Was geschah im Februar 1966

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1.2.1966, Dienstag

Der saudi-arabische König Faisal Ibn Abd Al Asis Ibn Saud gibt zum Abschluss eines Besuchs in der jordanischen Hauptstadt Amman bekannt, dass er die Bildung eines prowestlichen Islamischen Pakts als Gegengewicht zur sozialistisch ausgerichteten Politik der Arabischen Liga anstrebe.

Durch massiven Polizeieinsatz wird in der flämischen Provinz Limburg ein Bergarbeiterstreik niedergeschlagen, der in den Vortagen zu gewalttätigen Ausschreitungen zwischen Polizei und Streikenden geführt hat.

Im Alter von 70 Jahren verstirbt in Hollywood der US-amerikanische Filmkomiker Buster Keaton. Er wurde in den 20er Jahren als Schauspieler und Regisseur in zahlreichen Stummfilmen weltberühmt, so in “Sherlock Holmes jr.” (1924), “Der Killer von Alabama” (1926) und “Der General” (1926).

2.2.1966, Mittwoch

In einer öffentlichen Erklärung verurteilt die französische Regierung unter Staatspräsident Charles de Gaulle die Wiederaufnahme des US-amerikanischen Luftkriegs gegen Nordvietnam. Nach den Plänen de Gaulles muss die Intervention durch einen Friedensschluss beendet werden, zu dem ein vorheriges Abkommen zwischen den fünf “Weltmächten” UdSSR, USA, Großbritannien, China und Frankreich beitragen könne.

Nach einem Beschluss des nordrhein-westfälischen Kultusministers Paul Mikat (CDU) kann mit Beginn des Schuljahres 1966 an elf höheren Handelsschulen des Bundeslandes die Allgemeine Hochschulreife erworben werden.

Der polnische Schriftsteller Cezary Ketling-Szemley wird vor einem Warschauer Gericht zu vier Jahren Gefängnis verurteilt. Er wird beschuldigt, mehrfach regierungsfeindliche Artikel in anti-kommunistischen polnischen Auslandspublikationen veröffentlicht zu haben.

3.2.1966, Donnerstag

Das US-amerikanische Verteidigungsministerium in Washington gibt bekannt, dass China in seinen südlichen, an Nordvietnam grenzenden Landesteilen Truppen massiere. Die militärische Aktion lasse allerdings nur auf “defensive und propagandistische Motive” schließen.

Mit der weichen Landung der Raumsonde “Luna 9” auf dem Mond feiert die sowjetische Weltraumforschung einen großen Triumph. “Luna 9” funkt drei Tage lang Aufnahmen von der Mondoberfläche zur Erde, die beweisen, dass auch schwere Fluggeräte auf dem Erdtrabanten landen können.

In Rom werden zwei Aktzeichnungen des Jugendstilmalers Gustav Klimt (1867- 1918) und neun Aquarelle seines Schülers Egon Schiele (1890- 1918) bei einer Ausstellung von der Polizei beschlagnahmt. Zur Begründung heißt es, die Werke seien “obszön und pornographisch”.

4.2.1966, Freitag

Der türkische Innenminister Faruk Sukan teilt in Ankara mit, dass nach dem 30. April keine Griechen mehr in der Türkei leben dürften. Seit dem Ausbruch der Zypern-Krise 1963 hat die Türkei mehr als 12 000 Griechen ausgewiesen. Auf Zypern, das seit 1960 unabhängig von Großbritannien ist, wurden 1963 die in der Verfassung garantierten Sonderrechte des türkischen Bevölkerungsteils hinsichtlich einer selbständigen Regierung und Verwaltung durch Griechenland außer Kraft gesetzt.

Beim Absturz einer japanischen Boeing 727 über der Bucht von Tokio kommen 133 Menschen ums Leben.

5.2.1966, Samstag

Am Ende einer Demonstration gegen den Vietnamkrieg kommt es in Berlin zu Ausschreitungen, als eine kleine Gruppe das Amerikahaus mit Eiern bewirft.

Bei der Bob-Weltmeisterschaft in Cortina d’Ampezzo verunglückt der Bob “Deutschland I”. Der Unfall endet für Steuermann Anton Pensberger tödlich.

6.2.1966, Sonntag

Der SPD-Vorsitzende Willy Brandt äußert in einem Interview mit der “Welt am Sonntag”, seine Partei wolle “sich nicht billig machen und der CDU/CSU für eine Große Koalition aufdrängen”. Gleichzeitig sei es jedoch die Pflicht des Bundeskanzlers, mit den Vorsitzenden aller Bundestagsfraktionen vertrauliche Gespräche über die Deutschlandpolitik zu führen.

US-Präsident Lyndon B. Johnson trifft mit Beratern in der hawaiischen Hauptstadt Honolulu zu Konsultationen mit südvietnamesischen Regierungsvertretern zusammen. Am Ende der dreitägigen Gespräche wird ein 14-Punkte-Programm verabschiedet, das umfassende Entwicklungs- und Militärhilfe für Südvietnam vorsieht.

Eine Tournee der Schlagersänger Rex Gildo, Christa Williams und Sven Jenssen durch die DDR wird bereits nach einer Testveranstaltung vor Kulturfunktionären abgebrochen. Neben bereits vereinbarten Streichungen verlangen die DDR-Kulturbehörden die Absetzung des Schlagers “Yesterday Man”. In diesem Lied werde Josef W. Stalin verunglimpft, heißt es in der offiziellen Begründung.

7.2.1966, Montag

Im Rahmen des deutsch-französischen Vertrags treffen Bundeskanzler Ludwig Erhard (CDU) und eine Delegation von Ministern mit der französischen Regierung in Paris zusammen. Die zweitägigen Konsultationen konzentrieren sich auf die geplante Reise von Staatspräsident Charles de Gaulle in die Sowjetunion.

Bei einem Fluchtversuch wird ein 31-Jähriger DDR-Bürger am Grenzübergang Staaken von Grenzsoldaten mit einer Maschinengewehrgarbe getötet.

Der Kabarettist Wolfgang Neuss wird wegen “parteischädigenden Verhaltens” aus der SPD ausgeschlossen. Während des Bundestagswahlkampfs 1965 hat Neuss öffentlich erklärt, er werde die Deutsche Friedensunion wählen. Die 1960 gegründete Partei fordert die militärische Neutralisierung der Bundesrepublik sowie eine Verständigungspolitik mit der DDR.

Das EMNID-Institut für Verbrauchsforschung veröffentlicht eine Untersuchung, wonach ein Durchschnittshaushalt mit vier Personen in der Bundesrepublik monatlich 660 DM zur Finanzierung von Wohnung, Bekleidung, Erholung und Nahrungsmittel benötigt.

8.2.1966, Dienstag

Mit einer Gegendemonstration zu der Anti-Vietnam-Kundgebung, bei der es am Wochenende vor dem Amerika-Haus zu Ausschreitungen kam, bekunden 500 Berliner ihre Sympathie mit der US-amerikanischen Schutzmacht. Die Demonstration wurde von der Berliner CDU, der Jungen Union und dem Ring Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS) an der FU Berlin organisiert.

Bei einem Brand in der philippinischen Stadt Iloilo kommen 18 Personen ums Leben. 25 000 Einwohner werden obdachlos.

9.2.1966, Mittwoch

Der geschäftsführende Vorstand der Berliner FDP beschließt, die Bindungen zum Liberalen Studentenbund Deutschlands (LSD) wegen seiner Teilnahme an der Vietnam-Demonstration am 5. Februar zu lösen. Durch seine Mitverantwortung für die Ausschreitungen habe der LSD “den Schlusspunkt unter eine Entwicklung gesetzt, die mit liberaler Politik nichts gemein hat”, heißt es in der Begründung.

Der französische Ministerrat ernennt General Jacques Massu zum Oberbefehlshaber der französischen Truppen in der Bundesrepublik.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamts in Frankfurt belief sich der Jahresumsatz der deutschen Industrie 1965 auf 375 Mrd. DM. Davon stammten 58,8 Mrd. DM aus Lieferungen in das Ausland.

10.2.1966, Donnerstag

Die fünf Sachverständigen für die Finanzreform die sog. Troeger-Kommission, legen Bundeskanzler Ludwig Erhard (CDU) und den Ministerpräsidenten der Länder ihr Gutachten vor. In zehn Vorschlägen zur Grundgesetzänderung wird eine Umverteilung des Steueraufkommens zwischen Bund und Ländern angeraten. Den Gemeinden solle zukünftig ein größerer Anteil des gesamten Steueraufkommens zugebilligt werden.

Drei Angehörige des ehemaligen SS-“Sonderkommandos 7a” werden vor dem Essener Schwurgericht wegen Beihilfe zum Mord zu Zuchthausstrafen zwischen drei und fünf Jahren verurteilt. Sie hatten 1942 im Raum Klinzy in der Sowjetunion an den Exekutionen von mehreren hundert Juden teilgenommen. Das Gericht erkennt den von den Angeklagten angeführten Befehlsnotstand nicht als mildernden Umstand an.

Das Kraftfahrt-Bundesamt in Flensburg teilt mit, dass der Bestand an Kfz im zweiten Halbjahr 1965 um 3,3% bzw. 400 000 Wagen gestiegen ist. Insgesamt sind in der BRD 12,5 Mio. Autos registriert, darunter 9 Mio. Pkw.

11.2.1966, Freitag

Die belgische Regierung unter Pierre Harmel tritt geschlossen zurück. Der flämische Bergarbeiterstreik Anfang des Monats hat eine innenpolitische Krise verursacht, die durch einen Streik der Ärzte für höhere Honorarsätze zusätzlich verschärft wurde.

UN-Generalsekretär Sithu U Thant richtet einen Appell an die “reichen Nationen der Welt”, Mittel zur Linderung der indischen Hungersnot bereitzustellen.

12.2.1966, Samstag

Die Bürger Hamburgs haben am Nachmittag erstmals Gelegenheit, an der neu eingerichteten Speakers’ Corner am Theodor-Heuss-Platz über alles, was sie bewegt, öffentlich zu sprechen.

Papst Paul VI. sucht als erstes Oberhaupt der Katholischen Kirche eine Arbeiterversammlung auf. Die Kirche hat unter den Arbeitern, die in Italien zu großen Teilen kommunistisch organisiert sind, stark an Boden verloren.

13.2.1966, Sonntag

Papst Paul VI. gibt in Rom bekannt, dass die vatikanische Kommission, die seit 1964 Fragen der Geburtenkontrolle untersucht, umgehend “erneuert” werde. Das Gremium ist beauftragt, eine Enzyklika mit “Richtlinien für die christliche Ehe” zu formulieren.

Ein sowjetisches Gericht im kaukasischen Ort Mineralnije Wody verurteilt fünf sowjetische Bürger zum Tode, die während der deutschen Besatzung 1942 an der Ermordung von 14 000 Juden und Sinti beteiligt waren.

14.2.1966, Montag

Die Schriftsteller Andrei D. Sinjawski und Juli M. Daniel werden in Moskau zu sieben bzw. fünf Jahren Arbeitslager verurteilt. Sie hatten unter Pseudonymen “antisowjetische” Texte im westlichen Ausland veröffentlicht.

Mit einem Festakt im Opernhaus der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt wird offiziell die Universität Düsseldorf gegründet.

15.2.1966, Dienstag

Der Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Kurt Scharf, tritt als Gesamtbischof für Berlin-Brandenburg die Nachfolge von Otto Dibelius an.

16.2.1966, Mittwoch

Einem Streikaufruf des Allgemeinen Studentenausschusses (AStA) folgend, boykottieren die Studenten der Universität Heidelberg einen Tag lang alle Lehrveranstaltungen. Der Protest richtet sich gegen die angekündigte Kürzung der Mittel zum Ausbau der Hochschule.

US-amerikanische Transportflugzeuge beginnen in Laos mit der Entlaubung des Dschungels entlang des Ho-Tschi-Minh-Pfads. Dieser ist der wichtigste Nachschubweg aus Nordvietnam für die Vietcong in Südvietnam.

Der Bundesvorstand der CDU beschließt bei einer Tagung in Bonn, dem Parteitag am 21. März zu empfehlen, Bundeskanzler Ludwig Erhard als Nachfolger Konrad Adenauers zum Parteivorsitzenden und den Fraktionsvorsitzenden Rainer Barzel zu seinem Stellvertreter zu wählen.

Bei einer Schlagwetter-Explosion in der Steinkohlenzeche “Rossenray” nahe Kamp-Lintfort am Niederrhein kommen sechs Bergleute ums Leben.

17.2.1966, Donnerstag

Bei einem Sprengstoffanschlag auf einen Post- und Personenzug kommen im indischen Bundesstaat Assam 36 Personen ums Leben. Das Attentat wird Angehörigen des nach Unabhängigkeit strebenden Naga-Stamms zugeschrieben.

Ein Medizinstudent wird an der Universität Halle zwangsexmatrikuliert, nachdem er unter Alkohol-Einfluss in einer Gastwirtschaft vor Kommilitonen das Deutschlandlied auf dem Klavier intoniert hatte.

18.2.1966, Freitag

Das Stuttgarter Landgericht stellt den Prozess gegen den ehemaligen Oberleutnant der Wehrmacht Kurt Leibbrand ein. Er wurde beschuldigt, 1944 in Frankreich den Erschießungsbefehl für 22 italienische Zwangsarbeiter gegeben zu haben.

Der Kurdenführer Mustafa Barzani bittet die Vereinten Nationen, eine Untersuchungskommission in den Nordirak zu entsenden. Sie solle sich davon überzeugen, dass die irakische Regierung das kurdische Volk mit einer Taktik der “verbrannten Erde” vernichten wolle. Barzani kämpft für die Gründung eines autonomen Kurdistan.

19.2.1966, Samstag

In Gelsenkirchen demonstrieren mehrere tausend Menschen gegen die geplante Stilllegung der Zeche “Graf Bismarck” am 30. September dieses Jahres. 40 000 Arbeitsplätze sind direkt oder indirekt von dem Vorhaben betroffen.

20.2.1966, Sonntag

Der Vorsitzende des Ausenpolitischen Ausschusses des US-Senats, William J. Fulbright, fordert in Washington die Anerkennung der Vietcong als notwendigen Schritt zu Verhandlungen über die Beilegung des Vietnam-Konflikts. Die gegenwärtige Haltung der US-Regierung sei ein Beispiel für die “rätselhaften Widersprüche” in ihrer Indochina-Politik.

Westlich von Helgoland kollidiert der norwegische Tanker “Anne Mildred Broevig” mit einem britischen Motorfrachter. Drei Monate lang besteht die Gefahr, dass das stark beschädigte Schiff seine Fracht, 38 000 t Erdöl, verliert.

21.2.1966, Montag

Die parteiamtliche sowjetische Zeitung “Prawda” gibt in einer kurzen Meldung die Ausbürgerung des Schriftstellers Valeri J. Tarsis bekannt. Der Künstler, der sich derzeit in Großbritannien aufhält, ist damit einstweilen staatenlos. Wie Andrei D. Sinjawski und Juli M. Daniel, die am 14. Februar zu langjährigen Strafen verurteilt wurden, hatte Tarsis kritische Texte im westlichen Ausland veröffentlicht.

Bei den Ski-Weltmeisterschaften in Oslo belegen Georg Thoma und Franz Keller aus der Bundesrepublik in der Nordischen Kombination die ersten beiden Plätze.

Eine Sturmflut richtet schwere Schäden an der Küste Nordafrikas an. In der marokkanischen Hafenstadt Safi werden 80% aller Fischerboote zerstört.

Mehrere Mio. Menschen sind bei frühlingshaftem Wetter in den Hochburgen des Karnevals auf den Straßen. Der größte Festumzug findet in Köln statt, wo ein Korso von 24 Festwagen mit 45 riesigen Karikaturen von 30 000 Menschen bejubelt wird.

Bundespräsident Heinrich Lübke beginnt eine dreiwöchige Afrikareise, die ihn nach Madagaskar, Kamerun, Togo, Mali, Kenia und Marokko führt.

Nach wochenlangen Auseinandersetzungen nimmt der Vorstand der IG Metall das sog. Erbacher Abkommen an. Danach soll die 40-Stunden-Woche in der Metallindustrie ab 1. Januar 1967 eingeführt werden. Zuvor hatte bereits der tarifpolitische Ausschuss des Gesamtverbandes metallindustrieller Arbeitgeberverbände dem Vorschlag zugestimmt.

Der ugandische Premierminister Milton Obote lässt fünf Regierungsmitglieder seines Kabinetts in Kampala verhaften und überträgt sich selbst die alleinige Regierungsgewalt.

Der französische Staatspräsident Charles de Gaulle kündigt auf einer Pressekonferenz in Paris den Austritt Frankreichs aus der NATO an.

Die Alliierte Kommandantur in West-Berlin verbietet einen vom 25. bis zum 27. Februar geplanten Parteitag der West-Berliner SED. Zur Begründung heißt es, die Einladung von 20 Delegationen kommunistischer Parteien werde “den lokalen Rahmen” sprengen.

22.2.1966, Dienstag

Als erste Frau wird die Chemieprofessorin Margot Becke zur Rektorin einer bundesdeutschen Universität ernannt. Ab dem Wintersemester 1966/67 tritt sie ihr neues Amt an der Rupprecht-Karl-Universität in Heidelberg an.

In Birmingham (US-Bundesstaat Alabama) schießt ein 23-Jähriger Mann fünf Schwarze vor einem Warenhaus nieder. Der Schütze, ein Weißer, gibt bei der Polizei an, die Männer hätten sich ihm auf dem Weg zum Parkplatz in den Weg gestellt.

Der britische Premierminister Harold Wilson reist zu dreitägigen Konsultationen mit der sowjetischen Führung nach Moskau. Während Wilsons Vermittlung in der Vietnam-Frage misslingt, erzielen beide Seiten Einigung darüber, dass so schnell wie möglich ein internationaler Atomwaffensperrvertrag als Ergänzung zum Teststoppabkommen von 1963 zustande kommen müsse.

23.2.1966, Mittwoch

Die österreichische “Kronen-Zeitung” wird auf Antrag des Österreichischen Gewerkschaftsbunds (ÖGB) einstweilen unter gerichtliche Verwaltung gestellt. Der ÖGB erhebt vermögensrechtliche Ansprüche gegen die Zeitung, die von dem früheren ÖGB-Chef Franz Olah Gelder erhalten hat.

Ein Militärputsch bringt in Syrien den linken Flügel der sozialistischen Baath-Partei mit Nur Ad Din Al Atasi an der Spitze an die Macht.

Die indische Regierung in Neu-Delhi gibt bekannt, dass seit neun Tagen schwere Unruhen im Bundesstaat Westbengalen anhalten. Etwa 400 Personen werden bei den Protestaktionen, die sich gegen die anhaltende Lebensmittelknappheit richten, festgenommen.

In Le Havre beschlagnahmen Beamte des französischen Rauschgiftdezernats auf dem Frachter “Charles Tellier” der nach Südamerika auslaufen sollte, Heroin im Wert von 1,6 Mio. DM.

Im Londoner Wembley-Stadion unterliegt die deutsche Nationalelf vor 70 000 Zuschauern im Fußball-Länderspiel England mit 0:1.

24.2.1966, Donnerstag

Nach einem blutigen Militärputsch übernimmt ein Nationaler Befreiungsrat unter Joseph A. Ankrah die Macht in Ghana. Der bisherige Staatspräsident Kwame Nkrumah wird in Abwesenheit für abgesetzt erklärt.

In Rom wird das dritte Kabinett der linken Mitte unter dem christdemokratischen Ministerpräsidenten Aldo Moro vereidigt. Seine Koalitionsregierung besteht aus Christdemokraten, Sozialdemokraten, Sozialisten und Republikanern.

Vor einem Frankfurter Gericht wird ein 36-Jähriger Mann, der in angetrunkenem Zustand die Judenverfolgung während des Dritten Reichs gutgeheißen hat, zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Die Strafe wird gegen eine Zahlung von 1000 DM zur Bewährung ausgesetzt.

25.2.1966, Freitag

Auf dem jüdischen Friedhof in München werden 40 Gräber von unbekannten Tätern geschändet.

Der Österreicher Emmerich Danzer gewinnt die Weltmeisterschaften im Eiskunstlauf der Herren im schweizerischen Davos. Zweiter wird sein Landsmann Wolfgang Schwarz.

Der Vorsitzende des US-amerikanischen Kongressausschusses für unamerikanische Umtriebe, Joe Pool, kündigt schärfere Regierungsmasnahmen gegen die rassistische Terror-Organisation Ku-Klux-Klan an. Der Ausschuss hatte eine mehrmonatige öffentliche Untersuchung über die Aktivitäten des Geheimbundes angestellt.

26.2.1966, Samstag

Nach offiziellen Berichten aus Indonesien bereitet sich eine große Zahl von Studenten auf einen Partisanenkampf gegen das diktatorische Regime unter Präsident Achmed Sukarno vor. Die von Sukarno verbotene antikommunistische Studentenorganisation Kami hat Unterstützung durch den 150 000 Personen starken Islamischen Studentenverband erhalten. Der Palast des Präsidenten in Jakarta wird inzwischen durch Drahtverhaue und ein massives Aufgebot an Soldaten geschützt.

27.2.1966, Sonntag

Die USA schießen zum ersten Mal ein “Apollo”-Mondschiff zu Flugsicherheitstests in den Weltraum. Nach einem ballistischen Flug von fast 9000 km geht die Rakete vom Typ “Saturn 1 B” knapp 40 Minuten nach dem Start im Südatlantik nieder.

Nach Überschwemmungen im Norden Argentiniens müssen 100 000 Menschen evakuiert werden; acht Personen komm ums Leben.

28.2.1966, Montag

Die USA verhängen ein Exportembargo über Waren nach Rhodesien und leisten damit der britischen Aufforderung Folge, das rassistische Regime in Salisbury zu boykottieren. 1964 belief sich die US-amerikanische Ausfuhr nach Rhodesien noch auf 21 Mio. US-Dollar (84 Mio. DM).

In Rheinland-Pfalz kommt es anlässlich der Neugründung des “Stahlhelm-Bundes der Frontsoldaten” in Bergzabern zu einem Eklat. Innenminister August Wolters (CDU) löst die rechtsextreme Organisation auf, da auf der Gründungsversammlung am 10. Januar Nazi-Parolen verkündet und Schmähreden gegen die Demokratie gehalten wurden.

Der Osten Australiens wird derzeit von der schwersten Dürre in diesem Jahrhundert heimgesucht. Wasser und Milch wurden schon in mehreren Provinzstädten rationiert. Tausende von Rindern und Schafen sind bereits verdurstet.