Was geschah im Januar 1931

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Wetterstationen Januar 1931

1.1.1931, Donnerstag

In Berlin werden bei Auseinandersetzungen zwischen Mitgliedern des republikanisch orientierten Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold und Nationalsozialisten zwei Menschen erschossen.

Reichspräsident Paul von Hindenburg empfängt in Berlin die Neujahrsglückwünsche des Diplomatischen Korps durch den päpstlichen Nuntius Cesare Orsenigo.

Durch Fusion der Fluggesellschaften Ad Astra Aero Schweizerische Luftverkehrs-A. G. (Zürich) und der Balair (Basel) entsteht die Schweizerische Luftverkehrs-A. G. Swissair.

Nach dem Scheitern der Tarifgespräche im Ruhrbergbau am 29. Dezember 1930 kündigt der Zechenverband allen Belegschaften zum 15. Januar.

Italiens Ministerpräsident und Duce Benito Mussolini richtet eine Rundfunkbotschaft an die Bürger der USA.

In der Schweiz wird der Thurgauer Bundesrat Heinrich Häberlin (Freisinnig-demokratische Partei) Bundespräsident.

Die Reichsleitung der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP) bezieht als Hauptquartier das “Braune Haus” in München.

2.1.1931, Freitag

Als Reaktion auf die tags zuvor vom Zechenverband verfügten Massenkündigungen beginnen in mehreren Schachtanlagen des linksrheinischen Kohlenreviers und im Raum Recklinghausen wilde Streiks unter Führung der KPD.

In Panama wird Präsident Florencio Harmodio Arosemana gestürzt. Am folgenden Tag proklamiert sich Harmodio Arias zum neuen Präsidenten.

Der Wiener Chemiker Ferdinand Ringer meldet einen Feuerstift in der Größe eines Zündholzes zum Patent an, der rund 600mal gezündet werden kann.

3.1.1931, Samstag

ln Paris stirbt 78jährig Marschall Joseph Jacques Césaire Joffre.

4.1.1931, Sonntag

Auf einer Zentrums-Veranstaltung in Kassel erklärt der Parteivorsitzende Prälat Ludwig Kaas in bezug auf die NSDAP: “Wenn uns nicht die Verantwortung hielte, würden wir aus pädagogischen Gründen den Nationalsozialisten Platz machen, damit das deutsche Volk ihre blutige Ignoranz erkennt”.

Im SPD-Organ “Das freie Wort” plädiert der SPD-Politiker Max Engel für ein Mittelstandsprogramm und schlägt u.a. als Mittel gegen ruinöse Konkurrenz einen örtlich begrenzten Niederlassungsstopp für Kleinbetriebe vor.

Die deutsche Sportfliegerin Elly Beinhorn startet in Berlin mit ihrer 40-PS-Klemm-Maschine zu ihrem ersten Flug in Richtung Afrika.

5.1.1931, Montag

Der frühere Reichswehr-Hauptmann Ernst Röhm wird von NSDAP-Führer Adolf Hitler zum Chef des Stabes der paramilitärischen Sturmabteilung (SA) ernannt.

Vertreter von acht katholischen Parteien in Europa, darunter die deutsche Zentrumspartei, unterzeichnen in Paris eine Friedensdeklaration und bekräftigen darin ihren Willen zur Zusammenarbeit gegen das Anwachsen extremistischer Parteien.

6.1.1931, Dienstag

Auf der Landestagung der Deutschen Demokratischen Partei von Württemberg in Stuttgart schlägt Reichsfinanzminister Hermann Robert Dietrich vor mit öffentlichen Mitteln zusätzliche Arbeitsplätze zu schaffen.

In einer Note an den Völkerbund weist Polen die deutschen Beschwerden gegen seine Oberschlesienpolitik zurück. Die Übergriffe gegen die deutsche Minderheit seien eine Reaktion der polnischen Bevölkerung auf antipolnische Äußerungen von seiten deutscher Politiker.

Der US-Senat stimmt einem zuvor vom Repräsentantenhaus gebilligten Hilfsplan für die Landwirtschaft zu.

7.1.1931, Mittwoch

Wie schon am 3. und 4. Januar kommt es in Wien zu Demonstrationen der politischen Rechten gegen den Antikriegsfilm “Im Westen nichts Neues”.

Die Zahl der Erwerbslosen in den USA wird auf vier bis fünf Millionen geschätzt.

In Berlin eröffnet Friedrich Hollaender sein Kabarett “Tingel-Tangel-Theater”, wo er seine “Revuetten” aufführt.

Die Berliner Volksbühne am Bülowplatz zeigt Franz Molnars Volksstück “Liliom” in der Inszenierung von Karl Heinz Martin mit Hans Albers und Bertha Drews in den Hauptrollen.

8.1.1931, Donnerstag

Die Tageszeitung des Vatikans “L’Osservatore Romano” veröffentlicht die Enzyklika “Casti sonnubii” von Papst Pius” XI. über die christliche Ehe.

Der litauische Gouverneur des Memelgebietes beauftragt den Genossenschaftsdirektor Otto Böttcher mit der Bildung eines Direktoriums, dem erstmals seit der 1923 erfolgten Annexion des bis 1919 zum Deutschen Reich gehörenden Memellandes durch Litauen kein Groß-Litauer angehören wird.

9.1.1931, Freitag

Der Volkstag, das Parlament der Freien Stadt Danzig, wählt mit einer Mehrheit aus Zentrum, Deutschnationalen und dem von der NSDAP unterstützten Block der Mitte einen Senat unter Führung von Ernst Ziehm (deutschnational).

Eine bis zum 31. Juli 1931 befristete Notverordnung des deutschen Reichspräsidenten Paul von Hindenburg über die Beilegung von Schlichtungsstreitigkeiten im öffentlichen Interesse erleichtert die Zwangsschlichtung von Arbeitskonflikten.

10.1.1931, Samstag

ln Moskau endet die am 4. Januar begonnene Tagung des Zentralexekutivkomitees der UdSSR. Zur Wirtschaftspolitik erklärt Wjatscheslaw M. Molotow, der Vorsitzende des Rates der Volkskommissare, dass bis Jahresende 50% der sowjetischen Landwirtschaft kollektiviert sein sollen.

Die deutsche Regierung erhebt in Warschau Protest gegen die Grenzverletzung durch zwei polnische Militärflugzeuge bei Oppeln.

lm Tarifkonflikt im Ruhrbergbau entscheidet eine dreiköpfige Schlichtungskommission auf eine sechsprozentige Lohnkürzung und die Rücknahme der Massenkündigungen.

Im Arbeitszeitkonflikt bei der Deutschen Reichsbahn wird durch einen Schiedsspruch für die rund 220 000 Werkstättenarbeiter anstelle der 56-Stunden-Woche die 48-Stunden-Woche eingeführt. Für die 180 000 Arbeiter im Betriebs- und Verkehrsdienst bleibt es bei der alten Regelung.

Reichsarbeitsminister Adam Stegerwald (Zentrum) erlässt Grundsätze für die finanzielle Förderung des Kleinwohnungsbaus. Die Wohnfläche soll 32 bis 45 m² betragen, bei Familien mit Kindern bis zu 60 m². Bei der Ausstattung der Räumlichkeiten soll jeder überflüssige Aufwand vermieden werden.

Das Thüringische Oberverwaltungsgericht hebt das von Innenminister Wilhelm Frick (NSDAP) erlassene Aufführungsverbot gegen das Stück “Frauen in Not – 218” auf.

ln der Berliner Universität hält die italienische Pädagogin Maria Montessori einen Vortrag über Bildung von Kindern und setzt sich dafür ein, die Eigenaktivität der Kinder zu fördern.

11.1.1931, Sonntag

Auf den Philippinen kommt es in der Provinz Ranghanam zu einem Aufstand, der erst nach massivem Einsatz von US-Militär niedergeschlagen werden kann. Er richtet sich gegen die Vereinigten Staaten, die seit 1898 die Philippinen als Gouvernement verwalten.

In Litauen werden vier katholische Priester und neun Studenten verhaftet. Ihnen wird vorgeworfen, Propaganda gegen die Regierung getrieben zu haben.

In Duisburg gründen 1268 Delegierte von 134 Revierschachtanlagen den kommunistischen Einheitsverband der Bergarbeiter Deutschlands. Erster Vorsitzender wird Albert Funk.

Reichskanzler Heinrich Brüning beendet seine am 4. Januar begonnene und vielfach von Protesten begleitete Reise durch das östliche Grenzgebiet.

12.1.1931, Montag

Gegenüber Reichsarbeitsminister Adam Stegerwald lehnen die Spitzenverbände von Arbeitgebern und Gewerkschaften eine Arbeitsdienstpflicht ab, weil sie mehr kosten würde als die Arbeitslosenunterstützung.

Der thüringische Innenminister Wilhelm Frick (NSDAP) verfügt gegen das Votum des Beirats des Deutschen Nationaltheaters Weimar die Entlassung des Generalmusikdirektors Ernst Praetorius.

lm Berliner Theater an der Klosterstraße führt eine nationalsozialistisch orientierte “Sonderabteilung” der Volksbühne das 1913 entstandene Drama “Klaus von Bismarck” von Walter Flex auf. Der Kritiker Herbert Ihering urteilt, die Volksbühne sei “das kläglichste Versagen einer Kulturpolitik, die überhaupt denkbar ist”.

Der am 10. Januar erlassene Schiedsspruch zur Beendigung des Arbeitskampfes im Ruhrrevier wird von Reichsarbeitsminister Adam Stegerwald für verbindlich erklärt. Damit ist zugleich der am 2. Januar begonnene wilde Streik im linksrheinischen Revier und im Raum Recklinghausen beendet.

13.1.1931, Dienstag

In Preußen wird ein besonderer Schulunterricht für Arbeitslose zwischen 14 und 18 Jahren angeordnet.

Im Haus des deutschen Diplomaten Werner von Rheinbaben trifft der Berliner Beauftragte Adolf Hitlers, Hermann Göring, mit General Kurt von Schleicher zusammen. Die NSDAP bemüht sich um eine Verbesserung des Verhältnisses zur Reichswehr.

14.1.1931, Mittwoch

Der Haushaltsausschuss des Reichstages beginnt mit zweitägigen Beratungen für den Reichsetat 1931. Reichsfinanzminister Hermann Dietrich bezeichnet voraussichtliche Steuerausfälle von 500 Millionen Reichsmark als das Hauptrisiko für die Haushaltssanierung.

Der dreimalige Fußball-Nationalspieler Josef Herberger (früher Mannheim, jetzt Tennis-Borussia Berlin) wird nach Absolvierung eines dreijährigen Studiums an der Deutschen Hochschule für Leibesübungen in Leipzig als Bester seines Jahrgangs mit der August-Bier-Plakette ausgezeichnet.

15.1.1931, Donnerstag

Mit einem Vergleich endet in Hamburg der Prozess zwischen dem Schriftsteller Bruno Nelissen-Haken und dem Landesarbeitsamt Nordmark, das dem Autor wegen seines Arbeitslosenromans “Der Fall Bundhund” fristlos gekündigt hatte. Nelissen-Haken erhält vom Arbeitsamt eine Abfindung in Höhe von 350 Reichsmark.

An der Piscator-Bühne im Wallner-Theater, der Jungen Volksbühne Berlin, hat das Schauspiel “Tai Yang erwacht” von Friedrich Wolf in der Inszenierung von Erwin Piscator Premiere.

Die chinesische Nationalregierung in Nanking übernimmt die belgische Konzession in Tientsin und erzielt damit einen Erfolg bei ihrem Versuch, die Sonderrechte ausländischer Mächte in China aufzuheben.

Zehn der zwölf Maschinen der unter Leitung des italienischen Luftfahrtministers Italo Balbo stehenden Fliegerstaffel landen nach Überquerung des Südatlantik in Rio de Janeiro.

NSDAP-Führer Adolf Hitler billigt die Gründung von Reichsbetriebszellenorganisationen seiner Partei.

16.1.1931, Freitag

Die Bremische Bürgerschaft wählt den NSDAP-Abgeordneten Otto Heinrich Bernhard mit 59 gegen 47 bei zwölf ungültigen Stimmen zu ihrem Präsidenten.

Der britische Thronfolger Eduard Prinz von Wales tritt eine mehrmonatige Südamerikareise an, um auf diese Weise für die britische Wirtschaft zu werben.

Die deutsche Reichsregierung erlässt eine Verordnung über die Preisbindung bei Markenwaren.

Die Seilschwebebahn zur Zugspitze wird kirchlich eingeweiht.

17.1.1931, Samstag

In Berlin endet die am 15. Januar begonnene Tagung des Zentralkomitees der KPD. Dabei erklärte der Vorsitzende Ernst Thälmann, man habe in Deutschland den Zustand einer “ausreifenden, wenn auch noch nicht ausgereiften faschistischen Diktatur”.

Der Vorstand des Gesamtverbandes der Christlichen Gewerkschaften Deutschlands ruft seine Mitglieder auf, der nationalsozialistischen Agitation durch “scharfes Herausstellen der christlich-nationalen Grundsätze und das Wollen unserer Bewegung entgegenzutreten”.

Der Generalrat des Französischen Fußballverbandes beschließt in Paris die Einführung des Berufsspielertums.

18.1.1931, Sonntag

Die Reichsregierung veranstaltet eine Feier im Berliner Reichstagsgebäude anlässlich des 60. Jahrestages der Gründung des Deutschen Reiches 1871 in Versailles.

NSDAP-Führer Adolf Hitler konferiert in Berlin mit dem 1930 zum Chef der Heeresleitung ernannten Kurt Freiherr von Hammerstein-Equord. Gegenüber Vertrauten äußert sich Hitler anschließend positiv über die Möglichkeit einer Verständigung mit der Reichswehrführung.

19.1.1931, Montag

Die am 12. November eröffnete Londoner Indienkonferenz endet mit einem Appell des britischen Premierministers James Ramsey MacDonald an die indische Kongresspartei zur Mitarbeit an der Reform Indiens.

20.1.1931, Dienstag

In Bremerhaven geht der 1922 vom Stapel gelaufene Dampfer “General von Steuben” des Norddeutschen Lloyd auf seine erste Reise nach dem Umbau, der wegen eines Großbrandes im New Yorker Hafen im Februar 1930 nötig geworden war. Das Schiff hat nun 14 690 Bruttoregistertonnen (zuvor 13 325 BRT).

Bei der Vorlage eines Kommissionsberichts über die Auswirkungen des seit 1919 geltenden Alkoholverbots bekräftigt US-Präsident Herbert Hoover sein Festhalten an der Prohibition.

21.1.1931, Mittwoch

Vor dem Völkerbundrat in Genf erneuert Reichsaußenminister Julius Curtius (DVP) die deutschen Klagen über die Minderheitenpolitik Polens.

In Heidelberg kommt es bei einer nationalsozialistischen Kundgebung zu Auseinandersetzungen zwischen Studenten und der Polizei.

In der UdSSR wird wegen der häufigen Störungen im Transportwesen die Todesstrafe für die “böswillige Desorganisation des Verkehrswesens” eingeführt.

In der “Welt am Abend” erscheint ein Essay des Schriftstellers Lion Feuchtwanger zum Thema “Wie kämpfen wir gegen ein Drittes Reich?”

Der Geschäftsführer des Mercedes-Palastes in Berlin, Ernst Schmoller, wird Opfer eines Raubmordes.

Durch ein 9:2 (1:2, 4:0, 4:0) über den BfB Königsberg im Berliner Sportpalast wird der Berliner SC zum zwölften Mal Deutscher Eishockeymeister.

Zum Abschluss einer zweitägigen Tagung in Zürich lehnen die Sozialistische Arbeiter-Internationale (SAI) und der Internationale Gewerkschaftsbund (IGB) jeden Lohnabbau ab und fordern die Einführung der 40-Stunden-Woche als Mittel gegen die Wirtschaftskrise.

Die Vereinigten Staaten begrenzen die Zahl der Einwanderer.

In Bayreuth betraut Winifred Wagner, Nachfolgerin ihres 1930 verstorbenen Ehemannes Siegfried Wagner in der Gesamtleitung, mit der künstlerischen Leitung der Festspiele vorübergehend Heinz Tietjen und mit der musikalischen Leitung Wilhelm Furtwängler.

24.1.1931, Samstag

Zum Abschluss seiner am 19. Januar begonnenen 62. Tagung fordert der Völkerbundrat Polen zu einer Stellungnahme über Oberschlesien auf.

Mit Ausnahme von Madrid und Huesca wird in Spanien der Ende 1930 verhängte Ausnahmezustand aufgehoben.

Italienischen Truppen gelingt die Besetzung der Oase Kufra in der südlichen Cyrenaika.

Das seit dem 13. Dezember amtierende französische Kabinett Théodore Steeg muss zurücktreten.

25.1.1931, Sonntag

Der im Mai 1930 festgenommene und seither ohne Gerichtsverhandlung in Poona einsitzende indische Freiheitskämpfer Mohandas Karamchand (Mahatma) Gandhi wird freigelassen.

In seiner Heimatstadt Wien wird Karl Schäfer zum dritten Mal in Folge Eiskunstlauf-Europameister.

26.1.1931, Montag

Ein Überfall von Kommunisten auf eine nationalsozialistische Versammlung in Geesthacht bei Hamburg fordert zwei Tote und sechs Schwerverletzte.

ln Wien unterzeichnen Österreich und Ungarn einen Freundschafts- und Schiedsgerichtsvertrag. Beide Regierungen betonen vor der Presse ihren Wunsch nach enger Zusammenarbeit.

Das auf der Hamburger Werft Blohm & Voss gebaute Motorschiff “Monte Pascoal” (13 870 Bruttoregistertonnen) der Hamburg- Südamerika-Linie geht auf die Jungfernfahrt zu den La-Plata-Häfen.

Die erstmals vergebene Auszeichnung der Britischen Kunstakademie für den besten Film des Jahres 1930 fällt auf den US-amerikanischen Antikriegsfilm “Im Westen nichts Neues” von Lewis Milestone.

27.1.1931, Dienstag

ln Berlin werden Heinrich Mann und Ricarda Huch zu Vorsitzenden der Sektion für Dichtkunst der Preußischen Akademie der Künste gewählt.

Der 175. Geburtstag des Komponisten Wolfgang Amadeus Mozart wird in Salzburg festlich begangen.

Auf einer Tagung der Landesleiter der rechtsgerichteten österreichischen Heimwehren in Wien verlassen Major Emil Fey (Wien) und Michael Vas (Burgenland) aus Kritik an Bundesführer Ernst Rüdiger Starhemberg die Organisation.

Als Nachfolger des am 24. Januar zurückgetretenen Theodore Steeg wird Pierre Laval (parteilos) französischer Ministerpräsident.

28.1.1931, Mittwoch

Auf einer Vollversammlung der ostpreußischen Landwirtschaftskammer in Königsberg verlangen die Landwirte von der Reichsregierung eine generelle Senkung von Zinsen und Abgaben.

29.1.1931, Donnerstag

Der Arbeitsausschuss des Verwaltungsrates der Deutschen Reichspost beschließt, Personen mit einer mindestens halbjährigen Arbeitslosigkeit die Zahlung der Rundfunkgebühren zu erlassen.

Die Filmoberprüfstelle in Berlin verbietet den von der Werbeabteilung der SPD hergestellten Film “Ins Dritte Reich”, weil dieser die öffentliche Ordnung und Sicherheit gefährde. Am 13. März wird der Film zur öffentlichen Vorführung freigegeben.

30.1.1931, Freitag

Die französische Deputiertenkammer spricht Ministerpräsident Pierre Laval nach Abgabe einer Regierungserklärung mit 312 gegen 258 Stimmen bei 30 Enthaltungen das Vertrauen aus.

In Berlin wird der Regisseur und Theaterleiter Erwin Piscator wegen Steuerschulden verhaftet.

Bei den Eiskunstlaufeuropameisterschaften in St. Moritz siegen Sonja Henie (Norwegen) und das Paar Olga Organista/Szandor Szalay (Ungarn).

Der traditionelle Ball des Vereins Berliner Presse findet in den Festsälen am Zoo statt.

Unter der Regie von Alfred Braun strahlt Radio Berlin William Shakespeares “Hamlet” in einer 90minütigen dramaturgischen Bearbeitung von Bertolt Brecht aus. Den Hamlet spricht Fritz Kortner.

Sieger der Abfahrt bei dem zum zweiten Mal ausgetragenen Lauberhorn-Skirennen in Wengen wird der Schweizer Fritz Steuri (Grindelwald).