Was geschah im Januar 1973

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1.1.1973, Montag

Roger Bonvin (Konservative Volkspartei) wird turnusgemäß zum neuen Bundespräsidenten der Schweiz gewählt. Er löst den 1972 amtierenden Nello Celio der Freisinnig-Demokratischen Partei ab. Bonvin war bereits 1967 Bundespräsident.

Portugal gewährt seinen afrikanischen Überseeprovinzen innere Autonomie. Angola, Moçambique, Cap Verde, Timor und die Inseln São Tome, Principe sowie Macao erhalten eine selbstgewählte Regierung. Die Verwaltung der Gebiete unterliegt weiterhin einem portugiesischen Generalgouverneur.

Im Bundesland Baden-Württemberg tritt das erste Gesetz zur Verwaltungsreform in Kraft. Damit werden die bisher 63 Landkreise auf 35 reduziert. Insgesamt 13 Kreise erhalten neue Namen.

In der Bundesrepublik Deutschland gilt eine neue Regelung für den Grundwehrdienst. Er wird von 18 auf 15 Monate reduziert. Ferner wird das Höchstdienstalter für die Heranziehung zum Wehrdienst um drei auf 28 Jahre erhöht.

Die Erklärungen Großbritanniens, Dänemarks und Irlands vom 22. Januar 1972 über den Beitritt zur Europäischen Gemeinschaft (EG) treten in Kraft.

Die Zukunft der Europäischen Gemeinschaft sowie die Pariser Verhandlungen über einen Waffenstillstand in Vietnam stehen im Mittelpunkt der diesjährigen Neujahrsansprachen.

2.1.1973, Dienstag

US-Präsident Richard M. Nixon erhält im Repräsentantenhaus in Washington in der Frage der Bereitstellung von Haushaltsmitteln für den Vietnamkrieg keine Mehrheit.

In Wien wird der langjährige Prozess um die Eigentumsverhältnisse der “Kronen-Zeitung” abgeschlossen. Der Zeitungsverlag Dichand & Falk GmbH & Co wird vom Gericht als rechtmäßiger Eigentümer anerkannt.

3.1.1973, Mittwoch

Aufgrund von Verhaftungen am Vortag kommt es in Kairo und Alexandria zu Straßenschlachten zwischen der Polizei und Studenten. Den Inhaftierten wird von der Polizei vorgeworfen, gegen die nationale Sicherheit verstoßen zu haben, da sie sich in Demonstrationen gegen eine fehlende Meinungs- und Informationsfreiheit in Ägypten zur Wehr setzten.

4.1.1973, Donnerstag

Australien hebt formell die bisherige “White Australia Policy” auf. Damit wird erstmals die Einwanderung von Farbigen möglich. Die australische Regierung will mit dieser Regelung eine Öffnung des Landes zum benachbarten asiatischen Raum erreichen.

5.1.1973, Freitag

Luxemburg und die Niederlande nehmen diplomatische Beziehungen zur DDR auf.

6.1.1973, Samstag

Unter dem Vorsitz des Präsidenten François-Xavier Ortoli gründet sich in Brüssel die erweiterte Kommission der Europäischen Gemeinschaften durch die Neuaufnahme der Länder Großbritannien, Irland und Dänemark.

7.1.1973, Sonntag

Die Verträge über die Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Finnland und der Bundesrepublik Deutschland sowie der DDR treten in Kraft.

Adolf Hitlers Paradewagen erzielt bei einer Versteigerung in den USA umgerechnet 500 000 DM.

8.1.1973, Montag

Gebiete jenseits der syrisch-israelischen Waffenstillstandslinie werden von israelischen Kampfflugzeugen bombardiert. 125 Zivilisten werden getötet und 80 schwer verletzt.

Die Sowjetunion startet die unbemannte Weltraumsonde “Luna 21”. Sie soll am 12. Januar die Mondumlaufbahn erreichen, um anschließend auf dem Mond zu landen.

Das 1. Programm der ARD sowie das 3. Programm der Sender NDR, BR und SFB beginnen mit der Ausstrahlung der Vorschul- und Kinderserie “Sesamstraße” in deutscher Sprache.

9.1.1973, Dienstag

Das Zentralkomitee der KPdSU beschließt in Moskau, dass verstärkt Maßnahmen zum Schutz der Umwelt eingeleitet werden sollen. u.a. sind ab 1974 Verbesserungen in der Abwasserreinigung sowie Maßnahmen zur Verminderung von Abgasen bei Industrieanlagen und Kraftfahrzeugen vorgesehen.

10.1.1973, Mittwoch

Aufgrund eines eklatanten Versorgungsengpasses wird in Chile ein Großteil der Grundnahrungsmittel rationiert.

11.1.1973, Donnerstag

Frankreichs Staatspräsident Georges Pompidou kommt in Minsk zu Gesprächen mit Leonid I. Breschnew, dem Generalsekretär der KPdSU, zusammen. Beide Staatsmänner betonen abschließend ihr Interesse an der schnellen Verwirklichung einer gesamteuropäischen Konferenz. Hierbei sollen Fragen der Sicherheit und Zusammenarbeit geklärt werden.

12.1.1973, Freitag

Der Werftbetrieb der Howaldtswerke Deutsche Werft AG in Hamburg-Finkenwerder wird stillgelegt.

Die US-Regierung wertet den Dollar um 10% ab. Ferner wird der Kurs des japanischen Yen freigegeben und die Paritäten anderer Länder gesenkt.

Im Rahmen eines Generalstreiks legen in Italien 12 Mio. Arbeitnehmer aus Industrie, Handel, Landwirtschaft und großen Dienstleistungsbetrieben für vier Stunden die Arbeit nieder. Der Ausstand, zu dem die drei größten italienischen Gewerkschaften aufgerufen haben, richtet sich gegen die Beschäftigungs- und Sozialpolitik der Regierung, die als arbeitnehmerfeindlich kritisiert wird.

13.1.1973, Samstag

Trotz der Proteste des französischen Staatspräsidenten Georges Pompidou angesichts der bevorstehenden Wahlen in Frankreich tagt die Sozialistische Internationale in Paris. 18 teilnehmende sozialistische Parteien werden u.a. vertreten von Bruno Kreisky, Bundeskanzler von Österreich, dem schwedischen Premierminister Olof Palme dem dänischen Ministerpräsidenten Anker Jørgensen sowie Kalevi Sorsa Ministerpräsident Finnlands. Themen der Konferenz sind u.a. der Krieg in Vietnam und die europäische Zusammenarbeit.

König Hasan II. von Marokko lässt elf Offiziere im Militärgefängnis von Kenitra hinrichten. Bereits am 7. November 1972 waren die Offiziere wegen ihrer Teilnahme am Putschversuch vom 16. August 1972 zum Tode verurteilt worden. Ihr Einspruch gegen das Urteil wurde durch das Oberste Gericht verworfen.

Der juristische Ausschuss der Internationalen Organisation für zivile Luftfahrt (ICAO) lehnt auf einer Konferenz in Montreal mehrheitlich einen Antrag der USA und Kanadas ab, der Sanktionen gegen Länder vorsieht, die Luftpiraten Asyl gewähren.

14.1.1973, Sonntag

Mehr als 15 000 Menschen nehmen in Bonn an einer Großdemonstration teil, die sich gegen den Vietnamkrieg richtet. Der “Marsch durch Bonn” ist von mehreren Vietnamkomitees in der ganzen Bundesrepublik organisiert worden.

15.1.1973, Montag

Auf Anordnung von US-Präsident Richard M. Nixon stellen die USA die offensiven Kampfhandlungen gegen die Demokratische Republik Nordvietnam nördlich des 17. Breitengrads vollständig ein. Der Sprecher des Weißen Hauses, Ronald Ziegler, bezeichnet die Maßnahme als offizielle Friedensgeste der USA.

In Helsinki nehmen die Botschafter von 33 europäischen Ländern nach vierwöchiger Pause ihre Beratungen zur Vorbereitung einer Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa wieder auf.

Papst Paul VI. empfängt in Rom die israelische Ministerpräsidentin Golda Meir.

Das Deutsche Fernsehen strahlt den Film “Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt” des Münchener Regisseurs Rosa von Praunheim aus. Noch ein Jahr zuvor war der umstrittene Film kurzfristig aus dem Programm gestrichen worden.

Das 3. Fernsehprogramm des WDR beginnt mit der Ausstrahlung der Serie “Ein Herz und eine Seele”.

16.1.1973, Dienstag

In Moskau endet die zweitägige Außenministerkonferenz der Staaten des Warschauer Pakts. Es wurden Fragen der Sicherheit in Europa erörtert.

Die Bundesregierung in Bonn stimmt der Entscheidung von Bundeskanzler Willy Brandt über die Neubesetzung des Bundespresseamtes zu. Neuer Leiter und Regierungssprecher wird demnach Rüdiger von Wechmar, der die Nachfolge des Ende 1972 ausgeschiedenen Conrad Ahlers antritt.

Das durch britische, dänische und irische Abgeordnete erweitere Europäische Parlament tritt zu seiner ersten Sitzung zusammen.

Die sowjetische Raumsonde “Luna 21” landet auf dem Mond und setzt dort das Raumfahrzeug “Lunochod 2” ab.

17.1.1973, Mittwoch

Der Herausgeber des Hamburger Nachrichtenmagazins “Der Spiegel”, der Journalist Rudolf Augstein, legt überraschend sein FDP-Bundestagsmandat nieder.

Großbritanniens Premierminister Edward Heath gibt im britischen Unterhaus die zweite Phase seiner Antiinflationspolitik bekannt, die eine strikte Kontrolle von Preisen, Löhnen, Dividenden und Mieten vorsieht. Mit Beginn der ersten Phase im November 1972 erging ein Lohn- und Preisstopp.

Auf den Philippinen tritt eine neue Verfassung in Kraft. Sie verleiht dem Staatspräsidenten Ferdinando Edralin Marcos diktatorische Vollmachten.

Das finnische Parlament verlängert die Amtszeit des Staatspräsidenten Urho Kaleva Kekkonen, die 1974 ausläuft, bis zum 1. März 1978.

18.1.1973, Donnerstag

Bundeskanzler Willy Brandt gibt zu Beginn seiner zweiten Amtsperiode vor dem Bundestag in Bonn eine Regierungserklärung ab. Er betont als Ziel der bundesdeutschen Politik die aktive Friedenssicherung und die Weiterführung der Reformpolitik.

Die DDR nimmt nach ihrer völkerrechtlichen Anerkennung durch die Länder Uganda, Finnland, Costa Rica, Spanien, Dänemark, Island, Italien, Norwegen und Afghanistan diplomatische Beziehungen zu diesen Ländern auf.

Der Fernsehpreis “Goldene Kamera 1972” wird von der Programmzeitschrift “Hör zu” des Axel Springer Verlags verliehen. Geehrt wird Horst Seifert für seine Arbeit als Chef des Weltprogramms im Deutschen Olympiazentrum Radio Television (DOZ). Für die Entwicklung der Vorschulserie “Das feuerrote Spielmobil” wird Harald Hohenacker ausgezeichnet. Regisseur Dieter Wedel und Produktionsleiter Günter Handke erhalten die “Goldene Kamera” für ihren Fernsehfilm “Einmal im Leben. Gefahren beim Bau eines Eigenheims”.

19.1.1973, Freitag

Der Verband deutscher Schriftsteller (VdS) beschließt auf seinem Kongress in Hamburg, sich der Industriegewerkschaft Druck und Papier anzuschließen. Von den 303 anwesenden Mitgliedern gaben 275 ihre Stimme für den Beitritt, der 1974 wirksam wird.

Die US-amerikanische Eisschnellläuferin Sheila Young läuft über 500 m in Davos Weltrekord.

Die Bundesrepublik Deutschland gewährt Kenia eine Kapitalhilfe in Höhe von 5,8 Mio. DM.

Die französische Marine stellt ihr zweites mit Raketen bestücktes und mit Kernkraft angetriebenes Unterseeboot in Dienst. Die 8000 t schwere “Terrible” ist mit 16 Raketen ausgestattet, die eine Reichweite von 2400 km haben. Es patrouilliert wie das Schwesterschiff “Redoutable” im Atlantischen Ozean.

Die rhodesische Regierung kündigt weitere Schritte zur Bekämpfung der Guerillatätigkeit im Lande an. Jeder Stammesführer soll demnach Vollmachten erhalten, um jenen Mitgliedern der Gemeinschaft, die die Guerillakämpfer unterstützen, Kollektivstrafen aufzuerlegen.

Die UdSSR schließt mit Griechenland ein Luftfahrtabkommen. Demnach können künftig sowjetische Aeroflot-Maschinen Athen anfliegen. Im Gegenzug ist der griechischen Luftfahrtgesellschaft Olympic Airways das Landen auf dem Moskauer Flughafen gestattet.

20.1.1973, Samstag

Richard M. Nixon wird in Washington für eine zweite Amtsperiode als Präsident der USA vereidigt.

Amilcar Cabral, Führer der Afrikanischen Partei für die Unabhängigkeit Guinea-Bissaus und Cap Verdes (PAIGC), wird vor seinem Haus in Conakry, der Hauptstadt von Guinea, erschossen. Die PAIGC strebt die Autonomie der Überseeterritorien von der Kolonialmacht Portugal an. Guineas Staatspräsident Sékou Touré beschuldigt zwei Tage später Innocente Camil, Chef der Marine-Einheiten der Unabhängigkeitsbewegung, der Täterschaft.

21.1.1973, Sonntag

Auf Haiti wird der US-amerikanische Botschafter entführt. Die Täter, politische Gegner des Diktators François Duvalier, erzwingen ein Lösegeld in Höhe von 70 000 US-Dollar (224 000 DM) und die Freigabe von Häftlingen.

Der Film “Ludwig II.” des italienischen Filmregisseurs Luchino Visconti wird in Bonn in deutscher Erstaufführung gezeigt. Der aufwendige Ausstattungsfilm schildert das Leben des Bayernkönigs Ludwig II. Er bildet den dritten Teil einer deutschen Trilogie, zu der die Filme “Die Verdammten” (1968) und “Tod in Venedig” (1971) gehören.

22.1.1973, Montag

Der von 1963 bis 1968 amtierende US-Präsident Lyndon B. Johnson stirbt im Alter von 64 Jahren in Austin im US-Bundesstaat Texas.

In Kingston auf der Karibikinsel Jamaika siegt George Foreman im Kampf um die Weltmeisterschaft im Schwergewichtsboxen durch K. o.-Sieg über Joe Frazier.

Auf dem Flughafen der nigerianischen Stadt Kano ereignet sich eines der bisher schwersten Flugzeugunglücke in der Geschichte der Luftfahrt. 192 Menschen kommen bei der Katastrophe ums Leben.

Der Oberste Gerichtshof der USA erklärt das in zahlreichen Bundesstaaten praktizierte Gesetz, Schwangerschaftsabbrüche bis zum dritten Monat strafrechtlich zu verfolgen, als verfassungswidrig. Diese Entscheidung wird von der US-amerikanischen Frauenbewegung als Durchbruch im Kampf um die Straffreiheit bei Schwangerschaftsabbrüchen gesehen. Nach der Urteilsverkündung formiert sich in den Vereinigten Staaten die neue Bewegung “Recht auf Leben”, die ein verfassungsmäßig verankertes Abtreibungsverbot fordert.

Bundeskanzler Willy Brandt und Frankreichs Staatspräsident Georges Pompidou treffen zu zweitägigen Konsultationen in Paris zusammen. Anlass dazu gibt u.a. das zehnjährige Bestehen des deutsch-französischen Freundschaftsvertrags.

Im südöstlichen Abschnitt des Nordatlantiks beginnt “Sunny Seas 73”, das bis zum 8. Februar dauernde Marinemanöver der Staaten des Nordatlantikpakts.

23.1.1973, Dienstag

US-Präsident Richard M. Nixon gibt in einer Rundfunk- und Fernsehansprache bekannt, dass in Paris das Abkommen über die Beendigung des Krieges und die Wiederherstellung des Friedens in Vietnam paraphiert worden ist. Das Abkommen, das vom US-Sonderbeauftragten Henry A. Kissinger und Sonderberater Lê Duc Tho im Namen der Demokratischen Republik Vietnam geschlossen wird, sieht das Inkrafttreten des Waffenstillstands in der Nacht zum 28. Januar vor.

Die DDR erklärt sich in gleichlautenden Noten an die Regierungen Belgiens, der Bundesrepublik Deutschland, Dänemarks, Islands, Italiens und Norwegens bereit, an vorbereitenden Konsultationen über die Reduzierung von Streitkräften und Rüstungsmaterial in Europa teilzunehmen.

Das Landgericht Essen verurteilt die Entführer von Theodor Albrecht, des Inhabers der Lebensmittelkette “Aldi”, zu je achteinhalb Jahren Haft. Die beiden Täter hatten den Unternehmer 1971 gegen ein Lösegeld von 7 Mio. DM nach 18-tägiger Gefangenschaft freigelassen und wurden 1972 gefasst.

Auf der isländischen Insel Heimaey bricht überraschend der Helgafell-Vulkan aus.

24.1.1973, Mittwoch

US-amerikanischen Wissenschaftlern unter der Leitung des Biochemikers R. P. Geyer von der Harvard School of Public Health in Boston ist die Entwicklung von künstlichem Blut gelungen. Es besteht aus Fluorkohlenwasserstoffen und mehrwertigen Alkoholen z.B. Glyzerin.

25.1.1973, Donnerstag

An der Wiener Universität wird ein Institut für Friedensforschung eingerichtet.

Die aus Anlass des 23. Jahrestages der Gründung der DDR im Oktober 1972 erlassene Amnestie für politische und kriminelle Häftlinge ist abgeschlossen. In die Bundesrepublik Deutschland wurden 2087 Gefangene entlassen. Insgesamt sind 25 351 Strafgefangene und 6344 Untersuchungshäftlinge amnestiert worden.

In Belgien bildet Ministerpräsident Edmont Leburton ein neues Regierungskabinett. Es setzt sich aus neun Sozialisten, acht christlich-sozialen und vier liberalen Politikern zusammen. Die Sozialistische Partei stellt erstmals seit 1958 wieder den Regierungschef.

26.1.1973, Freitag

Kurt Hager, Sekretär des Zentralkomitees der SED, kritisiert auf einer Tagung der Präsidien des Kulturbundes, der Künstlerverbände und der Akademie der Künste die These von der einheitlichen Kulturnation trotz eines geteilten Deutschland. Statt dessen fordert er die Herausbildung einer eigenständigen sozialistischen Kultur in der DDR.

Die Schauspieler Marlon Brando und Maria Schneider sowie der Regisseur Bernardo Bertolucci werden von einem Gericht in Bologna der Obszönität angeklagt. Anlass ist der Film “Der letzte Tango in Paris”.

27.1.1973, Samstag

In Paris wird ein Waffenstillstandsabkommen zwischen den USA, der Demokratischen Republik Nordvietnam, Südvietnam und der Nationalen Befreiungsarmee Südvietnams unterzeichnet.

28.1.1973, Sonntag

Leopold Senghor, Präsident der Republik Senegal, wird bei Wahlen in seinem Amt bestätigt. An den Wahlen, bei denen Senghor keinen Gegenkandidaten hatte, beteiligten sich 97,05% Senegalesen.

29.1.1973, Montag

In der Bundesrepublik Deutschland tritt der Erlass der Zentralen Dienstvorschrift 12/1 für die Ausbildung der Bundeswehrsoldaten in Kraft. Künftig wird verstärkt politische Bildung in das Ausbildungsprogramm aufgenommen.

30.1.1973, Dienstag

Ein zwischen Sierra Leone und der Bundesrepublik Deutschland geschlossenes Kapitalhilfeabkommen in Höhe von 4,2 Mio. DM tritt in Kraft.

31.1.1973, Mittwoch

Der syrische Volksrat verabschiedet eine neue Verfassung, in der Syrien als demokratisch-sozialistischer und souveräner Volksstaat bezeichnet wird.

In Wien beginnen die vorbereitenden Konsultationen zwischen Vertretern der sieben Warschauer-Pakt-Staaten und den Vertretern der zwölf Mitgliedsstaaten des NATO-Verteidigungsbündnisses. Grund des Zusammentreffens ist die geplante Truppenreduzierung in Europa.

In Bonn konstituiert sich die deutsch-deutsche Grenzkommission. Ihre Gründung wurde zwischen der DDR und der Bundesrepublik Deutschland im Grundlagenvertrag vom 21. Dezember 1972 vereinbart. Ihr gehören Beamte des DDR-Außenministeriums und Mitarbeiter des Bundesinnenministeriums an.