Ausstrahlung westlicher Programme auf ihr Gebiet.

28.2.1960, Sonntag

Auf dem Trafalgar Square in London ruft der britische Oppositionsführer Hugh Gaitskell (Labour Party) bei einer Demonstration gegen die Apartheid in Südafrika zu einem einmonatigen Boykott südafrikanischer Waren auf.

Mit einer von Walt Disney inszenierten Abschlussfeier enden die VIII. Olympischen Winterspiele in Squaw Valley, die am 18. Februar begonnen hatten.

29.2.1960, Montag

Nikita S. Chruschtschow lehnt den Vorschlag des US-Außenministers Christian A. Herter ab, die beiden deutschen Staaten in einer Volksabstimmung über ihre politische Zukunft entscheiden zu lassen.

Die Rosenmontagsumzüge werden von mehreren Millionen Menschen verfolgt.