Was geschah im Februar 1981

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1.2.1981, Sonntag

Am Wiener Akademietheater wird das Stück “Triptychon” von Max Frisch in deutscher Sprache uraufgeführt.

Das französische Außenministerium bestätigt die Auslieferung von 60 Kampfflugzeugen des Typs Mirage F-1 an den Irak.

Beim Eisschnelllauf-Wettbewerb in Inzell/Bayern stellt die ehemalige Olympiasiegerin Monika Holzner-Pflug vier deutsche Rekorde auf.

Nach tagelangen Regenfällen treten der Paraná und seine Nebenflüsse im Nordwesten Argentiniens über die Ufer. Mehrere tausend Menschen werden obdachlos. Die Überflutungen fordern mindestens zehn Todesopfer.

Die deutsche Hockey-Nationalmannschaft der Damen wird zum drittenmal Europameister. Beim Endspiel in Berlin (West) besiegt sie die schottische Mannschaft 10:1.

2.2.1981, Montag

Im Grenzkrieg zwischen Peru und Ecuador kommt es zum Waffenstillstand.

3.2.1981, Dienstag

Die 41-Jährige Ärztin und frühere Umweltministerin Gro Harlem-Brundtland wird als Nachfolgerin des am 30. Januar 1981 zurückgetretenen Odvar Nordli Ministerpräsidentin in Norwegen.

Der US-amerikanische Verteidigungsminister Caspar Weinberger spricht sich in Washington für die Stationierung der Neutronenbombe in Europa aus.

Im Berliner Haus des Rundfunks erlebt “Te Deum” des polnischen Komponisten Krzysztof Penderecki seine deutsche Erstaufführung.

4.2.1981, Mittwoch

Das Bundeskabinett in Bonn verabschiedet den Agrarbericht 1981. Darin werden im laufenden Wirtschaftsjahr Einkommenseinbußen von 12% für Landwirte vorausgesagt.

In mehreren Gefängnissen in der Bundesrepublik Deutschland treten zahlreiche Häftlinge für bessere Haftbedingungen in den Hungerstreik. Unter ihnen befinden sich auch mutmaßliche Terroristen.

Der frühere Finanzdisponent der Firma “Metro”, Günter-Maximilian Schotte-Natscheff, der seine Firma durch manipulierte Unterschriften um 36 Mio. DM betrogen hatte, stellt sich nach seiner Flucht nach Südamerika der deutschen Polizei auf dem Flughafen Köln/Bonn.

Christina Riegel und Andreas Nischwitz aus Stuttgart gewinnen in Innsbruck die Silbermedaille bei der Eiskunstlauf-Europameisterschaft im Paarlauf.

5.2.1981, Donnerstag

Die DDR lockert ihre Vorschriften zum Mindestumtausch bei der Einreise westlicher Besucher. In Zukunft werden Begleitpersonen von Schwerstbehinderten und Blinden vom Zwangsumtausch ausgenommen.

Marie Epple und Christa Kinshofer erkämpfen beim alpinen Weltcup-Slalom einen deutschen Doppelsieg.

Norbert Schramm aus Oberstdorf gewinnt bei den Eiskunstlauf-Weltmeisterschaften in Innsbruck überraschend die Bronzemedaille.

Im Rahmen des zweitägigen 37. deutsch-französischen Gipfeltreffens in Paris erörtern Bundeskanzler Helmut Schmidt (SPD) und der französische Staatspräsident Valéry Giscard d’Estaing die Verschlechterung der internationalen Lage. Wesentliche Themen sind der Nahost-Konflikt, die Ost-West-Beziehungen sowie die Außenpolitik der USA. In einer gesonderten Vereinbarung beschließen beide Staaten die Intensivierung ihrer kulturellen Beziehungen.

6.2.1981, Freitag

Der neue Ständige Vertreter der Bundesrepublik Deutschland in der DDR, Staatssekretär Klaus Bölling, trifft in Berlin (Ost) ein. Böllings Vorgänger, Günter Gaus, war am 23. Januar zum neuen Berliner Wirtschaftssenator gewählt worden.

In El Salvador, wo seit 1980 Bürgerkrieg herrscht, beginnt eine Offensive der Regierungstruppen gegen die radikalsozialistischen Guerillas.

Im Ostasiatischen Museum in Berlin (West) wird die bis zum 16. April dauernde Ausstellung “Kunstschätze aus China” eröffnet.

7.2.1981, Samstag

Bei der Vierer-Bob-Weltmeisterschaft in Cortina d’Ampezzo verunglückt der US Amerikaner Jim Morgan tödlich.

Der Brasilianer Nelson Piquet siegt zu Beginn der Formel-1-Saison beim Großen Preis von Südafrika.

Bei den deutschen Hallen-Leichtathletik-Meisterschaften in Sindelfingen werden eine Welt- und sieben deutsche Hallenbestleistungen erzielt. Über 400 m läuft der Dortmunder Hartmut Weber in 46,96 sec Weltrekord.

Nach einem Fußballspiel zwischen Olympiakos Piräus und AEK Athen entsteht eine Panik im Stadion, die 19 Tote und 52 Schwerverletzte fordert.

In Berlin (West) demonstrieren rund 10 000 Menschen überwiegend friedlich gegen die Wohnungsnot in der Stadt.

Zum ersten Mal seit 42 Jahren gewinnt eine bundesdeutsche Mannschaft den Tennis-Kingscup. Nach einem 2:1 im ersten Finalspiel in Moskau reicht im Rückspiel in Hamburg sogar eine 1:2-Niederlage zum Erfolg der deutschen Tennisspieler.

8.2.1981, Sonntag

Im Europa-Center in Berlin (West) rauben Unbekannte die Berliner Spielbank aus. Ihre Beute, die sie aus der für den hausinternen Geldtransport benutzten Rohrpostanlage entnehmen, beträgt 562 000 DM.

Die ehemalige Königin Friederike Luise von Griechenland stirbt im Alter von 63 Jahren in Madrid.

Das Stück “Sehnsucht” von Gerhard Roth wird im Berliner Schlosspark-Theater uraufgeführt.

9.2.1981, Montag

Der US-amrikanische Rock-‘n’-Roll Star Bill Haley stirbt im Alter von 53 Jahren in Harlingen/Texas.

10.2.1981, Dienstag

Ägyptens Staatspräsident Muhammad Anwar As Sadat hält als erster arabischer Staatschef eine Rede vor dem EG-Parlament in Luxemburg. Er fordert Israel und die Palästinenser zu gegenseitiger Anerkennung auf.

11.2.1981, Mittwoch

In Grosau/Oberösterreich wird der größte Schneemann der Welt errichtet. Er ist 17,84 m hoch und weist einen Bauchumfang von 20,85 m auf.

Die Mannschaft von Nacional Montevideo (Uruguay) besiegt im Finale um den Fußball-Weltpokal den englischen Europacup-Sieger Nottingham Forest in Tokio 1:0.

Nachdem der polnische Ministerpräsident Józef Pinkowski am 9. Januar 1981 zurückgetreten ist, wird die Regierung neu gebildet. Neuer Ministerpräsident wird Wojciech W. Jaruzelski.

12.2.1981, Donnerstag

Der Deutsche Bundestag beschließt die Streichung der Strafgesetzbuch-Paragraphen 88 a (“Verfassungsfeindliche Befürwortung von Straftaten”) und 130 a (“Anleitung zu Straftaten”). Außerdem wird eine Reform des Staatshaftungsrechts beschlossen; danach soll dem Bürger bei Schadenersatzansprüchen gegenüber Behörden eine stärkere Position eingeräumt werden.

Der SPD-Vorstand beschließt bei sechs Enthaltungen und ohne Gegenstimme ein Fünf-Punkte-Programm, das zur Lösung des innerparteilichen Konflikts über die Richtung der Partei beitragen soll.

In Neu-Delhi geht ein viertägiges Treffen der blockfreien Staaten zu Ende. Aufrufe zur Einigkeit können die Differenzen nicht überdecken, die innerhalb der Blockfreien durch die prosowjetische Haltung einiger Mitgliedstaaten (Kuba und Vietnam) ausgelöst worden sind. Zerstrittenheit herrscht u.a. in bezug: auf die sowjetische Invasion in Afghanistan.

Die Bayerische Staatsbibliothek in München erwirbt eine verschollen geglaubte Jugendsinfonie (KV 19 A) von Wolfgang Amadeus Mozart.

Das Stück “Klavierspiele” von Friederike Roth wird im Malersaal des Deutschen Schauspielhauses in Hamburg uraufgeführt.

13.2.1981, Freitag

Die britischen Tageszeitungen “The Times” und “Sunday Times” werden in London von der Thompson-Gruppe an das australische Pressehaus Rupert Murdoch verkauft.

In Berlin (West) beginnen die 31. Internationalen Filmfestspiele mit der Aufführung des US-amerikanischen Films “Wie ein wilder Stier” von Martin Scorsese. Am 24. Februar, dem letzten Tag der Filmfestspiele, wird der “Goldene Bär” an den spanischen Wettbewerbsbeitrag “Deprisa, Deprisa!” von Carlos Saura vergeben.

Die britische Rockgruppe Pink Floyd gastiert an acht Tagen hintereinander in der ausverkauften Dortmunder Westfalenhalle mit der “Jahrhundert-Show” “The Wall”.

14.2.1981, Samstag

Luxemburgs Thronfolger Erbgroßherzog Henri heiratet die Exilkubanerin Maria Therese Mestre.

In mehreren Städten der Bundesrepublik Deutschland demonstrieren über 100 000 Bauern gegen die Agrarpolitik der Bundesregierung und der EG.

Bei einem Großfeuer in einer Diskothek in Dublin kommen 44 junge Menschen ums Leben, etwa 130 werden schwer verletzt.

15.2.1981, Sonntag

In Simbabwe sterben bei tagelangen blutigen Kämpfen zwischen militanten Anhängern der Regierungspartei des Staatschefs Robert Mugabe und der Partei seines Kontrahenten Joshua Nkomo mehrere hundert Menschen.

Mit einem dreifachen norwegischen Sieg enden in Oslo die Eisschnelllauf-Weltmeisterschaften im Großen Vierkampf Sieger wird Amund Sjöbrend vor Kay Arne Stenshjemmet und Jan Egil Storholt.

Bei den Biathlon-Weltmeisterschaften in Lahti (Finnland) holt die bundesdeutsche Mannschaft hinter der DDR und vor Olympiasieger UdSSR die Silbermedaille.

Beim erstmals ausgetragenen Volleyball-Europacup in München siegen die Damen des SV Lohhof.

16.2.1981, Montag

An der Frankfurter Devisenbörse erreicht der US-Dollar mit einem Mittelkurs von 2,25 DM seinen höchsten Stand seit November 1977. Der US-Dollar sinkt aber bis zum Monatsende wieder auf 2,12 DM.

Papst Johannes Paul II. tritt eine zwölftägige apostolische Asienreise an; seine Stationen sind Pakistan, Philippinen, Guam und Japan.

In der Wiener Staatsoper findet die deutsche Erstaufführung der Oper “Mass” von Leonard Bernstein statt.

17.2.1981, Dienstag

Österreichs Bundeskanzler Bruno Kreisky hält sich seit dem 14. Februar 1981 zu einem offiziellen Staatsbesuch in Ägypten auf. Der ägyptische Staatspräsident Muhammad Anwar As Sadat schlägt bei diesem Treffen die Bildung einer Palästinenserregierung vor, bei der Kreisky eine Vermittlerrolle übernehmen könne. Nach dem Vorschlag Sadats sollen alle Fraktionen der PLO und Vertreter der Palästinenser aus den besetzten Gebieten eine provisorische Regierung bilden, um so “den Prozess einer gegenseitigen Anerkennung von Israel und den Palästinensern zu erleichtern”.

18.2.1981, Mittwoch

Der Verteidigungsausschuss des Bundestages konstituiert sich als Untersuchungsausschuss. Das Gremium will die bei der Beschaffung des Kampfflugzeuges “Tornado” entstandene Finanzlücke und damit zusammenhängende Fragen klären.

Dem Tübinger Rhetorik-Professor Walter Jens wird für seine literarischen und wissenschaftlichen Verdienste der mit 25 000 DM dotierte Heine-Preis zugesprochen.

Amnesty International (Al) wirft der Regierung in Guatemala Mord- und Folterkampagnen vor. Der Präsident Guatemalas, General Fernando Romero Lucas García, soll persönlich systematische Folter- und Mordaktionen lenken, denen bereits 3000 Menschen zum Opfer gefallen sein sollen; mehrere hundert Personen werden vermisst.

Der polnische Hochschulminister Janusz Gorski stimmt nach Verhandlungen mit den im Streik befindlichen Studenten in Lódz der Registrierung eines unabhängigen polnischen Studentenverbandes zu. Das Abkommen sieht eine größere Autonomie der Universitäten vor. Der seit dem 21. Januar 1981 andauernde Studentenstreik wird mit dieser Vereinbarung beendet.

19.2.1981, Donnerstag

Die Landesregierung in Schleswig-Holstein erteilt die zweite Teilerrichtungsgenehmigung für das Kernkraftwerk Brokdorf.

Der US-amerikanische Präsident Ronald Reagan legt dem US-Kongress sein Programm zur Sanierung der Wirtschaft vor. Kernpunkte sind die Verringerung der Staatsausgaben mit Ausnahme des Verteidigungsetas sowie Steuerminderungen bei der Einkommensteuer um 30%.

In New York hat der erste Rundfunksender in russischer Sprache Premiere. Der vom Kulturzentrum für russische Emigranten gegründete Sender “WWCS Broadcasting” richtet sich an die über 100 000 sowjetischen Auswanderer, die im New Yorker Großraum wohnen.

Der Schriftsteller Martin Walser bekommt in Düsseldorf die undotierte Heine-Medaille.

Für herausragende Leistungen wird in Berlin (West) die Goldene Kamera an verschiedene Persönlichkeiten aus Funk und Fernsehen vergeben.

20.2.1981, Freitag

Die Sowjetunion beginnt auf der Halbinsel Krim mit dem Bau des ersten russischen Sonnenkraftwerks. Die Anlage soll vor allem der Erprobung von Material und Apparaturen dienen. Der Preis einer Kilowattstunde Strom des sowjetischen Sonnenkraftwerks wird deutlich über dem Preis für Atomstrom liegen.

Der Parteitag der Berliner FDP wählt Jürgen Kunze als Nachfolger von Wolfgang Lüder zum neuen Landesvorsitzenden. Kunze gilt als Vertreter des linken Flügels. Lüder hatte sein Amt im Zuge der Garski-Bürgschaftsaffäre zur Verfügung gestellt.

Die Konsuln Österreichs, Uruguays und El Salvadors werden im spanischen Baskenland von Mitgliedern der baskischen Untergrundorganisation ETA entführt.

Der rumänische Partei- und Staatschef Nicolae Ceausescu fordert auf dem II. Kongress der Leitungsräte der sozialistischen Landwirtschaftseinheiten in Bukarest, dass Rumänien in Zukunft seiner Landwirtschaft mehr Beachtung schenken müsse: Sie soll als wichtigster Teil der Wirtschaftspolitik zukünftig gleichwertig neben der Sicherung der Energie und Rohstoffquellen stehen.

21.2.1981, Samstag

Bei einem Bombenattentat auf das Haus der US-Sender “Radio Free Europe” und “Radio Liberty” in München werden acht Menschen zum Teil schwer verletzt; es entsteht ein Sachschaden in Höhe von 4 Mio. DM.

Bundesfinanzminister Hans Matthöfer (SPD) eröffnet die Frankfurter Frühjahrsmesse. Auf der Messe sind rund 3500 Aussteller vertreten. Gut 90 000 Besucher werden bis zum 25. Februar registriert. Der Geschäftsverlauf ist größtenteils zufriedenstellend.

Das Stück “Gehn wir die Hunde bewegen oder Brokdorfer Gespräche” von Jan Christ wird im Schauspielhaus in Bochum uraufgeführt.

Beim Fußballspiel Borussia Dortmund gegen FC Schalke 04 im Dortmunder Westfalenstadion, das 2:2 endet, kommt es nach Spielende zu Ausschreitungen zwischen rivalisierenden Fußballfans. In der Nordkurve des Stadions reißen Schalke-Anhänger einen Teil der Umzäunung nieder. Auch in der Innenstadt von Dortmund entstehen erhebliche Sachschäden.

22.2.1981, Sonntag

Libyen vergibt an österreichische, japanische, italienische und deutsche Firmen (u.a. Krupp, Mannesmann) einen bedeutenden Auftrag für den Bau eines Hüttenwerkkomplexes in Milliardenhöhe. Das Krupp-Konsortium soll die Stahl und Infrastruktureinrichtungen für den Komplex liefern.

Das US-amerikanische Musical “Towaritsch” von Lee Pockriss wird am Aachener Stadttheater erstmals in Europa aufgeführt.

Bei den Hallen-Leichtathletik-Europameisterschaften in Grenoble holen die bundesdeutschen Leichtathleten drei Goldmedaillen.

23.2.1981, Montag

Bei einem Putschversuch in Spanien stürmen rund 22 Mitglieder der Guardia civil unter Führung des Oberleutnants Antonio Tejero Molina das Parlament. Sie nehmen die 350 Abgeordneten und die Regierung als Geiseln.

Der sowjetische Staats- und Parteichef Leonid I. Breschnew schlägt in seiner Rede zur Eröffnung des 26. Parteitages der KPdSU in Moskau ein Gipfeltreffen mit US-Präsident Ronald Reagan vor um dringliche Fragen des Weltfriedens und erneute Verhandlungen der Rüstungskontrolle zu erörtern.

Das Stück “Züst oder die Aufschneider” von Urs Widmers wird im Kammerspiel der Städtischen Bühnen in Frankfurt uraufgeführt.

24.2.1981, Dienstag

Auf der Frühjahrsauktion der Marburger Autographenhandlung J. A. Stargardt wird ein Brief Mozarts an seine Schwester Nannerl, geschrieben auf seiner ersten Italienreise 1770, für 100 000 DM versteigert.

Der Buckingham-Palast in London gibt die Verlobung des britischen Thronfolgers Prinz Charles mit Lady Diana Spencer bekannt.

25.2.1981, Mittwoch

In Spanien wird der konservative Wirtschaftsfachmann Leopoldo Calvo Sotelo zum neuen Ministerpräsidenten gewählt, er ist Nachfolger von Adolfo Suárez González, der am 29. Januar 1981 zurückgetreten war.

Südkoreas Staatspräsident Chun Doo-Hwan (“Demokratische Gerechtigkeitspartei”) wird von einem Wahlkongress mit mehr als 90% der Stimmen für sieben Jahre in seinem Amt bestätigt.

Hessens Ministerpräsident Holger Börner (SPD) spricht sich in einer Regierungserklärung vor dem Landtag in Wiesbaden für den umstrittenen Bau der geplanten Startbahn West des Frankfurter Rhein-Main-Flughafens aus.

26.2.1981, Donnerstag

Die konservative britische Premierministerin Margaret Thatcher trifft in Washington erstmals mit dem neuen US-amerikanischen Präsidenten Ronald Reagan zusammen. Die Vereinigten Staaten und Großbritannien sind sich darin einig, dass der sowjetische Vorschlag einer Gipfelkonferenz vom 23. Februar 1981 sorgfältig geprüft werden müsse; der NATO-Beschluss zur Modernisierung der “eurostrategischen Waffen” müsse jedoch erfüllt und mit den Verhandlungen über eine Rüstungsbegrenzung verbunden werden.

Einen Skiflug-Weltrekord stellt der Österreicher Armin Kogler zum Auftakt der Skiflug-Weltmeisterschaften in Oberstdorf (Bayern) auf.

27.2.1981, Freitag

Die Berliner SPD wählt auf ihrem Landesparteitag den ehemaligen Wissenschaftssenator Peter Glotz (SPD) zum neuen Landesvorsitzenden.

Für die 1 Mio. Beschäftigten des Baugewerbes wird zwischen den Tarifpartnern eine Lohnerhöhung von 4% vereinbart; sie soll zum 1. April 1981 wirksam werden. Der Stundenlohn für die größte Facharbeitergruppe erhöht sich damit um 53 Pfennig.

Am Wiener Burgtheater wird Peter Shaffers Stück “Amadeus” uraufgeführt.

28.2.1981, Samstag

In der Wilstermarsch nordwestlich von Hamburg findet mit etwa 100 000 Teilnehmern die bislang größte Demonstration von Kernkraftwerkgegnern in der Bundesrepublik Deutschland gegen den Bau des Kernkraftwerks Brokdorf statt.

In Tunis wird die Interafrikanische Sozialistische Gemeinschaft (IAS) gegründet, deren Ehrenvorsitzender der tunesische Staatspräsident Habib Burgiba ist. Der IAS gehören elf Parteien aus neun afrikanischen Ländern an. Auf der Grundlage der Gleichheit und gegenseitigen Achtung soll eine fruchtbare und dauerhafte Zusammenarbeit zur Entwicklung des afrikanischen Kontinents und der Emanzipation seiner Völker erzielt werden.