Was geschah im Juli 1902

  • < 1901
  • 7.1902
  • 1903 >

Wetterstationen Juli 1902

1.7.1902, Dienstag

Das Netz der Vereinigten Schweizerbahnen, der Betrieb der Toggenburger Bahn und die Wald-Rüti-Bahn gehen in den Besitz der Schweizerischen Bundesbahn über.

Die SPD veröffentlicht eine Übersicht der im Deutschen Reich erscheinenden sozialdemokratischen Zeitungen und Zeitschriften. Neben dem “Vorwärts” und der “Neuen Zeit” gehören dazu 54 Tages-, 21 Wochen- und drei Monatszeitungen sowie zwei 14tägig erscheinende Witzblätter, zwei wöchentlich herauskommende Illustrierte und die Zeitschrift “Die Gleichheit”.

Zum neuen Leiter des Bonner Stadttheaters wird Otto Beck ernannt.

Auf seiner neuen Segeljacht “Meteor” nimmt Kaiser Wilhelm II. an einer Regatta anlässlich der Kieler Woche nach Eckernförde teil. In Eckernförde trifft der Kaiser mit dem Thronfolger von Russland, Alexis, zusammen.

Zwischen Berlin und Dresden wird der Fernsprechverkehr zur Nachtzeit eingeführt.

2.7.1902, Mittwoch

In München endet der am Wochenende begonnene Kongress der christlichen Gewerkschaften. Während der Tagung kam es zu Meinungsverschiedenheiten über die Frage, inwieweit christliche mit den sog. freien Gewerkschaften zusammenarbeiten sollten.

Ausgelöst durch Protestdemonstrationen von Arbeitern und Studenten in Rostow am Don breiten sich in Südrussland erneut Bauern- und Arbeiterunruhen aus.

Hugh Lawrence Doherty (Großbritannien) gewinnt das Herren-Einzel in Wimbledon.

3.7.1902, Donnerstag

Auf Veranlassung der deutschen Behörden wird in Posen (Poznan) der von polnischen Frauen organisierte Fürsorgeverein für arme Polenkinder aufgelöst. Die preußischen Behörden begründen diese Maßnahme mit der antideutschen Haltung unter den Mitgliedern des Vereins.

Aufsehen erregt ein “infolge einer Mystifikation” veröffentlichter Steckbrief der Prager Polizeidirektion gegen den deutschen Kaiser als Reaktion auf dessen Marienburger Rede. Dem Kaiser werden verbale Angriffe auf die slawischen Völker vorgeworfen. Im österreichischen Parlament kommt es daraufhin zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen Tschechen und Alldeutschen. Der für die Veröffentlichung verantwortliche Polizist wird vom Dienst vorläufig suspendiert.

US-Präsident Theodore Roosevelt lehnt ein von der Handelskammer gefordertes Eingreifen seitens der Regierung in den Bergarbeiterstreik von Pennsylvania ab. Der Ausstand hatte im Mai begonnen und trotz gewalttätiger Übergriffe durch das Militär wesentliche Bereiche der US-amerikanischen Kohleproduktion lahmgelegt. Ein Ende des Arbeitskampfes zeichnet sich erst Ende September ab, jedoch ohne dass die Bergarbeiter wesentliche Lohnerhöhungen und Arbeitszeitverkürzungen durchsetzen können.

4.7.1902, Freitag

In einer Note an die Mitgliedsländer der Brüsseler Zuckerkonvention protestiert die russische Regierung gegen die aufgrund dieses Übereinkommens erhöhten Zölle für russische Erzeugnisse. Russland hatte eine Unterzeichnung abgelehnt.

Der französische Senat in Paris verabschiedet das Gesetz zur Verringerung der allgemeinen Wehrpflicht von drei auf zwei Jahre.

5.7.1902, Samstag

Zum neuen Ministerpräsidenten von Schweden ernennt die königliche Regierung Erich Gustav Boström. Sein Vorgänger Friedrich Wilhelm Freiherr von Otter war nach dem Scheitern der Wahlrechtsvorlage zurückgetreten.

6.7.1902, Sonntag

Anlässlich der Kommunalwahlen in Italien kommt es in norditalienischen Städten zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen sozialistischen Demonstranten und der Polizei.

Anlässlich des 25-Jährigen Jubiläums seines Pontifikats lädt Papst Leo XIII. 1500 Arme zu einem Essen in den Vatikan ein.

In Nettuno stirbt noch nicht zwölf Jahre alt das italienische Mädchen Maria Goretti. Sie ist Opfer eines Sittlichkeitsverbrechers. Aufgrund der Tatsache, dass sie im Todeskampf ihrem Peiniger vergibt, wird Maria Goretti 1947 selig- und 1950 heiliggesprochen.

7.7.1902, Montag

Die bayerischen Regierungsbehörden eröffnen ein Disziplinarverfahren gegen Würzburger Professoren, denen Beleidigung des bayerischen Kultusministers Robert von Landmann vorgeworfen wird. Die Professoren verwahren sich gegen die Einmischung in eine Universitätsangelegenheit durch die Regierung. Am 11. Juli muss Landmann von seinem Amt zurücktreten.

An Bord der “Hohenzollern” beginnt Wilhelm II. in Travemünde seine Nordlandfahrt. Wie jedes Jahr um diese Zeit reist der deutsche Kaiser für einige Wochen Richtung Norwegen.

Bei einer Droschkenfahrt in London erleidet der britische Kolonialminister Joseph Chamberlain Kopfverletzungen. Auf dem Weg von der Downing Street zum Bahnhof Charing Cross stürzt das Pferd, so dass die Kutsche abrupt stoppt und der Minister gegen das vordere Wagenfenster geschleudert wird. Nach einer Behandlung im Krankenhaus kann Chamberlain nach Hause entlassen werden, muss jedoch noch einige Tage ruhen. Erst dann ist eine Fortsetzung der Kolonialkonferenz möglich.

8.7.1902, Dienstag

Die Einführung einer obligatorischen Warenhaussteuer genehmigt die Zweite Kammer des Landes Württemberg.

Die Zweite Kammer des Landes Sachsen genehmigt die Erhöhung der jährlichen Finanzmittel für das sächsische Königshaus von etwa 3 auf 3,5 Mio. Mark, des Weiteren die Erhöhung der Apanage des Kronprinzen Friedrich August auf 300 000 Mark und die der Prinzessin Mathilde auf 20 000 Mark. Das Wittum, die Brautgabe, der Königin Karola wird auf 210 000 Mark festgesetzt.

9.7.1902, Mittwoch

Britische Zeitungen berichten über Kämpfe britischer Soldaten gegen Schwarze in Südafrika. Wie es heißt soll mit den Häuptlingen abgerechnet werden, die während des Burenkrieges Widerstand gegen die Briten leisteten.

Im Rahmen der Düsseldorfer Industrie- und Gewerbeausstellung beginnen in der Rheinmetropole die Sitzungen des Allgemeinen Deutschen Handwerkerkongresses.

Das deutsche Reichspatentamt erteilt ein Patent für das “Verfahren zur Darstellung der CC-Dialkylbarbitursäuren”. Diese Säuren bilden die Grundlage für die Herstellung von Schlafmitteln.

In der westfälischen Stadt Hagen eröffnet Karl Ernst Osthaus sein Folkwang Museum. Die innenarchitektonische Gestaltung hat der Belgier Henry van de Velde übernommen.

Im Aachener Münster werden zwei Wochen lang Windeln des Jesuskindes, Jesu Lendentuch u.a. wertvolle Reliquien den Gläubigen gezeigt.

10.7.1902, Donnerstag

Frankreichs Ministerpräsident Emile Combes verfügt in einem öffentlichen Rundschreiben die Auflösung von Kongregationsniederlassungen und – schulen. In der Folge kommt es zu Zusammenstößen zwischen Klerikalen und Republikanern, die Unruhen in ganz Frankreich nach sich ziehen.

In ihrer neuesten Nummer veröffentlicht die “Illustrirte Zeitung” Bilder von einem Berliner Sportplatz, einem “Licht-Luft-Sportinstitut” für Frauen und Mädchen.

11.7.1902, Freitag

Das 575-km-Rennen Bordeaux- Paris, das in diesem Jahr zweimal gefahren wird, holt sich Maurice Garin in der Rekordzeit von 18:41:20 h = 30,8 km/h.

Während eines Zwischenaufenthalts auf seiner Nordlandreise trifft Wilhelm II. in Odde mit dem demissionierten französischen Ministerpräsidenten Pierre Waldeck-Rousseau zusammen.

Großbritanniens Premierminister Robert Arthur Talbot Gascoyne-Cecil, Marquess of Salisbury, gibt seinen Rücktritt bekannt. Nachfolger des aus Altersgründen ausscheidenden Premiers wird der Konservative Arthur James Balfour.

12.7.1902, Samstag

Im Verlauf eines “Alldeutschen Tages” in Eger (Cheb) kommt es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Mitgliedern des Alldeutschen Verbandes und Anhängern der liberalen und christlich-sozialen Parteien. Grund dafür ist die antitschechische Propaganda der Alldeutschen.

In Vertretung ihres erkrankten Mannes empfängt die britische Königin Alexandra in London den aus Südafrika zurückgekehrten Horatio Herbert Lord Kitchener, Oberbefehlshaber der britischen Truppen im südafrikanischen Burenkrieg.

13.7.1902, Sonntag

Als Protest gegen die Fremdherrschaft über Polen veranstalten die Polen in der galizischen, zu Österreich-Ungarn gehörenden Stadt Lemberg (Lwow) eine Feier zum Gedenken der Schlacht bei Tannenberg im Jahr 1410. Damals besiegten Polen und Litauen den Deutschen Orden.

Auf einer Konferenz in Olten beraten die Rektoren der Universitäten Zürich, Bern und Basel über eine einheitliche Regelung der Doktorprüfungen im Deutschen Reich und in der Schweiz. Obwohl keine Beschlussfassung erfolgt, befürwortet die Mehrheit eine Übereinkunft mit dem Nachbarland.

14.7.1902, Montag

Russlands Finanzminister Sergei J. Witte veröffentlicht einen Artikel, worin er sich gegen die Bildung von internationalen Kartellen wendet, da diese Preisabsprachen zur Folge hatten. Dies bedeute das Ende einer freien internationalen Konkurrenz und führe zur Erhöhung inländischer Preise ebenso wie Zollgesetze oder Absprachen, etwa die Brüsseler Zuckerkonvention.

In London findet die Uraufführung von Herbert Bunnings Oper “Prinzessin Osra” statt.

Der jahrhundertealte Glockenturm der Markuskirche in Venedig stürzt zusammen. Sein Wiederaufbau wird 1912 beendet sein.

15.7.1902, Dienstag

Deutsche Zeitungen berichten vom Einsatz zweier deutscher Kriegsschiffe vor Venezuela. Wie es heißt, versuchen sie durch Eingreifen in die Kämpfe zwischen Revolutionären und Regierungstruppen, das Eigentum von Europäern zu schützen.

Der Brite John Arthur Jarvis gewinnt in Berlin den Kaiserpokal im Schwimmen.

Die italienische Schauspielerin Eleonora Duse und der italienische Komponist Pietro Mascagni treffen mit ihrem Schauspiel- bzw. Opernensemble zu einer gemeinsamen USA-Tournee in New York ein.

In Portugiesisch-Westafrika breiten sich die Kämpfe zwischen einheimischen Aufständischen und den Kolonialsoldaten aus. Ein Angriff mehrerer tausend Schwarzer auf die Festung Bailundo ist abgeschlagen worden.

Unter Vorsitz des französischen Außenministers Théophile Delcassé beginnt in Paris eine Konferenz zur Bekämpfung des Mädchenhandels.

16.7.1902, Mittwoch

Die neue Segeljacht des deutschen Kaiserhauses, die in den USA gebaute “Meteor”, passiert bei der Regatta Helgoland Dover als erstes Boot das Ziel.

Die britische Regierung ernennt den bisherigen Gouverneur von Westaustralien, Arthur Lawley, zum neuen Gouverneur von Transvaal. Er löst damit den bisherigen Oberkommissar Alfred Milner ab. Die Maßnahme wird als Versuch einer Versöhnung der Briten mit den besiegten Buren angesehen, da Milner unter ihnen der meistgehaßte Brite sei.

17.7.1902, Donnerstag

Viktor Emanuel III., König von Italien, beendet seinen fünftägigen Besuch bei Zar Nikolaus II. von Russland in Petersburg (heute: Leningrad).

Die Teilnehmer eines panarmenischen Kongresses in Brüssel fordern die europäischen Mächte zum Schutz des armenischen Volkes auf.

Ein philippinisches Kriegsgericht in Manila erteilt dem US-amerikanischen General Smith eine Verwarnung wegen seiner grausamen Kriegsführung. US-Präsident Theodore Roosevelt pensioniert Smith aufgrund dieser Vorkommnisse.

18.7.1902, Freitag

An der albanisch-montenegrinischen Grenze kommt es zu Zusammenstößen zwischen türkischen und montenegrinischen Truppen.

Wie deutsche Nachrichtenagenturen berichten, konnten Aufstände der schwarzen Bevölkerung gegen die Kolonialmacht in Kilimatinde (Deutsch-Ostafrika) von den deutschen Schutztruppen dort niedergeschlagen werden.

Die britische Regierung teilt auf eine parlamentarische Anfrage in London mit, dass gefangene Buren, die in Lager auf weit entfernten Inseln transportiert wurden (z.B. nach Elba), nach Südafrika zurückkehren können. Voraussetzungen dafür seien das Ablegen des Treueeids gegenüber Großbritannien sowie Geldmittel zur Finanzierung der Heimreise.

19.7.1902, Samstag

Der schweizerische Bundesrat beschließt die Einführung der auf der Berliner Konferenz im Juni 1901 festgelegten neuen deutschen Rechtschreibregeln.

Der Dresdener Rat der Stadt sowie die Stadtverordneten lehnen die Einführung einer Oberrealschule für Mädchen ab. Ebenso wenden sie sich gegen die Zulassung von Mädchen an höheren Knabenschulen.

20.7.1902, Sonntag

Russische Zeitungen berichten von japanischen Aktivitäten in Korea. Entgegen der Abmachung zwischen den Großmächten hätten sich dort japanisches Militär und Polizei niedergelassen, auch sei ein japanisches Postamt eingerichtet worden.

Der 27-Jährige Hermann Ullstein, fünfter und jüngster Sohn des 1899 verstorbenen Zeitungsverlegers Leopold Ullstein, tritt als Teilhaber in den Berliner Ullstein Verlag ein.

Nach einer Kollision des Vergnügungsdampfers “Primus” mit dem Hapag-Schleppdampfer “Hansa” auf der Unterelbe bei Hamburg ertrinken 109 Menschen. An Bord der “Primus” befanden sich 190 Mitglieder der Eilbeker Liedertafel “Treue”, die von einem Ausflug nach Cranz zurückkehrten.

Thorwald Ellegaard (Dänemark) verteidigt in Rom seinen Titel als Radsprint-Weltmeister.

21.7.1902, Montag

In der britischen Stadt Manchester beginnt ein dreitägiger internationaler Gewerkschaftskongress. Ein wichtiger Tagesordnungspunkt ist das Problem des Wohnungselends in den europäischen Industriestädten.

Reichskanzler Bernhard Graf von Bülow lässt den Regierungen der Bundesstaaten den Entwurf eines Urheberrechtsgesetzes für Fotografien zukommen. Ein wichtiger Punkt dabei ist die Frage, ob Fotos als Kunst zu betrachten seien.

22.7.1902, Dienstag

Die bayerische Abgeordnetenkammer lehnt eine Erhöhung des Finanzhaushalts für Wissenschaft und Kunstpflege wegen “der politischen Lage wie auch aus sachlichen Gründen” ab. Die Reichsratkammer revidiert diesen Beschluss allerdings bereits am 31. Juli.

23.7.1902, Mittwoch

Nachdem sich mehrere Klosterschulen in Frankreich weigern, ihre Einrichtungen aufgrund des Kongregationsgesetzes zu schließen, kommt es zu gewalttätigen Szenen. So wird die Schule in der Rue Saint Maur in Paris von Royalisten und Nationalisten in den militärischen Verteidigungszustand versetzt.

Der seit mehreren Wochen laufende Strafprozess gegen die Führung der im Vorjahr zusammengebrochenen Leipziger Bank endet mit der Urteilsverkündung einer dreijährigen Gefängnisstrafe für Direktor August Heinrich Exner. Weitere Mitglieder des Aufsichtsrates erhalten Geldstrafen.

24.7.1902, Donnerstag

Vor dem Oberhaus in London referiert der britische Außenminister Henry Charles Keith Petty-Fitzmaurice, 5. Marquess of Lansdowne, über die gegenwärtige politische Situation im Mittelmeerraum und geht dabei insbesondere auf die Rolle Italiens ein. Anlass dafür sind die zwischen Viktor Emanuel III. von Italien und Zar Nikolaus II. von Russland geführten Gespräche.

25.7.1902, Freitag

In der zum Osmanischen Reich gehörenden libyschen Stadt Tripolis laufen drei italienische Schlachtschiffe ein, ohne dass sich jedoch weitere Aktivitäten ankündigen.

Einen Skandal löst in der britischen Hauptstadt die Information aus, dass die Polizei in Irland mit Regierungsgeldern politische Provokateure finanziert. Antibritische Aktionen werden von probritisch eingestellten Behörden initiiert, um dann gegen die Anhänger der britischen Unabhängigkeitsbewegung vorgehen zu können. Die Liberalen fordern den Rücktritt des Staatssekretärs für Irland, Wyndham, jedoch spricht ihm die Parlamentsmehrheit das Vertrauen aus.

Ein japanisches Kriegsschiff läuft aus dem Hafen von Tokio aus, um einen drohenden Konflikt zwischen Japanern auf der Marcus Insel und einer US-amerikanischen Schiffsbesatzung zu verhindern.

James J. Jeffries (USA) schlägt in San Francisco Herausforderer Bob Fitzsimmons und bleibt damit Box-Weltmeister aller Klassen.

26.7.1902, Samstag

Eine in Alexandria und Kairo herrschende Choleraepidemie droht sich über weitere Gebiete Ägyptens und Nordafrikas auszubreiten.

In Bayreuth beginnen die diesjährigen Wagner-Festspiele mit der Aufführung des “Parsifal”.

27.7.1902, Sonntag

Auf der Pariser Place de la Concorde versammeln sich Tausende von Demonstranten zum Protest gegen den Kongregations-Erlass der französischen Regierung.

In Graz treffen mehrere tausend Mitglieder von Gesangvereinen zum Deutschen Sängerbundfest zusammen.

Ein Streik ukrainischer Landarbeiter in dem zu Österreich-Ungarn gehörenden Galizien, der sich in den Tagen zuvor immer mehr ausbreitete, veranlässt die Regierung in Wien zur Entsendung von Truppen in das Gebiet, um die Güter der Großgrundbesitzer vor einem Aufstand zu schützen.

28.7.1902, Montag

Die britische Regierung teilt den Abschluss eines britisch-chinesischen Handelsvertrages mit. u.a. verpflichtet sich China zur Aufhebung der Importzölle für britische Waren bis zum Jahr 1904.

Mit der Ernennung neuer Botschafter endet die seit März bestehende Missstimmung zwischen der schweizerischen und italienischen Regierung. Ursache war ein gegen Italiens Monarchie gerichteter Zeitungsartikel.

29.7.1902, Dienstag

Der britische Kolonialminister Joseph Chamberlain erläutert dem Unterhaus in London die anstehenden Aufgaben im vom Burenkrieg zerstörten Südafrika. Vorrangig sei der wirtschaftliche Wiederaufbau, der u.a. vom Steueraufkommen aus den Bergwerken dort finanziert werden solle. Zudem hofft Chamberlain darauf, dass sich zahlreiche britische Familien in Südafrika ansiedeln werden.

In Osttirol stirbt im Alter von 49 Jahren Joseph Kürschner, Herausgeber bedeutender Nachschlagewerke.

30.7.1902, Mittwoch

Das Gericht von Bologna verurteilt den früheren Abgeordneten Palizzolo, einen Führer der sizilianischen Mafia, wegen Mordes zu 30 Jahren Zuchthaus.

31.7.1902, Donnerstag

In Brüssel wird eine mit Unterstützung der deutschen Kolonialgesellschaft errichtete deutsche Schule eingeweiht.

Zu antisemitischen Ausschreitungen kommt es während der Begräbnisfeierlichkeiten für einen jüdischen Oberrabbiner in New York.