Was geschah im Januar 1982

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1.1.1982, Freitag

Der 1981 gewählte neue Generalsekretär der Vereinten Nationen, der Peruaner Javier Pérez de Cuéllar, tritt in New York sein Amt an. Er löst den Österreicher Kurt Waldheim ab.

Der aus Polen stammende Papst Johannes Paul II. appelliert in seiner Neujahrsbotschaft an die Regierung in Warschau, die unabhängige Gewerkschaft “Solidarität” wieder zuzulassen.

Nach über 60 Jahren wird Arthur Schnitzler skandalumwittertes Bühnenstück “Reigen” u.a. in Basel und München wieder aufgeführt.

In der Bundesrepublik Deutschland treten gesetzliche Neuregelungen in Kraft, die teilweise eine Kürzung staatlicher Leistungen zur Folge haben.

In mehreren Bundesländern werden erstmals Frauen im Vollzugsdienst der Schutzpolizei eingesetzt.

2.1.1982, Samstag

Der ägyptische Staats- und Regierungschef Mohammed Hosni Mubarak gibt das Amt des Ministerpräsidenten an seinen Stellvertreter Ahmad Fuad Muhji Ad Din ab. Dieser kündigt an, er wolle sich vorrangig um die Lösung der wirtschaftlichen Probleme seines Landes kümmern.

Eine Gruppe walisischer Nationalisten, die sich “Arbeiterarmee der Republik Wales” nennt, verübt in Birmingham und anderen mittelenglischen Städten Bombenanschläge auf öffentliche Einrichtungen. Menschen kommen nicht zu Schaden. Die Extremisten fordern ein von Großbritannien unabhängiges Wales.

3.1.1982, Sonntag

Der saudi-arabische Kronprinz Ibn Abd Al Asis Fahd erklärt in einem Zeitungsinterview, sein Land werde Israel anerkennen, wenn der jüdische Staat die besetzten arabischen Gebiete zurückgebe und die Rechte des palästinensischen Volkes anerkenne. Schon einen Tag später wird diese offensichtlich nicht offiziell abgesegnete Erklärung zurückgezogen.

Eine zum libanesischen Hafen Tripoli führende irakische Erdöl-Pipeline wird durch einen Sabotageakt unterbrochen, nachdem sie ihren Betrieb nach sechsjähriger Pause erst eine Woche zuvor wiederaufgenommen hatte. Am 7. Januar wird auch eine zweite Pipeline in die Türkei teilweise zerstört. Irak ist auf den Export von Erdöl dringend angewiesen, um die Kosten des Krieges gegen den Iran finanzieren zu können.

4.1.1982, Montag

Bundeskanzler Helmut Schmidt (SPD) trifft zu Gesprächen mit US-Präsident Ronald Reagan in Washington ein.

Der bisherige stellvertretende Außenminister William Clark wird zum neuen Sicherheitsberater von US-Präsident Ronald Reagan ernannt. Sein Vorgänger Richard Allen hatte sich im November 1981 vom Dienst suspendieren lassen, nachdem eine Untersuchung der gegen ihn erhobenen Korruptionsvorwürfe eingeleitet worden war.

5.1.1982, Dienstag

Die am 3. Januar angetretene neue Regierung von Südkorea hebt die seit 36 Jahren geltende nächtliche Ausgangssperre mit sofortiger Wirkung auf.

Bundesjustizminister Jürgen Schmude (SPD) teilt in Bonn mit, dass mit dem 1977 eingeführten Urlaub aus der Haft bislang positive Erfahrungen gesammelt werden konnten. 1980 seien von mehr als 150 000 beurlaubten Strafgefangenen lediglich 2,8% nicht oder nicht freiwillig in die Haftanstalten zurückgekehrt. Der Urlaub vom Gefängnis soll die Resozialierung von Straftätern fördern.

6.1.1982, Mittwoch

Das Bundessozialgericht in Kassel entscheidet, dass ausländische Gastarbeiter, die nicht aus Ländern der Europäischen Gemeinschaft stammen, für ihre in der Heimat lebenden Kinder nicht in voller Höhe Kindergeld nach bundesdeutschen Recht beanspruchen können. Ihnen stehe nur das im Sozialversicherungsabkommen mit dem jeweiligen Heimatland ausgehandelte niedrigere Kindergeld zu.

Über 100 Menschen kommen bei schweren Regen- und Schneestürmen im Westen der USA ums Leben. Vor allem in Kalifornien und Arizona lösen die Unwetter zahlreiche Lawinen und Erdrutsche aus.

Der Skispringer Manfred Deckert (DDR) gewinnt die Vierschanzen-Tournee. Erfolgreichster bundesdeutscher Teilnehmer ist Christoph Schwarz aus Oberaudorf auf Rang vier.

7.1.1982, Donnerstag

Die französische Regierung kündigt an, dass sie das linksgerichtete Regime in Nicaragua mit Defensivwaffen beliefern werde. Der Schritt wird von der US-Führung, die auf eine Isolierung Managuas setzt, heftig kritisiert.

Die rumänische Regierung verfügt strenge Maßnahmen zur “Verstärkung der Ordnung und Arbeitsdisziplin”. Beschäftigte, die sich unerlaubt von ihrem Arbeitsplatz entfernen oder während der Arbeitszeit rauchen oder Alkohol trinken, können danach mit bis zu zwei Jahren Haft bestraft werden. Mit der Anordnung sollen vermutlich auch die hohen Unfallzahlen in rumänischen Betrieben reduziert werden.

Der Deutsche Bund für Vogelschutz erklärt den Brachvogel zum “Vogel des Jahres 1982”. Die Vogelart werde ebenso wie andere Watvögel durch die intensive Landwirtschaft in ihrem Lebensraum immer mehr zurückgedrängt und sei daher in ihrem Bestand gefährdet.

8.1.1982, Freitag

In Hessen werden in kalbfleischhaltigen Konserven Spuren von Östrogen gefunden. Der Einsatz des Hormons in der Kälbermast ist untersagt; in den letzten Jahren hat es jedoch immer wieder Verstöße gegen das Verbot gegeben.

In einem Festakt wird in Saarbrücken der Eingliederung des Saarlandes in die Bundesrepublik Deutschland vor 25 Jahren gedacht. Bundespräsident Karl Carstens bezeichnet das Ereignis als Beispiel für die friedliche Lösung von Konflikten unter Beachtung der Selbstbestimmung der Völker.

9.1.1982, Samstag

Die ersten 60 von insgesamt 1000 salvadorianischen Soldaten treffen zu einer Spezialausbildung in einem Übungslager der US-Armee ein. Die Führung in Washington will auf diese Weise die salvadorianische Regierung im Bürgerkrieg unterstützen.

In Mitteleuropa ist eine totale Mondfinsternis zu beobachten.

10.1.1982, Sonntag

Zum Abschluss der Klausurtagung der CSU-Landesgruppe in Wildbad-Kreuth erklärt deren Vorsitzender Friedrich Zimmermann, er erwarte noch in diesem Jahr das Auseinanderbrechen der sozialliberalen Koalition in Bonn. Die CDU/CSU-Opposition sei in dieser Lage zur “Regierungsübernahme bereit”.

In weiten Teilen Süddeutschlands bricht nach heftigen Schneefällen der Verkehr zeitweilig zusammen.

11.1.1982, Montag

Die NATO-Außenminister fordern auf einer Sondersitzung in Brüssel schärfere Maßnahmen gegenüber Warschau und Moskau wegen der im Dezember 1981 erfolgten Verhängung des Kriegsrechts in Polen. Die westeuropäischen Staaten haben Wirtschaftssanktionen bislang abgelehnt.

Der pakistanische Staatspräsident Ziaul Haq erklärt, dass die seit über zwei Jahren geltenden Zensurbestimmungen gelockert würden. Zeitungsartikel müssten nicht länger den Zensurbehörden vorgelegt werden; die Herausgeber seien jedoch aufgerufen, Selbstzenzur zu üben.

12.1.1982, Dienstag

Das Bundesverwaltungsgericht in Berlin (West) untersagt die Einrichtung neuer Peep-Shows, weil diese die Menschenwürde verletzten.

Die Mannschaft der Bundesrepublik Deutschland belegt bei der Feldhockey-Weltmeisterschaft in Bombay hinter Pakistan den zweiten Platz.

13.1.1982, Mittwoch

Die französische Regierung führt per Sozialverordnung die 39-Stunden-Woche und eine fünfte Urlaubswoche für alle Arbeitnehmer ein. Bis 1985 soll in Frankreich die 35-Stunden-Woche zur Regelarbeitszeit werden.

Der Deutsche Naturschutzring fordert in einer in Bonn veröffentlichten Erklärung, die letzten Moorgebiete in der Bundesrepublik, insbesondere die Hochmoore, vor der endgültigen Vernichtung zu bewahren und sie unter Naturschutz zu stellen. Die meisten westdeutschen Moore sind durch den Torfabbau in ihrem Bestand als ökologisch intakte Feuchtgebiete gefährdet.

Beim Absturz einer Boeing 737 unmittelbar nach dem Start vom Flughafen Washington kommen 78 Menschen ums Leben.

Der Aufsichtsrat des Thyssen-Betriebs Schalker Verein beschließt ein Sanierungskonzept für das Stahlunternehmen. Es sieht die Stilllegung des Hochofens Gelsenkirchen innerhalb von drei Jahren sowie den Abbau von 1000 Arbeitsplätzen in Gelsenkirchen und Hilden vor.

14.1.1982, Donnerstag

Adil Carcani, der als gemäßigter Wirtschafts- und Verwaltungsfachmann ohne außenpolitische und militärische Ambitionen gilt, wird zum neuen albanischen Ministerpräsidenten ernannt. Sein Vorgänger Mehmet Shehu, der das Amt 27 Jahre lang ausübte. hat nach offiziellen Angaben am 17. Dezember 1981 Selbstmord verübt. Anderen Quellen zufolge könnte Shehu jedoch auch Machtkämpfen innerhalb der albanischen Führung zum Opfer gefallen sein.

15.1.1982, Freitag

Bei einem Bombenanschlag auf ein jüdisches Restaurant in Berlin (West) kommt ein Kind ums Leben.

16.1.1982, Samstag

Zum Abschluss ihres zweitägigen Treffens in Key Biscaine/Florida erklären Regierungsvertreter aus den westlichen Industrieländern und Japan, dass sie von einseitigen Maßnahmen zur Importbeschränkung absehen werden. Anlass für das Treffen waren Unstimmigkeiten zwischen den USA und Westeuropa über Stahlimporte sowie der japanische Exportboom.

Nach mehr als 400 Jahren nehmen der Vatikan und Großbritannien wieder volle diplomatische Beziehungen auf.

17.1.1982, Sonntag

Heiko Fischer (Stuttgart) und Manuela Ruben (Mannheim) sichern sich bei den Deutschen Meisterschaften im Eiskunstlauf die Titel in den Einzelwettbewerben. Den Paarlauf gewinnen Bettina Goller/Peter Klisch aus München: Meister im Eistanz werden Birgit Hage (Berlin)/Stefan Zins (Frankfurt).

Die spanische Polizei befreit in einer spektakulären Aktion den Madrider Frauenarzt Julio Iglesias, Vater des weltweit erfolgreichen Schlagersängers gleichen Namens, aus der Hand seiner Entführer. Der Arzt war im Dezember 1981 von Mitgliedern der baskischen Separatistenorganisation ETA entführt worden. Die Kidnapper forderten ein Lösegeld in Millionenhöhe.

Etwa 2000 Menschen begleiten Bundespräsident Karl Carstens (CDU) auf seiner Wanderung in einem Waldgebiet zwischen Hattingen und Essen. Seit Beginn seiner Amtszeit 1979 hat Carstens die Bundesrepublik Deutschland in Etappen bereits von der Ostsee bis zu den Alpen durchwandert.

18.1.1982, Montag

Der Bundesdatenschutzbeauftragte Hans-Peter Bull klagt in seinem Jahresbericht über Verstöße der Sicherheitsbehörden gegen das Datenschutzrecht.

Der französische Atomreaktor “Superphoenix” an der Rhone wird durch Raketenwerfer leicht beschädigt. Die Verantwortung für den Anschlag übernimmt ein “Komitee für Pazifismus und Ökologie”. Die Anlage, in der ein Brutreaktor installiert werden soll, enthält noch kein radioaktives Material.

Der Tschechoslowake Ivan Lendl gewinnt in New York mit einem Sieg über den US-Amerikaner Vitas Gerulaitis das Internationale Masters-Tennisturnier.

Die “New York Times” meldet, dass in den USA im Exil lebende Nicaraguaner eine militärische Ausbildung erhielten, um sie für einen Kampf gegen die linksgerichtete Regierung in Managua vorzubereiten. Die Führung in Washington bestätigt die Meldung, erklärt aber, dass dadurch die Neutralität der USA in dem innernicaraguanischen Konflikt nicht verletzt werde.

19.1.1982, Dienstag

Der niederländische Sozialist Pieter Dankert wird als Nachfolger der Französin Simone Veil zum Präsidenten des Europäischen Parlaments gewählt.

Bundeskanzler Helmut Schmidt trifft mit Spitzenvertretern der Gewerkschaften und Unternehmerverbänden zu Gesprächen über die wirtschaftliche Lage zusammen. Im Mittelpunkt der Erörterungen steht die wachsende Arbeitslosigkeit.

In Jerusalem stirbt 77jährig der polnische Jude Leopold Trepper. Er leitete die “Rote Kapelle”, eine erfolgreiche Spionageorganisation der Sowjetunion gegen das nationalsozialistische Deutschland während des Zweiten Weltkriegs.

Der erstmals vergebene Arno-Schmidt-Preis wird dem Autor und James-Joyce-Übersetzer Hans Wollschläger verliehen.

20.1.1982, Mittwoch

In einer Erklärung zum 40. Jahrestag der sog. Wannsee-Konferenz, auf der die nationalsozialistischen Machthaber die “Endlösung der Judenfrage” beschlossen, mahnt Bundeskanzler Helmut Schmidt, die Deutschen müssten “der Menschenverachtung und dem Rassenhaß leidenschaftlich” widerstehen. Die an den Juden begangenen Verbrechen dürften nicht vergessen werden.

Die US-amerikanische Regierung erklärt, sie werde dafür sorgen, dass neun Monate zuvor aus Peru in die USA geschmuggelte Kunstschätze an das südamerikanische Land zurückgegeben werden. Die über 500 Jahre alten Gegenstände haben einen Wert von 1,3 Mio. US-Dollar (rund 3,1 Mio. DM).

Eine gegen die israelische Annexion der Golanhöhen gerichtete Resolution des Weltsicherheitsrates scheitert am Veto der USA.

21.1.1982, Donnerstag

In Wien werden zwei arabische Terroristen zu lebenslanger Haft verurteilt. Sie hatten am 29. August 1981 einen Anschlag auf eine Synagoge verübt, bei dem zwei Menschen getötet und mehrere verletzt worden waren.

Die Sowjetunion und Angola schließen einen Zehn-Jahres-Vertrag über eine wirtschaftliche Zusammenarbeit. Wie die USA ist die UdSSR daran interessiert, Entwicklungsländer durch ökonomische Hilfen an sich zu binden.

22.1.1982, Freitag

Nach viertägiger Debatte verabschiedet der Bundestag den Staatshaushalt für 1982.

In Oberpfaffenhofen übernimmt die NATO das erste Aufklärungsflugzeug vom Typ AWACS.

Der Aufsichtsrat der zu 80% bundeseigenen Lufthansa beruft den Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Heinz Ruhnau (SPD), als Nachfolger von Herbert Culmann zum Chef der Fluggesellschaft. Die Belegschaft kritisiert die Entscheidung, weil sie einen “Parteibuchbeamten” an der Firmenspitze ablehnt.

23.1.1982, Samstag

Walter Röhrl (Regensburg) und sein Copilot Christian Geistdörfer (München) gewinnen die 50. Rallye Monte Carlo.

Die sambische Regierung will fünf Jahre lang keine Lizenzen zur Elefantenjagd ausgeben. Die Dickhäuter sind vor allem durch Wilderer in den letzten Jahren stark dezimiert worden.

Frankreich und die Sowjetunion schließen in Paris einen Vertrag über die Lieferung von sowjetischem Erdgas für eine Dauer von 25 Jahren.

Zwei Menschen sterben, als in Boston eine DC-10 von der Landebahn abkommt und in ein Hafenbecken rutscht.

24.1.1982, Sonntag

Der ägyptische Außenminister Kamal Hassan Ali teilt mit, dass sein Land sowjetische Techniker für mehrere Industrieprojekte angefordert habe. Die Beziehungen zwischen den beiden Ländern haben sich seit der Annäherung Ägyptens an den Westen zunehmend verschlechtert. Ihren Höhepunkt erreichten die Spannungen mit der Ausweisung des sowjetischen Botschafters aus Kairo im September 1981. Nun strebt die ägyptische Führung offenbar einen Kurswechsel an.

Bei Kämpfen zwischen einem Sonderkommando der thailändischen Streitkräfte und der Privatarmee eines birmesischen Opiumhändlers kommen 50 Menschen ums Leben. Schauplatz der Auseinandersetzungen ist das sog. Goldene Dreieck im Grenzgebiet zwischen Thailand, Birma und Laos das für den Anbau von Opium berüchtigt ist.

25.1.1982, Montag

In Moskau stirbt 79jährig der Parteifunktionär Michail A. Suslow. Er galt als Chefideologe der Sowjetunion und hat die Politik seines Landes über Jahrzehnte entscheidend geprägt.

26.1.1982, Dienstag

Das polnische Parlament billigt nachträglich die Verhängung des Kriegsrechts am 13. Dezember 1981.

Mauro Koivisto wird als Nachfolger von Urho Kekkonen zum finnischen Staatspräsidenten gewählt.

US-Außenminister Alexander Haig und sein sowjetischer Amtskollege Andrei Gromyko kommen in Genf zu Gesprächen zusammen. Hauptthemen bei der Begegnung sind das Kriegsrecht in Polen sowie die geplanten Abrüstungsverhandlungen.

In der traditionellen Rede an die Nation kündigt US-Präsident Ronald Reagan (Republikaner) an, er wollte im Rahmen eines “neuen Föderalismus” Wohlfahrtsprogramme an die einzelnen Bundesstaaten übertragen. Im Gegenzug werde die Zentralregierung das Gesundheitsprogramm für Bedürftige übernehmen.

In Großbritannien übersteigt die Zahl der Arbeitslosen die Dreimillionengrenze und erreicht damit einen bisher nicht dagewesenen Höchststand. Die Wirtschaftspolitik der konservativen Regierung von Premierministerin Margaret Thatcher ist vorrangig darauf ausgerichtet, die Staatsverschuldung und die Inflationsrate zu senken, um die Währung zu stabilisieren.

27.1.1982, Mittwoch

Das Bundesinnenministerium in Bonn verbietet die Volkssozialistische Bewegung Deutschlands/Partei der Arbeit, weil sie neofaschistische Ziele verfolge.

Der sozialdemokratische Bundestagsabgeordnete Manfred Coppik erklärt aus Protest gegen die Regierungspolitik seinen Austritt aus der SPD. Er will dem Parlament als Parteiloser aber weiterhin angehören.

Bei einer Protestkundgebung gegen das geplante Atommüllager in Gorleben überschreiten etwa 40 Demonstranten die Grenze zur DDR.

28.1.1982, Donnerstag

Ein Sonderkommando der italienischen Polizei befreit den am 17. Dezember 1981 von den Roten Brigaden entführten NATO-General James Dozier aus einer Wohnung in Padua.

29.1.1982, Freitag

Zu Haftstrafen von zweieinhalb bzw. anderthalb Jahren verurteilt das Münchner Schwurgericht zwei Gynäkologen, die ein vermeintlich missgebildetes Kind nach der Geburt getötet hatten.

30.1.1982, Samstag

Beim weltweiten “Tag der Solidarität mit Polen”, zu dem US-Präsident Ronald Reagan aufgerufen hat, kommt es in vielen Städten des Westens zu Sympathiekundgebungen. Die Resonanz ist insgesamt jedoch geringer als erwartet.

Bei den bislang schwersten Krawallen am Bauplatz Für die geplante Startbahn West des Frankfurter Flughafens werden 140 Menschen verletzt.

31.1.1982, Sonntag

Die israelische Regierung stimmt der geplanten Stationierung von UN-Friedenstruppen mit Soldaten aus Großbritannien, Frankreich, Italien und den Niederlanden auf der Sinai-Halbinsel zu. Zunächst hatte sie die Entsendung abgelehnt, weil sich die beteiligten Länder für eine Autonomie der Palästinenser ausgesprochen haben.

Bei einem Lawinenunglück in Österreich werden 13 Skiwanderer, darunter zehn Jugendliche, getötet.

In Hamburg wird das Theaterstück “Kalldewey, Farce” von Botho Strauß uraufgeführt.