Was geschah im Februar 1974

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1.2.1974, Freitag

Bei einem Brand in einem Büro- und Bankgebäude in São Paulo (Brasilien) kommen mehr als 200 Menschen ums Leben. Nach Aussage der Polizei wurde die Katastrophe durch eine defekte Klimaanlage ausgelöst.

Zum ersten Mal seit sechs Jahren besucht mit Liam Thomas Cosgrave wieder ein irischer Premierminister Nordirland. In den Gesprächen mit dem nordirischen Regierungschef Brian Faulkner werden u.a. die Fragen der Grenzsicherung und der Auslieferungsmodalitäten zwischen beiden Teilen der Insel erläutert.

2.2.1974, Samstag

Der ägyptische Erdölminister Ahmad Hassan Hilal und Vertreter der bundesdeutschen DEMINEX-Mineralölgesellschaft unterzeichnen in Kairo einen Vertrag über Prospektionsarbeiten an der Westküste des Golfs von Suez.

In Saigon nehmen die Regierungen von Süd-Vietnam und dem revolutionären Vietcong nach einer halbjährigen Unterbrechung den gegenseitigen Austausch der Kriegsgefangenen wieder auf.

3.2.1974, Sonntag

Daniel Oduber Quirós, Kandidat der regierenden Nationalen Befreiungspartei, wird mit 42,3% der abgegebenen Stimmen zum Präsidenten von Costa Rica gewählt.

Die brasilianische Polizei verhaftet in Rio de Janeiro Großbritanniens meistgesuchten Mann, den 44-Jährigen Ronald Biggs. Er war 1963 am “größten Raub in der britischen Kriminalgeschichte” beteiligt.

Ein neues Rekordergebnis von mehr als 500 000 Besuchern meldet die Ausstellungsleitung zum Abschluss der “Internationalen Grünen Woche”, die in Berlin (West) stattfindet.

Am ersten Tag der bis zum 10. Februar andauernden alpinen Ski-Weltmeisterschaften im schweizerischen St. Moritz gewinnt Traudl Treichl aus Fall bei Lenggries die Silbermedaille im Riesenslalom.

Bei den Commonwealth-Spielen in Christchurch (Neuseeland) unterbietet Filbert Bayi aus Tansania den sieben Jahre alten Weltrekord über 1500 m in 3:32,2 min um fast 1 sec.

4.2.1974, Montag

Der britische Premierminister Edward Heath löst wegen des seit Beginn des Jahres ungelösten Bergarbeiterkonfliktes das Parlament auf und setzt Neuwahlen für das Unterhaus auf den 28. Februar fest.

Die Fortschrittliche Bürgerpartei gewinnt im Fürstentum Liechtenstein die Landtagswahlen. Damit löst sie nach vierjähriger Opposition die Vaterländische Union als Mehrheitspartei ab. Zum neuen Regierungschef wird der als liberal-konservativ angesehene Walter Kieber gewählt.

In Rhodesien (heute Simbabwe) treten zwei neue politische Gruppierungen auf. Die “Afrikanische Fortschrittspartei” und das “Forum für nationale Eintracht” sehen sich als Vertretung der schwarzen Bevölkerung und setzen sich für eine Kooperation mit der weißen Minderheit ein.

In Berkeley (US-Bundesstaat Kalifornien) wird die 19-Jährige Verlegertochter Patricia Hearst von der Terrorgruppe “SLA” entführt.

5.2.1974, Dienstag

Papst Paul VI. enthebt nach 28 Dienstjahren den 81-Jährigen ungarischen Exil-Kardinal József Mindszenty seiner Kirchenämter.

Die schweizerische Polizei findet in Lausanne und im Tessin nach einem Tip “aus dem Milieu” gefälschte Dollarnoten im Wert von umgerechnet mehr als 5,2 Mio. DM. Acht Personen werden bei der Aktion festgenommen.

6.2.1974, Mittwoch

Der Preis für verfügbaren Zucker steigt auf dem Londoner Markt auf den Rekordpreis von 206 britischen Pfund je t (über 1200 DM). Als Grund führen Wirtschaftsexperten die schwache Wertung des Pfundes an der Börse und Gerüchte über Zuckerverkauf in großem Umfang an den Iran an.

Der spanische Fußballclub FC Barcelona versichert die Beine seines niederländischen Stürmerstars Johan Cruyff für insgesamt 7 Mio. Schweizer Franken (6,1 Mio. DM).

7.2.1974, Donnerstag

In Panama legt der US-amerikanische Außenminister Henry A. Kissinger der Regierung die geplanten Vertragsänderungen für den Panamakanal vor. Washington will u.a. auf seine Souveränität über das Kanalgebiet verzichten, so dass Panama die Rechtshoheit über die Zone übernehmen kann.

Die westindischen Inseln “über dem Winde”, Grenada, Carriacou, Rhonde und Petit Martinique erhalten nach 182 Jahren kolonialer Abhängigkeit von Großbritannien die vollständige Souveränität.

8.2.1974, Freitag

Nach 84 Tagen im All kehrt die Besatzung des US-amerikanischen Weltraumlaboratoriums “Skylab” zur Erde zurück. Die Astronauten stellen damit einen Rekord für den längsten Aufenthalt im Weltall auf.

Durch einen Militärputsch stürzt Staatschef General Aboubakar S. Lamizana in der westafrikanischen Republik Obervolta (heute Burkina Faso) die Zivilregierung unter Premierminister Gérard Kango Ouedraogo.

Das Bundesministerium für Jugend Familie und Gesundheit gibt in Bonn seinen Plan zur Einrichtung von 50 staatlichen Familienplanungs- und Sexualberatungsstellen bekannt.

9.2.1974, Samstag

Der SPD-Bundesvorstand beschließt in Bonn eine theoretische Auseinandersetzung mit den Jungsozialisten. Dadurch sollen unterschiedliche Positionen eindeutig festgelegt werden.

Frankreichs Finanzminister Valéry Giscard d’Estaing und sein iranischer Amtskollege Hushang Ansari unterschreiben in Paris nach dem ersten Treffen der gemeinsamen Regierungskommission einen Vertrag über die wirtschaftliche und industrielle Zusammenarbeit beider Länder.

Tausende Schaulustige verabschieden in Hamburg das Luxusschiff “Maxim Gorki”. Die ehemalige “Hanseatic” läuft künftig unter sowjetischer Flagge und wird als Kreuzfahrtschiff im Schwarzen Meer eingesetzt.

10.2.1974, Sonntag

Trotz der 1973 vereinbarten “provisorischen Versöhnung” kommt es an der iranisch-irakischen Grenze erneut zu schweren Kämpfen zwischen den verfeindeten Truppen. Die irakische Regierung bezeichnet die Kämpfe als einen Gegenangriff nach Grenzübertritten des Iran am 4. Februar.

Aus Protest gegen die blutigen Unruhen der letzten Wochen im indischen Gliedstaat Gujarat stürzen Studenten und Arbeiter die dortige Landesregierung.

In Großbritannien treten 270 000 Bergarbeiter in einen Generalstreik. Ein Appell von Premierminister Edward Heath, den Streik bis zu den Neuwahlen am 28. Februar auszusetzen, bleibt ohne Wirkung.

Bei den Ski-Weltmeisterschaften im schweizerischen St. Moritz gewinnt der Italiener Gustav Thöni nach seinem Sieg im Riesenslalom auch die Goldmedaille im Slalom.

11.2.1974, Montag

Zur Durchsetzung ihrer Lohnforderungen treten mehr als 400 000 Arbeitnehmer der öffentlichen Dienste in der Bundesrepublik Deutschland in einen unbefristeten Streik.

Als Folge des Erdölboykotts seitens der arabischen Länder gegen die USA wird in den US-Bundesstaaten Washington, Virginia und Maryland das Benzin rationiert.

Beim bisher schwersten Artillerieangriff der kommunistischen Roten Khmer auf die kambodschanische Hauptstadt Phnom Penh werden mehr als 140 Zivilisten getötet.

12.2.1974, Dienstag

In Moskau verhaftet die Polizei den 55-Jährigen sowjetischen Schriftsteller und Regimekritiker Alexandr I. Solschenizyn. Er reist zunächst in die Bundesrepublik Deutschland aus, die Staatsbürgerschaft der UdSSR wird ihm aberkannt.

Die britische Labour Party veröffentlicht ihr Wahlmanifest. Sie verspricht dem Wähler u.a. die Verstaatlichung volkswirtschaftlicher Bereiche und eine erneute Prüfung der EG-Mitgliedschaft.

Die Sozialistische Partei Österreichs (SPÖ) hebt ihre parteiinterne Altersklausel auf. Durch diese Neuregelung kann der amtierende Bundeskanzler Bruno Kreisky (65) als SPÖ-Spitzenkandidat bei den Parlamentswahlen 1977 antreten.

13.2.1974, Mittwoch

In der US-amerikanischen Hauptstadt Washington geht die dreitägige Erdölkonferenz der wichtigsten Verbraucherstaaten ohne konkretes Ergebnis zu Ende.

Spanier, die das US-amerikanische Männermagazin “Playboy” öffentlich verbreiten oder herumzeigen, werden künftig wegen Erregung eines öffentlichen Skandals angezeigt. Nur in der eigenen Wohnung darf die Zeitschrift gelesen werden, entscheidet das oberste spanische Gericht in Madrid.

Die jordanischen Streitkräfte meutern gegen die Regierung. Sie fordern u.a. Änderungen in der Armeeführung. Nach der Zusicherung einer höheren Besoldung durch König Hussein II. beenden die Soldaten ihren Aufstand.

14.2.1974, Donnerstag

Der bundesdeutsche Rockmusiker Udo Lindenberg feiert während seiner ersten Tournee mit dem “Panik-Orchester” große Konzerterfolge.

Das Statistische Bundesamt in Wiesbaden gibt in seiner jährlichen Übersicht bekannt, dass alle deutschen Bundesländer, mit Ausnahme von Baden-Württemberg, ein Defizit an Geburten verzeichnen.

Der ägyptische Präsident Muhammad Anwar As Sadat und der saudi-arabische König Ibn Abd Al Asis Ibn Saud Faisal befürworten während der kleinen arabischen Gipfelkonferenz in Algier die Lockerung des Ölembargos gegen die USA.

In der Verfassungsdebatte im Deutschen Bundestag wirft die CDU-Opposition der SPD/FDP-Koalitionsregierung mangelnde Verurteilung und Abgrenzung von radikalen Strömungen in der Bundesrepublik vor.

15.2.1974, Freitag

An der Londoner und Frankfurter Börse erreicht der Goldpreis einen Höchststand. In Frankfurt werden 13 090 DM für einen Ein-Kilo-Barren notiert (am 12. 2. 13 000 DM). Der Preisanstieg wird auf die Unsicherheit über die Währungsentwicklung zurückgeführt.

In Baden-Baden wird das neue satirische Theaterstück “Die Retter” des tschechischen Autors Václav Havel uraufgeführt. Der Regimekritiker darf seit 1968 im gesamten Ostblock nicht mehr publizieren.

Der Parteivorsitzende der Sozialistischen Partei Österreichs, Bundeskanzler Bruno Kreisky, wird auf dem 22. Parteikongress in Wien wiedergewählt.

16.2.1974, Samstag

Präsident Nguyên Van Thiêu gibt in Saigon dem Rücktrittsersuchen des gesamten südvietnamesischen Kabinetts mit Ausnahme des Ministerpräsidenten Tran Thien Khiem statt. Die Regierungsneubildung soll der Bewältigung der wirtschaftlichen Probleme dienen.

Der bulgarische Ministerrat schafft die Fünftagewoche ab. Bulgarische Arbeitnehmer müssen künftig wieder sechs Tage pro Woche arbeiten. Als Begründung wird angegeben, die erst vor drei Monaten eingeführte Fünftagewoche habe insgesamt negative Folgen für die Wirtschaft gehabt.

An der Staatsoper “Unter den Linden” in Berlin (Ost) wird die Oper “Einstein” von Paul Dessau uraufgeführt. Das Werk ist frei am Leben von Albert Einstein orientiert.

17.2.1974, Sonntag

Das österreichische Handelsministerium hebt den autofreien Wochentag auf. Die Maßnahme soll jedoch im Fall einer Abnahme der Treibstoffbestände wieder eingeführt werden.

Das israelische Kabinett billigt für 1974/75 einen Rekordetat von umgerechnet rund 22 Mrd. DM (14,8 Mrd. DM für 1973/74). Finanzminister Pinhas Sapir zufolge ist die Hälfte des Budgets für militärische Zwecke vorgesehen.

Im Rahmen des Deutschen Krebskongresses in München informieren Wissenschaftler die Bevölkerung auf einem eintägigen Laienkongress erstmals direkt über den Stand der Krebsforschung. Die Mediziner weisen u.a. auf die große Bedeutung der Früherkennungsuntersuchungen hin.

18.2.1974, Montag

Die USA verzichtet gegenüber Israel auf Schuldenrückzahlung. Dabei geht es um Kredite in Höhe von 3,2 Mrd. US-Dollar (8,3 Mrd. DM), die Washington in den letzten 20 Jahren als Wirtschaftshilfe zur Verfügung stellte.

In verschiedenen Teilen Frankreichs demonstrieren mehr als 30 000 Bauern für die Durchsetzung höherer Erzeugerpreise innerhalb der Europäischen Gemeinschaft.

Anlässlich eines Besuchs in der philippinischen Hauptstadt Manila erklärt der australische Premierminister Gough Whitlam das Ende der “White-Australia”-Politik, die bisher die Einwanderung von Asiaten nach Australien unmöglich gemacht hatte.

19.2.1974, Dienstag

Nach 88 Sitzungen endet in Arezzo (Italien) der Prozess gegen das “Nationale Institut für die Einziehung der Konsumsteuer” mit 103 Schuldsprüchen wegen Korruption. Gegenstand der Anklage war die “Verpachtung” der Steuereintreibung an Privatunternehmer in den Jahren 1949 bis 1954.

20.2.1974, Mittwoch

In Israel scheitert die Koalition zwischen dem Arbeiterblock und der national-religiösen Partei an religionspolitischen Differenzen. Damit besteht erstmals seit der Konstitution des Parlaments ein Minderheitskabinett: Die Regierung unter Führung des Arbeiterblocks verfügt nur noch über 58 (vorher 68) von 120 Mandaten.

Peru verpflichtet sich gegenüber den USA zur Zahlung von 76 Mio. US-Dollar (197 Mio. DM). Damit werden US-Firmen entschädigt, die seit der Machtübernahme der Revolutionsregierung 1968 in Peru enteignet wurden.

Der chilenische Staatschef Augusto Pinochet Ugarte erklärt vor Bergarbeitern in Santiago, dass es in den nächsten fünf Jahren keine Wahlen in Chile geben werde. Seit dem Militärputsch im September 1973 regiert eine Junta mit Notverordnungen.

Der Deutsche Bundestag genehmigt den Vertrag über die Nichtverbreitung von Kernwaffen. Damit verzichtet die Bundesrepublik darauf, in nationaler Verfügungsgewalt Atomwaffen herzustellen oder zu erwerben.

21.2.1974, Donnerstag

Der Verein der ausländischen Presse in der Bundesrepublik nimmt die seit Abschluss des innerdeutschen Grundvertrags 1972 ständig in Bonn tätigen DDR-Journalisten als Mitglieder auf. Damit können sie künftig an den Bonner Pressekonferenzen teilnehmen.

Israel räumt den im Oktober 1973 eroberten Brückenkopf auf dem Westufer des Suezkanals. Der Rückzug ist Ergebnis der am 18. Januar zwischen Ägypten und Israel vereinbarten Truppenentflechtung. Bis zur Übernahme durch die Ägypter besetzen UN-Friedenstruppen das geräumte Gebiet.

In Belgrad proklamiert das Parlament die vierte Verfassung Jugoslawiens seit dem Zweiten Weltkrieg. Wichtigstes Element ist ein neues Wahlsystem, das die Selbstverwaltung erweitert.

In Paris teilt Außenminister Michel Jobert mit, dass sich Frankreich an dem Energierat der Erdölverbraucherländer nicht beteiligt, der auf der Energiekonferenz in Washington am 13. Februar gebildet worden war.

22.2.1974, Freitag

Der pakistanische Ministerpräsident Zulfikar Ali-Khan Bhutto gibt in Lahore die diplomatische Anerkennung der Volksrepublik Bangladesch bekannt. Das ehemalige Ost-Pakistan wurde 1971 zum unabhängigen Staat.

In Anwesenheit von Bundeskanzler Willy Brandt präsentiert die Hansestadt Hamburg den neuen Elbtunnel nach sechsjähriger Bauzeit der Öffentlichkeit. Die Unterwasserstraße wird jedoch erst am 26. Dezember offiziell eingeweiht.

Am Essener Theater und am Volkstheater Wien wird die Komödie “Lysistrate und die NATO” von Rolf Hochhuth uraufgeführt.

23.2.1974, Samstag

Die chilenische Regierung vereinbart mit der Bundesrepublik Deutschland, Frankreich, Großbritannien und den USA einen Teil-Erlass ihrer Auslandsschulden: Von den 1973/74 fälligen Rückständen muss Chile nur zwischen 5% und 10% begleichen.

24.2.1974, Sonntag

Im Abschlusskommuniqué der viertägigen Außenministerkonferenz der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) in Mexiko (Stadt) sichern die USA zu, die Hilfe für Lateinamerika im bisherigen Umfang weiterzuführen.

25.2.1974, Montag

Der italienische Regierungschef Mariano Rumor und sein libyscher Amtskollege Ministerpräsident Abdul Salam Dschallud unterzeichnen in Rom einen langfristigen Handelsvertrag. Darin verpflichtet sich Libyen, im Austausch gegen wirtschaftlich-technologische Hilfe jährlich mindestens 30 Mio. t Rohöl an Italien (1973: 23 Mio. t) zu liefern.

Nach einem Beschlus der hessischen Landesregierung in Wiesbaden erhält der Frankfurter Studentenausschuss vorläufig keine Demonstrationsgenehmigungen mehr. Am vorangegangenen Wochenende waren Protestaktionen zu blutigen Straßenschlachten eskaliert.

26.2.1974, Dienstag

Äthiopische Militäreinheiten unter Führung junger Offiziere besetzen Asmara, die zweitgrößte Stadt des Landes. Die Meuterer fordern die wirtschaftliche und soziale Besserstellung der Streitkräfte.

In Nairobi, der Hauptstadt von Kenia, wird die Universität auf unbestimmte Zeit geschlossen. Anlass dazu gaben die in den letzten Tagen ausgebrochenen Studentenunruhen. Die Studenten fordern die Ablösung eines Dekans, dem sie die Benachteiligung schwarzer Kommilitonen vorwerfen.

27.2.1974, Mittwoch

Im Auftrag Syriens übergibt US-Außenminister Henry A. Kissinger als Vermittler im Nahost-Konflikt in Jerusalem eine Liste mit den Namen von 65 israelischen Kriegsgefangenen. Er teilt mit, dass Gefangenenbesuche durch das Rote Kreuz künftig zugelassen werden. Damit erfüllt Syrien die Auflagen Israels für Verhandlungen über die Golanfront.

In Paris tritt die Regierung von Premierminister Pierre Auguste Joseph Messmer geschlossen zurück. Damit zieht das Kabinett die Konsequenz aus internen Uneinigkeiten. Noch am selben Tag beauftragt Staatspräsident Georges Pompidou Messmer mit der Bildung eines neuen Kabinetts.

Die französische Regierung ernennt den Diplomaten Bernard Marie Guillier de Chalvron zu ihrem ersten Botschafter in der DDR. Die Leitung der DDR-Vertretung in Paris übernimmt der bisherige stellvertretende DDR-Außenminister Ernst Scholz.

Der schwedische Reichstag nimmt die bereits Mitte 1973 beschlossene neue Verfassung an und legt damit endgültig die parlamentarische Regierungsform fest. Die Rechte des Königs werden stark eingeschränkt.

28.2.1974, Donnerstag

Das US-amerikanische Repräsentantenhaus verabschiedet ein Energienotstandsgesetz. Wichtigster Bestandteil ist der Preissenkungszwang für amerikanisches Erdöl. Präsident Richard M. Nixon bezeichnet das umstrittene Gesetz als Hindernis bei der erforderlichen Energieeinsparung.

Der ägyptische Präsident Muhammad Anwar As Sadat gibt in Kairo die bereits 1973 vereinbarte Wiederaufnahme diplomatischer Beziehungen mit den USA bekannt. Die Botschafter waren während des Sechstagekriegs 1967 abberufen worden.

Unter dem Druck der sich ausweitenden Militärrebellion tritt in Addis Abeba das Kabinett zurück. Die Meuterer fordern die grundlegende politische Reformierung der Monarchie in Äthiopien.

Bei den britischen Parlaments-Neuwahlen verliert die regierende Konservative Partei die Mehrheit im Unterhaus (Labour Party: 301, Konservative: 296 von insgesamt 635 Sitzen).