Was geschah im Januar 1928

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Wetterstationen Januar 1928

1.1.1928, Sonntag

In den Neujahrsansprachen der Politiker überwiegen versöhnliche Töne.

Der Freisinnige Edmund Schultheß tritt turnusgemäß sein Amt als Bundespräsident der Schweiz für 1928 an.

Im britischen Protektorat Sierra Leone (Westafrika) tritt ein Gesetz in Kraft, wonach die Sklaverei abgeschafft ist.

An der Grenzstation Szent Gotthard an der österreichisch-ungarischen Grenze werden fünf Eisenbahnwaggons beschlagnahmt, die nicht-deklarierte Maschinengewehrteile enthalten.

Zu Jahresbeginn 1928 gibt es 2 009 842 Rundfunkhörer im Deutschen Reich.

Der deutsche Schriftsteller und Essayist Thomas Mann veröffentlicht in der schwedischen Tageszeitung “Dagens Nyheter” einen “Neujahrswunsch an die Menschheit”.

In der Neujahrsausgabe der “Vossischen Zeitung” geht der Schriftsteller Emil Ludwig der Frage nach: “Gibt es heute noch große Männer?” Er stellt fest, dass derzeit Preisboxer und Filmstars den größten Ruhm ernten.

Die Jazzoper “Jonny spielt auf” von Ernst Krenek wird in Wien zum ersten Mal gezeigt.

Italien schlägt die Schweiz in einem Fußball-Länderspiel in Genua 3:2.

Im Verkehr zwischen Großbritannien und dem Deutschen Reich wird der Visumzwang aufgehoben.

2.1.1928, Montag

Der Versuch der britischen Sportlerin Mercedes Gleitze, die Meerenge von Gibraltar zu durchschwimmen, muss wegen heftigen Wellengangs kurz vor dem Ziel abgebrochen werden.

Der nationalsozialistische bayerische Landtagsabgeordnete Julius Streicher wird in Nürnberg wegen Beleidigung des politischen Gegners zu einem Monat Gefängnis verurteilt.

Gregor Strasser wird Vorsitzender des Organisationsausschusses der NSDAP. Strasser hatte bisher den Propagandaausschuss der Partei geleitet.

3.1.1928, Dienstag

Im Deutschen Reich wird der Inventur-Ausverkauf eröffnet. Bis zum 15. Februar haben Einzelhändler die Gelegenheit, Waren zu reduzierten Preisen anzubieten.

Im Ufa-Palast am Zoo in Berlin wird der erste Teil des Films “Der alte Fritz” von Gerhard Lamprecht mit Otto Gebühr in der Titelrolle uraufgeführt.

4.1.1928, Mittwoch

Parker Gilbert, der von Berlin aus die Einhaltung der Reparationsverpflichtungen des Deutschen Reiches überwacht, trifft zur Berichterstattung in Washington mit US-Präsident Calvin Coolidge und US-Außenminister Frank Billings Kellogg zusammen.

Die Filmkomödie “Ein Frack – ein Claque – ein Mädel” mit Adolphe Menjou wird im Berliner Gloria-Palast uraufgeführt (Regie: Luther Reed).

5.1.1928, Donnerstag

Der argentinische Außenminister Angel Gallardo trifft zu einem Staatsbesuch des Deutschen Reichs in Berlin ein.

Bei einer Einsturzkatastrophe in Berlin sterben 17 Menschen.

6.1.1928, Freitag

Der Bund zur Erneuerung des Reiches, der sich eine Neuregelung des Verhältnisses zwischen Reich und Ländern zum Ziel setzt, wird unter der Leitung des ehemaligen Reichskanzlers Hans Luther (parteilos) gegründet.

Papst Pius XI. spricht sich in der Enzyklika “Mortalium animos”, die im Vatikan in Rom erlassen wird, gegen jegliche Einheitsbestrebungen der christlichen Kirchen aus.

Zur Feier des 100. Geburtstages des norwegischen Dichters Henrik Ibsen am 20. März hat am Deutschen Theater in Berlin das Drama “Peer Gynt” mit Werner Krauss in der Titelrolle Premiere (Regie: Berthold Viertel).

Der Profiboxer Max Schmeling verteidigt durch einen K.-o.-Sieg über den Italiener Michele Bonaglia im Berliner Sportpalast seinen Titel als Box-Europameister im Halbschwergewicht.

7.1.1928, Samstag

Durch den Bruch der Kaimauern an der Themse kommt es zu einer Überschwemmungskatastrophe in London.

In New York wird der Film “Circus” mit Charlie Chaplin uraufgeführt.

Die deutsche Reichsregierung erhebt beim Ständigen Internationalen Gerichtshof in Den Haag Klage gegen Polen wegen des oberschlesischen Schulstreits. Die deutsche Seite wirft Polen vor, die Rechte der deutschen Minderheit in Oberschlesien bei der Schulwahl nicht zu gewährleisten.

8.1.1928, Sonntag

Im Theater am Nollendorfplatz in Berlin findet eine Protestkundgebung statt, die sich gegen das bevorstehende Hochverratsverfahren gegen den Schriftsteller Johannes R. Becher richtet.

König Aman Ullah von Afghanistan trifft zum Auftakt einer mehrwöchigen Europareise in Rom ein. Am 12. Januar wird der Monarch von Papst Pius XI. empfangen.

Bei einer Explosionskatastrophe im Berliner Stadtteil Dahlem sterben zwei Menschen.

Der Regisseur Erwin Piscator eröffnet die Studiobühne seines Theaters in Berlin mit einer Inszenierung des Stücks “Heimweh” von Franz Jung.

9.1.1928, Montag

Die als Tarnfirma zur Finanzierung geheimer Aufrüstung fungierende “Phoebus”-Filmgesellschaft wird an die Unternehmensgruppe Emelka-Lustig verkauft.

Die irakische Regierung unter Ministerpräsident Dscha’far Pascha al’Askari, die wegen ihrer nachgiebigen Haltung gegenüber der Mandatsmacht Großbritannien auf Kritik stößt, tritt zurück. Am 14. Januar wird eine neue Regierung unter Ministerpräsident Abd al-Muhsin Bey al Sa’dun gebildet.

In Wien wird der Reichssekretär der Kommunistischen Partei Österreichs, Johann Koplenig, freigesprochen. Der Parteifunktionär war aufgrund einer Rede bei der Beisetzungsfeier für 65 Demonstranten, die bei den Juli-Unruhen in Wien 1927 von Polizisten erschossen worden waren, wegen Vergehens gegen die öffentliche Ruhe und Ordnung angeklagt worden.

Der schweizerische Nahrungsmittelkonzern Nestlé fusioniert mit den renommierten Schokoladenfabriken Peter Kohler und Cailler.

Die Nordatlantik-Schifffahrtskonferenz, die unter deutschem Vorsitz in Paris tagt, beschließt eine Erhöhung der Preise für eine Passage nach New York um durchschnittlich fünf US-Dollar (20,90 Reichsmark).

10.1.1928, Dienstag

Der bisherige Präsident der Deputiertenkammer des französischen Parlaments, Fernand Bouisson, wird zur Eröffnung der Parlamentssession mit großer Mehrheit wiedergewählt.

Die Sektion Dichtkunst der Preußischen Akademie der Künste in Berlin wählt Leonhard Frank, Alfred Mombert, Theodor Däubler, Alfred Döblin und Fritz von Unruh als neue Mitglieder.

Zum 70. Geburtstag des Zeichners und Humoristen Heinrich Zille erscheinen Würdigungen in allen großen Berliner Zeitungen.

In den USA werden mehr als 1000 Soldaten an Bord von drei Kreuzern und anderen Schiffen zur Verstärkung der US-Truppen in Nicaragua nach Managua eingeschifft.

Der sowjetische Politiker Leo D. Trotzki, der im November 1927 aus der Kommunistischen Partei der Sowjetunion (KPdSU) ausgeschlossen worden ist, wird zusammen mit 30 weiteren Angehörigen der innerparteilichen Opposition aus Moskau ausgewiesen. Trotzki wird am 17. Januar nach Alma Ata in die Verbannung geschickt.

11.1.1928, Mittwoch

Der christlichsoziale Politiker Anton Schreiner wird mit 28 von 29 Stimmen vom burgenländischen Landtag zum neuen Landeshauptmann des Burgenlandes gewählt.

In Mexiko tritt ein neues Petroleumgesetz in Kraft, das die Beschränkungen für ausländische Konzessionäre wieder aufhebt. Damit wird der Ölkonflikt mit den USA entschärft.

Im Essener Opernhaus wird die musikalische Tragödie “Antigone” des schweizerischen Komponisten Arthur Honegger (Libretto von Jean Cocteau nach dem antiken Drama von Sophokles) in deutscher Erstaufführung gezeigt.

Die Zeitschrift “Gartenlaube” wird 75 Jahre alt. Das “Börsenblatt für den deutschen Buchhandel” veröffentlicht aus diesem Anlass eine Würdigung.

12.1.1928, Donnerstag

Die wegen des oberschlesischen Schulstreits unterbrochenen Handelsvertragsverhandlungen zwischen Polen und dem Deutschen Reich werden wiederaufgenommen.

13.1.1928, Freitag

Die Schwurgerichtsprozesse gegen elf Angeklagte, die am 15./16. Juli 1927 an einer Demonstration in der Wiener Innenstadt teilgenommen hatten, in deren Verlauf der Justizpalast in Brand geraten war, enden mit Freisprüchen.

Die Nationalsozialisten rufen in Wien zu einer Protestkundgebung gegen die Aufführung der Jazzoper “Jonny spielt auf” von Ernst Krenek in der Wiener Staatsoper auf.

14.1.1928, Samstag

Reichswehrminister Otto Geßler (parteilos), der im Zusammenhang mit geheimen, den Bestimmungen des Versailler Friedensvertrags von 1919 widersprechenden Finanzgeschäften der Marine und der Reichswehr ins Zwielicht geraten ist, reicht seinen Rücktritt ein.

Der Film “The Divine Woman” (“Das göttliche Weib”) mit der schwedischen Schauspielerin Greta Garbo (Regie: Victor Sjöström) wird in den USA uraufgeführt.

Die Teilnehmer der deutsch-österreichischen Verhandlungen über ein einheitliches Strafrecht (bis 16.1.) verständigen sich in Berlin darauf, alle voneinander abweichenden Strafrechtsbestimmungen bei den Staaten generell anzugleichen.

Der Münchner Komiker und Kabarettist Karl Valentin gastiert mit seiner Partnerin Liesl Karlstadt zum zweiten Mal in Berlin und wird vom Publikum begeistert gefeiert.

15.1.1928, Sonntag

Der ehemalige Hofprediger Bruno Doehring gründet die Deutsche Reformationspartei, die ein protestantisches Pendant zum katholischen Zentrum sein will.

Heinrich Imbusch, der Vorsitzende des Gewerkschaftsvereins christlicher Bergarbeiter Deutschlands, übt in einer Rede in Oberhausen Kritik an den Zuständen in seiner Partei, dem Zentrum. Die Arbeiter hätten nicht mehr den ihnen gebührenden Einfluss in der Partei.

16.1.1928, Montag

In Havanna (Kuba) wird die sechste Panamerikanische Konferenz eröffnet (bis 21.2.). Die USA werden wegen ihrer Interventionspolitik in Mittelamerika heftig angegriffen.

In Berlin wird der Film “Königin Luise” mit Mady Christians (Regie: Karl Grune) uraufgeführt.

Der naturalistische Dramatiker Gerhart Hauptmann erklärt sich dazu bereit, der Sektion Dichtkunst der Preußischen Akademie der Künste beizutreten. Hauptmann hatte am 7. Mai 1926 eine Berufung mit der Begründung abgelehnt, dass es “eine bewusste Führung auf dem Gebiet der Dichtkunst nicht gibt”.

17.1.1928, Dienstag

Der sowjetische Politiker Leo D. Trotzki wird vom Chef der KPdSU, Josef W. Stalin, nach Alma Ata verbannt.

In Oslo wird ein Abkommen zwischen dem Deutschen Reich und Norwegen zur Aufhebung des Visumzwangs unterzeichnet.

18.1.1928, Mittwoch

In Berlin endet ohne konkretes Ergebnis die Länderkonferenz für Reichs- und Verwaltungsreform, die am 16. Januar zusammengetreten war, um über eine Neuaufteilung der Kompetenzen zwischen Ländern und Reich zu beraten.

Im Reichstag in Berlin findet die Reichsgründungsfeier statt.

Der deutsche Student Georg Hansen wird in London wegen Spionage zu zehn Jahren Zuchthaus verurteilt. Hansen hatte sich zusammen mit einem britischen Kommunisten, der ebenfalls eine zehnjährige Zuchthausstrafe erhält, darum bemüht, Informationen über britische Waffenlieferungen an osteuropäische Staaten zu erhalten.

19.1.1928, Donnerstag

Generalleutnant a. D. Wilhelm Groener (parteilos) wird als neuer Reichswehrminister vereidigt. Der Nachfolger Erich Ludendorffs als Generalquartiermeister der Obersten Heeresleitung (1918) gilt als loyal gegenüber der republikanischen Verfassung.

Die schwedische Kugellagerfabrik SKF übernimmt die Aktienmehrheit der größten Kugellagerfabrik Frankreichs und wächst damit zu einem Weltunternehmen heran.

Die mehrwöchige Debatte über den Reichshaushalt 1928 im Reichstag in Berlin wird mit einer Rede von Finanzminister Heinrich Franz Köhler (Zentrum) eröffnet.

20.1.1928, Freitag

Der zweite Teil des Films “Der alte Fritz” mit Otto Gebühr in der Titelrolle wird in Berlin erstmals gezeigt.

21.1.1928, Samstag

In Lettland wird eine neue Regierung unter Ministerpräsident Peter Jurasevski (Demokraten) gebildet, die sich auf alle bürgerlichen Parteien im Parlament unter Einschluss der deutschen Fraktion stützen kann.

Auf Wunsch von Ministerpräsident Gichi Baron Tanaka löst der japanische Kaiser Hirohito das Parlament auf. Neuwahlen werden für den 20. Februar angesetzt.

In einem Notenwechsel (5.1. Frankreich an USA, 11.1. USA an Frankreich, 21.1. Frankreich an USA) verständigen sich die französische und die US-amerikanische Regierung darauf, statt eines bilateralen Abkommens einen internationalen Kriegsächtungspakt auszuarbeiten.

In Paris wird das französisch-schweizerische Handelsabkommen unterzeichnet, das den bisher gültigen Handelsvertrag von 1906 ablöst.

Einer der Höhepunkte der Ballsaison 1927/28 ist der “Ball des Kabaretts der Komiker”, ein Kostümfest im Berliner Sportpalast.

22.1.1928, Sonntag

In Garmisch-Partenkirchen wird der Berliner Schlittschuhklub durch ein 2:1 über den SC Rießersee Deutscher Meister im Eishockey.

Der Evangelische Bund veröffentlicht eine ablehnende Stellungnahme zur Papstenzyklika vom 6. Januar.

In Dresden findet eine Protestkundgebung gegen die Pläne der Reichsregierung zur Reform des Schulwesens statt. Die Regierungskoalition erwägt eine Verfassungsänderung zur Stärkung der Konfessionsschulen gegenüber den bekennenden Schulen.

23.1.1928, Montag

Das dänische Unterrichtsministerium lehnt die vom Deutschen Schulverein in einer Eingabe im Februar 1927 erhobenen Forderungen ab. Der Verein hatte sich für die Einführung eines deutschen Realexamens und eines deutschen Abiturs an mindestens einer Schule im zu Dänemark gehörenden Nordschleswig ausgesprochen.

Auf der Piscator-Bühne am Nollendorfplatz in Berlin wird die dramatisierte Fassung des Romans “Die Abenteuer des braven Soldaten Schwejk” von Jaroslav Ha uraufgeführt. Die Titelrolle spielt Max Pallenberg.

24.1.1928, Dienstag

Zum Auftakt eines geplanten regelmäßigen Programmaustausches zwischen den Rundfunksendern in Warschau, Wien und Berlin wird ein Warschauer Musikprogramm im Berliner Rundfunk ausgestrahlt.

Elisabeth Bergner spielt die Hauptrolle in dem Film “Donna Juana”, der in Berlin uraufgeführt wird (Regie: Paul Czinner).

25.1.1928, Mittwoch

30 türkische Kommunisten werden von einem Gericht in Istanbul zu Haftstrafen zwischen einem Monat und vier Monaten verurteilt. Das Publikum im Gericht begrüßt die unerwartet milden Urteile mit Beifall.

In Berlin wird der Film “Alraune” von Henrik Galeen uraufgeführt. Im Mittelpunkt der Handlung steht ein Mädchen, das durch künstliche Befruchtung einer Prostituierten mit dem Samen eines Mörders gezeugt ist (gespielt von Brigitte Helm).

26.1.1928, Donnerstag

Dem Malik-Verlag wird per Gerichtsentscheid untersagt, auf dem Umschlag des Buches “Harry Domela, der falsche Prinz” ein Bild des Kronprinzensohnes Wilhelm abzudrucken.

27.1.1928, Freitag

Reichspräsident Paul von Hindenburg teilt der Reichsregierung mit, dass er “unter keinen Umständen sich bereit finden werde”, den zehnten Jahrestag der Novemberrevolution (9.11.1928) “irgendwie zu beachten”.

In der sowjetischen Tageszeitung “Prawda” wird ein Artikel veröffentlicht, in dem Grigori J. Sinowjew und Lew B. Kamenew, die im November 1927 aus der Kommunistischen Partei der Sowjetunion (KPdSU) ausgeschlossen worden sind, ihre Anschauungen widerrufen.

Im Deutschen Theater in Berlin wird die Komödie “Finden Sie, dass Constanze sich richtig verhält?” von William Somerset Maugham in deutscher Erstaufführung gezeigt.

28.1.1928, Samstag

140 000 Bauern demonstrieren in mehreren Städten Schleswig-Holsteins gegen die Reichsregierung. Sie werfen ihr vor, der Verschuldung der deutschen Landwirtschaft tatenlos zuzusehen. In Heide wird ein Forderungskatalog verabschiedet.

In Frankfurt am Main wird die Komödie “Der Präsident” von Georg Kaiser uraufgeführt.

In Norwegen wird die erste Arbeiterregierung mit Christopher Hornsrud (Arbeiterpartei) als Ministerpräsident gebildet.

Der neue deutsche Botschafter in den USA, Friedrich Wilhelm Freiherr von Prittwitz und Gaffron, überreicht in Washington sein Beglaubigungsschreiben. Sein Vorgänger in diesem Amt, Ago Freiherr von Maltzan, war am 23. September 1927 bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen.

In Berlin wird die Grüne Woche eröffnet. Bis zum 3. Februar stellen deutsche Landwirte ihre Erzeugnisse aus.

29.1.1928, Sonntag

Bei den Landtagswahlen in Mecklenburg-Strelitz erhält die SPD 13 der 35 Sitze (bisher 12) und bleibt damit stärkste Partei. Die rechtsgerichtete Deutschnationale Volkspartei (DNVP) verliert zwei Mandate und verfügt künftig über acht Abgeordnetensitze im Landtag.

Im Rahmen eines Aufenthaltes des litauischen Ministerpräsidenten Augustin Voldemaras in Berlin wird ein deutsch-litauischer Schiedsvertrag unterzeichnet.

30.1.1928, Montag

In einer Rede vor dem Reichstag spricht sich Reichsaußenminister Gustav Stresemann dafür aus, die Verständigungspolitik gegenüber Frankreich fortzusetzen.

45 000 Arbeiter in der spanischen Stadt Barcelona treten in Streik, um gegen eine neue Besteuerung zu protestieren. Bisher waren sie als Tagelöhner von allen direkten Steuern befreit.

Der Schwede Sven Hedin berichtet in einem Telegramm von seiner Expedition durch die Wüste Gobi.

31.1.1928, Dienstag

Die Erweiterungsbauten der Königsberger Universität werden vom preußischen Kultusminister Carl Heinrich Becker feierlich eingeweiht.