Was geschah im Januar 1943

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1.1.1943, Freitag

Führer und Reichskanzler Adolf Hitler wendet sich mit einem Aufruf zum Jahreswechsel an die Bevölkerung des Deutschen Reiches.

Bei der deutschen Heeresgruppe A im Südabschnitt der Ostfront beginnt die 1. Panzerarmee ihren Rückzug von der Terek-Front und aus dem Hochkaukasus. Die 4. Panzerarmee gibt Elista auf.

Enrico Celio wird als Nachfolger von Philipp Etter neuer schweizerischer Bundespräsident für das Jahr 1943.

In einem bei Stalingrad (Wolgograd) erscheinenden Flugblatt, das die Unterschriften der deutschen Exilanten Walter Ulbricht, Erich Weinert und Willi Bredel trägt, werden die deutschen Soldaten zur Kapitulation vor den Sowjets aufgefordert.

In Santiago de Chile erscheint die erste Ausgabe der Exilzeitschrift “Deutsche Blätter”.

2.1.1943, Samstag

Gustaf Gründgens spielt den Orest in Johann Wolfgang von Goethes “Iphigenie auf Tauris” am Deutschen Schauspielhaus am Gendarmenmarkt in Berlin.

Die Bremer Werft Dechimag erhält den Auftrag, sechs U-Boote des Typs IX C zu bauen.

US-amerikanische Truppen besetzen Buna auf Neuguinea.

3.1.1943, Sonntag

Die deutsch-italienischen Truppen in Nordafrika beginnen mit dem Rückzug aus der Buerat-Stellung.

Die US-amerikanische Luftwaffe greift Saint-Nazaire (Frankreich) an.

In der Nacht zum 4. Januar bombardieren deutsche Kampfflugzeuge die britische Hafenstadt Hull.

Albert Speer, Reichsminister für Bewaffnung und Munition, erhält den Auftrag zur Anlage von U-Boot-Bunkern für die deutsche Kriegsmarine in der südfranzösischen Hafenstadt Marseille.

4.1.1943, Montag

Reichspropagandaminister Joseph Goebbels weist die Presse an, zur Stärkung der Moral in der deutschen Bevölkerung den “totalen Einsatz” der “gesamten Kräfte und Reserven” zu fordern.

Die Rote Armee nimmt ihre Angriffe gegen die 6. deutsche Armee bei Stalingrad (Wolgograd) wieder auf.

Die französischen Zahnärzte können das für die Behandlung ihrer Patienten nötige Gold und Silber künftig nicht mehr ankaufen; es muss ihnen von ihren Kunden zur Verfügung gestellt werden.

5.1.1943, Dienstag

Schwere Überschwemmungen des Mississippi-Nebenflusses Ohio haben Zehntausende von Menschen in den USA obdachlos gemacht und bisher einen Sachschaden in Höhe von rund 4,5 Millionen US-Dollar angerichtet.

Im Deutschen Reich werden Kautschuk und Kautschukerzeugnisse, Altgummi Gummiabfälle u. ä. beschlagnahmt.

In den Niederlanden wird das Konzentrationslager Herzogenbusch errichtet.

Reichsführer SS Heinrich Himmler ordnet in einem Brief an den Höheren SS- und Polizeiführer im besetzten Frankreich, Carl-Albrecht Oberg, die Einrichtung von Bordellen an allen Standorten der Waffen-SS an.

Führer und Reichskanzler Adolf Hitler empfängt den bulgarischen Kriegsminister Nikolaus Michow zu einer Unterredung; dieser sagt ihm zu, dass Bulgarien bereit sei, im Falle eines alliierten Angriffs auf den Balkanraum an der Seite der Achsenmächte (Deutsches Reich Italien, Japan u.a.) zu kämpfen.

6.1.1943, Mittwoch

Aus Protest gegen eine staatliche Verfügung, nach der bestimmte Nachrichten nicht mehr veröffentlicht werden dürfen, stellen rund 100 indische Tageszeitungen ihr Erscheinen ein.

Über dem Golf von Huon beginnt eine Luftschlacht zwischen US-Amerikanern und Japanern, das bis zum 9. Januar dauernde Gefecht ist die bisher schwerste Luftschlacht im Südpazifik.

Der am 3. November 1942 neugewählte US-amerikanische Kongress tritt in der Hauptstadt Washington zu seiner ersten Sitzung zusammen.

Auf einer Kundgebung der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei in Breslau betont Reichsjustizminister Otto Georg Thierack die ideologische Bindung der deutschen Rechtsprechung.

Reichsführer SS Heinrich Himmler erlässt eine “Durchführungsbestimmung für Exekutionen” in Konzentrationslagern.

Adolf Hitler befiehlt die Einstellung des Baus von Großschiffen und die Erhöhung der U-Boot-Produktion von 30 auf 40 Einheiten monatlich. Daraufhin bittet Großadmiral Erich Raeder um seine Entlassung als Oberbefehlshaber der Kriegsmarine.

7.1.1943, Donnerstag

Franz Hueber, bisher Unterstaatssekretär im Reichsjustizministerium, wird neuer Präsident des Reichsverwaltungsgerichts.

Die deutsche Zucker- und Süßwarenwirtschaft wird per Verordnung zusammengeschlossen.

8.1.1943, Freitag

Im Deutschen Reich werden an alle Bezugsberechtigten über 18 Jahre 125 g schokoladen- oder marzipanhaltige Erzeugnisse abgegeben.

Italien dehnt seine 1939 erlassenen Juden-Gesetze auf Libyen aus.

US-Präsident Franklin D. Roosevelt gibt bekannt, dass sich innerhalb eines Jahres die Zahl der US-Soldaten von zwei auf sieben Millionen erhöht hat.

Generaloberst Friedrich Paulus, Oberbefehlshaber der bei Stalingrad (Wolgograd) eingeschlossenen 6. deutschen Armee, lehnt eine sowjetische Kapitulationsaufforderung ab.

9.1.1943, Samstag

Die am 30. März 1940 von Japan errichtete chinesische Nationalregierung unter Wang Ching-wei mit Sitz in Nanking erklärt den Vereinigten Staaten und Großbritannien den Krieg.

In der Nacht zum 10. Januar werfen 35 Bomber der Royal Air Force 114 t Bomben auf die Stadt Essen.

Die Befürwortung und Weiterleitung von Gesuchen von Ostarbeitern auf Beendigung des Arbeitsverhältnisses durch Betriebe und Arbeitsämter im Deutschen Reich wird verboten.

Die “Lockheed Constellation”, das größte bisher gebaute Landtransportflugzeug, legt vor einer technischen Kommission der US-amerikanischen Armee erfolgreiche Probeflüge zurück. 500 Flugzeuge dieses Typs sollen zunächst gebaut werden.

10.1.1943, Sonntag

Die Wienerin Mizzi Musilek wird in Hamburg Deutsche Meisterin im Eiskunstlauf.

In Koblenz wird am Landestheater Moselland das Drama “Michael Kohlhaas” von Wolfgang Friedebach uraufgeführt; es münzt den Stoff der Novelle von Heinrich von Kleist auf die nationalsozialistische Weltanschauung um.

Die Presse im Deutschen Reich gibt den Hausfrauen den Spartip: “Zeit und Gas sparst Du Dir ein, wenn Du entfernst den Kesselstein.”

In einem Erlass des Reichserziehungsministeriums werden der Schulbesuch und die Ablegung von Prüfungen durch “jüdische Mischlinge ersten Grades” im Deutschen Reich beschränkt.

Die Bestrafung kriegswirtschaftlicher Vergehen, z. B. illegaler Lebensmittelhandel, wird in Italien verschärft.

Die Rote Armee beginnt ihre Offensive zur Zerschlagung des Kessels von Stalingrad (Wolgograd).

Adolf Hitler empfängt im Hauptquartier “Wolfsschanze” den rumänischen Staatsführer Marschall Ion Antonescu zu Gesprächen über den Neuaufbau der rumänischen Wehrmacht.

11.1.1943, Montag

Géza Anda, ein nach dem Krieg international gefeierter schweizerischer Pianist ungarischer Herkunft, tritt in Berlin erstmals als Solist der Philharmonischen Konzerte auf.

Spanien und die Schweiz schließen ein Abkommen über den gegenseitigen Warenaustausch.

In Newcastle upon Tyne betont der britische Innenminister Herbert Stanley Morrison die Bedeutung der Kolonien für Großbritannien auch nach Kriegsende.

US-Präsident Franklin Delano Roosevelt unterbreitet dem Kongress in Washington den Haushalt für das am 1. Juli beginnende Haushaltsjahr.

Die US-amerikanische Luftwaffe greift die süditalienische Stadt Neapel an.

In einem Vertrag mit der chinesischen Regierung von Chiang Kai-shek in Tschungking verzichten die USA und Großbritannien auf exterritoriale Rechte im Reich der Mitte.

12.1.1943, Dienstag

Der Film “Im Schatten des Zweifels” (“Shadow of a doubt”) des britischen Regisseurs Alfred Hitchcock wird uraufgeführt.

König Gustav V. eröffnet den schwedischen Reichstag in Stockholm mit einer Thronrede, in der er die Neutralität des Landes betont.

Beiderseits des Ortes Soboda am oberen Don treten Einheiten der Roten Armee zum Angriff gegen die 2. ungarische Armee an.

13.1.1943, Mittwoch

Mit dem Erlass des Führers und Reichskanzlers Adolf Hitler über den Einsatz der Männer und Frauen für die Aufgaben der Reichsverteidigung beginnt die “totale Mobilisierung” der Bevölkerung des Deutschen Reiches.

Auf der 470-Jahr-Feier der Münchner Universität kommt es zu stürmischen Protesten, als NSDAP-Gauleiter Paul Giesler in seiner Rede fordert, künftig solle jede Studentin in jedem Universitätsjahr dem Führer ein Kind schenken.

14.1.1943, Donnerstag

In Japan wird jegliche Musik US-amerikanischer oder britischer Herkunft verboten. Der Erlass richtet sich vor allem gegen die Jazzmusik.

Karl Böhm wird neuer Direktor der Wiener Staatsoper.

Erich Kästner wird erneut mit einem Schreibverbot belegt.

In der marokkanischen Stadt Casablanca beginnt eine Konferenz zwischen US-Präsident Franklin Delano Roosevelt und dem britischen Premierminister Winston Churchill über das weitere gemeinsame Vorgehen der Alliierten. Das Gipfeltreffen dauert bis zum 26. Januar.

15.1.1943, Freitag

Führer und Reichskanzler Adolf Hitler beauftragt Generalfeldmarschall Erhard Milch mit der Luftversorgung der bei Stalingrad (Wolgograd) eingeschlossenen 6. deutschen Armee.

Die Rote Armee erobert die Stadt Welikije Luki nördlich von Witebsk.

In Libyen tritt die 8. britische Armee zum Angriff auf die deutsch-italienische Buerat-Stellung an.

16.1.1943, Samstag

In Düsseldorf verteidigen Gerda Strauch und Günther Noack aus Berlin ihren Deutschen Meistertitel im Eiskunstlauf der Paare.

Der Irak erklärt dem Deutschen Reich Italien und Japan den Krieg.

In der Nacht zum 17. Januar greifen britische Bomber Berlin an; 88 Menschen verlieren ihr Leben.

Die Erziehungskommission des 775 000 Mitglieder umfassenden US-amerikanischen Lehrerverbandes beschließt, in den Schulen des Landes keine Haßgefühle gegen den Kriegsgegner zu vermitteln.

18.1.1943, Montag

Geheimnis Tibet”, der Filmbericht der deutschen Tibet-Expedition von Ernst Schäfer 1938/39, wird in München uraufgeführt.

Die Legion tricolore, die französische Freiwillige für die deutsche Wehrmacht geworben hat, wird aufgelöst.

Der Entwurf für ein Volksgesetzbuch des Deutschen Reiches wird vorgelegt.

Im Warschauer Juden-Ghetto kommt es zum Widerstand gegen die Deportationen.

Die Rote Armee nimmt das südlich des Ladogasees gelegene Schlüsselburg (Petrokrepost) ein und stellt damit erstmals wieder eine Landverbindung mit dem seit dem 8. September 1941 von Deutschen belagerten Leningrad her.

19.1.1943, Dienstag

Der rumänische Außenminister Mihai Antonescu schlägt dem italienischen Ministerpräsidenten und Duce Benito Mussolini vor, im Namen aller europäischen Verbündeten des Deutschen Reiches Kontakt mit den Westalliierten aufzunehmen.

20.1.1943, Mittwoch

Reichsaußenminister Joachim von Ribbentrop und der japanische Botschafter Hiroshi Oshima unterzeichnen im Führerhauptquartier “Wolfsschanze” ein Abkommen über die wirtschaftliche Zusammenarbeit beider Länder.

In Bosnien beginnt die Operation “Weiß”, eine deutsch-italienisch-kroatische Gemeinschaftsaktion gegen die Partisanen unter Josip Tito.

Die ersten Deportationen aus dem Juden-Ghetto Theresienstadt (Terezín) ins Konzentrationslager Auschwitz beginnen.

Der zuvor von den Nationalsozialisten gepriesene österreichische Dichter Hermann Heinz Ortner wird wegen Heirat einer Jüdin aus der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei und der Schutzstaffel ausgeschlossen. Seine Stücke werden aber weiter aufgeführt.

21.1.1943, Donnerstag

Im Rahmen der vom 14. bis zum 26. Januar tagenden Konferenz in der marokkanischen Stadt Casablanca setzen die Alliierten den Sieg über die deutschen U-Boote an die Spitze der Prioritätenliste ihrer Kriegführung.

Die deutsch-italienischen Streitkräfte in Nordafrika ziehen sich auf eine Schutzstellung vor der Stadt Tripolis zurück.

22.1.1943, Freitag

Führer und Reichskanzler Adolf Hitler entlässt Hjalmar Schacht, bisher Reichsminister ohne Geschäftsbereich.

Die deutsch-italienischen Truppen in Nordafrika räumen die Orte Misurata und Al Chums östlich von Tripolis.

In den Vereinigten Staaten läuft mit der “Yorktown” der achte Flugzeugträger der US-Marine seit dem japanischen Angriff auf Pearl Harbor am 7. Dezember 1941 vom Stapel.

In Spearfish (USA) steigt die Lufttemperatur zwischen 7.30 Uhr und 7.32 Uhr, d. h. binnen zwei Minuten, um 27,2 von – 20 auf + 7,2

23.1.1943, Samstag

In der New Yorker Carnegie Hall wird die Jazz-Suite “Black, Brown and Beige” von Duke Ellington uraufgeführt.

Der Film “Casablanca” mit Humphrey Bogart und Ingrid Bergman, uraufgeführt am 26. November 1942, hat allgemeine Kinopremiere.

Das Gebiet um die portugiesische Hauptstadt Lissabon erlebt die größte Überschwemmung seit 1876. Durch den Anstieg der Flüsse Douro und Tejo werden Häuser und Brücken eingerissen und ganze Straßen zerstört.

In der Nacht zum 24. Januar versuchen sieben britische Schnellboote, an der norwegischen Küste Truppen abzusetzen. Die deutsche Küstenverteidigung zwingt die Boote jedoch zum Abdrehen.

Die deutsch-italienische Panzerarmee räumt Tripolis und zieht sich auf die libysch-tunesische Grenze zurück.

Adolf Hitler verbietet der eingeschlossenen 6. deutschen Armee bei Stalingrad (Wolgograd) die von den Sowjets geforderte Kapitulation.

24.1.1943, Sonntag

Im Rahmen der vom 14. bis zum 26. Januar tagenden Konferenz von Casablanca fordern die Alliierten die bedingungslose Kapitulation der Achsenmächte als Voraussetzung für eine Beendigung des Krieges.

Die deutsche Wehrmacht verliert ihren letzten Flugplatz bei Stalingrad (Wolgograd).

Der Irak tritt der Atlantikcharta vom 14. August 1941 bei.

25.1.1943, Montag

Indien beschließt eine beträchtliche Steigerung seiner Weizeneinfuhr, die Aufhebung der Höchstpreise für das Getreide und die Errichtung staatlicher Einkaufsstellen. Die Maßnahmen sollen zur Behebung der in einigen Landesteilen herrschenden Weizenknappheit beitragen.

Im alten Hafenviertel der französischen Stadt Marseille findet eine Polizeirazzia statt, in deren Verlauf rund 40 000 Menschen deportiert werden.

Die 2. deutsche Armee muss die Stadt Woronesch, 12 km vor der Mündung des gleichnamigen Flusses in den Don gelegen, räumen.

Der deutsche Kessel von Stalingrad (Wolgograd) wird in eine Nord- und eine Südgruppe gespalten.

Reichskanzler Adolf Hitler verlängert per Gesetz die Legislaturperiode des bestehenden deutschen Reichstages bis zum 30. Januar 1947.

26.1.1943, Dienstag

Die deutschen Truppen müssen Minina, eine Vorstadt von Stalingrad (Wolgograd), räumen.

27.1.1943, Mittwoch

Die japanische Regierung beschließt die Heranziehung aller Arbeitsreserven des Landes zur Kriegsarbeit.

Die US-amerikanische Luftwaffe führt ihren ersten Tagesangriff gegen das Deutsche Reich durch; 55 Bomber werfen ihre tödliche Fracht auf Wilhelmshaven.

Fritz Sauckel, Generalbevollmächtigter für den Arbeitseinsatz im Deutschen Reich, ordnet die Meldung aller Männer zwischen dem 16. und dem 65. und aller Frauen zwischen dem 17. und dem 45. Lebensjahr zum Arbeitseinsatz an.