Was geschah im Januar 1976

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1.1.1976, Donnerstag

Aufgrund eines Regierungsdekrets vom 29. August 1975 wird die gesamte Erdölindustrie Venezuelas verstaatlicht. Die früheren in- und ausländischen Eigentümer erhalten eine Entschädigung in einer Gesamthöhe von über 1 Mrd. US-Dollar (2,6 Mrd. DM).

In seiner Ansprache zum neuen Jahr prognostiziert Bundeskanzler Helmut Schmidt, dass sich die Arbeitslosigkeit im Laufe des Jahres 1976 verringern werde. Vollbeschäftigung könne allerdings noch nicht erreicht werden.

Eine Gesetzesänderung bestimmt in Österreich, dass Frauen nach der Eheschließung weiterhin ihren Geburtsnamen führen dürfen.

Nach einer Verordnung muss in der Bundesrepublik Deutschland leichtes Heizöl ab sofort kenntlich gemacht werden.

Die ägyptische Regierung erklärt die Stadt Port Said am Suezkanal zur Freihandelszone. Dadurch sollen ausländische Firmen zu Investitionen in dieser Region ermuntert werden.

In der Bundesrepublik tritt eine Verordnung in Kraft, nach der Autofahrer zum Anlegen des Sicherheitsgurtes verpflichtet sind.

2.1.1976, Freitag

Bei Restaurationsarbeiten an der San-Lorenzo-Basilika in Florenz werden bislang unbekannte Fresken aus der Renaissance freigelegt, die nach Meinung zahlreicher Experten von Michelangelo stammen.

Die unter britischem Protektorat stehenden Salomon-Inseln im Südpazifik erhalten mit Billigung Großbritanniens eine “innere Selbstregierung”. Die Einführung der Autonomie ist ein Schritt auf dem Weg zur völligen Unabhängigkeit, welche den Salomon-Inseln innerhalb der nächsten 18 Monate gewährt werden soll.

3.1.1976, Samstag

Die bislang zum französischen Staatsverband gehörenden Komoren werden per Gesetz in die Unabhängigkeit entlassen. Zum Präsidenten der vor der Ostküste Afrikas im Indischen Ozean gelegenen Inselgruppe wählt der Revolutionsrat Ali Soilih.

Ein über Nordwesteuropa hinwegrasender Orkan fordert 80 Menschenleben.

In der “Frankfurter Rundschau” erscheint ein Gedicht mit dem Titel “Artikel 3 (3)” von Alfred Andersch, das in der Öffentlichkeit heftige Kontroversen auslöst. Der Schriftsteller übt in seinem Werk scharfe Kritik an der Praxis des Radikalenerlasses in der Bundesrepublik und vergleicht sie mit der Verfolgung Andersdenkender durch die Nationalsozialisten. Wenige Tage später wird die Verlesung des Gedichts in einer Literatur-Sendung des Südwestfunks Baden-Baden von der Sendeleitung untersagt.

4.1.1976, Sonntag

US-Präsident Gerald Ford erklärt vor der Presse in Washington, die schon mehrfach aufgestellte Behauptung, dass in den USA Söldner für den Kampf gegen die marxistische MPLA in Angola ausgebildet würden, entspräche nicht den Tatsachen.

5.1.1976, Montag

Vertreter des US-amerikanischen Automobilherstellers Chrysler und des britischen Industrieministeriums unterzeichnen in Detroit (US-Bundesstaat Michigan) eine Vereinbarung über die Sanierung des vom Konkurs bedrohten britischen Tochterunternehmens. Von den rund 25 000 Mitarbeitern sollen 8300 entlassen werden.

Das Theaterstück “The Red Devil Battery Sign” des US-Dramatikers Tennessee Williams wird in Wien in englischer Sprache uraufgeführt.

Günter Gaus, ständiger Vertreter der Bundesrepublik Deutschland in der DDR, erhebt beim Außenministerium der DDR in Berlin (Ost) Protest gegen die Schließung des Ostberliner Büros des Magazins “Der Spiegel”.

In der nordirischen Stadt Armagh fallen zehn Protestanten einem Mordanschlag nordirischer Katholiken zum Opfer. Es handelt sich um einen Racheakt für die Ermordung von fünf Katholiken.

6.1.1976, Dienstag

In Portugal einigen sich die drei großen Parteien des Landes, Sozialisten, Kommunisten und die liberale Demokratische Volkspartei, auf die Grundsätze einer Bodenreform. Von dieser Maßnahme soll nur der Großgrundbesitz im Süden des Landes erfasst werden. Landwirtschaftliche Nutzflächen von weniger als 30 ha Größe fallen nicht unter die Bestimmungen der Bodenreform, von Bauern widerrechtlich besetztes Land soll bis zu einer staatlichen Entscheidung an die früheren Besitzer zurückgegeben werden.

Mit einer Festveranstaltung auf dem Berliner Flughafen Tempelhof wird das 50-Jährige Jubiläum der Deutschen Lufthansa begangen.

7.1.1976, Mittwoch

Im Rahmen eines zweitägigen Besuchs in Polen trifft der Vorsitzende der sozialdemokratischen Bundestagsfraktion, Herbert Wehner, in Warschau mit dem Ersten Sekretär der Polnischen Vereinigten Arbeiterpartei, Edward Gierek, zusammen.

Die von dem Christdemokraten Aldo Moro geführte italienische Regierung erklärt ihren Rücktritt, nachdem die Sozialistische Partei ihr die Unterstützung aufgekündigt hat.

Eine britische Fregatte rammt innerhalb der von Großbritannien beanspruchten 200-Meilen-Zone ein isländisches Kanonenboot, das versuchte, die Netze britischer Fischtrawler zu kappen.

Bundesverkehrsminister Kurt Gscheidle genehmigt in Bonn den Bau einer neuen Eisenbahnstrecke zwischen Mannheim und Stuttgart. Diese erste Neubautrasse der Bundesbahn soll für Geschwindigkeiten bis 250 km/h ausgelegt werden. Ihre Fertigstellung ist bis 1985 geplant.

8.1.1976, Donnerstag

Der chinesische Ministerpräsident Zhou Enlai stirbt in Peking im Alter von 78 Jahren.

9.1.1976, Freitag

Bei einer schweren Explosion auf einem im Hamburger Hafen liegenden Frachtschiff kommen 26 Menschen ums Leben.

Das Essener Landgericht verurteilt im Zusammenhang mit dem “Bundesligaskandal” neun Fußballspieler wegen Meineids zu Geldstrafen.

In Beirut fordern schwere Kämpfe zwischen Palästinensern und christlichen Milizen über 50 Todesopfer.

10.1.1976, Samstag

Der sowjetische Regimekritiker Leonid Pljuschtsch trifft nach seiner Entlassung aus einer psychiatrischen Anstalt in Österreich ein. Der Mathematiker war 1972 der “antisowjetischen Agitation und Propaganda” angeklagt und im darauffolgenden Jahr in eine geschlossene Nervenheilanstalt in der Ukraine eingewiesen worden.

11.1.1976, Sonntag

Nach Angaben des US-amerikanischen Wirtschaftsministeriums konnte die japanische Autofirma Datsun 1975 die meisten ausländischen Autos in den USA absetzen. In den vergangenen 20 Jahren hatte VW die meisten Importwagen in den USA verkaufen können.

12.1.1976, Montag

Vertreter der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO) nehmen in New York erstmals an einer Sitzung des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen teil.

13.1.1976, Dienstag

Als erste Frau dirigiert Sarah Caldwell an der New Yorker Metropolitan Opera. Aufgeführt wird Giuseppe Verdis Oper “La Traviata”.

In Ecuador übernimmt nach dem am 11. Januar erzwungenen Rücktritt von Staatspräsident Guillermo Rodriguez Lara eine Militärjunta unter der Führung von Vizeadmiral Alfredo Poveda Burbano die Macht.

In der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba endet nach fünf Tagen eine Konferenz der Organisation für Afrikanische Einheit (OAU), ohne dass sich die Delegierten auf eine einheitliche Haltung zum Bürgerkrieg in Angola verständigen konnten.

14.1.1976, Mittwoch

Wegen Beschädigung eines Kunstwerks von Joseph Beuys wird die Stadtverwaltung von Wuppertal vom Landgericht zur Zahlung von 165 000 DM Schadenersatz an den Künstler verurteilt.

15.1.1976, Donnerstag

Der CDU-Politiker Ernst Albrecht wird mit 78 gegen 74 Stimmen vom Niedersächsischen Landtag in Hannover zum Ministerpräsidenten gewählt.

Die katholische Kongregation für die Glaubenslehre veröffentlicht im Vatikan eine “Erklärung zu einigen Fragen der Sexualmoral”.

Ein Geschworenengericht in San Francisco (US-Bundesstaat Kalifornien) verurteilt Sara Jane Moore, die im September 1975 versucht hat, US-Präsident Gerald Ford zu ermorden, zu lebenslanger Haft.

16.1.1976, Freitag

Der US-amerikanische Federal Reserve Board (Zentraler Bankenrat) senkt den Diskontsatz von 6 auf 5,5%. Dadurch werden Kredite billiger, was zu einer Steigerung der Investitionen führen soll.

Auf dem Militärflughafen Norrköping bei Stockholm nimmt die schwedische Polizei 20 Insassen einer pakistanischen Militärmaschine fest, nachdem an Bord 33 kg Haschisch mit einem Schwarzmarktwert von rund 500 000 DM gefunden wurden.

17.1.1976, Samstag

Das in Rom tagende zweite Russell-Tribunal verurteilt die Politik der USA in Lateinamerika.

18.1.1976, Sonntag

Durch eine knappe Punktniederlage gegen seinen Herausforderer Vito Antuofermo (Italien) verliert der deutsche Boxer Eckhard Dagge in Berlin (West) seinen Europameister-Titel im Junior-Mittelgewicht.

Der Anführer der italienischen Terrororganisation “Rote Brigaden”, Renato Curcio, wird in Mailand von der Polizei festgenommen. Curcio wird für drei Morde und mehrere Entführungen verantwortlich gemacht.

19.1.1976, Montag

Nach Angaben des Bundesministeriums für innerdeutsche Beziehungen hat die Zahl von Besuchsreisen Westdeutscher in die DDR 1975 im Vergleich zum Jahr 1974 um rund 63% zugenommen.

In einer vom ZK der albanischen Kommunistischen Partei herausgegebenen Zeitschrift erscheint ein Artikel, in dem die Autarkie Albaniens als Grundsatz der Politik bezeichnet wird. Das Beharren auf völliger Unabhängigkeit wird mit Vorwürfen an die UdSSR verbunden. Sie sei u. a. durch ihre Kritik an Josef W. Stalin vom rechten Weg des Kommunismus abgekommen.

In der “New York Times” erscheint ein Bericht über die Zwangsumsiedlung von mehreren hunderttausend Kambodschanern aus den Städten aufs Land.

Die Regierung Spaniens unterstellt alle 73 000 Eisenbahner des Landes direkt dem Militär und der Militärgerichtsbarkeit. Damit sollen weitere gegen die Regierung gerichtete Streikaktionen der Eisenbahnbediensteten unterbunden werden.

In seinem traditionellen Bericht zur Lage der Nation zeichnet US-Präsident Gerald Ford ein insgesamt positives Bild von der wirtschaftlichen Entwicklung des Landes. Das größte Problem sei nach wie vor die hohe Arbeitslosigkeit. Auf dem Gebiet der Außen- und Sicherheitspolitik hebt er die verbesserten Beziehungen zu China hervor.

Syrische Truppen in einer Stärke von rund 15 000 Mann dringen in den von einem Bürgerkrieg erschütterten Libanon ein.

20.1.1976, Dienstag

Ein Sprecher des DDR-Außenministeriums protestiert in einer offiziellen Erklärung gegen die Tätigkeit der Zentralen Erfassungsstelle in Salzgitter. Die Arbeit dieser Behörde stelle eine Einmischung in die inneren Angelegenheiten der DDR und eine Belastung für die Beziehungen zwischen der DDR und der Bundesrepublik dar. Die Zentrale Erfassungsstelle registriert im Auftrag der Bundesregierung Rechtsverstöße auf dem Gebiet der DDR.

In Lissabon wird Oberst Otelo de Carvalho, einer der Anführer der portugiesischen Revolution vom April 1974, wegen seiner Beteiligung an einem kommunistischen Putschversuch am 25. November 1975 verhaftet.

Österreichs Außenminister Erich Bielka-Karltreu teilt in einem Zeitungsinterview mit, dass die Palästinensische Befreiungsorganisation (PLO) mit Billigung der österreichischen Regierung in den nächsten Wochen in Wien ein Verbindungsbüro zu den in der Hauptstadt Österreichs ansässigen Behörden der Vereinten Nationen eröffnen wird.

Das britische Unterhaus lehnt in London mit 181 gegen 120 Stimmen einen Gesetzentwurf über die Abschaffung der Prügelstrafe an öffentlichen Schulen ab. In der Begründung für seinen Gesetzentwurf hatte der Labour-Abgeordnete Dennis Canavan die körperliche Züchtigung “eine der letzten Bastionen legalistischer Gewaltanwendung” in der britischen Gesellschaft genannt.

21.1.1976, Mittwoch

Zum neuen Oberbürgermeister von Saarbrücken, der Hauptstadt des Saarlandes, wird der 32-Jährige SPD-Politiker Oskar Lafontaine gewählt.

In Saigon, der ehemaligen Hauptstadt Südvietnams, gehen die Machtbefugnisse vom Militär wieder auf eine Zivilverwaltung über. Die Stadt war nach dem Sieg der kommunistischen Truppen im Sommer 1975 unter Militärverwaltung gestellt worden.

Auf Weisung des konservativen australischen Ministerpräsidenten Malcolm Fraser wird die britische Nationalhymne “God save the Queen” wieder Nationalhymne Australiens.

Zur Eindämmung des dramatischen Kursverfalls der italienischen Lira verfügt die Regierung in Rom die Schließung aller Devisenbörsen des Landes.

Von Paris und London aus starten zwei “Concorde”-Überschallflugzeuge zu ihren ersten Linienflügen.

In Basel (Schweiz) findet die Uraufführung des Theaterstücks “Die Schwärmer” von Frank Geerk statt.

22.1.1976, Donnerstag

Der Vorstand der Deutschen Bundesbahn unterbreitet dem Bundesverkehrsministerium in Bonn drastische Sparmaßnahmen.

23.1.1976, Freitag

Sieger der 44. Rallye Monte Carlo wird der Italiener Sandro Munari mit seinem Beifahrer Silvio Maiga auf Lancia Stratos. Den zweiten Platz belegt sein Markengefährte Björn Waldegaard. Munari ist der erste Fahrer, der die Rallye Monte Carlo zum dritten Mal gewinnen kann.

Der Bundestag in Bonn verabschiedet ein neues Arbeitsschutzgesetz für Jugendliche, das u. a. die Einführung der Fünf-Tage-Woche mit 40 Arbeitsstunden und längeren Urlaub vorsieht.

US-Außenminister Henry A. Kissinger beendet einen dreitägigen Besuch in der sowjetischen Hauptstadt Moskau. Vor der Presse erklärt er, es habe sich im Verlauf der Gespräche mit dem sowjetischen Partei- und Staatschef Leonid I. Breschnew u. a. gezeigt, dass beide Seiten am Erfolg der Abrüstungsverhandlungen über strategische Waffen interessiert seien.

Das chinesische Militär unternimmt auf dem Testgelände am Lop Nor einen unterirdischen Atombombenversuch. Die Regierung in Peking lässt dazu erklären, dass die Atomtests ausschließlich zur Verteidigung des Landes dienen und China einen Ersteinsatz von Atomwaffen ablehnt.

24.1.1976, Samstag

Die Regierungen der USA und Spaniens schließen ein Stützpunktabkommen, das der US-Armee die Benutzung von Militärbasen in Spanien erlaubt. In Verbindung mit diesem Vertrag wird eine engere wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern vereinbart.

In Indien tritt ein Regierungsdekret über die Verstaatlichung der “Burmah Shell”, der größten ausländischen Erdölgesellschaft, in Kraft. Damit unterliegen rund 95% der Erdölindustrie Indiens staatlicher Kontrolle.

Aufgrund einer Ausnahmegenehmigung der Militärjunta darf in Chile ein Buch des ehemaligen christdemokratischen Präsidenten des Landes, Eduardo Frei Montalva, in begrenzter Auflage erscheinen. Frei übt darin Kritik an Menschenrechtsverletzungen durch die Militärmachthaber.

25.1.1976, Sonntag

Der deutsche Radamateur Klaus-Peter Thaler gewinnt in Lyon (Frankreich) die Weltmeisterschaft im Querfeldeinfahren.

26.1.1976, Montag

Von einem Gericht in Berlin (Ost) wird ein Einwohner von Berlin (West) wegen “staatsfeindlichen Menschenhandels” sowie “staatsfeindlicher Hetze” zu 15 Jahren Haft verurteilt. Dem Angeklagten wurde vorgeworfen, Bürger der DDR und der Tschechoslowakei zur Flucht in den Westen verholfen zu haben.

Die kubanische Regierung bestätigt in Havanna ausländische Berichte, wonach rund 8000 kubanische Soldaten in Angola auf Seiten der kommunistischen Befreiungsbewegung MPLA kämpfen.

Das Oberlandesgericht Düsseldorf erteilt Angehörigen der ständigen Vertretung der DDR in Bonn die Erlaubnis, die wegen Spionage für die DDR verurteilten Eheleute Christel und Günter Guillaume im Gefängnis zu besuchen. Mit diesem Besuch gesteht die DDR erstmals formell Verbindungen zwischen dem 1974 enttarnten Kanzlerspion und dem Staatssicherheitsdienst der DDR ein.

Regierungsvertreter Syriens und der Bundesrepublik Deutschland unterzeichnen in Damaskus ein Abkommen über technische Beratung und Unterstützung bei der wirtschaftlichen Erschließung und Nutzung des fischreichen Assad-Sees.

27.1.1976, Dienstag

Die Palästinensische Befreiungsorganisation (PLO) wird von der UNCTAD (Konferenz der UN für Handel und Entwicklung) als offizielles Mitglied aufgenommen.

Der US-amerikanische Senat bestätigt in Washington offiziell die von Präsident Gerald Ford erfolgte Ernennung von George W. Bush zum Direktor des Geheimdienstes CIA.

28.1.1976, Mittwoch

Der spanische Ministerpräsident Carlos Arias Navarro stellt in einer Grundsatzrede politische Reformen in Aussicht. Allerdings sollen die Grundsätze des 1975 verstorbenen Diktators Francisco Franco Bahamonde weiterhin Richtschnur der spanischen Politik sein.

Rund 100 britische Söldner fliegen von London aus nach Angola, um auf Seiten der FNLA gegen die marxistisch orientierte Befreiungsorganisation MPLA zu kämpfen.

Die in Paris tagenden Finanzminister der Organisation der Erdöl exportierenden Länder (OPEC) vereinbaren die Schaffung eines mit 800 Mio. US-Dollar ausgestatteten Fonds, aus dem Entwicklungsländer, die unter dem Anstieg der Ölpreise besonders zu leiden haben, unterstützt werden sollen.

29.1.1976, Donnerstag

Die australische Weizenbehörde teilt in Canberra mit, dass mit Indien und China Verträge über die Lieferung von 600 000 t bzw. 700 000 t Getreide abgeschlossen wurden.

30.1.1976, Freitag

Der Bundestag in Bonn verabschiedet ohne Gegenstimmen eine Gesetzesvorlage, nach der Opfer von Gewalttaten einen Anspruch auf Entschädigung nach dem Bundesversorgungsgesetz haben, wenn der oder die Täter nicht ermittelt oder zur Zahlung von Entschädigungen nicht herangezogen werden können.

In Neu-Delhi verabschiedet das indische Parlament einen Gesetzentwurf, der Frauen bei gleicher Arbeit den gleichen Lohn wie Männern garantiert.

31.1.1976, Samstag

Der UN-Sicherheitsrat in New York verurteilt erstmals die Unterdrückungspolitik Südafrikas in Namibia (Südwestafrika).

Aus dem Papstpalast in der südfranzösischen Stadt Avignon werden 119 Bilder des spanischen Malers Pablo Picasso gestohlen.