Was geschah im Januar 1960

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1.1.1960, Freitag

In der Bundesrepublik Deutschland tritt das Atomgesetz zur friedlichen Verwendung der Kernenergie in Kraft.

Das bisher unter französischer Verwaltung stehende UNO-Treuhandgebiet Ostkamerun wird als Republik Kamerun selbständig.

In Frankreich wird eine neue Währung eingeführt. Ein neuer Franc mit 100 Centimes (0,84 DM) besitzt den Wert von 100 alten Franc.

Das Bundesvertriebenenministerium in Bonn gibt bekannt, dass seit 1950 für die Eingliederung von Flüchtlingen und Vertriebenen 48 Mrd. DM aufgewendet wurden. Erstmals deckt sich der Anteil der Vertriebenen an der Arbeitslosenzahl (17,1%) etwa mit dem an der Gesamtbevölkerung.

2.1.1960, Samstag

Der US-amerikanische Senator John F. Kennedy teilt offiziell mit, dass er sich als Präsidentschaftskandidat der Demokratischen Partei für die Wahlen am 8. November bewerben wird.

3.1.1960, Sonntag

80 Atomkraftgegner werden verhaftet, während sie vor dem britischen Raketenstützpunkt Harrington demonstrieren.

In Frankreich endet ein Streik der Techniker der staatlichen Rundfunk- und Fernsehgesellschaft (RFT) ergebnislos. Seit einer Woche wurde über die französischen Sender ausschließlich Musik mit wenigen Kurznachrichten ausgestrahlt. Die Streikenden forderten Gehaltserhöhungen von bis zu 30%.

Die Mannschaften der Sowjetunion, der DDR, Polens und der Tschechoslowakei verweigern ihre Teilnahme an der dritten Etappe der Internationalen Vierschanzen-Tournee in Innsbruck, weil es die Veranstalter ablehnen, die DDR-Flagge zu hissen.

4.1.1960, Montag

In Stockholm wird der Vertrag über die Bildung der Europäischen Freihandelszone (EFTA) unterzeichnet. Gründungsmitglieder sind Schweden, Norwegen, Dänemark, Großbritannien, Portugal, Österreich und die Schweiz.

Durch Vermittlung des US-amerikanischen Vizepräsidenten Richard M. Nixon wird in Washington ein seit Juli 1959 dauernder Arbeitskampf in der Stahlindustrie beigelegt. Nixon erreichte in einer 22stündigen Sitzung einen Kompromiss der Tarifpartner.

Der französische Schriftsteller und Nobelpreisträger Albert Camus kommt bei einem Autounfall auf der Strecke von Nizza nach Paris ums Leben.

Nach einer Erhebung des Vereins der Kaffee-Großröster und -Importeure steht in der Bundesrepublik Bohnenkaffee beim Verbrauch von Getränken morgens und nachmittags weit an der Spitze, während am Abend von den Frauen Tee und von den Männern Bier bevorzugt wird.

5.1.1960, Dienstag

Nach einem Bericht des Bundesverteidigungsministeriums in Bonn verfügt die Bundeswehr gegenwärtig über etwa 240 000 Soldaten. Sie hat damit zwei Drittel der für 1963 vorgesehenen Stärke von 350 000 Mann erreicht.

Bei einem Eisenbahnunglück in der Nähe der italienischen Stadt Monza kommen 15 Menschen ums Leben, 124 werden verletzt.

Die am 17. Dezember 1959 neugewählte schweizerische Bundesregierung trifft in Bern unter der Leitung von Bundespräsident Max Petitpierre (Freisinnige Partei) zu ihrer ersten Sitzung zusammen.

6.1.1960, Mittwoch

Das Bundeskabinett in Bonn befasst sich mit den antisemitischen Aktionen, die seit Weihnachten 1959 in zahlreichen Städten durchgeführt werden.

Das Bundesverteidigungsministerium teilt mit, dass zahlreiche junge Soldaten angebliche Liebesbriefe erhalten, in denen sie aufgefordert werden, weitere Nachrichten postlagernd abzuholen. Auf dem Postamt erwartet die Rekruten dann ein Paket mit Propagandamaterial aus der DDR.

Ein US-amerikanisches Verkehrsflugzeug vom Typ DC 6 B stürzt über dem US-Bundesstaat North Carolina ab. Alle 34 Insassen kommen bei dem Unglück ums Leben.

Die Sportbünde der Bundesrepublik und der DDR einigen sich auf eine gemeinsame Flagge für die gesamtdeutsche Mannschaft bei den Olympischen Winterspielen in Squaw Valley (USA) vom 18. bis 28. Februar.

Max Bolkart aus Oberstdorf gewinnt die Internationale Vierschanzen-Tournee.

Die Fußballnationalmannschaft der Schweiz unterliegt Italien in einem Länderspiel in Neapel 0:3.

7.1.1960, Donnerstag

Nach einer Meldung des Bundeskriminalamtes in Wiesbaden werden in der Bundesrepublik täglich etwa 300 Autos gestohlen. Das sind rund 70 Pkw pro Tag mehr als 1958.

Beim Zusammenstoß eines Personenzuges mit einem vollbesetzten Omnibus in der polnischen Stadt Opole werden 16 Menschen getötet und 32 verletzt.

8.1.1960, Freitag

Bundespräsident Heinrich Lübke (CDU) setzt sich bei seinem ersten Neujahrsempfang für das Diplomatische Korps in Bonn für eine verstärkte Unterstützung der Entwicklungsländer durch die Bundesrepublik ein.

Erstmals seit 1816 findet in der Kathedrale von Notre-Dame in Paris wieder eine Fürstenhochzeit statt. Die Prinzessin Françoise von Bourbon-Parma heiratet den Prinzen Eduard von Lobkowitz.

Der Mitbegründer der CDU in der DDR, Karl Hallitschke, wird in Karlsruhe wegen Spionagetätigkeit zu einer Haftstrafe von 18 Monaten verurteilt. Hallitschke sollte innerhalb der CDU der Bundesrepublik zu einem Spitzenagenten aufgebaut werden.

9.1.1960, Samstag

Der ägyptische Staatspräsident Gamal Abd an Nasser eröffnet nahe der Stadt Assuan die Bauarbeiten für den Staudamm am Nil.

Die Viermastbark “Passat”, das größte erhaltene deutsche Segelschiff, läuft im Hafen von Travemünde ein, wo sie einen festen Ankerplatz erhält.

10.1.1960, Sonntag

Wegen illegaler Ostkontakte werden in Bremen vier SPD-Mitglieder aus der Partei ausgeschlossen. Sie hatten wiederholt an Tagungen in der DDR teilgenommen und in Bremer Fabriken für DDR-Reisen geworben.

Beim Lauberhorn-Rennen in Wengen/Schweiz besiegt der 17-Jährige Skisportler Willy Bogner aus München mit einer Zeit von 2:24,6 min die gesamte Weltelite im Abfahrtslauf.

11.1.1960, Montag

Die Regierung der Vereinigten Staaten richtet eine Protestnote an Kuba, in der sie sich gegen die Beschlagnahmung des Eigentums US-amerikanischer Bürger aufgrund der kubanischen Agrarreform wendet.

In der indischen Stadt Rourkela wird ein in Zusammenarbeit mit deutschen Firmen erstelltes Stahlwerk in Betrieb genommen.

Nach einer Meldung der Hamburger Gesundheitsbehörde sind in der Stadt 31 Menschen an der Papageienkrankheit erkrankt; vier von ihnen sind gestorben. Der Erreger wurde durch importierte Zuchtvögel übertragen. Auf Anordnung der Behörde mussten 163 infizierte Vögel, vorwiegend Wellensittiche, getötet werden.

12.1.1960, Dienstag

In Kenia wird der 1952 aus Anlass des terroristischen Mau-Mau-Aufstandes ausgerufene Ausnahmezustand wieder aufgehoben.

Der indonesische Staatspräsident Achmed Sukarno gibt die Bildung einer Nationalen Front bekannt und übernimmt die Kontrolle über die politischen Parteien im Land.

13.1.1960, Mittwoch

Bei Temperaturen zwischen -12 C im Flachland und -29 C auf der Zugspitze liegt die Bundesrepublik unter einer festen Schneedecke.

Der französische Finanzminister Antoine Pinay tritt zurück. Er wird von Wilfrid Siegfried Baumgartner abgelöst.

14.1.1960, Donnerstag

In Paris beschließen die Mitgliedstaaten der Organisation für europäische wirtschaftliche Zusammenarbeit (OEEC) den Beitritt Kanadas und der USA. Sie schaffen damit die Voraussetzung für die-Bildung der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD).

Der sowjetische Ministerpräsident Nikita S. Chruschtschow gibt bekannt, dass die Armee der UdSSR um 1,2 Mio. auf eine Stärke von 2,4 Mio. Mann reduziert werden soll.

Ein Deichbruch führt zur Überschwemmung des nördlichen Teils von Amsterdam. Etwa 11 000 Menschen müssen evakuiert werden.

Der Friedensnobelpreisträger Albert Schweitzer begeht im Tropenhospital in Lambarene (Gabun) seinen 85. Geburtstag.

15.1.1960, Freitag

Die großen Erdölgesellschaften senken die Benzinpreise in der Bundesrepublik um 4 Pfennig auf durchschnittlich 59 Pfennig je Liter für Normalbenzin und 66 Pfennig für Super-Kraftstoff.

Nach einem Bericht der “Süddeutschen Zeitung” wird das Saunabaden immer populärer. Etwa 1,5 Mio. Bundesbürger besuchen monatlich eines der 1500 Saunabäder in der Bundesrepublik.

16.1.1960, Samstag

In einer Rundfunk- und Fernsehansprache wendet sich Bundeskanzler Konrad Adenauer (CDU) gegen die antisemitischen Hetzkampagnen der letzten Zeit.

400 km über der Erde wird von einer US-amerikanischen Rakete ein Weltraumballon mit einem Durchmesser von 30 m gestartet, der die Auswirkungen von Radiowellen in großer Höhe testen soll.

17.1.1960, Sonntag

Jüdische Firmen aus Großbritannien boykottieren Unternehmen aus der Bundesrepublik Deutschland wegen der neonazistischen Vorfälle seit Weihnachten 1959, Geschäfte nehmen deutsche Waren aus den Schaufenstern. In London demonstrieren etwa 30 000 Menschen gegen die Ausschreitungen.

Der spanische Maler Salvador Dali präsentiert in New York sein Gemälde “Die Entdeckung Amerikas durch Christoph Kolumbus”.

Der Bundesminister für Atomenergie und Wasserwirtschaft, Siegfried Balke (CSU), warnt vor der zunehmenden Verschmutzung der Flüsse durch Abwässer.

18.1.1960, Montag

Bundeskanzler Konrad Adenauer (CDU) trifft in Bonn mit Nahum Goldmann dem Präsidenten des Jüdischen Weltkongresses, zusammen, um über die jüngsten antisemitischen Ausschreitungen in der Bundesrepublik zu beraten.

Das Bonner Bundeskabinett verabschiedet einen Gesetzentwurf für ein verfassungsänderndes Notstandsgesetz, das von der SPD entschieden abgelehnt wird.

US-Präsident Dwight D. Eisenhower legt dem Kongress in Washington den Haushaltsentwurf für 1960/61 vor. Mit einem Anteil von 57% an den Gesamtausgaben fällt der Verteidigungsetat ungewöhnlich hoch aus.

19.1.1960, Dienstag

In Washington wird der US-amerikanischjapanische Sicherheitsvertrag abgeschlossen. Er garantiert Japan militärische Hilfe durch die USA im Falle eines Angriffs. Im Gegenzug stellt Japan den USA Truppenstützpunkte zur Verfügung.

Über dem US-amerikanischen Bundesstaat Virginia stürzt bei dichtem Nebel ein Passagierflugzeug ab. Alle 42 Insassen, unter ihnen eine Stewardeß aus der Bundesrepublik Deutschland, kommen ums Leben.

Rudolf Noelte, dem künstlerischen Leiter des Theaters am Kurfürstendamm in Berlin (West), wird trotz erfolgreicher Arbeit wegen mehrfacher Überschreitung seines Etats gekündigt.

20.1.1960, Mittwoch

Wegen 14fachen Mordes an Insassen des Konzentrationslagers Sachsenhausen wird Richard Bugdalle von einem Münchner Schwurgericht zu lebenslanger Haft verurteilt.

Die erste sowjetische Mehrstufenrakete erreicht eine Flughöhe von 12 500 km und geht planmäßig im Pazifischen Ozean nieder. Sie dient zur Vorbereitung von späteren Weltraumflügen der UdSSR.

Die SPD scheitert im Bonner Bundestag mit ihrem Antrag, kriegsgediente Jahrgänge von der Wehrpflicht zu befreien.

21.1.1960, Donnerstag

Ein Hamburger Polizeihauptwachtmeister erstattet gegen Bundeskanzler Konrad Adenauer (CDU) Strafanzeige, weil dieser die Bevölkerung aufgefordert hatte, den Urhebern von antisemitischen Aktionen “eine Tracht Prügel zu geben” und damit zu einer strafbaren Handlung aufgefordert habe.

Der kubanische Ministerpräsident Fidel Castro verweist den Botschafter Spaniens, Juan P. Lojendio, aus dem Land, nachdem dieser ihn während einer Fernsehsendung unterbrochen und der Verleumdung Spaniens und der USA beschuldigt hatte.

Bei einer Methangasexplosion in dem südafrikanischen Kohlebergwerk Clydesdale werden 506 Bergleute verschüttet. 416 von ihnen, vorwiegend Schwarze, kommen ums Leben.

Eine US-amerikanische Raumkapsel vom Typ “Little Joe” mit der Äffin “Miss Sam” an Bord wird etwa 15 km hoch in den Weltraum geschossen, um eine Rettungseinrichtung für Weltraumfahrer zu erproben. Das Tier übersteht den Versuch ohne Schaden.

22.1.1960, Freitag

Der Ministerpräsident Bayerns, Hanns Seidel (CSU), legt aus Gesundheitsgründen sein Amt nieder. Er war 1958 bei einem Autounfall an der Wirbelsäule verletzt worden.

Die Immunität des Abgeordneten Friedrich Zimmermann (CSU) wird vom Bundestag in Bonn aufgehoben. Das Landgericht München soll prüfen, ob Zimmermann im bayerischen Spielbanken-Prozess von 1959 seine Eidespflicht verletzt hat.

Der französische Staatspräsident Charles de Gaulle entlässt den Oberkommandierenden Frankreichs in Algerien General Jacques Massu, weil dieser sich de Gaulles Annäherung an die algerische Unabhängigkeitsbewegung widersetzt hatte.

23.1.1960, Samstag

In Berlin (Ost) einigen sich die Nationalen Olympischen Komitees der Bundesrepublik und der DDR auf die Zusammensetzung der gesamtdeutschen Mannschaft für die Olympischen Spiele in Squaw Valley (USA) vom 18. bis 28. Februar.

Der schweizerische Tiefseeforscher Jacques Piccard und sein Begleiter Don Walsh erreichen erstmals den annähernd tiefsten Punkt der Weltmeere.

30 Nationen, darunter die UdSSR und andere östliche Staaten, verpflichten sich im Kriegsfall das Territorium des Vatikan zu respektieren und es in das Register der “unter besonderem Schutz stehenden Kulturgüter” aufzunehmen.

Der erste Sekretär des Zentralkomitees der SED und Stellvertretende Ministerpräsident der DDR, Walter Ulbricht, schlägt in einem Brief an Bundeskanzler Konrad Adenauer (CDU) eine Volksabstimmung über Abrüstung, einen Friedensvertrag und eine Annäherung der deutschen Staaten vor. Der Brief bleibt ohne Antwort.

Nach einer Mitteilung des Kölner Anwaltsvereins verlassen gegenwärtig etwa 3500 ausgebildete Juristen die Universitäten der Bundesrepublik. Nur für rund 1000 von ihnen steht ein angemessener Arbeitsplatz zur Verfügung.

24.1.1960, Sonntag

In der algerischen Hauptstadt Algier beginnt der “Barrikadenputsch”: Französische Nationalisten kämpfen mit Waffengewalt gegen die Politik der Regierung in Paris, die eine Selbstbestimmung für die nordafrikanische Kolonie erreichen will.

Bei der 29. Rallye Monte Carlo belegen Mercedes-Fahrer aus der Bundesrepublik Deutschland die ersten drei Plätze.

25.1.1960, Montag

Bundeskanzler Konrad Adenauer (CDU) beendet seinen Staatsbesuch in Italien, der am 20. Januar begonnen hatte. Adenauer wurde auch von Papst Johannes XXIII. im Vatikan empfangen.

In Göttingen wird ein Buchhändler als “größter Bücherdieb aller Zeiten” verhaftet.

26.1.1960, Dienstag

Der Landtag in München wählt seinen bisherigen Präsidenten Hans Erhard (CSU) zum neuen bayerischen Ministerpräsidenten. Er tritt die Nachfolge des am 22. Januar zurückgetretenen Hanns Seidel (CSU) an.

Bundespräsident Heinrich Lübke (CDU) kommt zu seinem ersten Besuch als Staatsoberhaupt nach Berlin (West).

Die Außenminister der Staaten der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) treffen in Rom zu ihrer ersten Konsultation zusammen. Auf der zweitägigen Konferenz werden regelmäßige Treffen unter wechselndem Vorsitz in verschiedenen Ländern beschlossen.

27.1.1960, Mittwoch

Die rechtsradikale Deutsche Reichspartei (DRP) wird in Rheinland-Pfalz aufgelöst.

Der Außenminister der UdSSR, Andrei A. Gromyko, protestiert in einem Memorandum gegen den Sicherheitsvertrag zwischen den USA und Japan, weil dieser gegen die Sowjetunion und China gerichtet sei.

28.1.1960, Donnerstag

Die Volksrepublik China und Birma einigen sich unter gegenseitigen Zugeständnissen auf einen neuen Verlauf ihrer gemeinsamen Grenze und schließen einen Freundschafts- und Nichtangriffspakt ab.

In Lüneburg brennt der historische Viskulenhof, ein altes Salzspeichergebäude, nieder. Es ist der elfte Fall einer Serie von rätselhaften Brandanschlägen auf wertvolle Gebäude im Zentrum der niedersächsischen Stadt seit Oktober 1959.

Ein Gericht in Berlin (West) verurteilt den Medizinalrat Gottfried Matthes zu einer lebenslangen Zuchthausstrafe. Matthes war 1945 als Euthanasie-Arzt für die Ermordung von 26 geistig Behinderten verantwortlich.

29.1.1960, Freitag

Erich Mende wird in Stuttgart zum neuen Bundesvorsitzenden der FDP gewählt.

Auf der Provinzialsynode der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg in Berlin (West) wird Bischof Otto Dibelius von Vertretern der DDR-Kirche heftig angegriffen, weil er ein Widerstandsrecht für Christen gegen die Obrigkeit postuliert hatte.

In Köln erlebt das Drama “Ein verdienter Staatsmann” von Thomas Stearns Eliot in einer Nachdichtung von Erich Fried seine deutsche Erstaufführung.

30.1.1960, Samstag

Der ägyptische Staatspräsident Gamal Abd an Nasser gibt die Rehabilitierung der Minister aus der Zeit vor der Revolution von 1952 bekannt.

In der ersten Spionageaffäre der Bundeswehr wird der ehemalige Kapitänleutnant Horst Ludwig zu einer Gefängnisstrafe von fünf Jahren verurteilt.

31.1.1960, Sonntag

Der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Edmund Rehwinkel, erklärt auf einer Kundgebung seiner Organisation in Berlin (West), dass er jede Zusammenarbeit mit dem Bauernverband der DDR ablehne, solange dieser an der Zwangskollektivierung der Landwirtschaft festhalte.

In Tunis endet die zweite Panafrikanische Konferenz, die am 25. Januar begonnen hatte. Die 160 Vertreter afrikanischer Staaten und Gebiete fordern die Unabhängigkeit der Staaten und Völker Afrikas und die Aufhebung der Rassendiskriminierung.

Der Verband der Zigarettenindustrie in Hamburg teilt mit, dass 65% des Zigarettenabsatzes auf Filterzigaretten entfallen.

Der Schwarzwälder Georg Thoma wird zum dritten Mal hintereinander Deutscher Meister in der Nordischen Kombination und holt sich erstmals den Titel im Skispringen.