Was geschah im Januar 1912

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Wetterstationen Januar 1912

1.1.1912, Montag

Das Amt des schweizerischen Bundespräsidenten übernimmt für das Jahr 1912 Ludwig Forrer, der damit Marc Ruchet ablöst.

Im königlichen Schloss von Berlin finden in Anwesenheit des deutschen Kaisers Wilhelm II. die traditionellen Neujahrsfeierlichkeiten statt.

In Großbritannien wird das gesamte Fernsprechwesen verstaatlicht.

Der osmanische Sultan Muhammad V. beauftragt den bisherigen Großwesir Küçük Muhammad Said Pascha mit der Bildung eines neuen Kabinetts.

Mit vielen Ehren empfängt das französische Kriegsministerium den vor kurzem aus deutscher Festungshaft entflohenen Hauptmann Lux. Er war von einem deutschen Gericht wegen Spionage verurteilt worden.

2.1.1912, Dienstag

In Konstantinopel (Istanbul) lässt die osmanische Regierung die Filiale der Banca di Roma schließen. Italien und das Osmanische Reich führen Krieg in Libyen.

50 000 streikende Wäscherinnen aus New York versammeln sich im Central Park zu einer Kundgebung, auf der sie mehr Lohn und kürzere Arbeitszeit fordern.

Der Berliner Drogist Julius Scharmach wird wegen unerlaubten Verkaufs giftigen Methylalkohols verhaftet. Durch den Genuss des Getränks waren am vergangenen Weihnachtsfest 163 Berliner gestorben.

Die in Berlin erscheinende “Vossische Zeitung” veröffentlicht eine Statistik über die Kriminalität in den USA während der vergangenen zehn Jahre. Beklagt wird in dem Bericht u.a. die geringe Aufklärungsrate bei Gewaltverbrechen.

3.1.1912, Mittwoch

Bei Aufräumungsarbeiten in der Andreaskirche von Hildesheim entdeckt der Organist wertvolle Notenhandschriften, darunter mehrere Kantaten und Motetten des Komponisten Heinrich Schütz (1585- 1672).

4.1.1912, Donnerstag

Wie die “Vossische Zeitung” mitteilt, erfolgte in Berlin die erste gerichtliche Bestrafung eines Schiebetanz-(Tango-)Tänzers.

Zwischen der spanischen Hauptstadt Madrid und Frankreichs Metropole Paris wird eine Telefonleitung in Betrieb genommen.

Wegen russenfeindlicher Propaganda züchtigen russische Truppen in der persischen Stadt Urmia einen Redakteur der dortigen Zeitung. Der Auspeitschung wohnen der russische Konsul sowie Offiziere bei.

5.1.1912, Freitag

Prinz Sigismund von Preußen stellt ein von ihm selbst gebautes Flugzeug vor. Es ist ein Eindecker mit einem 56 PS starken Motor.

Für 3 280 000 Mark verkauft die herzogliche Familie der englischen Grafschaft Rutland “Die Krönung der heiligen Katharina”, ein im Jahr 1633 von dem niederländischen Maler Peter Paul Rubens vollendetes Gemälde, an einen Sammler in den USA.

6.1.1912, Samstag

Auf Kritik in der britischen Öffentlichkeit stößt ein in der Londoner Zeitung “Daily News” abgedruckter Beitrag, in dem die Friedensliebe des deutschen Kaisers betont wird. Es wird angenommen, dass der Artikel von der deutschen Regierung lanciert worden sei.

New Mexico wird als 47. Mitglied in den Bund der Vereinigten Staaten von Amerika (USA) aufgenommen.

Truppen der in China niedergelassenen ausländischen Mächte besetzen die Einrichtungen der Eisenbahnlinie von Peking zum Gelben Meer, um so den Betrieb trotz der Unruhen in China in ihrem Interesse zu gewährleisten.

7.1.1912, Sonntag

Während einer Rede vor der Sozialen Missionsgesellschaft von Budapest kritisiert der Erzbischof von Stuhlweißenburg (Székesfehérvár), Ottokar Prohaska, die Tatsache, dass Armenpflege in Kreisen des Hochadels zu einer Modeerscheinung geworden ist. Soziale Arbeit mit “möglichst großen Straußenfedern auf dem Hut” sei eher schädlich als nutzbringend.

Nach einem im gesamten Deutschen Reich milden Winter sinken in der Nacht zum Sonntag die Temperaturen. Es schneit bis zum Mittag ununterbrochen, so dass nun endlich die Wintersportler zu ihrem Vergnügen kommen. Allerdings führt der Schneefall in weiten Teilen des Landes zu erheblichen Verkehrsstörungen.

8.1.1912, Montag

Bei einem Zusammenstoß zweier Züge der Canadian Pacific Eisenbahn bei Terrebonne (Kanada) kommen 33 Menschen ums Leben.

Im Berliner Theater des Westens beginnt ein dreiwöchiges Gastspiel des Ballets Russes de Diaghilew.

In Bloemfontein (Südafrika) wird die erste große Organisation der schwarzen Bevölkerung Afrikas gegründet. Der Südafrikanische Eingeborenen-Nationalkongress (South African Native National Congress; SANNC) wird 1925 in Afrikanischer Nationalkongress (African National Congress; ANC) umbenannt.

In einem Schreiben an die kaiserliche chinesische Regierung in Peking fordert Russland die Anerkennung der Selbständigkeit der Äußeren Mongolei. Der mongolische Monarch und Oberpriester Bogdo Jebtsun Damba Hutuchtu erklärte im Dezember 1911 die Unabhängigkeit seines Landes von China.

9.1.1912, Dienstag

Im Zusammenhang mit den Verhandlungen zum deutsch-französischen Abkommen über Marokko bittet der französische Außenminister Justin de Selves um seine Entlassung. Selves wird vorgeworfen, von Geheimverhandlungen zwischen Frankreich und dem Deutschen Reich während der Marokkokrise im Jahr 1911 gewusst zu haben. Über die damals stattgefundenen Gespräche berichtet die Zeitung “République Française”.

Die norwegische Regierung veröffentlicht in Kristiania (Oslo) ein neues Flottenbauprogramm. Darin ist u.a. die Bereitstellung von sechs Torpedojägern, 40 Torpedobooten sowie zwölf Unterseebooten vorgesehen.

Am New Yorker Broadway wird das 20stöckige Gebäude der Equitable-Lebensversicherung durch einen Brand zerstört. Dabei werden Aktien im Wert von 400 Mio. Mark verschüttet, weshalb es zu Problemen an der Börse kommt.

Auf einer Versammlung in Wien zugunsten einer Ehe- und Scheidungsreform in Österreich kommt es zwischen Befürwortern und Gegnern aus Kreisen der katholischen Kirche zu handgreiflichen Auseinandersetzungen. Zu Beginn der Kundgebung hatten 200 Teilnehmer ihren Austritt aus der katholischen Kirche verkündet.

In Berlin werden die Ergebnisse der Viehzählung vom 1. Dezember 1911 bekanntgegeben. Demnach gibt es in der Stadt 49 057 Pferde, das sind 900 weniger als im Jahr 1909. Die Ursache für die Verringerung wird in der Zunahme der Automobile vermutet.

10.1.1912, Mittwoch

Nach einem Bombenattentat in Zilkowa (Makedonien) sterben 13 Menschen. Sie hatten an einer Loyalitätskundgebung für die Türkei teilgenommen. Die Attentäter, sechs Bulgaren, wurden verhaftet. Der Anschlag steht im Zusammenhang mit der Widerstandsbewegung gegen die Vorherrschaft des Osmanischen Reiches auf der Balkan-Halbinsel.

Der britische König Georg V. beendet seine Reise durch Indien und verlässt mit seiner Frau Mary auf der “Medina” den Hafen von Bombay in Richtung Großbritannien. Georg V. hielt sich anlässlich der Krönungsfeierlichkeiten in Britisch-Indien auf, wo er zum Kaiser von Indien gekrönt wurde.

In London veranstaltet das deutsch-britische Freundschaftskomitee ein Frühstück zu Ehren von Max Reinhardt. Dieser hält sich z. Z. als Gastregisseur in der britischen Hauptstadt auf.

11.1.1912, Donnerstag

Langanhaltende Regenfälle führen in Paris zu erheblichen Überschwemmungen. Der Schiffsverkehr auf der Seine muss eingestellt werden.

12.1.1912, Freitag

Bei den Reichstagswahlen im Deutschen Reich erhält die Sozialdemokratische Partei (SPD) 110 Mandate und ist damit stärkste Fraktion.

In Wien findet die Premiere des österreichischen Films “Trilby” von Regisseur Anton Kolm statt. Kolm ist Gründer der Österreichisch-ungarischen Kinoindustrie GmbH.

13.1.1912, Samstag

Raymond Poincaré übernimmt in Paris das Amt des Ministerpräsidenten. Er löst damit Joseph Caillaux ab, der am 10. Januar seine Demission einreichte.

Das osmanische Parlament in Konstantinopel lehnt mit 125 gegen 105 Stimmen einen Gesetzentwurf ab, der in Kriegszeiten dem Sultan das Recht einräumt, das Parlament ohne die Zustimmung des Senats aufzulösen.

14.1.1912, Sonntag

Wegen Meinungsverschiedenheiten mit König Alfons XIII. in der Affäre Cullera tritt das spanische Kabinett unter José Canalejas y Méndez zurück. Canalejas protestiert damit gegen die Tatsache, dass der König ohne Rücksprache mit dem Parlament Entscheidungen in einem Begnadigungsverfahren getroffen hat: Alfons XIII. hob das Todesurteil gegen einen politischen Straftäter auf. Canalejas nimmt seine Demission zurück, nachdem der Monarch ihm sein Vertrauen ausgesprochen hat.

Im italienisch-türkischen Krieg kommt es bei Kunfida am Roten Meer zu einem Seegefecht.

In Berlin-Dahlem wird das Deutsche Entomologische Museum eröffnet. Es konnte aufgrund einer Stiftung des 1909 verstorbenen Insektenforschers Gustav Kraatz eingerichtet werden.

Deutscher Eisschnelllauf-Meister auf der Viktoria-Eisbahn in Berlin-Kreuzberg wird der Münchner E. Mercker.

Den mit 100 000 Franc (80 000 Mark) dotierten Grand Prix von Nizza gewinnt der Jockey A. Carter auf “Ray Graß” aus dem Stall J. Hennessys.

15.1.1912, Montag

Die französische Sängerin Yvette Guilbert beginnt ein dreitägiges Gastspiel im Berliner Beethoven-Saal.

Im Weißen Saal des Berliner Schlosses findet die feierliche Eröffnung der neuen Sitzungsperiode des preußischen Landtages statt.

16.1.1912, Dienstag

Nach einer dreiwöchigen Aussperrung der Arbeiterinnen und Arbeiter in der britischen Baumwollindustrie von Manchester einigen sich Vertreter der Arbeitnehmer und -geber auf eine Lohnerhöhung für die Mindestlohnempfänger.

In Paris tritt eine öffentliche Verordnung in Kraft, nach der das Wegwerfen von Papier auf den Straßen der Stadt bestraft werden kann.

Beim Schlittschuhlaufen auf dem Berliner Wannsee ertrinkt der expressionistische Lyriker Georg Heym.

17.1.1912, Mittwoch

Vier Wochen nach dem Norweger Roald Amundsen erreicht der britische Polarforscher Robert Falcon Scott den Südpol.

Die deutsche Schriftstellerin Else Lasker-Schüler liest im Berliner “Verein für Kunst” aus ihrem dichterischen Werk. Besonderen Applaus erhält sie für ihre “Orientalischen Phantasien”.

Einen Weltrekord im Dauer-Passagierflug stellt der deutsche Ingenieur Grulich mit einem Harlan-Eindecker auf. Er bleibt mit drei Passagieren 2:2,45 h in der Luft.

18.1.1912, Donnerstag

In Prag beginnt die VI. Gesamtrussische Konferenz der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Russlands (SDAPR). Auf dem Treffen, das bis zum 30. Januar dauert, konstituieren sich die Bolschewiki als eigenständige Partei und vollziehen damit die endgültige Spaltung der SDAPR in Menschewiki und Bolschewiki. Unter der Führung von Wladimir I. Lenin wird ein neues Zentralkomitee (ZK) gewählt. In das ZK wird in Abwesenheit auch Josef W. Stalin berufen und damit beauftragt, das Büro in Russland zu leiten.

Nach heftigen Kämpfen mit türkischen Truppen besetzen italienische Soldaten die Oase Gargaresch in Libyen.

Der türkische Sultan Muhammad V. löst trotz Widerspruch im Abgeordnetenhaus mit Zustimmung des Senatsrates das Parlament auf.

Das norwegische Parlament verabschiedet ein Gesetz, das den Frauen gleiche Rechte bei der Erlangung von staatlichen Ämtern zusichert. Ausgenommen von dieser Regelung sind Ministerposten sowie geistliche, diplomatische, konsularische und militärische Funktionen.

19.1.1912, Freitag

Zum zweiten Mal innerhalb weniger Tage stoppen italienische Torpedoboote französische Postdampfer, die sich auf dem Weg von Marseille nach Tunis befinden. Die Italiener vermuten, dass die Franzosen Waffen für die Türkei befördern.

In Berlin starten die neun deutschen Teilnehmer der zweiten Rallye Monte Carlo. Die zu fahrende Strecke hat insgesamt eine Länge von 1 700 km. Sieger des Rennens wird Beuthler.

In den Wiener Kinos läuft der erste Film von Sascha Graf Kolowrat an: “Die Gewinnung des Eisens am steirischen Erzberg in Eisenerz”.

20.1.1912, Samstag

Die spanische Regierung erklärt im Hinblick auf die in Madrid laufenden Verhandlungen mit der französischen Botschaft über die marokkanische Frage, dass sich Spanien verpflichte, keiner fremden Macht auch nur einen Punkt seiner nordafrikanischen Besitzungen abzutreten.

Eine neue Art von Vergnügungsveranstaltung lockt mehrere tausend Berliner in die Säle des Krollschen Etablissements. Erstmals findet hier ein Manegeball statt. Der Clou des Abends ist eine Damenschönheitskonkurrenz.

In den Festräumen des Zoologischen Gartens findet zum 30. Mal der Berliner Presseball statt.

21.1.1912, Sonntag

Anlässlich des Jahrestages der Kaiserproklamation, die am 18. Januar 1871 in Versailles stattgefunden hat, findet im Berliner Schloss das alljährliche Krönungs- und Ordensfest statt. Aus diesem Anlass verteilt Kaiser Wilhelm II. mehrere hundert Orden und Ehrenzeichen.

Besitzer von Geschäften der Putzbranche in Berlin verhängen ihre Schaufenster aufgrund einer Anordnung des Polizeipräsidiums. In einem Schreiben an ihren Verband wurden sie darauf hingewiesen, dass während des Hauptgottesdienstes am Sonntag ihr Warenangebot aus ethischen Gründen verdeckt werden müsse.

22.1.1912, Montag

In Key West (Florida) übergibt US-Präsident William H. Taft die Eisenbahnstrecke, die über die benachbarten Inseln zum Festland führt, dem Verkehr.

Reichsaußenminister Alfred von Kiderlen-Waechter führt in Rom mit Vertretern der italienischen Regierung und des Vatikans Gespräche über einen möglichen Friedensschluss im Tripoliskrieg.

An der Berliner Universität hat sich die Zahl der weiblichen Studenten im Vergleich zum vorangegangenen Wintersemester von 777 auf 845 erhöht.

23.1.1912, Dienstag

In Den Haag wird die am 20. Januar begonnene Opiumkonferenz mit der Annahme einer internationalen Konvention beendet.

Der ungarische Schriftsteller Franz Mólnar wird in Wien wegen eines Duellvergehens zu einer zweiwöchigen Haftstrafe verurteilt.

24.1.1912, Mittwoch

Aufgrund drohender sozialer Unruhen, vor allem in den östlichen Provinzen des Landes, betont die spanische Regierung unter José Canalejas y Méndez ihr Einvernehmen mit König Alfons XIII. Sie bestreitet, dass es in der jüngsten Vergangenheit zu Vertrauenskrisen gekommen sei.

Anlässlich des 200. Geburtstages des preußischen Königs Friedrich II. finden in Anwesenheit von Kaiser Wilhelm II. in Berlin und Potsdam Feierlichkeiten statt.

25.1.1912, Donnerstag

In Mailand beschlagnahmt die Polizei eine Oden-Sammlung des Dichters Gabriele D’Annunzio, da sie Angriffe auf den österreichischen Kaiser Franz Joseph I. enthalten soll.

26.1.1912, Freitag

Nachdem am Vortag die letzte Stichwahl für den Deutschen Reichstag stattfand, steht das Ergebnis der Reichstagswahl fest.

Während einer Demonstration belgischer Hochofenarbeiter für die Einführung einer Alters- und Invalidenversicherung kommt es in Differdingen zu Auseinandersetzungen mit der Polizei, wobei drei Menschen getötet werden.

27.1.1912, Samstag

Die Stadtgemeinde Rixdorf bei Berlin erhält vom deutschen Kaiser die Erlaubnis, künftig den Namen Neukölln zu führen.

Bei revolutionären Unruhen in Ecuador werden mehrere Generale ermordet, darunter der ehemalige Präsident Eloy Alfaro.

Anlässlich seines 53. Geburtstages stiftet Wilhelm II. ein neues “Verdienstkreuz”, das in zwei Klassen (Gold und Silber) verliehen werden soll. Aus gleichem Anlass stiftet er 50 000 Mark für die Konstruktion des besten deutschen Flugzeugmotors. Dieser Preis kommt im darauffolgenden Jahr zur Auszahlung.

28.1.1912, Sonntag

In Berlin gründet sich der Deutsche Wehrverein, dessen Vorsitz General August Keim übernimmt.

Bei der Eiskunstlauf-Weltmeisterschaft der Damen, die an diesem Wochenende in Davos stattfindet, gewinnt die Ungarin Opika von Méray Horvath den Titel.

Gesamtsieger der Offenen Deutschen Skimeisterschaft in Immenstadt wird Petter Oestbye aus Kristiania (Oslo).

29.1.1912, Montag

Etwa 7000 der streikenden Textilarbeiter in Lawrence (US-Bundesstaat Massachusetts) nehmen an einer Demonstration teil, die in eine blutige Auseinandersetzung mit Polizeitruppen mündet.

30.1.1912, Dienstag

Während der Sitzung der zweiten badischen Kammer richtet Ministerpräsident Alexander Freiherr von Dusch Angriffe gegen den Sieger der Reichstagswahl, die Sozialdemokraten. Dusch wirft den Linken mangelnde patriotische Haltung in politischen Fragen vor. Als Beispiel dafür nennt er die Reichsfinanzreform, die Grundlage für den Ausbau von Heer und Flotte sei. Dusch fordert deshalb eine Koalition der bürgerlichen Parteien bei der Behandlung dieser Probleme im Parlament.

In Berlin gründen bekannte Persönlichkeiten des politischen und wirtschaftlichen Lebens sowie aller bürgerlichen Parteien einen Verband zur internationalen Verständigung.

Die Regierung der Republik Portugal geht mit brutaler Gewalt gegen die Teilnehmer eines Generalstreiks in Lissabon vor. Mehrere Personen werden verletzt.

Zum neuen Gouverneur der deutschen Kolonie Kamerun in Westafrika wird der Geheime Oberregierungsrat im Reichskolonialamt, Karl Ebermaier, ernannt.

Der russische Zar Nikolaus II. verleiht der Witwe des Schriftstellers Lew N. Tolstoi eine jährliche Pension in Höhe von 10 000 Rubel (21 600 Mark).

Bei einer Explosion in der Maschinenwerkstatt Augsburg-Nürnberg sterben acht Menschen.

31.1.1912, Mittwoch

Zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Studenten und der Polizei kommt es in der kroatischen Stadt Agram (Zagreb). Die Studenten protestierten gegen die Auflösung des Landtags.

Chroniknet