Was geschah im Februar 1969

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1.2.1969, Samstag

Nach einem knapp zweistündigen Tarifgespräch einigen sich die Gewerkschaft der Eisenbahner Deutschlands (GdED) und der Vorstand der Deutschen Bundesbahn auf einen neuen Tarifvertrag mit zwölfmonatiger Laufzeit. Danach erhalten die Eisenbahner rückwirkend zum 1. Januar 1969 Lohn- und Gehaltserhöhungen von 6%. Neben der linearen Einkommensverbesserung werden auch die Lohnzulage und der sog. Sozialzuschlag (Kinderzuschlag) für Arbeiter erhöht.

In Bath (US-Bundesstaat Maine) läuft der dritte in den USA für die Bundesrepublik Deutschland gebaute Lenkwaffenzerstörer vom Stapel. Das auf den Namen “Rommel” getaufte Kriegsschiff ist baugleich mit dem ersten Zerstörer dieser Serie, “Lütjens”. Bundesverteidigungsminister Gerhard Schröder (CDU) wohnt dem Stapellauf bei.

2.2.1969, Sonntag

Der französische Staatspräsident Charles de Gaulle beendet eine dreitägige Reise durch die Bretagne. In der westfranzösischen Region wird immer stärker eine Autonomie gegenüber Paris gefordert. In Rennes und Brest kommt es zu Demonstrationen gegen den Präsidentenbesuch.

Zum fünften Mal sichert sich der 26-Jährige Gerhard Zimmermann (Inzell) die deutsche Meisterschaft im Eisschnelllaufen (Vierkampf). Dabei verbessert er seinen erst am 26. Januar bei den Europameisterschaften aufgestellten deutschen Rekord über 10 000 m um 5,8 sec auf 15:28,8 min.

Der jugoslawische Staatschef Josip Broz Tito beendet in Temesvar einen überraschend angesetzten zweitägigen Rumänien-Besuch. In einem Kommuniqué wenden sich Tito und der rumänische Staatschef Nicolae Ceausescu gegen jede Einmischung anderer Staaten in die inneren Angelegenheiten eines Landes. Damit beziehen sie sich vor allem auf die sowjetische Intervention in der Tschechoslowakei und die von der sowjetischen Regierung vertretene Doktrin einer begrenzten Souveränität der sozialistischen Staaten.

3.2.1969, Montag

In Kairo wählt der Palästinensische Nationalkongress Jasir Arafat zum Vorsitzenden der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO).

4.2.1969, Dienstag

Mit einem Festakt wird in München das 150-Jährige Bestehen des Bayerischen Landtags begangen. Hauptredner ist Landtagspräsident Rudolf Hanauer.

5.2.1969, Mittwoch

Der Bundestag in Bonn wählt den CDU-Politiker Kai Uwe von Hassel als Nachfolger des zurückgetretenen Eugen Gerstenmaier (CDU) zum Bundestagspräsidenten. Von Hassel, der ohne Gegenkandidat ist, erhält 262 Stimmen und damit nur zwei Stimmen mehr als die erforderliche absolute Mehrheit. Bereits innerhalb der CDU/CSU-Fraktion konnte sich von Hassel am 4. Februar nur knapp gegen den überraschend kandidierenden Heinrich Köppler durchsetzen.

Bundespräsident Heinrich Lübke beginnt seine vierte Afrikareise (bis 18.2.), die zugleich die letzte Auslandsreise seiner Amtszeit ist.

In einer Erklärung ersucht US-Präsident Richard M. Nixon den US-amerikanischen Senat in Washington um eine Ratifizierung des Atomwaffensperrvertrages. Nach Ansicht Nixons würde eine Ratifizierung die auf Verhandlungen statt Konfrontation mit der Sowjetunion zielende Politik seiner Regierung unterstützen.

In Italien findet ein 24stündiger Generalstreik statt, an dem sich mehrere Millionen Arbeiter und Angestellte beteiligen. Zuvor endete ein Gespräch zwischen Vertretern der drei großen italienischen Gewerkschaften und der italienischen Regierung unter Leitung von Ministerpräsident Mariano Rumor über eine Erhöhung der Renten und Pensionen nach fünfstündiger Dauer ohne Ergebnis.

Das Bundeskabinett billigt das sog. Airbus-Projekt. Dabei handelt es sich um die gemeinsam mit Frankreich und Großbritannien geplante Produktion eines Mittelstrecken-Großflugzeuges.

Im Zürcher Schauspielhaus wird das nachgelassene Bertolt-Brecht-Stück “Turandot oder Der Kongress der Weißwäscher” in der Inszenierung von Benno Besson uraufgeführt.

Mit dem Sieg von Irina Rodnina/Alexei Ulanow (Sowjetunion) im Paarlaufen bei den Eiskunstlauf-Europameisterschaften in Garmisch-Partenkirchen endet die langjährige Dominanz ihrer Landsleute Ludmilla Belousowa/Oleg Protopopow in dieser Disziplin.

6.2.1969, Donnerstag

Die Regierung der DDR übermittelt der Bundesregierung in Bonn ein scharf formuliertes Protestschreiben wegen des Plans, die Bundesversammlung zur Wahl des Bundespräsidenten für den 5. März nach Berlin (West) einzuberufen.

Die südkalifornische Küste um Santa Barbara wird von einer Ölkatastrophe heimgesucht. Rund 100 000 Liter Öl fließen täglich unterhalb der Bohrplattform der Union Oil Company of California aus einer unterirdischen Meeresspalte.

7.2.1969, Freitag

Meteorologen registrieren auf den Orkney-Inseln (vor der Nordküste Schottlands) mit Windgeschwindigkeiten von 217 km/h den stärksten bisher gemessenen Orkan. In Großbritannien kommt es zu schweren Schneestürmen.

8.2.1969, Samstag

Play Strindberg” – ein Stück des schweizerischen Schriftstellers und Dramatikers Friedrich Dürrenmatt wird im Stadttheater von Basel uraufgeführt. Regie führt der Autor zusammen mit Erich Holliger.

DDR-Innenminister Friedrich Dickel untersagt in einer Anordnung allen Mitgliedern der Bundesversammlung bis auf weiteres die Durchreise durch das “Hoheitsgebiet der DDR nach West-Berlin”.

9.2.1969, Sonntag

Ein neues Großraum-Verkehrsflugzeug vom Typ Boeing 747 (“Jumbo-Jet”) unternimmt seinen Jungfernflug.

Im New Yorker Museum of Modern Art endet die Ausstellung “Maschine in der Kunst” (seit 27.11.1968). Anhand von 220 Objekten werden Ergebnisse der Zusammenarbeit von Künstlern, Technikern und Gelehrten gezeigt. Die Ausstellung will die Wechselbeziehungen zwischen Kunst und Produkten einer mechanisierten Welt darstellen.

10.2.1969, Montag

In Bonn unterzeichnen Bundeswirtschaftsminister Karl Schiller (SPD) und das Mitglied des jugoslawischen Bundesvollzugsrats, Toma Granfil, ein deutsch-jugoslawisches Abkommen über wirtschaftliche, industrielle und technische Zusammenarbeit. Dem im Oktober 1968 in Belgrad ausgehandelten Abkommen zufolge wollen beide Regierungen die Kooperation im Rahmen ihrer Möglichkeiten unterstützen.

Australien schließt mit China einen Vertrag, der die Lieferung von 2,2 Millionen Tonnen Weizen im Wert von 125 Millionen US-Dollar (500 Mio. DM) vorsieht.

11.2.1969, Dienstag

Bei bürgerkriegsähnlichen Unruhen in der indischen Stadt Bombay (seit 8.2.) sind bisher 41 Menschen ums Leben gekommen und 450 verletzt worden. Die Unruhen begannen, als die rechtsradikale Bewegung “Armee Gottes” einen Besuch des stellvertretenden indischen Ministerpräsidenten Morajij Desai in Bombay zu verhindern suchte.

Nach Informationen des Sprechers des US-amerikanischen Außenministeriums, Robert J. McCloskey, haben die Regierungen der USA und Kubas ein Abkommen über die direkte Rückgabe entführter Zivilflugzeuge getroffen. Die auf Vermittlung der schweizerischen Botschaft in Havanna zustande gekommene Vereinbarung wurde bereits am 10. Februar bei der Rückgabe einer nach Kuba entführten Eastern-Airlines-Maschine angewandt.

12.2.1969, Mittwoch

Beim Absturz von zwei Bundeswehrflugzeugen kommen zwölf Soldaten sowie ein zweieinhalbjähriges Kind ums Leben. Zwischen Erding und Taufkirchen (Oberbayern) stürzt eine zweimotorige Transportmaschine vom Typ “Noratlas” auf ein Einfamilienhaus. Eine Bundeswehrmaschine vom Typ “C 47” zerschellt in der Nähe des schleswig-holsteinischen Bundeswehrflugplatzes Schwesing (bei Husum).

DDR-Außenminister Otto Winzer beendet seine Visite in den arabischen Staaten Ägypten und Syrien (seit 24.1.). Dabei traf er u.a. mit dem ägyptischen Staatschef Gamal Abd an Nasser und dem syrischen Staats- und Ministerpräsidenten Nur Ad In Al Atasi zusammen. Mit Ägypten wird die Einrichtung eines DDR-Konsulats in Alexandria vereinbart.

13.2.1969, Donnerstag

Mit dem “Verlag der Autoren” wird in Frankfurt am Main der erste Verlag auf genossenschaftlicher Basis in der Bundesrepublik gegründet.

In München findet die erste deutsche Herztransplantation statt.

14.2.1969, Freitag

Frankreich boykottiert nach einem Streit mit den anderen sechs Mitgliedsstaaten eine Sitzung der Westeuropäischen Union (WEU) in London. Am 17. Februar erklärt Frankreich, auch an weiteren WEU-Sitzungen vorläufig nicht mehr teilzunehmen.

Mit einer Berlin-Visite endet ein viertägiger offizieller Besuch des britischen Premierministers Harold Wilson in der Bundesrepublik. Am 12. und 13. Februar führte der Labour-Politiker in Bonn Unterredungen mit Bundeskanzler Kurt Georg Kiesinger (CDU) und Außenminister Willy Brandt (SPD). Zu den Themen gehörte u.a. die Frage der europäischen Einigung.

Der wegen Spionage für die Sowjetunion inhaftierte Heinz Felfe wird gegen drei Bundesbürger ausgetauscht.

Auf Schloss Bühlbach (bei Salzburg) heiratet der Krupp-Erbe Arndt von Bohlen und Halbach die österreichische Prinzessin Henriette von Auersperg.

Unter der Regie von Hans Lietzau findet im Berliner Schiller-Theater die Uraufführung von Günter Grass’ Stück “Davor” statt.

15.2.1969, Samstag

In den Münchner Kammerspielen findet die deutschsprachige Erstaufführung von Edward Albees Stück “Alles im Garten” (“Everything in the Garden”) statt. Regie führt Hans Schweikart. Die New Yorker Uraufführung des Stücks datiert vom 16. November 1967.

In Bologna endet der zwölfte Parteitag der italienischen KP (seit 8.2.). Der bisherige Generalsekretär Luigi Longo wird einstimmig wiedergewählt. Carlo Galuzzi, Leiter der KPI-Auslandssektion, betont im Verlauf des Parteitags die ablehnende Haltung der KPI gegenüber der sog. Breschnew-Doktrin von der begrenzten Souveränität aller sozialistischen Staaten. Die KPI ist mit 1,2 Millionen Mitgliedern die größte kommunistische Partei außerhalb des Ostblocks.

In der Karibik beginnt das US-amerikanische Langzeit-Tauchprojekt “Tektite 1” zur Erforschung des ozeanischen Lebens.

16.2.1969, Sonntag

Weite Teile des Bundesgebietes, vor allem Norddeutschland, sind von einer schweren Schneekatastrophe betroffen.

Bei den Zweierbob-Weltmeisterschaften im US-amerikanischen Lake Placid sichern sich die 25-Jährigen Italiener Nivio de Zordo und Adriano Frasinelli den Titel. Als beste Deutsche erreichen Wolfgang Zimmerer und Peter Utzschneider den sechsten Rang.

Das Presse- und Informationsamt der Bundesregierung veröffentlicht erstmals ein sog. Weißbuch zur Verteidigungspolitik.

17.2.1969, Montag

Der finnische Außenminister Ahti Karjalainen reist zu einem offiziellen Besuch in die UdSSR (bis 22.2.). Dabei kommt er zu Gesprächen mit dem sowjetischen Außenminister Andrei A. Gromyko und Ministerpräsident Alexei N. Kossygin zusammen. Zuvor waren in der sowjetischen Presse Bestrebungen zur Bildung einer nordischen Wirtschaftsgemeinschaft (Nordek) heftig kritisiert worden. Nach dem Urteil von politischen Beobachtern bemüht sich Karjalainen um eine Milderung der aufgetretenen Spannungen.

Die traditionellen Rosenmontagsumzüge in den bundesdeutschen Karnevalshochburgen in West- und Süddeutschland werden von Schnee und Kälte beeinträchtigt.

18.2.1969, Dienstag

Die “Volksfront für die Befreiung Palästinas” (PFLP) verübt auf dem Zürcher Flughafen einen blutigen Anschlag auf eine israelische Passagiermaschine. Einer der Attentäter wird dabei von einem israelischen Sicherheitsbeamten erschossen.

19.2.1969, Mittwoch

Der “Lange Eugen”, das neue Bonner Abgeordnetenhochhaus, wird bezugsfertig.

20.2.1969, Donnerstag

Der Internationale Gerichtshof in Den Haag erklärt die auf einer Seerechtskonferenz im Jahr 1958 vereinbarte “Continental Shelf Convention” über die Aufteilung der Meeresböden für ungültig.

Nach Presseberichten haben sich die Volkswagen AG und die NSU Motorenwerke AG grundsätzlich auf einen Zusammenschluss beider Unternehmen geeinigt. An einer Übernahme von NSU waren auch ausländische Autofirmen interessiert.

Der australische Ministerpräsident John Grey Gorton nimmt eine Kabinettsumbildung vor. Neuer Außenminister wird – als Nachfolger des zum Generalgouverneur ernannten Paul Hasluck – der bisherige Luftflottenminister Gordon Freeth. Dessen Ressort übernimmt Dudley Erwin.

Der US-amerikanische Präsident Richard M. Nixon ernennt neue Botschafter für Großbritannien und Belgien. In London übernimmt der Verleger Walter H. Annenberg die diplomatische Vertretung der USA, in Belgien John S. D. Eisenhower, ein Sohn des früheren US-Präsidenten Dwight D. Eisenhower.

Nach einer Vereinbarung zwischen Bulgarien und der Türkei können zwischen dem 1. April und dem 30. November 1969 300 000 Türken, die in Bulgarien ansässig sind, in ihr Heimatland auswandern.

Nach einer Mitteilung der amtlichen sowjetischen Nachrichtenagentur TASS werden sowjetische und DDR-Streitkräfte Anfang März eine gemeinsame Übung in den “zentralen und westlichen Gebieten der DDR” durchführen. Nach Ansicht politischer Beobachter steht die Ankündigung im Zusammenhang mit dem Streit um die Abhaltung der Bundespräsidentenwahl in Berlin (West).

21.2.1969, Freitag

Nach Angaben der “Neuen Zürcher Zeitung” haben die Notenbankgouverneure der sog. Zehner-Gruppe und der Schweiz in Basel eine Vereinbarung gegen spekulative Geldbewegungen getroffen.

Nach einer Entscheidung des Ersten Senats des Bundesverfassungsgerichts in Karlsruhe sind Zuschläge für Sonntags-, Feiertags- und Nachtarbeit in Zukunft bis zu einer bestimmten Höchstgrenze des Arbeitslohns steuerfrei. Bisher war die Lohnsteuerfreiheit davon abhängig, ob es sich um gesetzliche oder tarifliche Zuschläge handelte.

Bei einem Brand in einer Münchner U-Bahn-Baustelle kommen drei Menschen ums Leben. In 20 Meter Tiefe hatte sich eine bituminöse Faser (“Büffelhaut”) entzündet, die zur Auskleidung der U-Bahn-Röhren und -Bahnhöfe dient.

22.2.1969, Samstag

In Berlin (Ost) stirbt Johannes Dieckmann, Präsident der DDR-Volkskammer und stellvertretender Staatsratsvorsitzender, im Alter von 76 Jahren. Dieckmann war seit 1948 Volkskammer-Präsident.

Für Furore sorgt die deutschsprachige Erstaufführung des Stücks “Zicke Zacke” (“Zigger Zagger”) des Briten Peter Terson in Heidelberg. Regie bei der Inszenierung führt Hans Neuenfels. Die für das britische National Youth Theatre geschriebene Theaterrevue handelt vom Rowdytum unter Fußballfans.

23.2.1969, Sonntag

Auf seiner ersten Auslandsreise besucht der neue US-amerikanische Präsident Richard M. Nixon Westeuropa (bis 2.3.). Zu seinen Stationen zählt auch die Bundesrepublik sowie Berlin (West).

Der 47-Jährige Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion in Nordrhein-Westfalen, Wilhelm Lenz, wird in Bochum zum Kandidaten seiner Partei für das Ministerpräsidentenamt bei den 1970 bevorstehenden Landtagswahlen gewählt.

Josef Kardinal Frings scheidet aus seinem Amt als Erzbischof von Köln aus. Der 82-Jährige Frings hatte 1942 die Leitung der Erzdiözese übernommen, die nach Mailand die zweitgrößte innerhalb der katholischen Kirche ist. Nachfolger von Frings wird sein bisheriger Koadjutor, der frühere Bischof von Münster, Joseph Höffner.

In Athen stirbt der ehemalige König von Saudi-Arabien, Saud Ibn Abd Al Asis, im Alter von 67 Jahren. Der Sohn von Abd Al Asis Ibn Saud wurde 1933 zum Thronfolger bestimmt und herrschte im Stil eines Beduinenfürsten von 1953 bis 1964, als er von seinem Bruder Faisal abgesetzt wurde.

An der Schaubühne am Halleschen Ufer in Berlin (West) wird der Pas de deux “Spannen – Abschlaffen” von Roqués Alsines uraufgeführt. Die Choreographie besorgte Gerhard Bohner.

Bei den Bob-Weltmeisterschaften in Lake Placid (USA) siegt der bundesdeutsche Viererbob mit Wolfgang Zimmerer am Steuer.

Der belgische Radprofi Eric de Vlaeminck gewinnt in Magstadt den Weltmeisterschaftstitel im Querfeldeinfahren.

24.2.1969, Montag

Die israelische Luftwaffe greift nach eigener Darstellung in Syrien Stützpunkte arabischer Widerstandsorganisationen an. Syrien erklärt hingegen später, dass allein zivile Ziele getroffen wurden. Bei dem israelischen Angriff kommen neun Menschen ums Leben. Am 25. Februar bombardieren zwei israelische Düsenjäger Ziele östlich des Jordan. Später eskalieren die Kämpfe im Nahen Osten.

25.2.1969, Dienstag

Erstmals gelingt es den südvietnamesischen Vietcong-Rebellen, den dreifachen Verteidigungsring um Saigon zu durchbrechen. Sie dringen dabei bis in die unmittelbare Nähe der Hauptstadt vor, bis sie von US-Einheiten und Regierungstruppen zurückgeschlagen werden.

Die US-amerikanische Marssonde “Mariner 6” startet vom Raumfahrtzentrum Kap Kennedy (Florida).

26.2.1969, Mittwoch

Der israelische Ministerpräsident Levi Eshkol stirbt in Jerusalem an den Folgen eines Herzanfalls im Alter von 73 Jahren. Eshkol, der der Arbeiterpartei angehörte, amtierte seit 1963. Zu seinem vorläufigen Nachfolger wird der bisherige stellvertretende Ministerpräsident, Arbeitsminister Yigal Allon, ernannt.

27.2.1969, Donnerstag

Anlässlich der Europareise von US-Präsident Richard M. Nixon kommt es in der italienischen Hauptstadt Rom zu antiamerikanischen Demonstrationen, die 119 Verletzte fordern. 199 Demonstranten werden von der Polizei festgenommen.

Die Bank von England erhöht in London den Diskontsatz von 7% auf 8%.

Der Deutsche Industrie- und Handelstag wählt auf seiner Jahreshauptversammlung in Bonn Otto Wolff von Amerongen zu seinem neuen Präsidenten. Wolff von Amerongen löst Ernst Georg Schneider ab, der das Amt seit 1963 innehatte.

Ein sog. Fluxus-Konzert von Joseph Beuys und Henning Christiansen in Berlin (West) wird von linksorientierten Studenten unterbunden.

In Paris werden die traditionsreichen Markthallen geschlossen und ein neuer Großmarkt vor den Toren der französischen Hauptstadt in Betrieb genommen.

28.2.1969, Freitag

Im Wallraf-Richartz-Museum in Köln wird die Ausstellung “Kunst der sechziger Jahre” eröffnet. Es handelt sich um eine der wichtigsten Privatsammlungen zeitgenössischer Kunst in Europa, zusammengetragen von dem Aachener Industriellen Peter Ludwig. In der Ausstellung sind rund 100 Bilder und Objekte sowie Lithographien als Dauerleihgaben zu sehen.