Was geschah im Juli 1913

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Wetterstationen Juli 1913

1.7.1913, Dienstag

Im durch den Streit um Makedonien am 29. Juni ausgebrochenen Zweiten Balkankrieg erklären Griechenland und Serbien nun auch offiziell ihrem ehemaligen Verbündeten Bulgarien den Krieg.

Griechenland beginnt mit militärischen Operationen gegen Bulgarien, nachdem bulgarische Truppen am 29. Juni durch den Angriff auf Serbien die nach dem Ende des Ersten Balkankrieges im Londoner Präliminarfriedensvertrag vom 30. Mai festgelegten Grenzen in Makedonien überschritten hatte.

Die Berliner U-Bahn erweitert mit der Inbetriebnahme der Strecke Spittelmarkt- Alexanderplatz ihr Netz. Die neue Linie wird am 27. Juli um den Abschnitt bis zur Schönhauser Allee verlängert.

Gegenüber dem 1. Juli 1912 hat sich die Mitgliederzahl der Sozialdemokratischen Partei um 12 748 auf nun 988 820 Mitglieder erhöht. Die sozialdemokratischen Zeitungen erzielen eine Gesamtauflage von 1 465 212 Exemplaren.

In den südafrikanischen Gold- und Diamantenminen des Witwatersrandgebietes östlich von Johannesburg beginnt nach Arbeitszeitverlängerungen ein sechstägiger Streik. Im Verlauf der eskalierenden Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Militär einerseits sowie den Streikenden andererseits kommen etwa 100 Menschen ums Leben.

Das durch den 1890 mit dem Deutschen Reich abgeschlossenen Helgoland-Sansibar-Vertrag zum Protektorat Großbritanniens gewordene Sansibar wird verwaltungstechnisch dem britischen Kolonialamt unterstellt und damit endgültig in das Kolonialgebiet Britisch-Ostafrika eingegliedert.

2.7.1913, Mittwoch

Der Generalgouverneur der als Dominion in das britische Commonwealth eingegliederten Südafrikanischen Union, Herbert Viscount Gladstone, kommt in Pretoria mit dem südafrikanischen Ministerpräsidenten Louis Botha zusammen, um sich über die Situation in den bestreikten Gold- und Diamantengruben zu informieren.

3.7.1913, Donnerstag

Klara Giveen und Kitty Marion, zwei britische Anhängerinnen des Frauenstimmrechts, werden in London zu einer dreijährigen Haftstrafe verurteilt. Ihnen wird zur Last gelegt, eine Tribüne auf der Rennbahn im Londoner Hurst Park in Brand gesteckt zu haben.

4.7.1913, Freitag

Mit der Ernennung zum Generalinspekteur der Zweiten Armeeinspektion in Berlin durch den deutschen Kaiser Wilhelm II. scheidet der bisherige preußische Kriegsminister Josias von Heeringen aus dem Amt. Zu seinem Nachfolger wird – unter Beförderung zum Generalleutnant ohne Patent – am 7. Juli der bisherige Generalstabschef der Vierten Armee, Major Erich von Falkenhayn, berufen.

Durch einen Polizei- und Militäreinsatz gegen streikende Bauarbeiter beginnen im elsässischen Mülhausen (heute Mulhouse) dreitägige schwere Auseinandersetzungen, bei denen es zwei Tote und zahlreiche Verletzte gibt. Der Streik entstand nach der Weigerung einer Berliner Baufirma, den vertraglich geregelten Tariflohn zu zahlen.

Die britische Regierung erkennt offiziell den 1908 proklamierten Anspruch des Königreiches Belgien auf den zentralafrikanischen Kongo (heute Zaïre) an. Zuvor befand sich das Land seit der Kongo-Konferenz 1884/85 mit Zustimmung der europäischen Großmächte im Privatbesitz des belgischen Königs Leopold II., der es unter brutalem Einsatz militärischer Mittel zu beherrschen versuchte.

Truppen der durch einen Putsch am 22. Februar an die Macht gekommenen mexikanischen Regierung unter Präsident Victoriano Huerta nehmen einen der Führer der Aufstandsbewegung, Ambrosio Figueroa, in Squaladela gefangen und ermorden ihn.

5.7.1913, Samstag

Bei den offenen englischen Tennismeisterschaften im Londoner Ortsteil Wimbledon gewinnt der Neuseeländer Anthony F. Wilding das Herreneinzel mit 8:6, 6:3, 10:8 über den US-Amerikaner Maurice E. McLoughlin. Bei den Damen siegt im Einzel die Britin Dorothea Lambert Chambers.

Die als wichtigste und größte europäische Leichtathletikveranstaltung geltenden internationalen englischen Meisterschaften in London verzeichnen einen Zweikampf zwischen den Sportlern Großbritanniens und Schwedens. Dabei erringen die Briten neun und die Schweden fünf Titel.

Bei den US-amerikanischen Leichtathletikmeisterschaften erreicht der farbige Kurzstreckenläufer Howard Drew (Springfield High School, US-Bundesstaat Massachusetts) einen Doppelsieg über 110 Yards (100,5 m) in 10,4 sec und über 220 Yards (201 1 m) in 22,8 sec. Höhepunkt der Titelkämpfe ist der Dreisprung, bei dem der Vorjahresmeister Daniel Ahearn 15,24 m erreicht.

6.7.1913, Sonntag

Mit der Gründung eines nationalen Bundes der Gartenarchitekten in Breslau wird der zunehmenden Bedeutung künstlerischer Gartengestaltung im Deutschen Reich Rechnung getragen.

In Stockholm läuft der Franzose Jean Bouin einen Stundenweltrekord. Dem Amateursportler gelingt es mit 19,021 km als erstem Läufer, eine Strecke über 19 km zu bewältigen.

Bei einem Leichtathletik-Sportfest in Jena erreicht der Berliner Stabhochspringer Robert Pasemann mit 3,79 m einen deutschen Rekord.

7.7.1913, Montag

Das britische Unterhaus nimmt die Irland betreffende “home rule”-Vorlage mit 352 gegen 243 Stimmen in dritter Lesung an.

Die 60 000 Mann starken griechischen Truppen erobern das makedonische Doiran (heute Doiranis) und drängen damit unter beiderseitigen starken Verlusten das 30 000 Mann umfassende bulgarische Heer zurück.

8.7.1913, Dienstag

Das Deutsche Reich, Österreich-Ungarn und Rumänien erneuern ihren Defensivpakt. Damit setzt Rumänien seine bereits mit dem von König Karl I. abgeschlossenen, vom Parlament nicht ratifizierten Geheimvertrag vom 30. Oktober 1883 begonnene Politik der Anlehnung an den Dreibund Italien- Österreich-Ungarn- Deutsches Reich fort.

9.7.1913, Mittwoch

In einer an die europäischen Großmächte gerichteten Zirkularnote verwahrt sich die bulgarische Regierung gegen den Vorwurf, am Ausbruch des Zweiten Balkankrieges die Schuld zu tragen. Gleichzeitig erklärt sich Bulgarien bereit, auf Basis des Londoner Präliminarfriedensvertrages über eine friedliche Lösung des Konfliktes zu verhandeln.

Der deutsche Kaiser Wilhelm II. tritt an Bord der “Hohenzollern” seine bis zum 5. August dauernde 25. Nordlandreise an. Trotz ihres privaten Charakters finden zahlreiche offizielle Kontakte statt. Den Höhepunkt der Reise bildet die Einweihung eines von Wilhelm II. gestifteten Frithjof-Denkmals am 31. Juli im norwegischen Ort Vangsnäs.

Nach einer Revolte in den Warsower Fürsorgeanstalten in Stettin (heute Szceznin) fliehen 70 der 110 in der Anstalt lebenden Jungen. Fast alle der Entwichenen werden allerdings von der Polizei in den folgenden Tagen gefasst.

10.7.1913, Donnerstag

Griechische Truppen drängen die bulgarische Armee bei Demirtriosar am Debeuderpasszurück und besetzen die westmakedonische Hafenstadt Kawala. Daneben beherrscht Griechenland in Makedonien das gesamte Tal der Strumica. Rumänische Truppen marschieren in der zwischen Schwarzmeerküste und Donau gelegenen bulgarischen Region Dobrudscha ein.

Mit dem Abschluss des am 1. Oktober 1912 zwischen Frankreich und dem Deutschen Reich begonnenen Besitzaustausches im Kolonialgebiet von Kamerun erhält das Deutsche Reich ein 283 000 km² großes Gebiet.

Die zwischen dem 10. und 15. Juli veranstaltete Kieler Flugwoche zeigt die wachsende Motorflugbegeisterung im Deutschen Reich. In Kiel finden unter anderem Dauer- und Höhenflugwettbewerbe statt.

11.7.1913, Freitag

Die Vereinigung serbischer Truppen mit den das Strumica-Tal besetzt haltenden griechischen Truppen bedeutet die Niederlage Bulgariens im Makedonien-Feldzug, der den Ausbruch des Zweiten Balkankrieges am 29. Juni bewirkte.

Die rumänische Gesandtschaft in der bulgarischen Hauptstadt Sofia wird aufgelöst. Das Archiv und die noch im Land befindlichen rumänischen Staatsbürger werden unter den Schutz der italienischen Gesandtschaft gestellt.

12.7.1913, Samstag

Die Einweihung der Möhnetalsperre im Sauerland bedeutet nach fünfjähriger Bauzeit die Inbetriebnahme der derzeit größten deutschen Talsperre. Sie verfügt über ein Fassungsvermögen von 130 Millionen m Wasser und bedeckt eine Fläche von 10,16 km².

Im Pariser Théâtre du Chatelet wird “Pisanelle oder Der duftende Tod” uraufgeführt, ein lyrisch-dramatisches Werk des italienischen Dichters Gabriele D’Annunzio. Die weibliche Hauptrolle spielt die Tänzerin Ida Rubinstein.

In Leipzig beginnt das bis zum 16. Juli dauernde zwölfte Deutsche Turnfest, an dem mehr als 17 000 aktive Sportler und Sportlerinnen teilnehmen. Der Eröffnungsfestzug in der Stadt verzeichnet über 100 000 Teilnehmer.

13.7.1913, Sonntag

Im Zweiten Balkankrieg beginnen Truppen des Osmanischen Reiches mit dem Vormarsch auf die im Verlauf des Ersten Balkankrieges am 26. März 1913 von Bulgarien besetzte, ehemals osmanische Festung Adrianopel (heute Edirne).

Durch einen Flug von Bern nach Mailand überquert der schweizerische Flieger Oskar Bider mit einem Blériot-Eindecker als erster Pilot das zentrale Alpenmassiv.

14.7.1913, Montag

Auf dem 35. Abgeordnetentag des Deutschen Kriegerbundes spricht der preußische Kronprinz Friedrich Wilhelm die Hoffnung aus, dass der Kriegerbund immer ein starkes Bollwerk gegen die Mächte des sozialen Umsturzes bleiben werde.

15.7.1913, Dienstag

Nach heftigem Kampf mit bulgarischen Truppen erobert Griechenland die makedonische Stadt Drama. Bei ihrer Flucht setzen Bulgaren die Ortschaft Doxato in Brand und richten unter den 500 Einwohnern des Ortes ein Massaker an.

Mit einer 2000 PS starken Elektrolokomotive durchfährt der erste fahrplanmäßige Zug den am 28. Juni 1913 eingeweihten Lötschbergtunnel, der Bern mit der Simplon-Bahn und Italien verbindet.

Das britische Oberhaus lehnt in London das “home rule”-Gesetz zur Selbstverwaltung Irlands mit 302 gegen 64 Stimmen ab. Diese Entscheidung des House of Lords hat nach der Billigung des Gesetzes durch das Unterhaus in dritter Lesung am 7. Juli aufschiebende Wirkung für ein Inkrafttreten der Vorlage.

16.7.1913, Mittwoch

Der bulgarische Ministerpräsident Stojan P. Danew tritt angesichts der militärischen Niederlagen im Zweiten Balkankrieg zurück. Im Gegensatz zu seinen Maximalforderungen bei der Gebietsverteilung in Makedonien nach Ende des Ersten Balkankrieges vertritt Danews Nachfolger, Wasil Radoslawow, eine gemäßigtere Politik in der Balkanfrage.

Im westfälischen Gronau erkranken 13 Arbeiter und drei Kinder an Typhus, nachdem sie durch Dungabfluss verunreinigtes Wasser getrunken haben.

In Leipzig endet das zwölfte Deutsche Turnfest.

17.7.1913, Donnerstag

Griechische Truppen entdecken im makedonischen Zlatko die Leichen von 50 z.T. hochrangigen Persönlichkeiten. Sie sind einem bulgarischen Massaker zum Opfer gefallen.

Bulgarien reicht bei den europäischen Großmächten einen förmlichen Protest gegen das Vorrücken osmanischer Truppen über die Linie Enez- Midye hinaus ein, weil dies den Vereinbarungen des Londoner Präliminarfriedensvertrages widerspricht.

Das in Schneidemühl stationierte Militärluftschiff “Schütte-Lanz 1” wird durch einen Sturm aus seiner Verankerung gerissen. Dabei stürzt ein Soldat zu Tode, ein weiterer verletzt sich. Nachdem das Luftschiff eine Stunde über der Stadt treibt, stürzt es drei Kilometer außerhalb Schneidemühls ab und wird dabei vollkommen zerstört.

18.7.1913, Freitag

Mehr als 1000 Menschen begleiten in den Straßen von Wilhelmshaven den Trauerzug für die 16 aus dem Wrack des am 5. März 1913 vor Helgoland verunglückten Torpedobootes “S 178” geborgenen Toten. Bei dem Unglück starben insgesamt 55 Menschen.

19.7.1913, Samstag

In Bochum beschlagnahmt die Polizei zu Beginn der bis zum 27. Juli dauernden polnischen Gewerbeausstellung zahlreiche Objekte mit polnischen Schriftzügen und Insignien.

Die französische Abgeordnetenkammer nimmt das Gesetz über die Einführung der dreijährigen Dienstzeit mit 358 gegen 204 Stimmen an. In einem Zusatzartikel wird beschlossen, die bereits eingezogenen Jahrgänge nur zwei Jahre dienen zu lassen.

20.7.1913, Sonntag

In Athen vereinbaren das Osmanische Reich und Griechenland die Wiederaufnahme diplomatischer Beziehungen und die gegenseitige Freilassung der Kriegsgefangenen. Das Osmanische Reich erklärt sich bereit, die Privilegien des ökumenischen Patriarchates zu gewährleisten, während sich Griechenland zum Schutz der moslemischen Religion verpflichtet.

Ein vom US-amerikanischen Außenminister William Jennings Bryan ausgearbeiteter und von Präsident Thomas Woodrow Wilson gebilligter Entwurf schlägt vor, den mittelamerikanischen Staat Nicaragua unter das Protektorat der USA zu stellen. Das beinhaltet unter anderem die US-amerikanische Kontrolle über Staatshaushalt und Außenpolitik von Nicaragua.

21.7.1913, Montag

Der in der westböhmischen Stadt Karlsbad (heute Karlovy Vary) beginnende fünftägige Internationale Bergarbeiterkongress befasst sich im Wesentlichen mit Fragen wie der Kriegsgefahr in Europa, der Sicherheit in Bergwerken und des Achtstundentages.

22.7.1913, Dienstag

Mexikanische Rebellen erobern die ostmexikanische Hafenstadt Tuxpan und erreichen damit einen wichtigen Erfolg gegen die Truppen des am 22. Februar 1913 durch einen Putsch an die Macht gekommenen mexikanischen Präsidenten Victoriano Huerta.

Die bulgarische Regierung beschließt aufgrund ihrer militärischen Unterlegenheit eine sofortige Demobilisierung und drückt ihre Bereitschaft aus, im Zweiten Balkankrieg ein grundsätzliches Waffenstillstandsabkommen zu unterzeichnen.

Osmanische Truppen erobern nach kurzem Kampf die bulgarisch besetzte Stadt Adrianopel (heute Edirne). Zuvor sprengen die bulgarischen Soldaten verschiedene Munitionsdepots und Regierungsgebäude in die Luft.

23.7.1913, Mittwoch

In Brüssel wird unter Beteiligung von Delegierten aus 35 Staaten der erste internationale Kinderschutzkongress eröffnet. Die in vier Arbeitsgruppen aufgeteilten Delegierten sprechen sich zum Abschluss der dreitägigen Sitzungen für die Schaffung einer internationalen Zentralstelle zum Schutz des Kindes aus.

Die “Vossische Zeitung” veröffentlicht in Berlin ein an die deutschen Handelskammern gerichtetes Schreiben des preußischen Kriegministeriums, in dem auf fehlende Beschäftigungsmöglichkeiten für aus dem Dienst entlassene Offiziere aufmerksam gemacht und um Abhilfe gebeten wird.

Bei einem Fabrikbrand in Binghampton im US-amerikanischen Bundesstaat New York kommen 65 Arbeiterinnen ums Leben, während 30 schwer verletzt werden. Die Arbeiterinnen – zumeist junge Polinnen – hatten aufgrund der häufigen Probealarme in letzter Zeit die Brandsignale nicht ernst genommen und blieben daher in ihren Arbeitsräumen.

24.7.1913, Donnerstag

Fünf britische Anhängerinnen des Frauenstimmrechts versuchen, in das Tagungsgebäude des britischen Unterhauses zu gelangen, um Innenminister Reginald MacKenna eine Petition zu überreichen. Nachdem sie sich von der Parlamentspolizei nicht hinausweisen lassen, werden sie verhaftet.

25.7.1913, Freitag

Im Verlauf von politischen Unruhen in Peru wird auf das Haus des ehemaligen Präsidenten Perus, Augusto Bernardino Leguía, ein Bombenanschlag verübt, bei dem zwei Menschen sterben und sechs schwer verletzt werden. Bei einer Demonstration vor dem Senatsgebäude in der peruanischen Hauptstadt Lima kommt es zu Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der Polizei.

Die wegen militanter Aktionen inhaftierte Emmeline Pankhurst, eine der führenden britischen Frauenrechtlerinnen, schwebt aufgrund eines Hungerstreiks in Lebensgefahr.

26.7.1913, Samstag

Der dicht besetzte Schnellzug Kopenhagen- Esbjerg entgleist bei Brammenge kurz vor Esbjerg. Als dabei eine der beiden Lokomotiven den Bahndamm hinunterstürzt und acht Waggons des Zuges mit sich zieht, kommen 16 Menschen ums Leben.

Das Deutsche Reich und Frankreich tauschen die Bestimmungen über den Verkehr von deutschen und französischen Luftfahrzeugen im jeweiligen Nachbarland aus. Das Abkommen ist unter anderem eine Konsequenz aus dem Zwischenfall von Luneville am 3. April 1913.

27.7.1913, Sonntag

In Paris endet die am 29. Juni begonnene 15. Tour de France. Die 5387 km lange Frankreich-Rundfahrt wird von dem Belgier Philippe Thys in einer Zeit von 197:54:00 h gewonnen.

28.7.1913, Montag

Durch eine Anordnung des österreichisch-ungarischen Kaisers Franz Joseph wird der 1908 gewählte böhmische Landtag aufgelöst. Er war von Beginn an arbeitsunfähig, da die parlamentarische Vertretung der Deutschen jede Zusammenarbeit verweigerte.

29.7.1913, Dienstag

Die in London versammelte Botschafterkonferenz der europäischen Großmächte regelt den Status des autonomen Albaniens. Eine aus Vertretern der Großmächte und Albanern bestehende Kommission wird Vorschläge zur Verwaltungsstruktur erarbeiten und innerhalb der kommenden sechs Monate einen Fürsten als Staatsoberhaupt wählen.

In Bukarest beginnt die Friedenskonferenz der am Zweiten Balkankrieg beteiligten Staaten Griechenland, Rumänien und Serbien einerseits sowie Bulgarien andererseits. Die Verhandlungen werden am 10. August 1913 mit dem sogenannten Frieden von Bukarest abgeschlossen.

Die Regierung des Osmanischen Reiches erklärt in einem Vertrag mit Großbritannien, den Bau der politisch umstrittenen Bagdadbahn zunächst nur bis Basra zu genehmigen und nicht bis zum Persischen Golf. Großbritannien fürchtet eine deutsche Vorherrschaft in diesem Gebiet. Die Bahnlinie ist bereits von Konstantinopel (heute Istanbul) bis Aleppo auf 600 km in Betrieb.

30.7.1913, Mittwoch

Im Südtiroler Sarcetal zerstört ein 25minütiger Hagelschauer die gesamte Weinernte und richtet einen Schaden von einer Million Mark an. In einigen Orten entsteht eine 30 cm hohe Eisschicht.

Ein Rekordpreis für Rennpferde wird in London erzielt. Der vierjährige Hengst Prince Palatin, der bisher 800 000 Mark an Preisgeldern gewonnen hat, wechselt für 900 000 Mark den Besitzer und übertrifft die bisherige Rekordsumme damit um 100 000 Mark.

31.7.1913, Donnerstag

In einer Ansprache anlässlich der Einweihung eines Frithjof-Denkmals im norwegischen Ort Vangsnäs betont der deutsche Kaiser Wilhelm II. die gemeinsame Abstammung von Deutschen, Briten und Skandinaviern und weist auf den gemeinsamen Sagenkreis hin.