Was geschah im Juli 1921

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Wetterstationen Juli 1921

1.7.1921, Freitag

In Schanghai wird die Kommunistische Partei Chinas (KPCH) gegründet. Parteivorsitzender wird der Pekinger Professor Tscheng Tu-hsiu. Zu den zwölf Gründungsmitgliedern gehört auch der Lehrer Mao Zedong.

Das US-amerikanische Repräsentantenhaus nimmt die Resolution Knox an, die den Krieg mit dem Deutschen Reich und Österreich formal für beendet erklärt. Der Senat hatte die Resolution bereits im Mai verabschiedet.

Bei den Tennis-Meisterschaften von Wimbledon gewinnen die Französin Suzanne Lenglen und der US-Amerikaner William Tatem “Big Bill” Tilden wie im Vorjahr die Endspiele im Einzel.

Die Strafkammer in Stade verurteilt einen Redakteur der “Todtstedter Zeitung” wegen Beleidigung des Reichspräsidenten zu fünf Monaten Gefängnis. Er hatte in einem Artikel behauptet, Reichspräsident Friedrich Ebert (SPD) habe sich während der letzten Monate des Weltkriegs in Zeiten größter Lebensmittelnot bei Ämtern Sonderzuteilungen von Nahrungsmitteln verschafft.

Die britischen Bergarbeiter sprechen sich in einer Urabstimmung für die Beendigung ihres Streiks aus, der am 1. April begonnen hatte.

Der Bildungsausschuss des Reichstags in Berlin spricht sich dafür aus, Studenten für den Weg zur Hochschule eine Fahrpreisermäßigung zu gewähren, da auch Arbeiter Vergünstigungen für die Fahrt zum Arbeitsplatz erhielten. Angesichts der Notlage der Studenten sei diese Bewilligung dringend erforderlich.

2.7.1921, Samstag

Der Sozialausschuss des Reichstags in Berlin legt neue Unterstützungssätze für junge Mütter fest. Danach erhalten Frauen, die im letzten Jahr vor der Geburt mindestens sechs Monate krankenversichert waren, einen Zuschuss zu den Kosten der Entbindung sowie ein Wochengeld in Höhe des bisherigen Krankengeldes, jedoch mindestens zehn Wochen lang 3 Mark pro Tag. Während der Stillzeit erhalten sie zudem zwölf Wochen lang ein Stillgeld von mindestens 1,50 Mark täglich.

Vor 80 000 Zuschauern verteidigt der US-Amerikaner Jack Dempsey in Jersey City die Weltmeisterschaft im Schwergewichtsboxen gegen den Franzosen Georges Carpentier. Dempsey siegt in der vierten Runde durch K. o.

Im Dresdner Staatstheater wird das Schauspiel “Der Schwan” von Franz Molnar uraufgeführt.

3.7.1921, Sonntag

In Moskau wird auf dem ersten internationalen Kongress der Fach- und Industrieverbände die Rote Gewerkschaftsinternationale (RGI) als erster kommunistischer Gewerkschaftsdachverband gegründet. Auf der bis zum 19. Juli dauernden Tagung sind 380 Delegierte aus 42 Ländern vertreten. Sie beschließen eine enge Bindung an die Kommunistische Internationale (Komintern).

Pfadfindergruppen aus mehreren europäischen Ländern kommen zu einem Treffen in Aachen zusammen.

Der Opel-Werksfahrer Karl Jörns gewinnt ein zweitägiges internationales Autorennen auf der Insel Fanø.

4.7.1921, Montag

Der Reformsozialist Ivanoe Bonomi wird neuer Ministerpräsident Italiens. Sein Vorgänger, der Liberale Giovanni Giolitti war zurückgetreten, weil nur eine geringe Mehrheit des Parlaments in Rom seine Außenpolitik billigte.

Der Rechtsausschuss des Reichstags in Berlin lehnt die Zulassung von Frauen zum Richteramt ab. Der Antrag auf Gleichstellung von Frauen in der Rechtspflege war von den Fraktionen der SPD, der USPD und der KPD gestellt worden.

5.7.1921, Dienstag

Die sowjetische Regierung in Moskau erlässt ein Dekret, in dem öffentlichen Institutionen und Privatpersonen gestattet wird, staatliche Betriebe zu pachten.

In Rumänien erhalten Frauen das Stimmrecht bei Gemeindewahlen. Der von der konservativen Regierung unter Alexandru Averescu eingebrachte Gesetzesvorschlag wird mit großer Mehrheit im Parlament angenommen.

Wiederaufbauminister Walther Rathenau (DDP) betont in einer Rede in Berlin vor dem Reichstagsausschuss zur Ausführung des Friedensvertrages in Berlin, dass die deutschen Reparationszahlungen an die Alliierten nur dann aufzubringen seien, wenn sie in Sachleistungen entrichtet werden dürften.

6.7.1921, Mittwoch

Die US-Regierung beschließt, einen nichtamtlichen Vertreter in den Obersten Rat und den Botschafterrat in Paris zu entsenden. Die USA waren aus diesen Gremien der Alliierten ausgeschieden, weil sie den Versailler Vertrag nicht unterzeichnet hatten und somit nicht direkt an den Reparationsverhandlungen mit dem Deutschen Reich beteiligt sind.

Die 21-Jährige Sarah Johnson wird in Zion City im US-amerikanischen Bundesstaat Illinois wegen ihrer “unanständigen” Kleidung verhaftet.

7.7.1921, Donnerstag

König Georg V. von Großbritannien empfängt in London den südafrikanischen Premierminister Jan Christiaan Smuts zu Beratungen über die Zukunft Irlands. Smuts war von der Regierung unter Premierminister David Lloyd George als Vermittler zu Konsultationen mit den Führern der Unabhängigkeitsbewegung Sinn Féin nach Dublin entsandt worden.

Im Auftrag der Vereinigung deutscher Wohnungsämter erscheint erstmals die Zeitung “Der Wohnungstausch”, ein Anzeiger, der aufgrund des extremen Wohnraummangels den Austausch von Unterkünften erleichtern soll. Das Blatt ist für 50 Pfennig an Kiosken erhältlich.

8.7.1921, Freitag

Der Vorsitzende der irischen Unabhängigkeitsbewegung Sinn Féin, Eamon de Valera, und der britische Premierminister David Lloyd George einigen sich bei Verhandlungen in London auf einen Waffenstillstand im irischen Bürgerkrieg, der am 11. Juli eintreten und den Beginn neuer Friedensgespräche ermöglichen soll.

9.7.1921, Samstag

Die sowjetische Zeitung “Prawda” veröffentlicht einen Bericht über die letzte Volkszählung. Danach lebten in Sowjetrussland 1920 133 Mio. Menschen, 12 Mio. weniger als 1914.

10.7.1921, Sonntag

In Wien beginnt eine sechstägige Konferenz der Internationalen Frauenliga für Frieden und Freiheit (IFFF). Die Organisation will eine weltweite dauerhafte Abrüstung erreichen.

Gabriel Poulain, Erfinder eines “fliegenden Fahrrads”, stellt den ersten offiziellen Rekord im Fliegen ohne Motor auf: Im Pariser Bois de Boulogne legt er mit seiner “Aviette” eine Strecke von 10 m in der Luft zurück.

Beim Großen Preis von Berlin auf der Pferderennbahn in Berlin-Grunewald siegt Ossian mit Jockei Otto Schmidt.

Der mongolische Unabhängigkeitskämpfer Damdiny Sühbaatar erklärt die Äußere Mongolei in Ulan Bator zur unabhängigen Republik. Nachdem das Land seit dem 17. Jahrhundert Teil des Mandschureichs gewesen war, wurde 1911 eine politisch unabhängige Monarchie errichtet. Die Äußere Mongolei blieb jedoch wirtschaftlich völlig unter der Kontrolle Chinas und anderer ausländischer Kreditgeber. Sühbaatar kämpfte mit sowjetischer Hilfe seit der Oktoberrevolution von 1917 im Untergrund gegen chinesische und weißrussische Einflüsse.

Die Bochumer Stadtverordnetenversammlung bewilligt 20 Mio. Mark zur beschleunigten Errichtung von Wohnungsneubauten. Um der akuten Wohnungsnot abzuhelfen, sollen noch in diesem Jahr 400 neue Häuser fertiggestellt werden.

11.7.1921, Montag

US-Präsident Warren G. Harding richtet an die Regierungen von Großbritannien, Frankreich, Italien und Japan eine Anfrage, ob diese zu einer Konferenz über internationale Rüstungsbeschränkungen bereit seien.

In Großbritannien werden Temperaturen von 32 erreicht. Der Tag geht als der heißeste seit 1818 in die britischen Annalen ein.

12.7.1921, Dienstag

In Moskau endet der seit dem 22. Juni andauernde III. Weltkongress der Kommunistischen Internationale (Komintern). Wegen der innenpolitischen Schwierigkeiten der sowjetischen Regierung und nicht zuletzt wegen der fehlgeschlagenen Märzaktion in Mitteldeutschland war ein Kurswechsel in der Strategie der Komintern zur Durchführung der Weltrevolution beschlossen worden.

Das Internationale Rote Kreuz in Genf erkennt offiziell das sowjetische Rote Kreuz an.

Der Rektor der Universität Halle, Professor Menzer, gibt bekannt, dass die von ihm ins Leben gerufene Hilfe für notleidende Studenten schon über 1 Mio. Mark durch private Spenden eingebracht habe.

13.7.1921, Mittwoch

Auf Einladung der dänischen Hilfsorganisation Komitee für die deutschen Kinder treffen 300 Kinder in Kopenhagen ein. Wenige Tage zuvor waren bereits 300 Kinder aus Danzig zu einem kostenlosen Erholungsaufenthalt empfangen worden.

Das britische Handelsblatt “Board of Trade Journal” gibt bekannt, dass in den 13 Wochen des Bergarbeiterstreiks vom April bis zum Juli insgesamt nur 179 000 t Kohle in den britischen Bergwerken gefördert worden seien. Im Vergleich dazu seien es in der ersten Märzwoche noch 4 277 200 t gewesen.

14.7.1921, Donnerstag

Der französische Kriegsminister Louis Barthou gibt bekannt, dass bei Unfällen in den ersten fünf Monaten dieses Jahres 35 Piloten in Militärflugzeugen getötet und 34 verwundet worden seien. Die französische Presse kritisiert daraufhin, die Fliegerausbildung sei zu kurz.

15.7.1921, Freitag

Der preußische Landtag in Berlin genehmigt die Einrichtung eines Grubensicherheitsamts im preußischen Handelsministerium und die Bildung von Grubensicherheitskommissionen bei den Oberbergämtern. Der Landtag reagiert damit auf das Unglück in der Zeche “Mont Cenis” in Herne am 20. Juni, bei dem 85 Bergleute ums Leben gekommen waren.

Nach dem Abschluss eines Staatsvertrags zwischen dem Deutschen Reich und Preußen übernimmt die neugegründete Rhein-Main-Donau AG den Ausbau der Schifffahrtsstraßen zwischen Aschaffenburg und Passau.

16.7.1921, Samstag

Der französische Botschafter im Deutschen Reich, Antoine Laurent, protestiert in Berlin bei Reichsaußenminister Friedrich Rosen (parteilos) gegen die fortgesetzten Angriffe des sog. deutschen Selbstschutzes gegen die polnischen Truppen in Oberschlesien. Der Selbstschutz müsse unverzüglich entwaffnet werden.

Der Reichsverband der Industrie bezeichnet beim Empfang einer Delegation von US-amerikanischen Unternehmern in Berlin die Erfüllung der alliierten Reparationsforderungen als “Ding der Unmöglichkeit”.

In Wien wird ein Fackelzug der Christlich-Sozialen Partei, an der auch Monarchisten teilnehmen, von sozialdemokratischen Arbeitern gesprengt. Zwölf Polizisten und vier Arbeiter werden verletzt.

17.7.1921, Sonntag

Hunderte von Sportbegeisterten nehmen an dem Wettbewerb “Schwimmen durch Berlin” teil.

Gegenüber dem britischen Botschafter Edgar Vincent d’Abernon droht Reichskanzler Joseph Wirth (Zentrum) mit dem Rücktritt seiner Regierung, falls die Sanktionen der Alliierten gegen Düsseldorf, Duisburg und Ruhrort nicht aufgehoben werden.

Vertreter der größten oberschlesischen Industrieunternehmen richten einen Hilferuf an die Interalliierte Kommission in Paris, in dem der militärische Schutz der Fabriken vor polnischen Übergriffen gefordert wird.

18.7.1921, Montag

Der französische Ministerpräsident Aristide Briand lehnt in Noten an die Regierungen des Deutschen Reiches, Großbritanniens und Italiens eine baldige Entscheidung über die Zukunft Oberschlesiens ab. Großbritannien hatte die Einberufung der Obersten Alliierten Konferenz zu einer Beschlussfassung gefordert.

Der russisch-orthodoxe Patriarch von Moskau richtet einen Hilferuf an den Erzbischof von Canterbury (Großbritannien) und bittet um Nahrungsmittellieferungen für die Hungernden in Sowjetrussland.

Die japanischen Provinzen Navaja und Kioto werden von schweren Überschwemmungen heimgesucht. Rund 800 Menschen kommen dabei ums Leben.

19.7.1921, Dienstag

Der Storting, das norwegische Parlament, beschließt die Einführung einer Vermögenssteuer für Guthaben über 200 000 Kronen (2,1 Mio. Mark). Diese Steuereinnahmen fließen nicht in die Staatskasse, sondern in einen speziellen Fonds, aus dem die Schulden, vor allem bei den USA beglichen werden sollen.

In den USA sind 8 Mio. Frauen in einem festen Arbeitsverhältnis beschäftigt. 87% von ihnen sind als Lehrerinnen oder Sekretärinnen tätig.

Auf einer viertägigen Konferenz wird in Moskau die Rote Sportinternationale gegründet.

20.7.1921, Mittwoch

Die Schifffahrt auf dem Rhein kommt zum Erliegen, nachdem die niederländischen Maschinisten und Heizer für höhere Löhne streiken. Bereits seit dem 16. Juli befinden sich auch ihre deutschen Kollegen im Ausstand.

In Straßburg und Karlsruhe wird mit 39 die höchste Temperatur des Jahres gemessen. Die Hitzewelle in Europa verursacht Schwierigkeiten in der Wasserversorgung.

21.7.1921, Donnerstag

In Frankfurt am Main wird ein Waffenlager des rechtsgerichteten Wehrverbandes Organisation Escherich (Orgesch) ausgehoben. 400 Gewehre und 60 Kisten Munition werden sichergestellt.

Im britischen Unterhaus in London wird ein Antrag des Labour-Abgeordneten Wegwood Benn mit knapper Mehrheit abgelehnt, auf deutsche Reparationsleistungen in Form von Sachwerten zu verzichten, da sie sich nachteilig für den Handel in Großbritannien auswirkten.

In Marokko müssen die spanischen Kolonialtruppen bei Annual eine schwere Niederlage gegen die aufständischen Rifkabylen unter Abd El Krim hinnehmen.

22.7.1921, Freitag

Trotz der von den britischen Besatzungstruppen verhängten Waffenruhe kommt es in der oberschlesischen Stadt Kattowitz zu Schießereien zwischen deutschen und polnischen Soldaten.

In Absprache mit der bolschewistischen Regierung richtet der russische Schriftsteller Maxim Gorki an seinen deutschen Kollegen Gerhart Hauptmann die Bitte, sich dafür einzusetzen, dass das Deutsche Reich Brot und Medikamente für die Hungernden in Sowjetrussland liefert.

In den italienischen Städten Sfarzana und Triest kommt es zu blutigen Zusammenstößen zwischen Faschisten, Kommunisten und der Polizei. Dabei werden 31 Personen getötet.

In Washington nimmt das Repräsentantenhaus mit großer Mehrheit ein neues Zollgesetz an, das Einfuhren in die USA mit bis zu 40% höheren Zöllen belastet.

23.7.1921, Samstag

Edwin Gourdin (USA) stellt mit 7,69 m in Cambridge (US-Bundesstaat Massachusetts) einen Weltrekord im Weitsprung auf.

Der frühere Seeoffizier Felix Graf von Luckner tritt eine Vortragsreise nach Skandinavien an.

Nach einer Meldung der französischen Zeitung “Petit Parisien” werden in der französischen Rüstungsindustrie Sonderschichten gefahren, um Polen und Rumänien mit Waffen zu versorgen. Die Verbündeten Frankreichs befürchten einen Angriff von seiten Sowjetrusslands.

Reichsaußenminister Friedrich Rosen (parteilos) weist in einer Antwortnote die französische Beschwerde vom 16. Juli zurück, das Deutsche Reich sei für die Unruhen in Oberschlesien verantwortlich. Vielmehr sei erwiesen, dass Frankreich die polnischen Militärverbände unterstütze.

Ein Konsortium US-amerikanischer Banken stellt der deutschen Reichsregierung Kredite im Gesamtwert von 9,2 Mio. US-Dollar (680,8 Mio Mark) zur Verfügung, mit denen Getreidelieferungen an das Deutsche Reich finanziert werden sollen.

24.7.1921, Sonntag

Der frühere bayerische Verkehrsminister und bekannte Numismatiker Heinrich von Frauendorfer begeht in Geiselgasteig bei München Selbstmord, nachdem ihm die Fälschung zahlreicher antiker Münzen nachgewiesen wurde.

Der Belgier Léon Scieur fährt als Sieger der Tour de France in Paris ein.

Erstmals seit 1914 wird in Le Mans der Große Preis des französischen Automobilclubs ausgetragen.

25.7.1921, Montag

An der Devisenbörse in Wien setzt eine Flucht in ausländisches Kapital ein, nachdem Gerüchte aufgekommen sind, dass Österreich keine Wiederaufbaukredite von den Alliierten erhalten werde. Der Wert des US-Dollar gegenüber der österreichischen Krone steigt um 18%.

Der Vorsitzende der Zentrumspartei und Chef der Reichstagsfraktion, Karl Trimborn, stirbt im Alter von 66 Jahren in Bonn.

26.7.1921, Dienstag

Der am 4. Juni 1920 geschlossene Friedensvertrag von Trianon zwischen Ungarn und den Alliierten tritt in Kraft. Ungarn muss das Burgenland an Österreich abtreten.

Papst Benedikt XV. lehnt das Gesuch polnischer Bischöfe ab, den katholischen Klerus in Oberschlesien unter einen besonderen Schutz des Vatikans zu stellen und den deutschen Bischof abzuberufen.

27.7.1921, Mittwoch

Das britische Kolonialministerium erlaubt die Tätigkeit deutscher Missionare in Afrika, wenn sie sich den britischen Kirchenbehörden unterordnen.

Den kanadischen Biochemikern Frederick Banting und Charles Best gelingt erstmals die Isolierung des Bauchspeicheldrüsenhormons Insulin.

Die rumänische und die jugoslawische Regierung vereinbaren in Belgrad, Ungarn den Krieg zu erklären, falls der frühere König Karl IV. (der österreichische Ex-Kaiser Karl I.) wieder die Herrschaft erlangen sollte.

28.7.1921, Donnerstag

Auf Betreiben des bayerischen Kultusministers Franz Matt (BVP) entscheidet der Landtag in München, dass an den Gymnasien Englisch statt Französisch als erste Fremdsprache eingeführt wird.

Im belgischen Parlament in Brüssel wird ein neues Sprachengesetz angenommen, in dem die Amtssprache der Provinzen je nach Sprachzugehörigkeit der Bevölkerungsmehrheit festgelegt wird. Damit wird das Niederländische aufgewertet.

In Bozen schließen sich die italienischen Parteien Südtirols zu einer Politisch-Nationalen Arbeitsgemeinschaft zusammen. Sie wollen den Einfluss der deutschen Bevölkerungsmehrheit eindämmen.

Die erste im Deutschen Reich hergestellte elektrische Schreibmaschine kommt auf den Markt. Sie wird von den Berliner Mercedes-Werken hergestellt.

29.7.1921, Freitag

Auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung der NSDAP in München wird Adolf Hitler als Nachfolger von Anton Drexler zum Parteivorsitzenden gewählt.

30.7.1921, Samstag

In Berlin werden bei der Durchsuchung mehrerer Wettbüros und “Sportbanken” 12 Mio. Mark sichergestellt. Den Besitzern wird Steuerhinterziehung vorgeworfen.

Der Spielfilm “Die Ratten” nach der Tragikomödie von Gerhart Hauptmann mit Emil Jannings, Blandine Ebinger und Lucie Höflich in den Hauptrollen wird in Berlin uraufgeführt.

In Berlin beginnt eine Reihe von Prozessen gegen Frauen, die spiritistische Sitzungen veranstaltet haben, bei denen Kunden hofften, mit ihren im Weltkrieg gefallenen Angehörigen in Verbindung zu treten.

Der Schweizer Henri Durafour landet mit einem Flugzeug auf dem Montblanc.

31.7.1921, Sonntag

In zahlreichen deutschen Städten finden Demonstrationen für den Weltfrieden statt.