Was geschah im Januar 1966

  • < 1965
  • 1.1966
  • 1967 >

1.1.1966, Samstag

In der Zentralafrikanischen Republik übernimmt der bisherige Oberbefehlshaber der Streitkräfte, Jean Bedel Bokassa, nach einem Militärputsch die Regierung.

Politiker in Ost und West stellen angesichts der wirtschaftlichen Rezession Appelle zum Maßhalten, die Zukunft der beiden deutschen Staaten und die Lage im Kriegsherd Vietnam in den Mittelpunkt ihrer Neujahrsansprachen.

Mit Beginn des neuen Jahres tritt in Moskau eine neue Ausgangsbeschränkung für Schüler bis 16 Jahre in Kraft, die nach 21 Uhr nicht mehr ohne Begleitung Erwachsener auf die Straße gehen dürfen. Die Maßnahme wird mit dem Zunehmen von Kinderbanden und Ausschweifungen unter Jugendlichen begründet.

In der Schweiz wird Hans Peter Tschudi als Bundespräsident von Hans Schaffner abgelöst. Das Amt des Staatsoberhaupts wird jährlich neu besetzt.

2.1.1966, Sonntag

Die Bundesregierung gibt bekannt, dass im Rahmen des dritten Passierscheinabkommens zwischen Ost- und West-Berlin 823 904 Bewohner aus dem Westteil der Stadt Verwandte jenseits der Mauer besucht haben. Das Abkommen trat am 18. Dezember 1965 für die Dauer von 16 Tagen in Kraft.

3.1.1966, Montag

Die Regierung von Obervolta unter Staatspräsident Maurice Yameogo wird in einem Militärputsch gestürzt. Der bisherige Armeestabschef Sangoulé Lamizana übernimmt daraufhin die Macht.

4.1.1966, Dienstag

Beim jährlich stattfindenden Neujahrsempfang in der Villa Hammerschmidt kommt es zu einem Eklat zwischen Bundespräsident Heinrich Lübke und Bundeskanzler Ludwig Erhard (CDU), als Lübke sich für die Bildung einer Großen Koalition zwischen CDU und SPD ausspricht.

5.1.1966, Mittwoch

Das Bundeskabinett verabschiedet einstimmig den Regierungsentwurf für den Etat 1966. Der Entwurf, der in der Folge an den Bundesrat überwiesen wird, schließt mit 69,15 Mrd. DM. Ursprünglich waren 69,4 Mrd. DM veranschlagt worden.

Bundeskanzler Ludwig Erhard (CDU) erklärt vor Pressevertretern in Bonn, seine Regierung werde an der Kleinen Koalition zwischen CDU und FDP festhalten, die einen klaren Wählerauftrag erhalten habe. Die Aufgaben des neuen Jahres seien mit “Willen, Fleiß und Loyalität” zu bewältigen.

In Bonn wird der 90. Geburtstag von Altbundeskanzler Konrad Adenauer (CDU) mit einer Serie von Veranstaltungen begangen. Oskar Kokoschka hat anlässlich des Geburtstags ein Porträt Adenauers gemalt.

6.1.1966, Donnerstag

Auf Betreiben buddhistischer Organisationen wird in Ceylon (heute Sri Lanka) ein Gesetz verabschiedet, das den Sonntag als Feiertag abschafft. Statt dessen werden zukünftig jeden Monat vier aufeinanderfolgende Vollmondtage als Feiertage begangen. Unter der bis 1948 währenden britischen Kolonialherrschaft hatte drei Jahrhunderte lang der Sonntag als christlicher Feiertag gegolten.

7.1.1966, Freitag

In Santo Domingo wird ein Putschversuch gegen den provisorischen Präsidenten der Dominikanischen Republik, Héctor Garcia Godoy, vereitelt. Dieser hatte angekündigt, Anhänger von extremen Gruppierungen in der Armee ins Ausland zu verbannen. Garcia Godoy war am 3. September 1965, im Anschluss an einen viermonatigen Bürgerkrieg, an die Spitze der Interimsregierung berufen worden.

In Rom treten 22 000 städtische Bedienstete, einschließlich der Polizisten und Müllfahrer, in einen zweitägigen Warnstreik. Sie protestieren dagegen, dass die Regierung der Stadtverwaltung die erbetenen Zuschüsse zur Aufbesserung von Löhnen und Gehältern nicht bewilligt hat.

8.1.1966, Samstag

US-amerikanische Truppen in einer Stärke von 8000 Mann leiten zusammen mit einem australischen und einem neuseeländischen Bataillon die bisher größte Offensive gegen die in Südvietnam operierenden Vietcong ein. Die Operation richtet sich gegen Stellungen der von Nordvietnam unterstützten Guerillakämpfer in einem 150 km² großen Gebiet westlich von Saigon, das als Kriegszone D bezeichnet wird.

9.1.1966, Sonntag

Die französische Regierung in Paris beschließt eine Lösung zur Beilegung des sog. Kühlschrankkriegs zwischen Frankreich, Italien und der BRD.

Der Verband der deutschen photographischen Industrie teilt in Frankfurt a. M. mit, dass ein neues fotografisches Verfahren entwickelt wurde, das zur schnelleren Aufklärung von Verbrechen beitragen kann. Bisher mussten Fingerabdrücke vor dem Abfotografieren mit Graphitmehl bestäubt werden. Nun sei es möglich, durch Einsatz eines Spezialfilms, der direkt auf die Abdrücke gelegt wird, diese mit Hilfe von Bleistaub und Röntgenstrahlen sichtbar zu machen.

10.1.1966, Montag

Der Vorstand der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag spricht sich einstimmig gegen die Bildung einer Großen Koalition zwischen CDU und SPD aus. Der Erklärung war ein Gespräch zwischen dem CDU-Fraktionsvorsitzenden Rainer Barzel und Bundespräsident Heinrich Lübke, der die Große Koalition befürwortet, vorausgegangen.

Unter Vermittlung des sowjetischen Ministerpräsidenten Alexei N. Kossygin vereinbaren Indien und Pakistan in der usbekischen Hauptstadt Taschkent die Wiederherstellung friedlicher Beziehungen. Die Beilegung des seit 18 Jahren andauernden Kashmir-Konflikts steht damit in Aussicht.

11.1.1966, Dienstag

Bei einer Regenkatastrophe kommen in Rio de Janeiro mehr als hundert Einwohner ums Leben, über tausend werden schwer verletzt. Wolkenbrüche hatten an den Berghängen Erdrutsche ausgelöst, die vor allem in den Elendsvierteln viele Häuser zum Einsturz brachten.

In der nigerianischen Hauptstadt Lagos beginnt eine Konferenz des Commonwealth zur Beratung von Boykottmaßnahmen gegen Rhodesien (heute Simbabwe). Großbritannien spricht sich gegen militärische Maßnahmen aus, um eine Eskalation des Konflikts zu vermeiden. Das rassistische Regime unter Premierminister Ian Smith hatte im Vorjahr gegen den Willen des britischen Mutterlandes seine Unabhängigkeit erklärt.

Unbekannte verüben in Hattiesburg (US-Bundesstaat Mississippi) einen Brandanschlag auf den schwarzen Bürgerrechtler Vernon Dahmer. Sein Haus brennt nieder Dahmer erliegt seinen Brandverletzungen. Präsident Lyndon B. Johnson ordnet umgehend Untersuchungen des Bundeskriminalamts FBI an.

Neun Stunden nach Unterzeichnung der sog. Taschkenter Deklaration stirbt der indische Ministerpräsident Lal Bahadur Shastri an einem Herzinfarkt. Shastris Leichnam wird am 13. Januar nach Hindu-Ritus in Neu-Delhi eingeäschert.

12.1.1966, Mittwoch

Ein Bericht des Generalinspekteurs der Luftwaffe, Werner Panitzki, vor dem Verteidigungsausschuss des Bundestags setzt die sog. Starfighter-Affäre in Gang. Die Bundeswehr hat 1965 insgesamt 26 dieser Düsenjäger durch Abstürze verloren.

In seiner jährlichen Ansprache zur “Lage der Nation” bekennt sich US-Präsident Lyndon B. Johnson zu seinem bisherigen sozialpolitischen Kurs, der vor allem höhere Ausgaben für Wohlfahrtsprogramme vorsieht. Zugleich legitimiert Johnson den verstärkten Einsatz von US-Truppen im Vietnamkrieg.

Das Bundeskabinett beschließt in Bonn, ein deutsches Hospitalschiff nach Südvietnam zu entsenden.

13.1.1966, Donnerstag

Nach 13-tägigem Streik, der zwischenzeitlich das gesamte öffentliche Leben stillgelegt hatte, einigen sich die Stadt New York und die Transportarbeiter-Gewerkschaft TWU auf eine dreistufige Lohnerhöhung von 15%.

In Anwesenheit Papst Pauls VI. werden in Rom die Feierlichkeiten zum tausendjährigen Jubiläum der Christianisierung Polens eröffnet. Der Papst hebt in seinem Segen besonders den Primas der Katholischen Kirche, Stefan Wyszinski, hervor, dem die Reise nach Italien von der polnischen Regierung untersagt wurde.

14.1.1966, Freitag

Die IG Metall verweigert in einem zentralen Gespräch mit den Arbeitgeberverbänden der Metallindustrie eine Beibehaltung der Arbeitszeit von 41,25 Stunden. Am 1. Juli tritt demnach die 1961 im sog. Homburger Abkommen vereinbarte 40-Stunden-Woche für die metallverarbeitende Industrie in Kraft. Die Arbeitgeber hatten um einen Aufschub der Arbeitszeitverkürzung gebeten, da sie diese bei gleichzeitigen Lohnerhöhungen für wirtschaftlich nicht realisierbar erachten.

Das SED-Zentralorgan “Neues Deutschland” kündigt “einschneidende Veränderungen” im DDR-Schriftstellerverband und eine Umbesetzung in der Redaktion der Verbandszeitschrift “Neue Deutsche Literatur” an. Als Begründung für die Maßnahmen wird “eine Reihe schädlicher Tendenzen” in der politischen Arbeit von Schriftstellern angegeben.

15.1.1966, Samstag

In Nigeria versuchen rebellierende Armeetruppen, die Föderationsregierung in Lagos und die Regierungen der vier Bundesstaaten zu stürzen. Bevor die Putschisten das Unternehmen abschließen können, übergibt das bisherige Kabinett die Regierungsgeschäfte an den Oberbefehlshaber der Streitkräfte, Johnson T. U. Aguiyi Ironsi.

In Havanna endet die erste “Solidaritätskonferenz der drei Erdteile”, die vor zwölf Tagen begonnen hat. Vertreter von kommunistischen Parteien und Gruppierungen aus Staaten der Dritten Welt vereinbaren die Bildung einer Einheitsfront gegen “imperialistische Machtansprüche”.

In der mongolischen Hauptstadt Ulan-Bator wird ein Vertrag über Zusammenarbeit und gegenseitige wirtschaftliche Hilfe zwischen der UdSSR und der mongolischen Volksrepublik unterzeichnet. Er stellt eine Erneuerung des Freundschaftsvertrags von 1946 dar. Die Mongolei ist seit 1945 von China unabhängig.

Im Beisein des Autors Günter Grass wird im Berliner Schiller-Theater das Schauspiel “Die Plebejer proben den Aufstand” uraufgeführt. Das Drama, das Bertolt Brechts Haltung während des Aufstands vom 17. Juni 1953 thematisiert, stößt auf Proteste der DDR-Führung.

16.1.1966, Sonntag

Der Landesvorstand der Westberliner CDU fordert einen Wechsel in der Leitung des Senders Freies Berlin (SFB). Der Chefredakteur des SFB, Eberhard Schütz, hat einen Vertrag mit dem Ostberliner “Deutschen Fernsehfunk” abgeschlossen, in dem als Gerichtsstand “Hauptstadt der DDR, Berlin-Mitte” festgelegt ist.

Eine Propellermaschine der kolumbianischen Fluggesellschaft Avianca vom Typ DC-4 stürzt in der Nähe der Hafenstadt Cartagena ins Meer. Nur acht der 59 Insassen überleben.

17.1.1966, Montag

Beim Absturz eines US-amerikanischen Bombers vom Typ B-52 vor der spanischen Mittelmeerküste geht eine H-Bombe verloren, die erst am 7. April wiedergefunden wird.

Der Erste Sekretär der KPdSU, Leonid Breschnew, kehrt nach fünftägigen Konsultationen mit der mongolischen Regierung nach Moskau zurück. In Ulan-Bator unterzeichnete er einen auf 20 Jahre geltenden Freundschafts- und Beistandspakt, der das bisherige sowjetisch-mongolische Abkommen von 1946 ersetzt. Die Mongolei hält trotz starken Drucks durch China am Moskauer Kurs fest.

Die Gewerkschaft der Eisenbahner Deutschlands kündigt nach einer Vorstandssitzung in Frankfurt a. M. die Lohn- und Gehaltstarife für die rund 230 000 Arbeiter und Angestellten der Deutschen Bundesbahn zum 31. März 1966. Die Kündigung sei durch die erheblichen Preissteigerungen im Vorjahr notwendig geworden.

18.1.1966, Dienstag

Der Wirtschaftswissenschaftler Robert C. Weaver erhält als erster Schwarzer in den USA ein Ministeramt. Weaver übernimmt die Leitung des neugeschaffenen Ministeriums für Wohnungswesen und Stadtentwicklung.

Die US-Weltraumbehörde NASA nimmt ein neues Weltraumfahrzeug in Gebrauch, das bei der Rückkehr von Astronauten aus dem Weltraum Ziellandungen auf normalen Flugplätzen ermöglichen soll. Der Raumgleiter HL-10, den Wissenschaftler als revolutionäre Erfindung einschätzen, gilt als Vorläufer der Weltraumfähren und soll als Zubringerfahrzeug zwischen der Erde und Raumstationen eingesetzt werden.

Das Bundeskriminalamt gibt bekannt, dass sich 1965 in der Bundesrepublik 202 Banküberfälle ereigneten, bei denen insgesamt 2,14 Mio. DM – rund 260 000 DM mehr als 1964 – erbeutet wurden.

Der Oberste Gerichtshof der USA in Washington fällt ein Urteil, in dem erstmals die Rassentrennung in öffentlichen Parks grundsätzlich verboten wird. Zuvor hatte ein Gericht in Macon (Bundesstaat Georgia) eine gegenteilige Entscheidung getroffen.

19.1.1966, Mittwoch

Zum Abschluss einer Konferenz in Jerusalem wendet sich der Zionistische Generalrat gegen die “milden Urteile”, die in jüngster Zeit vor Gerichten in der Bundesrepublik und Österreich gegen nationalsozialistische Verbrecher ausgesprochen worden seien.

Nach der Gewerkschaft der Eisenbahner Deutschlands beschließen auch die Deutsche Postgewerkschaft und die Deutsche Angestellten-Gewerkschaft die Lohn- und Gehaltstarife im öffentlichen Dienst zum 31. März 1966 zu kündigen.

Die bisherige Informationsministerin Indira Gandhi wird in Neu-Delhi zur neuen Premierministerin von Indien gewählt.

20.1.1966, Donnerstag

In der Nähe des Flughafens Wittmundhafen (Ostfriesland) stürzt ein Starfighter vom Typ F-104 G ab und wird völlig zertrümmert. Die Luftwaffe vermutet einen Triebwerkschaden als Ursache.

Der australische Ministerpräsident Robert G. Menzies tritt nach 17 Jahren Regierungszeit von seinem Amt zurück. Sein Nachfolger wird der bisherige Finanzminister Harold Holt.

Der südvietnamesische Ministerpräsident Nguyen Cao Ky lässt 20 Offiziere der Regierungstruppen verhaften. Sie werden beschuldigt, an der Vorbereitung eines Staatsstreichs gegen die Saigoner Führung beteiligt gewesen zu sein.

Die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft gibt bekannt, es bestehe kein Anlass, vor der sog. Anti-Baby-Pille zu warnen. Vor allem der Verdacht, das Verhütungsmittel könne Krebs erzeugen, habe sich nicht bestätigt.

Im Zürcher Schauspielhaus wird Friedrich Dürrenmatts Drama “Der Meteor” uraufgeführt.

In Hamburg wird die einwöchige “Deutsche Bootsausstellung – international” eröffnet, die in diesem Jahr Rekordumsätze verzeichnet.

21.1.1966, Freitag

Bei der 35. Rallye Monte Carlo siegen die Finnen Toivonen/Mikander. Das Rennen wird von der Disqualifikation zehn britischer Fahrer überschattet.

George Harrison, Mitglied der britischen Popgruppe “The Beatles”, heiratet in Epson die Schauspielerin Pattie Boyd.

In München wird der ehemalige SS-Hauptsturmführer Alfred Renndorfer wegen Beihilfe zum gemeinsamen Mord in 446 Fällen zu fünf Jahren Zuchthaus verurteilt. Der ihm unterstellte frühere SS-Untersturmführer Wilhelm Dadischeck erhält aufgrund desselben Tatbestandes in 160 Fällen drei Jahre und einen Monat Zuchthaus. Beide sind zwischen 1942 und 1943 an der Ermordung von Juden in Weißruthenien (UdSSR) beteiligt gewesen.

Nach einem Urteil des Konstanzer Landgerichts darf die rechtsextreme Nationaldemokratische Partei Deutschlands (NPD) fortan als “Nachfolgeorganisation der NSDAP” bezeichnet werden.

Die italienische Regierung unter dem christdemokratischen Ministerpräsidenten Aldo Moro tritt zurück, nachdem eine Gesetzesvorlage über die Einrichtung von staatlichen Kindergärten im Parlament am Widerstand sowohl der rechten als auch der linken Parteien gescheitert ist. Kommunisten, Sozialisten, Liberale, Monarchisten und Neofaschisten stimmten zusammen gegen die Vorlage.

22.1.1966, Samstag

In Hamburg bietet ein Lebensmittelhändler erstmals Brötchen für nur 4 Pfennig an, während die Durchschnittspreise in anderen Läden derzeit zwischen 9 und 11 Pfennig liegen. Die Konkurrenz ruft daraufhin zum öffentlichen Protest gegen diese “Dumpingbrötchen” auf.

23.1.1966, Sonntag

Bundesverteidigungsminister Kai-Uwe von Hassel (CDU) beruft den Kommandeur der 4. Luftwaffendivision, Brigadegeneral Dieter Hrabak, zum Sonderbeauftragten für den Starfighter. Er wird eine Arbeitsgruppe leiten, welche die Verbesserung des Starfighter-Waffensystems beaufsichtigen soll.

Mit Siegen des Österreichers Karl Schranz und des Franzosen Jean-Claude Killy endet das 26. Hahnenkammrennen in Kitzbühel.

Mit 189,040 Punkten gewinnt der Niederländer Ard Schenk vor seinem Landsmann Kees Verkerk und dem Russen Valerij Kaplan die Eisschnelllauf-Europameisterschaften in Deventer.

24.1.1966, Montag

In Schleswig-Holstein wird auf Beschluss des Ernährungsministeriums eine EDV-Anlage installiert, welche durch Selektion der besten Bullen die Nachzucht von 300 000 Kühen verbessern soll.

Eine Boeing 707 der Air India zerschellt am Gipfel des Mont Blanc. Alle 177 Insassen sterben. Das Unglück ist die schwerste Flugzeugkatastrophe, die sich bisher in den Alpen ereignet hat.

25.1.1966, Dienstag

Die tschechoslowakische Regierung in Prag gibt über die parteiamtliche Zeitung “Rude Pravo” bekannt, dass 1966 nur 100 000 Reisen in den Westen genehmigt werden. In den Vorjahren wurden 150 000 Westreisen zugelassen. Die Beschränkung wird mit Devisenmangel begründet.

In Ost-Berlin finden erste Gespräche über neue Passierscheine zwischen dem Westberliner Senatsrat Horst Korber und DDR-Staatssekretär Michael Kohl statt, die jedoch ohne konkrete Ergebnisse bleiben. Trotzdem werden weitere Unterredungen zur Verabschiedung eines neuen Abkommens vereinbart.

26.1.1966, Mittwoch

Die Bundesregierung fordert den Russen Michail Michailowitsch Spagin auf, binnen einer Woche die BRD zu verlassen. Spagin, Mitglied der sowjetischen Handelsmission in Köln, leitete einen Ende 1965 aufgedeckten Spionagering, der Forschungsergebnisse der Industrie weitergeleitet hatte.

US-Präsident Lyndon B. Johnson ernennt die Juristin Constance Motley zur obersten Richterin am Bundesbezirksgericht für das südliche New York. Sie ist die erste Schwarze, die ein solches Amt bekleidet. Motley war zuvor Bürgermeisterin des New Yorker Stadtteils Manhattan.

Unbekannte Täter stehlen aus dem Salzburger Mozart-Museum eine mit 200 Rautendiamanten besetzte Uhr, die der Komponist 1771 im Alter von 15 Jahren als Geschenk von Maria Theresia erhielt.

27.1.1966, Donnerstag

Der US-amerikanische Bürgerrechtler und Friedensnobelpreisträger Martin Luther King zieht im Rahmen einer “Anti-Slum-Kampagne” mit seiner Familie in ein Elendsviertel von Chicago. Die Bürgerrechtsbewegung will durch die großangelegte Aktion darauf aufmerksam machen, dass die Probleme der Schwarzen in den überbevölkerten Großstädten des als progressiv geltenden Nordens genauso gravierend sind wie in den Südstaaten.

In seiner jährlichen Wirtschaftsbotschaft an den Kongress sagt US-Präsident Lyndon B. Johnson trotz der Belastungen durch die Kriegsführung in Indochina ein Anhalten der Hochkonjunktur voraus.

28.1.1966, Freitag

Bundesernährungsminister Hermann Höcherl (CSU) eröffnet die “Grüne Woche” in Berlin. Die Zahl der Aussteller ist gegenüber dem Vorjahr stark angestiegen.

Eine Lufthansa-Maschine vom Typ Convair stürzt beim Landeanflug auf den Flughafen von Bremen ab. Alle 46 Insassen kommen ums Leben.

29.1.1966, Samstag

Durch eine Kompromisslösung wird die seit sieben Monaten andauernde sog. EWG-Krise beigelegt. Aufgrund von Streitigkeiten über die Finanzierung des gemeinsamen Agrarmarktes hatte Frankreich seit Juni 1965 eine “Politik der leeren Stühle” im Ministerrat der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft betrieben.

30.1.1966, Sonntag

Großbritannien verhängt ein totales Embargo gegen das rassistische Regime in Rhodesien (heute Simbabwe). Premierminister Harold Wilson, der sich gegen den Einsatz militärischer Mittel gegen das Land ausgesprochen hat, gibt seiner Überzeugung Ausdruck, das Embargo werde die Regierung unter Ian Smith in die Knie zwingen.

31.1.1966, Montag

Nach 37-tägiger Bombardierungspause ordnet US-Präsident Lyndon B. Johnson die Wiederaufnahme der Luftangriffe von US-amerikanischen Streitkräften auf Nordvietnam an. Eine diplomatische Großoffensive, die während der Waffenruhe zu Verhandlungen mit der Regierung in Hanoi führen sollte, war zuvor fehlgeschlagen.