Was geschah im Februar 1989

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1.2.1989, Mittwoch

Zu kontroversen Diskussionen kommt es nach der Uraufführung der Kammeroper “Ulrike, eine antike Tragödie” von Leo Geerts und Raoul de Smet in Gent. Das Werk setzt sich mit der Entwicklung der RAF-Terroristin Ulrike Meinhof auseinander, die 1976 in der Haft Selbstmord beging.

In mehreren Gefängnissen in der Bundesrepublik Deutschland und in West-Berlin treten insgesamt 28 Mitglieder der sog. Rote-Armee-Fraktion in den Hungerstreik.

2.2.1989, Donnerstag

Der Europäische Gerichtshof in Luxemburg entscheidet gegen Importverbote für ausländische Wurst in die Bundesrepublik. Die Wurst darf eingeführt werden, auch wenn sie nicht dem “Reinheitsgebot” der deutschen Fleischverordnung entspricht.

Der südafrikanische Staatspräsident Pieter Willem Botha tritt aus Gesundheitsgründen als Vorsitzender der regierenden National Party zurück. Sein Nachfolger wird der bisherige Erziehungsminister Frederik Willem De Klerk, der sich in einer Kampfabstimmung gegen drei Mitbewerber aus dem Kabinett durchsetzt..

Die Wiener Verhandlungen zwischen der NATO und dem Warschauer Pakt über einen Truppenabbau werden nach mehr als 15 Jahren ohne konkretes Ergebnis beendet.

Der Oberkommandierende der Truppen des Warschauer Pakts, Sowjetmarschall Viktor Kulikow, wird nach Angaben der sowjetischen Nachrichtenagentur TASS auf eigenen Wunsch abgelöst. Nachfolger ist Armeegeneral Pjotr Luschew.

Franz Bertele, der neue Leiter der Ständigen Vertretung Bonns in Ost-Berlin, überreicht DDR-Staats- und Parteichef Erich Honecker sein Beglaubigungsschreiben.

3.2.1989, Freitag

Das Militär von Paraguay stürzt Staatschef General Alfredo Stroessner, der das Land fast 35 Jahre lang diktatorisch regierte.

Die Bremische Bürgerschaft verabschiedet ein Landesmediengesetz, das private Rundfunksender zuläßt.

4.2.1989, Samstag

Zum Abschluss seines viertägigen Chinabesuchs kündigt der sowjetische Außenminister Eduard Schewardnadse den Abzug von 260 000 Soldaten aus dem Süden und Osten der UdSSR sowie den Rückzug von drei Vierteln aller in der Mongolei stationierten Truppen an.

Der Westdeutsche Rundfunk berichtet über angebliche Lieferungen von Geräten und Materialien für eine Bakterienwaffen-Fabrik in Irak durch bundesdeutsche Firmen. Bonner Stellen erklären dazu, es gebe keine eindeutigen Hinweise.

5.2.1989, Sonntag

Die letzten 1000 Soldaten, die Kuba bis zum 1. April aus Angola abziehen wollte, treffen bereits jetzt in Havanna ein. Damit ist die kubanische Militärpräsenz in dem afrikanischen Land beendet.

In der sowjetischen Wochenzeitschrift “Argumentij i Fakti” publiziert der Historiker Roy Medwedew erstmals in einem offiziellen Presseorgan detaillierte Zahlenangaben über die Opfer der Herrschaft von Josef W. Stalin. Medwedew erklärt, rund 15 Mio. Menschen seien während der Stalin-Diktatur umgekommen.

6.2.1989, Montag

Im polnischen Regierungspalast in Warschau beginnen zwischen 57 Vertretern von Regierung, Opposition und Kirche Gespräche am runden Tisch.

An der Berliner Mauer wird der 20-Jährige Schlosser Chris Gueffroy von DDR-Grenzsoldaten erschossen. Der Mann hatte versucht, in den Westteil der Stadt zu flüchten. Der gleichaltrige Christian Gaudian wird bei dem Fluchtversuch schwer verletzt.

Bei der alpinen Skiweltmeisterschaft in Vail (USA) gewinnt der 21-Jährige Hansjörg Tauscher aus Oberstdorf die Goldmedaille in der Abfahrt. Es ist seit 1939 der erste WM-Titel für einen deutschen Läufer in dieser Disziplin.

7.2.1989, Dienstag

Die Zivilkammer des Landgerichts Frankfurt stellt in einem Rechtsstreit zwischen dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) und dem FC Homburg fest, dass Werbung für Präservative auf den Trikots einer Fußballmannschaft nicht gegen die guten Sitten verstoße.

Bei den Biathlon-Weltmeisterschaften in Feistritz (Österreich) holt Petra Schaaf (Willingen) Gold über 15 km.

8.2.1989, Mittwoch

Nach massiven Protesten der Bevölkerung lehnt der US-amerikanische Kongress die vom Weißen Haus angeordnete Diätenerhöhung um 51% für Abgeordnete, Kabinettsmitglieder, Spitzenbeamte und Bundesrichter ab.

Der belgische Fußballclub KV Mechelen, 1988 Sieger im Europapokal der Pokalsieger, gewinnt den europäischen Supercup, der zwischen dem Cup-Europapokalgewinner und dem Landesmeisterpokalgewinner ausgetragen wird. Der niederländische Verein PSV Eindhoven wird mit 3:0 und 0:1 bezwungen.

Durch einen von 1991 bis Ende 1994 befristeten Vertrag mit dem Deutschen Tennisbund sichern sich ARD und ZDF die Senderechte für die wichtigsten deutschen Tennisturniere. Diese werden bis Ende 1990 noch aufgrund eines Globalvertrages mit dem Deutschen Sportbund übertragen.

Beim Absturz einer US-amerikanischen Chartermaschine vom Typ Boeing 707 auf der Azoreninsel Santa Maria kommen alle 145 Insassen ums Leben.

9.2.1989, Donnerstag

Das Bundesinnenministerium verbietet die neonazistische Nationale Sammlung, die sich für die hessischen Kommunalwahlen beworben hatte.

In Hamburg werden auf einem unter singapurianischer Flagge fahrenden Frachter 8 t Haschisch im Wert von rund 50 Mio. DM beschlagnahmt. Es ist die bisher größte Menge dieses Rauschgifts, die in der Bundesrepublik sichergestellt werden konnte.

10.2.1989, Freitag

Nach dem Bundestag billigt auch der Bundesrat das umstrittene Gesetz über die Schaffung eines Zweitregisters für die Seeschifffahrt. Damit können ausländische Seeleute zu den in ihrer Heimat geltenden, im Vergleich zur Bundesrepublik in der Regel niedrigeren Tarifen beschäftigt werden. Das Zweitregister soll das sog. Ausflaggen aus Kostengründen verhindern. Anfang 1989 fahren rund 40% der bundesdeutschen Schiffe unter fremder Billigflagge.

In Anwesenheit des ägyptischen Staatspräsidenten Muhammad Husni Mubarak wird vor dem Tempel von Luxor ein sensationeller Fund von Statuen aus dem 14. bis 13. Jahrhundert v. Chr. präsentiert.

Mit Georg Hackl (Berchtesgaden) wird erstmals seit 1974 wieder ein bundesdeutscher Rennrodler Weltmeister.

11.2.1989, Samstag

Der Chef der Ungarischen Sozialistischen Arbeiterpartei (USAP), Károly Grósz, gibt im Anschluss an eine Sondertagung des Zentralkomitees bekannt, dass die USAP für ein Mehrparteiensystem eintrete.

In New York einigen sich die beiden Außenminister des Iran und des Irak, Ali Akbar Welajati und Tarik Aziz, auf eine Wiederaufnahme direkter Friedensverhandlungen. Am 20. August 1988 war in dem seit acht Jahren andauernden Golfkrieg ein Waffenstillstand in Kraft getreten.

12.2.1989, Sonntag

In liberalen und oppositionellen südafrikanischen Zeitungen wird gegen die schwarze Bürgerrechtlerin Winnie Mandela der Vorwurf der Entführung von vier jungen Schwarzen erhoben. Ein 14 Jahre alter Junge soll an den Folgen von Misshandlungen durch Angehörige von Mandelas Leibgarde gestorben sein. Am 13. Mai 1991 wird Winnie Mandela der Entführung schuldig gesprochen und tags darauf zu sechs Jahren Haft verurteilt. Der Strafantritt wird ausgesetzt.

Der österreichische Schriftsteller Thomas Bernhard stirbt 58jährig in Gmunden. Die satirischen Dramen des mit hohen Literaturpreisen ausgezeichneten Schriftstellers verursachten immer wieder Skandale und Prozesse in Österreich.

13.2.1989, Montag

Das in Hamburg erscheinende Nachrichtenmagazin “Der Spiegel” berichtet, der Daimler-Benz-Konzern habe Militärfahrzeuge nach Pakistan exportiert. Das Unternehmen weist die Vorwürfe zurück.

Gegen ein Lösegeld von umgerechnet 3 Mio. DM wird der am 14. Januar entführte ehemalige belgische Premierminister Paul van den Boeynants freigelassen. Als mutmaßlicher Drahtzieher der Entführung wird im Mai Patrick Haemers, einer der meistgesuchten Verbrecher Belgiens, von der Polizei festgenommen.

14.2.1989, Dienstag

Der Oberste Gerichtshof von Indien verurteilt den US-Chemiekonzern Union Carbide zur Zahlung einer Entschädigungssumme von umgerechnet 870 Mio. DM an die Bhopal-Opfer. Am 3. Dezember 1984 starben 2000 Menschen an den Folgen einer Giftgaskatastrophe in der indischen Stadt. Das Ausströmen von hochgiftigen Gasen aus einem undichten Ventil einer Pflanzenschutzmittelfabrik hatte zu dem Unglück geführt.

Der iranische Revolutionsführer Ajatollah Ruhollah Khomeini ruft zur Ermordung des indischstämmigen britischen Schriftstellers Salman Rushdie auf, der in seinem Buch “Satanische Verse” die religiösen Gefühle der Moslems verletze.

In einem Urteil über Wohnungskündigungen bei Eigenbedarf entscheidet das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe zugunsten der Vermieter. Eine Kündigung ist danach rechtens, wenn der Vermieter “einen vernünftigen und nachvollziehbaren Grund” für die Kündigung anführen kann.

Das SPD-regierte Schleswig-Holstein beschließt als erstes Bundesland ein kommunales Wahlrecht für Ausländer.

15.2.1989, Mittwoch

Bei den ersten Parlamentswahlen auf Sri Lanka seit elf Jahren erreicht die regierende Vereinigte Nationalpartei von Staatspräsident Ranasinghe Premadasa mit 125 der 225 Mandate die absolute Mehrheit. Der Urnengang war von schweren Gewalttaten begleitet, allein am Wahltag kamen 26 Personen ums Leben.

Die Staatsanwaltschaft durchsucht bundesweit die Geschäftsräume des hochverschuldeten co op-Konzerns. Die Hausdurchsuchungen erhärten den Verdacht der Bilanzfälschung durch den Konzern.

Der sowjetische Truppenabzug aus Afghanistan wird abgeschlossen.

16.2.1989, Donnerstag

Mit einem Wagen dringen vier ausreisewillige DDR-Bürger gewaltsam in den Hof der Bonner Vertretung in Berlin (Ost) ein und verletzen dabei einen Volkspolizisten.

In Hamburg stirbt die Schauspielerin und Theaterleiterin Ida Ehre im Alter von 88 Jahren. Die Ehrenbürgerin der Freien und Hansestadt wird am 23. Februar im Rahmen eines Staatsaktes beigesetzt.

17.2.1989, Freitag

Mit der Unterzeichnung eines Gründungsvertrages über eine Arabische Maghreb-Union legen die Staatspräsidenten von Algerien, Libyen, Marokko, Mauretanien und Tunesien in Marrakesch den Grundstein für die schrittweise Bildung eines Großen Maghreb.

18.2.1989, Samstag

Im Handelskonflikt um das Einfuhrverbot der EG für hormonbehandeltes Fleisch aus den USA werden die beschlossenen Handelsaktionen für 75 Tage ausgesetzt.

US-amerikanische Wissenschaftler stellen in Washington eine Studie vor, nach der die Ozonschicht nicht nur in der Südpol-Atmosphäre, sondern nunmehr auch am Nordpol gefährdet ist.

19.2.1989, Sonntag

In der Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrationslagers Neuengamme bei Hamburg treten 20 Roma in einen mehrtägigen Hungerstreik, um gegen ihre drohende Abschiebung zu protestieren.

Das Präsidium des Obersten Sowjets der estländischen Sowjetrepublik beschließt die Wiedereinführung des Gedenktages an die am 24. Januar 1918 proklamierte unabhängige Republik Estland. Erstmals spricht das estnische Parteiorgan “Sowjetskaja Estonia” in diesem Zusammenhang von der “Besetzung Estlands durch sowjetische Truppen 1940”. Bisher war stets vom Gesuch der drei baltischen Staaten um Anschluss an die UdSSR die Rede.

In Schleswig-Holstein wird die erste Landesjugendorganisation der Grünen, die Grün-Alternative Jugend (GAJ), gegründet.

20.2.1989, Montag

Als erster hoher Repräsentant der UdSSR seit 15 Jahren besucht der sowjetische Außenminister Eduard Schewardnadse Ägypten. Im Gespräch mit Staatspräsident Muhammad Husni Mubarak plädiert Schewardnadse für die Einberufung einer internationalen Nahostkonferenz. Im Rahmen seiner Nahostreise vom 17. bis 28. Februar stattet Schewardnadse außer Ägypten noch Syrien, Jordanien, dem Irak und dem Iran einen Besuch ab. In Kairo trifft er zudem mit dem israelischen Außenminister Moshe Arens zusammen.

Die Außenminister der EG-Staaten beschließen in Brüssel, wegen der Morddrohung gegen den anglo-indischen Autor Salman Rushdie alle ihre Botschafter bzw. Geschäftsträger aus Teheran zurückzurufen. Am 21. Februar beruft die iranische Regierung ihre Botschafter aus den EG-Staaten ab.

21.2.1989, Dienstag

Wegen sog. Rowdytums sowie Widerstands gegen die Staatsgewalt bei einer Menschenrechtsdemonstration wird der tschechoslowakische Dramatiker und Bürgerrechtler Václav Havel von einem Prager Gericht zu neun Monaten Haft unter verschärften Bedingungen verurteilt. Im Mai wird Havel auf Bewährung entlassen.

Aus Protest gegen die Vergewaltigung einer U-Bahn-Bediensteten und die Banalisierung ähnlicher Fälle tritt das Pariser Metro-Personal in einen Ausstand.

Die am 10. Februar eröffneten 39. Internationalen Filmfestspiele in Berlin enden mit der Vergabe des “Goldenen Bären” an den US-amerikanischen Regisseur Barry Levinson für seinen 1988 gedrehten Streifen “Rain Man”.

22.2.1989, Mittwoch

In der südjugoslawischen autonomen Provinz Kosovo weiten sich Proteste der albanischen Volksgruppe, die eine Beeinträchtigung der Autonomie durch die Teilrepublik Serbien befürchtet, zu einem Streik aus.

23.2.1989, Donnerstag

Der israelische Ministerpräsident Yitzhak Schamir beendet seinen zweitägigen Besuch in Frankreich. Beim Empfang Schamirs hatte der französische Staatspräsident François Mitterrand seinen Gast aufgefordert, die Lage im Nahen Osten realistischer zu betrachten. Zwar werde Frankreich nichts tun, was die Sicherheit Israels gefährden könne, doch die kompromissbereite Haltung der Palästinenser könne eine Grundlage für eine “reelle, solide und dauerhafte Sicherheit für Israel” sein.

Beim Absturz eines zweimotorigen Flugzeugs über dem Bodensee kommen elf Menschen ums Leben, unter ihnen der österreichische Sozialminister Alfred Dallinger.

Die algerische Bevölkerung billigt mit rund 73% eine neue Verfassung, die das Monopol der Einheitspartei FLN beendet.

24.2.1989, Freitag

In Ost-Berlin treffen Hamburgs Erster Bürgermeister Henning Voscherau (SPD) und DDR-Staats- und Parteichef Erich Honecker zu einem Gespräch über die Elbe-Verschmutzung zusammen. Die DDR sagt die Einbeziehung der Freien und Hansestadt Hamburg in den sog. kleinen Grenzverkehr zu.

In Tokio wird der am 7. Januar im Alter von 87 Jahren verstorbene japanische Kaiser Hirohito feierlich beigesetzt.

Über Hawaii verliert eine Boeing 747 der US-amerikanischen Fluggesellschaft United Airlines in 6700 m Höhe seitliche Teile ihrer Außenhaut. Neun der 336 Passagiere werden durch das so entstandene Loch in die Tiefe gerissen.

25.2.1989, Samstag

Mit einem K.-o.-Sieg in der fünften Runde über den Briten Frank Bruno verteidigt der 22-Jährige US-Amerikaner Mike Tyson in Las Vegas seinen Titel als Schwergewichts-Boxweltmeister aller Weltverbände.

In der georgischen Hauptstadt Tiflis kommt es erstmals zu Demonstrationen gegen den Anschluss Georgiens an die UdSSR 68 Jahre zuvor. Etwa 150 Demonstranten werden kurzfristig festgenommen.

Der neue US-amerikanische Präsident George Bush besucht im Rahmen einer Asienreise, die ihn vom 23. bis 27. Februar auch nach Japan und Südkorea führt, die Volksrepublik China. Er trifft dort u.a. mit Parteichef Zhao Ziyang und Deng Xiaoping zusammen. Dabei weisen die chinesischen Spitzenfunktionäre jede Unterstützung der oppositionellen Kräfte in China als ausländische Einmischung zurück.

26.2.1989, Sonntag

Israel und Ägypten unterzeichnen nach zweieinhalbjährigen Verhandlungen ein Abkommen, das die Rückgabe des Küstenstreifens Taba am Roten Meer an Ägypten vorsieht. Den Badeort Taba hatte Israel bei der Rückgabe der Sinai-Halbinsel an Ägypten 1982 ausgeklammert und für sich beansprucht. Im Januar 1986 hatten sich beide Seiten darauf geeinigt, bezüglich Taba ein internationales Schiedsgericht anzurufen.

Der peruanische Staatspräsident Alán García Perez betraut seinen Ministerpräsidenten Armando Villanueva del Campo auch mit der Führung des Innenministeriums sowie mit der Führung des Kampfes gegen den Terrorismus. Allein in den vorangegangenen zehn Tagen waren 34 Menschen den Gewalttaten der maoistischen Terrororganisation Leuchtender Pfad zum Opfer gefallen.

Die 143 Gläubigerbanken des Handelskonzerns co op AG Frankfurt am Main einigen sich auf einen Forderungsverzicht in Höhe von 1,05 Mrd. DM. Damit ist der drohende Konkurs abgewendet.

Die deutsche Handballnationalmannschaft verpaßt bei der B-Weltmeisterschaft in Frankreich durch einen vierten Platz in der Hauptrunde den Wiederaufstieg in die A-Gruppe und muss in die C-Gruppe absteigen.

27.2.1989, Montag

In Venezuela kommt es wegen der Sparpolitik der neuen Regierung unter dem sozialdemokratischen Staatspräsidenten Carlos Andrés Pérez, die drastische Preiserhöhungen zur Folge hat, zu schweren Unruhen. 256 Menschen werden getötet.

Im Alter von 85 Jahren stirbt in Altenberg der österreichische Verhaltensforscher und Medizinnobelpreisträger Konrad Lorenz. Ausgehend von Studien an frei fliegenden Dohlen und Kolkraben begründete Lorenz die moderne Verhaltensforschung. Bekannt wurde er mit seinen Untersuchungen über das Liebes- und Familienleben der Graugänse.

28.2.1989, Dienstag

In Frankfurt am Main einigen sich die Tarifpartner der papierverarbeitenden Industrie auf eine Einkommenssteigerung von 3,5% rückwirkend vom 1. Februar sowie eine nochmalige Anhebung um den gleichen Betrag zum 1. Februar 1990. Die Arbeitszeit wird vom 1. November 1990 an 37 Stunden betragen.

In Paris beendet die britische Premierministerin Margaret Thatcher ihren zweitägigen Arbeitsbesuch bei Staatspräsident François Mitterrand. In der umstrittenen Frage einer Modernisierung der atomaren Kurzstreckenraketen erklärt Frau Thatcher, die NATO müsse eine “starke Verteidigung” mit einer Rüstung bewahren, die “den modernsten Anforderungen entspricht”.