Was geschah im Januar 1985

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1.1.1985, Dienstag

Die DDR weitet ihre Territorialgewässer von drei auf zwölf Seemeilen aus und begründet dies mit Hinweis auf die geltende UN-Seerechtskonvention, die eine Ausweitung erlaubt.

In der Bundesrepublik Deutschland wird die Sozialgesetzgebung teilweise novelliert: Ältere Arbeitslose erhalten statt 12 nun 18 Monate Arbeitslosengeld, arbeitslose Jugendliche bekommen bis zum 21. statt bis zum 16. Lebensjahr Kindergeld. Die Sperrfrist für den Bezug von Arbeitslosengeld bei selbstverschuldeter Erwerbslosigkeit verlängert sich von acht auf zwölf Wochen. Der Beitragssatz zur Arbeitslosenversicherung sinkt von 4,6% auf 4,4%, die Beiträge zur Rentenversicherung steigen dafür um 0,2% auf 18,7%.

Mit dem Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker wird in Wien das von der EG-Kommission und dem Europarat beschlossene “Europäische Jahr der Musik” eröffnet. 1985 jähren sich u.a. zum 300. Mal die Geburtstage der deutschen Komponisten Georg Friedrich Händel (23.02.) und Johann Sebastian Bach.

In der Bundesrepublik Deutschland geht das erste kommerzielle Satelliten-Fernsehprogramm SAT 1 auf Sendung. Das Programm, das werktags ab 13.30 Uhr und sonntags ab 12 Uhr bis Mitternacht über den europäischen Fernmeldesatelliten ECS 1 ausgestrahlt wird, finanziert sich ausschließlich aus Werbung, die maximal 20% der Sendezeit einnehmen darf.

Trotz des Protestes der Nachbarländer wird in der Schweiz eine Autobahngebühr für Personenkraftwagen in Höhe von 30 Franken (35,70 DM) pro Jahr wirksam.

In der Volksrepublik China treten Wirtschaftsreformen in Kraft, die eine teilweise Abkehr von der Zentralverwaltungswirtschaft bedeuten.

Kurt Furgler tritt als Nachfolger von Leon Schlumpf das Amt des schweizerischen Bundespräsidenten an. Furgler war bereits 1977 und 1981 Bundespräsident.

2.1.1985, Mittwoch

Als Reaktion auf die anhaltende Wirtschaftskrise wertet die polnische Regierung die Landeswährung, den Zloty, um 12% gegenüber dem US-Dollar ab.

Im dritten Fernsehprogramm des Hessischen Rundfunks wird die Werbung eingeführt, um die Einnahmesituation des Senders zu verbessern.

3.1.1985, Donnerstag

In Israel wird bekannt, dass im Zuge einer Luftbrücke (“Operation Moses”) seit Mitte November 1984 mehr als 10 000 äthiopische Juden (sog. Falaschen) aus dem vom Bürgerkrieg heimgesuchten Land nach Israel gebracht worden sind.

Aufgrund von Preiserhöhungen für Benzin (um 65%) und für die Verkehrsbetriebe (um 50%), die auf Empfehlung des Internationalen Währungsfonds (IWF) ausgesprochen worden sind, kommt es in mehreren Städten von Ecuador zu Unruhen, bei denen sechs Menschen starben. Seit seinem Amtsantritt im August 1984 versucht der konservative Präsident León Febres Cordero, die schwere Wirtschaftskrise mit marktwirtschaftlichen Methoden zu überwinden.

4.1.1985, Freitag

Die UdSSR entschuldigt sich bei den Regierungen Schwedens und Finnlands offiziell für die Verletzung des Luftraumes der beiden Staaten durch einen sowjetischen Marschflugkörper. Das Geschoss war am 28. Dezember 1984 vermutlich von einem in der Barentssee operierenden sowjetischen Kriegsschiff abgefeuert worden und aufgrund eines technischen Fehlers über Nordfinnland abgestürzt. Trümmer der Rakete werden Ende Januar auf dem Eis des Inari-Sees gefunden.

In London wird das “Baby Cotton” geboren, das künstlich gezeugt und von einer Leihmutter gegen die Zahlung von 6500 Pfund Sterling (rd. 24 765 DM) ausgetragen wurde. Die Geburt führt weltweit zu einer Diskussion über die sog. Leihmutterschaft. Ein Gericht in London entscheidet am 13. Januar, dass dieses erste in Europa aus einer kommerziellen Ersatzschwangerschaft geborene Kind an das Ehepaar zu übergeben sei.

Die Europäische Gemeinschaft vereinbart mit den Vereinigten Staaten eine Beschränkung des Stahlröhrenexports aus den EG-Ländern in die USA auf einen Anteil von 7,6% am US-Markt, um damit der Kritik Washingtons an den Subventionen für die europäischen Stahlunternehmen entgegenzukommen.

5.1.1985, Samstag

In Stuttgart beginnt das zweitägige “Dreikönigstreffen” der FDP Baden-Württembergs. Als Nachfolger Jürgen Morloks wird Walter Döring zum Landesvorsitzenden gewählt.

Der indische Ministerpräsident Rajiv Gandhi, dessen Kongresspartei bei den Wahlen im Dezember 1984 insgesamt 401 der 508 Parlamentssitze errungen hatte, kündigt in einer Grundsatzerklärung eine umfassende Reform der indischen Gesellschaft an. Besonderen Wert legt Gandhi auf den Kampf gegen Korruption, Faulheit und Ineffizienz sowie eine größere Fairneß gegenüber ethnischen und religiösen Minderheiten wie den Sikhs.

6.1.1985, Sonntag

Das anhaltende Winterwetter lässt die Temperaturen in Norditalien auf unter minus 20 sinken. In Rom liegt erstmals seit 14 Jahren Schnee.

Durch einen Fünfsatzsieg über den Schweden Stefan Edberg gewinnt der erst 17-Jährige Leimener Boris Becker das erstmals ausgetragene “Junioren-Masters” für Spieler bis zu 21 Jahren in Birmingham. Für den Sieg erhält Becker umgerechnet 60 000 DM.

7.1.1985, Montag

In Genf sprechen die Außenminister der USA und der Sowjetunion, George Shultz und Andrei A. Gromyko, über die Wiederaufnahme der Abrüstungsverhandlungen zwischen beiden Supermächten. Am 26. Januar geben Moskau und Washington den 12. März als offiziellen Verhandlungsbeginn bekannt.

Der französische Sozialist Jacques Delors, bis Juli 1984 Wirtschafts- und Finanzminister seines Landes, tritt sein Amt als Präsident der 14köpfigen Kommission der Europäischen Gemeinschaft in Brüssel an. Er ist Nachfolger des Luxemburgers Gaston Thorn.

8.1.1985, Dienstag

In Paris bleiben nachts alle Metro-Stationen geöffnet, um den etwa 7500 Clochards Schutz vor den arktischen Temperaturen zu gewähren.

Truppen der Volksrepublik Vietnam, die seit 1979 große Teile Kambodschas besetzt halten, erobern zusammen mit Regierungseinheiten das Hauptquartier der nationalistischen Widerstandsorganisation von Son Sann.

US-Präsident Ronald Reagan ernennt Donald T. Regan zum Stabschef des Weißen Hauses. Regans Vorgänger im Weißen Haus, James Baker, wird dessen Nachfolger im Amt des Finanzministers.

9.1.1985, Mittwoch

Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Johannes Rau (SPD) trifft zu einem dreitägigen Besuch in der DDR ein und führt ein Gespräch mit dem DDR-Staats- und Parteichef Erich Honecker.

Die deutsche Bundesregierung bestätigt die Existenz nuklearer Kleinkampfmittel der US-Armee in der Bundesrepublik.

10.1.1985, Donnerstag

In Nicaragua wird Daniel Ortega, seit März 1981 Chef der linksgerichteten Regierungsjunta, als Staatspräsident vereidigt. Er war aus den im November 1984 abgehaltenen Wahlen als Sieger hervorgegangen.

Das Arbeitsgericht Frankfurt am Main erklärt die Aussperrung Von Arbeitnehmern in Hessen mit Hinweis auf die Landesverfassung für unrechtmäßig. Im Tarifstreit 1984 waren etwa 33 000 hessische Metallarbeitnehmer ausgesperrt worden.

Die Kabarettisten Dieter Hildebrandt und Werner Schneyder haben ihren ersten von insgesamt sechs vielbeachteten Auftritten in Leipzig.

Nach einem Schwimmfest in Fayetteville (USA) setzt sich der 20-Jährige DDR-Schwimmer Jens-Peter Berndt von seiner Mannschaft ab und bittet in den Vereinigten Staaten um Asyl.

11.1.1985, Freitag

In Graz (Österreich) findet die Wiedereröffnung des Opernhauses nach erfolgtem Umbau statt.

In Rio de Janeiro beginnt ein zehntägiges Rockfestival, mit dem die Musik europäischer Rockstars wie Rod Stewart, Iron Maiden, James Taylor, Nina Hagen und die Scorpions in Südamerika bekanntgemacht werden soll.

Nach langwierigen Auseinandersetzungen zwischen Filmverleih und Regisseur Wim Wenders läuft der Film “Paris, Texas” in den bundesdeutschen Kinos an.

In der Royal Academy of Arts in London wird eine Ausstellung mit Werken des russisch-jüdischen Malers Marc Chagall eröffnet (bis 31. 3.).

Durch den Brand einer Pershing-2-Rakete auf dem Militärgelände in der Heilbronner Waldheide werden drei US-Soldaten getötet.

12.1.1985, Samstag

Nach blutigen Zusammenstößen zwischen separatistischen Kanaken und weißen Gegnern der Unabhängigkeit wird über das französische Übersee-Territorium Neukaledonien der Ausnahmezustand verhängt.

13.1.1985, Sonntag

Bei schweren Eisenbahnunglücken in Bangladesch und in Äthiopien kommen mehr als 700 Menschen ums Leben. Allein 400 Todesopfer fordert das Entgleisen eines völlig überladenen Passagierzuges in Äthiopien infolge zu hoher Geschwindigkeit.

Die Damenmannschaft der Bundesrepublik Deutschland wird in London zum vierten Mal in Folge Hallen-Europameister im Hockey. Sie gewinnt das Finale gegen die Niederlande 8:7.

Durch einen Dreisatzsieg über Ivan Lendl (CSSR) gewinnt John McEnroe (USA) das Tennis-Masters-Turnier in New York.

14.1.1985, Montag

In Kambodscha übernimmt der Außenminister Hun Sen auch das Amt des Ministerpräsidenten, nachdem der bisherige Regierungschef Chan Si Ende Dezember in Moskau verstorben ist.

15.1.1985, Dienstag

In Paris verbreiten die linksextremen Organisationen Action directe (1979 in Frankreich gegründet) und die deutsche Rote Armee Fraktion ein Dokument über die geplante Schaffung einer “westeuropäischen Guerilla”.

Tancredo de Almeida Neves wird zum Präsidenten Brasiliens gewählt. Damit endet die 21-Jährige Militärdiktatur im größten Land Südamerikas.

Die letzten sechs von zeitweilig 168 DDR-Bürgern verlassen die bundesdeutsche Botschaft in Prag, wo sie sich seit dem 2. Oktober 1984 aufgehalten haben.

16.1.1985, Mittwoch

Der nordrhein-westfälische Justizminister Dieter Haak (SPD) erklärt seinen Rücktritt, nachdem bekannt wurde, dass ein ehemaliger Partner von Haaks Anwaltskanzlei in einen Bau- und Steuerskandal verwickelt ist.

Die in den USA lebende staatenlose Tennisspielerin Martina Navratilova erringt ihren 100. Turniersieg.

In Kingston auf Jamaika werden Proteste gegen die von der Regierung verhängten Energiepreiserhöhungen von der Polizei beendet. Dabei kommen mindestens vier Menschen ums Leben.

Die Bundesregierung beschließt die Beteiligung der Bundesrepublik Deutschland an einer ständigen bemannten Raumstation unter Federführung der USA und die Mitarbeit an der Weiterentwicklung der Europäischen Trägerrakete “Ariane”. Das Finanzvolumen beläuft sich bis 1995 auf mindestens 4,5 Mrd. DM.

Auf ausgewählten westdeutschen Autobahnen beginnt ein bis zum 31. Oktober 1985 befristeter Großversuch über die Auswirkungen eines Tempolimits von 100 km/h. Am 19. November 1985 entscheidet sich die Bundesregierung gegen eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf Autobahnen.

17.1.1985, Donnerstag

Am Sitz der Vereinten Nationen in New York beginnen dreitägige Gespräche zwischen den Spitzenvertretern der türkischen und griechischen Volksgruppe auf Zypern. Die seit 1975 geteilte Mittelmeerinsel wird jedoch nicht wieder vereinigt.

In Managua wird die Amtsenthebung der vier in der Regierung Nicaraguas amtierenden katholischen Priester bekanntgegeben. Darunter ist auch Kulturminister Ernesto Cardenal. Die Geistlichen dürfen bis zu ihrem Ausscheiden aus der Regierung nicht als Priester tätig werden.

18.1.1985, Freitag

Erstmals seit Bestehen der Bundesrepublik gilt im westlichen Ruhrgebiet Smog-Alarm der Stufe III.

Der indische Ministerpräsident Rajiv Gandhi gibt die Aufdeckung eines Spionagerings im Regierungsapparat bekannt. Elf Spitzenbeamte, die der Spionage für den US-Nachrichtendienst CIA verdächtig sind, werden verhaftet.

19.1.1985, Samstag

Die Regierung Ungarns gibt in Budapest drastische Preisanhebungen für Konsumgüter (durchschnittlich 7%), Energie (bis zu 30%), Verkehrsbetriebe (bis zu 60%) und Postgebühren (um 85%) bekannt. Ziel ist eine Entlastung des Staatshaushalts.

20.1.1985, Sonntag

Axel Sven Springer, der 19-Jährige Enkel des Verlegers Axel Springer, wird von drei jungen Männern und einer Frau aus einem schweizerischen Internat entführt und am 23. Januar ohne Zahlung eines Lösegeldes wieder freigelassen. Die Täter werden drei Wochen später gefasst.

US-Präsident Ronald Reagan leistet in Washington den Eid für seine zweite Amtszeit.

21.1.1985, Montag

Der Schlesier”, das Organ der schlesischen Landsmannschaft, publiziert einen Artikel des 20-Jährigen Thomas Finke über einen fiktiven deutschen Angriff auf die UdSSR. Nach öffentlichen Protesten wird der Autor aus der Schlesischen Jugend und der CDU ausgeschlossen.

Kurz nach dem Start in Reno (US-Bundesstaat Nevada) stürzt eine Chartermaschine ab. Das Unglück fordert 69 Todesopfer.

22.1.1985, Dienstag

Der Verwaltungsrat des Westdeutschen Rundfunks wählt in Köln den parteilosen Journalisten Friedrich Nowottny zum Intendanten. Er löst Friedrich-Wilhelm von Sell ab, der wegen Personalquerelen vorzeitig zum 30. Juni 1985 ausscheidet.

Die Nationalversammlung von Nicaragua billigt ein Amnestiegesetz. Es verspricht allen antisandinistischen Rebellen, den sog. Contras, Straffreiheit, wenn sie sich bis zum 19. Juli freiwillig den Behörden stellen.

23.1.1985, Mittwoch

In der Bundesrepublik Deutschland erbringt der von 18 Hilfswerken unterstützte “Tag für Afrika” Spenden in Höhe von rd. 100 Mio. DM zur Linderung der Hungersnot in Afrika.

Die Zentrale der Deutschen Bank bezieht in Frankfurt am Main ihren Neubau, zwei jeweils 155 m hohe Türme. Das neue Geschäftszentrum hat 587 Mio. DM gekostet.

24.1.1985, Donnerstag

Als letzter noch in Italien inhaftierter NS-Kriegsverbrecher wird der ehemalige SS-Sturmbannführer Walter Reder aus der Haft entlassen und nach Österreich überstellt.

Der Bundestag billigt eine rückwirkende Anhebung der Abgeordnetenbezüge zum 1. Juli 1984 um 2,3% auf 8000 DM.

Mit den Stimmen der Koalition aus CDU/CSU und FDP billigt der Deutsche Bundestag eine Änderung des Strafvollzugsgesetzes. Danach soll die Verpflichtung zur Zwangsernährung und zu allen anderen medizinischen Maßnahmen gegenüber hungerstreikenden Gefangenen erst dann einsetzen, wenn sie so geschwächt sind, dass bei ihnen keine freie Willensbestimmung mehr angenommen werden kann.

25.1.1985, Freitag

Das Landgericht in Frankfurt am Main verurteilt den 29-Jährigen Neonazi Michael Kühnen wegen Herstellung und Verbreitung neonazistischer Propagandamittel zu drei Jahren und vier Monaten Haft.

Der Deutsche Bundestag erklärt alle Urteile des früheren nationalsozialistischen Volksgerichtshofes für nichtig.

Das Saarland nimmt als erstes Bundesland den Umwelt- und den Datenschutz in die Landesverfassung auf.

In Paris wird der Direktor für Waffenexporte im französischen Verteidigungsministerium, Generalingenieur René Audran, erschossen. Zur Tat bekennt sich die Terrororganisation Action directe.

26.1.1985, Samstag

Papst Johannes Paul II. besucht während seiner 25. Auslandsreise, die bis zum 6. Februar dauert, die Länder Venezuela, Ecuador, Peru und Trinidad-Tobago.

Der Jüdische Weltkongress tagt erstmals seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges wieder in Wien. Er fordert einen verstärkten Kampf gegen Nazismus und Faschismus.

27.1.1985, Sonntag

Bei den Rennrodel-Weltmeisterschaften in Oberhof (DDR) gewinnt die DDR acht von neun Medaillen.

Erfolgreichste Nation bei den nach achttägiger Dauer in Seefeld (Österreich) zu Ende gehenden Nordischen Ski-Weltmeisterschaften wird Norwegen mit je fünfmal Gold, Silber und Bronze.

Wegen neonazistischer Unterwanderung beschliest der Bundeshauptausschuss der Partei Die Grünen die Auflösung des Landesverbandes in Berlin (West).

28.1.1985, Montag

Als erster der seit Dezember 1984 im Hungerstreik befindlichen RAF-Häftlinge bricht Günther Sonnenberg die Aktion ab. Die letzten der 33 Inhaftierten folgen am 5. Februar diesem Beispiel.

Gerold Tandler, CSU-Fraktionsvorsitzender im Bayerischen Landtag, seit Oktober 1983 kommissarischer Generalsekretär, wird bis 1987 von seiner Partei offiziell mit diesem Amt betraut.

29.1.1985, Dienstag

Das Bundesarbeitsgericht in Kassel bestätigt sein Urteil vom September 1984, wonach kurzfristige Warnstreiks bei laufenden Tarifverhandlungen zulässig sind, und bestätigt somit die Position der Gewerkschaften.

Der Aufsichtsrat der Deutschen Bank wählt Alfred Herrhausen zum Vorstandssprecher. Er ist Nachfolger von F. Wilhelm Christians, der aus Altersgründen am 14. Mai aus dem Vorstand in den Aufsichtsrat überwechselt.

Der Ölkonzern Deutsche BP kündigt die Schließung seiner Raffinerie in Hamburg-Finkenwerder an. Wegen der rückläufigen Nachfrage nach Mineralölprodukten gibt Esso am 20. August die Schließung der Raffinerie in Hamburg-Moorburg zum Frühjahr 1987 bekannt.

In Hamburg unterliegt die deutsche Fußball-Nationalelf Ungarn 0:1. Die Einnahmen in Höhe von rd. 1 Mio. DM kommen den Hinterbliebenen der 19 Toten des Barkassen-Unglücks vom 2. Oktober 1984 zugute. Am selben Tag besiegt Uruguay die DDR-Auswahl in Montevideo 3:0.

30.1.1985, Mittwoch

In Genf beschließt die Organisation der erdölexportierenden Staaten (OPEC), ohne die Stimmen von vier Mitgliedsländern, wegen des Überangebots an Erdöl Preissenkungen um durchschnittlich einen US-Dollar (3,06 DM) je Barrel (159 l).

Im Forschungsreaktor in Garching (bei München) werden oberflächennahe Tumore mit Neutronenstrahlen behandelt. Mit diesem weltweit einmaligen Verfahren können Geschwulste im Hals- und Nackenbereich, die bis zu 5 cm unter der Haut liegen, gezielt erfasst werden.

31.1.1985, Donnerstag

Bei Bremerhaven stoßen zwei Düsenjäger vom Typ Phantom F- 4 F der Bundesluftwaffe zusammen. Eine der Maschinen stürzt auf ein Industriegebiet, dabei kommen der Pilot und ein Arbeiter ums Leben, fünf Menschen werden verletzt.

Chroniknet