Was geschah im Februar 1968

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1.2.1968, Donnerstag

In Hannover demonstrieren mehr als 3000 Schüler mit Transparenten wie “Schüler werden nie gefragt” vor dem Kultusministerium für eine Mitbestimmung der Schüler. Anlass war die Weigerung des niedersächsischen Kultusministers Richard Langeheine (CDU), einen freien Tag bei der Übergabe der Zeugnisse zu gewähren.

Die zweite Welthandelskonferenz (1. 2.- 29. 3.), an der rund 1500 Delegierte aus 132 Ländern teilnehmen, wird in der Hauptstadt Neu-Delhi von der indischen Ministerpräsidentin Indira Gandhi eröffnet.

In der südvietnamesischen Hauptstadt Saigon und anderen Städten Südvietnams halten schwere Straßenkämpfe unvermindert an. Bei Gegenangriffen US-amerikanischer und südvietnamesischer Truppen kommt es zu hohen Verlusten auch unter der Zivilbevölkerung. Innerhalb von 54 Stunden sterben 5 800 Vietcong, etwa 300 südvietnamesische und 232 US-Soldaten.

Mit großem Erfolg wird das Musical “Anatevka” im Hamburger Operettenhaus zum ersten Mal in deutscher Sprache aufgeführt.

Im Züricher Schauspielhaus wird das Stück “Biografie” des Schweizer Dramatikers und Schriftstellers Max Frisch uraufgeführt. Die Hauptrollen spielen Peter Frankenfeld, Ulrich Haupt und Ellen Schwiers.

Im Hamburger “Passage”-Filmtheater wird der Film “Das Wunder der Liebe” von Oswalt Kolle uraufgeführt.

Eine Kundgebung der neugegründeten “Demokratischen Aktion 1968” gegen den Rechtsradikalismus endet in München mit dem Tod eines Gegendemonstranten aus den Reihen der NPD.

2.2.1968, Freitag

Die ägyptische Regierung weigert sich, die Arbeiten zur Freisetzung von 15 im Suezkanal festgehaltenen Schiffen fortzusetzen, bevor die Nahost-Krise beendet und der Kanal für die Schifffahrt wieder geöffnet ist.

Zum ersten Mal erkennt ein bundesdeutsches Gericht einen “Stimmabdruck” als Beweismittel an. Das Würzburger Schöffengericht verurteilt einen Erpresser aufgrund eines spektrographischen Stimmenvergleichs.

3.2.1968, Samstag

Dem bisher höchsten Wohnhaus der Bundesrepublik wird in Berlin (West) die Richtkrone aufgesetzt.

Der 33 Jahre alte deutsche Prinz Richard-Casimir zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg heiratet in der Schlosskirche von Fredensborg (Dänemark) die 23 Jahre alte dänische Prinzessin Benedikte.

In den frühen Morgenstunden verüben unbekannte Täter aus Protest gegen den Vietnamkrieg in Frankfurt am Main einen Sprengstoffanschlag auf einen US-amerikanischen Chemiekonzern und schlagen Fensterscheiben des US-amerikanischen Generalkonsulats ein.

4.2.1968, Sonntag

Der Fotokaufmann Hannsheinz Porst aus Nürnberg bestätigt, dass er seit 1955 gleichzeitig Mitglied der FDP und der SED sei.

In Offenbach wird als Zusammenschluss verschiedener linksorientierter Gruppen von 1200 Delegierten ein “Sozialistisches Aktionszentrum” gegründet, das die links von der SPD stehenden Kräfte sammeln soll, um in den Bundestagswahlkampf 1969 einzugreifen.

Die bundesdeutsche Fluggesellschaft Lufthansa erhält ihr erstes zweistrahliges Düsenflugzeug, eine Boeing 737 (Stückpreis 13,9 Millionen DM).

5.2.1968, Montag

Aufgrund einer dpa-Falschmeldung kommt es zu Verstimmungen zwischen Bonn und Paris.

Nordvietnamesische Verbände in einer Stärke von etwa 20 000 Mann treten zum Großangriff auf den US-amerikanischen Stützpunkt Khe Sanh im Norden Südvietnams an, in dem seit Wochen 5000 US-amerikanische Marine-Infanteristen eingekesselt sind.

6.2.1968, Dienstag

Die algerische Regierung beschließt die Verstaatlichung aller ausländischen Vertriebsorganisationen für Erdgas und Erdöl. Bereits im August 1967 wurden die Vertriebsgesellschaften der US-amerikanischen Konzerne Esso und Mobil-Oil unter staatliche Kontrolle gestellt.

Zum ersten Mal verkehrt ein Container-Schnellgüterzug der Deutschen Bundesbahn, der Bremen und Hamburg mit dem Binnenland verbindet.

Das Münchener Landgericht spricht den Verleger Kurt Desch im “Fanny Hill”-Prozess von dem Vorwurf frei, unzüchtige Schriften verbreitet zu haben.

Vor 65 000 Zuschauern werden in Grenoble (Frankreich) die X. Olympischen Winterspiele (bis 18. 2.) von Staatspräsident General Charles de Gaulle eröffnet.

7.2.1968, Mittwoch

Der österreichische Nationalrat in Wien billigt einstimmig die endgültige Abschaffung der Todesstrafe.

Das Drama “Der Preis” von Arthur Miller wird im Morosco Theatre in New York uraufgeführt.

Als Folge des Sprachenstreits zwischen Flamen und Wallonen bricht die belgische Koalitionsregierung auseinander. In nur 23 Jahren war dies bereits die 18. Regierung Belgiens.

Nordvietnamesische Verbände verstärken ihre Angriffe auf den Kessel von Khe Sanh (Südvietnam) und erobern dabei den Stützpunkt Lang Vei westlich von Khe Sanh. Sie setzen erstmals Flammenwerfer und Panzer ein.

8.2.1968, Donnerstag

Der Berliner Senat unter dem Regierenden Bürgermeister Klaus Schütz (SPD) prüft die Voraussetzungen für ein Verbot des Sozialistischen Deutschen Studentenbundes (SDS).

9.2.1968, Freitag

Die italienischen Schauspieler treten in einen achttägigen Proteststreik gegen die ihrer Meinung nach übertriebene Anzahl von ausländischen Filmen im italienischen Fernsehen. Streikposten stehen vor allen Film- und Fernsehstudios.

Kronprinzessin Beatrix der Niederlande eröffnet die Rotterdamer Untergrundbahn, die mit 6 km Streckenlänge die bislang kleinste der Welt und die erste in den Niederlanden ist.

10.2.1968, Samstag

In der Technischen Universität Berlin (West) findet ein “Springer-Hearing” statt, auf dem der politische Einfluss des Verlegers Axel C. Springer durch seine Zeitungen diskutiert wird.

Die am 30. Mai 1967 ausgerufene Republik Biafra erklärt sich zu Friedensverhandlungen mit der nigerianischen Zentralregierung bereit.

In New York beenden die Mitarbeiter der Müllabfuhr ihren zehntägigen Streik nach Zugeständnissen des Gouverneurs. In den Straßen der Millionenstadt hatten sich etwa 90 000 t Müll angesammelt.

Der deutsche Spielfilm “Wir Wunderkinder” von Kurt Hoffmann aus dem Jahre 1958 läuft seit acht Wochen in Tel Aviv/Israel vor ständig ausverkauften Häusern. Bis Ende 1967 durften in Israel keine Filme deutscher Produktion in den Kinos gezeigt werden.

11.2.1968, Sonntag

Bundesaußenminister Willy Brandt (SPD) droht erstmals seit Bestehen der großen Koalition (Dezember 1966) mit seinem Rücktritt, nachdem Abgeordnete der CDU ihn wegen seiner ostpolitischen Bemühungen angegriffen hatten.

In Paraguay gewinnt der 56 Jahre alte Staatspräsident Alfredo Stroessner die Präsidentschaftswahl. Er ist seit 1954 ununterbrochen an der Macht.

Mit seinem Sieg in der nordischen Kombination gewinnt Franz Keller aus Nesselwang die erste Goldmedaille für die Bundesrepublik bei den Olympischen Winterspielen in Grenoble.

12.2.1968, Montag

Die Bundesregierung legt in Bonn den Bericht über die Lage der Familien vor, der einen Trend zur Familie mit zwei bis drei Kindern sowie einen leichten Geburtenanstieg feststellt.

Im Münchner Theater am Gärtnerplatz wird die Oper “Der widerspenstige Heilige” des 66-Jährigen deutschen Komponisten Mark Lothar in der Inszenierung von Kurt Pscherer uraufgeführt.

Nur 5,3% der Studenten an bundesdeutschen Hochschulen kommen nach Angaben des Deutschen Industrie-Institutes in Köln aus Arbeiterfamilien, obwohl in der Bundesrepublik die Hälfte der Bevölkerung zu dieser Gruppe zählt.

13.2.1968, Dienstag

Der Bundestag debattiert in Bonn über das umstrittene Verkehrsprogramm der Bundesregierung, den sog. Leber-Plan, der eine Entlastung der Straßen und die Sanierung der Bundesbahn anstrebt.

US-Bomber vom Typ B 52 bombardieren Randbezirke von Saigon (Südvietnam), um die anhaltenden Straßenkämpfe mit Vietcong-Partisanen zu beenden. Dabei fallen auch Bomben auf Stadtteile außerhalb der Kampfgebiete.

Beträchtliches Aufsehen erregt in Italien die plötzliche Entlassung des 76-Jährigen Kardinals Giacomo Lercaro aus seinem Amt als Erzbischof von Bologna durch Papst Paul VI.

Wilson Pickett, einer der bekannteste US-amerikanischen Soul-Stars, gibt in der Jahrhunderthalle in Frankfurt am Main sein einziges Deutschlandkonzert in diesem Jahr.

Bei der Winterolympiade in Grenoble werden die Rennrodlerinnen der DDR disqualifiziert, weil sie die Kufen ihrer Schlitten angewärmt hatten.

14.2.1968, Mittwoch

Nach Informationen des US-amerikanischen Verteidigungsministeriums verfügen die USA zur Zeit über etwa 8000 Sprengköpfe für taktische Atomwaffen in Europa. 900 000 NATO-Soldaten stehen 960 000 Soldaten des Warschauer Pakts gegenüber.

Als erstem Deutschen gelingt dem 23-Jährigen Zahnmedizinstudenten Erhard Keller aus München der Olympiasieg im 500-m-Eisschnelllauf.

15.2.1968, Donnerstag

Nur bei der FDP und den Arbeitgeberverbänden stößt der Gesetzentwurf des Bundeskabinetts, den 17. Juni in Zukunft zu einem normalen Arbeitstag zu machen, auf Zustimmung. Die Mehrheit von CDU und SPD verhält sich ablehnend.

Hunderte von empörten Liebhabern klassischer Musik protestieren auf dem Opernhaus-Vorplatz in Hannover gegen die Auflösung des niedersächsischen Symphonie-Orchesters.

Israel und Jordanien liefern sich unter Einsatz von Artillerie, Panzern und Flugzeugen schwere Gefechte an der Waffenstillstandslinie am Jordan. Beide Staaten beschuldigen sich gegenseitig, das Feuer eröffnet zu haben.

16.2.1968, Freitag

Der Vorsitzende des Ausenpolitischen Ausschusses im Senat der USA, Senator James William Fulbright, wirft US-Außenminister Dean Rusk vor, den Einsatz von taktischen Atomwaffen im Vietnamkrieg vorzubereiten. Das State Department dementiert die Anschuldigung.

Der aus 23 farbigen Lithographien und zehn Schwarzweißblättern bestehende graphische Zyklus “Cirque” des 81-Jährigen russischen Malers Marc Chagall ist in Bonn zum ersten Mal in der Bundesrepublik zu sehen.

Bundesernährungsminister Hermann Höcherl (CSU) fordert in Bonn die Landwirte dazu auf, industrielle Produktionsweisen einzuführen und größere Betriebsflächen zu schaffen.

17.2.1968, Samstag

In Berlin (West) findet die “Internationale Vietnamkonferenz” statt.

Mit Feuerüberfällen auf 46 südvietnamesische Städte nimmt der Vietcong seine militärische Offensive vom 30. Januar wieder auf.

Die Komödie “Amphitryon” in der Bearbeitung von Peter Hacks wird am Deutschen Theater in Göttingen uraufgeführt.

Das Schloss “Les Milandes” in Südwest-Frankreich, in dem die französische Tänzerin Josephine Baker für ihre zwölf Adoptivkinder ein Heim eingerichtet hatte, wird zwangsversteigert.

Der Franzose Jean-Claude Killy gewinnt durch den Sieg im Spezialslalom seine dritte Goldmedaille bei der X. Winterolympiade in Grenoble. In den beiden anderen alpinen Disziplinen Abfahrtslauf und Riesenslalom belegte er am 9. bzw. 12. Februar den ersten Platz.

18.2.1968, Sonntag

Großbritannien führt offiziell die Mitteleuropäische Zeit (MEZ) ein. Sie heißt dort British Standard Time (BST) und löst die bisher gültige Greenwich Mean Time (GMT) ab.

Mit einer Schlussfeier im Eispalast von Grenoble werden die X. Olympischen Winterspiele beendet.

Bei einer Volksabstimmung im Schweizer Kanton Solothurn wird das Frauenstimmrecht abgelehnt.

In Berlin (West) beteiligen sich etwa 12 000 Menschen an einer Demonstration gegen das Vorgehen der USA in Vietnam. Sie folgen damit einem Aufruf der “Internationalen Vietnamkonferenz”.

19.2.1968, Montag

Die britische Firma “Distillers Company (Biochemicals) Ltd.”, die das Medikament “Contergan” in Großbritannien in Lizenz der bundesdeutschen Firma Chemie Grünenthal unter einem anderen Namen vertrieben hat, entschädigt bei einem gerichtlichen Vergleich in London über 60 missgebildete Kinder mit durchschnittlich 40% der vollen Schadensersatzansprüche.

Das Schauspiel “Der Architekt und der Kaiser von Assyrien” des 35-Jährigen spanischen Schriftstellers Fernando Arrabal erlebt im Bochumer Schauspielhaus unter der Regie von Niels-Peter Rudolph seine deutsche Erstaufführung.

20.2.1968, Dienstag

Wegen ihres Versagens im Sinaikrieg vom Juni 1967 werden der ehemalige Befehlshaber der ägyptischen Luftwaffe, Marschall Mohammed Sidki Mahmud, und der ehemalige Chef der ägyptischen Luftabwehr, Vizemarschall Ismail Mohammed Labib, von einem Militärgericht in Kairo zu Strafen von 15 bzw. 10 Jahren Haft verurteilt.

21.2.1968, Mittwoch

Etwa 80 000 Berliner demonstrieren gegen Radikalismus von rechts und links sowie eine einseitige Verurteilung der US-amerikanischen Vietnampolitik.

Nach nur einjähriger Amtszeit wird der bisherige Präsident der Westdeutschen Rektorenkonferenz, Walter Rüegg (Frankfurt am Main), von Hans Rumpf (Karlsruhe) abgelöst.

Das 23 000 Bruttoregistertonnen (BRT) große Passagierschiff “Hamburg” läuft auf der Deutschen Werft in Hamburg vom Stapel. Taufpatin des Luxusliners ist die Frau des Bundeskanzlers, Marie-Luise Kiesinger.

22.2.1968, Donnerstag

Der 290 m hohe Fernsehturm in München wird seiner Bestimmung übergeben. Mit Baukosten in Höhe von 22,8 Millionen DM ist er der bislang teuerste Fernsehturm der Bundesrepublik.

Die südvietnamesische Hauptstadt Saigon wird im Rahmen der seit Ende Januar andauernden Offensive von drei Vietcong-Divisionen mit einer Stärke von etwa 15 000 Mann eingeschlossen.

Während einer Gipfelkonferenz der osteuropäischen KP-Chefs in Prag anlässlich des 20. Jahrestages der kommunistischen Machtübernahme in der CSSR zeichnen sich unter den kommunistischen Parteien Osteuropas Meinungsverschiedenheiten über die Frage ab, wie eigenständig sie handeln dürfen.

23.2.1968, Freitag

Die “Föderation der sozialistischen und demokratischen Linken” (FGDS), ein Zusammenschluss aus Sozialisten, Radikalsozialisten und linken Republikanern, und die Kommunistische Partei Frankreichs (PCF) unterzeichnen in Paris ein erstes Abkommen mit dem Ziel einer politischen Zusammenarbeit.

Bei den bundesdeutschen Skimeisterschaften in Altenau (Harz) bezwingt der erst kürzlich aus der DDR geflohene 21-Jährige Ralph Pöhland den deutschen Olympiasieger Franz Keller in der nordischen Kombination. Pöhland hatte für die Olympischen Winterspiele in Grenoble keine Starterlaubnis.

24.2.1968, Samstag

Mit Transparenten wie “Höcherl und Schiller – Bauernkiller” protestieren an verschiedenen Orten der Bundesrepublik mehrere tausend Bauern gegen die Landwirtschaftspolitik der deutschen Bundesregierung.

Südvietnamesische und US-amerikanische Streitkräfte erobern nach sehr verlustreichen Kämpfen die Zitadelle der alten Kaiserstadt Huê zurück, die seit 25 Tagen von Vietcong-Einheiten gehalten wurde.

Im Deutschen Schauspielhaus in Hamburg wird erstmals in deutscher Sprache das Stück “Im Kongo” des schwarzen französischen Autors Aimé Césaire aufgeführt. In der Hommage an den 1961 ermordeten kongolesischen Staatspräsidenten Patrice Lumumba spielt Uwe Friedrichsen unter der Regie von Jean Saunay die Hauptrolle.

25.2.1968, Sonntag

Eine drastische Verstärkung seiner Truppen um etwa 200 000 Mann fordert in Saigon der US-Oberbefehlshaber in Vietnam, General William C. Westmoreland.

Mit über 95% der abgegebenen Stimmen wird Erzbischof Makarios III. erneut zum Staatspräsidenten der Inselrepublik Zypern gewählt.

Die deutschsprachige Erstaufführung des Musicals “West Side Story” aus dem Jahre 1957 findet im Wiener Theater an der Wien statt.

Der Internationale Leichtathletik-Verband erkennt der polnischen Sprinterin Ewa Klobukowska nach einem Geschlechtstest Medaillen und Rekorde ab.

26.2.1968, Montag

In der ungarischen Hauptstadt Budapest beginnt ein internationales Konsultativtreffen (26. 2.- 5. 3.) von 63 kommunistischen Parteien aus Ost und West. Nicht anwesend sind unter anderem die Parteien Nordvietnams, Chinas, Albaniens und Jugoslawiens.

Millionen von Menschen säumen im Rheinland die Straßen, um die Rosenmontagszüge, den Höhepunkt des Karnevals, mitzuerleben.

In Brazzaville (Volksrepublik Kongo) entschließen sich die 32 Staaten, die dem afrikanischen Sportrat angehören, wegen der Wiederzulassung Südafrikas zu einem Boykott der Olympischen Sommerspiele in Mexiko.

27.2.1968, Dienstag

Die Herrscher von Bahrain und Katar sowie sieben weiteren Emiraten an der Südküste des Persischen Golfs unterzeichnen einen Vertrag über eine Konföderation ihrer Scheichtümer. Zweck des Staatenbundes ist eine gemeinsame Verteidigungs- und Außenpolitik.

Der koreanische Komponist Isang Yun, der 1967 aus der Bundesrepublik entführt und wegen angeblicher Spionage für Nordkorea in Seoul (Südkorea) zu lebenslänglicher Haft verurteilt worden war, wird wegen seines Herzleidens aus dem Gefängnis entlassen.

28.2.1968, Mittwoch

Das US-amerikanische Verteidigungsministerium gibt die Einstellung der ständigen Bereitschaftsflüge von B 52-Bombern mit Kernwaffen an Bord bekannt, nachdem bei einem Absturz vier Wasserstoffbomben verlorengegangen waren.

Das bundesdeutsche Kernforschungszentrum in Geesthacht bei Hamburg erreicht mit 150 Billionen Neutronen pro sec/cm² den bisher höchsten Fluss schneller Neutronen in einem bundesdeutschen Kernreaktor.

Die britisch-australische Popgruppe “The Bee Gees” startet mit zwei erfolgreichen Konzerten in der Hamburger Musikhalle ihre Deutschlandtournee.

In Genf werden die sowjetischen Olympiasieger Ludmilla Belusowa und Oleg Protopopow zum vierten Mal Weltmeister im Eiskunst-Paarlauf.

In der Nähe der südindischen Hafenstadt Pondicherry wird der Grundstein zum Bau einer Stadt gelegt, in der 50 000 Menschen aller Rassen und Religionen leben sollen. Die Stadt wird zur Erinnerung an den indischen Dichter und Philosophen Sri Aurobindo, den geistigen Urheber des Projekts, Auroville heißen.

29.2.1968, Donnerstag

Der Generalsekretär der SED, Walter Ulbricht, wendet sich in einem offenen Brief an die “Bürger der westdeutschen Bundesrepublik”.

Der US-amerikanische Verteidigungsminister Robert McNamara scheidet nach sieben Jahren aus seinem Amt und wird Präsident der Weltbank. Sein Nachfolger ist Clark Clifford. McNamara hatte seit längerem die Ausweitung des US-Engagements im Vietnamkrieg kritisiert.