Was geschah im Januar 1977

  • < 1976
  • 1.1977
  • 1978 >

1.1.1977, Samstag

In seiner Neujahrsbotschaft wendet sich Papst Paul VI. gegen die Legalisierung der Abtreibung.

In Prag gründen tschechoslowakische Oppositionelle, darunter der Dramatiker Václav Havel und der frühere Außenminister Jiri Hájek, die Bürgerrechtsgruppe “Charta 77”.

Die DDR bestätigt offiziell Presseberichte, denen zufolge die Kontrollstellen an den Ausfallstraßen von Berlin (Ost) ins DDR-Umland beseitigt wurden. Die Westalliierten USA, Großbritannien und Frankreich erheben Protest, da es sich um einen Verstoß gegen den Viermächtestatus von ganz Berlin handele.

2.1.1977, Sonntag

Nach einem Bericht der Zeitung “Arab News” will Saudi-Arabien die Ölförderung in den nächsten Wochen um rund 40% erhöhen. Die tägliche Fördermenge soll auf rund 11,9 Mio. Barrel (1 Barrel sind 159 l) gesteigert werden. Die Saudis beabsichtigen, durch diese Maßnahme eine maßvolle Preispolitik der ölexportierenden Länder durchzusetzen. Einige OPEC-Staaten wie Libyen protestieren scharf gegen die Entscheidung Saudi-Arabiens.

3.1.1977, Montag

Der israelische Wohnungsbauminister Avraham Ofer begeht Selbstmord. Ihm wurde vorgeworfen, sich an öffentlichen Geldern bereichert zu haben. Die von der Arbeiterpartei geführte Regierung gerät durch diese Affäre in eine schwere Krise.

Auf Weisung der Regierung werden im Libanon Presse und Rundfunk sowie das Theater einer allgemeinen Zensur unterworfen.

Der Internationale Währungsfonds gewährt Großbritannien einen Kredit in Höhe von 3,9 Mrd. US-Dollar (9,0 Mrd. DM). Das Geld dient der Überwindung der von Arbeitslosigkeit und einer hohen Inflation gekennzeichneten britischen Wirtschaftskrise.

4.1.1977, Dienstag

Nach rund sechs Monaten Dauer geht in der Schwarzensiedlung Soweto bei Johannesburg (Südafrika) ein Schulboykott zu Ende. Zuvor hatte die weiße Minderheitsregierung die Verordnung zurückgenommen, die Burensprache Afrikaans in zahlreichen Fächern als Unterrichtssprache einzuführen. Der Schulboykott war im Juni 1976 Ausgangspunkt von blutigen Rassenunruhen.

In Seoul, der Hauptstadt Südkoreas, wird der südkoreanische Schriftsteller Kim Chi-Ha wegen “regierungsfeindlicher Tätigkeit” zu sieben Jahren Gefängnis verurteilt.

Die Militärjunta von Chile erklärt in Santiago offiziell den Austritt des Landes aus dem 1969 gegründeten Andenpakt. Der Pakt regelt vor allem die Wirtschaftsbeziehungen Chiles, Venezuelas, Kolumbiens, Ecuadors, Perus und Boliviens zum Ausland, z. B. die Höhe der Zölle. Zugleich verfügt Chile die Senkung der Einfuhrzölle um bis zu 20%, was den Absatz ausländischer Produkte in Chile stark begünstigt.

Mit dem Eintreffen des ersten Zuges aus der Hauptstadt Hanoi in Ho-Chi-Minh-Stadt, dem früheren Saigon, ist zwei Jahre nach dem Ende des Vietnamkrieges die 1500 km lange Eisenbahnverbindung zwischen dem Nord- und Südteil Vietnams wiederhergestellt. Die Strecke war aufgrund der Teilung des Landes über 25 Jahre lang unterbrochen.

5.1.1977, Mittwoch

In der libanesischen Hauptstadt Beirut werden bei einem Bombenanschlag im von Christen bewohnten Teil der Stadt 35 Menschen getötet.

6.1.1977, Donnerstag

In Brüssel nimmt die Europäische Kommission als Organ der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) unter dem Vorsitz des früheren britischen Unterhausabgeordneten Roy Harris Jenkins ihre Arbeit auf. Sie hat die Aufgabe, die europäische Einigung voranzutreiben, und besitzt zugleich ein sog. Vorschlags- und Initiativmonopol.

Presseberichten zufolge hat die indische Regierung unter Indira Gandhi in den vergangenen Tagen mehrere hundert Funktionäre der kommunistischen Partei des Landes, die der Zentralregierung in Neu-Delhi kritisch gegenüberstehen, verhaften lassen.

Jochen Danneberg (DDR) gewinnt vor dem Schweizer Walter Steiner die deutsch-österreichische Vier-Schanzen-Tournee in Bischofshofen.

7.1.1977, Freitag

Bei Genf (Schweiz) wird das Superprotonensynchrotron des CERN in Betrieb genommen.

Die österreichische Skifahrerin Annemarie Moser gewinnt in Pfronten die Weltcup-Abfahrt vor der Schweizerin Marie-Theres Nadig und Irene Epple aus der Bundesrepublik Deutschland.

8.1.1977, Samstag

Unbekannte Täter rauben bei einem nächtlichen Einbruch in die Kathedrale von Murcia im Nordosten Spaniens Kirchenschätze im Wert von schätzungsweise 300 Mio. Pesetas (rund 10 Mio. DM).

Mehrere hunderttausend Menschen demonstrieren in der chinesischen Hauptstadt Peking für die Rehabilitierung des im April 1976 seiner Ämter enthobenen Reformpolitikers Deng Xiaoping.

Bei einem Bombenanschlag auf eine Station der Moskauer Metro werden nach inoffiziellen Berichten sechs Menschen getötet und mehrere Personen teilweise schwer verletzt. Seit mehreren Jahren berichtet die amtliche Nachrichtenagentur TASS erstmals wieder über ein Attentat auf dem Gebiet der UdSSR, gibt jedoch keine Informationen über den Hintergrund der Explosion bekannt. Der Regimekritiker Andrei D. Sacharow fordert eine Untersuchung durch eine unabhängige Kommission, da er befürchtet, dass die sowjetische Regierung versuchen wird, den Terroranschlag Dissidentenkreisen anzulasten.

9.1.1977, Sonntag

Regierungsvertreter der “Frontstaaten” beschließen in Lusaka, der Hauptstadt Sambias, die in Rhodesien kämpfende schwarze Befreiungsorganisation “Patriotische Front” – trotz einer gewissen Kompromissbereitschaft der weißen Minderheitsregierung von Rhodesien – weiterhin militärisch und finanziell zu unterstützen.

Der Österreicher Franz Klammer gewinnt die Kandahar-Ski-Abfahrt in Garmisch-Partenkirchen mit 75 Hundertstelsekunden Vorsprung vor seinem Landsmann Ernst Winkler. Bester Deutscher wird Michael Veith auf dem 6. Rang.

10.1.1977, Montag

Nach anhaltenden sozialen Unruhen und ausgedehnten Streikaktionen im öffentlichen Dienst verhängt die Regierung von Sri Lanka (früher: Ceylon) die Pressezensur. Die Angestellten streiken für höhere Löhne.

Zwei große Kaffeeröstereien in der Bundesrepublik Deutschland kündigen für Mitte Januar die Erhöhung der Kaffeepreise um 8% an. Zur Begründung weisen Firmensprecher darauf hin, dass sich die Erzeugerpreise für Kaffee in den vergangenen zwei Jahren nahezu verdreifacht haben.

Beim Ausbruch des Vulkans Nyiragongo in Zaire kommen über 1500 Menschen ums Leben.

11.1.1977, Dienstag

Angehörige des Staatssicherheitsdienstes der DDR hindern DDR-Bürger am Betreten der Ständigen Vertretung der Bundesrepublik Deutschland in Berlin (Ost).

Der zwei Tage zuvor festgenommene Abu Daud, einer der meistgesuchten Palästinenserführer, wird in Paris von der Polizei trotz Auslieferungsersuchen Israels und der Bundesrepublik Deutschland wieder auf freien Fuß gesetzt. Abu Daud steht im Verdacht, am Terrorüberfall auf die israelische Olympiamannschaft 1972 in München beteiligt gewesen zu sein.

12.1.1977, Mittwoch

In der CSSR beginnt eine staatliche Kampagne gegen die Unterzeichner der “Charta 77”, die gegen die Verletzung von Bürger- und Menschenrechten in ihrem Land protestieren. In den folgenden Tagen und Wochen werden führende Mitglieder der “Charta 77” immer wieder zu stundenlangen Verhören vorgeladen.

Bei einer Razzia der südafrikanischen Polizei in einem Schwarzenghetto bei Kapstadt werden 95 Personen festgenommen. Die Polizei bezeichnet die Festgenommenen als “Unruhestifter”.

13.1.1977, Donnerstag

Erstmals nimmt der UNO-Botschafter der Bundesrepublik Deutschland, Rüdiger von Wechmar, in New York an einer Sitzung des UNO-Sicherheitsrats teil. Die Bundesrepublik war im Oktober 1976 für zwei Jahre in das Gremium gewählt worden. Neben den fünf ständigen Mitgliedern USA, Großbritannien, Frankreich, China und der Sowjetunion gehören dem Sicherheitsrat im Wechsel zehn weitere Staaten an.

Im Kernkraftwerk (KKW) Grundremmingen ereignet sich ein Störfall, bei dem radioaktiver Dampf und Wasser in den Sicherheitsbereich des Reaktorgebäudes austreten. Nach Angaben der Werksleitung besteht für das Bedienungspersonal und die Bevölkerung in der Nähe des KKW keine Gefahr.

14.1.1977, Freitag

In einer parteiamtlichen Erklärung verurteilt die Kommunistische Partei Italiens die Unterdrückungsmaßnahmen der CSSR gegen Mitglieder der Bürgerrechtsgruppe “Charta 77”. Auch die französischen Kommunisten kritisieren die Repressionen der Prager Führung.

Auf dem Neujahrsempfang für die Mitglieder des Diplomatischen Korps in Bonn spricht sich Bundespräsident Walter Scheel u.a. für eine verstärkte wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen den Industriestaaten und der Dritten Welt aus.

Im Staatstheater Braunschweig wird das Theaterstück “Sterntaler” von Franz Xaver Kroetz in der Regie von Kai Braak uraufgeführt.

15.1.1977, Samstag

In der nigerianischen Hauptstadt Lagos beginnt ein vierwöchiges “Afrikanisches Kulturfestival”, an dem rund 25 000 Menschen teilnehmen.

In einer Leningrader Privatwohnung wird eine Ausstellung mit Bildern nichtkonformistischer sowjetischer Maler eröffnet. Nach wenigen Tagen erzwingt die Polizei die Schließung der Schau.

16.1.1977, Sonntag

Der Schwede Ingemar Stenmark gewinnt den Slalom beim traditionellen Hahnenkamm-Skirennen in Kitzbühel (Österreich) vor dem Italiener Piero Groß. Den Abfahrtslauf kann der Österreicher Franz Klammer (2:09,71 min) vor den Schweizern René Berthold (2:10,64 min) und Bernhard Russi (2:10,81 min) für sich entscheiden.

In Wuppertal findet die Uraufführung des Tanzstückes “Blaubart” von Pina Bausch mit Musik aus Béla Bartóks Oper “Herzog Blaubarts Burg” statt.

17.1.1977, Montag

Im US-amerikanischen Bundesstaat Utah wird der zum Tode verurteilte Mörder Gary Gilmore hingerichtet. Es ist die erste Hinrichtung in den USA seit zehn Jahren.

Rund 50 Mio. Pilger nehmen in einer heiligen Stätte in der Nähe der indischen Stadt Allahabad an einem religiösen Fest teil.

18.1.1977, Dienstag

Die sozialliberale Koalition in Bonn einigt sich über Grundsätze für die dringend notwendige Rentensanierung.

Nach Mitteilung der ägyptischen Regierung wird der frühere Bundesfinanzminister Alex Möller (SPD) mit Zustimmung von Bundeskanzler Helmut Schmidt zukünftig als wirtschaftlicher Berater des ägyptischen Staatspräsidenten Muhammad Anwar As Sadat tätig werden.

Bei einem Eisenbahnunglück bei Sydney (Australien) kommen 80 Menschen ums Leben. Über 80 Personen erleiden z.T. schwere Verletzungen. Ein Schnellzug entgleiste und brachte eine Brücke zum Einsturz.

Das US-amerikanische Seuchenkontrollamt teilt in Atlanta (US-Bundesstaat Alabama) mit, dass es einem US-Forscherteam gelungen sei, den Erreger der sog. Legionärskrankheit zu identifizieren. Der Krankheit erlagen im Sommer 1976 29 Teilnehmer eines Veteranentreffens im US-Bundesstaat Pennsylvania. Es handelt sich dabei um eine bisher nicht bekannte Form der Lungenentzündung.

19.1.1977, Mittwoch

Die niedersächsische FDP schließt mit der CDU eine Regierungskoalition unter Ministerpräsident Ernst Albrecht. Dieser wurde im Januar 1976 vom Landesparlament in Hannover völlig überraschend zum neuen Ministerpräsidenten gewählt und regierte seitdem Niedersachsen mit einem CDU-Minderheitskabinett. Die FDP, die zuvor mit der SPD eine Regierung gebildet hatte, lehnte Koalitionsangebote der CDU zunächst ab.

Bei Protestaktionen ägyptischer Arbeiter gegen Preiserhöhungen kommt es in Kairo zu schweren Zusammenstößen mit der Polizei, die 79 Todesopfer fordern.

In dem von Südafrika verwalteten Namibia werden von katholischen Schulen – gegen die Apartheidgesetze – erstmals schwarze Kinder aufgenommen. Die südafrikanische Regierung droht der katholischen Kirche daraufhin mit Sanktionen.

Die zuständigen Stellen der Westmächte lehnen einen Antrag der DDR-Fluggesellschaft “Interflug” ab, in Berlin (West) ein Verkaufsbüro einzurichten. Die Alliierten begründen ihre Entscheidung damit, dass der auch von West-Berlinern aufgrund günstiger Tarife häufig benutzte DDR-Flughafen Schönefeld der Wirtschaft des Westteils der Stadt schade.

20.1.1977, Donnerstag

Der Vorsitzende Richter im Baader-Meinhof-Prozess in Stuttgart-Stammheim, Theodor Prinzing, wird wegen des Verdachts der Befangenheit abgelöst.

In Washington wird der neugewählte Präsident der Vereinigten Staaten, Jimmy E. Carter, feierlich in sein Amt eingeführt.

Nach einer Anweisung der Hamburger Innenbehörde darf die umstrittene “Chemische Keule”, die zu schweren Augenreizungen führen kann, bei Demonstrationen nicht mehr eingesetzt werden. Der Gebrauch der “Chemischen Keule” ist nur noch bei Notwehr zulässig.

21.1.1977, Freitag

In Daressalam, der Hauptstadt des ostafrikanischen Staates Tansania, schließen sich die beiden großen Parteien des Landes, die Tanganyika African Nation Union (TANU) und die Afro-Shirazi Party (AST) zur Einheitspartei “Sammlungsbewegung der Revolution” unter der Führung von Staatspräsident Julius Nyerere zusammen. Wesentlicher Programmpunkt der Einheitspartei ist die Errichtung eines afrikanischen Sozialismus-Modells.

Physiker einer Universität in Paris entdecken ein neues subatomares Teilchen, das zur Gruppe der Quarks gehört. Quarks sind die kleinsten Bausteine der Materie.

22.1.1977, Samstag

Nach der Lieferung von 40 Militärflugzeugen vom Typ “Phantom” durch die USA erteilt die türkische Regierung der US-Luftwaffe die Erlaubnis, 20 Militärstützpunkte in der Türkei wieder uneingeschränkt zu nutzen.

23.1.1977, Sonntag

In Salzburg (Österreich) erkennt die Jury den Georg-Trakl-Preis für Lyrik dem in der DDR lebenden Dichter Reiner Kunze und der Österreicherin Friederike Mayröcker zu. Kunze erhält zur Entgegennahme des Preises im Februar 1977 von den DDR-Behörden überraschend eine Ausreisegenehmigung.

Der neue US-amerikanische Vizepräsident Walter Mondale tritt eine Reise durch fünf westeuropäische Staaten und Japan an. Zweck der Reise ist es die Regierungen über die Politik des neuen US-amerikanischen Präsidenten Jimmy E. Carter zu informieren.

24.1.1977, Montag

Der rhodesische Ministerpräsident Ian D. Smith bringt durch seine Ablehnung eines britischen Vorschlags für die Machtbeteiligung der schwarzen Bevölkerungsmehrheit die seit rund drei Monaten in Genf tagende Rhodesienkonferenz zum Scheitern.

Mitglieder der linksextremen spanischen Untergrundorganisation GRAPO entführen in Madrid den Präsidenten des obersten Militärgerichts Spaniens Emilio Villaescusa Quiles. Der Polizei gelingt am 11. Februar 1977 die Befreiung Villaescusas aus der Gewalt der Entführer.

In Frankfurt am Main unterzeichnen Vertreter eines westdeutschen Bankenkonsortiums unter Führung der Dresdner Bank und Abgesandte der iranischen Regierung ein Kreditabkommen über 1,5 Mrd. DM. Mit dem Geld sollen vor allem größere Industrieprojekte im Iran, z. B. Kraftwerke, und der Ausbau der Verkehrswege finanziert werden. An den Projekten sind zahlreiche Firmen aus der Bundesrepublik Deutschland beteiligt.

25.1.1977, Dienstag

Fünf Gewerkschaftsanwälte werden von vermutlich rechtsgerichteten Terroristen in Madrid ermordet. Aus Protest gegen den politischen Terror legen am 27. Januar mehrere hunderttausend Spanier die Arbeit nieder.

Das erste Sonnenkraftwerk Frankreichs wird in Odeillo (Pyrenäen) in Betrieb genommen.

Der Leiter des psychiatrischen Krankenhauses von Triest in Oberitalien Franco Basaglia, teilt mit, dass bis September 1977 in einer bislang beispiellosen Aktion sämtliche Patienten entlassen werden sollen. Die psychisch Kranken werden zukünftig in ihren Familien oder in Wohngemeinschaften wohnen und nur noch ambulant betreut werden. Mit dem umstrittenen Versuch zieht Basaglia die Konsequenz aus seiner Überzeugung, dass die negativen Folgen der Hospitalisierung eindeutig überwiegen.

26.1.1977, Mittwoch

Der spanische Ministerrat beschließt in Madrid Maßnahmen zur Bekämpfung des Terrorismus.

Aus Anlass des 189. Jahrestages der Einsetzung des ersten britischen Gouverneurs in Australien gibt die Regierung in Canberra die Rückgabe eines ausgedehnten Gebietes im Nordosten des Landes an die Ureinwohner bekannt. Diese Maßnahme sei als Wiedergutmachung an den Aborigines (Ureinwohner) für erlittenes Unrecht gedacht, heißt es in der offiziellen Begründung.

27.1.1977, Donnerstag

In Tokio beginnt im Zusammenhang mit der “Lockheed-Affäre” der Bestechungsprozess gegen den früheren japanischen Ministerpräsidenten Kakuei Tanaka.

In einer in Rom veröffentlichten “Erklärung der Heiligen Kongregation für die Glaubenslehre zur Frage der Zulassung der Frauen zum Priesteramt” lehnt die katholische Kirche das Priesteramt für Frauen grundsätzlich ab. In ihrer Begründung beruft sie sich auf die Bibel und die Tradition der Kirche.

In Brüssel unterzeichnen 17 von 19 Mitgliedsstaaten des Europarates die Anti-Terrorismus-Konvention.

Nach den Protesten der vergangenen Tage in Ägypten infolge von drastischen Preiserhöhungen für Lebensmittel verfügt die Regierung in Kairo eine Erhöhung der Löhne und Gehälter um 10%. Die Preiserhöhungen waren z.T. bereits kurz nach Ausbruch der Unruhen Mitte Januar zurückgenommen worden.

28.1.1977, Freitag

Nach einem Überfall von etwa 5000 kambodschanischen Soldaten auf ein thailändisches Dorf schließt Thailand die Grenzen zu Kambodscha.

29.1.1977, Samstag

Der polnische KP-Chef Edward Gierek stellt in Warschau in einer Rede eine Lockerung der Zensurbestimmungen für literarische Werke in Aussicht.

30.1.1977, Sonntag

Infolge einer Kältewelle kommt es in weiten Teilen der USA zu einer Energiekrise.

31.1.1977, Montag

Nach dreijähriger Geiselhaft wird die französische Archäologin Françoise Claustre von Rebellen im Tschad freigelassen. Die Freilassung erfolgt auf Vermittlung des libyschen Revolutionsführers Muammar al Gaddafi.

In Paris wird das “Centre National d’Art et de la Culture Georges Pompidou” feierlich seiner Bestimmung übergeben.